Unbekannte Alternativ-Version zu Kates Donovan-Cover

Von Kates Donovan-Cover Lord of the Reedy River gibt es offenbar eine nie veröffentlichte Alternativ-Version. Kate hatte den Song 1981 als B-Seite für die Single Sat in your Lap in den Abbey Road Studios aufgenommen. Bei Ebay UK wird nun eine Acetat-Single mit einer bisher unveröffentlichten Version des Covers angeboten. „Diese signifikant andere Version existiert nur auf diesem einen Acetat (und dem zweispurigen Master-Analogband), und es wurde keine digitale oder analoge Kopie dieser Aufnahme verteilt“, schreibt der Besitzer, der die Acetat-Single 1982 erworben und seitdem in einem klimatisierten Bankschließfach aufbewahrt haben will. Wie genau sich die Aufnahme vom später veröffentlichten Cover unterscheidet, wird nicht deutlich. Es soll sich aber nicht um eine Demo-Aufnahme oder einen Outtake handeln. Zuständig für die Aufnahme war damals Nick Launey. Er sollte die von Kate abgelehnte Version des Songs auf der Acetat-Single zerkratzen. Die Spuren sind deutlich zu sehen. Dennoch soll der unveröffentlichte Track ohne Verzerrung oder Überspringen und nur mit hörbaren Klicks abspielbar sein. Bei der Acetataufnahme handelte es sich um die Referenzplatte, nach deren Prüfung entschieden wurde, ob die Platte den technischen Anforderungen genügt. So konnten auch Klangbalance und Lautstärke der Platte geprüft werden. Gebote für das Einzelstück gab es in der gesetzten Frsit allerdings nicht auf Ebay. Kein Wunder, ruft der Verkäufer immerhin satte 10.000 US-Dollar auf und wollte die Single zudem ausschließlich innerhalb der USA, Kanada und England versenden.

Kate: Ich bin kein Tory

In einem Statement hat Kate Bush auf ihrer Webseite heute klargestellt, dass sie kein Anhänger der englischen Tory-Partei ist, wie ihr nach einem Interview vor zwei Jahren unterstellt wurde. In einem Interview mit dem kanadischen Magazin Macleans wurde sie anschließend wie folgt zitiert: „Wir haben hier in Großbritannien eine Premierministerin. Ich mag sie wirklich sehr und finde sie wunderbar. Ich denke es ist das Beste, was uns seit langer Zeit passiert ist.“ Viele Fans vor allem in England hatten regelrecht empört auf diese Äußerung reagiert. Jetzt hat Kate klargestellt, dass sie die Torys nicht unterstützt und das ihrer Meinung nach aus dem Zusammenhang gerissen worden sei. „Meine Antwort war nicht politisch gemeint, sondern galt eher die Verteidigung von Frauen an der Macht. Ich hatte das Gefühl, dass der Interviewer mächtige Frauen in eine sehr negative Richtung schieben wollte, auch mit Blick auf die Hexenjagd gegen Hilary Clinton. Als Antwort sagte ich, dass wir eine Frau haben, die für unser Land zuständig ist, und dass es meiner Meinung nach gut ist, Frauen an der Macht zu haben. Ich hätte klarer sein sollen, als ich dann sagte, dass es das Beste war, was uns seit Langem passiert war – weil ich das Verhalten des vorherigen Premierministers überhaupt nicht mochte, der – das war mein Gefühl – uns zu diesem Zeitpunkt verlassen hatte und wütend war und sich im Stich gelassen fühlte.“ Wer das Interview vor zwei Jahren gelesen hatte, konnte das auch erkennen. So hatte damals schon der englische Telegraph berichtet, dass der Interviewer zuvor explizit den Song „Waking the witch“ erwähnt hatte und darauf verwies, dass der Song laut Kate von der Angst vor mächtigen Frauen handele. Mit Blick auf die Wahlniederlage von Hilary Clinton fragte er dann, ob dieser Angst heute noch stärker sei. Dass Kate nicht schon früher auf die Kritik an dem Interview reagiert habe, erklärt sie so: „Damals habe ich mit engen Freunden über die Idee diskutiert, darauf zu reagieren, und wir waren uns alle einig, dass es am besten ist, es zu lassen.“ Das sieht sie inzwischen anders, weil dieses Zitat immer wieder verwendet wird.
Das Statement im Wortlaut gibt es hier.

Das Bild des Monats: Januar

kate bush
© Sjaak Vullings

Es ist eine kleine Holzstatue, die im Garten von Sjaak steht. „Die Person ist in Trauer und versucht, die Schmerzen zu lindern, indem sie das Herz und den verwundeten Körper vor der verletzenden Umgebung schützt“, erzählt Sjaak zu seinem Bild. Und sie passt für ihn perfekt zu dem Song Lily. „Das Lied und der Text erinnern mich sehr an eine Zeit nach dem Tod meiner Mutter, aber auch an Zeiten, in denen das Leben nicht wirklich einfach für mich war“ und es ihm so ging, wie der Person in diesem Lied, die Lily um Hilfe bittet.
„Lily, oh Lily I don’t feel safe
I feel that life has blown a great big hole
Through me“
„Die meisten Menschen brauchen machmal etwas Unterstützung, egal ob religiöser oder spiritueller Art“, glaubt Sjaak. Die Holzstatue in seinem Garten symbolisiert genau das.

Wer den Beitrag über Sjaak verpasst hat, kann hier mehr über ihn erfahren.

