Jan 22

Die Ode des mondsüchtigen Malers

tm620Lohfarbener Mond
von Beate Meiswinkel, inspiriert durch „Tawny Moon“, Kate Bush

Jede Wolke will ich verkleiden mit Silber
Jeden Stern lass ich strahlen in lieblichem Glanz
Die Eule soll herabschießen, der Wolf möge heulen
Wellen erheben sich in wallendem Tanz
Den Wind lass‘ ich weh’n
Den Sternenhimmel mache ich fest

Heute Nacht will ich den Mond malen
Heute Nacht male ich den Mond

Über die Ebenen von Afrika reist sie heran
Stürmt jeden Gipfel, nah und fern
Fern und nah
Oh, Geliebte, Liebste, meine Luna
Bald schon bist du da!

Herein bricht die Nacht
Sie erhebt sich über dem Strand
Ich muss es vollenden!
(und sei es mit wunden Händen!)

Damen und Herren, begrüßen Sie mit mir:
Den Mond!
Nur zu, trau dich vor

Lohfarbener Mond!

Heute Nacht werde ich den Mond malen
Heute Nacht tanze ich mit dem Mond

Nur noch ein wenig Flitter, vermischt mit dem Erglühen
So male ich das Antlitz, das die Ozeane regiert
Strahlend, voll –
Geheimnisvoll!

Luna, meine Liebste, dein Ruf erklingt
Du schriebst dein Buch der Liebe
Und übergabst seine Seiten dem Wind

Schau nur den Mond an, heute Nacht
Schau nur, der Mond

Hörst du das Seufzen der Nachtigall
Die weiß, warum der Dichter wehklagt
Denn sie kommt und geht
Sie geht und kommt

Luna, meine Liebste,
Du Königin des Wahns
Mach die Musikanten musizieren!
Setz Musik gegen Kummer und Gram

Heute Nacht will ich den Mond malen
Heute Nacht tanz ich mit dem lohfarbenen Mond

Jan 11

Kate in Polaroids: Januar

kp_01aA Coral Room

„Oh little spider climbing out of a broken jug“ singt Kate in ihrem Song „A Coral Room“. Man sieht das noch unzerbrochene Milchkännchen, eine Person, die aus einem Vorhang heraustritt – als ob sie zuvor ein Spinnennetz öffnet – und entdeckt dann erst auch die Spinne, „the spider of time“, das Symbol der Erinnerung. „Die Auseinandersetzung mit dem Tod einer geliebten Person durch die Lieder von Kate berührte mich schon immer. Ich verlor meinen Vater, als ich knapp 21 Jahre alt war“, schreibt Michael zu seinem Polaroid für den Januar. Kate verarbeitet in dem Song den Tod ihrer Mutter. „Die fotografische Auseinandersetzung mit dem Verlust einer geliebten Person beeindruckten mich bei bei Roland Barthes und Sascha Weidner, die musikalische in zwei Liedern von Kate Bush“, ergänzt Michael. Und so ist es dann passend zum Lied auch die Mutter, die wir auf dem Milchkännchen sehen…

Ein Interview mit dem Fotografen gibt es hier; seine Webseite hier.

Jan 07

12 Mal Kate in Polaroids von Michael

Kate in Polaroids? Klingt ein bisschen old-school, aber Michael kann es erklären. Hauptberuflich ist er Lehrer in Mainz, Kate-Fan durch und durch und pflegt seine Leidenschaft für die Fotografie. Schon etwas länger hat Michael davon gesprochen, mal ein Kate-Projekt zu realisieren – das liegt jetzt vor. Zwölf Polaroids zu Songs von Kate, die in seinem Leben eine besondere Bedeutung hatten und haben. Bis Dezember wird es also jeden Monat ein Bild von Michael im Blog geben. Zum Auftakt erzählt er, was die Fotografie für ihn bedeutet, warum er lieber auf analoge Fotografie setzt und wie es zu dem Projekt gekommen ist.

md450Für Dich ist die Fotografie eine Erinnerung, das Einfrieren eines Momentes, die Vergangenheit festzuhalten, sie unvergänglich zu machen. Wann hast Du angefangen zu fotografieren?

Michae: Nun, die Frage wäre zunächst, was DU unter „fotografieren“ verstehst. Meine erste Kamera bekam ich mit zehn Jahren, eine Agfamatic Pocket.Kamara. Wenig später schenkte mir mein Vater meine erste Spiegelreflexkamera, eine Cosina CT-1. 1999 gab es meine erste Digitalkamera (ein Megapixel), und ich legte dummerweise die analoge Kamera dann für viele Jahre zu Seite. In dieser Zeit knipste ich zwar viel, machte mir aber wenig Gedanken über Bildkomposition und -wirkung. 2009 kaufte ich mir dann eine digitale Spiegelreflexkamera, und ab diesem Jahr, würde ich behaupten, begann ich wirklich zu fotografieren. Wenig später begann ich auch Fotos auszustellen. Allerdings gefiel mir die „digitale Ästhetik“ meiner Fotos nicht, also griff ich wieder zu meiner analogen Kamera, fing an, Filme selbst zu entwickeln. Ich begann, alte Analogkameras zu kaufen, mit dem Medium Film zu experimentieren. Ab da habe es dann kein Halten mehr.

War von Anfang der Wunsch da, Momente Deines Lebens festzuhalten?

Michael: Im Nachhinein betrachtet, durchaus. Spätestens mit meiner ersten Spiegelreflexkamera. Ich begann, Freunde zu fotografieren, Situationen, bereiste Orte. Insbesondere meine erste (leider unbeantwortete) Liebe habe ich porträtiert. Und ebenfalls im Nachhinein habe ich festgestellt, dass ich schon als Jugendlicher sehr wohl auf Bildkomposition wert legte. Ich habe von Anfang an meine Negative akribisch in Ordnern aufbewahrt, fein säuberlich beschriftet. Das ein oder andere Negativ scannte ich mittlerweile ein, sozusagen „Frühwerke“.

Was macht für Dich den Reiz aus, mit analogen Kameras, vor allem aber auch mit Polaroid zu arbeiten? Hat das auch etwas mit dem „Moment“ zu tun, der dann unabänderlich eingefroren ist, anders vielleicht, als bei digitaler Fotografie?

