The Dreaming und das seltsame Booklet

Leider lässt sich über dieses Booklet nicht sehr viel sagen, da es nur äußerst selten zu finden ist. Ich hab es bis jetzt nur drei Mal gesehen (in über 40 Jahren). Was man mit Sicherheit sagen kann ist, dass es sich hier um ein offizielles holländisches achtseitiges Promobooklet zum Release der Single „The Dreaming“ handelt (Die EMI-Adresse und Telefonnummer der Promotion-Abteilung ist im Booklet zu finden.). Was es noch seltener macht, ist das beigefügte Promo-Foto, was sonst nie dabei ist. Leider wurden solche Medien-Press-Kits von Presse und Händlern meistens weggeschmissen, nachdem sie einmal durchgelesen wurden – wenn überhaupt. Dieses scheint eines der wenigen kompletten Exemplare zu sein, das überlebt hat. Warum dieses Booklet nur in den Niederlanden erschienen ist, kann ich leider nicht sagen. Happy hunting! Michael Guth

Warten auf ein Zeichen aus der Stille

Ein Jahr ist es jetzt her, dass ich meinen letzten Beitrag für das Song-ABC geschrieben habe. Seit Monaten habe ich Notizen fertig für einen Beitrag zu „Nocturn“. Ab und zu fragt Burkhard nach, wie weit ich bin. Und ich vertröste ihn auf den nächsten Monat. Mir fehlt der Antrieb, aus den Notizen einen Beitrag zu machen. Was sind die Gründe, dass ich nicht vorankomme?
Uns allen liegt die Pandemie auf der Seele. Bei mir hat das in den ersten Monaten zu einer Schreibblockade geführt, aber das ist überwunden. Der Krieg belastet mich, erlaubt keine Fröhlichkeit – beim Schreiben von Texten behindert es mich nicht. Ich schreibe mit Freude laufend Texte zu Opern- und Konzertaufführungen für die Gesellschaft der Freunde des Opernhauses Hannover, es geht mir gut von der Hand. Warum gelingt es mir gerade nicht mehr so mit Texten zu Kate Bush?
Ich gebe es zu, ich habe den Kontakt zur Musik von Kate Bush verloren. Das klingt hart, aber es ist ehrlich. Es ist wohl nur vorübergehend, das hoffe ich jedenfalls, aber es ist gerade so. Ich habe die Hoffnung verloren, dass noch einmal neue Musik von Kate Bush kommt. Es ist jetzt elf Jahre her seit „50 Words for Snow“, dem letzten Album mit Neuem. Im Jahr 2014 gab es die Konzertreihe, mit einem Live-Album, aber das war es dann. Ein großes Schweigen setzte ein. Jahr für Jahr wartete ich auf ein Zeichen, aber es kam kein Zeichen. Die Pandemie kam, andere Künstler nutzen die Isolation für neue Alben. Kate Bush ist dafür bekannt, dass sie in der Stille arbeitet, aber von ihr kam aus dieser Stille nichts außer Schweigen. Arbeitet sie an Musik oder nicht? Oft stellte ich mir diese Frage. Ja, es ist ihre Sache, wie sie ihre Zeit verbringt. Es ist aber meine Sache, wie ich darauf reagiere. Und ich habe die Hoffnung auf Neues verloren – und langsam immer mehr auch das Interesse an ihrer Musik. Anderes hat den Platz eingenommen in meinem Kopf. Ich bin emotional herausgesprungen aus dem Kosmos ihrer Musik. Das Rad dreht sich nicht mehr.
Kann sich das bei mir ändern? Ja, ganz bestimmt, ich gebe die Hoffnung nicht auf. Aber ohne ein Zeichen fällt es mir schwer, mich auf ihre Musik zu konzentrieren. Ich interessiere mich offenbar nicht für etwas Totes, ich brauche Leben, ich brauche Vorfreude. Ein Zeichen aus der Stille würde mich wahrscheinlich schnell wieder entflammen! So aber wäre das Schreiben eines Beitrags mehr Arbeit als Vergnügen. Und ich kann Texte eben nur aus Freude schreiben. Kate Bush, ich bitte Dich: mach mich froh! Mach uns froh, wir warten auf ein Zeichen! Achim

