Comic II: „Ein endloser Quell der Inspiration“

Wild Man Comic / Yirry Yanya

They call you an animal…

Wild Man Comic / Yirry Yanya

Wundervolle Comics über Kate gibt es auch von thestoryteller1618, der unter anderem Kates Single „Wild Man“  aus dem Album „50 words for snow“ auf 20 Seiten bebildert hat – passend zu den Songlyrics. Hinter thestoryteller1618 verbirgt sich Yirry Yanya. Sein Comic funktioniert wie ein Video, das man zum Song schauen kann. Spannend ist das besonders im Vergleich zum animierten Original-Clip. Wo Kate auf verwaschene Schwarz/Weiß-Töne setzt, arbeitet Yirry mit grellen Farben, die aber nie überzeichnet sind. Das ist so perfekt, das man sich wünschen würde, Yirry dürfte mal ein Originalvideo für Kate entwickeln. Dass er das könnte, beweist Yirry auch auf seinem Youtubekanal, wo er neben seinen bekannten Teasern zu Kate-Alben gleich auch komplette Videos für Kate-Songs präsentiert (die aber leider in Deutschland geblockt werden). Dabei war der Start ganz simpel: Yirry hat beim täglichen Besuch auf der katebushnews-Webseite eines Tages die Ankündigung für das im Mai 2011 erschienene Album Director’s Cut gesehen. „Bis zu dem Moment war ich im Internet nicht wirklich aktiv, aber ich hatte mir gerade das Programm Creative Suite gekauft und hab die Gelegenheit genutzt, es zu testen“, erzählt Yirry. Das erste Ergebnis sieht man hier: http://youtu.be/y6Wp8ETLHkY . Eigentlich sollte es bei dem einen Teaser bleiben. Es kam anders, denn von dem Song Lily war plötzlich einen Monat vor Veröffentlichung des Albums ein Soundschnipsel auf dem Markt, den Yirry auf Umwegen ergattern konnte, und so folgte der nächste Teaser mit aktueller Musik vom Album: http://youtu.be/acyNVo8vtSw.

Wild Man Comic Cover / Yirry Yanya

Das Cover des Comics „Wild Man“ von Yirry Yanya.

Es folgten weitere Clips und sein erstes komplettes Video zu This Woman’s Work. „Der kreative Prozess bei der Arbeit am Video für TWW war ungeplant und unstrukturiert, aber sehr auf das Ergebnis fokussiert“, betont Yirry. Für jedes Segment des Videos hat Yirry’s Computer mehr als eine Stunde benötigt. Über Facebook hat Yirry andere Kate-Fans kennengelernt: Video-Künstler, Schriftsteller, Künstler, Träumer, Denker und Leute, die an News von Kate heran kommen,

inzwischen eine feste Gruppe, die sich „FishPeople“ nennt – nach Kate’s Plattenlabel. Yirry fing mit einem Video für den Song Lily an, hat ein Storyboard gezeichnet und sich online über Animationen, Fotografie, Farben, Gestaltung und Symbole schlau gemacht – mit verblüffenden Ergebnissen, die man auf seinem Youtube-Kanal bestaunen kann. Allein an dem Video für Lily hat er drei Monate gearbeitet.

Fan von Kate ist Yirry seit gefühlten Ewigkeiten. Ende der 1970er Jahre hat er – Yirry lebt in den Niederlanden – die „de Efteling“-Show im Fernsehen gesehen. Nach der 1989er Platte „The Sensual World“ wurde er Mitglied im Kate Bush-Fanclub KBC und im niederländischen Fanclub. „Kates Arbeit repräsentiert für mich etwas flüchtiges und immaterielles, aber dennoch sehr kraftvolles. Ihre Arbeit zu entdecken ist etwas sehr persönliches. Sie hat mit ihrem Geist eine eigene Galaxie geschaffen, die unvergleichlich ist und den sie wie ein makelloser Spiegel dieser Welt vorhält. Es gibt so viele Aspekte ihrer Arbeit und die Art, wie sie sie umsetzt, die ich bewundere“, erklärt Yirry.

