Dez 01

Gerücht: Kommen Vinyl-Veröffentlichungen?

vinyl620Kaum ist das neue Live-Album Before the dawn veröffentlicht, gibt es das nächste Gerücht: Angeblich sollen bereits im Januar Kates frühere Alben auf Vinyl neu veröffentlicht werden. Quelle des Gerüchts: Der Besitzer eines Plattenladens in Brighton. In der Liste der kommenden Veröffentlichungen der nächsten Monate von Warner Music Deutschland fehlt dazu allerdings jeder HInweis. Warner neigt allerdings auch dazu, nur das zu bestätigen (und im Falle von Kate auf die LIsten zu setzen), was ohnehin schon bekannt ist. Aktivitäten in punkto Werbung fürs aktuelle Album oder Vermittlung von Interviews mit Kate an deutsche Journalisten sind ebenfalls nicht wahrnehmbar. Im Vergleich dazu war EMI geradezu hyperaktiv. Ganz neu ist das Gerücht mit den Wiederveröffentlichungen allerdings nicht. So war beispielsweise mehrfach von Remasters die Rede. Mit dem zunehmenden Hype um Vinyl könnte es auch Sinn machen, Kates Backkatalog analog anzubieten. Hinzu kommt, dass die Neuveröffentlichung von The Red Shoes auf Vinyl auf dem amerikanischen Label Analog Spark sowieso geplant war, aber aus unbekannten Gründen bisher nicht erfolgt ist. Und es gab den schnell wieder gelöschten Post eines Peacock Design-Mitarbeiters, der tweetete: „Very happy to be working on Kate Bush reissues.“ Vielleicht kommt da ja tatsächliche im Frühjahr noch unerwartet etwas auf uns zu… Für Vinyl-Sammler gibt es ansonsten morgen noch die US-Vinyl-Version vom Concord Music-Label. In Japan steht Before the dawn erst am 21. Dezember zur Veröffentlichung an. Bisher ist da nur das 3CD-Set geplant. Ob es auch eine eigene 4LP-Version geben wird, ist noch unklar.

Update: Just heute ist dann doch ein Interview mit einer deutschen Zeitung erschienen. Das Zeit Magazin konnte Frau Bush sprechen.

Nov 26

Glockenklang, Wassermusik, verbotene Instrumente und Vogelgesang

Kates begleitende Worte im Before The Dawn CD Booklet – Übersetzung: Beate Meiswinkel
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Der Klang des Glockengeläuts ist in verschiedenen Teilen der Show zu hören, wie beispielsweise bei Joanni, einem Lied über Johanna von Orleans. Diese Glocken wurden von Kevin McAlea aufgenommen und gespielt. Er hatte zufälligerweise seine Aufnahmegeräte dabei, als er die Kathedrale von Rouen besuchte, wo die Glocken am Jeanne d’Arc Tag ihr zu Ehren geläutet werden. Zufälligerweise bilden sie den passenden Schlüssel zu diesem Lied. Mino ist ein solch vielseitiger Perkussionist. Wir nannten ihn Le Prestidigitateur (den Fingerfertigen). Beim Abschluss von King Of The Mountain beherrschte er den vorderen Teil der Bühne mit seinem Schwirrholz, einem heiligen Instrument der australischen Ureinwohner, dessen Klang traditionell für die Ohren von Frauen verboten ist. Es besteht aus einem geschnitzten Holzstück, das an ein Seil gebunden ist, und der Spieler lässt es um seinen Kopf kreisen. Es ist ein Instrument, das sehr körperbetont gespielt wird. Dies war der Moment, in dem Mino einen großen Sturm entfachte, der alle auf der Bühne in The Ninth Wave hinein saugte.

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Dieses Foto habe ich nach dem Soundcheck von der Bühne aus gemacht, nicht während einer Vorstellung an einem ruhigen Abend! Man bemerke den oben geparkten Helikopter!

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Alle Sänger wechselten ihre Handmikrofone gegen Headsets, die die Bewegungsfreiheit auf der Bühne während The Ninth Wave ermöglichten. Das stellte eine größere Herausforderung für die Toningenieure dar. Drei aus dem Chor kletterten auf das Dach eines sich bewegenden, schaukelnden Zimmers, um ihre Stimmen zu Watching You Without Me beizusteuern.

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Während der Abschnitte des Chores konnte Jo sich dafür entscheiden, entweder eine Oktave tiefer oder höher als alle anderen zu singen. Er hat einen solch unglaublichen Stimmumfang.

