Happy Birthday, Kate

Heute ist ein guter Tag, Kates Platten rauf und runter und wieder rauf zuhören. Eigentlich macht das immer Sinn, an Kates Geburtstag aber besonders. Beim Abensgebet bin ich allerdings dann doch sehr eigennützig. Oberster Wunsch: Neue Musik noch in diesem Jahr. Und wenn nicht 2021, dann doch bitte in 2022. Happy Katemas!

1500 x HOL in buntem Vinyl bei HMV

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Kates Album „Hounds Of Love“ ist heute in einer Sonderauflage von 1500 Exemplaren in England bei HMV erschienen. HMV („His Masters Voice“) ist ursprünglich ein Plattenlabel und entstand aus dem von Emil Berliner gegründeten Label Gramophone Company, zu der auch die Deutsche Grammophon Gesellschaft gehörte. Berliner gilt als Erfinder der Schallplatte. Ab 1931 gehörte HMV zur neu gegründeten EMI. Aus dem Plattenlabel wurde 1921 mit der Gründung des ersten Shops in Lonndon ein Plattenhändler. Aus Anlass des 100-jährigen Bestehens der Ladenkette hat HMV eine „Centenary Edition“ aufgelegt und die besten Schallplatten der vergangenen 100 Jahre auf Vinyl neu veröffentlicht. HOL erscheint exklusiv in recyceltem, buntem Vinyl, was bedeutet, das jedes der 1500 Exemplare einzigartig ist. Das Album ist vorrangig in den HMV-Shops zu haben, online wird es nur innerhalb von England verkauft.

Alfred Biolek verstorben

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Foto: WDR

Noch nicht ganz zehn Jahre gibt es diese Seite, aber in etwa von Anfang an gibt es die Einleitung „Über mich“. Natürlich geht es darum, wie man überhaupt dazu gekommen ist, Kate zu hören. Wer wie ich in den 1960er Jahren geboren wurde, verbindet Kate fast immer mit Alfred Biolek: „Als am 9. Februar 1978 Kate Bush erstmals im Fernsehen auftrat und das in der WDR-Sendung „Bio’s Bahnhof“, saß ich vor dem Fernseher. Ich war damals 14 und kam aus dem Staunen nicht mehr heraus – ich war die Musik von Abba gewohnt, so was hatte ich noch nie gesehen oder gehört.“ Bio’s Bahnhof war anders als alles, was damals im Fernsehen lief. Es war Unterhaltung, es war Talk, es waren Weltstars zu Gast – Sammy Davis Jr. (!) – und es war die Bühne für gänzlich unbekannte Musiker wie Kate Bush, die in Deutschland mit ihrem ersten Hit „Wuthering Heights“ erst durch Biolek über Nacht bekannt wurde. Nicht umsonst landete Biolek gar auf der Rückseite des Plattencovers zu „Wuthering Heights“ und pries Kate an: „Wer bereits mit 19 Jahren über einen ausgeprägten Stil und eine so erstaunliche Persönlichkeit verfügt wie Kate Bush, dem sollten in den nächsten Jahren wirklich alle künstlerischen Möglichkeiten offenstehen. Ihre ungewöhnlich hohe Stimme und die tänzerischen Fähigkeiten dürften dabei stets ihre Erkennungszeichen bleiben.“ Jahre später hat Biolek dem Rolling Stone ein Interview gegeben und erzählt, wie er Kate entdeckt hat: „Ich hatte mich damals bei diversen Plattenfirmen umgehört, welche Künstler sich für meine neue Show eignen könnten. Eines Tages saß ich bei der EMI in London, alle möglichen Namen wurden genannt – und plötzlich fiel mir ein Lied auf, das leise über die Bürolautsprecher lief. Ich unterbrach das Gespräch, hörte zu. Und war begeistert! ‚Wer ist das?‘ fragte ich, die sagten: ‚Eine ganz neue Künstlerin, sie fängt gerade erst an.‘ Und ich dachte mir, die könnten wir doch einladen.“ Kate reiste zu ihrem allerersten TV-Auftritt überhaupt schon zwei Tage vorher an, erlebte den Rosenmontag in Köln und wurde sogar von Alfred Biolek zu sich nach Hause eingeladen und dort bekocht.
Heute ist Alfred Biolek im Alter von 87 Jahren in seiner Heimat Köln gestorben.