Eine Video-Party anno 1986

Am 10. November 1986 wurde Kates Best of-Album The Whole Story veröffentlicht. Das war an einem Montag. Am Tag zuvor, also dem Sonntag, 9. November 1986, gab es eine Premiere ganz anderer Art. Der Kate Bush-Fanclub hatte offenbar in Zusammenarbeit mit Homeground zu einer Video-Party eingeladen. Gezeigt wurden Videos von Kate aus der Zeit zwischen Februar 1978 und November 1986. Das dürfte also Wuthering Heights bis Experiment IV umfasst haben. Single und Video von Experiment IV wurden am 27. Oktober 1986 veröffentlicht, um das Compilation-Album zu promoten. Witzigerweise wurde am selben Tag auch Don’t Give Up von Peter Gabriel und Kate veröffentlicht. Eine entsprechende Einladungskarte zu der Video-Party mitsamt Autogramm von Kate wird jetzt in einer Auktion angeboten. Auf der Innenseite des aufklappbaren Blattes ist unter dem Cover-Foto von TWS eine Begrüßung von Kate abgedruckt:
Hello everyone,
Hope you have a great evening,
Have Fun!
lots of love
Kate
Auf der Vorderseite findet sich eine handgeschriebene Widmung: To John, love from Kate. Und es gibt als prominentes und wiederkehrendes Motiv eine sitzende Frau mit Taschenlampe in der Hand. Das Motiv dürfte bewusst gewählt sein, stammt es doch aus dem Video zu The Big Sky, wo Kate genau in dieser Position mit einer Taschenlampe in der Hand vor der Mondkugel gezeigt wird. Am Ende des Videos wird das Motiv erneut gezeigt, Kate ist dann wie im Schatten vor der Mondkugel zu sehen. Das Motiv passt deshalb so gut zu dem Videoabend, weil Homeground an der Entstehung im März 1986 beteiligt war und innerhalb einer relativ kurzen Zeit 100 Fans organisierte, die sich an einem bestimmten Tag als Statisten zu den Dreharbeiten einfinden sollten.
Die Karte wird am 29. März hier versteigert, die erwartete Preisspanne wird mit 20 bis 40 Pfund angegeben.

Mini-Tour auf den Kontinent

Die Tributeband Cloudbusting mit Sängerin Mandy Watson ist seit langer Zeit wieder auf dem europäischen Kontinent unterwegs und gibt drei Konzerte in den Niederlanden und ein Konzert in Belgien. Die Mini-Tour startet am 22. März in Oss, dann folgen Breda, Leiden und das belgische Berlare. Für kurzentschlossene Fans ist am ehesten noch Oss von Deutschland aus erreichbar, es liegt knapp 60 Kilometer von Kleve entfernt. Weitere Konzerte auf dem Kontinent sind in diesem Jahr bisher nicht geplant, lediglich Abstecher nach Irland. Ein Auftritt in Deutschland steht leider immer noch aus. Karten zu den KOnzerten gibt es über die Internetseite der Band.

Einem Zauberer einen Zaubertrick vorführen

Bei „Watching You Without Me“ steht Kate Dank Paul Kieve ziemlich unvermittelt plötzlich im Raum.
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Kate verwandelt sich bei „Aerial“ in einen Vogel.

Als Paul Kieve zehn Jahre alt war, wurde er zum Kate Bush-Fan. Ein Journalist, der früher bei der Zeitung The Independent gearbeitet hat und jetzt regelmäßige Kolumnen zu Theaterstücken schreibt, hat die Geschichte von Paul Kieve kürzlich nochmal erzählt. Ein Jahr später, mit elf Jahren, im Jahr 1979, hatte Paul das Glück, Kate bei ihrer Tour of Life auf der Bühne zu sehen. Im immer noch zarten Alter von 14 Jahren, also 1982, schaffte Paul es zu einer Autogrammstunde mit Kate, als dass Album The Dreaming auf den Markt kam. Paul ergatterte eines der begehrten Autogramme und hatte passend zum Titel Houdini das entsprechende Buch dabei: The Secrets of Houdini. Paul hatte seinem Namen in das Buch geschrieben und es Kate überreicht. Eine schöne kleine Geschichte, die genau da hätte enden können – ein 14-Jähriger schafft es, seinem Idol persönlich zu begegnen und überrascht es noch mit einem Präsent. Vielmehr kann da nicht kommen. Aber es gab eine Fortsetzung, die Kate im November 2016 in einem Interview mit Andy Gill im schon erwähnten Independent erzählte. Paul, mit 14 schon vom Zauberkünstler Houdini begeistert, ist 32 Jahre später längst ein bekannter Bühnenillusionist, der für zahlreiche nationale und internationale Produktionen gearbeitet hat, als er 2014 einen Anruf von seinem Agenten erhält und erfährt, dass Kate Bush wieder Konzerte geben will und ihn gerne engagieren würde.