Michael: Analoge Fotografie ist eine bewusste ästhetische Entscheidung. Ich fotografiere auf Farb- und Schwarzweißmaterial, und ich liebe es, mit abgelaufenen Filmen zu arbeiten. Für meine letzte Ausstellung habe ich zum Beispiel alle zehn Städte besucht, in denen ich jemals gewohnt habe (u.a. Leipzig, Mannheim, Trier, ….), und habe auf SW-Filmen fotografiert, die in der Zeit abgelaufen sind, zu der ich dort gewohnt habe. Ergo waren da Filme dabei, die 1967 abgelaufen sind. Das Material trägt dann ebenfalls zum Ergebnis bei, nicht nur der Fotograf. Außerdem ist ein Polaroid ein Unikat, da es hier keine Negative gibt.Außerdem haben Polaroid-Fotos eine Anmutung, die kein anderes Material besitzt. Auch die neuen Impossible-Filme haben immer Bildfehler, Farbverschiebungen oder sonstige „Fehler“, die für mich besonders reizvoll sind. Eines der Bilder habe ich sogar mit einem schon längst abgelaufenen Original-Polaroid angefertigt (auch hier: bewusste ästhetische Entscheidung), bei dem dann beim Auslösen überhaupt nicht klar ist, was der Film aus dem Motiv macht. Analoge Fotografie ist außerdem noch wirkliches Handwerk, da ich die Filme selbst entwickle und hier auch nach dem Fotografieren noch Einfluss auf das Ergebnis habe. Ferner koche ich auch mal einen Film in Salzwasser, bevor ich ihn benutze, oder behandle ihn mit sonstigen organischen oder anorganischen Stoffen. Ich modifiziere Kameras (andere würden sagen, ich misshandle sie), um gewisse Bildeffekte zu erzielen. Analoge Bilder bzw. Polaroids scanne ich dann ein, allerdings muss dann auch eine leichte digitale Bearbeitung erfolgen (Tonwertanpassung, Schärfen, und vor allem Fusselentfernung). Übrigens, wenn man viel analog fotografiert, überträgt sich das auch auf die Art und Weise, wie man dann digital arbeitet: weniger Fotos, genaues Überlegen vor dem Auslösen. Dann braucht man da weniger digitale Nachbearbeitung.

Du gehst mit Informationen zu Deinen Bildern ja eher spärlich um. Auf Deiner Internetseite erfährt man nichts über den Kontext der Bilder, auch in Ausstellungen bist Du eher zurückhaltend. Liegt das daran, dass es sich um Deine „Momente“ handelt, Deine Bilder also immer sehr persönlich sind? Selbst Kate erzählt mehr über einzelne Songs als Du über Deine Bilder.

Michael: Nicht alle Bilder sind sehr persönlich. Allerdings bin ich der Meinung, dass die Bilder für sich sprechen sollten. Es gab (und gibt immer noch) in der künstlerischen Fotografie eine Strömung, die „subjektive Fotografie“ genannt wird. Sascha Weidner, der letztes Jahr leider viel zu früh verstarb und dessen Arbeiten ich sehr schätze, ist einer der Vertreter der heutigen Zeit dieser Stilrichtung. Wikipedia schreibt dazu unter anderem: „Die Subjektive Fotografie will nicht die objektive Wirklichkeit einer Situation wiedergeben, sondern nur deren bildhafte Deutung, eine subjektive Interpretation des Betrachters ist nötig und dessen Fantasie gefordert.“ Daher wäre für mich eine Beschreibung des Kontextes eines Fotos oder gar ein Titel ein zu starkes Korsett. Für die Polaroid-Serie, die hier veröffentlicht wird, gilt dies genauso. Die Beschriftung der Polaroids stellen keine Titel dar, sondern sind eher als Zitate zu verstehen. Ich tat mich sehr schwer, zu den einzelnen Bildern etwas zu schreiben.

Ist es vorstellbar, dass Du als Lehrer für Informatik und Mathematik eine andere Sichtweise aufs Fotografieren hast? Eher eine technische Herangehensweise, dass Du ein Bild wie eine mathematische Formel aufbaust?

Michael: Nein, überhaupt nicht. Ich denke, dass jeder ambitionierte Fotokünstler sehr wohl schon vorher ein Bild im Kopf entwirft bzw. entwerfen sollte. Schließlich haben einige Fotokünstler sogenannte Skizzenbücher, in dem Ideen bis hin zu fertigen Bildskizzen festgehalten werden. Außerdem wehre ich mich gegen diese strenge Einordnung in meine Fächer, schließlich habe ich auch noch Musikwissenschaften studiert und mich in den 90ern an der Komposition von Musik versucht – es gab sogar damals schon eine Uraufführung eines meiner Stücke. Ich habe mich also sehr wohl auch mit anderen Dingen beschäftigt als mit Mathematik.

Du hast vor einigen Monaten an einem Projekt in einem Bunker teilgenommen und bist mit einer Kamera von 1938 in das Objekt aus den 40ern gegangen. Warum?

Michael: Es ist für mich eine ästhetische Entscheidung, welche Kamera ich mit welchem Filmmaterial für welches Motiv auswähle. Diese Entscheidung treffe ich vorher, muss ich vorher treffen. Das Projekt, welches Du ansprichst, hatte zur Aufgabe, im Hochbunker in Rüsselsheim zu fotografieren. Es sollte dabei ein wenig die Angst und die Beklemmung zum Ausdruck gebracht werden, die im Bunker herrschte, als die Menschen sich bei den Bombenangriffen in dem Bunker befanden. Hier wäre mir eine Digitalkamera zu nüchtern. Ich lagere mittlerweile über 160 Kameras in meinem „Kamerazimmer“, wie ich es nenne. Ich habe also bewusst eine Kamera ausgewählt, die ebenfalls aus der Zeit stammte, in der diese dunklen Schatten über Deutschland und Europa lagen. Wer weiß, was diese Kamera damals „gesehen“ hat.

Ursprünglich wolltest Du für Dein Kate-Projekt zwölf Personen zeigen, jetzt sind es Polaroids zu zwölf Songs geworden. Wie kam es dazu?

