The Painter’s Link

Neues Poster und eine Skulptur in 2017

glass2Auf der Facebook-Seite des Blogs war es vor einigen Wochen schon nachzulesen: In Nottingham hat die Kneipe “The Loom” wieder geöffnet und ist von den neuen Betreibern komplett umgestaltet worden – ein bisschen American Style was das Essen betrifft, vor allem aber eine Huldigung nicht nur an Musik-Ikonen. Eigens für das Loom hat Künstler James Doherty Glasbilder produziert, die der Blickfang der Kneipe sind. Wobei der Begriff Kneipe eigentlich eher untertrieben ist: Tagsüber funktionieren die Räume als Kreativ-Werkstatt für gleich mehrere Künstler, abends wird der Ort auch zur Bühne. In einem Glasbild, das die Kneipe schmückt, hat James das bekannte Babooshka-Bild als Motiv aufgegriffen, die Fish People-Figur dazu gestellt, sich bei einer Textzeile von The Sensual World bedient, vom TSW-Cover noch die weiße Rose ausgeborgt und selbst das KT-Symbol von der This Woman’s Work-Box in Glas verewigt. Kombiniert mit einem Zitat von Kate wird sie als ‘Creative Genius’ gewürdigt – in einer Rehe mit Musikern wie Prince oder David Bowie. In einer limitierten Auflage von 200 Stück wird das Glas-Bild nun auch als Posterdruck in einer Größe von 34 mal 59 Zentimetern angeboten – nummeriert und handsigniert vom Künstler. Der Preis: 75 britische Pfund (90 Euro). Es gibt aber noch eine weitere Geschichte: James Doherty und seine Freundin sind Blondie-Fans. Vor Monaten waren sie in London auf einem ihrer Konzerte. Und weil sie kein Geld übrig hatten, sich am Merchandise-Stand mit Andenken einzudecken, hat er für seine Freundin eine Statue von Blondie angefertigt (die inzwischen auch im Loom zu bewundern ist). Irgendwann kam James Freundin ganz aufgeregt zu ihm und meinte, dass einer der Mitbegründer von Blondie auf Facebook sei. Kurzentschlossen hat James ihm ein paar Fotos der Blondie-Statue gezeigt. Das Ergebnis: Er bekam den Auftrag, genau 42 dieser Skulpturen herzustellen, um damit 41 Jahre Punkmusik zu feiern. Eine Skulptur ist natürlich für Frontfrau Debbie Harry reserviert, die das Projekt offiziell abgesegnet hat, so dass ein Teil der Statuen über die Blondie-Fanseite vertrieben wird. James will im kommenden Jahr auch von Kate eine Skulptur anfertigen. Dazu laufen momentan Gespräche mit Guido Harari, weil James gerne ein Fotomotiv von Guido als Vorlage für seine Skulptur nutzen würde. Der Preis für die Skulptur dürfte dann etwa bei 200 Pfund (240 Euro) liegen. Infos zum Poster und bestellen kann man hier.

tpl„Neue Türen aufgestoßen“

water400Ein Tattoo sollte es ursprünglich werden. Auf dem Arm von Jen Storer. Jen liebt die Textzeile “Two steps on the water” aus dem Song Hounds of Love. Sie sei in diese Worte regelrecht vernarrt, schreibt sie: “Wie kann es sein, dass ein paar Worte einen so zum Rotieren bringen können? Es ist die Poesie, nehme ich an.” Aus dem Tattoo ist trotz der Poesie nichts geworden – aus einem einfachen Grund: Da, wo Jen Storer zu Hause ist, in Melbourne, gibt es eine junge, ziemlich coole Band, die auf der Suche nach einem Namen genau auf diese Textzeile verfallen ist. Also hat Jen sich hingesetzt und gemalt – ein Mädchen, die Schuhe in der Hand, und man weiß nicht so genau, ob sie die zwei Schritte auf dem Wasser noch vor sich hat.
“Ich liebe zeichnen und malen, aber es ist mehr oder weniger nur ein Hobby für mich”, erzählt Jen. Was bei diesem Bild wahrlich eine Untertreibung ist. Das hat aber vielleicht auch damit etwas zu tun, dass Jen Storer statt zum Malen und Zeichnen selbst eher zur Poesie neigt – in Australien ist sie eine ziemlich bekannte und vor allem prämierte Kinderbuchautorin, die schon 15 JenStorer400Bücher veröffentlicht hat. Groß geworden ist Jen in einer eher ländlich geprägten Kleinstadt, 300 Kilometer von Melbourne entfernt. Kulturangebote? Fehlanzeige. “
Aber ich erinnere mich, als Wuthering Heights in die Charts kam, fand ich es atemberaubend. Ich war ungefähr 17 zu der Zeit. Es gab damals nur zwei Fernsehsender. Ich habe mir jeden Sonntag die Musik-Show ‘Countdown’ angeguckt, um diese außergewöhnliche Frau zu sehen, die so eigenartig und eindringlich in ihrem Video getanzt hat. Das war so herausfordernd und mutig. Kates Darbietung hat damals meine Überzeugung bestätigt, dass es mehr im Leben gibt, als Weizenfelder und Football.” Wovon Kate da überhaupt sang, wusste Jen damals nicht, auch die Buchvorlage kannte sie nicht. “Ich wusste nur, dass ich dieses Gefühl, das sich hinter dem Text verbarg und dieses Melodramatische über alles liebte.” Erst Jahre später hat sie das Buch “Wuthering Heights” gelesen, als Krankenschwester während der Nachtschicht. Stück für Stück setzte sie die Bedeutung von Kates Texten für sich zusammen. “Wichtig war nur, dass Kate mich inspiriert hatte. Ihre Musik hatte mich auf eine so mächtige Art und Weise bewegt. Es spielte eine entscheidende Rolle, um mich zu meiner eigenen kreativen Reise aufzumachen. Es öffnete mir intellektuell, emotional und künstlerisch neue Türen”, erinnert sich Jen. Nach einer gescheiterten Ehe beschloss sie ihrem Herzen zu folgen und widmete sich fortan ihrer Liebe zu Sprache und Literatur.”Ich ging zur Universität und studierte Film und Literatur. Im Anschluss veröffentlichte sie 2009 ihren ersten Fantasy-Roman “Tensy Farlow and the Home for Mislaid Children” für Kinder ab zehn Jahren. Der Roman wurde ein Erfolg und gleich für zahlreiche Preise nominiert.
Eine Grundfrage bleibt: Inwieweit ist Jen von Kates Musik als Kinderbuchautorin beeinflusst? Immerhin prallen da zwei ähnliche Welten aufeinander. Kate Bush, die in Musik verpackt Geschichten für Erwachsene erzählt, die bestens für Kopfkino geeignet sind, und Jen, die mit ihren fiktiven Geschichten die Fantasie von Kindern anregt. “Bei mir sitzt der Einfluss von Kate so tief, dass ich manchmal gar nicht mehr zwischen ihrer Musik, ihren Texten und meiner eigenen Fantasie unterscheiden kann”, antwortet sie. “Kate’s Werke zeugen aber vor allem von einer gewissen Verletzlichkeit, und ich glaube das ist genau der Teil, wo ihre Kunst meine Geschichten beeinflusst.”
Dann sagt Jen noch etwas, das viel mehr darüber aussagt, was für ein Mensch sie ist: “Danke, dass Du mich an all das erinnert hast. Es war wunderbar zurückblicken und zu sehen, welch zentrale Rolle Kates Arbeit bei meiner eigenen kreativen Entwicklung gespielt hat.” Und sie könnte noch viel mehr erzählen. Über Cloudbusting zum Beispiel. Vielleicht sollte sie einfach wieder zum Stift greifen und malen…

Wer mehr über Jen Storer und ihre Bücher erfahren will, wird hier und in ihrem Blog fündig.

tplKate in schrillen Acrylfarben

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danny002Kate in schrillen Acrylfarben auf Leinwand, und das unverkennbar und großformatig – wer das begutachten will, muss nach Downtown L.A. ins Film-, Fernseh- und Tonstudio WIZNU. Eigens für einen Event dort hat der Künstler Danny Greene im Februar 2015 dieses Werk mit dem rund 1,50 Meter großen Porträt von Kate geschaffen. Greenes’ Geschichte ist mehr als interessant. Bis vor zwei Jahren hat er als Sales Manager für einen Finanzdienstleister gearbeitet – bis zu einem Verkehrsunfall am 16. Januar 2014. Er erlitt eine schwere Gehirnerschütterung, Verletzungen an der Wirbelsäule, in seinem Nacken danny003und Rücken, hatte mehrere gebrochene Rippen. Viel schlimmer für ihn war etwas anderes: Er konnte sich nicht mehr konzentrieren und musste seinen Job an den Nagel hängen. Seine Krankheits-Symptome wurden unterdessen immer schlimmer: Visuelle Halluzinationen, er sah überall Farben und Lichter, selbst Menschen erschienen ihm als geometrische Muster, erzählt er auf seiner Hompage. Auf Empfehlung eines Arztes begann Danny Greene zur Entspannung vom Stress im März 2014 zu malen – dabei hatte er seit seiner Schulzeit keinen Pinsel mehr in der Hand gehalten. So wie seine Krankheitssymptome schlimmer wurden, nutzte er genau diese Halluzinationen, um sich malerisch auszudrücken. Und das mit großem Erfolg. In Los Angeles hat er sich bereits einen Namen gemacht, seine Bilder werden jetzt schon von Galeristen für fünfstellige Summen verkauft. Dass er nie Kunsttechniken gelernt hat, auch nichts von Kunsttheorie und Kunstgeschichte versteht und sich alles selbst beigebracht hat, spielt bei seinem nach dem Unfall entdeckten Talent offenbar keine Rolle. Er lässt sich danny004einfach von den Werken bekannter Künstler wie Van Gogh, Henri Matisse, Frida Kahlo und Pablo Picasso inspirieren. Seine Botschaft: Hab’ den Mut, in dich hinein zu horchen und mach’ das, wozu du geboren wurdest. In seinem Fall also: statt Finanzanlysen zu erstellen und Anlagefonds zu verscherbeln, sich lieber der Kunst zu widmen. Und Kate in seinem wundervoll farbenfrohen Porträt.