Die Show zusammenzustellen, war eine außergewöhnliche Erfahrung. Es war ein riesiger Arbeitsaufwand, eine Menge Spaß und ein enormes Privileg, mit einem solch unbeschreiblich talentierten Team zusammenzuarbeiten. Dies ist das Tondokument. Ich hoffe, dass es für sich selbst spricht, als ein eigenständiges Stück Musik, das sowohl Menschen genießen können, die die Shows nicht gesehen haben, als auch für diejenigen, die dabei waren.
Ich habe keinesfalls mit solch überwältigender Rückmeldung der Zuhörer gerechnet, die die Vorstellung jede Nacht mit Leben und Aufregung erfüllt haben. Sie sind hier, in jedem einzelnen Takt der aufgenommenen Musik. Selbst wenn man sie nicht hören kann, so kann man sie spüren.
Nichts auf diesem Live Album wurde neu aufgenommen oder zusammengeschnitten, lediglich zwei oder drei Soundeffekte wurden hinzugefügt, um die Atmosphäre zu verstärken.
Never Be Mine auf der ersten CD ist die einzige Aufnahme, die es davon gibt. Das Stück wurde aufgenommen, während die Show ohne Publikum gefilmt wurde. Es wurde herausgenommen, weil die Show zu lange wurde, aber hier ist es wieder, an seiner ursprünglichen Stelle. Alles andere läuft so, wie es war, mit nur einigen wenigen Überarbeitungen, die den Fluss der Musik unterstützen.
Die Hauptfigur von The Ninth Wave auf der Bühne war eine schiffbrüchige Frau, die im Wasser treibt, und die auf eine große ovale Leinwand projiziert wurde. Der Gedanke dabei war, dass dieser zuvor aufgenommene Film die Realität darstellt. Die Hauptstimme für diese Sequenzen wurden während der Filmaufnahmen live in einem tiefen Wassertank in Pinewood gesungen. Aufwändige Recherchen waren notwendig, um herauszufinden, wie diese Stimme aufgenommen werden konnte. Ich hoffte, dass der Gesang sich realistischer und gefühlvoller anhören würde, wenn er in diesem schwierigen Umfeld eingesungen wird (das Boom-Mikrofon könnt ihr auf dem Foto auf der Rückseite dieses Booklets sehen. Es musste allerdings während der Nachbearbeitung aus jeder Einstellung wegretuschiert werden, obgleich sehr wenige Aufnahmen mit diesem Boom-Mikrofon schließlich verwendet wurden. Das Hauptmikrofon befand sich in der Schwimmweste, getarnt als Röhrchen zum Aufblasen!) Die restlichen Hauptstimmen auf dieser CD wurden live auf der Bühne gesungen, als Teil der Traumsequenzen. Die einzige Möglichkeit, diese Geschichte als Audio-Stück umzusetzen, war es, sie wie ein Radio-Hörspiel zu gestalten und den Applaus bis zum letzten Lied zu unterdrücken, bis die Geschichte vorüber ist und wir alle wieder ins Theater zurückgekehrt sind, zu den Reaktionen des Publikums.
Ganz gegensätzlich zu The Ninth Wave, in dem es um einen Überlebenskampf in der Dunkelheit geht, geht es in A Sky Of Honey um den Verlauf eines Sommertages. Die ursprüngliche Idee hinter diesem Stück war es, die Verbindung zwischen Vogelgesang und dem Licht zu erkunden, und warum das Licht die Vögel dazu bringt, zu singen. Es beginnt mit einem wunderschönen Nachmittag in goldenem Sonnenlicht, umgeben von Vogelgezwitscher. Während die Nacht anbricht, erhebt sich die Musik langsam bis zum Anbruch der Dämmerung.
Diese Show war eines der aufregendsten Dinge, in die ich je mit einbezogen war. Vielen Dank an alle, die dazu beigetragen haben, dass sie stattfinden konnte und die den Prozess begleitetet und ihm gestattet haben, sich kontinuierlich zu entwickeln.

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„Was für ein schöner Nachmittag. Was für ein schöner Nachmittag. Oh, kannst du die Vögel singen hören: die Misteldrossel und die Waldtaube, den Buchfink und das Rotkehlchen, die Amsel und den Zeisig, wie tropfendes goldenes Licht und goldene Glocken? Ding dong, ding dong. Läute es herbei, schüttle es herab, bring es herbei, lass es herein. Der Sommer ist gekommen, der Sommer möge lang sein. Was für ein schöner Nachmittag. Was für ein schöner Nachmittag. Oh, willst du mit uns kommen, um das Lied von Öl und Pinsel zu entdecken? Es war ein schöner Nachmittag. So ein schöner Nachmittag. Er sinkt in die Hügel hinab. In die Kissen der Hügel. Mein Schatz. Mein Juwel. Die Sonne. Der Himmel. Jedes Schwimmbecken wird vor Aufregung erzittern. Ich ließ den Wind blasen und die Sternenhimmel schweben. Ich habe Schmerzen von Kopf bis Fuß. Ich habe Blasen an meinen Händen. Oh Mann, heute Nacht male ich den Mond!“

 

Nov 22

David Rhodes plaudert aus dem Nähkästchen…

sde-rhodesIn einem jetzt veröffentlichten Interview mit Paul Sinclair für das englische Magazin „Super Deluxe Edition“ hat Gitarrist David Rhodes weitere überraschende Details zu den Before the dawn-Konzerten offenbart – so standen neben Never be mine ursprünglich auch Songs wie Sat in your lap und The Big Sky kurzzeitig auf der Setlist. Sinclair hatte das Interview bereits Ende Oktober 2014 geführt. Sat in your lap etwa wurde zugunsten von Top of the City gestrichen, The Big Sky war als Zugabe gedacht, stattdessen gab es dann Cloudbusting, erzählt David Rhodes. Während es der Song vom Album The Dreaming nicht mal bis in die Proben schaffte, wurde The Big Sky ein- oder zweimal von der kompletten Band eingeübt. Dass Never be mine von der Setlist flog, erklärt Kates Gitarrist so: „I think Never be mine was just a bit too downbeat.“ Auch für die Zugabe, als Kate zunächst alleine am Klavier saß, waren offenbar weitere Songs im Gespräch: „There were two or three others that she decided not to do.“ Die ersten Proben hat David in einer kleinen Besetzung absolviert: John Giblin, Kate und er. Das war im März 2014, bevor dann im April erstmals die Band gemeinsam die Songs einstudiert hat. Schon im Interview mit morningfog.de hatte David erzählt, dass er bei den ersten Proben von Kates Stimme vollkommen fasziniert und berührt war. Im Gespräch mit Paul Sinclair erzählt er: „Actually, when I was doing the early rehearsal with just her and John, I think we were just doing Prologue, I was just playing my single note all the way through. But just hearing her … well, hearing John play is always a pleasure and then hearing her sing was so wonderful, a tear came to my eye, I just felt very lucky to be in the room with them both.“ Interessant ist auch, dass die Bandproben getrennt von den Proben für die Show stattgefunden haben. So berichtet David, dass erst nach und nach die einzelnen Showelemente eingeführt wurden. Dass er zum Beispiel zum Abschluss von Aerial eine Maske tragen sollte, erfuhr er erst vier Tage vor der Premiere. Als absolutes „Desaster“ bezeichnet David die Pre-Show, zu der am Sonntag vor der Premiere Freunde und die Familie von Kate eingeladen waren. Vieles ging schief und man hatte vor allem mit technischen Problemen zu kämpfen. Von den ganzen Prominenten, die bei den Shows zu Gast waren, hat David nur drei getroffen: natürlich Peter Gabriel, Elton John und Stella McCartney. Ansonsten, erzählt er, hat er sich von den After-Show-Treffen eher fern gehalten und sich lieber in einen Pub verdrückt.
Das komplette Interview gibt es hier.

