Der Countdown kann beginnen: 24 Tage sind es noch, bis endlich die Live-CD der Konzerte von 2014 veröffentlicht wird. Zwei Songs gab es vorab schon zu hören: Prologue und das bombastische King of the Mountain, das mit der neuen Textzeile „There’s a storm rising“ als Brücke zu The Ninth Wave umfunktioniert wurde. Aber am Anfang stand der Song Lily …oh though, who givest sustenance to the universe….die Musik setzte ein, Kate betrat barfüßig die Bühne und die Halle tobte… Das Confetti regnete zum Schluss von King of the Mountain herab und eignet sich ganz hervorragend als Vorlage für die kommenden Tage bis zum 25. November. Auf der Facebook-Seite von morningfog.de gibt es bis zur Veröffentlichung der CD jeden Tag ein neues Confetti – bis dann auch endlich aus der heimischen Musikanlage die letzte Textzeile von Cloudbusting zum Mitsingen erklingen kann…
Nov. 01 2016
Der Countdown in Confetti-Form
Okt. 28 2016
Das Song-ABC: Pull Out The Pin
Dieser außerordentlich stimmungsvolle und bedrückend düstere Song schildert eine Begegnung im Dschungel während des Vietnamkriegs. Er ist ein ganz typisches Beispiel für die Arbeitsweise von Kate Bush. Eine außermusikalische Inspiration (hier eine Sendung im Fernsehen) löste einen Assoziationssturm aus.
Der Fokus wechselt nun von der Schilderung des Urwalds auf eine Gruppe der Amerikaner (in den Lyrics steht jetzt ein „They“). „Closer in with the camera, and you can catch glimpses of their pink skin. We can smell them for miles with their sickly cologne, American tobacco and stale sweat.“ [4]. Näher und näher geht dann die Kamera heran, bis nur noch ein Amerikaner im Blickfeld ist (in den Lyrics steht jetzt „He“). „Take the camera in even closer, and we find a solitary soldier […]. This soldier is under a tree, dozing with a faint smile and a radio by his side. It’s a small transistor radio out of which cries an electric guitar.“ [4].[2] Karen Swayne: Bushy Tales. Kerrang!. 1982
[3] “Kate Bush Complete”. EMI Music Publishing / International Music Publications. London. 1987. S.137-138
[4] http://www.katebushencyclopedia.com/pull-out-the-pin (gelesen 11.07.2016) (Kate Bush im „Kate Bush Newsletter, Oktober 1982)
[5] Robin Smith: Getting Down Under With Kate Bush. 1982 (http://gaffa.org/reaching/i82_smi.html, gelesen 11.07.2016)
[6] The Dreaming Interview. Von der CBAK 4011 CD (picture disk)
[7] Rob Jovanovic, Kate Bush. Die Biographie. 2006. Koch International GmbH/Hannibal. Höfen. S.135
[8] Hermann Beckh: Die Sprache der Tonart in der Musik von Bach bis Bruckner. Verlag Urachhaus. Stuttgart 1999. S.255 und S.248
[9] Graeme Thomson: Kate Bush. Under the ivy. 2013. Bosworth Music GmbH, S.242
Okt. 20 2016
Download von King of the mountain ab morgen
In der Ken Bruce-Show auf BBC2 ist heute ein 40 Sekunden langer Ausschnitt der neuen Live-Version von King of the mountain gespielt worden. Wer den Ausschnitt hören möchte: Ken Bruce-Show (bei 1:42:50). Der Song soll am morgigen 21. Oktober in der BBC6Music Breakfast show in kompletter Länge gespielt werden. Parallel steht der Song ab morgen auch zum Download bereit – offensichtlich aber nur für die, die sich bei der Vorbestellung statt für DC oder Vinyl für den digitalen Download entchieden haben. Vorab hatte Kate vom neuen Album nur den Song Prologue zum Anhören auf Soundcloud bereitgestellt.
Update: Hier gibt es den Soundcloud-Link für King of the Mountain
Okt. 11 2016
Fünf Gründe, warum es eine DVD geben wird
1.
Eine CD-Veröffentlichung schließt eine DVD nicht aus. Im Booklet zur CD schreibt Kate selbst, “This is the audio document. I hope that this can stand alone as a piece of music in its own right…” Bei einem Konzert, das theatral angelegt war und bei dem viel Wert auf die visuelle Umsetzung gelegt wurde, verblüfft es eher, dass es eines reinen Audiodokumentes bedarf. Das, befreit vom Zwischenapplaus, kann nur bedingt die Stimmung der Konzerte wiedergeben. Dessen ist sich Kate offenbar bewusst: „I never expected the overwhelming response of the audiences, every night filling the show with life and excitement. They are there in every beat of the recorded music. Even when you can’t hear them, you can feel them.” Betrachtet man wie Kate die CD-Version als “radio play”, wäre es schon sehr ungewöhnlich, wenn nicht auch das beeindruckendere visuelle Erlebnis dokumentiert würde.
2.
Wir wissen, dass mindestens zwei Konzerte gefilmt wurden. Wir wissen auch, dass mit der Produktion der DVD begonnen wurde und es sogar einen Veröffentlichungstermin gab, der kurzfristig zurückgezogen wurde. Kate schreibt im Booklet, dass es auch Aufnahmen der Show ohne Publikum gibt. Zudem wurde 2014 ein Special mit dem Titel “After the dawn” produziert, das Teil der DVD werden sollte. Und es gab Gerüchte, der Konzertfilm könnte zuerst im Kino anlaufen. Weil unklar ist, warum das DVD-Projekt zwischenzeitlich gestoppt und auf Eis gelegt wurde, entstand schnell das Gerücht, die Konzertaufnahmen könnten nicht Kates Qualitätsanspruch genügen. Dagegen sprich, dass eigens ein Special produziert wurde. Gegen eine angeblich schlechte Audioqualität spricht die CD-Veröffentlichung.
3.