Emotionen in Bildern festgehalten

© Sjaak Vullings

Wenn Sjaak Vullings fotografiert, haben viele seiner Bilder mit Musik zu tun, viele dann auch mit Kate Bush. „In den vergangenen Jahren war ich immer auf verschiedenen Ebenen kreativ: Zeichnen, Malen, Skulpturen erstellen und nicht zuletzt Fotografieren und das Bearbeiten der Fotos. Da ich nicht immer die geduldigste Person bin und meistens auf direktem Wege Ergebnisse erzielen möchte, war Fotografie und der Bearbeitung die beste Möglichkeit, Gefühle, Emotionen und Gedanken auszudrücken. Viele meiner Fotos haben eine Verbindung zur Musik. Es ist also keine Überraschung, dass ich einige Fotos gemacht habe, die von den Liedern von Kate Bush inspiriert wurden“, erzählt Sjaak. Zwölf seiner Bilder werden uns Monat für Monat durch 2019 begleiten.
Sjaak ist 58 Jahre alt, ist in den Niederlanden kurz hinter der deutschen Grenze und in einem kleinen Dorf groß geworden und – mit acht Geschwistern – und lebt heute in Tilburg. „Als Jüngster habe ich immer mitbekommen, was meine älteren Brüder und Schwestern gehört haben. Dementsprechend erinnere ich mich an die populärsten Songs seit ich etwa fünf Jahre alt war. Vielleicht ist das auch der Grund, warum Freunde mich gerne schon mal als ‚lebende Jukebox‘ bezeichnen“, erzählt Sjaak. Den ersten Plattenspieler gab es mit 15 Jahren. Nach einer Hard Rock-Phase folgte Pop und Prog Rock von Gruppen wie Supertramp, Styx oder Pink Floyd. Und natürlich gab es die Zeiten, wo Sendungen wie Toppop in den Niederlanden oder Musikladen und Rockpalast im deutschen TV nicht verpasst werden durften. Natürlich kann sich Sjaak an den ersten Kate-Moment erinnern. Wie bei so vielen seiner Altersklasse hat sich der Wuthering Heights-Auftritt fest in den Kopf eingebrannt. Sjaak hat sie im niederländischen TV gesehen, ein Auftritt bei Toppop: „In der Minute, als ich sie sah und hörte, wusste ich, dass es ein besonderer Moment war. Ihre Stimme, ihre Ausstrahlung, ihr Tanz – es war neu, es war poetisch und authentisch und hat mir fast den Atem geraubt.“
Natürlich hat sich Sjaak damals „The Kick Inside“ gekauft – und hatte mit 17 keinen blassen Schimmer, worüber Kate gesungen hat. „Aber irgendwie gab mir diese Platte trotzdem einen ‚kick inside‘ und es war damals vor allem ein Statement, weil niemand auch meinem Umfeld diese Musik mochte.“ 17 war auch das Alter, als Sjaak zum Studium umzog und seine erst eigenen Wohnung hatte, in der er endlich die Musik hören konnte, die er hören wollte. ‚Lionheart‘ und ‚Never for Ever‘ begleiteten ihn in der Zeit des Studiums zum Bibliothekar. Und rückblickend beschreibt Sjaak diese Zeit mit sehr passenden Worten: „Wow, that was all I ever looked for.“ Und: „Ihre Musik erschuf eine völlig neue Welt, in die ich perfekt hinein zu passen schien. Beim Hören ihrer Musik fühlte ich mich immer wie in einem Märchen. Ich liebte die von Kate geschaffene Atmosphäre. Es wurde zu einem Weg um zu entspannen und zu meditieren. Und ich liebte es, für einige Momente in diesem von ihr geschaffenen einzigartigen, musikalisch und spirituellem Universum zu leben.“

kate bush
© Sjaak Vullings

Es folgte mit „The Dreaming“ eines der Lieblingsalben von Sjaak: „Ich fühlte mich mit dem Song ‚Leave it open‘ in vielen Phasen meines Lebens immer sehr verbunden. Und auch wenn Jahre später mit ‚Hounds of Love‘ plötzlich alle Kate erneut liebten, wurde Sjaak nicht müde seinen Freunden ‚The Dreaming‘ ans Herz zu legen. „Mit jedem neuen Album von Kate habe ich ihre alten Alben wieder gehört und habe immer mehr verstanden, was sie mit ihren Liedern ausdrücken will“, erzählt Sjaak, für den ein Song eine besondere Bedeutung erhalten hat. „‚Lily half mir, als meine Mutter gestorben ist. Es gab Zeiten, in denen ich mich selbst so fühlte, als ob das Leben ein großes Loch hinterlassen hatte, ich mich ebenfalls mit dem Feuerkreis und den vier Erzengeln beschützen müsste.“ Für die Glücksmomente war damals Kate zuständig. Sjaak hat damals sein Leben verändert. Vom Bibliothekar wechselte er zum Yoga-Lehrer, inzwischen arbeitet er als Finanzverwalter an einem Gericht, vielleicht in etwa vergleichbar mit einem in Deutschland vom Gericht bestellten gesetzlichen Betreuer. Die Musik von Kate hat ihn über all diese Zeit begleitet und mit ‚Aerial‘ kam nach zwölf Jahren Wartezeit sein Lieblingsalbum hinzu. „Ich wäre am liebsten auch aufs Dach gestiegen um hinauszurufen, wie toll dieses Album ist“, erinnert sich Sjaak an das Erscheinen von ‚Aerial‘. „Ich war so glücklich, neue Musik von ihr zu hören, dass es mir eine Gänsehaut bereitete. Seit ‚Aerial‘ kann ich keine Amseln und Tauben mehr hören. ohne nicht gleichzeitig an die Musik von Kate zu denken, und das ist wundervoll.“
Sjaak gehörte 2014 zu den glücklichen Menschen, die eine Karte für die Konzerte in London ergattern konnten. „Das Schöne ist: So oft wie ich die Lieder von Kate gehört habe, sind sie zu einem Teil meines Lebens, meiner Emotionen, Erinnerungen, schöner und auch nicht so schöner Zeiten geworden. In dem Konzert habe ich gespürt, wie all diese Emotionen und Erinnerungen sich zusammenfügten. Und es gab Momente in diesem Konzert, wo ich vor Glück nur noch heulen konnte und mich wie unter Engeln (‚among angels‘) fühlte.“
Genau diese Emotionen versucht Sjaak auch in seinen Bildern einzufangen.