 

Nov 21

Kates Video zu „And dream of sheep“


Parallel zur neuen (Download) Single And dream of sheep vom Live-Album Before the dawn hat Kate auch ein Video veröffentlicht. Dabei handelt es sich um den Einspieler, der schon bei den Konzerten gezeigt wurde. Auch wenn der erste Song von The Ninth Wave auf der Bühne nicht live gespielt wurde, ist er dennoch live aufgenommen worden. Kate hatte sich Monate vorher in den Pinewood-Filmstudios in einen überdimensionalen Wassertank begeben und mehrere Videosequenzen für ihre Show aufgenommen. Dabei hat sie im eiskalten Wasser treibend auch den Auftaktsong für The Ninth Wave neu eingesungen – und das ziemlich beeindruckend, man hört jeden Atemzug von ihr und spürt die Kälte, die sie umgibt. Wegen einer Unterkühlung musste sie nach dem ersten TaKates Video zu „And g der Filmaufnahmen prompt auch eine Pause einlegen. The Ninth Wave wurde am Sonntag erstmals komplett auf BBC6 gespielt.

Nov 18

Kate: „No current plans for a DVD“

wakingthewitchDie Enttäuschung ist groß: Im Interview mit dem englischen Musikmagazin „Mojo“ hat Kate erklärt, dass es keine Pläne gibt, die „Before the dawn“-Konzerte auf DVD zu veröffentlichen. Auch wenn sie das dann wieder einschränkt und eine Hintertür offen bleibt, dass irgendwann vielleicht doch noch etwas veröffentlicht werden könnte. Stattdessen will sie sich nun einem neuen Projekt widmen. Das komplette elfseitige Interview soll am 22. November erscheinen. In dem Interview heißt es unter anderem:

Mojo: Is there going to be a DVD as well? It was filmed after all…
Kate: It was filmed. And it has been archived. But there are no current plans to bring out a DVD. I think that the CD is, in a way, much more representative of being at the shows than a DVD. When you’re at a live show it’s the whole experience of sitting in an audience, you can scan the stage, choose where to look, it’s completely different from film.
Mojo: Obviously it was such a visual experience, a visual delight, it would be a shame to lose that.
Kate: Well, I dunno, there might be something at some point, but there’s certainly no plans at the moment. I want to very much move on and do something new. I’d like to do something (pregnant pause)… new! (Laughs.)
Mojo: Do you know what yet?
Kate: (Emphatically) No.

 

Nov 17

Fünf Premieren, neues Mojo-Interview

kate-mojomojo-coverWährend sich Warner Music Deutschland extrem zurückhält, zeigt Kates neues US-Label Concord Music, wie man ein Album auch bewerben kann: erst haben sie die kompletten Liner-Notes veröffentlicht, jetzt folgte vollkommen unerwartet beim Radiosender KEXP aus Seattle die exklusive Premiere für gleich fünf Songs: Lily, Top of the City, Waking the Witch, An Architect’s Dream and Cloudbusting. Alle Songs klingen fantastisch, bei Waking the Witch spielt die Band gar weiter, während der Hubschrauber sich auf die Suche begibt. Hören kann man die Songs hier – wenn der Stream mitspielt, der scheint ziemlich überlastet zu sein, setzt plötzlich aus, um dann unvermittelt wieder weiterzuspielen.

Parallel hat das englische Musikmagazin Mojo ein elfseitiges Interview mit Kate für seine kommende Ausgabe angekündigt. Die soll am 22. November erscheinen. “It was exciting and very moving, very touching,” wird Kate unter anderem zitiert, die sich erneut auch zu den Publikumsreaktionen äuert: “The audiences came with us on that journey every night.” Weitere Themen sollen die Rolle von Bertie bei den Aufführungensein und Bowies letztes Album „Blackstar“. Und: Angeblich wird sie auch die Frage beantworten, was aus den Filmaufnahmen der Show geworden ist.