Gegen die DVD könnte etwas ganz anderes sprechen. Wer auf dem Konzert war wird sich erinnern, dass unglaublich viel auf der Bühne gleichzeitig passiert ist. Mir selbst ist es zum Beispiel passiert, dass ich überhaupt nicht mitbekommen habe, wie zum Schluss der Baum durchs Klavier gekracht ist – das habe ich erst später auf Fotos gesehen. Man hat auf der Bühne auf Kate geachtet, geguckt, was die Band macht, musste Videoeinspieler auf der Leinwand mit verfolgen, durfte plötzlich die Einspielung auf einem Monitor rechts auf der Bühne nicht verpassen, lauschte der Musik, betrachtete die szenische Umsetzung der Musik. Das kann einen schon bei einem normalen Konzert überfordern. Before the dawn war aber kein normales Konzert. Und das komplette Geschehen in dem Konzertfilm zu dokumentieren, dürfte eine Mammutaufgabe sein. Das kann man umso besser nachvollziehen, seit es auf Youtube den (illegalen) 48-Minuten-Mitschnitt von „The Ninth Wave“ gibt. Bei aller Stimmung, die er eindrucksvoll wiedergibt, hat das Video in der Handlung Längen, die aufgearbeitet werden müssen. Trotzdem gibt es das Zitat von John Carder Bush, der dies indirekt würdigt: „As for the DVD then we’ll just have to wait and see. It’s like anything Kate does, if you’re building a cathedral you don’t do it in a couple of months…” Für mich klingt das so, als ob die Bauarbeiten für die Kathedrale in vollem Gang sind.
4.
Stephen Taylor, der die Before the dawn-CD zusammen mit Kate abgemischt hat, hat kurz nach der Bekanntgabe der Veröffentlichung auf seiner Facebook-Seite folgendes gepostet: „I handled the mix with Kate and handled all the postproduction. Read into that what you will. It was a massive job…“. Das Statement hat er kurz drauf wieder gelöscht, weil natürlich sofort Fragen nach der DVD kamen. Dennoch spricht die Aussage eher dafür, dass noch mehr als die CD kommen wird. Zumindest ist es unwahrscheinlich, dass er mit „all the postproduction“ und „it was a massive job“ nur die CD gemeint haben kann, wenn gleichzeitig betont wird: „Nothing at all has been re-recorded or overdubbed on this live album, just two or three sound FX added to help with the atmosphere.” Zwei Jahre, um rein eine Konzert-CD abzumischen, wäre etwas gewagt.
5.
Und zum Schluss das Geld. Das mag als schlechtes Argument erscheinen, weil wir alle wissen, dass Kate ihre Entscheidungen nicht vom Geld abhängig macht. Auf die Remaster warten wir immer noch vergebens, eine DVD mit den Videos zu ihren Hits gibt es auch nicht, eine 2. Best of fehlt ebenso und mit Blick auf Before the dawn hätte sie Londons größte Halle locker beliebig oft füllen können, statt relativ exklusiv vor rund 80.000 Besuchern 22 Konzerte zu geben. Trotzdem muss sie die Kosten für die Konzertreihe irgendwie bezahlen. Die CD mag dabei helfen, das beeindruckendere Erlebnis wird die DVD sein, die sich wie geschnitten Brot verkaufen dürfte. Es gab mal irgendwo die Zahl von acht Millionen (!) Ticketanfragen für die Konzerte – das sind auch acht Millionen potenzielle Käufer einer DVD.
Bleibt zum Schluss: Die DVD wird kommen. Vielleicht im Frühjahr, vielleicht auch erst in einem Jahr. As for the DVD then we’ll just have to wait and see…
Okt. 08 2016
Wiederentdeckt: Liebeserklärung auf italienisch
Kate Bush – I segugi dell’amore
Autorin: Monica Tessarin, ISBN: 88-7255-225-7, veröffentlicht bei Firenze Atheneum, Collezione Mercator – 55, 2/2004, Paperback, 203 Seiten mit zahlreichen Illustrationen von Paulina Stuckey, Preis ca. 29,90 € (vergriffen)
Monica Tessarin widmet ihre in italienischer Sprache geschriebene Biografie „Kate e Peter, per aver reso meno bui gli anni della mia adolescenza“ (sinngemäß: Kate und Peter dafür, dass sie die dunklen Jahre meiner Jugend erhellt haben). Die Autorin schreibt in ihrem wunderschön gestalteten Buch laut Rückentext unter anderem über Kates Familienleben, ihre Leidenschaft für den Tanz, den Skandal rund um die frühen Videos, ihren großen Erfolg, ihre Einsamkeit und Zurückgezogenheit sowie über Kates privates Engagement für die Umwelt.
Da ich der italienischen Sprache nicht mächtig bin, konnte ich das Buch leider nicht lesen. Die Überschriften der einzelnen Kapitel habe ich dem google translator anvertraut; sie mögen einen groben Überblick des Inhalts wiedergeben:
0.) Vorwort: Die weiße Rose unter dem Efeu
1.) Das kleine Mädchen mit (den) großen Augen
2.) Cathy und die Sturmhöhe
3.) Oh England, my Lionheart
4.) Die Konzerte des Lebens (bzw. The Tour of Life)
5.) Die grausame Babooshka
6.) Der Traum der Aborigines
7.) Das Warten
8.) Der/die Wolkenfänger
9.) Das Geheimnis der neunten Welle
10.) Die ganze Geschichte (bzw. The Whole Story)
11.) Die sinnliche Welt (bzw. The Sensual World)
12.) Dieser Frau Arbeit (bzw. This Woman’s Work)
13.) Der Zauber der roten Schuhe
Jedes Kapitel wurde mit bezaubernden Zeichnungen von Paulina Stuckey illustriert, die vielen von Euch bestimmt aus dem englischen Fanzine „Homeground“ bekannt sind. Mit den Kapiteln 14 und 15 folgen eine Diskografie (Alben, Singles, Bootlegs etc.) sowie eine Videografie. Eine Bibliografie (in der unter anderem auch ein deutsches Fanzine namens „Irgendwo in der Tiefe“ Erwähnung findet) sowie ein Nachwort beschließen das Buch mit den Worten: „Keep the hounds running…“. Die Biografie deckt den Zeitraum von Kates Geburt bis etwa zum Jahr 1994 ab.