Frohe Weihnachten

Euch allen ein schönes Weihnachtsfest. Feiert schön mit den Meschen, die Euch wichtig sind.
Und danke für die vielen positiven Rückmeldungen zum Blog.
Burkhard

50 Wörter wie Pinselstriche inszeniert


Wer die Kunst des schönen Schreibens, also die Kalligrafie, perfekt beherrschen will, benötigt Zeit. Wurde früher selbst das Abschreiben religiöser Texte als sakraler Vorgang angesehen, hat die Arbeit noch heute einen meditativen Charakter. Es gibt aber auch Gelegenheiten, da muss es schnell gehen und trotzdem perfekt werden. Zum Beispiel wenn Kate Bush anruft und sich für ihren PopUp-Store etwas Besonderes wünscht: den Songtext von 50 Words for Snow, handgeschrieben, als limited edition print. Den hat Denis Brown entworfen, ein Kalligraf, der in Dublin lebt und arbeitet. „Die Kalligrafie ist ein Handwerk, das von Struktur und Disziplin geprägt ist und aus jahrelanger Ausbildung und Übung herrührt. Das Leben und den Atem, den man in der besten Kalligrafie fühlen kann, kommt daher, dass trotz der Disziplin mit großer Freiheit geschrieben wird“, erzählt Denis, den die Kunst des schönen Schreibens schon in seiner Teenagerzeit fasziniert hat. Dabei geht es ihm nicht nur um das Schreiben an sich. Auch Denis wendet die erlernte Handwerkskunst an, er geht aber über das reine Präsentieren eines Textes hinaus. Er schafft es, Buchstaben und Wörter wie Pinselstriche zu inszenieren und zu einem neuen Bild zusammenzufügen.
Natürlich hat Kate nicht selbst bei Denis angerufen. Firebrand, also die Firma, die auch schon das Merchandising für die Before the dawn-Konzerte entwickelt hatte, nahm in Absprache mit Kate den Kontakt zu Denis auf. Zuvor hatten sie sich Arbeiten von ihm angeschaut, insbesondere „The Great Book Of Ireland„, an dem Denis gemeinsam mit anderen Künstlern rund drei Jahre gearbeitet hat. „Natürlich kannte ich die Musik von Kate Bush. Ich hab sie zuerst noch als Schuljunge gehört und ich glaube es gab niemanden von uns, der nicht in sie verliebt gewesen wäre. Ich muss aber auch gestehen, dass ich über die Jahre nicht mehr mit ihrer Entwicklung Schritt gehalten habe. Also musste ich den Song ’50 Words for Snow‘ erst mal recherchieren. Und nebenbei hat es mir viel Spaß gemacht, die großartigen frühen Klassiker wie ‚Babooshka‘ und ‚Wuthering Heights‘ wieder zu entdecken. Sie ist ein bemerkenswertes Talent!“, erzählt Denis. Die Aufgabe war jedenfalls klar: Er sollte einen fine art print aus den 50 Wörtern für Schnee entwerfen. „Für einen Kalligrafen ist das natürlich ein toller Job. Vor allem, weil man die Möglichkeit hat, die Bedeutung der Wörter in die Schrift umzusetzen. „Die beiden ‚S‘ in ‚Swans-a-Melting‘ veranschaulichen Schwäne und ‚Anklebreaker‘ fühlt sich wie gebrochene Knochen an“, sagt Denis. Kleiner Schönheitsfehler bei seinem Vorentwurf: Denis hatte, weil die Arbeit schnell fertig werden sollte, die 50 Wörter einfach nur aufgelistet. Das sah aber eher einer Menükarte ähnlich als dem gewünschten Sonderdruck. „Deshalb wurde ich gebeten, ein Hintergrundbild in Betracht zu ziehen. Das machte den Job viel komplexer“, erinnert sich Denis. In einer früheren Arbeit hatte er schonmal Wörter spiralförmig so angeordnet, dass sie sich zu einem Hurrikan zusammenfügen. Diesen Effekt hat er quasi recycelt und als Hintergrund benutzt. Der Songtext bildet mehrfach als Doppelspirale wie zu einem Scheesturm zusammengesetzt den Hintergrund, digital darauf gesetzt sind dann die handschriftlichen 50 Wörter für Schnee. Denis: „Das hat viel mehr Zeit in Anspruch genommen, als ich erwartet hatte und hat zu einigen späten Nächten und frühen Morgenstunden voll Arbeit geführt.“ Der Effekt ist aber äußerst beeindruckend, zumal auch der Songtext trotz der zahlreichen Überlappungen und Unschärfen dennoch an einigen Stellen lesbar ist. „Das wird einigen Fans bestimmt gefallen, Teile zu entziffern“, glaubt er.  Die 50 Wörter für Schnee sind zudem alle handgeschrieben. Denis hat also trotz der knapp bemessenen Zeit nicht auf bereits existierende
Schrifttypen zurückgegriffen. „Viele der Wörter  sind in einer relativ einfachen Kalligraphie geschrieben. Vor allem deshalb, weil eine zu ausdrucksstarke Schrift für alle fünfzig Wörter übertrieben und zu verwirrend gewsen wäre“, erklärt Denis. Also hat er auch einzelne Schriftstile mehrfach verwendet, das das Erscheinungsbild einheitlicher wirkt, durchbrochen von einzelnen, ausdrucksstärkeren Schriften. „Die sind mit schnellen, energischen Stiftstrichen geschrieben, so dass die Energie mit der Tinte auf Papier aufgezeichnet wird.“ Und das Lied selbst? Denis: „Das Lied entwickelt die Legende, dass Inuits tatsächlich 50 Wörter für Schnee haben, spielerisch zu 50 erfundenen englischen Wörtern oder Phrasen weiter. Stephen Frys Narration ist der perfekte Spiegel für Kates Stimme mit ihren Worten der Ermutigung im Refrain, und die sich wiederholenden Loops scheinen zu dem Eindruck einer schneebedeckten Landschaft zu passen, die unendlich weit in die Ferne geht“,  ist Denis von dem Song begeistert. Wie er sich auch über das Lob von Kate über sein Bild freut. „Ich habe gehört, dass sie ihr neues Buch für mich mit einer Widmung versehen hat, und ich habe ihr mein eigenes Buch mit einem kalligrafischen Autogramm und einem kleinen, eingefügtem Originalkunstwerk, zukommen lassen.“
Wer einen der Kunstdrucke ergattern will, muss sich beeilen  sie sind nahezu ausverkauft und im PopUp-Online-Shop kann nur noch bis zum 1. Januar geordert werden.
Denis ist übrigens auch öfter in Deutschland unterwegs. So wird er 2019 (Ende April) und 2020 in der Benediktinerabtei Scheyern (Bayern) Kalligrafie-Kurse geben. Weitere Angebote gibt es im Mai in Hamburg, im August in Münstertal (Schwarzwald) und im Herbst in Magdeburg. Mehr über Denis Brown kann man auf seiner Internetseite erfahren.