Nov 15

Single am Freitag, Interview am Sonntag

adosAn diesem Freitag (18.11.) soll der Song „And dream of sheep“ vorab als neue Single des Album „Before the dawn“ veröffentlicht werden, das dann eine Woche später erscheint. Der Song war in dem Konzert als Video eingespielt worden. Kate hatte das erste Stück von „The Ninth Wave“ live in einem Wassertank der englischen Pinewood-Studios eingespielt. Am Sonntag folgt dann noch ein einstündiges Interview mit ihr auf BBC 6. An dem Tag wird unter anderem auf BBC 6 erstmals auch „The Ninth Wave“ komplett gespielt:

‚And Dream of Sheep‘ will be released as a single on 18th November and will be available to download from midnight on Friday morning.  The character in the song is lost at sea and Kate performed the lead vocal live whilst filming in a water tank at Pinewood Studios.  The song will be sent automatically to anyone who has pre-ordered Before the Dawn, which is released on 25th November. In additon to the single release, BBC Radio 6 Music recently announced a world exclusive hour-long interview with Kate talking to Matt Everitt.  Kate and Matt discuss the pressures of creating such an ambitious project as her live shows, the inspiration behind some of her work, her relationship with Prince and life away from the spotlight.  This is Kate’s first broadcast interview since 2011.  The programme ‚Kate Bush on 6 Music‚ will be broadcast from 1-2pm on Sunday 20th November.  A clip has already been released in which Kate talks about her 2014 live shows, song-writing and future plans. Matt said, “Kate Bush is without doubt one of the most original and gifted musicians and producers of all time.  Having loved her music my whole life and been lucky enough to witness her live comeback, it was incredible to have an opportunity to find out her reasons behind performing again, how she brought a hugely demanding and ambitious conceptual vision to the stage, and of course, just to meet the person behind so many wonderful songs.”
Following the interview, Tom Robinson’s ‚Now Playing‚ show on 6 Music has another exclusive broadcast.  During the first half of the show Tom will play Kate Bush inspired music requests sent in by the listeners.  The second half is a world exclusive first play of CD2 from Before the Dawn, which features the second half of her Hounds of Love album, the suite of songs entitled ‚The Ninth Wave‘.  The programme will be broadcast from 6-8pm on Sunday 20th November.

Nov 10

HOL in der sehr speziellen Edition

hol-cover-usakate_shirt_350Wenn man zuletzt einen Beitrag von Micha aus der Reihe „All we ever look for“ online gestellt hat und bei der Suche im Netz ganz unverhofft auf eine gänzlich unbekannte Edition der Hounds of Love in Vinyl stößt, ist das Herzinfarktrisiko groß – zumal das Cover auch noch außergewöhnlich gestaltet ist. Wenn man dann noch das Gerücht in Hinterkopf hat, dass die Alben von Kate neu aufgelegt werden soll, ahnt man, was man da entdeckt haben könnte. Zumindest bis man von dem Grafikdesigner, der fürs Cover verantwortlich ist, eine Antwort erhält: „Danke für Dein Interesse. Das war ein Studien-Projekt. Wir sollten ein Album aussuchen und das Cover neu entwerfen. Und ich liebe dieses Album“, schreibt Madison DeLong, Grafik-Designer aus Seattle, der sich im Bereich Layout, Typographie und Webdesign bewegt und unter anderem für mehrere Firmen Logos und das entsprechende Branding entworfen hat. Und deswegen gibts zum wundervoll gestalteten Cover für die HOL- und die Ninth Wave-Seite gleich auch noch das passende T-Shirt dazu. Leider, leider wird es die HOL-Version von Madison aber nicht in die „All we ever look for“-Reihe schaffen, weil es dann doch nur täuschend echt aussieht. Schade. Die Internetseite von Madison mitsamt Cover und Bleistiftzeichnungen von Kate gibt es hier.  (Fotos: © Madison DeLong)

Nov 04

MoP: Die missverstandene Promo-CD aus Japan

allweeverlookformop1Es hätte schön werden können! Japan ist ja bekannt dafür, qualitativ sehr hochwertige CDs herzustellen. Meistens ziert ein schönes Obi das Cover und oft liegt noch ein extra Booklet dabei. Leider hat man das bei dieser Doppel-Promo-CD alles vergessen, weshalb sie oft als Bootleg angesehen wird. Dabei zählt diese CD zu den seltensten und teuersten Kate Bush CDs überhaupt! Hergestellt wurde sie zu Promotionzwecken zum Release von „The Red Shoes“. Vor über 20 Jahren hatte ich das Glück, eine bei Ebay für 200 Dollar zu ergattern. Heute muss man zwischen 400 und 500 Euro dafür auf den Tisch legen – wenn man denn überhaupt eine findet. Limitiert ist das gute mop2aStück auf 100 Exemplare und ein Highlight in jeder Sammlung. „Eat the Music“ trägt hier noch den Zusatz „Madacascan Remix“ = (Extended 12″ US Version,) da es die erste Singleauskopplung aus „The Red Shoes“ werden sollte, bevor man „Rubberband Girl“ den Vorzug gab. Geplant war auch eine „Eat The Music“ Picture 12″ – 7″ Kassetten-Single und Maxi-CD. Es hätte schön werden können…  Michael Guth

Nov 01

Der Countdown in Confetti-Form

01con-lilyDer Countdown kann beginnen: 24 Tage sind es noch, bis endlich die Live-CD der Konzerte von 2014 veröffentlicht wird. Zwei Songs gab es vorab schon zu hören: Prologue und das bombastische King of the Mountain, das mit der neuen Textzeile „There’s a storm rising“ als Brücke zu The Ninth Wave umfunktioniert wurde. Aber am Anfang stand der Song Lilyoh though, who givest sustenance to the universe….die Musik setzte ein, Kate betrat barfüßig die Bühne und die Halle tobte… Das Confetti regnete zum Schluss von King of the Mountain herab und eignet sich ganz hervorragend als Vorlage für die kommenden Tage bis zum 25. November. Auf der Facebook-Seite von morningfog.de gibt es bis zur Veröffentlichung der CD jeden Tag ein neues Confetti – bis dann auch endlich aus der heimischen Musikanlage die letzte Textzeile von Cloudbusting zum Mitsingen erklingen kann…