Über die Autorin: Monica Tessarin lebt in Mogilano Veneto. Die leidenschaftliche Musikliebhaberin und Autorin von Fantasy- und Science-Fiction-Geschichten veröffentlichte den Roman „L’Isola degli Unicorni“ (Die Insel der Einhörner) sowie mehrere Sammlungen von Kurzgeschichten. Sie wurde mit dem Elsa Morante-Preis ausgezeichnet.
Beate Meiswinkel
Okt. 01 2016
„One of the most exciting things I’ve ever been involved in“
Das neue amerikanische Label von Kate Bush, Concord Music, hat Kates Liner Notes zum Album veröffentlicht:
„It was an extraordinary experience putting the show together. It was a huge amount of work, a lot of fun and an enormous privilege to work with such an incredibly talented team. This is the audio document. I hope that this can stand alone as a piece of music in its own right and that it can be enjoyed by people who knew nothing about the shows as well as those who were there.
I never expected the overwhelming response of the audiences, every night filling the show with life and excitement. They are there in every beat of the recorded music. Even when you can’t hear them, you can feel them.
Nothing at all has been re-recorded or overdubbed on this live album, just two or three sound FX added to help with the atmosphere.
On the first disc the track, Never Be Mine, is the only take that exists, and was recorded when the show was being filmed without an audience. It was cut because the show was too long but is now back in its original position. Everything else runs as was, with only a few edits to help the flow of the music.
On stage, the main feature of The Ninth Wave was a woman lost at sea, floating in the water, projected onto a large oval screen – the idea being that this pre-recorded film was reality. The lead vocals for these sequences were sung live at the time of filming in a deep water tank at Pinewood. A lot of research went into how to mic this vocal. As far as we know it had never been done before. I hoped that the vocals would sound more realistic and emotive by being sung in this difficult environment. (You can see the boom mic in the photo on the back of the booklet. This had to be painted out of every shot in post-production although very little of the boom mic recording was used. The main mic was on the life jacket disguised as an inflator tube!) The rest of the lead vocals on this disc were sung live on stage as part of the dream sequences. The only way to make this story work as an audio piece was to present it more like a radio play and subdue the applause until the last track when the story is over and we are all back in the theatre again with the audience response.
Unlike The Ninth Wave which was about the struggle to stay alive in a dark, terrifying ocean, A Sky Of Honey is about the passing of a summer’s day. The original idea behind this piece was to explore the connection between birdsong and light, and why the light triggers the birds to sing. It begins with a lovely afternoon in golden sunlight, surrounded by birdsong. As night falls, the music slowly builds until the break of dawn.
This show was one of the most exciting things I’ve ever been involved in. Thank you to everyone who made it happen and who embraced the process of allowing it to continually evolve.“
Sep. 29 2016
Offizielle Bestätigung für die neue CD
Es ist endlich auch offiziell: Am 25.11. wird es den Live-Mitschnitt „Before the dawn“ als 3er CD-Box und als 4er LP-Box geben. Wie gemeldet gibt es als Bonus auch eine Live-Version des nur bei den Rehearsals gespielten Song „Never be mine“.
Die Ankündigung im Original:
„We are very pleased to announce that on November 25th Kate will release „Before The Dawn“ on triple CD, 4 x LP set and digital download.
„Before the dawn“ was recorded during the incredible run of 22 sold-out shows performed by Kate at London’s Hammersmith Apollo in 2014. The album will be released on Fish People and distributed by Rhino on November 25 2016. In March 2014 Kate Bush announced plans to perform 15 shows in London in August and September that year, her first live shows since 1979. The shows sold out so quickly that a further 7 were immediately added, with all shows selling out in 15 minutes. This very website crashed with the demand.
The first night of the shows prompted a complete media frenzy with the Evening Standard declaring that the show was „an extraordinary mix of magical ideas, stunning visuals, attention to detail and remarkable music – she was so obviously, so unambiguously brilliant, it made last night something to tell the grandchildren about.“
Later that year the show won the special Editor’s award at the highly prestigious London Theatre Awards, the only contemporary music show to do so.
On November 25 the live album „Before The Dawn“ will be released on CD (3 CDs) and vinyl (4 vinyl) and digital download. The conceptual heart of the show is reflected in the CD format, which is split over 3 discs centred around the two integral pieces – ‚The Ninth Wave‘ and ‚A Sky Of Honey‘.
CD1 ends with the pivotal track ‚King Of The Mountain‘ which bridges into ‚The Ninth Wave‘ suite of songs on CD2.
The album was produced by Kate Bush. Nothing on the record was re-recorded or overdubbed.“
Sep. 24 2016
Konzert-Mitschnitt soll Ende November erscheinen
Es sieht alles danach aus, als ob Weihnachten für Kate-Fans in diesem Jahr früher stattfinden könnte: Am 25. November soll die Audio-Version der Before the dawn-Konzerte veröffentlicht werden. Demnach würden ein 4er LP-Set und einer 3er CD-Box veröffentlicht. Zudem soll es einen digitalen Audio-Release geben. Von einer DVD ist bisher allerdings nicht die Rede. Auf der finnischen Seite des Record Shops Levykauppa Äx wurde das kleine Bild der Booklets gepostet und kurz drauf wieder gelöscht. Nicht ganz klar ist, was das Bild neben der 3er CD-Box zeigt – es könnte die DVD sein oder das 4er LP-Set. Auch der finnische Record Shop hat das Veröffentlichungsdatum 2. Dezember bestätigt. Zuerst hatte das amerikanische Label Concord Records das Datum bekannt gegeben. Kate war in Amerika bisher durch Anti Music vertreten und hat möglicherweise das Label gewechselt. Dafür spricht, dass Jackson Mercer Senior Director bei Concord Records ist – er ist der Sohn von Bob Mercer, der Kate in den 70ern an EMI gebunden hatte. Auf der Webseite von musictap.net kann man die genaue Auflistung der Songs für das 3er CD-Set nachlesen. Es birgt eine Überraschung: auch eine Version von „Never be mine“ ist im Act one mit dabei. „Never be mine“ gehörte bei den Rehearsals noch zum Set, flog dann aber kurzfristig aus dem Programm raus. Eine Bestätigung für die Veröffentlichung von offizieller Seite gibt es allerdings noch nicht.