Wer mehr Bilder von Danny Greene sehen möchte, wird auf seiner Internetseite fündig.

tplDie hellen und die dunklen Momente des Lebens

nick

Neben dem Cover zu Never For Ever hat Nick Price die Rückseite der Single Sat in your lap gestaltet, das Tourposter von 1979 sowie Vorder- und Rückseite der Single December will be magic again.

Die überraschendste Antwort hat Nick Price ganz zum Schluss parat: “Warum ich nach Never for Ever nie ein weiteres Album-Cover gezeichnet habe? Ganz einfach: Niemand hat mich jemals wieder gefragt.“ Das verblüfft. Nicht nur, weil Nick 1980 einen Preis für das beste Cover gewonnen hat, sondern auch deshalb weil er bis heute ein gefragter Zeichner und Illustrator ist. In England ist er als Kinderbuch-Illustrator bekannt, hat die “Wombles” wieder auferstehen lassen, zeichnet für die TV-Kinderserie „Doctor Snuggles“ und hat dabei mit bekannten Menschen wie Douglas Adams oder Peter Ustinov zusammengearbeitet. Angefangen hat Nick als Art Director in einer Werbeagentur. Für die Anzeigenentwürfe hat er oft auf seine eigenen Zeichnungen zurückgegriffen – bis die Zeichnungen immer wichtiger wurden und er sich selbstständig gemacht hat. Irgendwann hat Nick Kates Bruder John Carder Bush kennengelernt, der den Kontakt vermittelt hat. „John hat Kate einige von meinen Zeichnungen gezeigt. Ich glaube sie war damals einfach auf der Suche nach einem Künstler, in den sie sich hineinversetzen konnte“, erzählt Nick 35 Jahre nach dem Never For Ever-Cover. Dabei hat die Arbeit für Kate schon vorher begonnen. Aus Nicks Feder stammte bereits das Tour-Poster von 1979. Nach dem NFE-Cover hat er für Kate noch das Single-Cover zu December will be magic again gestaltet und ein Jahr später die Rückseite des Covers von Sat in your lap.

k_bBei der Gestaltung des NFE-Covers hatte Nick weitestgehend freie Hand. Nur ein Bild von Kate gab es für ihn, wie er sie zeichnen sollte. „Kate wollte freundliche und dunkle Figuren auf dem Cover. Den Charakter der Figuren zu entwickeln, hat sie mir überlassen, was natürlich toll für mich war. Vielleicht sind die Figuren der dunklen Seite auf dem Cover etwas stärker vertreten, aber es ist einfach interessanter Dämonen zu zeichnen, als Tauben und Schwäne.“ Eine andere Vorgabe gab es dann noch noch: Die Figuren sollten quasi aus Kates Schoß herausströmen, unter dem Kleid hervor. Inspirationsquelle für Nick waren damals die Werke des niederländischen Renaissance-Malers Hieronymus Bosch, der in vielen Bildern dämonische Figuren und Fabelwesen einbaute – zum Beispiel im Triptychon „Der Garten der Lüste“ (um 1500), wo auch menschliche Wesen mit Köpfen von Fischen oder Vögeln zu sehen sind. Kate selbst hat das Cover von Nick in einem Interview mal „als Reise durch unsere Emotionen“ beschrieben. Nick: „Ich habe mit Kate nie darüber gesprochen, aber es gibt eine dunkle Seite in uns allen. Ich glaube, dass Kate ausdrücken wollte, dass sie sich dessen bewusst ist.“

nick-price-400x300Zwei Wochen hat Nick benötigt, um das Cover fertigzustellen – mit Bleistift und Farbstiften. Die Songs hat er vorab nicht hören können, so dass sie auch nicht als zusätzliche Inspirationsquelle dienen konnten. An eine Geschichte kann sich Nick nach 35 Jahren leider nicht mehr erinnern – wie nämlich das KT-Symbol aufs Cover gekommen ist. Die Frage „Hat Kate Dir gesagt: ‚Nick, vergiss bloß nicht das Symbol irgendwo zu verstecken!‘?“ beantwortet er mit: „Kann gut sein, dass Kate mir diese Anweisung gegeben hat. Aber wirklich erinnern kann ich mich daran nicht mehr.“ Zu den Konzerten im letzten Jahr hat Nick es nicht geschafft – „zu viel Arbeit und ich war zu weit weg“.

Wenn Nick heute Kinderbücher illustriert, Anzeigen für Kunden gestaltet oder für die Kinderserie “Doctor Snuggles” seine animierten Bilder fertigt, ist es für ihn nach wie vor eher eine Berufung, als Auftragsarbeit: “Ich zeichne immer für mich selbst, ohne dabei eine bestimmte Zielgruppe oder Altersgruppe im Kopf zu haben.” An einer Stelle der Konversation mit ihm kann man übrigens deutlich spüren, dass er ein dickes Grinsen im Gesicht gehabt haben muss. Wer beim Cover von NFE genau hinschaut, kann ein Fisch mit menschlichen Armen und Beinen entdecken, bekleidet mit einem Kapuzen-Sweater. Der Fisch reitet auf einer Taube. Die Frage liegt also nah: Sieht so aus, als ob du das erste Logo für das Label Fish People entworfen hast?!  Nicks Antwort: “Well well!!! Fish People!!!…Das ist mir noch gar nicht aufgefallen, aber kann gut sein!”

tplDer Soundtrack des Lebens in Bildern

peekaboo

asilWenn Robby Bakker versucht die Musik von Kate zu beschreiben, gerät er geradezu in Verzückung: „Kates Musik klingt für mich wie aus einem Traum, auch aus einer anderen Welt; eine geheimnisvolle, schöne, ätherische Welt, die andere nicht kennen und zu der ich den passenden Schlüssel gefunden habe.“ Robby ist 23, lebt in den Niederlanden und studiert Grafikdesign und beschäftigt sich mit Typografie. „Ich habe irgendwann angefangen, mit Bildern und Texten zu spielen“, erzählt Robby. Das „spielen“ wurde professioneller, Robby begann mit Programmen wie Photoshop und Illustrator zu experimentieren und er testete die vielfältigen Möglichkeiten aus, Bilder mit Zitaten oder Textzeilen zu illustrieren. „Wenn ich Musik von Kate höre, regt das normalerweise die Fantasie in mir an, öffnet Türen und entfernt alle Hindernisse, wenn ich eine mentale Blockade habe“, erklärt Robby.

handsAlso bot es sich für ihn geradezu an, diesen Fantasieschub für ein Kate-Projekt zu nutzen und einzelne Zeilen von Kates Songtexten visuell umzusetzen. „Die Texte von Kate sind so mehrdeutig und eloquent und bestehen aus so vielen unterschiedlichen Schichten, dass die Suche nach einer Illustration oder einem Foto eine sehr komplizierte Sache und ein sehr persönlicher Prozess sein kann, zumal die Texte sehr unterschiedlich interpretiert werden können.“ Also sucht Robby in der Regel nach einem Bild, das den Bildern in seinem Kopf, wenn er die entsprechende Textzeile hört, oder dem Gefühl des Songs am nächsten kommt. Manchmal, wenn die Suche scheitert, spielt er einfach nur mit den unterschiedlichsten Schriftarten und Texten. Kein einfacher Prozess, zumal Robby ein Problem hat: „Die Sache mit Kate Musik ist: jedes Mal, wenn ich sie höre, bin ich bereit, etwas Neues zu entdecken – in den Texten, den musikalischen Arrangements, der Produktion oder in der Instrumentierung. Manchmal ändert das meine Interpretation des Songs. Und einige meiner Bilder, die ich vor einiger Zeit erstellt habe, sehe ich jetzt eher als überholt an“, gesteht er.