Michael: Wie oben schon angedeutet, handelt es sich bei der Beschriftung der Polaroids nicht um Bildtitel, sondern um Zitate. Ich wollte schon länger einmal eine Serie zu Kate Bush-Liedern machen, hatte auch schon begonnen, allerdings mit anderem Filmmaterial. Aber dann kam ich doch zu dem Schluss, dass der Sofortbild-Film das Medium der Wahl für mich darstellt. Die ganze Serie ist auch ein wenig autobiografisch. Sie bildet quasi meinen Lebensweg seit dem Tod meines Vaters bis heute ab. Hierzu interpretiere ich die einzelnen Kate-Songs äußerst subjektiv. Die Musik von Kate war immer für mich da, in allen Lebenslagen. Es gab und gibt für mich „wichtige“ Songs, welche ich nun auf meine Art illustriert habe. Eines der Lieder sorgte auch dafür, dass ich den Mann meines Lebens kennengelernt habe, mit dem ich nun schon über 18 Jahre zusammen lebe. In der Tat wollte ich auch, wie Du angesprochen hast, eine Serie mit Porträts von Kate-Fans machen (fotografiert mit einer zweiäugigen Kamera, einer Rolleicord). Vielleicht setze ich dieses Projekt doch noch fort.

Wie viele „eingefrorene Momente“ hättest Du vom Konzert in London auf Foto gebannt, vor allem welche?

Michael: Nun, ich habe solche Momente eingefroren. Allerdings habe ich mich an den Appell von Kate gehalten und am Konzertabend sämtliche bildgebenden Apparate im Hotelzimmer gelassen. Aber die vier Tage, die wir zusammen mit einem guten Bekannten London verbracht haben, waren wunderschön. Einer der Momente, die ich abgebildet habe, war der Moment, als wir am ersten Abend in Hammersmith zum Odeon gelaufen sind und ich die Leuchtschrift „Before the dawn“ das erste Mal sah – ein unvergesslicher Moment für mich. Das Foto (gebannt auf Dia-Film) hängt nun als Abzug auf Leinwand in meinem Arbeitszimmer und erinnert mich immer wieder an diese wundervollen Tage. Die meisten Fotos sind allerdings digital. Übrigens stand an dem Abend, als wir im Konzert in London waren, ein junger Mann mit einer Polaroid-Kamera (eine Image Spectra) vor der Halle und fotografierte damit wohl ebenfalls die Leuchtschrift. Leider war er gleich wieder verschwunden, bevor ich ihn ansprechen konnte.

Wer mehr über die Fotos von Michael erfahren will, wird hier fündig.

Jan 03

Des Rätsels Lösung…

xmas-kate2016-620Es war nicht ganz leicht, in diesem Jahr das Weihnachtsrätsel zu knacken, aber machbar, wie Rate-Königin Beate beweist: Neun richtige Antworten stehen bei ihr zu Buche. Glückwunsch! Klar war ja, dass neun Personen gesucht wurden, die in einer Verbindung zu Kate stehen. Ideengeber war in diesem Fall das Booklet zur Before the dawn-CD. Hier also der Reihe nach die Lösung: Herbert Grönemeyer wurde durch den Film „Das Boot“ bekannt. James Guthrie, der für das Mastering der CD zuständig war, nennt seine Firma „das boot recording“ (und ist am Lake Tahoe beheimatet). Auf dem Abba-Plattencover „The Album“ sieht man, worum es geht: die Marionette, also der Song „I’m A Marionette“. Gesucht war der Puppenspieler aus der Show oder Charlotte Wiliams, die in der Show zum Schluss in die Rolle der Puppe geschlüpft ist. Von Astrid Lindgren war das Buch „Karlson auf dem Dach“ der entscheidende Hinweis auf Frissi Karlsson, der im Konzert Keyboards und Gitarre gespielt hat. Dementsprechend konnte der Bullroarer nur für Percussionist Mino Cinelu stehen. Der Baum in Form einer Weltkugel stammt vom Cover der Platte „One World One Voice“, abgemischt damals von Stephen W. Taylor. Die Kostüme waren hingegen simpel: es waren nur Kostüme und der Hinweis auf Brigitte Reiffenstuel, die Kates Garderobe entworfen hat. Das, was wie Bambusessstäbchen aussieht sind Flöten, Fujare – die stehen für Paddy Bush. Am schwierigsten war offenbar das Rätsel der Uhr zu knacken. Dabei musste man sie nur lesen können: sie stammt von der Firma DuBois und steht für Sängerin Jacqui DuBois. Die schönste Erklärung kam übrigens von Amy: it’s kate bush herself, because she’s the one watching everything. Herr Shakespeare symbolisiert dann natürlich Adrian Noble, der für die Inszenierung zuständig war und Intendant der Royal Shakespeare Company war. Mit neun richtigen Lösungen hat sich also Beate durchgesetzt, gefolgt von Amy, die auf sieben richtige Lösungen kommt. Herzlichen Glückwunsch. Für Beate gibt es die CD samt Promo-Sheet von Warner Music, Amy erhält das Mojo-Heft mit dem Kate-Interview.

Dez 31

Kate inspiriert Philip Pullman

pullmanDer englische Schriftsteller Philip Pullman hat Mitte Dezember eine Kurzgeschichte veröffentlicht, die auf einer Idee von Kate beruht und die er in den Handlungsrahmen seiner Trilogie „His Dark Materials“ eingebettet hat. Zu der Trilogie gehört auch das Buch „Northern LIghts“ („Der goldene Kompass“), für dessen Verfilmung Kate den Song „Lyra“ beigesteuert hatte. Die neue Audiogeschichte heißt „The Collectors“ und wird im Original von Schauspieler Bill Nighy („Tatsächlich…Liebe“, „Per Anhalter durch die Galaxis“, „Fluch der Karibik“, „Harry Potter“)  gelesen. Pullmann schreibt zur Veröffentlichung der Geschichte, dass Kate Bush ihm von zwei Gemälden, die sie besitzt, erzählt habe, „die die seltsame Eigenschaft haben, einander wieder zu finden, wenn eines von ihnen verkauft oder verschenkt wird“. Mit ihrer Erlaubnis habe er dann diese Idee aufgegriffen, „um ein kleines Fenster aus unserer Welt in die Welt von Lyra und ihre gefährliche Mutter Mrs. Coulter zu öffnen. Die Geschichte ist Kate gewidmet.“ Leider erfährt man nicht, bei welcher Gelegenheit Kate ihm von den Bildern erzählt hat und um welche Gemälde es sich handelt. Verblüffend ist aber ein anderer Gedanke: ersetzt man die Gemälde durch Personen, landet man sehr schnell beim Song „Snowed in at Wheeler Street“, den Kate für ihr Album „50 Words for Snow“ aufgenommen hatte und in dem es um zwei Menschen geht, die sich im Laufe der Jahrhunderte immer wieder treffen und jedes Mal getrennt werden. Das Hörbuch gibt es aktuell kostenlos bei Amazon. Kleiner Haken: Man muss sich anschließend beim Amazon-Dienst Audible anmelden.