Update (26.9.): Wir können definitiv von einer offiziellen Live-CD noch in diesem Jahr ausgehen!
Das ist das, was mir heute bestätigt wurde. Die Quelle ist sicher und muss das auch wissen – ich darf sie aber nicht nennen. Weitere Infos über sonstige Formate und ein Veröffentlichungsdatum konnte ich zum jetzigen Zeitpunkt leider nicht bekommen.
Update (28.9.): In England nimmt HMV in den einzelnen Shops bereits Vorbestellungen für Cds und LPs entgegen; Warner Music Polen soll den Release inzwischen ebenfalls bestätigt haben. VÖ-Datum soll der 25.11. sein. Von einer DVD ist weiter nicht die Rede. Eine offizielle Bestätigung auf katebush.com soll umittelbar bevorstehen. Seit heute Abend bietet auch Amazon Italien das 4LP-Set und 3CD-Set zum Vorbestellen an.
Update (29.9): Amazon Deutschland hat das CD-/LP-Set inzwischen auch gelistet, aber noch ohne VÖ-Datum und ohne Preis.
Sep. 08 2016
Die Musik von Kate in Duftnoten
1998 war’s, als Madonna ihr Album „Ray of Light“ veröffentlicht hat. In Song Nummer 4, „Candy Perfume Girl“, kommt auch die Textzeile „You’re a candy perfume boy“ vor. Diese Textzeile hat Thomas aus England vor Jahren ziemlich ernst genommen. Er ist offenbar besessen von den Düften, mit denen Frauen und Männer sich gerne schmücken. Und er schreibt darüber – natürlich als Candy Perfume Boy. Seit Mitte 2011 ist sein Blog online und seit dem hat er jeden Duft getestet und in Worte gefasst, den er unter die Nase bekommen konnte. Ab und an gibt es in seinem Blog aber auch besondere Beiträge: Thomas versucht bekannten Persönlichkeiten passende Düfte zuzuordnen. Für Björk hatte er zum Beispiel vier Düfte ausgesucht, die genauso charismatisch und kraftvoll wie Björk selbst sein sollten. Natürlich tauchen in der Promi-Liste Lady Gaga und die Spice (!) Girls auf, aber auch Scissor Sister, RuPaul, die Muppets und die Simpsons. In einem Fall ist Thomas allerdings von seinem Konzept, mit Düften die Person beschreiben zu wollen, abgewichen: bei Kate Bush. Als „einfach einzigartig“ beschreibt er Kate, von niemand anderem erreicht. Und weil es „schließlich nichts auf diesem Planeten gibt, was mehr mit Persönlichkeit gefüllt ist, als eine Kate Bush-LP“, hat Thomas seine vier Lieblings-Longplayer von Kate rausgesucht und zu dieser Musik die passenden Düfte ausgewählt.
Einen passenden Duft hatte ich schon mal als Weihnachtstipp hier im Blog: Night Scented Stock von Penhaligon’s – der Duft gehört natürlich zu Never For Ever, das Album, das Thomas zum Kate-Fan werden ließ, weil Songs wie „Babooshka“ und „Violin“ ihn in einer Weise ansprachen, wie das nur wenige andere Künstler geschafft haben. Die Verbindung des Duftes zum Album liegt beim Namen auf der Hand – Song Nummer 9 heißt nun mal „Night Scented Stock“. Aber: Der Duft der Blüte der Nacht-Levkojen passe auch zu den Themen von Songs wie „Delius“ und er deute in wirklich einzigartiger Weise auf die Fremdartigkeit der Musik von Kate Bush hin.
Duft Nummer zwei stammt von Frederic Malle und heißt „Une Rose“. Ein Duft, der nicht nur zu „Waking The Witch“ passt…red red roses…. das war zumindest die Textzeile, die Thomas auf die passende Spur geführt hat. Die roteste aller Rosen wollte er finden. Une Rose hat „eine reiche und erdige Basis, aus der ein dunkler Unterton spricht – Themen, vor denen auch Kate Bush selbst sich nie scheut. Wie Hounds of Love ist Une Rose eine sinfonische Schönheit in einem ganz modernen Stil“, beschreibt Thomas die Verbindung. Und das HOL für ihn einfach „one of the greatest albums of all time“ ist, versteht sich fast schon von selbst.