Kate bedankt sich für Buch-Widmung

Foto: MIchael Stewart/Twitter
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„Man erhält nicht jeden Tag einen Brief von Kate Bush“, freut sich der englische Autor Michael Stewart, der bereits mehrfach Kontakt zu Kate hatte. Stewart gilt als Experte für die Brontë-Schwestern und hat jetzt mit „Walking the invisible“ ein neues Buch vorgelegt. Dabei hat er sich auf Spurensuche nach den drei Autorinnen begeben und versucht, in das Leben der Autorinnen, ihre Romane und die Landschaften, in denen die Bücher spielen, einzutauchen. „Auf dem Weg werden Sie Klassikern wie Wuthering Heights, Jane Eyre und Agnes Grey näher kommen, die wahren Orte hinter ihren fiktiven Schauplätzen entdecken und die Mythen aufdecken, die diese viel gelobte und völlig einzigartige Familie umgeben“, heißt es in der Beschreibung zum neuen Buch, das Stewart Kate gewidmet hat und ihr vor der Veröffentlichung Ende Juni zugeschickt hatte. „I’m really touched that you’ve dedicated it to me“, bedankt sich Kate artig und wünscht Michael für das Buch viel Erfolg. Schon in seinem Roman „Ill Will“ hatte sich Stewart mit dem Roman „Wuthering Heights“ auseinandergesetzt und dabei die Herkunft der Figur Heathcliff durchleuchtet und versucht, seinen Lebensweg nachzuzeichnen. Zum 200. Geburtstag von Emily Brontë folgte dann die Idee, im Rahmen des Bradford Literatur Festivals zwischen dem Geburtsort der Brontë-Schwestern in Thornton und dem Pfarrhaus der Eltern in Haworth insgesamt vier Gedenksteine aufzustellen, um so das literarische Erbe der Brontë-Schwestern zu würdigen. Für den Emily Brontë zugedachten Gedenkstein konnte er Kate gewinnen, ein passendes Gedicht zu schreiben, das in den Stein gemeißelt wurde.

Am 17. Juli wird wieder getanzt. Auch in Berlin und München.

Melbourne 2016: Ein Meer von Cathys zum Most Wuthering Heights Day. In diesem Jahr wird endlich wieder gefeiert und getanzt, aber in deutlich kleinerem Rahmen, teilweise nur online, immer mit Abstand.

Nachdem der Wuthering Heights Day 2020 weitestgehend ausfallen musste, soll in diesem Jahr wieder gefeiert werden – online und da, wo es möglich ist, auch vor Ort. Als besondere Überraschung wird erstmals neben Berlin auch in München ein Event zum Most Wuthering Heights Day Ever organisiert. Termin ist in diesem Jahr der 17. Juli. Wie in den letzten Jahren auch werden die meisten Events in Australien und Neuseeland stattfinden. In Neuseeland in Dunedin und auf Waiheke Island, in Australien sind Veranstaltungen in Adelaide, Brisbane, Canberra, Newcastle, Hobart, Bega Valley, Bunbury, Melbourne und Frankston vorgesehen. In Melbourne soll es selbst organisierte kleinere Events geben, in Adelaide wird erst am 18. Juli zu Kates Song getanzt. In den USA gibt es eine Veranstaltung in Reno, eine weitere in Austin soll als Online-Event für ganz Amerika angeboten werden. In Europa nehmen Monteveccia (Italien), Edinburgh (Schottland) und Bristol (England) teil. In Berlin ist die Verantaltung in Kreuzberg geplant, in München im Ostpark. In München muss man sich regisitrieren, in Berlin ist aktuell noch unklar, wie viele Menschen teilnehmen dürfen. Berlin plant zudem, die Veranstaltung live zu streamen. Eine weitere besondere Veranstaltung war im englischen Gorleston-On-Sea eingeplant. Dort sollte zum Wuthering Heights-Day auch die KT Bush Band ein exklusives Konzert geben. Die Band hat ihren Auftritt allerdings wenige Tage nach der Ankündigung wieder absagen müssen.

Mammut-Projekt: Alle Songs von Kate covern!

Youtube-Screenshots: Eberhard Gill

Von Eberhard Gill

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Als eingefleischter Kate Bush-Fan bin ich ständig auf der Suche nach Neuem. Und da sich Kate mit einem neuen Album, wie so oft, rar macht, suche ich die Reflektion ihres Werkes in den Augen und Ohren anderer. Dabei durchforste ich ab und an Youtube nach neuen Kommentaren und Covern und komme mir dabei vor wie ein Spürhund, der versucht, aus den feinsten, flüchtigsten Spiegelungen ihres Werkes bei anderen etwas Neues zu entdecken.
Bei einer dieser Entdeckungstouren bin ich schon im Dezember 2020 über ein Video gestolpert, das mich im wahrsten Sinne des Wortes aufhorchen ließ. „Yuri Kono Kate Bush“ ist ein Projekt von Yuri Kono, einer Musikerin und großem Kate Bush-Fan, die sich ein unglaubliches Ziel gesetzt hat: Jeden veröffentlichten Song von Kate zu covern! Yuri Kono erläutert, wie sie es in ihrer Projektankündigung sagt, dass sie damit dem Verständnis von Kates Werk näher kommen will, um es vielleicht sogar ein wenig durch Kates Augen zu sehen. Yuri Kono spricht von einem Abenteuer und einer Herausforderung, die dieses Projekt für sie bedeutet. Und tatsächlich hat sich Yuri Kono im Januar auf die Reise begeben. Seit Beginn diesen Jahres postet sie jeden zweiten Sonntag ein Cover eines Songs aus dem Album „The Kick Inside“ in ihrem Video-Kanal, ganz schlicht und klassisch nur mit Stimme und Klavier. Und nicht nur das. In jeder darauffolgenden Woche erscheint ein kurzes Video, in dem sie über ihre Erfahrungen mit diesem Cover spricht.
Nun, wer ist Yuri Kono? Es ist nicht ganz einfach etwas über sie zu erfahren, aber glücklicherweise ist das Internet zu einer mächtigen Suchmaschine geworden. Yuri Kono ist eine in Japan geborene Musikerin, Sängerin und Pianistin, die in England wohnt. Ihre eigene Musik wird als eine Kombination von westlicher (experimenteller) Musik und japanischer Musik, zum Beispiel Anime-Musik, beschrieben. Als musikalische Inspirationen nennt sie Joe Hisaishi, Björk und eben Kate Bush, und wer sich einen Eindruck ihrer eigenen Musik verschaffen will, kann dies mit dem Video „Snowstorm“ von Sofar Sounds (Songs from a Room) machen.