Paul Kieve

Beim ersten Treffen erzählt Kieve die kleine Anekdote und merkt an, dass Kate daraufhin nur gelächelt habe. Beim nächsten Treffen war es dann Kate, die einen günstigen Moment abwartete und Paul Kieve das Buch mit seinem Namen drin zeigte, dass sie all die Jahre zuhause aufbewahrt hatte. Und im Independent wird Kate mit den Worten zitiert: „Und dieser ungläubige Blick in seinem Gesicht. Es kommt nicht oft vor, dass man einem Zauberer einen Zaubertrick vorführen kann.“ Bei den Konzerten zu Before the Dawn war Paul Kieve unter anderem Watching You Without Me dafür verantwortlich, dass Kate plötzlich auf der Bühne steht und bei Aerial für Kates Verwandlung in einen Vogel zuständig, der sich zum Ende des Songs und der Show in den Himmel erhebt.  

Gary Brooker ist gestorben

Der britische Sänger Gary Brooker ist vor wenigen Tagen im Alter von 76 Jahren an Krebs gestorben. Brooker war Frontmann der Band Procul Harum. Die erlangte 1967 mit ihrem Hit A Whiter Shade of Pale Weltruhm. Der Song wurde zudem zu einer der Hymnen der Hippie-Generation. Nach der Trennung von Procul Harum hat Brooker unter anderem für Eric Clapton, Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr gespielt. Kate hat schon früh mit Brooker zusammengearbeitet. Die erste Begegnung gab es im Sommer 1982 bei der Prince’s Trust Gala, als er die Keyboards für The Wedding List gespielt hat – neben Pete Townshend, Phil Collins und Midge Ure. Elf Jahre später konnte man Brooker auf dem Album The Red Shoes bei den Songs And So Is Love, Constellation Of The Heart und You’re The One an der Hammond Orgel hören. Bei Aerial war Brooker erneut involviert und an den Songs Nocturn, Sunset und vor allem Somewhere In Between beteiligt, wo er prominent zu hören ist. 2010 hat Brooker für das Uncut-Magazin einen kleinen Beitrag über die Zusammenarbeit mit Kate geschrieben, die von großer Wertschätzung geprägt war: „She’s one of our best. Kate hasn’t made enough records. But that’s up to her. Whatever she has done has been remarkable.“

Dritte Nominierung für Kate

Kate ist erneut für die Rock & Roll Hall of Fame nominiert worden. Es ist seit 2018 die dritte Nominierung. Mit auf der Liste der vorgeschlagenen Musikerinnen und Musiker für 2022 stehen unter anderem Eminem, Beck, Duran Duran, Dolly Parton, Lionel Richie, Dionne Warwick, die Eurythmics, Pat Benatar, Rage Against The Machine und Judas Priest. Bereits im Mai soll bekanntgegeben werden, wer in diesem Jahr in die „Ruhmeshalle“ aufgenommen werden soll. Bis Ende April können Fans auf der Seite vote.rockhall.com mit abstimmen. Die Rock & Roll Hall of Fame ist in Cleveland (Ohio) angesiedelt. Weil Kate auf dem amerikanischen Markt nicht besonders komerziell erfolgreich war, hat sie bei den vergangenen Abstimmungen im Publikumsvoting eher schlecht abgeschnitten. Das ist auch aktuell wieder so. Derzeit liegt Pat Benatar vor Dolly Parton und Duran Duran an der Spitze.