Duft Nummer drei ist „Zelda“ von En Voyage Perfumes – „ein großer, weißer und cremiger Magnolien-Duft, der sich nicht nur unglaublich natürlich anfühlt, sondern auch größer ist, als das Leben. Es ist wohlriechende Freude in einer Flasche“.Inspiration zum Duft war „The Sensual World“ vom gleichnamigen Album. „Kate gurrt und flüstert das Wort „Yes“ im ganzen Song und schafft so ein verträumtes und warmes Glücksgefühl“, schreibt Thomas, der das Album so bewertet: „Wie der Name schon sagt, ist es ihr bisher sinnlichstes Album. Und egal, ob die Romanzen, von denen sie in ihren Texten spicht, eher großartig sind oder vielleicht ein bisschen seltsam – sie sind unglaublich fesselnd.“
Duft Nummer vier ist „Oudh Osmanthus“ von Mona di Orio. Als Thomas zum ersten Mal diesen Duft in der Nase hatte, hat er sofort an einen golden schimmernden Sonnenuntergang gedacht. „Aerial und Oudh Osmanthus sind nichts weniger als göttlich“, findet Thomas, für den „Aerial“ zu seinen Lieblingsalben zählt: „Dieses Album macht aus dem Gewöhnlichen etwas Erhabenes, nur durch den Einsatz von Klavier und dem Gesang der Vögel. Es ist ein verträumtes Stück, das einen über die Schönheit von alltäglichen Dingen und die Herrlichkeit des Lichts während eines glühenden Sonnenaufgang oder eines brennenden Sonnenuntergangs nachdenken lässt.“
Duft Nummer fünf gibt es auch noch. Zwar nicht im Rahmen des Beitrags für die Promi-Liste, aber als „50 Words for Snow“ auf den Markt kam, suchte Thomas den passenden Duft zu Kates Album – und fand ihn erneut bei Mona di Orio: „Musc“. Mit Moschus-Düften kann er sich zwar nur schwer anfreunden, aber dieser Duft sei anders, schreibt er und klassifiziert ihn als „snowy musc“. Musikalisch hat es Thomas auf 50wfs vor allem der Titelsong und die aberwitzigen Umschreibungen für Schnee angetan – besonders „blown from polar fur“, was wiederum gut zum Moschus-Duft passt.
Sep. 03 2016
Dreamtime aus Australien


Auf dem ersten Blick eine The Dreaming-LP wie jede andere auch, aber der Teufel steck im Detail. Wenn im Fernsehen wieder mal nichts gescheites läuft und ich ein paar Stunden Zeit habe, surfe ich gerne bei Ebay, auf der Suche nach Kate-Raritäten. Erst fiel sie mir gar nicht auf: die The Dreaming aus Australien habe ich schon, aber als ich mal genauer hingesehen habe, bemerkte ich, dass diese LP ein komplett anderes Back Cover hat! Weltweit haben alle The Dreaming LPs das selbe Efeu Back Cover – nur DIESE nicht. Da sie zum Sofortkauf-Preis angeboten wurde, wanderte sie natürlich direkt in meine Sammlung und war zwei Wochen später auch da. Das Rätsel, warum diese LP ein anderes Cover auf der Rückseite hat, konnte ich leider bis jetzt noch nicht lösen, wäre aber für jeden Tipp dankbar! Michael Guth
Aug. 28 2016
Show a little devotion: Volker
Kate-Fans sind treu, hingebungsvoll, geduldig und vor allem in die Musik von Kate verliebt. Im Kate-Fragebogen “Show a little devotion” gibt es für Kate-Fans immer die selben zwölf Fragen… mit den unterschiedlichsten Antworten…Heute von Volker:
Mit welchem Kate-Song wachst Du am liebsten morgens auf?„Not this time“. Da das Lied eine unglaubliche Dynamik und poetische Intensität hat, und weil niemand ein Wort wie „shit“ so singen könnte wie Kate. Dann ist da noch diese zauberhafte Kampfschrei an den Tag:
To keep me going,
And to keep the shit away.“
Welche von Kate besungene Figur wärst Du gerne?
Wahrscheinlich einer der Jungs in Kashka´s House. Die scheinen sehr viel Spaß zu haben, und dann könnte ich bei offenem Fenster an einem Sommertag Kate Bush im Haus gegenüber Klavier spielen hören.
Wie lautet Deine liebste Textzeile von Kate?
Welchen Kate-Song singst Du unter der Dusche?
Zurzeit ist das „Army Dreamers“, seit ich das wunderbare Cover von Moddi rauf und runter höre.
Mit welchem Song von Kate verbindest Du ein besonderes Erlebnis?
Gerade vor ein paar Wochen „Wuthering Heights“. Beim Event auf dem Tempelhofer Feld dabei zu sein und aus allen Richtungen Cathys kommen zu sehen, mit U-Bahn, Bus, Fahrrad, Inlineskates. Es war surreal und ich kann mir nicht vorstellen, dass es so ein weltweites Event für irgend einen Pop-Song je gegeben hat oder geben wird.
Welchen Song von Kate hörst Du, wenn Du verliebt bist?
„Hounds of Love“. Die schönste Liebeserklärung an die Liebe. Ich hab meinen Roman „Ashby House“ um das Lied herum geschrieben. „I found a fox…“
Welcher Song-Titel von Kate beschreibt Dich am besten?
Ich finde viele vertraute Gefühlslagen in ihren Liedern wieder. An einem melancholischen Tag „Under the Ivy“.
Welches Album von Kate magst Du am liebsten?
Ich kann keines ausschließen. Jedes kam für mich zum exakt richtigen Zeitpunkt. Am Heftigsten erwischt hat mich „The Dreaming“, das so neu daher kam und so viele einzelne Geschichten musikalisch perfekt in Szene setzte. Die Vielfalt und Vielschichtigkeit in der Produktion ist überwältigend.
Welcher Song hat Deine Begeisterung für Kate geweckt?
Ich war 10 als ich „Wuthering Heights“ das erste Mal hörte. Im Kinderzimmer einer Schulfreundin. So etwas hatte ich noch nie gehört. Eine musikalische Epiphanie, die mir direkt in die Seele rauschte. (Und das obwohl ich damals kein Englisch verstand. Über die Jahre war es dann ein Fest, Kates Texte zu entdecken.)
Was macht für Dich Kate so besonders?
A Kate Bush is a Kate Bush is a Kate Bush.
Was würdest Du Dir für das nächste Album von Kate wünschen?
Zunächst einmal würde ich mich über die „Before the Dawn“-DVD freuen. Ich war an den Tagen der Aufzeichung im Konzert – ein Lebensereignis, bzw. zwei. Ansonsten habe ich vollstes Vertrauen in Kate, dass sie uns nicht enttäuschen wird. (Ein Duett von Bowie und Bush mit „Wheeler Street“ war ein großer Traum von mir.)