Brett vorm Kopf und T-Shirt in der Tüte


Die beste aller Freundinnen hat mir zum Wochenstart ein kleines Bilderrätsel geschickt:
👨🇬🇧 👨👕🇩🇪
Okay, dachte ich mir beim schnellen Blick aufs Handy bei der Arbeit, sie fliegt nach England. Manchmal hat man ja wirklich ein dickes Brett vorm Kopf. Ich weiß nicht, ob es dafür auch ein Emoji gibt, wenn nicht, wird es zumindest in meinem Fall höchste Zeit, so ein Emoji zu erstellen. Person, Flieger, England. Person, Flieger Deutschland. Da hätte es klingeln können, spätestens aber bei Person, T-Shirt, Flieger, England. Denn immerhin war ich es, der die beste aller Freundinnen gefragt hat, ob sie nicht jemanden kenne, der nach London muss. Schließlich arbeitet sie in einer Einrichtung mit knapp 6000 Kollegen und da könnte ja eventuell einer zufällig zum gleichen Zeitpunkt in London sein, wenn in King’s Cross Kates Popup-Shop geöffnet hat.  Die beste aller Freundinnen hat die Stecknadel im Heuhaufen gefunden und der Kollege ist tatsächlich hin, hat Bilder gemacht und das schönste T-Shirt eingepackt. Und das auch noch in der richtigen Größe für einen vollkommen unbekannten Menschen.  Danke. Danke. Danke. 🙏 ❤💋

Show a little devotion: Andreas

Kate-Fans sind treu, hingebungsvoll, geduldig und vor allem in die Musik von Kate verliebt. Im Kate-Fragebogen “Show a little devotion” gibt es für Kate-Fans immer die selben zwölf Fragen… mit den unterschiedlichsten Antworten…heute von Andreas:

Mit welchem Kate-Song wachst du am liebsten morgens auf?
Entweder „Prologue“ und/oder „An Architect’s dream“ und zur Abwechslung auch die live-Versionen (ich liebe die „Ding-Dongs…“).

Welche von Kate besungene Figur wärst du gerne?
Peter Reich in Cloudbusting, oder die Person, die das Buch gefunden hat, in dem steht, wie man sich unsichtbar machen kann…

Wie lautet deine liebste Textzeile von Kate?
Puh, wie soll man sich da eintscheiden… „Some say that knowledge is something sat in your lap / Some say that knowledge is something that you never have / Some say that heaven is hell / Some say that hell is heaven“ und „Slooshy sloshy slooshy sloshy / get that dirty shirty clean…“ und „It’s the best mistake, he could make“ und „ Here come the hills of time…“ und und und…

Welchen Kate-Song singst Du unter der Dusche?
Ich bin ein klassischer Morgenmuffel und singe unter der Dusche normalerweise keine Songs von Kate, aber wenn ich einen singen würde, dann wäre es wohl „Running up that hill“, weil ich immer spät dran bin… 🙂

Mit welchem Song von Kate verbindest Du ein besonderes Erlebnis?
Mit ungefähr 16 Jahren habe ich in einer Hobbyballettschule zu Tanzen begonnen. Eines Tages konnte man, wenn man Lust hatte, zu eigener mitgebrachter Musik etwas improvisieren. Ich entschied mich für die Live-Version von „James and the cold gun“. Bei meiner Impro muss ich dann tänzerisch so abgegangen sein, dass einem Teil der Zuschauer danach quasi der Mund offen stehen blieb und ein großes Fragezeichen über ihren Köpfen schwebte. Es gab auch die Vermutung, dass ich mir vorher eine Choreographie überlegt hätte, aber das war nicht der Fall. Ich hatte jedenfalls ziemlich viel Spass dabei und bin Einiges an Energie losgeworden. Als ich 1985 an der Ballettschule der Hamburgischen Staatsoper meine Abschlussprüfung im Fach Komposition (in dem die eigene choreographische Kreativität gefördert wurde) hatte, habe ich mich wieder für einen Song von Kate entschieden: „Hammer Horror“.  Die Choreographie dazu war allerdings zugegebenermaßen seeeehr von Kate’s eigener tänzerischer Umsetzung inspiriert (meine Partnerin habe ich dafür allerdings in Spitzenschuhe gesteckt). Gott sei Dank gab es in der Prüfungskomission niemanden, der das dazugehörige Video kannte, sonst hätte ich wohl Schwierigkeiten bekommen, denn auch ich war als Maskenmann unterwegs, habe zwei Hebungen eingebaut, die mich im Video fasziniert haben und versucht, meiner Partnerin Kate’s Mimik beizubringen, was aber nur halbwegs funktioniert hat. Ich erinnere mich noch, wie ich für sie in einem  Ballettsaal heimlich das Video laufen ließ, um ihr ein Gefühl für den passenden Ausdruck zu vermitteln, immer mit einem panischen Blick zur Tür, durch die ja jederzeit ein Pädagoge hätte kommen können. Die betreuende Lehrerin fand, als wir ihr das Stück einmal vortanzten,  allerdings den Schluss zu hart und so durfte ich meiner Partnerin leider nicht (wie Anthony van Laast bei Kate) an den Hals gehen, sondern musste eine mildere Variante finden.  Die Prüfung ging sehr erfolgreich über die Bühne und einigen Pädagogen stand danach sogar ein Grinsen im Gesicht. Irgendwo habe ich davon sogar noch ein Video.  Zeit, sich das mal wieder anzusehen…