Als Nichtmusiker kann ich nur erahnen, welche Anforderungen bei jedem Cover zu meistern sind. Zunächst die technischen, also das Umsetzen der Musik in eine Klavierbegleitung, dann Text- und Stimmbeherrschung und wohl nichts als üben, üben, üben. Und darüber hinaus die intellektuelle und emotionale Auseinandersetzung mit dem Inhalt, Kontext und der Art und Weise, wie Kate selbst den Song singt. Und dann schließlich Aufnahme und Reflektion in einem eigenen Video. In einem Kommentar auf Youtube wird sie folgendes gefragt: „Wer bist Du, Yuri Kono, wenn Du singst? Kate sagte, dass es nicht sie persönlich ist, die singt, sondern die Person im Song singt in diesem Moment. Deshalb frage ich mich: Ist es nun Yuri Kono, die singt, oder ist es Kate Bush, oder singst Du wie die Person im Song, oder singt Du, wie Du denkst, dass Kate Bush über die Person im Song denkt?“ Freundlicherweise hat Yuri darauf geantwortet und sagt: „Wenn ich Kates Songs singe, fühle ich sie sehr stark, vielleicht die Person, die sie in jedem Song ist. Ich liebe es einfach, mich in ihre Welt zu begeben, oder in ihre Welten. Es ist sehr magisch.“ Und abgesehen von der Intensität und Qualität der Cover, denen man die Sorgfalt ansieht, mit der sie gemacht sind, sind ihre Reflektionen zu den Covern für mich besonders interessant, auch weil sie als Musikerin so viel erklären kann. In ihrer Reflektion zu „Strange Phenomena“ analysiert sie die musikalische Brücke vor dem Refrain und ist begeistert von „dem wunderschönen Blumenstrauß, der sich hier formt und der mit der nächsten Melodielinie vollends erblüht“. Aber Yuri teilt eben nicht nur ihre musikalischen Erfahrungen, sondern sie lässt die Zuschauer und Zuschauerinnen teilhaben an ihren Entdeckungen, ihren Überraschungen, ihren Herausforderungen, ihren Zweifeln, an ihrem Widerstand und dessen Überwindung, an ihrer Freude. Sich jede Woche stundenlang mit Kates Songs auseinanderzusetzen, das stelle ich mir als große Herausforderung vor. Und mit der Intensität, mit der sie das tut, denke ich, kommt sie als Musikerin Kate und ihrem Werk näher als viele andere.
Ein bisschen Neid kommt da bei mir sicher auf. Aber die Ernsthaftigkeit dieser Auseinandersetzung ist wohl auch eine enorme, persönliche Herausforderung und ein Selbsterfahrungsprojekt ersten Ranges, denn obwohl man beängstigend tief in Kates musikalische Welt eintaucht, ist es doch auch die eigene Persönlichkeit, die man hier spiegelnd entdeckt. Man kann gespannt sein, wie sich dieses Projekt über die Zeit hinweg entwickeln und verändern wird.
Was für ein Projekt! Was für ein Abenteuer! Viel Erfolg, Yuri Kono!

Interessanterweise hat Yuri Kono dann noch genau in dem Moment, als Eberhard seinen Beitrag für den Blog fertig hatte, eine kleine Überraschung parat. In wenigen Tagen hat sie die Cover von The Kick Inside abgeschlossen und will am 4. Juli in einem Live-Stream drei Songs von TKI live spielen. Die kann man per Kommentar oder Message auf ihren Social Media-Kanälen mitbestimmen. Die Details dazu gibt es im Video.

Neuer Hinweis von Big Boi zu Song mit Kate

Im Juli 2020 war es, als der US-Rapper Big Boi in einem Interview eine Andeutung gemacht hat, dass er mit Kate zusammenarbeite. Nun gibt es auf seiner Twitter-Seite einen neuen Hinweis. Gleich mehrere Fans hatten nachgefragt, was aus der musikalischen Zusammenarbeit geworden ist. In einem Fall hat Big Boi mit einem Smiley reagiert, bei dem ein Zeigefinger vor den Lippen zu sehen ist, er also nichts verraten will. Auf die Frage, ob es etwa ein Rap-Cover von Kates Song Cloudbusting geben könnte, antwortet Big Boi mit „Nope…Made from scratch.“ Was bedeutet, dass es sich um einen komplett neuen Song handeln würde. Bei einer weiteren Frage reagierte der Rapper mit der Aussage, dass er erst das mit Sleepy Brown eingespielte Album The BIg Sleep Over veröffentlichen wolle. Das promotet Big Boi in Interviews immer wieder schon seit 2019, die Veröffentlichung hat sich aber stets verzögert. Nach dem Interview im Juli 2020 war vermutet worden, dass ein Song mit Kate auch Bestandteil des neuen Albums werden könnte. Die Aussage „dropping the Big Sleep Over Alum first“ deutet nun eher an, dass beide Projekte nicht miteinander gekoppelt sind und man auf den möglichen Song mit Kate wohl noch etwas länger warten muss. Damit ist auch wieder vollkommen offen, ob Kate mit Big Boi auf einem seiner Songs singt, oder es genau umgekehrt ist und neues Songmaterial von Kate zu erwarten ist. Auch bei der Aussage „this year“ ist leider nicht ganz klar, ob sich das auf Veröffentlichungsdatum von Big Bois eigenem Album bezieht, oder der Song mit Kate noch in diesem Jahr veröffentlicht werden soll. Für neue Musik von Kate wird es auf jeden Fall höchste Zeit – und wenn es nur Background-Gesang für Big Boi ist.