Weihnachtsbotschaft von Kate

Kate hat sich mit einer Weihnachtsbotschaft nach längerer Zeit zurückgemeldet:

With nearly two years of Covid, are any of us the same people we were before? It’s left everyone confused and uncertain of the future.
It’s been a terrible time of loss for so many. I want to say a big thank you to all the people on the front line and in the NHS. I have such huge respect for all the nurses and doctors who’ve already been working flat out for nearly two years. These caring people are showing such extraordinary acts of kindness to others. Let’s hope they get the pay rises they rightly deserve.
I’d like to mention something that happened a few weeks ago on a walk; stopping to look at the view, I noticed something moving in a tree right beside me. It was a Goldcrest – the smallest bird in Europe, even smaller than a wren. I stood still, hoping not to frighten it away. Its colouring is beautiful – a peacock’s eye on each wing and a striking yellow streak on its tiny head. This gorgeous little ball of fluff flew away after ten minutes or so. I’ve only ever seen one once before and very briefly. It made my day. In these strange times, I really hope you can get the chance to stop for a moment and feel nature around you.
Please stay safe. Wishing you a restful Christmas and hoping 2022 is a happier year for everyone .
With love
Kate

Den Wünschen schließe ich mich gerne an. Gerade an Weihnachten kann man gut inne halten, sich auf Wesentliches besinnen, Zeit mit den Menschen zu verbringen, die einem wichtig sind. Und vielleicht wird 2022 tatsächlich ein glücklicheres Jahr. Mit neuer Musik von Kate würde es das auf jeden Fall.

Happy Birthday, Kate

Heute ist ein guter Tag, Kates Platten rauf und runter und wieder rauf zuhören. Eigentlich macht das immer Sinn, an Kates Geburtstag aber besonders. Beim Abensgebet bin ich allerdings dann doch sehr eigennützig. Oberster Wunsch: Neue Musik noch in diesem Jahr. Und wenn nicht 2021, dann doch bitte in 2022. Happy Katemas!

1500 x HOL in buntem Vinyl bei HMV

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Kates Album „Hounds Of Love“ ist heute in einer Sonderauflage von 1500 Exemplaren in England bei HMV erschienen. HMV („His Masters Voice“) ist ursprünglich ein Plattenlabel und entstand aus dem von Emil Berliner gegründeten Label Gramophone Company, zu der auch die Deutsche Grammophon Gesellschaft gehörte. Berliner gilt als Erfinder der Schallplatte. Ab 1931 gehörte HMV zur neu gegründeten EMI. Aus dem Plattenlabel wurde 1921 mit der Gründung des ersten Shops in Lonndon ein Plattenhändler. Aus Anlass des 100-jährigen Bestehens der Ladenkette hat HMV eine „Centenary Edition“ aufgelegt und die besten Schallplatten der vergangenen 100 Jahre auf Vinyl neu veröffentlicht. HOL erscheint exklusiv in recyceltem, buntem Vinyl, was bedeutet, das jedes der 1500 Exemplare einzigartig ist. Das Album ist vorrangig in den HMV-Shops zu haben, online wird es nur innerhalb von England verkauft.

Alfred Biolek verstorben

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Foto: WDR

Noch nicht ganz zehn Jahre gibt es diese Seite, aber in etwa von Anfang an gibt es die Einleitung „Über mich“. Natürlich geht es darum, wie man überhaupt dazu gekommen ist, Kate zu hören. Wer wie ich in den 1960er Jahren geboren wurde, verbindet Kate fast immer mit Alfred Biolek: „Als am 9. Februar 1978 Kate Bush erstmals im Fernsehen auftrat und das in der WDR-Sendung „Bio’s Bahnhof“, saß ich vor dem Fernseher. Ich war damals 14 und kam aus dem Staunen nicht mehr heraus – ich war die Musik von Abba gewohnt, so was hatte ich noch nie gesehen oder gehört.“ Bio’s Bahnhof war anders als alles, was damals im Fernsehen lief. Es war Unterhaltung, es war Talk, es waren Weltstars zu Gast – Sammy Davis Jr. (!) – und es war die Bühne für gänzlich unbekannte Musiker wie Kate Bush, die in Deutschland mit ihrem ersten Hit „Wuthering Heights“ erst durch Biolek über Nacht bekannt wurde. Nicht umsonst landete Biolek gar auf der Rückseite des Plattencovers zu „Wuthering Heights“ und pries Kate an: „Wer bereits mit 19 Jahren über einen ausgeprägten Stil und eine so erstaunliche Persönlichkeit verfügt wie Kate Bush, dem sollten in den nächsten Jahren wirklich alle künstlerischen Möglichkeiten offenstehen. Ihre ungewöhnlich hohe Stimme und die tänzerischen Fähigkeiten dürften dabei stets ihre Erkennungszeichen bleiben.“ Jahre später hat Biolek dem Rolling Stone ein Interview gegeben und erzählt, wie er Kate entdeckt hat: „Ich hatte mich damals bei diversen Plattenfirmen umgehört, welche Künstler sich für meine neue Show eignen könnten. Eines Tages saß ich bei der EMI in London, alle möglichen Namen wurden genannt – und plötzlich fiel mir ein Lied auf, das leise über die Bürolautsprecher lief. Ich unterbrach das Gespräch, hörte zu. Und war begeistert! ‚Wer ist das?‘ fragte ich, die sagten: ‚Eine ganz neue Künstlerin, sie fängt gerade erst an.‘ Und ich dachte mir, die könnten wir doch einladen.“ Kate reiste zu ihrem allerersten TV-Auftritt überhaupt schon zwei Tage vorher an, erlebte den Rosenmontag in Köln und wurde sogar von Alfred Biolek zu sich nach Hause eingeladen und dort bekocht.
Heute ist Alfred Biolek im Alter von 87 Jahren in seiner Heimat Köln gestorben.