Welchen Song von Kate hörst Du, wenn Du verliebt bist?
Ich bin Gott sei Dank schon lange glücklich vergeben – aber fürs Verliebtsein wär’s natürlich „Oh to be in love“! Der Song ist so schön positiv und beschreibt dieses besondere Gefühl, bei dem die Welt und insbesondere das Objekt der Begierde in einem ganz speziellen Licht erstrahlen, ganz einfach und wunderbar.

Welcher Song-Titel beschreibt Dich am besten?
Ich treffe sehr ungern Entscheidungen, deshalb passt „Walk straight down the middle“ wie die Faust aufs Auge.

Welches Album von Kate magst Du am liebsten?
Da möchte ich mich wirklich nicht festlegen, da sich das ständig ändert. Alle Alben sind sehr eigenständig, haben ein eigenes Flair und sind musikalisch sehr unterschiedlich. Deswegen möchte ich auf keines verzichten und auch keines hervorheben. Am häufigsten wechsle ich zwischen den ersten vier Alben und davon höre ich wohl am meisten TKI und Never for Ever (das ist übrigens mein Lieblings LP-Titel). Von den Live-Aufnahmen liebe ich die „Live on Stage“- EP und die Live-Version von Aerial.

Welcher Song hat Deine Begeisterung für Kate geweckt?
Die ersten Songs von Kate, die ich bei Schulfreunden, die 1980 oder 1981 gerade „Never For Ever“ auf dem Plattenteller rotieren ließen, gehört habe, waren „The Wedding List“ und „Violin“. Ich habe mich damals dementsprechend lustig über das „Gekreische“ gemacht und konnte gar nicht verstehen, wieso meine Freunde von dieser Sängerin und ihrer Musik so fasziniert waren.  Aber ihr Name ist (Gott sei Dank!) doch hängengeblieben und einige Zeit später lief „Kate Bush in Concert“ im Fernsehen und diese Sendung habe ich mir dann angesehen. Danach war es um mich geschehen und ich war Kate Bush verfallen. „Kate Bush in Concert“ habe ich damals auf Cassette aufgenommen und das Tape rauf- und runter gehört. Am meisten fasziniert hat mich ein Song, in dem sie etwas von „puncture blues…“ sang und ich fand ihn wunderbar geheimnisvoll. Ich konnte nur vermuten, auf welchem Album der Song zu finden war und legte mir als erstes „Lionheart“ zu. Da wurde ich aber nicht fündig und holte mir als Nächstes „The Kick Inside“ und da war dann auch „Strange Phenomena“ mit dem „punctual blues“ drauf (ich hatte natürlich keine Ahnung, worum es in dem Song eigentlich ging…). Mir hat zwar die Live-Version vom Mix und der Instrumentierung her besser gefallen, aber egal –  mein Einstieg in Kate’s musikalisches Universum war gemacht und von da an verging jahrelang kein Tag, an dem ich nicht irgendeinen Song, oder eine Platte von ihr gehört hätte.

Was macht für Dich Kate so besonders?
Es gibt für mich keine weibliche Stimme, die mich in Klang und Ausdruck so fasziniert und berührt (!), wie die von Kate. Ich höre sie auch unheimlich gerne sprechen. Ihre Stimme ist unverwechselbar. Sie schreibt vielschichtige, intelligente, ehrliche und (meistens) zeitlose Songs, bei denen ich oft noch lange nach dem ersten Hören immer neue Details entdecken kann. Sie ist bis jetzt die einzige Sängerin, die mich zum Weinen bringen kann (und nicht deshalb, weil auf den Remastered Alben, weder „The empty bullring“, noch „Not this time“ zu finden sind !Buhu!, es keine DVDs der Videos und keine „Before the Dawn“ Blue Ray gibt… Unbelievable!). Außerdem ist es natürlich das „Gesamtpaket“ an künstlerisch-musikalischer Intelligenz, die Poesie, Weisheit, der zuweilen aufblitzende Humor, die Rätselhaftigkeit und das Mysteriöse mancher Songtexte und -Themen (was habe ich an Stunden mit Übersetzungsversuchen verbracht – bei manchen Songs hat sich mir die eigentliche Thematik erst nach ausgiebiger Recherche erschlossen…und bei mindestens einem tappe ich bis heute im Dunkeln…), die Theatralik, die Exaltiertheit, die Instrumentierung und teils unerwarteten schrägen Wendungen der Kompositionen,  der körperlich-mimische Ausdruck und die tänzerische Umsetzung ihrer Songs in der Vergangenheit, die mich begeistern. Das Video zu RUTH finde ich nach wie vor ein fantastisches Modern Dance-Statement und bewundernswert, dass sie die Choreographie so überzeugend abgeliefert hat, denn sie ist ja nie eine professionelle Tänzerin gewesen. Kate Bush hat ein eigenes künstlerisch-musikalisches Universum kreiert, das mein Leben unglaublich bereichert und inspiriert. Dafür bin ich ihr sehr, sehr dankbar.