Kate ziert den Rolling Stone

Mit gleich zwei Covern präsentiert sich die deutsche Ausgabe des Rolling Stone auf dem Juni-Heft: Neben Peter Gabriel schmückt Kate den Titel – beide passend zum Thema „Das große 80er Special“.
„Oben auf dem Hügel“ ist der Beitrag von Jens Balzer zu Kate überschrieben, der mit der Frage „Ist Hounds Of Love vielleicht das wichtigste Album der 80er-Jahre?“ eingeläutet wird. Die Antwort gibt es dann schon im Vorspann: Mit HOL sei ihr zumindest die „perfekte Mischung aus Romantik und Zukunftseuphorie“ gelungen. Das beste Album der 80er ist es dann allerdings nur noch „vielleicht“. Immerhin. Und das mit Peter Gabriel und seinem Album So auf dem zweiten Rolling Stone-Cover „das Konsensalbum der Dekade“ und der „Heilige Gral des Mainstreams“ gewürdigt werden, passt dann auch. ganz gut, immerhin sind Romantik, Zukunftseuphorie und der Heilige Gral auf So mit Don’t give up ebenso perfekt vereint. Mal sehen, ob das in beiden Texten gewürdigt wird.

Das Song-ABC: Experiment IV

„Experiment IV“ ist ein Song einer Art, der bei Kate Bush ab und zu vorkommt. Eine politische Botschaft, meist pessimistisch, wird in einen eingängigen Song verpackt. Er setzt damit eine Reihe fort, die mit „Breathing“ und „Army Dreamers“ begann und die mit „Heads we’re dancing“ fortgeführt wurde. Der Song ist das einzige neu komponierte Stück für das Best-of-Album „The whole story“. Er wurde als Single veröffentlicht und erreichte in Großbritannien Platz 23 [1]. Das Lied erzählt die Geschichte eines geheimen militärischen Experiments, des Experiments IV. Es soll ein Sound kreiert werden, der schrecklich genug ist, um Menschen zu töten. Das Ende der Geschichte ist unklar, aber das Experiment geht gründlich schief. Im Musikvideo wird fast jede Person, die an dem Projekt arbeitet, durch den schrecklichen Klang getötet.
Die erste Strophe (Texte aus [2]) beginnt mit „We were working secretly for the military / Our experiment in sound was nearly ready to begin“. Diese Eröffnungszeilen führen unmittelbar in die Geschichte ein. In den nächsten Zeilen kündigt sich dann schon das ganze Verhängnis an: „We only know in theory what we are doing / Music made for pleasure, music made to thrill / It was music we were making here until…“ Vor diesem Experiment wurde Musik nur zum Vergnügen verwendet, niemand hat sie als Waffe benutzt. Dieser Sound aber wird alles verändern. Den Wissenschaftlern, Kate Bush als Protagonistin des Songs ist offenbar eine davon, wird befohlen, ein Instrument des Todes zu schaffen. „They told us all they wanted / Was a sound that could kill someone from a distance.“ Aber das verhängnisvolle Experiment läuft aus dem Ruder: „So we go ahead and the meters are over in the red / It’s a mistake in the making“. Die für das Experiment Verantwortlichen haben sich ihrer Verantwortung entzogen und das Versuchsgelände und die Menschen dort sich selbst überlassen. „We won’t be there to be blamed / We won’t be there to snitch / I just pray that someone there can hit the switch.“ Nur ganz verschämt und beschönigend wird im Outro mitgeteilt, dass man um das Gelände Warnhinweise aufgestellt hat: „And the public are warned to stay off.“ Verantwortung sieht anders aus.
Kate Bush hatte die Idee gereizt, etwas so Positives wie Musik ins Negative, Tödliche zu verkehren. „I consider music a really positive force, it’s something that is there to help people, to make them happy, to make them think. […] And the thought of people using sound in such a negative way […] it’s so obscene. The irony of using something that’s so beautiful, in a way, to actually kill people rather than help them, I find fascinating.“ [5]
Das übergeordnete Thema ist, dass der natürliche Forscherdrang des Menschen durch andere Menschen missbraucht werden kann. „[…] often [scientists are] trying to create something that they consider positive, productive and very much something that would help mankind, but so often along the way those good intentions end up being used, particularly by other people, for completely the opposite reasons. Particularly experiments that end up being used by the military, things like the atom bomb.“ [5] Kate Bush blickt jetzt in diesem Song aber nicht auf eher ferne Wissenschaften, nicht auf atomare Versuche, sie richtet den Blick auf sich, auf ihre Passion, auf die Musik. Könnte man auch das ins Negative verkehren? Das ist der eigentliche Inhalt: Ist meine Berufung korrumpierbar? Ist meine Musik für Böses nutzbar? Das ist keine fern liegende Frage, Musik wurde später u.a. in Guantanamo als Folterinstrument verwendet [13]. Insofern hat Kate Bush hier eine realistische Sicht auf die Dinge.
„Experiment IV“ ist sehr eingängig , durchgehend wird ein 4/4-Takt durchgehalten. Die Tonart ist ein b-Moll [2]. Wie immer setzt Kate Bush die Tonart punktgenau ein. Nach Beckh [3] ist b-Moll die Todestonart, sie ist starkfinster, sie ist „todverwandt“. Totenstimmung und Todeskampf wird durch sie verkörpert. In b-Moll fasst „die harte Faust des Todes die Menschenseele“ an. Es ist die „Tonart des Sterbens, des harten Todeskampfes, die Tonart, in der wir vor allem die Bitternis des Todesstachels empfinden.“ Genau darum geht es ja: um die vernichtende, zerstörerische, tödliche Macht, die auch der Musik innewohnt.
Eine Interpretation des Songs wäre ohne das Video dazu [4] unvollständig. Kate Bush hatte offenbar viel Zeit, sich mit der Konzeption zu befassen und übernahm auch die Regie. Namhafte Schauspieler wie Dawn French, Hugh Laurie („Dr. House“), Peter Vaughan (Maester Aemon in „Game of Thrones“) und Richard Vernon standen ihr zur Verfügung. Das Video war sehr erfolgreich, es wurde für die Grammy Awards 1988 in der Kategorie „Best Concept Music Video“ nominiert. Bei „Top of the Pops“ wurde es dagegen nicht gesendet, da es als zu gewalttätig angesehen wurde [6]. Für mich ist es eines der besten Videos zu Songs von Kate Bush. Kate Bush reicherte den kleinen Film mit liebevollen Details an, die weit über den Text hinausgehen und die zur Deutung des Songs beitragen. Sie war begeistert davon, nicht mal selbst im Mittelpunkt zu stehen und einfach die Geschichte zu erzählen. „I was excited at the opportunity of directing the video and not having to appear in it other than in a minor role, especially as this song told a story that could be challenging to tell visually.“ [7]
Für die Dreharbeiten wurde ein Ort gefunden, der mit seiner verwunschenen Atmosphäre viel zur Wirkung des Videos beitrug. „I chose to film it in a very handsome old military hospital that was derelict at the time. It was a huge, labyrinthine hospital with incredibly long corridors, which was one reason for choosing it. Florence Nightingale had been involved in the design of the hospital.“ [7] Der Aufwand war enorm, aber alle hatten offenbar viel Spaß „The video was an intense project and not a comfortable shoot, as you can imagine – a giant of a building, damp and full of shadows with no lighting or heating but it was like a dream to work with such a talented crew and cast […].“ [7]