growoldDas hält ihn aber nicht davon ab, immer neue kleine Kunstwerke zu schaffen, die man zudem auf Anhieb als seine Werke wiedererkennt. Die Hintergrundbilder, die Robby aussucht, fotografiert er entweder selbst, oder er findet Fotos ohne Copyright im Internet. Bei der Bearbeitung setzt er die unterschiedlichsten Effekte ein, fügt Texturen hinzu, ändert Farben, Kontraste, Sättigung, glättet, schärft, hellt auf, um so das beste Ergebnis zu erzielen. „Meistens erkennt man das Original-Bild nach der Bearbeitung überhaupt nicht wieder“, erzählt Robby. Der schwierigste Teil ist für ihn jedoch das Hinzufügen der Texte. „Auch wenn ich Typographie studiere, funktioniert alles nur über experimentieren, den persönlichen Geschmack und die kreative Stimmung, wenn man dieser Art von Bildern erstellt“, glaubt Robby. Dass er in seine Bilder nicht nur viel Kreativität und Zeit, sondern vor allem auch viel Liebe steckt, muss man nicht extra erwähnen – man sieht es ihnen an.

htbiZum Beispiel bei seinem Bild zum Song „How to be invisible“: „Ich wollte, dass die Schrift gleichsam leicht und einfach, aber auch elegant wirkt. Dennoch sollte sie nicht zu auffällig sein, damit sie zu dem geheimnisvollen Foto und dem hinreißenden Gefühl und dem Rhythmus dieses Songs passt“, erklärt Robby. Wie sehr die Musik von Kate Teil seines Lebens ist, wird auch bei dem nächsten Satz deutlich: „Die Musik von Kate zu hören, ist für mich wie in eine Traumwelt einzutauchen oder ein Märchenbuch zu lesen, und dabei all seine Sorgen zu vergessen.“ Zumal ihn diese Musik schon ein Leben lang begleitet. Auch wenn er erst 23 Jahre alt ist, hatte er ein ähnliches „Erweckungserlebnis“ wie Kate-Fans der ersten Stunde: Im zarten Alter von vier Jahren sah er eine Talent-Show im niederländischen Fernsehen. Er, der lebhafte, aufgeweckte Junge, der normalerweise quer durch die Wohnung rannte, hörte plötzlich den Song „Wuthering Heights“ von einer Teilnehmerin der Show. „Ich kann mich gut erinnern, dass ich mit offenem Mund da stand und vollkommen gebannt und fasziniert zuhörte. Vielleicht mit ein Grund, warum er sich an das Bild zu „Wuthering Heights“ noch nicht herangewagt hat. Dieses Gefühl des Vierjährigen einzufangen, könnte schwierig werden.
Alle Bilder von Robby gibt es hier.

tplWie man sich unsichtbar macht

© Jeny Lumelsky

© Jeny Lumelsky

Es ist schon drei Jahre her, da hat Jenny Lumelsky an der Bezalel Academy of Art and Design – der staatlichen Kunst- und Designhochschule in Jerusalem – ihre Abschlussarbeit vorlegen müssen. Entstanden ist ein wundervolles, kleines Bilderbuch, inspiriert vom Text zu dem Song „How to be invisible“ von Kate. „Ich liebe diesen Song, aber eigentlich finde ich alle Texte von Kate sehr inspirierend“, sagt Jenny, die heute in Tel Aviv lebt und als freischaffende Illustratorin und Grafik-Designerin tätig ist. Seit 2011 hat sie an mehreren Ausstellungen in Warschau, Stettin, Berlin, Jerusalem, Posen und Tel Aviv teilgenommen, schreibt eigene Kurzgeschichten, die sie bebildert und hat das Märchen von „Die Schneekönigin“ von Hans Christian Andersen neu visualisiert. Mit der freundlichen Genehmigung von Jenny Lumelsky folgen in den nächsten Tagen hier im Blog ihre acht Bilder zu „How to be invisible“.

tplBefore the Dawn in Bildern

betty1katebetty5“Stimmt, Du hast recht. Es ist wirklich nicht gerade cool, die gleiche Musik zu hören wie die Eltern”, gesteht Kate Betty Smith. Sie ist 25 Jahre alt und gemeinsam mit ihren Brüdern mit der Musik aufgewachsen, die die Eltern immer Zuhause gehört haben. Fleetwood Mac zum Beispiel spielte eine so große Rolle, dass die gesamte Familie gleich drei Mal bei Konzerten der Mac’s war. Aber nicht nur die Mac’s gaben musikalisch im Hause Smith den Ton an. “Ich erinnere mich noch sehr gut, als meine Eltern die CD ‘The Red Shoes’  von betty2Kate Bush gekauft haben. Die Songtexte habe ich nicht wirklich verstanden – ich war damals gerade mal vier Jahre alt – aber ich liebte das Album-Cover und den Sound der Musik und muss es mit meiner Familie und dem Gefühl glücklich zu sein verknüpft haben.” Später war sie dann gefangen von den Geschichten, die Kate in ihren Songs erzählt hat, von den Videos, vom Tanz – einfach von allem. “Ich fühle mich auch deshalb Kate Bush sehr verbunden, weil sie sehr weiblich ist, aber gleichzeitig eine sehr kraftvolle Frau mit einer unglaublichen Vorstellungskraft”, beschreibt Kate Betty ihre Vorliebe für Kate Bush. Und: “Viele Sängerinnen heutzutage verlassen sich auf ihren Körper, um ihre Musik zu verkaufen. Kate Bush nutzt hingegen ihren Verstand und ist gleichsam auch noch schön.”

Dass man mit dieser Vorliebe für Kate die knapp 130 Meilen von Worcestershire (“Ja, ich komme aus dem Land der berühmten Worcestershire-Sauce!”) bis nach Hammersmith fährt, wenn Kate Bush nach 35 Jahren Wartezeit dort Konzerte gibt, versteht sich von selbst. Kate Betty war gemeinsam mit ihrer Mutter Anfang September da und wusste nicht so genau, was sie beim Konzert betty3erwarten würde. Die Antwort hatte ihre Mutter parat, die bereits 1979 mit 17 Jahren bei einem Kate-Konzert war: “Das wird das Beste sein, was du JEMALS sehen wirst.” Wie Kate Betty das Konzert erlebt hat, beschreibt sie in ihrem Blog. Und wie könnte es anders sein, endet der Bericht natürlich mit den Worten, dass ihre Mutter recht hatte – es war das Beste, was sie jemals gesehen hat. Und dass sie das Konzert nicht losgelassen hat, beweisen ihre Zeichnungen. Kate Betty ist Grundschullehrerin, arbeitet inzwischen aber nur noch Aushilfsweise als Lehrerin, weil sie sie inzwischen ein neues Arbeitsfeld erschlossen hat: die Illustration. Dabei widmet sie sich vorrangig Motiven aus der Natur. Und wenn man auf einem Bauernhof lebt, wo es Schafe, Gänse, Schweine, Hühner und Perlhühner gibt, bieten sich die Motive geradezu an. Kate Betty arbeitet vorzugsweise mit Aquarellfarben, Federhalter und Tinte.

[pullquote align=“left|center|right“ textalign=“left|center|right“ width=“38%“]“Ich bin immer von einer guten Geschichte fasziniert. Und viele der Songs von Kate Bush haben eine sehr überzeugende Story,”[/pullquote]

betty4Bei den Motiven zu “Before the dawn” hat sie neben den Wasserfarben chinesische Tusche verwendet. Verblüffend ist, dass ihr die eher ungewohnten Motive überhaupt nicht schwer gefallen sind. Wer sonst eher Tiere oder Landschaften malt, könnte sich ja mit Menschen, die versuchen eine Rettungsboje zu erreichen, schwer tun. “Aber so war es nicht”, erzählt sie.

“Ich bin immer von einer guten Geschichte fasziniert. Und viele der Songs von Kate Bush haben eine sehr überzeugende Story, in denen man auch Hinweise auf traditionelle Folklore oder Anleihe bei Märchen gibt.” Wie man den Bildern entnehmen kann, hat die Geschichte von “The Ninth Wave” Kate Betty am meisten beeindruckt, “weil es  einfach etwas sehr magisches umgibt”. Und Magie hat dann auch wieder etwas mit “guten Geschichten erzählen” zu tun. Darum kümmert sich Kate Betty momentan hauptsächlich – nicht als Geschichtenerzählerin selbst, sondern natürlich als Illustratorin, die mit ihren Bildern eine Geschichte auferstehen lässt. Gemeinsam mit einer Freundin arbeitet sie an einem Kinderbuch, das noch vor Weihnachten erscheinen soll. Aber zurück zu “Before the dawn”. Eine verhängnisvolle Entscheidung hat Kate Betty dann doch getroffen: sie hat sich auf die Motive gestürzt, die ihr am Stärksten in der Erinnerung haften geblieben sind. “Dabei hätte ich locker die ganze Show zeichnen können.” Da müsste man mit ihr vielleicht nochmal drüber reden.
Wer mehr über Kate Betty erfahren will, wird hier fündig.