Was würdest Du Dir für das nächse Album von Kate wünschen?
Ich wünsche mir „nur“, dass sie noch mindestens drei Alben rausbringt und ihrer Experimentierfreude, den Klangexperimenten und dem Vorsatz, dass kein Album wie das Vorherige klingen soll, treu bleibt. Schön wäre, wenn sie wieder mehr crazy Backing Vocals einbauen würde als bei 50WfS…

Welcher Song von Kate soll einmal auf Deiner Beerdigung gespielt werden?
Among Angels und/oder Blow Away.

85 Songs und ein Autogramm


Es wird einen Ehrenplatz bekommen: Das von Kate handsignierte Buch How to be invisible, das als Sonderedition in einer Auflage von 500 Stück erschienen ist, und das ich nur mit richtig viel Glück ergattert habe, ist endlich eingetroffen. Nummer 27 von 500. Dazu gibt es einen etwa 20 mal 27 Zentimeter großen Druck in goldener Schrift mit dem „Songtext“ von Aerial Tal, ebenfalls nummeriert. Das Buch im roten Schuber  trägt den Titel zudem noch in Braille-Schrift. Die Texte von 85 Songs sind in dem Buch versammelt, darunter beispielsweise auch die von Tawny Moon und Lyra. Bemerkenswert ist, dass Kate speziell bei A Sky Of Honey die Version der Songtexte präsentiert, wie sie bei den Konzerten 2014 gesungen wurden – also beispielsweise die „Ding-Dong“-Version von Prologue. Bei The Ninth Wave hat sie sich hingegen ans Original gehalten. So sehr sogar, dass bei Hello Earth die (nicht von ihr gesprochene) Textzeile „tiefer, tiefer, irgendwo in der Tiefe, gibt es ein Licht“ nicht erwähnt wird. Und es gibt noch den interessanten Hinweis, dass Kate auf die Songtexte ohne den Kontext der Musik zurückgeschaut hat und sie deshalb an einigen Stellen ausführlicher sein können, als sie ursprünglich auf den Alben erschienen sind. Mit der schönste Grund, dieses Buch ausführlicher zu betrachten.

Der PopUp-Shop geht online


Der auf fünf Tage beschränkte PopUp-Shop in London zugunsten der Obdachlosenhilfe geht online!  Auf Kates Webseite heißt es dazu: „We have had an overwhelming response to the pop-up shop. Thank you so much for all your incredible support. It’s been an exciting experience!  We’ve had a great number of people asking for the opportunity to buy the items from an on-line shop, so we have been working on this and we are delighted to announce that the on-line shop will be open here on Monday, 10th December at 12.30pm (GMT). “ Bestellen muss man bis zum 1. Januar. Alle Gewinne werden der Obachloseninitiative „Crisis“ zugute kommen.
In early January, we will be announcing the amount you have kindly donated to Crisis by taking part in this pop-up event. You have been so extremely generous and have helped to make it a happier time for homeless people this Christmas. Many, many thanks again and wishing you all a wonderful Christmas and a very Happy New Year ahead.
Kate

PopUp-Shop hat heute geöffnet


Der Londoner Kate Bush PopUp-Shop hat heute für fünf Tage seine Pforten geöffnet. Neben den Remastered CDs und LPs und dem neuen Buch How To Be Invisible gibt es exklusive T-Shirts, Kaffeetassen, Poster, die Karten-Serie mit Motiven von 50 Words For Snow bis hin zu einem Set aus Untersetzern mit  dem Remastered-Motiv und Weihnachtskugeln mit dem wundervollen Motiv der Single Decembner Will be Magic Again – Sachen, die die Welt nicht braucht, aber jedes Fan-Herz deutlich schneller schlagen lässt. Die Einnahmen aus dem Shop kommen einer Organisation zugute, die Obdachlose unterstützt. Allein der Losverkauf für besondere Preise wie die Running Up That Hill-Vinyl zum Record Store Day oder die King Of The Mountain-Picture-Single bringen schon 25.000 Pfund zusammen. Für 7000 Pfund kann das Dankeschön von Konzertveranstalter SJM Concert für die 22 ausverkauften Hammersmith-Konzerte 2014 erworben werden – eine Aluminium-Plakette auf dem entsprechenden Poster, auf Wunsch handsigniert. Jetzt kann man nur noch hoffen, dass all das, was im Laden nicht weggehen sollte, anschließend über Kates Seite angeboten wird.

PopUp-Store in London für Obdachlosen-Hilfe


Kates „Fish People“-Label wird am Mittwoch im Londoner Stadtteil King’s Cross für fünf Tage einen PopUp-Store eröffnen. Im Laden werden die Remastered-Vinyls und CDs sowie Kates neues Buch „How to be invisible“ verkauft. Die Erlöse sollen komplett einem Verband zugute kommen, der Obdachlose unterstützt. Auf Kates Homepage wird sie mit den Worten zitiert: “I can’t imagine how it must feel to be homeless. Our attention is drawn to this tragic issue at Christmas when most of us can share the celebrations with those we love but, of course, homelessness is there all year round – all the time. It must be so frightening. Without charities like Crisis, who would people turn to? Who would help? Where would the hope of a future come from? I hope this pop up shop will raise some money for Crisis and raise more awareness of this life-saving charity”.
An jedem Tag soll es spezielle Angebote geben, die über Kates Internet- und Facebook-Seite bekanntgegeben werden. Für das Buch wird es ein besonderes Lesezeichen geben, zusätzlich werden „a selection of exclusive specially made items“ angeboten. Was sich genau dahinter verbirgt, ist noch unklar. Ob es eine Möglichkeit geben wird, diese besonderen items auch über Kates Internetseite zu erwerben, ist bisher ebenfalls offen. Weitere Informationen gibt s unter www.katebush.com.