Dez 28

Show a little devotion: Bettina

saldKate-Fans sind treu, hingebungsvoll, geduldig und vor allem in die Musik von Kate verliebt. Im Kate-Fragebogen “Show a little devotion” gibt es für Kate-Fans immer die selben zwölf Fragen… mit den unterschiedlichsten Antworten… Heute von Bettina:

bettinaMit welchem Kate-Song wachst Du am liebsten morgens auf?
„Hello Earth“.

Welche von Kate besungene Figur wärst Du gerne?
An dieser Frage habe ich wirklich lange geknabbert. Schwer zu sagen. An „Never Be Mine“ gefällt mir die Einsicht der Protagonistin, dass man nicht jeden Menschen, den man begehrt, haben kann und dass das vielleicht auch besser so ist, weil man etwas in diese Person hineinprojiziert: „I want you as a dream, not a reality“.

Wie lautet Deine liebste Textzeile von Kate?
„Just being alive – it can really hurt“.

Welchen Kate-Song singst Du unter der Dusche?
Gar keinen. Dafür singe ich oft Kate-Songs auf längeren Autofahrten rauf und runter.

Mit welchem Song von Kate verbindest Du ein besonderes Erlebnis?
„Wuthering Heights“, weil dieser Titel für mich die Eintrittskarte in ein ganz besonders Universum – das Kate-Bush-Universum – war.

Welchen Song von Kate hörst Du, wenn Du verliebt bist?
„Oh To Be in Love“ – Er fängt so schön diese leicht euphorisch-besoffene Stimmung ein, wenn frau die rosarote Brille noch auf hat und die Schmetterlinge im Bauch flattern…

Welcher Song-Titel von Kate beschreibt Dich am besten?
„Rubberband Girl“.

Welches Album von Kate magst Du am liebsten?
Schwer, ganz schwer zu entscheiden … Gleichstand zwischen „The Kick Inside“ und „Hounds of Love“.

Welcher Song hat Deine Begeisterung für Kate geweckt?
„Wuthering Heights“.

Was macht für Dich Kate so besonders?
Sehr viel! Ihre menschliche Reife schon in jungen Jahren, ihre künstlerische Integrität, ihre Intelligenz sowie ihr Durchsetzungsvermögen als Frau in einer männerdominierten Branche, ohne dabei ihre Weiblichkeit zu verleugnen oder gar zu opfern. Sie war für mich in meiner Jugend ein Rollenvorbild, obwohl ich Punk war. Dank Kates Authentizität gibt es da keinen Widerspruch.

Was würdest Du Dir für das nächste Album von Kate wünschen?
Dass es bald mal erscheint! Um den Rest mache ich mir keine Sorgen und lasse mich überraschen. 🙂

Welcher Song von Kate soll einmal auf Deiner Beerdigung gespielt werden?
„Watching You Without Me“.

Dez 23

Frohe Weihnachten!

xmas2017

Dez 19

Das Song-ABC: Home For Christmas

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homeforchristmas

© katebushencyclopedia.com

Es geschah wieder. Weihnachten naht und wieder fragte Burkhard von morningfog.de bei mir für das Song-ABC an: „Meinst du, du schaffst trotz Stress auch noch Home for Christmas?“. Bei so einer zweiten Anfrage gab es keine Ausrede mehr. Aber mit diesem kleinen Song war ein Problem verbunden. Ich als Kate-Kenner hatte ihn noch nie gehört. In der Discographie bei Jovanovic [1] findet er sich auch nicht. Ich wusste noch nicht einmal, ob Kate das Lied überhaupt selbst komponiert hatte.

Auf meinen Hilferuf „Mehr Details!!“ kamen dann weitere Informationen und eine Recherche im Internet [2] ergab dann ein vollständigeres Bild. „Home for Christmas“ wurde von Kate Bush komponiert und kam zum ersten Mal als Musik zum Film „Wild Turkey“ aus der BBC-Serie „The Comic Strip Presents“ zum Einsatz. Dieser Film wurde an Heiligabend 1992 gesendet. Im Großbritannien kam er dann später als B-Seite der Single „Moments Of Pleasure“  und in den USA als B-Seite der Single „Rubberband Girl“ heraus. Kate Bush selbst verschickte ihn im Dezember 1993 zusammen mit einer Weihnachtskarte als privat gepresste CD-Single. (Wer hat dieses seltene Stück in seiner Sammlung? Meine Augen beginnen vor Begehrlichkeit zu glitzern.)
Zum Glück ist dieses Stück im Internet zu finden. Es ist ein ganz zartes, intimes Stück, kurz und auf das Wesentliche beschränkt. Kate Bushs Stimme und eine Gitarre – mehr nicht. Ein leichtes Jazz-Feeling ist da. Es ist ein Gefühl. als ob man zusammen mit der Sängerin vor dem Kamin sitzt, der Weihnachtsbaum ist geschmückt, die Kerzen brennen, nur noch die Familie fehlt. Sehnsucht nach einer geliebten Person spricht aus der Musik und aus dem Text.  „You know that I’ll be waiting / To hear your footsteps saying / That you’ll be coming home for Christmas.“ [3]  Weihnachten, das Fest der Zusammenkunft. „If I only had wings / Then I would fly to you / Through all the snowy weather.“  Es spricht von großer Zuneigung und Vertrautheit, diesen Text als Weihnachtsgruß zu verschicken.
Wie immer bei Kate Bush kann man den Text auch auf eine andere Weise interpretieren. Die angesprochene Person kann auch das Jesuskind selbst sein. So wird ein ganz persönliches Liebeslied verwoben mit etwas Mystischem. Mit wenigen Worten und wenigen Tönen wird die Essenz von Weihnachten erfasst. Aus einer Kleinigkeit wird ein Kleinod.
In unserer Diskussion wies Burkhard dann noch auf einen interessanten Aspekt hin. „Home for Christmas“ kann auch als ein Pfad in die Zukunft gedacht werden. „If i had only wings“ – hier ist das Finale von „Before the dawn“ zu sehen, wo sich Kate Bush in einen Vogel verwandelt („Then I would fly to you“). Und bei „Through all the snowy weather“ ist dann die Schneetraumlandschaft von „50 words for snow“ erreicht. Themen finden sich wieder, klingen immer wieder an – auch Kleinigkeiten finden ihren Platz im Bushiversum und ordnen sich ein.  (© Achim/aHAJ)
[1] Rob Jovanovic, Kate Bush. Die Biographie. 2006. Koch International GmbH/Hannibal. Höfen.
[2] http://www.katebushencyclopedia.com/home-for-christmas (gelesen 28.11.2016)
[3] http://www.lyricsfreak.com/k/kate+bush/home+for+christmas_20215439.html (gelesen 28.11.2016)