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Musik und Kunst in einem Bild verbunden

620-trs-kate bushWenn Matt Taylor Hobbs seine kleinen Kunstwerke beschreiben soll, wird er fast lyrisch: “Es sind fantasievolle Illustrationen, die die besten Teile von bekannten Musik-Videos darstellen oder interpretieren. Sie werden auf kleinen, fiktiven und schwimmenden Inseln gemalt, die über dem Boden zu schweben scheinen. Und sie feiern das Medium der schönen Musikvideo.” Man könnte es auch anders formulieren: Matt hatte ein verdammt simple, aber schöne  Idee. Für eine Freundin hat er regelmäßig als Geschenk eine CD mit aktuellen Hits zusammengestellt und dazu das entsprechende Cover selbst gestaltet. Es kam die kleine Insel zum Einsatz, auf der er Alltagsszenarien abbildete. Und irgendwann war da diese Idee: Warum nicht auf der fiktiven Insel die wichtigsten Elemente aus einem bekannten Musikvideo platzieren, statt jedes Mal ein neues Szenario zu entwerfen. Eine Idee, die Matt seitdem nicht mehr losgelassen hat. Also schafft er, wie er es selbst ausdrückt, “kleine Plattformen, wie die Architekten die Welt eines Video erschaffen, ganz so, als ob es eine reale aber separat fließende Welt sei, die man hypothetisch besuchen könnte.” Dazu greift sich Matt die wichtigsten Szenen heraus, die das Video einzigartig und interessant macht, nutzt also die gleiche Bildsprache. Der 620-kotm-kate bushEffekt: Mit einem Blick auf eins seiner Bilder kann man ein ganzes Video sehen, was zu ganz unterschiedlichen Reaktionen führen kann. Hat man das Video als filmischen Ablauf noch im Kopf, erzählen die von Matt ausgewählten und neu zusammengestellten Szenen genau die bekannte Geschichte. Noch spannender kann es allerdings sein, sich allein anhand des Bildes von Matt das passende Video dazu auszudenken.

Das erste Bild, bei dem er diese Technik angewandt hat, war sein absolutes Lieblingsvideo “Smooth Criminal” von Michael Jackson. Fünf bis neun Stunden arbeitet er an seinen Bildern. “Ich liebe Musik und Kunst. Und mit diesen Bildern kann ich beides verbinden”, erzählt Matt, der Grafik-Design studiert hat und sich nun der Illustration widmet. Musikalisch stehen bei ihm Björk, Michael Jackson, Madonna, Jamiroquai, Bat For Lashes and Radiohead hoch im Kurs – und Kate Bush, von der er zehn Videoclips zu seinen “Floating Islands Videos” verarbeitet hat. Matt ist mit 25 Jahren sicher nicht der typische Kate-Fan. Auf sie aufmerksam geworden ist er über einen Umweg: “Ich habe als Radiomoderator und Programmproduzent gearbeitet. Einer meiner Jobs war, die 620-tgat-kate bushpassende Musik rauszusuchen. Dabei hatte ich schon immer die Gewohnheit, sowohl alte als auch neue Bands zu entdecken. Irgendwann bin ich auf die französische Sängerin Emilie Simon gestoßen, die in einem Artikel mal erwähnt hatte, dass sie sich von Kate Bush habe inspirieren lassen. Ich kannte von Kate nur “Wuthering Heights” und “Babooshka” und hab dann ihren kompletten Backkatalog durchstöbert.” Speziell die Videos haben Matt dann nicht mehr so ohne weiteres losgelassen. “Ich finde, dass Kate Videos sehr persönlich sind und vor allem sehr nah an ihrer Vision von ihrem Lied. Text, Musik und das Video bilden eine Einheit, laufen synchron. Wenn sie beispielsweise bei ‘There Goes A Tenner’ die Textzeile ‘I blow the safe up’ singt, dann fliegt an dieser Stelle genau ein Safe in die Luft. Sie setzt ihre Videos viel präziser um, als etwa Modonna oder Radiohead, Hinzu kommt, dass sie meist eine ungewöhnliche und interessante Geschichte erzählt, die ich mir sehr gut auch als Theater-Produktion vorstellen könnte.” Was noch zu einer ganz anderen Frage führt. Wenn Kates Videos eigentlich kleine Theater-Stücke darstellen, warum sollte Matts Kunst nicht auch bei Filmen oder Büchern funktionieren? Deshalb nicht, weil man – anders als beim verwendeten Video-Clip – nicht mal eben im Netz nach dem kompletten Film oder Buch googeln könnte, wenn man sich zuvor sein Bild angeschaut hat, antwortet Matt. Trotzdem hat er es bereits ausprobiert und als Basis eins seiner Bilder den Film “Scream” genommen. Und er denkt inzwischen auch über die Interpretation anderer Medien nach.

tpl“Ich zeichne einfach und werde immer zeichnen”

steven1Es fällt nicht schwer zu erraten, dass “The Dreaming” das Lieblingsalbum von Steven Learmonth ist. “Da liegst Du vollkommen richtig”, bestätigt er. War aber wie gesagt auch nicht schwer. Immerhin gibt Steven über sich selbst an, dass er eine tiefe Liebe für Mythen und Legenden verspürt und Märchen mag. Das mythische passt natürlich sehr gut zum 1982er Album “The Dreaming”,  das märchenhafte perfekt zu Stevens Red Shoes-Illustration, mit der er bei Yirrys Kreativwettbewerb teilnimmt. Steven ist 34, stammt aus Schottland, hat vor sechs Jahren sein Diplom als Illustrator in Glasgow abgelegt und fängt im September an in Cambrigde seinen Master of Arts als Kinderbuch-Illustrator zu bauen. Und natürlich zeichnet und malt er fleißig. Seine Inspirationen bezieht er wie erwähnt aus Mythen oder Legenden, aber auch

aus Filmen oder Comics oder den Arbeiten anderer Künstler. Und wer sich ein bisschen auf Stevens Facebook– oder Tumblr-Seite tummelt, wird schnell feststellen, dass er ein großer Fan des Regisseurs David Lynch (“Twin Peaks”, “Dune”) ist. Was Steven antreibt fällt ihm selbst ein bisschen schwer zu erklären: “Ich habe immer gemalt, auch schon als Kind. Eine Million Sachen können mich inspirieren, egal ob Filme oder Lieder oder Geschichten – ich zeichne einfach und werde immer zeichnen.” Was ihn bei seiner Illustration zu The Red Shoes inspiriert hat, ist unverkennbar: der Song und das dazu passende Video. Und so kann man Miranda Richardson wiedererkennen, die Kate die roten Schuhe reicht. unterwasseryetiKate hat Steven im Alter von 20 Jahren für sich entdeckt, als er über eine Second-Hand-Vinyl von “The Kick Inside” gestolpert ist. “Ich mag die Metaphorik in ihren Songtexten und ihre Liebe zur Folkmusik, die tief in ihren Songs verwurzelt ist”, erzählt Steven. Und das wiederum passt ganz gut zu seinen Illustrationen, wo ein einzelnes Bild eine komplette Geschichte erzählen kann, wenn man selbst über genügend Vorstellungskraft verfügt. Stevens Zeichnungen sind  auch als Drucke zu haben. Mehr auf seiner Tumblr-Seite.


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Eine traurige Kate einer glücklichen Frau

kate_closeWenn man über Menschen schreibt, die man kaum oder nur ganz wenig kennt, kann man auf ihre Mimik oder Gestik achten, um sich ein Bild davon zu machen, wie sie in bestimmten Situationen denken oder fühlen. Manchmal reicht aber ein einzelner Satz einer Person, um dieses Bild entstehen zu lassen. Zum Beispiel dieser: „Ich denke man könnte sagen, dass ich – bevor ich Schriftstellerin wurde – ein frustrierter, wütender Teenager war.“ Zur Schriftstellerei später mehr. Sarah Faber lebt seit einiger Zeit in Neu Schottland (Kanada) auf Cape Breton. Sie stammt aus Toronto und hat eine Zeit lang auch in Maine gewohnt. Damals, in Maine, in einer sehr ländlichen Gegend, brauchte sie Abwechslung. Arbeiten konnte sie damals nicht, also musste etwas anderes her. „Ich fühlte mich sehr isoliert dort“, erzählt Sarah und begann an Puppen zu arbeiten. „Ich wollte etwas mit den Händen tun und es sollte gleichzeitig etwas sein, über das ich nicht viel nachdenken musste.“ In dieser Zeit entstand auch die Puppe mit dem Namen Kate, die nicht zufällig Ähnlichkeiten mit Kate Bush hat. Für ihre kleinen Kunstwerke nutzt Sarah ausschließlich natürliche Materialien, Baumwolle, Mohair, Glas, Seide, Ton. Und sie hat eine Vorliebe für die Verwendung alter Materialien. „Meistens habe ich keine Skizze oder Plan, sondern nur eine Idee oder ein Farbschema im Kopf, aus dem sich dann die Puppe entwickelt“, erklärt Sarah. Die fertigen Kunstwerke sind überaus gefragt und absolute Unikate. Ihre Liebe zu Kate Bush hat Sarah übrigens nahezu geerbt. „Meine Mutter hat gerne Kate Bush gehört. Ich erinnere mich, dass mein Vater ihr die Platte ‚Hounds of love‘ geschenkt hat. Und bis kate_longzum heutigen Tag ist das mein Lieblingsalbum. Es ist so vielfältig, einfach wundervoll und dazu gefüllt mit viel Dramatik. Ich liebe es, dass Kate’s Musik immer etwas bizarr ist, ein bisschen überdreht und sich gleichzeitig aber immer sehr aufrichtig anfühlt.” Beeindruckt hat Sarah insbesondere ein Interview mit Kate Bush, das sie vor Jahren einmal gehört hat: „Sie klang so nett und höflich und vermittelte den Eindruck, dass sie ein ganz normales Leben führt, während sie gleichzeitig diese ganze Überdrehtheit in ihre Musik steckt.“ Ein bisschen gefällt Sarah der Gedanke, sich darin wiederzuerkennen. Wer sich ihre Puppen genauer anschaut, wird erkennen, dass sie alle sehr traurig aussehen. „Deswegen werde ich oft gefragt, ob ich ein trauriger Mensch bin“, erzählt sie. Das genaue Gegenteil ist der Fall: „Ich bin wirklich ein sehr glücklicher, zufriedener Mensch und ich habe ein sehr ruhiges, normales Leben.“ Eher sind es die längst vergangenen Zeiten, in denen sie unglücklich war, die sich in ihren Figuren widerspiegeln. Bleibt die Frage, wie jemand, der solch wundervolle kleine Kunstwerke fertigen kann, gleichzeitig noch als Schriftstellerin tätig sein kann. „Wie ich Schriftstellerin wurde, kann ich nicht wirklich erklären. Ich habe schon als Teenager schreckliche Gedichte geschrieben. Ich war ein Einzelkind und musste mich viel mit mir selbst beschäftigen. Viele Konversationen fanden nur in meinem Kopf statt.“ Die einzige Möglichkeit, diese Konversationen loszuwerden, war, sie aufzuschreiben. Als Twen begann sich Sarah für Prosa zu interessieren. Inzwischen hat sie ihren ersten Roman fertiggestellt, der in Brasilien spielt und auf der Familiengeschichte ihrer Mutter basiert – mehr will sie nicht verraten. Nur noch, dass sie bereits am nächsten Roman arbeitet – einem Krimi über einen Mordfall in den 1920er Jahren. Die Kate-Puppe ist übrigens bisher die einzige Hommage von Sarah an Kate, aber möglicherweise nicht die letzte. Und dass sich ein Kate-Fan über das Werk gefreut hat und sie sorfort gekauft hat, versteht sich von selbst.