Welcher Song von Kate soll einmal auf Deiner Beerdigung gespielt werden?
„The Big Sky“. Ich will eine Song-and-Dance-Bestattung.
Aug. 23 2016
Wiederentdeckt: Fotografie in Musica
Guido Harari: Fotografie in Musica
Autor: Guido Harari, veröffentlicht bei Rusconi Libri, Milano, Italia, ISBN 88-18-12099-9, 1991, Paperback (es gab auch eine gebundene Ausgabe), ohne Seitenangaben, vergriffen.
Während wir alle mehr oder weniger ungeduldig auf das Erscheinen von Guido Hararis Buch „The Kate Inside“ warten, habe ich im Bücherschrank ein älteres Fotobuch des Meisters mit dem Titel „Fotografie in Musica“ wiederentdeckt, das 1991 veröffentlicht wurde. Neben beeindruckenden Fotografien von Künstlern wie Bob Marley, Joni Mitchell, David Bowie, Sting, Tina Turner, Peter Gabriel und vielen anderen, enthält das Buch auch drei Aufnahmen von Kate Bush, von denen eine zusätzlich das Cover ziert. Außerdem wurde folgende persönliche Nachricht in Kates Handschrift abgedruckt: „Ich liebe es, mit Guido zu arbeiten. Er gibt einem das Gefühl, etwas Besonderes zu sein, ohne überhaupt etwas zu sagen. Für mich ist er sowohl Künstler als auch Fotograf. Er ist sehr kreativ und ich freue mich immer darauf, was ihm wohl als nächstes einfallen mag. Ich fühle mich geehrt, dass ich in dieser Sammlung seiner Arbeiten mit dabei sein kann. Kate Bush“.
Das Buch ist in italienischer Sprache verfasst. Einem ausführlichen und mit handverlesenen Fotos versehenen Vorwort Hararis folgt der eigentliche Hauptteil „Fotografie in Musica“. Beim Betrachten fällt mir folgendes immer wieder auf: obwohl sowohl die Mode als auch die Pop- und Rock-Musik einem gewissen Verfallsdatum unterliegen, gegen das auch ein gewisser Retro-Charme machtlos ist, gelang es dem Künstler stets, seinen Fotos eine Zeitlosigkeit zu verleihen, hinter denen die zuweilen obskuren Eigenheiten der 1970er, 1980er oder 1990er Jahre verschwinden. Erhalten bleibt die Persönlichkeit der abgebildeten Person, ihr einzigartiger Charakter, ihre Ausstrahlung. Die Fotografie, so spontan sie zuweilen wirken mag (und im Falle von Live-Aufnahmen auch ist), wird so zum Kunstwerk.
Zu den Aufnahmen von Kate: Das erste Foto in zart schmelzenden Grautönen zeigt sie strahlend lächelnd und mit weit ausgebreiteten Armen in einer schlichten, weich fließenden Bluse. Bildunterschrift ist eine italienische Übersetzung ihrer persönlichen Notiz von oben, die den Auftakt des Buches darstellt.
Aufnahme zwei aus dem Jahre 1989 kommentierte Peter Gabriel mit den Worten: „Who better for underwater swimming lessons“.
Kate trägt ein figurbetont geschnittenes, dunkles Samtkleid mit floralen Mustern und einem tiefen Ausschnitt. Ihr Blick ist sinnend in die Ferne gerichtet, ihre linke Hand suchend-tastend erhoben, als bewege sie sich langsam und doch schwerelos durch unergründliche Wasser. Tiefe Blau- Grün und Purpurtöne dominieren und bilden einen starken Kontrast zu der weißen Haut, was ihr große Zartheit und Zerbrechlichkeit verleiht. Neben dem Bild befindet sich folgender frei übersetzte Kommentar des Fotografen: „Kate Bush. London, 1989. Meine beste Visitenkarte für sie war die Arbeit, die ich mit Lindsay Kemp realisiert habe, ihr erster Lehrer für Tanz und
Theaterkunst. Seither rief sie mich mehrmals an, damit ich mich um ihre offiziellen Fotos kümmere, aber es ist schwer, da manchmal bis zu fünf Jahre zwischen zwei Sitzungen liegen! Ich vermisse ihre süße „Vielfalt“, ihre dezente Entschiedenheit, am Rande der perversen Mechanismen des „business“ zu bleiben, ihren Wunsch, eine menschlichere visuelle Dimension zu finden, bin ordentlich frustriert von ihrer unbändigen künstlerischen Persönlichkeit, die komplex und vielschichtig ist. Ganz sicher vermisse ich unsere (galvanisierenden) fotografischen Marathons, die bis zu 18 Stunden dauern, mit ihr als stets lächelnder, neugieriger und amüsierter Komplizin und Anstifterin all meiner neuen Versuche.“
Weiter hinten im Buch befindet sich das dritte Foto, ein Portrait mit einer ernsthaft in die Kamera blickenden Kate, die Stärke und Souveränität vermittelt. Sie trägt einen Kimono. Das Bild ist in warmen Rot- und Goldtönen gehalten, aufgenommen vor einem zart grün-goldenen Hintergrund und trägt die Bildunterschrift „Kate Bush, London, 1989. Aimez-vous Klimt, Cathy?“ Tatsächlich erinnern die Goldtöne, das Muster des Kleidungsstücks sowie die über das Foto gelegten und wie mit Kreide aufgemalt wirkenden, verschnörkelten Elemente an die Gemälde des Künstlers Gustav Klimt. Das Foto wurde mit den folgenden beiden Kommentaren versehen:
„Seit langem war und ist sie meine Lieblings-Produzentin. Seit ’78 bin ich fasziniert von dieser unerschöpflichen Fähigkeit einer der Primadonnen, so tief in die Musik vorzudringen. Sie führt auch Regie bei ihren Videos und ist eine großartige Sängerin, aber ich habe das Gefühl, dass dies auch zweitrangig sein könnte. Ein Fall von gut verstandenem Feminismus: eine große Fähigkeit zu erkennen, und damit anerkannt.“ (Ivano Fossati)
„Ich bin davon überzeugt, dass gute Musik am ehesten eine unbewusste emotionale Kunst und gleichzeitig reinste Rationalität ist. Als eine der großen Musikerinnen öffnet Kate Bush ein Fenster zu einem einzigartigen weiblichen Universum, zur anderen Seite des Mondes, von dem ich mich unwiderstehlich angezogen fühle, aber ich weiß, es wird nie ganz das Meine sein.“ (Eugenio Finardi)
In den letzten Tagen habe ich sehr viel in „Fotografie in Musica“ geblättert. Dabei habe ich mich in den Aufnahmen verloren. In ihnen leben vergangene, wunderbare Jahrzehnte wieder auf. Es ist diese bereits erwähnte, seltsam magische Zeitlosigkeit, die mich verzaubert. Der Ausdruck in Gesichtern von Menschen, das Strahlen oder die Nachdenklichkeit, das Lächeln oder das Stirnrunzeln. Ganz besondere kleine Gemmen sind die junge Nina Hagen im Habit einer Nonne mit der kleinen Cosma Shiva auf dem Arm. Die malende Joni Mitchel. Lindsay Kemp, erschöpft zu Boden blickend in einem Bienen-Kostüm. Oder die breitbeinig auf der Stoßstange eines Autos sitzende Gianna Nannini in Jeans und Lederjacke. Sie alle sind wunderschön. Beate Meiswinkel
Aug. 18 2016
Das Rätsel der Root Beer Mini-LP
Das Kate-Universum ist größer, als manch ein Fan das ahnen mag. Seltene Boxen, Plattencover, die nach Melone duften, wenn man darüber reibt (natürlich bei Eat the music), Promo-Pressungen, Singles, die nur in einem Land in blaues Vinyl gepresst wurden (Symphony in blue) und und und. Wenn einer die vielen Sammlerstücke in- und auswendig kennt, dann ist es Michael Guth – weil er sie nämlich (fast) alle selbst besitzt. Micha ist Kate-Fan von Anfang an, durch und durch. Auf seiner Seite This Woman’s World kann man in diese Welt eintauchen. Für morningfog.de stellt Micha ab sofort in loser Folge die schönsten Sammlerstücke und ihre Geschichte vor. Und damit das nachlesen der Beiträge etwas einfacher wird, gibt es dazu im Blog die neue „All we ever look for“-Seite.
Gibt es sie jetzt in sechs oder sieben verschiedenen Farben? Eine Frage, die sich die Kate-Community schon ewig stellt. Ursprünglich in den USA und Kanada veröffentlicht, entschied man sich in Kanada, diese Mini-LP in verschiedenen Farben zu veröffentlichen. Von außen war nie ersichtlich, welche Farbe in dem Cover steckt und alle LPs waren verschweißt. Es war also reine Glückssache, welche Farbe man letztendlich zu Hause auspackte.
Wie viele verschiedene Farben es gab, blieb ebnfalls lange unklar. Offiziell sind es sechs: Blau – Gold – Grün – Weiß – Clear und Braun. Die Legende einer siebten Farbe (Rot – Root Beer) gibt es schon seit Jahrzehnten – sie wurde allerdings noch nie gesehen. Die Versionen in Blau, Gold, Grün und Weiß sind relativ einfach zu bekommen. Braun und Clear gehören zu den seltensten und teuersten Kate Bush-LPs und gehen mittlerweile für Unsummen über den Fan-Tisch! Nach der braunen Version habe ich über 20 Jahre gesucht und sie vor zwei Jahren endlich gefunden. Happy hunting! Michael Guth
Aug. 13 2016
Das Song-ABC: Breathing

Ohne Zweifel ist dies ein Höhepunkt im Schaffen von Kate Bush. Der letzte Titel des Albums „Never for ever“ beginnt mit dramatischen Akkorden. „Outside gets inside“ singt Kate Bush dazu, mit einem fast unmerklichen Beben von Angst in der Stimme. So beginnt „Breathing, das „herausragende Meisterwerk des Albums“ [1]. Graeme Thomson kann seine Begeisterung kaum zügeln. Zum ersten Mal sei Kate Bush „eine wirkliche Verbindung aus Experiment und Emotion“ gelungen, das ist für ihn „eine überwältigende Kombination“ [1]. Der Song war die erste Single-Auskopplung aus „Never for ever“ und erreichte Platz 16 in Großbritannien.