Dez 14

Das Weihnachtsrätsel 2016

xmas-kate2016-620Weihnachten steht vor der Tür und damit ist es auch wieder höchste Zeit für ein kleines Rätsel. Wie man auf dem Bild sehen kann, muss sich niemand auf die Suche nach versteckten Details begeben. (Wobei eine Lupe in einem Fall Wunder bewirken kann.) Stattdessen gibt es neun Bilder, die man jeweils einer Person zuordnen soll (in einem Fall sind auch zwei Namensnennungen möglich). Natürlich gibt es einen Zusammenhang, der sich aber sehr schnell von selbst erklären dürfte. Und man muss wie gewohnt in einigen Fällen ein kleines bisschen um die Ecke denken (oder auch um zwei Ecken). Einsendeschluss für die Lösungen ist der 2. Januar, 24 Uhr. Lösungen bitte ausschließlich an admin(at)morningfog.de; bitte keine Lösungen auf der Facebook-Seite posten. Zu gewinnen gibt es ein Mojo-Magazin mit dem aktuellen Kate-Interview sowie ein 3er CD-Set von Before the dawn mitsamt offiziellem Promosheet von Warner Music. (Besten Dank dafür an Astrid Prochno.) Die Preise werden innerhalb Deutschlands kostenfrei versandt. Gibt es mehrere richtige Einsendungen, wird gelost. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen. Und wer das neue Mojo-Heft schon hat, oder kein Promosheet braucht und nicht weiß, wem er die CD schenken soll: einfach den Preis weiterreichen, schließlich geht es ja auch eher darum, das knifflige Rätsel gelöst zu bekommen. Viel Spaß beim Raten.

Dez 11

Homeground stellt Audio-Archiv online

hg-audioHomeground arbeitet daran, sein Audio-Archiv online zu stellen. Das Kate Bush-Fanmagazin, das erstmals 1982 erschienen ist, hat schon 1979 damit begonnen, Audiodukumente wie zum Beispiel Interviews mit Kate zu sammeln. Die Aufnahmen aus den frühen Jahren wurden inzwischen alle digitalisiert und werden im mp3-Format auf Soundcloud zur Verfügung gestellt. Zum Start gibt es Aufnahmen aus dem Jahr 1980. Mit dabei sind mehrere Radio-Interviews und ein paar Besonderheiten, so zum Beispiel Teil 2 eines Promo-Interviews von EMI für „Never for ever“ und ein speziell für Capitol Radio komponiertes Weihnachts-Jingle. Das Audio-Archiv gibt es hier.

Dez 09

Lunas Pop-up Museum in Zaandam

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Ein Interview mit Luna van der Horst von Beate Meiswinkel

Vor ungefähr drei Jahren entdeckte die 15-jährige Niederländerin Luna van der Horst die Musik von Kate Bush. Dieses Jahr hat das kunstbegeisterte Mädchen ein großes Projekt verwirklicht: In ihrer Heimatstadt Zaandam in Nordholland hat sie im elterlichen Heim ein Kate Bush Pop-up Museum eröffnet. Die Schülerin des St. Michael College, die zur Zeit in die Sekundarstufe geht, setzt damit ihr Profil-Projekt um.

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Drei der gezeigten Kunstwerke von Lousanne Schuuring (oben), Anouschka Zanolla (Mitte) und Esther Hans (unten). Fotos (3): Harold Hulskers

In deinem Kate Bush Pop-up Museum sind viele verschiedene Arten von Kunst von 15 verschiedenen Künstlern zu finden. Kannst du uns ein wenig über die Künstler und ihre Werke verraten? Was erwartet die Besucher deines Museums?