Okt 28

Das Song-ABC: Pull Out The Pin

abcDieser außerordentlich stimmungsvolle und bedrückend düstere Song schildert eine Begegnung im Dschungel während des Vietnamkriegs. Er ist ein ganz typisches Beispiel für die Arbeitsweise von Kate Bush. Eine außermusikalische Inspiration (hier eine Sendung im Fernsehen) löste einen Assoziationssturm aus.
„I saw this incredible documentary by this Australian cameraman who went on the front line in Vietnam, filming from the Vietnamese point of view, so it was very biased against the Americans. He said it really changed him, because until you live on their level like that, when it’s complete survival, you don’t know what it’s about. He’s never been the same since, because it’s so devastating, people dying all the time. The way he portrayed the Vietnamese was as this really crafted, beautiful race. The Americans were these big, fat, pink, smelly things who the Vietnamese could smell coming for miles because of the tobacco and cologne. It was devastating, because you got the impression that the Americans were so heavy and awkward, and the Vietnamese were so beautiful and all getting wiped out. They wore a little silver Buddha on a chain around their neck and when they went into action they’d pop it into their mouth, so if they died they’d have Buddha on their lips. I wanted to write a song that could somehow convey the whole thing, so we set it in the jungle and had helicopters, crickets and little Balinese frogs.“ [1]
Diese Bilder werden in einer hochemotionalen Momentaufnahme zusammengefasst. Kate Bush hatte nicht die Absicht, einmal einen politischen Song über den Vietnamkrieg zu schreiben – es waren Bilder der Dokumentation, die sie dazu bewegt haben. „No, I didn’t think I’d ever want to write about it until I saw this documentary on television which moved me so much I thought I just had to.“ [2]
„Pull out the pin“ ist wieder einer der Songs, der Kate Bush als Protagonistin in fremdartige Situationen stellt und der dabei noch die Geschlechterrollen aufhebt. Sie nimmt die Sicht eines vietnamesischen Kämpfers ein. Das Lied beginnt mit dem Eintritt in den Urwald: „Just as we hit the green, I’ve never been so happy to be alive“ [3]. Wir hören Dschungelgeräusche, ein fernes Klappern wie auf Bambus. Vage, fremdartige Tiergeräusche sind leise hineingemischt – sie stammen von Kassettenaufnahmen, die der Drummer Preston Hayman im balinesischen Urwald gemacht hat [1]. Der Verzicht auf für den Pop typische Drumbeats und die pentatonische Melodik erzeugen ein asiatisches Flair. Im Hintergrund klingt so etwas wie Musik (eine Elektrogitarre?), erst fern, dann näher. Es erinnert an Musik aus einem alten, verstimmten Kofferradio.
Kate Bush selbst hat in einem Newsletter an ihre Fans eine Anleitung gegeben, wie man „Pull out the pin“ hören und sehen soll. Wie in einem Film nähert man sich aus der Totalen immer mehr den handelnden Personen und wird immer intensiver in die Situation hineingezogen. „We sat in front of the speakers trying to focus on the picture — a green forest, humid and pulsating with life. We are looking at the Americans from the Vietnamese point of view and, almost like a camera, we start in wide shot. Right in the distance you can see the trees moving, smoke and sounds drifting our way…sounds like a radio.“ [4]
pulloutthepinDer Fokus wechselt nun von der Schilderung des Urwalds auf eine Gruppe der Amerikaner (in den Lyrics steht jetzt ein „They“). „Closer in with the camera, and you can catch glimpses of their pink skin. We can smell them for miles with their sickly cologne, American tobacco and stale sweat.“ [4].  Näher und näher geht dann die Kamera heran, bis nur noch ein Amerikaner im Blickfeld ist (in den Lyrics steht jetzt „He“). „Take the camera in even closer, and we find a solitary soldier […]. This soldier is under a tree, dozing with a faint smile and a radio by his side. It’s a small transistor radio out of which cries an electric guitar.“ [4].
Die merkwürdig verzerrte Gitarrenmusik findet so eine Erklärung. Der Amerikaner ist niemand, der hier hingehört – „He’s big and pink and not like me“ [3]. Das Wort „pink“ wird mit einer ganz merkwürdigen Betonung gesungen. Da wird ein fremdartiges Wesen gesehen, Abscheu schwingt mit. Er ist fremdartig aus der Sicht des Protagonisten – das ist nicht dessen Welt. Die eigene Seite – das ist das Überleben. Die andere Seite – das ist fremd, nicht hier hingehörend („He’s big and pink and not like me“). Das ist eine Seite, für die das alles ohne Sinn ist („He sees no reason for the fighting“). Das Unvorhersehbare der Situation spiegelt sich auch im Sound wieder – ein Militärfahrzeug fährt vorbei.