Wer mehr über die Puppen von Sarah erfahren möchte, wird hier fündig.

tplThe Dreaming

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Vor acht Monaten gab es auf morningfog.de schon einmal einen ausführlichen Text über die Bilder des Fotografen Michael Bilotta. Michael lässt sich oft für seine künstlerischen Fotgrafien von Musik inspirieren und versucht dabei stets die Idee eines Songs zu erfassen und ihn anschließend so in Szene zu setzen, dass beim Bild der Bezug zur Musik deutlich wird. Bisher hatte MIchael die Songs Cloudbusting, Under Ice und Top oft the City in Szene gesetzt, jetzt hat er sich an den Song The Dreaming herangewagt. Für ihn einer der interessantesten Songs von Kate. “Das Schicksal der Ureinwohner von Australien spiegelt auf tragische Weise die Schicksale in meinem eigenen Land wider”, schreibt MIchael. “Dieses Thema der Verlorenheit einer Kultur, die von der modernen Welt fast zerstört wird, ist von großem Interesse für mich”, ergänzt er. Für dieses Foto hat MIchael ein Bild von einer Wüstenlandschaft verwendet, das er kurz vorher während einer Reise nach Kalifornien aufgenommen hatte. Das Motiv des hybriden Charkters aus Mensch und Pflane existierte bereits. Gerade der Kontrast dieser üppigen, mit  Laub beladen Kreatur in der trockenen, unwirtlichen Umgebung faszinierte ihn. Es ging um das Thema der Anpassung und den Versuch, an einem gnadenlosen Ort zu überleben. Die Verbindung zu The Dreaming kam erst später, als er bei Recherchen auf die Mythologie der Aborigines und die Bedeutung der Traumzeit als spirituelles Konzept stieß. Der Bezug zu Kate blieb dann natürlich nicht mehr aus und MIchael musste nur noch ein paar Aborigine-Symbole hinzufügen.
Im Frühjahr will Michael das nächste Foto-Projekt mit Kate-Bezug in Angriff nehmen und Running up that Hill endlich auf Foto bannen – sein LIeblingssong von Kate. „Seit dem Moment, als ich das erste Mal Running up that michaeltotc400Hill gehört habe, ist Kate Bush eine Inspiration für mich“, hat Michael für den ersten Beitrag über ihn erzählt. In dem Beitrag gab es auch das Foto zu dem Song Top of the CIty, von dem er eine neue Version erstellt hat. Am ersten Foto hatte ihn gestört, dass die Stadt im fertigen Foto nahezu verschwunden war. Und: Michael hatte damals für den Hintergrund teilweise auf Agenturbilder zurückgreifen müssen. Jetzt, sagt MIchael, ist das Bild so, wie er es ursprünglich haben wollte: ein Mann, hoch über einem Abgrund, so friedlich, wie er in einer klaustrophobischen Stadt niemals hätte leben können.

Den Artikel über Michael Bilotta vom August 2013 kann man hier noch einmal nachlesen.

 

tplKate in Licht, Schatten und Farben

januar2februar„Wenn es regnet, denke ich nicht automatisch: ‚Du musst jetzt das passende Foto zum Song Cloudbusting schießen‘“, erklärt Xavier Recasens. Xavier ist 48, lebt in Barcelona und ist Journalist von Beruf, der so ganz nebenbei auch ein guter Fotograf ist und dessen Motiven man den Bezug zu Songs von Kate ansieht. Ein Jahr lang werden die Bilder von Xavier Recasens (der sich für das Internet den Namen Aviones Plateados zugelegt hat) morningfog.de begleiten – jeden Monat gibt es ein neues Bild.

Die Leidenschaft fürs Fotografieren kam bei ihm schon als Kind: seine Eltern schenkten ihm eine Kodak Instamatic und konnten den begeisterten Sprössling nur dadurch stoppen, among-angels620dass er die Kassettenfilme und die Entwicklung vom Taschengeld selbst bezahlen musste. Während des Journalismus-Studiums belegte Xavier einen Fotografie-Kurs und die alte Liebe wurde neu geweckt. Statt vorgefertigte Konzepte für ein Bild zu verfolgen, setzt Xavier darauf, sich von Licht, Schatten, Umrissen und Farben inspirieren zu lassen. Dann beginnt für ihn eine Art Spiel: Findet er ein passenden Titel für das Bild? Dabei lässt sich Xavier sehr oft von Songs von Kate inspirieren. Die hat er mit 13 für sich entdeckt. „Damals sind meine Eltern immer samstags zum Einkaufen [pullquote align=“left|center|right“ textalign=“left|center|right“ width=“30%“]„‘Never for ever‘ war wie eine Offenbarung für mich. Es war magisch, wie ein Blitz, der die Nacht erhellt.“ [/pullquote]gefahren und ich war alleine zu Hause. Ich habe dann das Radio laut aufgedreht und mir die ganzen Top Hits juniangehört und dazu getanzt“, erinnert sich Xavier. Abba, die Bee Gees, Donna Summer und spanische Sänger gehörten zum Standardprogramm. Dann folgte der Moment im Leben eines Kate Bush-Fans, der dem anderer aus der Generation um die 50 sehr stark ähnelt – egal ob in Deutschland, England oder eben Spanien: „Eines Tages kündigte der Moderator ein Lied einer neuen Sängerin an, das in England schon ein Top-Hit war. Ich erinnere mich noch, dass ich ganz ruhig wurde, nicht getanzt, sondern nur dieser Musik zugehört habe, die so anders war als alles, was ich zuvor gehört hatte.“ In der Woche drauf hat Xavier den Song auf Kassette aufgenommen. „Ich war noch zu jung, um den julyText zu verstehen, ich sprach noch kein Englisch – aber ich kann nicht sagen, wie oft ich dieses Band gehört habe.“ Jahre später hat er dann die LP „Never for ever“ entdeckt und zugegriffen. „Es war wie eine Offenbarung für mich. Es war magisch, wie ein Blitz, der die Nacht erhellt. Ich habe die Platte immer und immer wieder gehört und war von der Stimme, der Musik, dem Cover und den Texten begeistert.“ Über all die Jahre ist Xavier Kate Bush treu geblieben – vor allem, weil es ihn fasziniert, wie sie passend zur Musik ihre Stimme einsetzt, „so, als ob die Stimme selbst ein Instrument wäre“, sagt Xavier. Seine Lieblingssongs variieren, aber Stücke wie „Never be mine“, „Sunset“, „The Song of Solomon“ oder „Night oft he swallow“ gehören september620unbedingt dazu. Dass ein Spanier „Sunset“ liebt, versteht sich von selbst – allerdings gar nicht mal wegen der spanischen Gitarren. Für Xavier hat der Song einen Hauch von vielleicht schon vorweggenommenem Jazz, gemixt mit Rumba und eher bei Gypsy-Klängen als bei Flamenco angesiedelt.