HTBI: Handsigniert in 500 Exemplaren


Am 6. Dezember erscheint Kates Songtext-Buch „How to be invisible“.  Wie angekündigt wird es zusätzlich in einer limitierten Sonderauflage veröffntlicht: ab Donnerstag können 500 Stück zum Preis von je 150 Pfund geordert werden. Das Buch erscheint in einem Schuber, Autorname und Titel stehen in Goldbuchstaben auf dem Buchrücken, auf dem Frontcover sind sie in Braille-Schrift abgebildet.  Als Beilage gibt es einen Druck der „Lyrics“ von Arial Tal. So wie beim Buch ist auch der Druck nummeriert. Und: Das Buch ist von Kate handsigniert.

TSW für Unicef auf blauem Vinyl


Das Kinderhilfswerk Unicef hat jetzt eine ganz besondere Spendenaktion gestartet: Musikalben von 16 Künstlern werden streng limitiert auf 50 Exemplare auf blauem Vinyl erscheinen. Die Liste der Künstler reicht von Amy Winehouse über Coldplay, Bob Marley, Alicia Keys und David Bowie bis zu Jimi Hendrix und Paul Weller. Von Kate Bush wird das Album The Sensual World in der Unicef-Farbe blau erscheinen. Unicef will mit dieser Aktion möglichst viele Spenden sammen, die zu 100 Prozent dem Einsatz für die Rechte von Kindern zugute kommen sollen. 48 der jeweils auf 50 Exemplare limitierten blauen Vinyl-Platten werden verlost. Dazu muss man für 5 Pfund ein entsprechendes Ticket kaufen, um an der Verlosung teilnehmen zu können. Wer mehr als nur ein Ticket kauft und so Geld an Unicef spendet, kann seine Gewinnchancen erhöhen. Das erste Exemplar der Sonderpressung wird in einer Auktion meistbietend versteigert. Sammler können zudem auf ein Paket aller veröffentlichten Alben bieten (jeweils das zweite Exemplar).  Zum Kauf der Tickets hat man noch 27 Tage Zeit, die Auktion läuft in 13 Tagen aus. Kate führt die Gebote momentan mit 650 Pfund an; der Preis dürfte aber noch deutlich steigen. Da bleibt wohl nur die Hoffnung auf das Glück bei der Verlosung. Mitbieten und Tickets erwerben kann man hier.

Update: Exemplar Nummer 1 ist für 2200 Pfund ersteigert worden.