Luna: Es sind inzwischen sogar 19 Künstler, einige davon arbeiten als Paar zusammen. In meinem Museum gibt es Arbeiten von: Aran Benner. Er hat ein sehr großes, theatralisches Musikinstrument gebaut, eine Kreuzung zwischen Doppelbass, Banjo und einem altmodischen Plattenspieler. Bregtje Zitman-Deelen hat drei Portraits gefertigt; ein Video-Standbild aus Army Dreamers, ein Portrait der älteren sowie eines der jüngeren Kate Bush. Buket Albayrak hat ein magisches, schwimmendes Objekt von einer Katze und einem Hund gebaut. Es heißt „Cathy and the Hound of Love“. Den Raum um ihr Objekt dekorierte sie mit kleinen Spiegeln in Form von Musiknoten, die sie ebenfalls gemacht hat. Edgar van der Woude schneiderte ein schönes Couture-Kleid, inspiriert von Kates rotem Kleid aus dem Wuthering Heights-Video. Esther Hans malte ein großes, wunderschönes Gemälde, während sie The Kick Inside und Lionheart hörte. Auf dieses außergewöhnliche Bild schrieb sie in sehr persönlichen Worten, welche Bedeutung Kate Bush in ihrem Leben hat. Eveline Heijkamp machte Videokunst mit den Stücken Moving, The Saxophone Song, Strange Phenomena und Wuthering Heights. Die Besucher können ihr Werk auf einem kleinen Fernsehgerät in einer ruhigen Ecke bewundern und Kates Musik über Kopfhörer genießen. Gea Zwart steuerte mit Life and Death das größte Gemälde der Ausstellung bei. Es ist mit dem Song And Dream Of Sheep verbunden, da die Person auf dem Bild zwischen Leben und Tod schwebt. Gerben Valkema & Eric Hercules: Dieses Paar ist in den Niederlanden für ihre Elsje-Cartoons sehr bekannt. Sie steuerten eine sehr lustige Zeichnung von einer erschöpften Elsje bei, die einen Hügel hinauf läuft: Running Up That Hill! Ein weiteres Künstlerpaar, Joost Pielkenrood & Katrine van Klaveren, machte eine Außeninstallation aus fluoreszierenden, elastischen Bändern für das Lied „Rubberband Girl“. Wenn man sich durch diese bewegt, „tanzt“ man wie Kate Bush! Lousanne Schuuring fertigte zwei Glasskulpturen. Eine ist ein Vogel, verbunden mit Prelude von An Endless Sky Of Honey. Die andere ist eine blau gefärbte Säule mit einem kleinen Gesicht in der Mitte, inspiriert von Symphony In Blue, wie du dir vielleicht schon gedacht has. Marja Eshuijs nähte eine kleine schwarze Lederhandtasche, die mit Efeublättern dekoriert ist, inspiriert von Under The Ivy. Dazu gibt es auch passende Handschuhe! Martijn Couwenhoven machte eine außergewöhnliche Kohle- und Pastell-Zeichnung auf einer Tafel. Michel Teunen baute ein Wandobjekt aus Polyurethan-Hartschaum in Form von Korallen sowie Schmuck aus demselben Material. Panda (ja, so heißt sie wirklich!) Gielen hat eine Serie digitaler Kunstwerke von Kate Bush Fotos gemacht; diese ist keinem besonderen Lied gewidmet, sondern Kate Bush selbst. Stefana Caramanica hat ebenfalls eine ganze Serie angefertigt. Sie fotografierte eine Mutter mit ihren beiden Kindern, alle drei stammen aus Irland, leben in den Niederlanden und wurden vom Familienvater im Stich gelassen. Die Fotos sind inspiriert von Don’t Give Up von Kate Bush und Peter Gabriel. Willem Moeselaar stellte Grafikdrucke her, die auf den ersten Blick sehr fröhlich wirken, schaut man aber genauer hin, entdeckt man auf jedem Bild scharfe Ecken und Kanten. Waking The Witch hat diese Werke inspiriert. Rob Scholte hat sich etwas sehr Überraschendes einfallen lassen, ganz speziell für K8&I! Er hat uns auch neun Kunstwerke zur Verfügung gestellt, „The Glossies“. Das sind übermalte Fotografien. So hat er aus normalen Fotos außergewöhnliche Bilder gemacht, genau das, was auch Kate tut: etwas Außergewöhnliches.

Besonders beeindruckt haben mich ein Kaleidoskop-artiges Lionheart-Bild und das halb Luna/halb Kate Motiv, wunderschön! Kannst du uns ein bisschen über diesen beiden erzählen?

Luna: Das Kaleidoskop-artige Lionheart-Bild stammt von Panda Gielen, sie ist übrigens meine Großmutter. Sie ist Digital-Künstlerin und hat die oben erwähnte Serie von Kate-inspirierten Kunstwerken gemacht. Wir haben dieses Bild als Überraschung für sie auf Aluminium gedruckt, das war ein großer Erfolg! Das „Kate and I“-Bild ist eines der Kunstwerke, die ich selbst gemacht habe. Ich wollte ein Markenzeichen für die Ausstellung, für Flyer, Social Media etc. Das Bild wurde nach der Ausstellung mit K8&I betitelt.

Kannst du uns etwas über eure „Cathy“ verraten, die mysteriöse Schaufensterpuppe?

Luna: Cathy ist das Maskottchen des Museums! Sie trägt das bereits erwähnte Couture-Kleid von Edgar von der Woude.

Kate Bush ist nicht nur eine begnadete, sondern auch eine sehr inspirierende Künstlerin. Würdest du dem zustimmen? Wie hat sie dich inspiriert?

Luna: Sie inspiriert mich dazu, außergewöhnlich zu sein, dazu, dieses kleine Bisschen mehr zu geben, um etwas Einzigartiges zu machen! Weil sie so viele Dinge gemacht hat und auch sehr bekannt ist, war sie die perfekte Persönlichkeit für ein Kunstmuseum!

luna3Wird das Museum denn fortgeführt, vielleicht auch andernorts, oder wird es bei einer zeitlich begrenzten Ausstellung bleiben?

Luna: Wahrscheinlich bleibt es vorübergehend, aber ich würde gerne in der Zukunft weiter machen. Ich weiß es jetzt aber noch nicht – wir werden sehen!

Fans und Kunstliebhaber können das Kate Bush Pop-up Museum am Samstag, 10. und 11. Dezember zwischen 11 und 17 Uhr hier besuchen: Botenmakersstraat 9 in Zaandam, Niederlande. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen gibt es hier und hier.

Dez 06

Original-Polaroids von Mankowitz

manko-polaRechtzeitig vor Weihnachten bietet die Londoner Snap-Gallery nochmal eine kleine Auswahl von Original-Polaroids von Gered Mankowitz an. Die Aufnahmen sind alle bei insgesamt vier Fotoshoots in 1978 und 1979 entstanden und von Mankowitz handsigniert und werden fertig gerahmt geliefert. Die Fotos sind etwa 6 x 6 cm groß, der Rahmen 20 x 21 cm. 20 Motive stehen zur Auswahl. Unter anderem ein Motiv mit dem berühmten „pink leotard“, Aufnahmen von den Kick Inside- und den Lionheart-Sessions sowie ein Wuthering Heights-Motiv. Günstig sind die Einzelstücke allerdings nicht. Die Preise liegen für die unbekannteren Motive bei 490 Pfund und gehen rauf bis auf 595 Pfund (etwa 580 bis 700 Euro). Mit dabei ist ein Echtheitszertifikat. Der Versand ist inklusive. Weitere Infos gibt es hier.