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Zu Beginn des Videos betritt ein Wissenschaftler (Richard Vernon) das Versuchsgelände durch einen getarnten Eingang in einem Geschäft für Instrumente und Musik, „Music for pleasure“. Der gelangweilte Mann hinter dem Verkaufstresen zählt offenbar frisch eingetroffene Exemplare der Single zu „Experiment IV“. Der Laden steht voll mit Musikinstrumenten, die schon eine Rolle in Songs von Kate Bush gespielt haben. Zu sehen sind z.B. Dijeridu, Strumento da Porco, Balalaika, Mandoline, Posaune, ein Kontrabass und eine keltische Harfe [11]. Offenbar ist dieses Geschäft ein Sinnbild für Kate Bush und ihre Musik. Der Professor wird von zwei Wissenschaftlern in Empfang genommen (Dawn French, Hugh Laurie). Offenbar steht das Experiment kurz vor dem Abschluss. Sie betreten einen Kommandoraum, der wie ein Tonstudio aussieht (es geht ja auch um Musik). Hinter einer Glasscheibe sieht man schemenhaft einen für den Versuch vorbereiteten Probanden. Der Professor heißt Jerry Coe, das ist wohl ein Wortspiel mit „Jericho“, der Stadt, deren Mauern beim Klang von Posaunen einstürzten. Er erinnert sich daran, wie er vom Militär (als General: Peter Vaughan) zu diesem Experiment IV gezwungen wurde. Er erinnert sich an die Vorbereitungen für den heutigen Tag.
Hier ist der Punkt, um auf den Titel des Songs einzugehen und eine Vermutung zu äußern. „Experiment IV“, dieses düstere Krankenhaus, diese Experimente mit Menschen: es erinnert an die sogenannte „Aktion T4“ der Nazizeit. Es ist eine nach 1945 gebräuchlich gewordene Bezeichnung für die systematische Ermordung von mehr als 70.000 Menschen mit körperlichen, geistigen und seelischen Behinderungen in Deutschland in der Nazizeit unter Leitung der Zentraldienststelle T4. Sie waren Teil der Morde an Kranken, denen bis 1945 über 200.000 Menschen zum Opfer fielen.“ [8] Leider finde ich von Kate Bush keine Äußerungen zum Titel des Songs, es muss also bei dieser Vermutung bleiben. Der Professor erinnert sich an den Beginn der Experimente. Sie nahmen die Schreie von gebärenden Müttern und von seelisch-geistig Kranken (Paddy Bush im Video) auf, das verweist wieder auf die Aktion T4. In diesem Rückblick zeigt immerhin die Wissenschaftlerin so etwas wie Mitgefühl, wie Gewissensbisse.
Heute ist im Video der große Tag. Sie testen das Ergebnis an einem gefesselten Gefangenen. Die Gewissensbisse der Wissenschaftlerin sind anscheinend geschwunden. Diese Szene erinnert an den Film „Uhrwerk Orange“, auch dort wird ein gefesselter Gefangener durch Musik konditioniert. Die geliebte Musik verwandelt sich in das Grauen. Der Gefangene wird von Kate Bushs damaligen Freund und langjährigem musikalischen Mitstreiter Del Palmer gespielt. Will Kate Bush andeuten, dass ihre Musik und deren Produktion ihre Umgebung in den Wahnsinn treiben kann?