Kate bedankt sich für Buch-Widmung

Foto: MIchael Stewart/Twitter
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„Man erhält nicht jeden Tag einen Brief von Kate Bush“, freut sich der englische Autor Michael Stewart, der bereits mehrfach Kontakt zu Kate hatte. Stewart gilt als Experte für die Brontë-Schwestern und hat jetzt mit „Walking the invisible“ ein neues Buch vorgelegt. Dabei hat er sich auf Spurensuche nach den drei Autorinnen begeben und versucht, in das Leben der Autorinnen, ihre Romane und die Landschaften, in denen die Bücher spielen, einzutauchen. „Auf dem Weg werden Sie Klassikern wie Wuthering Heights, Jane Eyre und Agnes Grey näher kommen, die wahren Orte hinter ihren fiktiven Schauplätzen entdecken und die Mythen aufdecken, die diese viel gelobte und völlig einzigartige Familie umgeben“, heißt es in der Beschreibung zum neuen Buch, das Stewart Kate gewidmet hat und ihr vor der Veröffentlichung Ende Juni zugeschickt hatte. „I’m really touched that you’ve dedicated it to me“, bedankt sich Kate artig und wünscht Michael für das Buch viel Erfolg. Schon in seinem Roman „Ill Will“ hatte sich Stewart mit dem Roman „Wuthering Heights“ auseinandergesetzt und dabei die Herkunft der Figur Heathcliff durchleuchtet und versucht, seinen Lebensweg nachzuzeichnen. Zum 200. Geburtstag von Emily Brontë folgte dann die Idee, im Rahmen des Bradford Literatur Festivals zwischen dem Geburtsort der Brontë-Schwestern in Thornton und dem Pfarrhaus der Eltern in Haworth insgesamt vier Gedenksteine aufzustellen, um so das literarische Erbe der Brontë-Schwestern zu würdigen. Für den Emily Brontë zugedachten Gedenkstein konnte er Kate gewinnen, ein passendes Gedicht zu schreiben, das in den Stein gemeißelt wurde.

Am 17. Juli wird wieder getanzt. Auch in Berlin und München.

Melbourne 2016: Ein Meer von Cathys zum Most Wuthering Heights Day. In diesem Jahr wird endlich wieder gefeiert und getanzt, aber in deutlich kleinerem Rahmen, teilweise nur online, immer mit Abstand.

Nachdem der Wuthering Heights Day 2020 weitestgehend ausfallen musste, soll in diesem Jahr wieder gefeiert werden – online und da, wo es möglich ist, auch vor Ort. Als besondere Überraschung wird erstmals neben Berlin auch in München ein Event zum Most Wuthering Heights Day Ever organisiert. Termin ist in diesem Jahr der 17. Juli. Wie in den letzten Jahren auch werden die meisten Events in Australien und Neuseeland stattfinden. In Neuseeland in Dunedin und auf Waiheke Island, in Australien sind Veranstaltungen in Adelaide, Brisbane, Canberra, Newcastle, Hobart, Bega Valley, Bunbury, Melbourne und Frankston vorgesehen. In Melbourne soll es selbst organisierte kleinere Events geben, in Adelaide wird erst am 18. Juli zu Kates Song getanzt. In den USA gibt es eine Veranstaltung in Reno, eine weitere in Austin soll als Online-Event für ganz Amerika angeboten werden. In Europa nehmen Monteveccia (Italien), Edinburgh (Schottland) und Bristol (England) teil. In Berlin ist die Verantaltung in Kreuzberg geplant, in München im Ostpark. In München muss man sich regisitrieren, in Berlin ist aktuell noch unklar, wie viele Menschen teilnehmen dürfen. Berlin plant zudem, die Veranstaltung live zu streamen. Eine weitere besondere Veranstaltung war im englischen Gorleston-On-Sea eingeplant. Dort sollte zum Wuthering Heights-Day auch die KT Bush Band ein exklusives Konzert geben. Die Band hat ihren Auftritt allerdings wenige Tage nach der Ankündigung wieder absagen müssen.