 

Dez 01

Gerücht: Kommen Vinyl-Veröffentlichungen?

vinyl620Kaum ist das neue Live-Album Before the dawn veröffentlicht, gibt es das nächste Gerücht: Angeblich sollen bereits im Januar Kates frühere Alben auf Vinyl neu veröffentlicht werden. Quelle des Gerüchts: Der Besitzer eines Plattenladens in Brighton. In der Liste der kommenden Veröffentlichungen der nächsten Monate von Warner Music Deutschland fehlt dazu allerdings jeder HInweis. Warner neigt allerdings auch dazu, nur das zu bestätigen (und im Falle von Kate auf die Listen zu setzen), was ohnehin schon bekannt ist. Aktivitäten in punkto Werbung fürs aktuelle Album oder Vermittlung von Interviews mit Kate an deutsche Journalisten sind ebenfalls nicht wahrnehmbar. Im Vergleich dazu war EMI geradezu hyperaktiv. Ganz neu ist das Gerücht mit den Wiederveröffentlichungen allerdings nicht. So war beispielsweise mehrfach von Remasters die Rede. Mit dem zunehmenden Hype um Vinyl könnte es auch Sinn machen, Kates Backkatalog analog anzubieten. Hinzu kommt, dass die Neuveröffentlichung von The Red Shoes auf Vinyl auf dem amerikanischen Label Analog Spark sowieso geplant war, aber aus unbekannten Gründen bisher nicht erfolgt ist. Und es gab den schnell wieder gelöschten Post eines Peacock Design-Mitarbeiters, der tweetete: „Very happy to be working on Kate Bush reissues.“ Vielleicht kommt da ja tatsächliche im Frühjahr noch unerwartet etwas auf uns zu… Für Vinyl-Sammler gibt es ansonsten morgen noch die US-Vinyl-Version vom Concord Music-Label. In Japan steht Before the dawn erst am 21. Dezember zur Veröffentlichung an. Bisher ist da nur das 3CD-Set geplant. Ob es auch eine eigene 4LP-Version geben wird, ist noch unklar.

Update: Just heute ist dann doch ein Interview mit einer deutschen Zeitung erschienen. Das Zeit Magazin konnte Frau Bush sprechen.

Christoph Dallach, der das Interview mit Kate für Die Zeit geführt hat, hat mir übrigens versichert, dass das Warner Music-Team alles unternommen habe, um das Interview, das zwischenzeitlich auf der Kippe stand, möglich zu machen.Offenbar spielt das Kate Bush-Management da nur begrenzt mit. Also: Ehrliche Abbitte an Warner Music!

Nov 26

Glockenklang, Wassermusik, verbotene Instrumente und Vogelgesang

Kates begleitende Worte im Before The Dawn CD Booklet – Übersetzung: Beate Meiswinkel
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Der Klang des Glockengeläuts ist in verschiedenen Teilen der Show zu hören, wie beispielsweise bei Joanni, einem Lied über Johanna von Orleans. Diese Glocken wurden von Kevin McAlea aufgenommen und gespielt. Er hatte zufälligerweise seine Aufnahmegeräte dabei, als er die Kathedrale von Rouen besuchte, wo die Glocken am Jeanne d’Arc Tag ihr zu Ehren geläutet werden. Zufälligerweise bilden sie den passenden Schlüssel zu diesem Lied. Mino ist ein solch vielseitiger Perkussionist. Wir nannten ihn Le Prestidigitateur (den Fingerfertigen). Beim Abschluss von King Of The Mountain beherrschte er den vorderen Teil der Bühne mit seinem Schwirrholz, einem heiligen Instrument der australischen Ureinwohner, dessen Klang traditionell für die Ohren von Frauen verboten ist. Es besteht aus einem geschnitzten Holzstück, das an ein Seil gebunden ist, und der Spieler lässt es um seinen Kopf kreisen. Es ist ein Instrument, das sehr körperbetont gespielt wird. Dies war der Moment, in dem Mino einen großen Sturm entfachte, der alle auf der Bühne in The Ninth Wave hinein saugte.

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Dieses Foto habe ich nach dem Soundcheck von der Bühne aus gemacht, nicht während einer Vorstellung an einem ruhigen Abend! Man bemerke den oben geparkten Helikopter!

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Alle Sänger wechselten ihre Handmikrofone gegen Headsets, die die Bewegungsfreiheit auf der Bühne während The Ninth Wave ermöglichten. Das stellte eine größere Herausforderung für die Toningenieure dar. Drei aus dem Chor kletterten auf das Dach eines sich bewegenden, schaukelnden Zimmers, um ihre Stimmen zu Watching You Without Me beizusteuern.

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Während der Abschnitte des Chores konnte Jo sich dafür entscheiden, entweder eine Oktave tiefer oder höher als alle anderen zu singen. Er hat einen solch unglaublichen Stimmumfang.