Das Geschehen kommt nun ganz nah an den ausgewählten Amerikaner heran (im Text steht „I look in American eyes.“).  „I pop the silver Buddha that I wear around my neck into my mouth, securing my lips around his little metal body. I move towards the sleeping man. A helicopter soars overhead, he wakes up, and as he looks me in the eyes I relate to him as I would to a helpless stranger. Has he a family and a lady waiting for him at home, somewhere beyond the Chinese drums and the double bass that stalks like a wild cat through bamboo?“ [4].  Das Bild des silbernen Buddhas muss Kate Bush sehr beschäftigt haben. Sie verbindet das hier mit dem Bild der silbernen Kugel. Im Märchen ist das ein Mittel, mit dem Monster, Vampire, Untote getötet werden können. Die Amerikaner sind Unholde aus einer anderen Welt, aus einer toten Welt. Kate Bush sagt dazu „Grotesque beauty attracts me. Negative images are often so interesting“ [5] und das trifft es genau. Es ist die Faszination einer emotionalen Grenzsituation.
Hier geht es um etwas Existenzielles, den Kampf einer gegen einen („Just one thing in it, me or him. And I love life!“). Das „And I love life!“ wird geradezu verzweifelt herausgeschrieen, es ist der pure Überlebenswille.
Der Titel des Songs bezieht sich auf das Scharfmachen einer Handgranate [6]. Im Chorus – gesungen von David Gilmour von Pink Floyd – tritt das in zwei Nuancen auf. Zuerst heißt es „Pulling on the pin“ – Ziehen am Stift, später dann als Aufforderung „Pull out the pin“ – zieh den Stift heraus! Hubschraubergeräusche legen sich über den Schluss, alles geht in eine Kakophonie von Geräuschen und Stimmen über, Assoziationen an einen Zweikampf ums Überleben werden geweckt. Das „Pull out the pin“ wird immer eindringlicher. Dies ist eine fremdartige und dunkle Atmosphäre, die sich zum Ende hin hinter den Hubschraubergeräuschen – die an den Vietnam-Film „Apocalypse now“ erinnern [7] – in Agonie und Tod verliert. Zum Abschluss verdämmert die Musik. Es ist ganz unklar, wie die Geschichte ausgeht und ob die Handgranate gezündet wird. Dieser Film beginnt ganz weit weg von den Personen, kommt immer näher, geht in sie hinein und vergeht mit ihnen. Eine Auflösung gibt es nicht. „The moving pictures freeze-frame and fade–someone stopped the multi-track, there’s more overdubs to do.“ [4]
Für mich ist das ein Existenzkampf, eine Situation ohne Ausweg und mit ganz wenig Hoffnung. Das spiegelt sich in der Tonart – der Song ist in g-Moll geschrieben [3]. G-Moll, das bedeutet tragischen Schicksalsernst, Furcht, Bangen, Hoffnungslosigkeit, es drückt die „hoffnungslose Empfindung der Angst und Furcht vor dem Unvermeidlichen, nicht Abzuwendenden“ aus [8]. Es gibt nur kleine Lichtblicke. Das „with my silver buddha and my silver bullet“ steht nicht in Moll, sondern in Dur und kulminiert in einem B-Dur-Akkord. Auch hinter dem herausgeschrieenen „life“ in „I love life“ steht dieser B-Dur-Akkord. B-Dur ist die parallele Dur-Tonart zu g-Moll, die lichte Gegenseite, sie steht für etwas Glaubensvolles, Hoffnungsvolles [8]. Schatten und Licht, Abgrund und Hoffnung – alles spiegelt sich in der musikalischen  Gestaltung wieder.
Kate Bush zeigt sich hier als „echte Poetin der Sinne“ [9]. Sie macht die dunkle Seite dessen, was Menschen antreibt und den blanken Horror des Krieges greifbar und erfahrbar [9]. Die Hitze, das Grün, der Urwald, die Feuchtigkeit, das Unterholz ringsum – all dies ist fast körperlich zu spüren.
„Pull out the pin“ ist Musik, die wie ein Film aufbebaut ist und die wie ein Film zu lesen ist. Ich empfinde es nicht als Erzählung einer Situation, es funktioniert für mich wie ein Hörspiel. Die Geschichte ist „in“ den Personen und genau das macht das alles so emotional.   (© Achim/aHAJ)
[1] Kris Needs: Dream Time in the Bush. ZigZag. 1982
[2] Karen Swayne: Bushy Tales. Kerrang!. 1982
[3] “Kate Bush Complete”. EMI Music Publishing / International Music Publications. London. 1987.  S.137-138
[4] http://www.katebushencyclopedia.com/pull-out-the-pin (gelesen 11.07.2016) (Kate Bush im „Kate Bush Newsletter, Oktober 1982)
[5] Robin Smith: Getting Down Under With Kate Bush. 1982 (http://gaffa.org/reaching/i82_smi.html, gelesen 11.07.2016)
[6] The Dreaming Interview. Von der CBAK 4011 CD (picture disk)
[7] Rob Jovanovic, Kate Bush. Die Biographie. 2006. Koch International GmbH/Hannibal. Höfen.  S.135
[8] Hermann Beckh: Die Sprache der Tonart in der Musik von Bach bis Bruckner. Verlag Urachhaus. Stuttgart 1999.  S.255 und S.248
[9] Graeme Thomson: Kate Bush. Under the ivy. 2013. Bosworth Music GmbH, S.242