Als ziemlich schnell bekannt wurde, dass nach „Director’s Cut“ mit „50 words for snow“ ein weiteres Album von Kate erscheinen würde, war Yirry teilweise entsetzt, wie er gesteht: „Ich erinnere mich, dass ein Teil von mir sagte ‚jetzt noch nicht, ich bin doch mit Director’s Cut noch gar nicht fertig‘“. Das wurde er dann auch nicht mehr, weil seine Videos mit kompletten Kate-Songs auf Youtube zunehmend gesperrt wurden – auch ein neuer Teaser für „Snowflake“, den er am Erscheinungstag des neuen Album eingestellt hatte. So entstand aus der Not heraus die Idee für den Comic zu „Wild Man“. Das, was als Sieben-Tage-Projekt geplant war, dauerte deutlich länger. Yirry fing an Bilder der Landschaften des Himalayas zu sammeln, um möglichst originalgetreu zeichnen zu können. „Ich glaube, dass in Kate’s Musik eine fremde Magie steckt, auch in ihrer Stimme. Und das vor allem seit ihrem Album Aerial, was eine besonders emotionale Wirkung auf mich hatte. Ich habe beim Zeichnen immer und immer wieder ‚Wild Man‘ gespielt und einfach nur von Landschaften geträumt.“ Derzeit arbeitet Yirry an einem neuen Projekt: einem animierten Comic zu dem Song „Misty“. „Kate Bush verkörpert Kreativität für mich. Ich versuche nicht unbedingt ein ‚Kate Bush-Ding‘ zu machen – das kann nur sie, aber durch ihre Arbeit entdecke ich eine endlose Quelle der Inspiration und des Antriebs.“

Den Comic zum freien Download gibt es hier: http://thestoryteller1618.com/comicwildman/

Misty by Yirry Yanya

Eine Szene aus den animierten Comic zu Misty – der noch nicht ganz fertiggestellt ist.
Alle Bilder mit freundlicher Genehmigung von Yirry Yanya.

Die Alben von Kate

Neu eingestellt ist eine Seite zu den Alben von Kate. Sie ist zwar noch unvollständig, aber zumindest zu Aerial, The Red Shoes und The Sensual World gibt es sehr ausführliche Analysen. Zurückgreifen durfte ich dabei dankenswerter Weise auf die Texte, die Achim aus Hannover (aHAJ) im Morning Fog-Forum erstellt hat. Ich hoffe, dass die Seite mit und mit ergänzt werden kann.

Comic I: Kate Bush als Jessica Fletcher

 

Der Comic "Kate Bush Investigates. (Bild mit freundlicher Genehmigung von Anna-Christine)

Der Comic „Kate Bush Investigates“. (Bild mit freundlicher Genehmigung von Anna-Christine.)

Dass Kate Bush nicht längst massenhaft die Comic-Szene erobert hat, verwundert eigentlich. Wer sich so konsequent dem Medienhype entzieht, sein Familienleben abschottet, von den Medien sowieso gerne als leicht versponnen dargestellt wird, sich in der Musik mit den noch so abstrusesten Themen auseinandergesetzt hat, könnte doch perfekt den Star in einer Comic-Reihe geben. Bei der amerikanischen Comic-Zeichnerin Anna Christine tut sie genau das. „Kate Bush Investigates“ heißt einer ihrer Comic-Strips, und wir lernen, was Kate mit der Figur Jessica Fletcher aus „Murder she wrote“ gemeinsam hat und warum Kate keine Mobiltelefone nutzt. In einem weiteren Comic-Strip muss Kate dem vollkommen verzweifelten Peter Gabriel zur Seite stehen. Dass Anne Christine Kate verehrt, merkt man auch zwei weiteren Comics an. Zu bewundern sind die Comics unter www.annachristine.info. Dort erfährt man auch, dass die Comic-Zeichnerin bereits Karikaturen für Zeitungen wie The Chicago Review oder The Chicago Weekly abgeliefert und zwei Jahre in  Frankreich gelebt hat. Seit 2010 gibt sie Comic-Workshops in New York.