Die Show zusammenzustellen, war eine außergewöhnliche Erfahrung. Es war ein riesiger Arbeitsaufwand, eine Menge Spaß und ein enormes Privileg, mit einem solch unbeschreiblich talentierten Team zusammenzuarbeiten. Dies ist das Tondokument. Ich hoffe, dass es für sich selbst spricht, als ein eigenständiges Stück Musik, das sowohl Menschen genießen können, die die Shows nicht gesehen haben, als auch für diejenigen, die dabei waren.
Ich habe keinesfalls mit solch überwältigender Rückmeldung der Zuhörer gerechnet, die die Vorstellung jede Nacht mit Leben und Aufregung erfüllt haben. Sie sind hier, in jedem einzelnen Takt der aufgenommenen Musik. Selbst wenn man sie nicht hören kann, so kann man sie spüren.
Nichts auf diesem Live Album wurde neu aufgenommen oder zusammengeschnitten, lediglich zwei oder drei Soundeffekte wurden hinzugefügt, um die Atmosphäre zu verstärken.
Never Be Mine auf der ersten CD ist die einzige Aufnahme, die es davon gibt. Das Stück wurde aufgenommen, während die Show ohne Publikum gefilmt wurde. Es wurde herausgenommen, weil die Show zu lange wurde, aber hier ist es wieder, an seiner ursprünglichen Stelle. Alles andere läuft so, wie es war, mit nur einigen wenigen Überarbeitungen, die den Fluss der Musik unterstützen.
Die Hauptfigur von The Ninth Wave auf der Bühne war eine schiffbrüchige Frau, die im Wasser treibt, und die auf eine große ovale Leinwand projiziert wurde. Der Gedanke dabei war, dass dieser zuvor aufgenommene Film die Realität darstellt. Die Hauptstimme für diese Sequenzen wurden während der Filmaufnahmen live in einem tiefen Wassertank in Pinewood gesungen. Aufwändige Recherchen waren notwendig, um herauszufinden, wie diese Stimme aufgenommen werden konnte. Ich hoffte, dass der Gesang sich realistischer und gefühlvoller anhören würde, wenn er in diesem schwierigen Umfeld eingesungen wird (das Boom-Mikrofon könnt ihr auf dem Foto auf der Rückseite dieses Booklets sehen. Es musste allerdings während der Nachbearbeitung aus jeder Einstellung wegretuschiert werden, obgleich sehr wenige Aufnahmen mit diesem Boom-Mikrofon schließlich verwendet wurden. Das Hauptmikrofon befand sich in der Schwimmweste, getarnt als Röhrchen zum Aufblasen!) Die restlichen Hauptstimmen auf dieser CD wurden live auf der Bühne gesungen, als Teil der Traumsequenzen. Die einzige Möglichkeit, diese Geschichte als Audio-Stück umzusetzen, war es, sie wie ein Radio-Hörspiel zu gestalten und den Applaus bis zum letzten Lied zu unterdrücken, bis die Geschichte vorüber ist und wir alle wieder ins Theater zurückgekehrt sind, zu den Reaktionen des Publikums.
Ganz gegensätzlich zu The Ninth Wave, in dem es um einen Überlebenskampf in der Dunkelheit geht, geht es in A Sky Of Honey um den Verlauf eines Sommertages. Die ursprüngliche Idee hinter diesem Stück war es, die Verbindung zwischen Vogelgesang und dem Licht zu erkunden, und warum das Licht die Vögel dazu bringt, zu singen. Es beginnt mit einem wunderschönen Nachmittag in goldenem Sonnenlicht, umgeben von Vogelgezwitscher. Während die Nacht anbricht, erhebt sich die Musik langsam bis zum Anbruch der Dämmerung.
Diese Show war eines der aufregendsten Dinge, in die ich je mit einbezogen war. Vielen Dank an alle, die dazu beigetragen haben, dass sie stattfinden konnte und die den Prozess begleitetet und ihm gestattet haben, sich kontinuierlich zu entwickeln.

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„Was für ein schöner Nachmittag. Was für ein schöner Nachmittag. Oh, kannst du die Vögel singen hören: die Misteldrossel und die Waldtaube, den Buchfink und das Rotkehlchen, die Amsel und den Zeisig, wie tropfendes goldenes Licht und goldene Glocken? Ding dong, ding dong. Läute es herbei, schüttle es herab, bring es herbei, lass es herein. Der Sommer ist gekommen, der Sommer möge lang sein. Was für ein schöner Nachmittag. Was für ein schöner Nachmittag. Oh, willst du mit uns kommen, um das Lied von Öl und Pinsel zu entdecken? Es war ein schöner Nachmittag. So ein schöner Nachmittag. Er sinkt in die Hügel hinab. In die Kissen der Hügel. Mein Schatz. Mein Juwel. Die Sonne. Der Himmel. Jedes Schwimmbecken wird vor Aufregung erzittern. Ich ließ den Wind blasen und die Sternenhimmel schweben. Ich habe Schmerzen von Kopf bis Fuß. Ich habe Blasen an meinen Händen. Oh Mann, heute Nacht male ich den Mond!“

 

Nov 22

David Rhodes plaudert aus dem Nähkästchen…

sde-rhodesIn einem jetzt veröffentlichten Interview mit Paul Sinclair für das englische Magazin „Super Deluxe Edition“ hat Gitarrist David Rhodes weitere überraschende Details zu den Before the dawn-Konzerten offenbart – so standen neben Never be mine ursprünglich auch Songs wie Sat in your lap und The Big Sky kurzzeitig auf der Setlist. Sinclair hatte das Interview bereits Ende Oktober 2014 geführt. Sat in your lap etwa wurde zugunsten von Top of the City gestrichen, The Big Sky war als Zugabe gedacht, stattdessen gab es dann Cloudbusting, erzählt David Rhodes. Während es der Song vom Album The Dreaming nicht mal bis in die Proben schaffte, wurde The Big Sky ein- oder zweimal von der kompletten Band eingeübt. Dass Never be mine von der Setlist flog, erklärt Kates Gitarrist so: „I think Never be mine was just a bit too downbeat.“ Auch für die Zugabe, als Kate zunächst alleine am Klavier saß, waren offenbar weitere Songs im Gespräch: „There were two or three others that she decided not to do.“ Die ersten Proben hat David in einer kleinen Besetzung absolviert: John Giblin, Kate und er. Das war im März 2014, bevor dann im April erstmals die Band gemeinsam die Songs einstudiert hat. Schon im Interview mit morningfog.de hatte David erzählt, dass er bei den ersten Proben von Kates Stimme vollkommen fasziniert und berührt war. Im Gespräch mit Paul Sinclair erzählt er: „Actually, when I was doing the early rehearsal with just her and John, I think we were just doing Prologue, I was just playing my single note all the way through. But just hearing her … well, hearing John play is always a pleasure and then hearing her sing was so wonderful, a tear came to my eye, I just felt very lucky to be in the room with them both.“ Interessant ist auch, dass die Bandproben getrennt von den Proben für die Show stattgefunden haben. So berichtet David, dass erst nach und nach die einzelnen Showelemente eingeführt wurden. Dass er zum Beispiel zum Abschluss von Aerial eine Maske tragen sollte, erfuhr er erst vier Tage vor der Premiere. Als absolutes „Desaster“ bezeichnet David die Pre-Show, zu der am Sonntag vor der Premiere Freunde und die Familie von Kate eingeladen waren. Vieles ging schief und man hatte vor allem mit technischen Problemen zu kämpfen. Von den ganzen Prominenten, die bei den Shows zu Gast waren, hat David nur drei getroffen: natürlich Peter Gabriel, Elton John und Stella McCartney. Ansonsten, erzählt er, hat er sich von den After-Show-Treffen eher fern gehalten und sich lieber in einen Pub verdrückt.
Das komplette Interview gibt es hier.

 

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