Es ist ein charakteristisches Muster bei Kate Bush, dass dann nur persönliche Betroffenheit und Berührtheit den Kompositionsprozess anregt. „Breathing“ ist daher trotz seiner Thematik kein typischer politischer Song.„When I wrote the song, it was from such a personal viewpoint. It was just through having heard a thing for years without it ever having got through to me. ‚Til the moment it hit me, I hadn’t really been moved. Then I suddenly realised the whole devastation and disgusting arrogance of it all. Trying to destroy something that we’ve not created–the earth. The only thing we are is a breathing mechanism: everything is breathing. Without it we’re just nothing. All we’ve got is our lives, and I was worried that when people heard it they were going to think, ‚She’s exploiting commercially this terribly real thing.‘ I was very worried that people weren’t going to take me from my emotional standpoint rather than the commercial one. But they did, which is great.“ [2]
„I was worried that people wouldn’t want to worry about it because it’s so real. I was also worried that it was too negative, but I do feel that there is hope in the whole thing, just for the fact that it’s a message from the future. It’s not from now, it’s from a spirit that may exist in the future, a non-existant spiritual embryo who sees all and who’s been round time and time again so they know what the world’s all about. This time they don’t want to come out, because they know they’re not going to live. It’s almost like the mother’s stomach is a big window that’s like a cinema screen, and they’re seeing all this terrible chaos.“ [2]
Für mich ist „Breathing“ perfekt durchgestaltet, die Musik unterstützt alle Emotionen in beeindruckender Form. Die Strophen sind eher dramatisch, der Unterton ist bedrohlich. Die Eingangsakkorde erinnern mich an die aufwühlenden Anfänge großer klassischer Sinfonien. Verstörende Taktwechsel – 2/4, 3/4, 4/4 – verstärken das Drama [5]. Ein d-Moll beherrscht die Harmonik, die Tonart des Grabes und des Todes [6]. Der Chorus dagegen ist eher weich, zärtlich, wiegend – voller Liebe für die Mutter, die Natur, das Leben. Hier ist auch die „Taktwelt“ mit ihrem reinen 4/4 noch in Ordnung [5]. Die Harmonik hier ist lichter – Fis-Dur-Akkorde („die Schwellentonart [6]) und B-Dur-Akkorde (Glaube, Hoffnung [6]) hellen die Stimmung auf und trösten.Für mich schießt sie hier in der Wertung über das Ziel hinaus. Die Dur-Harmonik lässt im Chorus eine Spur von Hoffnung durchscheinen. Aber in der Gesamteinschätzung hat sie natürlich Recht. Das Lied endet ohne ein Happy End, es endet in der Todestonart. Gesanglich gelingt Kate Bush ein Durchbruch auf eine andere Ebene: auf dem Höhepunkt wird der Gesang zu einem Brüllen, voller Schmerz und Leid. Das weist schon in die Zukunft (z.B. auf „Pull out the pin“). Bisher war das Publikum einen eher hohen, feenhaften Gesangsstil gewohnt, jetzt erweiterte sich spürbar die gesangliche Vielfalt.
„Breathing“ ist eines der wenigen Lieder, zu denen Kate Bush im Detail erzählt, wie er entstanden ist und was ihn inspiriert hat. Der Song entwickelte sich gleichsam von selbst: „That track was easy to build up. Although it had to be huge, it was just speaking — saying what had to be put on it.“ [2]. Dabei kam dann ein Steinchen zum anderen, eine Assoziation folgte auf die andere und all dies gab dem Lied schließlich seine Richtung. „I wanted to write a song, and I came up with some chords which sounded to me very dramatic. Then up popped the line, „Outside get inside,“ as I was trying to piece the song together, and I thought it would be good to write a song about a baby inside the womb. Then I came to a chorus piece, and decided that the obvious word to go there was „breathing“, and I thought automatically that it had been done before. But asking around, I couldn’t understand why it hadn’t, because it’s such a good word. Then „breathing“ and the baby turned into the concept of life, and the last form of life that would be around — that would be a baby that was about to be born after the blast. It was a very personal song. I thought at the time that it was self-indulgent, and it was something I just did for myself, really. For me it’s a statement that I hope won’t happen.“ [8][2] Kris Needs: Fire in the Bush. Interview in ZigZag. 1980? (zitiert nach http://gaffa.org/reaching/i80_zz.html – gelesen 21.07.2016)
[3] Kate Bush im „Kate Bush Club Newsletter“ Ausgabe 14 (Herbst 1993).
[4] Deanne Pearson: The Me Inside. Smash Hits. Mai 1980
[5] “Kate Bush Complete”. EMI Music Publishing / International Music Publications. London. 1987. S.67-68
[6] Hermann Beckh: Die Sprache der Tonart in der Musik von Bach bis Bruckner. Verlag Urachhaus. Stuttgart 1999. S.150, 102, 247.
[7] The Dreaming Interview. Von der CBAK 4011 CD (picture disk)
[8] Kate Bush im „Kate Bush Club Newsletter“ Ausgabe 6 (Juli 1980).
[9] Colin Irwin: Paranoia and Passion of the Kate Inside. Melody Maker. 04.10.1980
Aug. 08 2016
Danke!
Etwas überstürzt und vollkommen ungeplant ist morningfog.de am 21. Dezember 2012 online gegangen. Ein neuer Treffpunkt für deutsprachige Kate-Fans sollte her, nachdem es kate-bush.de nicht mehr gab. Drei Jahre und sieben Monate später hat dieser Blog nun die Zahl von 500.000 Besuchern erreicht. Das verblüfft mich immer noch selbst, zumal die Zahl der monatlichen Besuche eine erstaunlich hohe Konstanz aufweist und auch nicht dadurch geschmälert wurde, dass es parallel die Facebook-Seite von morningfog.de gibt. Danke für die Treue. Ein besonderer Dank gilt vor allem denen, die mich so tatkräftig unterstützen: Achim und Stefan, die mit ihren spannenden Analysen das Song-ABC komplettieren (Achim schreibt zudem auch die Analysen zu Kates Alben). Beate, die sich um Buchrezensionen kümmert, und die vor allem immer zur Stelle ist, wenn es „brennt“ oder mal mehr Arbeit an Texten gefordert ist. Oder „Herr Böttcher“, der zu den Konzerten seine wundervollen Kolumnen geschrieben hat. Oder MIcha, der mit viel Liebe dabei ist, eine neue Serie über besondere Sammlerstücke vorzubereiten, die in den nächsten Tagen startet. Allen, die den Fragebogen ausgefüllt haben und auf die stets gleichen Fragen immer neue, spannende Antworten finden. Und natürlich auch allen, die als Gesprächspartner zur Verfügung standen und so erst viele interessante Beiträge ermöglicht haben – wie jetzt zum Beispiel Guido Harari, der sich trotz der Vorbereitungen für sein Buch die Zeit für ein umfangreiches Interview genommen hat. Und nach wie vor gilt: Beiträge und Ideen sind immer gerne gesehen. Etwas mehr als 470 Beiträge sind in den knapp vier Jahren inzwischen im Blog erschienen. Auch das hätte ich nicht für möglich gehalten. DANKE.


















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