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Zur Bridge des Songs wird der Schalter umgelegt und das Experiment beginnt. „It could feel like falling in love“ – ein geisterhaftes Wesen manifestiert sich, umschwimmt wie eine Art Wasserwesen den Probanden. „It could feel so bad / But it could feel so good / It could sing you to sleep“ – hier zeigt es sich als wunderschöne Frau in weiß mit langen blonden Haaren, von Kate Bush  gespielt – eine Meerjungfrau vielleicht. „But that dream is your enemy“ – in der Musik kommen schroffe Streichersequenzen dazu, die an die Mordszene aus Psycho erinnern. Der Geist verwandelt sich in ein Monster. Vielleicht ist das Wesen eine Banshee. Die Sirenen der griechischen Mythologie werden oft als Meerjungfrauen dargestellt. Sirenen locken durch ihren betörenden Gesang vorbeifahrende Schiffer an, um sie zu töten [10]. Eine Banshee ist im Volksglauben Irlands (die Mutter von Kate Bush stammt aus Irland) ein weiblicher Geist aus der Anderswelt, dessen Erscheinung einen bevorstehenden Tod ankündigt. „Sie wird meist als totenbleiche und weißgekleidete Frau mit langem weißlichen oder schwarzen Haar dargestellt. Ihre Augen sind oft glutrot vom ständigen Weinen. In den meisten Beschreibungen ist sie eine alte Frau, seltener jung und schön.“ [9] Zu einer instrumentalen Passage tötet das Wesen die Wissenschaftlerin und den Professor, der zweite Wissenschaftler (Hugh Laurie) kann dem Kontrollraum entkommen und versucht, Hilfe zu holen. Hier ertönt eine wunderschöne Melodie auf der Violine, von dem bekannten Virtuosen Nigel Kennedy gespielt. Musik ist eigentlich schön, auch wenn sie tödlich ist. Dass die Musik der Violine mit Tod und Wahnsinn verknüpft ist, ist bei Kate Bush nicht neu. „Violin“ ist ebenfalls ein Song über die dämonische Macht der Musik, insbesondere der Violine. Das Wesen bricht nun aus und tötet in diesem Krankenhaus alle, die ihm begegnen. Auch Hugh Laurie muss dran glauben, er kann sein Telefonat (Bitte um Hilfe oder Warnung?) nicht mehr beenden. Offenbar hat er mit dem General telefoniert, denn der legt im nächsten Bild den Hörer auf. Er scheint sehr zufrieden mit diesem aus seiner Sicht erfolgreichen Experiment. Dass Menschen sterben mussten, das ist nebensächlich. Eine weibliche Adjutanz bringt dem General Tee. Es ist Kate Bush. Für einen kurzen Moment wird ihr Gesicht von der Fratze des Monsters überlagert.
Das Video endet damit, dass die Umgebung des „Musikgeschäfts“ abgesperrt und mit Verbotsschildern gesichert ist. Vor dem Eingang von „Music for pleasure“ scheinen Leichen in weißen Kitteln zu liegen. Hier erinnert mich dieser Schriftzug über dem Eingang zu dem Todesgelände an das überaus zynische „Arbeit macht frei“ über den Eingängen der nationalsozialistischen Konzentrationslager [12]. Am Ende des Songs ist ein Hubschrauber zu hören. Kate Bush entkommt (als Anhalterin?) und lädt uns ein, ihr kleines Geheimnis zu bewahren. Aber ihr Augenzwinkern am Ende ist wahrscheinlich genauso tödlich wie der Kuss der Meerjungfrau. Der Tod ist entkommen, der Geist ist aus der Flasche, das Wissen über die Möglichkeiten ist in der Welt.
„Experiment IV“ ist ein tiefgründiger Song über den Drang nach Wissen. Es ist ein Song über die Korrumpierbarkeit von eigentlich schönen Dingen. Das sind Themen, die uns alle angehen und die uns alle betreffen. Kate Bush beweist, dass diese Botschaft auch gut mit Hilfe eines eingängigen Popsongs transportiert werden kann. © Achim/aHAJ