Mammut-Projekt: Alle Songs von Kate covern!

Youtube-Screenshots: Eberhard Gill

Von Eberhard Gill

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Als eingefleischter Kate Bush-Fan bin ich ständig auf der Suche nach Neuem. Und da sich Kate mit einem neuen Album, wie so oft, rar macht, suche ich die Reflektion ihres Werkes in den Augen und Ohren anderer. Dabei durchforste ich ab und an Youtube nach neuen Kommentaren und Covern und komme mir dabei vor wie ein Spürhund, der versucht, aus den feinsten, flüchtigsten Spiegelungen ihres Werkes bei anderen etwas Neues zu entdecken.
Bei einer dieser Entdeckungstouren bin ich schon im Dezember 2020 über ein Video gestolpert, das mich im wahrsten Sinne des Wortes aufhorchen ließ. „Yuri Kono Kate Bush“ ist ein Projekt von Yuri Kono, einer Musikerin und großem Kate Bush-Fan, die sich ein unglaubliches Ziel gesetzt hat: Jeden veröffentlichten Song von Kate zu covern! Yuri Kono erläutert, wie sie es in ihrer Projektankündigung sagt, dass sie damit dem Verständnis von Kates Werk näher kommen will, um es vielleicht sogar ein wenig durch Kates Augen zu sehen. Yuri Kono spricht von einem Abenteuer und einer Herausforderung, die dieses Projekt für sie bedeutet. Und tatsächlich hat sich Yuri Kono im Januar auf die Reise begeben. Seit Beginn diesen Jahres postet sie jeden zweiten Sonntag ein Cover eines Songs aus dem Album „The Kick Inside“ in ihrem Video-Kanal, ganz schlicht und klassisch nur mit Stimme und Klavier. Und nicht nur das. In jeder darauffolgenden Woche erscheint ein kurzes Video, in dem sie über ihre Erfahrungen mit diesem Cover spricht.
Nun, wer ist Yuri Kono? Es ist nicht ganz einfach etwas über sie zu erfahren, aber glücklicherweise ist das Internet zu einer mächtigen Suchmaschine geworden. Yuri Kono ist eine in Japan geborene Musikerin, Sängerin und Pianistin, die in England wohnt. Ihre eigene Musik wird als eine Kombination von westlicher (experimenteller) Musik und japanischer Musik, zum Beispiel Anime-Musik, beschrieben. Als musikalische Inspirationen nennt sie Joe Hisaishi, Björk und eben Kate Bush, und wer sich einen Eindruck ihrer eigenen Musik verschaffen will, kann dies mit dem Video „Snowstorm“ von Sofar Sounds (Songs from a Room) machen.