Okt 20

Download von King of the mountain ab morgen

wakeup620In der Ken Bruce-Show auf BBC2 ist heute ein 40 Sekunden langer Ausschnitt der neuen Live-Version von King of the mountain gespielt worden. Wer den Ausschnitt hören möchte: Ken Bruce-Show (bei 1:42:50). Der Song soll am morgigen 21. Oktober in der BBC6Music Breakfast show in kompletter Länge gespielt werden. Parallel steht der Song ab morgen auch zum Download bereit – offensichtlich aber nur für die, die sich bei der Vorbestellung statt für DC oder Vinyl für den digitalen Download entchieden haben. Vorab hatte Kate vom neuen Album nur den Song Prologue zum Anhören auf Soundcloud bereitgestellt.

Update: Hier gibt es den Soundcloud-Link für King of the Mountain

Okt 11

Fünf Gründe, warum es eine DVD geben wird

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Eine CD-Veröffentlichung schließt eine DVD nicht aus. Im Booklet zur CD schreibt Kate selbst, “This is the audio document. I hope that this can stand alone as a piece of music in its own right…”  Bei einem Konzert, das theatral angelegt war und bei dem viel Wert auf die visuelle Umsetzung gelegt wurde, verblüfft es eher, dass es eines reinen Audiodokumentes bedarf. Das, befreit vom Zwischenapplaus, kann nur bedingt die Stimmung der Konzerte wiedergeben. Dessen ist sich Kate offenbar bewusst: „I never expected the overwhelming response of the audiences, every night filling the show with life and excitement. They are there in every beat of the recorded music. Even when you can’t hear them, you can feel them.” Betrachtet man wie Kate die CD-Version als “radio play”, wäre es schon sehr ungewöhnlich, wenn nicht auch das beeindruckendere visuelle Erlebnis dokumentiert würde.

2.

Wir wissen, dass mindestens zwei Konzerte gefilmt wurden. Wir wissen auch, dass mit der Produktion der DVD begonnen wurde und es sogar einen Veröffentlichungstermin gab, der kurzfristig zurückgezogen wurde. Kate schreibt im Booklet, dass es auch Aufnahmen der Show ohne Publikum gibt. Zudem wurde 2014 ein Special mit dem Titel  “After the dawn” produziert, das Teil der DVD werden sollte. Und es gab Gerüchte, der Konzertfilm könnte zuerst im Kino anlaufen. Weil unklar ist, warum das DVD-Projekt zwischenzeitlich gestoppt und auf Eis gelegt wurde, entstand schnell das Gerücht, die Konzertaufnahmen könnten nicht Kates Qualitätsanspruch genügen. Dagegen sprich, dass eigens ein Special produziert wurde. Gegen eine angeblich schlechte Audioqualität spricht die CD-Veröffentlichung.

3.

Gegen die DVD könnte etwas ganz anderes sprechen. Wer auf dem Konzert war wird sich erinnern, dass unglaublich viel auf der Bühne gleichzeitig passiert ist. Mir selbst ist es zum Beispiel passiert, dass ich überhaupt nicht mitbekommen habe, wie zum Schluss der Baum durchs Klavier gekracht ist – das habe ich erst später auf Fotos gesehen. Man hat auf der Bühne auf Kate geachtet, geguckt, was die Band macht, musste Videoeinspieler auf der Leinwand mit verfolgen, durfte plötzlich die Einspielung auf einem Monitor rechts auf der Bühne nicht verpassen, lauschte der Musik, betrachtete die szenische Umsetzung der Musik. Das kann einen schon bei einem normalen Konzert überfordern. Before the dawn war aber kein normales Konzert. Und das komplette Geschehen in dem Konzertfilm zu dokumentieren, dürfte eine Mammutaufgabe sein. Das kann man umso besser nachvollziehen, seit es auf Youtube den (illegalen) 48-Minuten-Mitschnitt von „The Ninth Wave“ gibt. Bei aller Stimmung, die er eindrucksvoll wiedergibt, hat das Video in der Handlung Längen, die aufgearbeitet werden müssen. Trotzdem gibt es das Zitat von John Carder Bush, der dies indirekt würdigt: „As for the DVD then we’ll just have to wait and see. It’s like anything Kate does, if you’re building a cathedral you don’t do it in a couple of months…” Für mich klingt das so, als ob die Bauarbeiten für die Kathedrale in vollem Gang sind.

4.

Stephen Taylor, der die Before the dawn-CD zusammen mit Kate abgemischt hat, hat kurz nach der Bekanntgabe der Veröffentlichung auf seiner Facebook-Seite folgendes gepostet: „I handled the mix with Kate and handled all the postproduction. Read into that what you will. It was a massive job…“. Das Statement hat er kurz drauf wieder gelöscht, weil natürlich sofort Fragen nach der DVD kamen. Dennoch spricht die Aussage eher dafür, dass noch mehr als die CD kommen wird. Zumindest ist es unwahrscheinlich, dass er  mit „all the postproduction“ und „it was a massive job“ nur die CD gemeint haben kann, wenn gleichzeitig betont wird: „Nothing at all has been re-recorded or overdubbed on this live album, just two or three sound FX added to help with the atmosphere.” Zwei Jahre, um rein eine Konzert-CD abzumischen, wäre etwas gewagt.

5.

Und zum Schluss das Geld. Das mag als schlechtes Argument erscheinen, weil wir alle wissen, dass Kate ihre Entscheidungen nicht vom Geld abhängig macht. Auf die Remaster warten wir immer noch vergebens, eine DVD mit den Videos zu ihren Hits gibt es auch nicht, eine 2. Best of fehlt ebenso und mit Blick auf Before the dawn hätte sie Londons größte Halle locker beliebig oft füllen können, statt relativ exklusiv vor rund 80.000 Besuchern 22 Konzerte zu geben. Trotzdem muss sie die Kosten für die Konzertreihe irgendwie bezahlen. Die CD mag dabei helfen, das beeindruckendere Erlebnis wird die DVD sein, die sich wie geschnitten Brot verkaufen dürfte. Es gab mal irgendwo die Zahl von acht Millionen (!) Ticketanfragen für die Konzerte – das sind auch acht Millionen potenzielle Käufer einer DVD.