Zurück zur Fotografie. Xavier spielt meisterhaft mit Farben, Schatten und dem Licht – und es ist oft verblüffend, wie perfekt die Bilder zu einzelnen Textzeilen aus Kates Songs passen und es schaffen, die Stimmung der Lieder im Bild einzufangen. Eine Ausnahme hat Xavier dann doch gemacht: als sein dreijähriger Sohn vor ihm stand und plötzlich fotografiert werden wollte. Xavier platzierte ihn hinter einem Vorhang vor einem Fenster, „und während ich ihn fotografierte, konnte ich die Musik in meinem Kopf hören“.

tplBunte Knete und Kate im Kopf

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kate-fimo400Knapp eine halbe Stunde Autofahrt entfernt von Oxford liegt der verträumte Ort Bicester, in dem Olivia Broome lebt. Zumindest stellt man sich den Ort so verträumt vor, dass man irgendwie ausbrechen und sich eine eigene Welt erschaffen will – die Welt des Knetgummi-Chaos’. Drückt man Olivia Knetgummi in die Hand, erweckt sie jedenfalls ihre Figuren zum Leben, so wie bei Kate, die fröhlich ihr “Heathcliff, it’s me, Cathy, come home, i’m sooo cooohoold” schmettert oder in der Lionheart-Version fast schon wie eine Schoko-Weihnachtsfrau erscheint, nur nicht mit ganz so viel Weihnachten. “Kate ist eine brillante und eine einzigartige Künstlerin und hat so viel Charakter – das ist der Grund, warum ich diese Modelle erstellt habe”, erzählt Olivia, die musikalisch eigentlich durch die englische Punkbewegung geprägt wurde. Bei einem Konzert der Band “The Damned” holte der Gitarrist der Band sie irgendwann mal auf die Bühne und drückte ihr noch eine Gitarre in die Hand – das war dann auch der Startschuss, selbst künstlerisch aktiv zu werden, halt mit ihren Mitteln und der bunten Knete. Dass Punk und Kate bestens harmonieren, weiß man spätestens seit Sex Pistols-Sänger John Lydon keine Gelegenheit auslässt, die Musik von Kate Bush über den grünen Klee zu loben. Wahrscheinlich ist es auch kein Zufall, dass “Lionheart” Olivia’s Lieblingsalbum ist, schon zeitlich passt es gut zur englischen Punkbewegung und setzte musikalisch einen Kontrapunkt. Natürlich formt Olivia aus ihrer bunten Knete nicht nur Kate-Figuren. Sie hat so ziemlich alles drauf und deswegen kann man auf ihrer Homepage das ganze Repertoire zwischen Bob Marley, Robbie Williams und MIck Jagger bewundern. Apropos MIck Jagger: Olivia lässt ihre Figuren auch tanzen. So gibt es zum Beispiel eine wundervolle Version des Stones Klassikers “Paint it black” – natürlich mitsamt Jagger und überdimensional großer knallroter Zunge. “Ich würde gerne auch mal eine animierte Version von Kate in Szene setzen. Ich habe mich bisher nur noch nicht für einen Song entscheiden können. Vielleicht Violin?!”, erzählt Olivia weiter. Das könnte zum Schluss ein ziemlich wildes Video werden… Olivia bietet ihre Figuren übrigens auch zum Kauf an. Wer Interesse hat: einfach auf ihrer Homepage in den Shop reinschauen.

tplKunst auf Nägeln

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nailnerd350Sie hat schon so ziemlich alles gemalt: kleine Monster, florale Motive, Ponys, Prinzessinnen, Peter Gabriel, Calvin & Hobbes, Weihnachtsmotive, Coca Cola-Werbung, Warhols Monroe und eben auch Szenen aus Kates Video „Eider Falls at Lake Tahoe“. Die Leinwand: die eigenen Fingernägel. Die Frau ist verrückt. Verrückt auf Nägel. Schlicht nailnerd. “Ich habe Kate Bush schon immer bewundert, aber das Eider Falls-Video traf mich wie ein liebender Stein.“ Der Grund: ihr Hund, der sie seit 13 Jahren begleitet und heiß und innig liebt.

„Ich habe das Eider Falls-Video etwa zu der Zeit entdeckt, als ich realisierte, dass mein Hund ernsthaft krank ist und mich bald verlassen wird. Das Video hat mich daran erinnert, wie vergänglich und unersetzlich diese bedingungslose Liebe ist und wie wichtig es ist, jeden Moment davon zu schätzen“, erzählt nailnerd, die in New Orleans lebt. Wer auf die Seite nailnerd.com geht wird staunen, was man alles auf einen Fingernagel bannen kann. Inspirieren lässt sie sich zu ihren wundervollen kleinen Kunstwerken durch eigene Erfahrungen und ihre Umwelt: „New Orleans bietet jede Menge an Inspiration.“ Und natürlich geht sie auch auf  Vorschläge von Lesern ihres Blog ein – „Selbst hätte ich mir niemals Nägel mit Motiven von ‚One Direction‘ gestaltet“. Für nailnerd ist die Nagelkunst fast schon eine Obsession, aber eine sehr entspannende. Die Zeit, die sie dafür benötigt, hängt natürlich sehr stark vom Motiv ab. Ein besonderes Motiv, ein ‚fine-detail nail art design‘, kann dann auch schon mal eine ganze Nacht dauern, während nebenbei der Fernseher läuft. „Wenn das Design dann nicht so wird, wie man sich das vorgestellt hat, kann es auch anstrengend werden. Aber sobald ich aufgebe, zu kritisch zu sein, ist das wirklich sehr entspannend.“

Das Ergebnis spricht jedenfalls für sich. Vom Eider Falls-Video hat sie verschiedene Szenen detailgetreu und äußerst perfekt auf ihre Nägel gebannt. Kein Wunder, ist sie doch Grafikerin und Multimedia Designerin  von Beruf. Ihre Kunst auf Fingernägeln bezeichnet sie sogar als hypnotischen Vorgang. Einer ihrer Kunden ist ein Hypnose-Therapeut. „Im Laufe der Jahre habe ich sehr viel über die Zustände des Bewusstseins gelernt“, erzählt sie. Während man sich tagsüber immer in einem wachsamen und alarmbereiten Modus befinden würde, schalte das Gehirn beim Meditieren, Einschlafen oder auch bei der Hypnose auf alternative Frequenzen um. „Es ist eine Art entspannter Wachheit, wo man dazu neigt, mehr kreative Gedanken zu haben und man den Verstand  auch schon mal freier schweifen lässt.“ Nicht umsonst umschreibt sie das Lackieren der Fingernägel als beste Therapie. Hinzu kommt, dass es ein Ausgleich für ihren Job bedeutet. „Ich kann mich auf etwas Einfaches konzentrieren, was den ganzen Stress beiseite schiebt und mir erlaubt, etwas Buntes und Schönes zu machen, ohne dass mir jemand reinredet.“ Und das nahezu täglich neu. Und mit hoffentlich noch viele Motiven von Kate.

tplUnd plötzlich ist ein Song im Kopf

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under iceAm Anfang war es nur der Blick auf seine Bilder. Ein Fotograf, der die Idee eines Songs erfasst und bildlich umsetzt. Schon das ist eine Aufgabe für sich. Es so umzusetzen, das alles stimmig wirkt, ist beeindruckend. „Seit dem Moment, als ich das erste Mal Running up that Hill gehört habe, ist Kate Bush eine Inspiration für mich“, sagt Michael Bilotta, der als Fotograf in der Gegend von Boston lebt und arbeitet. „Wie die meisten Musiker, die ich bewundere, ist sie eine komplette Künstlerin: Musik, Texte, visuelle Umsetzung – sie ist eine Inspiration auf jedem Level.“ Michael Bilotta lässt sich für seine Bilder gerne von Liedern inspirieren. „Ich fühle mich oft von Texten angesprochen, die starke Bilder auslösen, die aus einer anderen Zeit und einem anderen Ort zu kommen scheinen“, erklärt er. So hat er sich für seine fotografischen Arbeiten von Songs von Sting oder Peter Gabriel ebenso inspirieren lassen, wie von Liedern von Paul Simon oder eben Kate Bush. Die drei Songs Cloudbusting, Under Ice und Top oft he City hat Bilotta bisher in Szene gesetzt. „Wenn ich an einem Bild arbeite, denke ich nicht unbedingt daran, jetzt ein ‚Kate Bush-Bild‘ entwickeln zu wollen. Wenn ich arbeite, lasse ich in der Regel den Fernseher aus, höre auch keine Musik. Aber manchmal habe ich dann plötzlich einen Song in meinem Kopf, der sich an das Bild, an dem ich arbeite, anheftet.“ So war es zum Beispiel auch bei dem Bild zu Cloudbusting. „Ich habe das Video und die Story von Cloudbusting schon immer gemocht. Und als ich den Mann in dieses Feld gesetzt habe, war mir sofort klar: oh, das ist der Junge, der jetzt erwachsen ist und Organon betrachtet. Und dann musste ich nur noch ergänzen, was zu dem Bildtitel ‚Dreaming of Organon‘ fehlte.“ Bei dem Bild zu Top oft the City sei es ähnlich gewesen, sagt Michael Bilotta. „Ich wollte das Bild einer Frau, die aus der Dunkelheit einer Stadt in die Freiheit und die Luft hervortritt.“ Und genau bei diesem Thema kam ihm Kates‘ Song in den Sinn. Wie kompliziert dieser Entstehungsprozess ist, wird gerade bei diesem Bild deutlich. Am Anfang standen die Bilder von dem Model. Erst nach und nach entwickelte sich die Idee von dem Verlassen der Stadt, um wieder frei atmen zu können. Als das Thema stimmte, passte das Model nicht mehr und er musste auf die Suche nach einem neuen Model gehen. „Ich fotografiere einfach oft Dinge und überlege mir später, was ich damit anfangen kann. Auch Models suche ich anfangs nicht nach einer Vorgabe aus. Allerdings habe ich einige Models, mit denen ich regelmäßig arbeite.“