James und die goldene Waffe

james and the gold gunDass von Kate zahlreiche Bootlegs im Umlauf sind, ist nicht so neu. Fand man früher meist nur LPs mit ihren Home Demos, gibt es zunehmend auch LPs von Mitschnitten ihrer einzigen Tour 1979. Kate selbst hat nicht das komplette Konzert veröffentlicht. LPs wie „The Tour Of Life“ (25 Euro bei Ebay) versprechen den kompletten Gig vom 10. April 1979 in Manchester. Mit dabei sind Songs, die auf der offiziellen CD fehlen: Saxophone Song, The Kick Inside oder auch The Man with the Child in his eyes – um nur einige zu nennen. Ergänzt wird das alles durch Vocal warm-ups und Kates Verabschiedung. Als Bonus gibt es drei Songs von ihrem TV-Auftritt 1978 in Japan, wo Kate unter anderem auch Let it be von den Beatles anstimmte. Deutlich kurioser sind andere Bootlegs, die derzeit bei Ebay gehandelt werden. So zum Beispiel die LP mit dem merkwürdigen Titel „Under the ivy Bush“ (50 Euro), angeblich von 1988, wo schon die Trackzusammenstellung merkwürdig anmutet: von Running up that hill über Big Sky geht’s zeitlich rückwärts zu Violin und Hammer Horror. Bleibt zu hoffen, dass die Songtitel „Man with a child“ und „James and the gold gun“ nur Tippfehler des Verkäufers sind. Dafür spricht zumindest auch sein zweites Angebot: Die Doppel-LP „Passing through air“ für schlappe 75 Euro, auf der sich Raritäten wie Dreamtime an Hits wie Hounds of Love reihen. Ach ja, und der Song „Cloudbursting“ findet sich gleich zwei Mal auf der Scheibe – vielleicht hätte man stattdessen einfach nur eine Version von Cloudbusting nachpressen sollen.

Happy New Year!

Ich wünsche allen einen guten Start ins neue Jahr und uns viele postive Nachrichten von Kate

Ich wünsche allen einen guten Start ins neue Jahr und uns viele postive Nachrichten von Kate

Die Queen ehrt Kate Bush

cbeWie mehrere englische Tageszeitungen übereinstimmend berichten, hat die Queen jetzt Kate mit einem Verdienstorden, dem Order of the Britisch Empire, geehrt. Kate wurde für ihre Verdienste um die Musik zum Commander (CBE) ernannt, das ist die Vorstufe zum Ritterschlag. In der CBE-Liste tummeln sich bereits Persönlichkeiten wie Dame Edna, Richard Burton, Eric Clapton, Brian May, Sting, Rod Stewart oder David Gilmour. Die Auszeichnung soll im Laufe des Jahres 2013 überreicht werden. Was mag wohl der Lieblingssong der Queen von Kate sein?

Update: Im englischen Forum hat sich Del Palmer zur Ehrung geäußert.Er schreibt:

This is so richly deserved and, I may say, long long overdue!!…Having watched and been involved in her music for so long I’ve seen how she’s had to fight the “establishment”, especially in the early days, to gain credibility and acceptance as not only a writer but as a producer… Those early days it was so hard for a woman to be taken seriously on so many levels and Kate has blazed a path for all those who follow… I am so proud of her!!….