Bleibt zum Schluss: Die DVD wird kommen. Vielleicht im Frühjahr, vielleicht auch erst in einem Jahr. As for the DVD then we’ll just have to wait and see…

Okt 08

Wiederentdeckt: Liebeserklärung auf italienisch

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Kate Bush – I segugi dell’amore

Autorin: Monica Tessarin, ISBN: 88-7255-225-7, veröffentlicht bei Firenze Atheneum, Collezione Mercator – 55, 2/2004, Paperback, 203 Seiten mit zahlreichen Illustrationen von Paulina Stuckey, Preis ca. 29,90 € (vergriffen)

Monica Tessarin widmet ihre in italienischer Sprache geschriebene Biografie „Kate e Peter, per aver reso meno bui gli anni della mia adolescenza“ (sinngemäß: Kate und Peter dafür, dass sie die dunklen Jahre meiner Jugend erhellt haben). Die Autorin schreibt in ihrem wunderschön gestalteten Buch laut Rückentext unter anderem über Kates Familienleben, ihre Leidenschaft für den Tanz, den Skandal rund um die frühen Videos, ihren großen Erfolg, ihre Einsamkeit und Zurückgezogenheit sowie über Kates privates Engagement für die Umwelt.
Da ich der italienischen Sprache nicht mächtig bin, konnte ich das Buch leider nicht lesen. Die Überschriften der einzelnen Kapitel habe ich dem google translator anvertraut; sie mögen einen groben Überblick des Inhalts wiedergeben:

tessarin0.) Vorwort: Die weiße Rose unter dem Efeu
1.) Das kleine Mädchen mit (den) großen Augen
2.) Cathy und die Sturmhöhe
3.) Oh England, my Lionheart
4.) Die Konzerte des Lebens (bzw. The Tour of Life)
5.) Die grausame Babooshka
6.) Der Traum der Aborigines
7.) Das Warten
8.) Der/die Wolkenfänger
9.) Das Geheimnis der neunten Welle
10.) Die ganze Geschichte (bzw. The Whole Story)
11.) Die sinnliche Welt (bzw. The Sensual World)
12.) Dieser Frau Arbeit (bzw. This Woman’s Work)
13.) Der Zauber der roten Schuhe

Jedes Kapitel wurde mit bezaubernden Zeichnungen von Paulina Stuckey illustriert, die vielen von Euch bestimmt aus dem englischen Fanzine „Homeground“ bekannt sind. Mit den Kapiteln 14 und 15 folgen eine Diskografie (Alben, Singles, Bootlegs etc.) sowie eine Videografie. Eine Bibliografie (in der unter anderem auch ein deutsches Fanzine namens „Irgendwo in der Tiefe“ Erwähnung findet) sowie ein Nachwort beschließen das Buch mit den Worten: „Keep the hounds running…“. Die Biografie deckt den Zeitraum von Kates Geburt bis etwa zum Jahr 1994 ab.

Über die Autorin: Monica Tessarin lebt in Mogilano Veneto. Die leidenschaftliche Musikliebhaberin und Autorin von Fantasy- und Science-Fiction-Geschichten veröffentlichte den Roman „L’Isola degli Unicorni“ (Die Insel der Einhörner) sowie mehrere Sammlungen von Kurzgeschichten. Sie wurde mit dem Elsa Morante-Preis ausgezeichnet.

Beate Meiswinkel

Okt 01

„One of the most exciting things I’ve ever been involved in“

kbpressgen2Das neue amerikanische Label von Kate Bush, Concord Music, hat Kates Liner Notes zum Album veröffentlicht:

„It was an extraordinary experience putting the show together. It was a huge amount of work, a lot of fun and an enormous privilege to work with such an incredibly talented team. This is the audio document. I hope that this can stand alone as a piece of music in its own right and that it can be enjoyed by people who knew nothing about the shows as well as those who were there.
I never expected the overwhelming response of the audiences, every night filling the show with life and excitement. They are there in every beat of the recorded music. Even when you can’t hear them, you can feel them.
Nothing at all has been re-recorded or overdubbed on this live album, just two or three sound FX added to help with the atmosphere.
On the first disc the track, Never Be Mine, is the only take that exists, and was recorded when the show was being filmed without an audience. It was cut because the show was too long but is now back in its original position. Everything else runs as was, with only a few edits to help the flow of the music.
On stage, the main feature of The Ninth Wave was a woman lost at sea, floating in the water, projected onto a large oval screen – the idea being that this pre-recorded film was reality. The lead vocals for these sequences were sung live at the time of filming in a deep water tank at Pinewood. A lot of research went into how to mic this vocal. As far as we know it had never been done before. I hoped that the vocals would sound more realistic and emotive by being sung in this difficult environment. (You can see the boom mic in the photo on the back of the booklet. This had to be painted out of every shot in post-production although very little of the boom mic recording was used. The main mic was on the life jacket disguised as an inflator tube!) The rest of the lead vocals on this disc were sung live on stage as part of the dream sequences. The only way to make this story work as an audio piece was to present it more like a radio play and subdue the applause until the last track when the story is over and we are all back in the theatre again with the audience response.
Unlike The Ninth Wave which was about the struggle to stay alive in a dark, terrifying ocean, A Sky Of Honey is about the passing of a summer’s day. The original idea behind this piece was to explore the connection between birdsong and light, and why the light triggers the birds to sing. It begins with a lovely afternoon in golden sunlight, surrounded by birdsong. As night falls, the music slowly builds until the break of dawn.
This show was one of the most exciting things I’ve ever been involved in. Thank you to everyone who made it happen and who embraced the process of allowing it to continually evolve.“

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