the-top-of-the-cityWenn Michael Bilotta gerade mal nicht fotografiert, geht er einem Hobby aus seiner Vergangenheit nach. Bevor er professioneller Fotograf wurde, war er als Musiker unterwegs – unter dem Namen Michael Aaron. Natürlich mit ebenso professionellem Anspruch, wie er ihn an seine Bilder stellt. Deswegen auch der Künstlername. Mit dem Namen Bilotta wäre er wohl nicht weit gekommen, glaubte er damals. Wer den lohnenden Blick auf Michael Bilottas Bilder werfen will, wird hier fündig. Ein Bild fehlt übrigens noch: sein Lieblingssong von Kate, Running up that hill. Daran arbeitet er noch.Wer Michael Aarons Cover-Versionen lauschen will, kann das auf Soundcloud tun, oder sich auf Youtube sein Video zu Hounds of Love und zu Running up that Hill anschauen.

 

tplDer Pakt mit Gott

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Manche Geschichten beginnen ganz simpel und entwickeln sich wundervoll. Zum Beispiel die Geschichte des Blogs von Rachel Whetzel. Sie hat 2009 den Blog „A year in the life of an Art Journal“ begründet. Die Idee: Rachel gibt eine Kunstaufgabe vor, die Gäste setzen sie um. Aktuelles Beispiel: Fangt den Sonnenschein ein. Wer fotografiert, soll seine Kaffeetasse vor die Sonne halten und abdrücken. Alternativ kann man auch seiner Webseite farblich neuen und vor allem hellen Glanz verleihen oder sich mit hellen Farbtönen kreativ betätigen. Spannend sind die Reaktionen: Es entstehen bei jeder Aufgabe immer neue und wundervolle kleine Kunstwerke. So zum Beispiel das Werk von Marit Barentsen zu Kates‘ Song „Running up that Hill (A deal with God)“ vor zwei Jahren. Unbeabsichtigt zu Kates‘ Geburtstag (die Aufgaben werden immer zum 15. und 30. jeden Monats gestellt) hatte Rachel darum gebeten, passend zum Song künstlerisch die Frage „What’s the deal?“ zu beantworten. Marit hat die Aufgabe mit einer ebenso einfachen wie klaren Formensprache gelöst. “Bei dem Thema ‘einen Pakt mit Gott zu schließen’ habe ich sofort an Händeschütteln gedacht”, erzählt Marit.

Wer ein bisschen genauer hinschaut erkennt, dass das aus Papier erstellte Bild Text aufweist. Marit hat auf Seiten aus einem alten Geschichtsbuch aus den Niederlanden, wo sie lebt, zurückgegriffen, in dem es um Menschenrechte geht. “Als Frau und Feministin finde ich es wichtig, dass diese Rechte hochgehalten werden und ich fand es angebracht, sie auf einer Seite zu nutzen, auf der es um einen ‘Pakt mit Gott’ geht”, erlärt Marit. Dass sie ihr Handwerk versteht, wird beim Entstehungsprozess des Bildes deutlich: “Ich habe zuerst die Textseiten auf dem Hintergrund verklebt. Dann habe ich aus einer Kunststofffolie eine Schablone für die Hände angefertigt und das Papier zunächst mit gelber Farbe eingesprüht.” Im nächsten Arbeitsschritt folgte durch eine Lochmaske die rote Farbe. Der Text wurde dann mit schwarzer Tinte gestempelt.

Ein überaus aufwändiges Verfahren, das deutlich macht, mit wie viel Liebe zum Detail Marit an die Aufgabe herangegangen ist. “Wenn ich etwas erschaffe, hat jedes Stück Papier, jede Farbe und Text in der Arbeit eine Bedeutung. Für den Betrachter ist das nicht immer offensichtlich und manchmal ist es nur eine symbolische Bedeutung für mich privat. Aber ich kann einfach nichts ohne diese tieferen Sinn irgendwo auf der Seite kreieren”, betont Marit. Leider ist es bisher ihr einziges Bild mit einem Bezug zu Kate. Dabei mag sie Kate seit sie 15 ist. Irgendwann in den späten 70ern hat sie mit 15 erste Videos und Auftritte von Kate gesehen und war besonders davon beeindruckt, dass Kate tanzte und mit dem Headset gleichzeitig singen konnte. Ihr Lieblingssong ist “The man with the child in his eyes”. So wie sich unbedingt ein Blick in den tollen Blog von Rachel lohnt, wo man die wunderschönen Ergebnisse aller Aufgaben im Archiv finden kann, lohnt sich ebenfalls ein Blick in Marits Blog hier. Die Frage, welchen Pakt Marit selbst mit Gott abschließen würde, ist ihr natürlich auch gestellt worden – von ihrem Lebensgefährten. Die Antwort war sehr diplomatisch: “Ich überlasse es jedem selbst, eine Antwort zu finden.”

tpl“Mut macht Ziele wahrhaftiger”

Norn CutsonDie Bilder von Norn Cutson hat vermutlich schon jeder Kate-Fan gesehen. Der 43-jährige Illustrator hat sich unter anderem darauf spezialisiert, Plattencover zu karikieren – das aber äußerst liebevoll. Weit mehr als 100 Plattencover – darunter auch Alben von Nina Hagen und Kraftwerk – hat Norn schon gezeichnet. Von Kate hat er sich Hounds Of Love und The Dreaming rausgepickt. Neu ist sein Entwurf zu Running Up That Hill. „Ich möchte mit meiner Kunst und meiner Art von Humor andere Menschen dazu anregen, freundlicher zu anderen zu sein und mehr Kreativität zu zeigen“, erklärt Norn zu seiner Motivation. Die Single Running Up That Hill war die erste Maxi-Single überhaupt, die Norn in den 80ern gekauft hat – in North Carolina damals gar kein so leichtes Unterfangen. Irgendwie ist er dann doch an die Platte gekommen. Stundenlang hat er dem Song durch wuchtige Norn CutsonKopfhörer gelauscht, um „die Nachricht hinter diesen rollenden ‚Let’s-Stay-Together-Beats‘ zu entschlüsseln“, wie er sagt. Das Cover zu Running Up That Hill hat Norn schon immer fasziniert: „Die Arme gerade und kräftig, die Brust stolz, der Kuss auf die Sehne, bevor der Pfeil sein Ziel in der Welt sucht.“ Norn lebt in New York, und da ist gerade ein Fitnesstraining namens Intensati hip. „Wenn ich die Intensati-Mut-Übung mache, muss ich immer an dieses Cover denken. Mut macht deine Ziele wahrhaftiger.“

Natürlich zeichnet Norn nicht nur berühmte Plattencover, er illustriert auch Bücher, Spiele, Kinderkleidung und vieles mehr. Die Plattencover kann man zum Beispiel auch als Drucke oder auf T-Shirts kaufen. Seine Webseite findet man hier.


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Die Musik als Kulisse des Lebens

Kate Bush„Ich genieße Kunst in allen Erscheinungsformen”, sagt Grant Wilson. Grant lebt und arbeitet in Edinburgh und hat sich die Malerei selbst erschlossen, hauptsächlich durch Bücher. „Ich war schon mein ganzes Leben an Kunst interessiert, von Comics bis zu den Werken von Picasso, die ich als kleiner Junge in einem Lexikon für Kinder entdeckt habe.“ Mit dem Zeichnen hat Grant so richtig aber erst im Jahr 2006 angefangen, ganz simpel mit einem Blatt Papier und Bleistift. Grant studierte in Edinburgh Kunst mit den Schwerpunkten Zeichnen, Malen und Animation. Per Fernunterricht hat er zudem am Londoner College of Art ein Diplom im Bereich Cartoons abgelegt. Seit etwa einem dreiviertel Jahr entstehen viele seiner Werke auf einem Grafik-Tablet. Darunter auch Cartoons, die er in Edinburgher Zeitungen wie „The Currie“ und „Balerno News“ regelmäßig veröffentlicht. „Cartoons sind eine nette Form der Entspannung und eine Abwechslung vom Kate BushVersuch, mehr ernsthafte Arbeit zu produzieren“, betont Grant, in dessen Bildern auch immer wieder Kate Bush eine Rolle spielt. Zwar ist Grant erst 40 Jahre alt, aber trotzdem hat er sie schon 1978 mit Wuthering Heights wahrgenommen. „Ich habe Kate’s Musik immer geliebt.“ Sein Lieblingsalbum ist The Sensual World, gefolgt von Hounds of Love und The Kick Inside. Seine Zeichnungen von Kate sieht er als „Hommage an eine große Künstlerin“. Sie fallen größtenteils in eine Zeit, in der er von raren Vinyl-Scheiben bis zu Biographien alles von Kate gesammelt hat.  „Ich kann nicht wirklich erklären, warum Kate Bush eine so große Rolle in Kate Bushmeiner Kunst spielt. Wie bei vielen anderen Menschen auch, spielt bei mir die emotionale Stärke ihrer Musik eine Rolle. Das hat mir auch geholfen, durch eine Reihe von prägenden Erfahrungen zu gehen – mit der Musik als Kulisse! Und mich spricht die Langlebigkeit ihrer Musik an, Kate Bushgerade im Vergleich zu der eher einfach strukturierten Art moderner Songs. Und die Bandbreite der Songs von Under the Ivy bis zu Babooshka ist ein weiterer Faktor, der mich beeindruckt. Und am Ende bleibt immer: Kate ist einfach eine nette Person!“ Genau das versucht er auch in seinen Bildern zu vermitteln. Wer auf Grant‘s Seiten unterwegs ist, um sich seine Bilder anzuschauen, wird übrigens noch eine spannende Entdeckung machen: Grant ist Fantasy-Fan und für viele seiner Werke lässt er sich von viktorianischen Geister- und Horrorgeschichten inspirieren, die er sammelt und für die übrigens auch Kate ein Faible hat. Wer sich die Bilder genau anschaut, wird feststellen, dass in vielen Fällen die Gesichtszüge der abgebildeten „Geister“ sehr vertraut wirken…