[1] https://en.m.wikipedia.org/wiki/Experiment_IV (gelesen 21.04.2021)
[2] „Kate Bush Complete”. EMI Music Publishing / International Music Publications. London. 1987. S.84f
[3] Hermann Beckh: Die Sprache der Tonart in der Musik von Bach bis Bruckner. Verlag Urachhaus. Stuttgart 1999. S.232-235
[4] https://m.youtube.com/watch?v=NTUcoR8_pyE&vidve=5727&autoplay=1 (gesehen 21.04.2021)
[5] „The Story so far“, Interview mit Laurie Brown für den kanadischen Fernsehsender Much Music, gesendet 10.06.1987
[6] https://www.katebushencyclopedia.com/experiment-iv (gelesen 12.04.2021)
[7] https://www.katebush.com/news/experiment-iv-other-sides (gelesen 12.04.2021)
[8] https://de.m.wikipedia.org/wiki/Aktion_T4 (gelesen 14.04.2021)
[9] https://de.m.wikipedia.org/wiki/Banshee (gelesen 14.04.2021)
[10] https://de.m.wikipedia.org/wiki/Sirene_(Mythologie) (gelesen 14.04.2021)
[11] https://songmeanings.com/songs/view/95373/ (gelesen 14.04.2021)
[12] https://de.m.wikipedia.org/wiki/Arbeit_macht_frei (gelesen 24.04.2021)
[13] z.B. https://www.deutschlandfunk.de/die-dunkle-seite-der-musik.1148.de.html?dram:article_id=241338 (gelesen 24.04.2021)

Cloudbusting als gezeichneter Roman

Foto: Helen Dearnley
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Foto: Helen Dearnley

Manche Projekte brauchen ihre Zeit. Im Februar 2016 hat Helen Dearnley von der Idee erzählt, ihre Version von Cloudbusting als Graphic Novel nur in Bildern ganz ohne Worte neu zu erzählen. Damals hatte Helen ihr Buch zur Hälfte fertig, sammelte Spendengelder und war überzeugt, dass sie das Projekt innerhalb eines Jahres umsetzen könnte. Aus einem Jahr wurden fünf Jahre, aus dem geplanten Termin März 2017, zu dem das Buch ursprünglich veröffentlicht werden sollte, wurde April 2021.
Die Geschichte, die Helen erzählt, ist von dem Comic “Flood” von Eric Drooker und Kates Video zu Cloudbusting inspiriert. Ausgangspunkt ist ein Traum, in dem man zwei Wissenschaftler sieht, wie sie ein großes, schweres Objekt einen Berg hinauf rollen. Allerdings sind die Rollen getauscht. Der Wissenschaftler hilft seiner Kollegin. Wie in Kates Video wird das Paar getrennt, die Protagonistin findet sich gefangen in einer Vitrine im Depot wider – und träumt von der Flucht. Die Bilder der Träume, beschreibt Helen, greifen Themen wie „Trauer, Diskriminierung Liebe, Einsamkeit, Arbeitslosigkeit und Spiritualität in einer Mischung aus verschiedenen grafischen Stilen und visuellen Hinweisen auf”. Sie erzählt aus der Perspektive einer alleinerziehenden Mutter auf der Suche nach Arbeit in Zeiten, die vom wirtschaftlichen Abschwung und Sparmaßnahmen geprägt sind. Die Idee zu dem Buch hatte sie schon 2012, nach einem verheerenden Hochwasser in England und ihrer Heimatstadt Lincoln, in der sie als Illustratorin arbeitet. Helen hat schon für mehrere Autoren Bücher illustriert, aber auch eigene Ausstellungen in Norwegen, England, Italien und Deutschland (Neue Nationalgalerie in Berlin, März 2011) bestritten. Im November will sie an der Thought Bubble Comic Convention im englischen Harrogate teilnehmen.
Ihr Buch Cloudbusting – a wordless novel ist als Hardcover mit 152 Seiten im Verlag Artithmeric erschienen, ISBN 978-1-80089-004-6, Format 13 mal 20 cm. Bestellen kann man es hier. Der Preis: 25,50 Pfund (plus 8,45 Pfund für den Versand). Weitere Infos über Helen gibt es hier.

Signiertes Vinyl zu ersteigern

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Kate hat für den Verein Cabaret VS Cancer mehrere handsignierte Schallplatten gestiftet, die noch bis zum 25. April bei einer Auktion versteigert werden. Der Wohltätigkeitsverein unterstützt Familien, die von Krebs betroffen sind, insbesondere Kinder, die nahe Angehörige verloren haben. Mit der Auktion will der Verein nun Spendengelder einsammeln. Kurator der Aktion ist Dave Cross, vom englischen Kate-Forum, der sich auch in dem Verein engagiert. Er hat von Künstlern wie Elton John, Kim Wilde, U 2 und Kylie Minogue handsignierte Objekte zur Verfügung gestellt bekommen. Kate hat die Remastered-Vinyl-Boxen signiert, ihr Buch „How to be invisible“ und eine 50 Words for snow-CD. Alle sechs von ihr gestifteten Objekte wurde erst jüngst signiert. Zusätzlich gibt es eine Red Shoes-Promobox von einem Ex-EMI-Marketing Director und eine 50wfs-Vinyl. 15 Tage vor Schluss der Auktion sind die Preise schon deutlich in die Höhe gegangen. Die Remastered-Vinyl-Boxen liegen aktuell zwischen 450 und 550 Pfund, die 50wfs-CD bei 260 Pfund und das Buch bei 460 Pfund. Die nicht signierte Promobox kommt auf 500 Pfund, die 50wfs-Vinyl auf 30 Pfund. Wer mitbieten möchte, wird hier fündig.