Das Song-ABC: Wow


„Wow“ ist eines der Highlights auf „Lionheart“, dem zweiten Studioalbum von Kate Bush. Ganz leise und sehr stimmungsvoll beginnt es, wie die Musik zu einem Bühnenauftritt. Der Vorhang öffnet sich und die Spannung steigt auf das, was nun kommt. „We’re all alone on the stage tonight“ – Träume werden wahr, die Kindheit ist vorbei und plötzlich steht man allein und zitternd auf der Bühne. Die Strophen sind ruhig und balladenhaft gehalten. Sie enden mit Zeilen, die mit „Oh yeah you’re amazing!“ beginnen, diese Strophenteile sind mit Zuspruch gesungen, fast sogar mit etwas Bewunderung in der Stimme. Der Chorus besteht fast nur aus einem wiederholt gesungenen „Wow“ – das letzte Wow geht beim ersten Durchgang ganz in die Höhe, beim zweiten Durchgang ganz nach unten. Das ist fast ein bisschen karikierend.
Das ganze Lied ist eine Einheit, es gibt keine Brüche in der Stimmung. Es ist aufgebaut wie ein Theaterstück mit Einleitung, Geschichte und Schluss. Es endet mit einem „We‘re all alone on the stage tonight“, danach ertönen Töne bzw. Vokalisen, die an das „Wow“ erinnern. Ganz zum Schluss schließen Vokalisen als Abschluss und Ausklang den Vorhang. Der Song ist voller dramatischer Wucht [1] und ein Kaleidoskop aus Verweisen auf die Bühne und auf das Showbusiness. Die erste Zeile handelt davon, allein auf der Bühne zu stehen, es geht weiter mit einem Verweis auf einen homosexuellen Schauspieler, der es nicht in die britische Krimiserie „The Sweeney“ (Fernsehserie aus den Siebzigern [6]) schafft. Ein Hinweis auf das  Showbusiness jagt den nächsten. Kate Bush hat das so erläutert: „Wow is a song about the music business – not just rock music but show business in general, including acting and theatre. People say that the music business is about rip-offs, the rat race, competition, strain, people trying to cut you down and so on, and though that’s all there, there’s also the magic.“ [5]
Die Biographen beschäftigen sich recht intensiv mit diesem Song, z.B Graeme Thomson: „Der Text nimmt die Eitelkeiten des Theaterbetriebs mit spitzer Zunge aufs Korn, und sie erlaubt sich einen herrlich anzüglichen Scherz, den sie im Video noch betont, wenn sie zu der Zeile „He‘s too busy hitting the vaseline“ ihr Hinterteil herausstreckt und ihm einen satten Klaps gibt“ [2]. Hinzuzufügen ist noch, dass sie bei der Erwähnung der Krimiserie „The Sweeney“ eine abfeuernde Pistole markiert. Später schien sie sich mit „derart ungeschminkten Zweideutigkeiten“ [2] nicht mehr wohlzufühlen. Als sie 1986 die Videosammlung „The whole story“ veröffentlichte, unterlegte sie den Song anstelle des Promo-Videos mit einer Collage aus Szenen ihrer Liveauftritte [2].
Der Text ist auch in anderer Hinsicht etwas frech. Ausgiebig und ironisch werden im Text Lieblingsworte von Kate wie „amazing“, “ooh yeah“, „incredible”, „fantastic“, „wow“, „unbelievable“ benutzt. Journalisten hatten sich wiederholt über den ausgiebigen Gebrauch solche Worte in Interviews lustig gemacht. Eingespielt wurde der Song von der KT Bush Band mit Charlie Morgan, Del Palmer und Brian Bath [1]. Er war bereits vor den Arbeiten zum Album „Lionheart“ geschrieben und schon in die engere Auswahl für „The kick inside“ gekommen. Er kam nicht auf das Debutalbum, weil er offenbar nicht richtig dazu gepasst hatte [2].
Kate Bush hatte mit diesem Song auch musikalische Ideen, die von der Öffentlichkeit aber kaum bemerkt wurden: „It was sparked off when I sat down to try and write a ‪Pink Floyd song, something spacey; though I’m not surprised no-one has picked that up, it’s not really recognisable as that“ [5] Auch zur Aufnahme des Songs gibt es Aussagen von Kate Bush. Sie deuten darauf hin, dass hier schon der Perfektionismus der Künstlerin durchgeschlagen hat. „I’ve really enjoyed recording ‚Wow‘. I’m very, very pleased with my vocal performance on that, because we did it a few times, and although it was all in tune and it was okay, there was just something missing. And we went back and did it again and it just happened, and I’ve really pleased with that, it was very satisfying.“ [7] Das „a few times“ ist wahrscheinlich ein Euphemismus für „immer wieder“.
Der Song ist im 4/4-Takt gehalten, mit sehr kurzen Einschüben von 2/4 vor dem Chorus. Die Tonart ist ein a-Moll, der Chorus wird von C-Dur-Akkorden begleitet („Wow …. unbelievable“). C-Dur ist die Dur-Parallele zu a-Moll [3]. Wie so oft bei Kate Bush sagen die Tonarten viel über den Song aus und oft geben sie den Textzeilen eine zusätzliche, hintergründige Bedeutung. Nach Beckh [4] ist a-Moll schwermütig, poetisch, elegisch, es ist eine Sehnsuchtstonart. Das passt gut zur (vergeblichen) Sehnsucht nach Anerkennung, die thematisiert wird. C-Dur ist das klare Licht, die nüchterne Klarheit [4]. Es kann aber auch feurig und temperamentvoll sein. Die Wow-Ausrufe des Chorus sind also ehrlich gemeint, es sind temperamentvolle Feststellungen mit nüchterner Bedeutung.
Zu den Strophenteilen „Oh yeah you‘re amazing ….. But still we don‘t head the bill“ und „Oh yeah you‘re amazing …. But you‘d have to play the fool“ gibt es einen Tonartwechsel. Es treten hier die Akkorde B-Dur, g-Moll, As-Dur und F-Moll auf, diese Akkordkette wird jeweils zweimal wiederholt. Das kann Es-Dur oder c-Moll sein [3]. Beide Tonarten stehen für das Kämpferische und Heroische [4]. C-Moll ist die Tonart, die am festesten auf dem Boden, am stärksten auf der Erde steht, sie ist das Fundament für die eigene Kraft und Stärke [4]. Die Verwendung von c-Moll / Es-Dur ist für mich – in Kenntnis weiterer, späterer Songs – sehr bemerkenswert. Eine Akkordgestaltung aus diesen Tonarten findet sich auch in „The Fog“ und „Lily“. Dort steht c-Moll für die Sicherheit, die der Vater bzw. die Heilerin gibt und Es-Dur ebenfalls für das Herauskämpfen aus einer schwierigen Situation. In „Running up that hill“ wird c-Moll im Zusammenhang mit einer Anrufung der positiven Mächte benutzt. Auch in „Never be mine“ wird c-Moll benutzt. Bei Kate Bush ist c-Moll die Klangwelt der Ratgeber, der Wissenden, der „guten Mächte“. Es ist die Sicherheit und der Schutz, der feste Grund unter den Füßen. Interpretiert man es so, dann sind diese Strophenteile ein Zuspruch, eine Unterstützung, eine Aufmunterung.
Auf den ersten Blick scheint der Text sich über die Personen und ihre Situation lustig zu machen. Die Tonarten sagen etwas anderes – glaube an Dich, tue es, gib nicht auf, wir stehen zu Dir. Die Biographen sind sich in der Bewertung diesmal einig. Jovanovic bewundert die schlichte, aber effektive Struktur, die herausragende Komposition und hält „Wow“ für einen ihrer ausgereiftesten Songs überhaupt [1]. Für Thomson ist „Wow“ ein geradezu klassischer Popsong mit zurückgenommenen Strophen, einem Refrain, der abhebt, und ausdrucksstarkem Gesang [2]. Diesmal habe ich keinen Grund, den beiden Biographen zu widersprechen, es stimmt einfach. Wegen seiner eingängigen Qualitäten erschien der Song im März 1979 als Single und erreichte zurecht in Großbritannien Platz 14 der Single-Charts [2]. © Achim/aHAJ

[1] Rob Jovanovic: Kate Bush. Die Biographie. Höfen. Koch International GmbH/Hannibal. 2006. S.92f
[2] Graeme Thomson: Kate Bush – Under the Ivy. Bosworth Music GmbH. 2013. S.113f und 152ff
[3] „Kate Bush Complete”. EMI Music Publishing / International Music Publications. London. 1987.  S.172f
[4] Hermann Beckh: Die Sprache der Tonart in der Musik von Bach bis Bruckner. Verlag Urachhaus. Stuttgart 1999.  S.78f (a-Moll), S.71f (C-Dur), S.124f (Es-Dur bzw. c-Moll)
[5] Kate Bush: „Hello Everybody“ & Interview . KBC Issue 2 (Sommer 1979).
[6] https://en.m.wikipedia.org/wiki/The_Sweeney (gelesen 24.10.2018) [7] https://www.katebushencyclopedia.com/wow (gelesen 16.10.2018)