Mehr Bilder von Grand Wilson gibt es hier. (Alle Bilder mit freundlicher Genehmigung von Grant Wilson.)

tplComic II: „Ein endloser Quell der Inspiration“

Wild Man Comic / Yirry Yanya

Wundervolle Comics über Kate gibt es auch von thestoryteller1618, der unter anderem Kates Single „Wild Man“  aus dem Album „50 words for snow“ auf 20 Seiten bebildert hat – passend zu den Songlyrics. Hinter thestoryteller1618 verbirgt sich Yirry Yanya. Sein Comic funktioniert wie ein Video, das man zum Song schauen kann. Spannend ist das besonders im Vergleich zum animierten Original-Clip. Wo Kate auf verwaschene Schwarz/Weiß-Töne setzt, arbeitet Yirry mit grellen Farben, die aber nie überzeichnet sind. Das ist so perfekt, das man sich wünschen würde, Yirry dürfte mal ein Originalvideo für Kate entwickeln. Dass er das könnte, beweist Yirry auch auf seinem Youtubekanal, wo er neben seinen bekannten Teasern zu Kate-Alben gleich auch komplette Videos für Kate-Songs präsentiert (die aber leider in Deutschland geblockt werden). Dabei war der Start ganz simpel: Yirry hat beim täglichen Besuch auf der katebushnews-Webseite eines Tages die Ankündigung für das im Mai 2011 erschienene Album Director’s Cut gesehen. „Bis zu dem Moment war ich im Internet nicht wirklich aktiv, aber ich hatte mir gerade das Programm Creative Suite gekauft und hab die Gelegenheit genutzt, es zu testen“, erzählt Yirry. Das erste Ergebnis sieht man hier: http://youtu.be/y6Wp8ETLHkY . Eigentlich sollte es bei dem einen Teaser bleiben. Es kam anders, denn von dem Song Lily war plötzlich einen Monat vor Veröffentlichung des Albums ein Soundschnipsel auf dem Markt, den Yirry auf Umwegen ergattern konnte, und so folgte der nächste Teaser mit aktueller Musik vom Album: http://youtu.be/acyNVo8vtSw.

Wild Man Comic Cover / Yirry Yanya

Das Cover des Comics „Wild Man“ von Yirry Yanya.

Es folgten weitere Clips und sein erstes komplettes Video zu This Woman’s Work. „Der kreative Prozess bei der Arbeit am Video für TWW war ungeplant und unstrukturiert, aber sehr auf das Ergebnis fokussiert“, betont Yirry. Für jedes Segment des Videos hat Yirry’s Computer mehr als eine Stunde benötigt. Über Facebook hat Yirry andere Kate-Fans kennengelernt: Video-Künstler, Schriftsteller, Künstler, Träumer, Denker und Leute, die an News von Kate heran kommen,

inzwischen eine feste Gruppe, die sich „FishPeople“ nennt – nach Kate’s Plattenlabel. Yirry fing mit einem Video für den Song Lily an, hat ein Storyboard gezeichnet und sich online über Animationen, Fotografie, Farben, Gestaltung und Symbole schlau gemacht – mit verblüffenden Ergebnissen, die man auf seinem Youtube-Kanal bestaunen kann. Allein an dem Video für Lily hat er drei Monate gearbeitet.

Fan von Kate ist Yirry seit gefühlten Ewigkeiten. Ende der 1970er Jahre hat er – Yirry lebt in den Niederlanden – die „de Efteling“-Show im Fernsehen gesehen. Nach der 1989er Platte „The Sensual World“ wurde er Mitglied im Kate Bush-Fanclub KBC und im niederländischen Fanclub. „Kates Arbeit repräsentiert für mich etwas flüchtiges und immaterielles, aber dennoch sehr kraftvolles. Ihre Arbeit zu entdecken ist etwas sehr persönliches. Sie hat mit ihrem Geist eine eigene Galaxie geschaffen, die unvergleichlich ist und den sie wie ein makelloser Spiegel dieser Welt vorhält. Es gibt so viele Aspekte ihrer Arbeit und die Art, wie sie sie umsetzt, die ich bewundere“, erklärt Yirry.

Als ziemlich schnell bekannt wurde, dass nach „Director’s Cut“ mit „50 words for snow“ ein weiteres Album von Kate erscheinen würde, war Yirry teilweise entsetzt, wie er gesteht: „Ich erinnere mich, dass ein Teil von mir sagte ‚jetzt noch nicht, ich bin doch mit Director’s Cut noch gar nicht fertig‘“. Das wurde er dann auch nicht mehr, weil seine Videos mit kompletten Kate-Songs auf Youtube zunehmend gesperrt wurden – auch ein neuer Teaser für „Snowflake“, den er am Erscheinungstag des neuen Album eingestellt hatte. So entstand aus der Not heraus die Idee für den Comic zu „Wild Man“. Das, was als Sieben-Tage-Projekt geplant war, dauerte deutlich länger. Yirry fing an Bilder der Landschaften des Himalayas zu sammeln, um möglichst originalgetreu zeichnen zu können. „Ich glaube, dass in Kate’s Musik eine fremde Magie steckt, auch in ihrer Stimme. Und das vor allem seit ihrem Album Aerial, was eine besonders emotionale Wirkung auf mich hatte. Ich habe beim Zeichnen immer und immer wieder ‚Wild Man‘ gespielt und einfach nur von Landschaften geträumt.“ Derzeit arbeitet Yirry an einem neuen Projekt: einem animierten Comic zu dem Song „Misty“. „Kate Bush verkörpert Kreativität für mich. Ich versuche nicht unbedingt ein ‚Kate Bush-Ding‘ zu machen – das kann nur sie, aber durch ihre Arbeit entdecke ich eine endlose Quelle der Inspiration und des Antriebs.“

Den Comic zum freien Download gibt es hier: http://thestoryteller1618.com/comicwildman/

Misty by Yirry Yanya

Eine Szene aus den animierten Comic zu Misty – der noch nicht ganz fertiggestellt ist.
Alle Bilder mit freundlicher Genehmigung von Yirry Yanya.

tplComic I: Kate Bush als Jessica Fletcher

Der Comic "Kate Bush Investigates. (Bild mit freundlicher Genehmigung von Anna-Christine)

Der Comic „Kate Bush Investigates. (Bild mit freundlicher Genehmigung von Anna-Christine)

Dass Kate Bush nicht längst massenhaft die Comic-Szene erobert hat, verwundert eigentlich. Wer sich so konsequent dem Medienhype entzieht, sein Familienleben abschottet, von den Medien sowieso gerne als leicht versponnen dargestellt wird, sich in der Musik mit den noch so abstrusesten Themen auseinandergesetzt hat, könnte doch perfekt den Star in einer Comic-Reihe geben. Bei der amerikanischen Comic-Zeichnerin Anna Christine tut sie genau das. „Kate Bush Investigates“ heißt einer ihrer Comic-Strips, und wir lernen, was Kate mit der Figur Jessica Fletcher aus „Murder she wrote“ gemeinsam hat und warum Kate keine Mobiltelefone nutzt. In einem weiteren Comic-Strip muss Kate dem vollkommen verzweifelten Peter Gabriel zur Seite stehen. Dass Anne Christine Kate verehrt, merkt man auch zwei weiteren Comics an. Zu bewundern sind die Comics unter www.annachristine.info. Dort erfährt man auch, dass die Comic-Zeichnerin bereits Karikaturen für Zeitungen wie The Chicago Review oder The Chicago Weekly abgeliefert und zwei Jahre in  Frankreich gelebt hat. Seit 2010 gibt sie Comic-Workshops in New York.