Neue Lithografien im offiziellen Shop

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Das Web-Team von katebush.com hat in den letzten Tagen den Internetauftritt von Kate überarbeitet und optisch sowohl etwas verändert, wie auch für mobile Geräte optimiert. Unabhängig davon werden im Shop von Kate neue Lithografien der Remaster angeboten. Wie gewohnt sind die Lithografien auf säurefreiem, schweren Papier gedruckt, bei allen quadratischen Formaten mit einem zehn Zentimeter breitem Rand. Als Motive stehen alle Cover der Remaster-Serie zur Verfügung: Remastered in Vinyl I bis IV (The Dreaming, The Sensual World, Aerial, In Other Words), The Other Side und das 12″ Mixes-Cover. Zusätzlich gibt es ein 4Remastered-Lithograph. Alle Drucke sind 50×50 Zentimeter und kosten 60 Euro ohne Versand. Als weiteren Druck gibt es das Soundwave-Motiv (100×60 Zentimeter) für 84 Euro.

Kate schmückt den Mojo-Titel im Mai

Kate wird die Mai-Ausgabe des Mojo-Magazins schmücken. Anlass ist der 40. Geburtstag des Songs Sat In Your Lap vom Album The Dreaming – „the song that changed everything“, wie Mojo schreibt. Die Cover-Story besteht zum Hauptteil wohl aus einem Inteview mit Kate von 1989 zur Veröffentlichung des Albums The Sensual World. Das Interview soll damals nur in Auszügen ausschließlich in den Niederlanden veröffentlicht worden sein. Zusätzlich soll es in weiteren Texten um Sat In Your Lap, Hounds Of Love und Kates erste Tournee gehen. Laut katebushnews standen als Gesprächspartner unter anderem Youth, Hugh Padgham, Nick Launay und Geoff Downes zur Verfügung. Das Heft kann in England vorbestellt werden und kostet inklusive Versand etwa 12 Euro.

Drei neue Bücher über Kates Songs

Gleich drei neue Kate-Bücher erscheinen in diesen Tagen. In dem Buch „On Track: Kate Bush – Every Album, Every Song“ widmet sich Bill Thomas auf 176 Seiten Kates Werk von The Kick Inside bis Before The Dawn, inklusive aller B-Seiten und raren Aufnahmen. Alben und Songs werden in kurzen Texten vorgestellt. Das Buch wird als „umfassende Anleitung zur außergewöhnlichen Musik von Kate Bush“ angepriesen. In England ist das Buch bereits erschienen und für 12,15 Pfund zu bestellen. In der „In depth“-Reihe von Laura Shelton wird ab 12. März eine Kindle-Ausgabe angeboten. Shelton wirft in ihrem Buch einen detaillierten Blick auf The Kick Inside, einschließlich der Entstehung des Albums, der Art und Weise, wie es zu der Zeit präsentiert und aufgenommen wurde (sowohl live als auch aufgezeichnet) und was es in Bezug auf Kate Bushs Vermächtnis heute bedeutet. Die Paperback-Ausgabe soll es für 15 Pfund geben und ist 176 Seiten stark. Am 19. April folgt dann aus der „Song by Song“-Reihe von John van der Kiste auf 164 Seiten für 18 Euro das dritte Buch. Van der Kiste widmet sich ähnlich wie Bill Thomas allen Songs von Kate, von Albumaufnahmen über B-Seiten bis zu Aufnahmen, die in Zusammenarbeit mit anderen Künstlern entstanden sind.

Trevor Leighton öffnet sein Archiv

Fotos: Trevor Leighton

Der englische Fotograf Trevor Leighton hat in den letzten Wochen gleich zwei bisher unbekannte Bilder mit Kate aus den Aerial-Fotosessions aus dem Jahr 2005 veröffentlicht. Leighton hat zuletzt die Bilder für die Ankündigung der Before the dawn-Konzerte beigesteuert, war aber auch an Cover und Booklet des Album 50 Words for Snow beteiligt, während die Bilder zu Director’s Cut von Tim Walker stammten. Dass Leighton 15 Jahre nach den Originalaufnahmen unbekannte Kate-Bilder veröffentlicht, ist fast schon schnell. Gered Mankowitz, der 1978 mit die ersten Bilder von Kate produziert hat, bestreitet heute noch Bücher aus seinem offenbar reichhaltigen Fundus, ebenso Guido Harari, der Kate von 1982 bis 1993 – also bis zur Pause vor Aerial – begleitet hat. Das angekündigte neue Buch von Gered Mankowitz „Symphony of you“ steht allerdings nach wie vor noch aus. Ein weiteres Buch will der Fotograf Max Browne veröffentlichen. Er hatte Kate 1979 auf Konzerten ihrer „Tour of life“ begleitet und vor rund einem Jahr die ersten Bilder gepostet. Zuletzt hat Browne die Zeit der Pandemie genutzt, die Negative einzuscannen und zu bearbeiten. Dabei konnte er auch einige Bilder dank digitaler Technik retten, die im Original falsch belichtet waren – etwa ein Foto von Kate im Duett mit Peter Gabriel. Die Bilder von Browne gibt es hier, ein passendes Video auf youtube hier.