Als Nichtmusiker kann ich nur erahnen, welche Anforderungen bei jedem Cover zu meistern sind. Zunächst die technischen, also das Umsetzen der Musik in eine Klavierbegleitung, dann Text- und Stimmbeherrschung und wohl nichts als üben, üben, üben. Und darüber hinaus die intellektuelle und emotionale Auseinandersetzung mit dem Inhalt, Kontext und der Art und Weise, wie Kate selbst den Song singt. Und dann schließlich Aufnahme und Reflektion in einem eigenen Video. In einem Kommentar auf Youtube wird sie folgendes gefragt: „Wer bist Du, Yuri Kono, wenn Du singst? Kate sagte, dass es nicht sie persönlich ist, die singt, sondern die Person im Song singt in diesem Moment. Deshalb frage ich mich: Ist es nun Yuri Kono, die singt, oder ist es Kate Bush, oder singst Du wie die Person im Song, oder singt Du, wie Du denkst, dass Kate Bush über die Person im Song denkt?“ Freundlicherweise hat Yuri darauf geantwortet und sagt: „Wenn ich Kates Songs singe, fühle ich sie sehr stark, vielleicht die Person, die sie in jedem Song ist. Ich liebe es einfach, mich in ihre Welt zu begeben, oder in ihre Welten. Es ist sehr magisch.“ Und abgesehen von der Intensität und Qualität der Cover, denen man die Sorgfalt ansieht, mit der sie gemacht sind, sind ihre Reflektionen zu den Covern für mich besonders interessant, auch weil sie als Musikerin so viel erklären kann. In ihrer Reflektion zu „Strange Phenomena“ analysiert sie die musikalische Brücke vor dem Refrain und ist begeistert von „dem wunderschönen Blumenstrauß, der sich hier formt und der mit der nächsten Melodielinie vollends erblüht“. Aber Yuri teilt eben nicht nur ihre musikalischen Erfahrungen, sondern sie lässt die Zuschauer und Zuschauerinnen teilhaben an ihren Entdeckungen, ihren Überraschungen, ihren Herausforderungen, ihren Zweifeln, an ihrem Widerstand und dessen Überwindung, an ihrer Freude. Sich jede Woche stundenlang mit Kates Songs auseinanderzusetzen, das stelle ich mir als große Herausforderung vor. Und mit der Intensität, mit der sie das tut, denke ich, kommt sie als Musikerin Kate und ihrem Werk näher als viele andere.
Ein bisschen Neid kommt da bei mir sicher auf. Aber die Ernsthaftigkeit dieser Auseinandersetzung ist wohl auch eine enorme, persönliche Herausforderung und ein Selbsterfahrungsprojekt ersten Ranges, denn obwohl man beängstigend tief in Kates musikalische Welt eintaucht, ist es doch auch die eigene Persönlichkeit, die man hier spiegelnd entdeckt. Man kann gespannt sein, wie sich dieses Projekt über die Zeit hinweg entwickeln und verändern wird.
Was für ein Projekt! Was für ein Abenteuer! Viel Erfolg, Yuri Kono!

Interessanterweise hat Yuri Kono dann noch genau in dem Moment, als Eberhard seinen Beitrag für den Blog fertig hatte, eine kleine Überraschung parat. In wenigen Tagen hat sie die Cover von The Kick Inside abgeschlossen und will am 4. Juli in einem Live-Stream drei Songs von TKI live spielen. Die kann man per Kommentar oder Message auf ihren Social Media-Kanälen mitbestimmen. Die Details dazu gibt es im Video.

Neuer Hinweis von Big Boi zu Song mit Kate

Im Juli 2020 war es, als der US-Rapper Big Boi in einem Interview eine Andeutung gemacht hat, dass er mit Kate zusammenarbeite. Nun gibt es auf seiner Twitter-Seite einen neuen Hinweis. Gleich mehrere Fans hatten nachgefragt, was aus der musikalischen Zusammenarbeit geworden ist. In einem Fall hat Big Boi mit einem Smiley reagiert, bei dem ein Zeigefinger vor den Lippen zu sehen ist, er also nichts verraten will. Auf die Frage, ob es etwa ein Rap-Cover von Kates Song Cloudbusting geben könnte, antwortet Big Boi mit „Nope…Made from scratch.“ Was bedeutet, dass es sich um einen komplett neuen Song handeln würde. Bei einer weiteren Frage reagierte der Rapper mit der Aussage, dass er erst das mit Sleepy Brown eingespielte Album The BIg Sleep Over veröffentlichen wolle. Das promotet Big Boi in Interviews immer wieder schon seit 2019, die Veröffentlichung hat sich aber stets verzögert. Nach dem Interview im Juli 2020 war vermutet worden, dass ein Song mit Kate auch Bestandteil des neuen Albums werden könnte. Die Aussage „dropping the Big Sleep Over Alum first“ deutet nun eher an, dass beide Projekte nicht miteinander gekoppelt sind und man auf den möglichen Song mit Kate wohl noch etwas länger warten muss. Damit ist auch wieder vollkommen offen, ob Kate mit Big Boi auf einem seiner Songs singt, oder es genau umgekehrt ist und neues Songmaterial von Kate zu erwarten ist. Auch bei der Aussage „this year“ ist leider nicht ganz klar, ob sich das auf Veröffentlichungsdatum von Big Bois eigenem Album bezieht, oder der Song mit Kate noch in diesem Jahr veröffentlicht werden soll. Für neue Musik von Kate wird es auf jeden Fall höchste Zeit – und wenn es nur Background-Gesang für Big Boi ist.