Rückblick: Die beste Pizza in 2012

laketahoeAnfang Mai war es, als ich ein kleines Päckchen bekommen hab – einen Pizza-Karton. Zugeschickt von Andreas aus Braunschweig, den ich eigentlich gar nicht richtig kenne. Andreas ist Kate Bush-Fan, wir chatten ab und an miteinander. Und weil er es mit irgendwelchen Foren nicht wirklich so hat, lässt er sich gerne immer brühwarm von mir erzählen, ob es Neuigkeiten aus dem Kate Bush-Universum gibt. Die gab es im April. Zum Record Store Day erscheint eine Picture-Vinyl mit den Songs Lake Tahoe/Among Angels. 2000 Stück werden weltweit produziert, immerhin noch 200 LPs landen in Deutschland. Die Chancen, eine dieser wunderschönen Platten zu ergattern, tendieren also gen Null. Die Dinger gehen weg wie warme Semmeln, weil auch jeder Nicht-Fan weiß, dass man die anschließend zu horrenden Preisen verhökern kann. Ich war in Aachen in zwei Plattenläden. Der erste hatte gleich gar nicht erst aufgemacht, der zweite Laden hatte Lake Tahoe nicht geliefert bekommen. Meine Cousine hat es in Dortmund für mich probiert – keine Chance, ein Freund in Bonn – keine Chance, ein anderer in Bochum – keine Chance. Einer guten Freundin in Wuppertal (sie ist Polizistin) hab ich mit auf den Weg gegeben: „Fahr mit dem Dienstwagen vor und schnapp dir die Platte notfalls mit Gewalt“ – sie musste passen, weil sie zu dem Zeitpunkt auf einer Schulung in der Pampas war. Und ich hab Andreas gefragt, der Typ aus Braunschweig, den ich eigentlich kaum kenne, der selbst großer Kate Bush-Fan ist, an dem Tag extra für mich in den Plattenladen gerannt ist, zugegriffen und das Geld vorgestreckt hat und sie mir im Pizza-Karton zugeschickt hat. Die beste Pizza aller Zeiten! Danke noch mal!

Was sagt eigentlich die Uhr?

snowflakeKann ja sein, dass Kate Bush auf ihrer neuen Platte vom Sex mit einem Schneemann singt – das bei weitem erotischste Stück auf „50 Words For Snow” ist trotzdem der Opener „Snowflake“ (die Lyrics finden Sie hier), worin die sinnliche Begegnung mit einer lang erwarten Schneeflocke geschildert wird. Im Refrain, den man in diesem Stück immerhin neun Mal zu hören bekommt, heißt es: „Die Welt ist so laut, falle weiter, ich werde dich finden”. Da wartet ein menschliches Gegenüber voller Sehnsucht auf die Ankunft des eisigen Geliebten. Ja, hier werden alle Register des schnulzigen Liebesfilmes gezogen. Dass die Rolle der Schneeflocke von Kate Bushs Sohn übernommen wird, heißt noch lange nicht, dass es hier um Mutterliebe geht…

Der Schneeflocke auf der anderen Seite geht es ja nicht anders: Sie schildert zu Beginn ihre Geburt in einer Wolke und wie sie sich nun auf den Weg macht. Im Film würde man sagen, jetzt folgt Shot auf Gegenshot, Ich-Kamera der Schneeflocke vs. Ich-Kamera des Erdenbewohners, der mit bangen Augen nach oben in den Himmel blickt. Die Schneeflocke schreitet zur Selbstbeschreibung, auf dass man sie auch erkennen möge: „Ich bin Eis und Staub” – setzt hier etwa jemand zu einer physikalischen Lehrstunde an? Oh nein, es gehört noch mehr dazu – „und Licht und Himmel” (sie kann ja schließlich als Erkennungszeichen keine rote Blume im Knopfloch tragen). Will sagen: Ich bin nicht nur rein stofflich, ich bin auch ein ätherisches Wesen (wie sympathisch: welcher Liebende versucht das seinem Wunschpartner nicht weiszumachen?) Sie sagt: Schau nach oben und du wirst mich sehen; halte dich bereit, mich zu fangen.

Nun wissen wir also, mit wem wir es zu tun haben und wo wir uns befinden, doch was sagt eigentlich die Uhr? Wenig überraschend: es ist Mitternacht am Weihnachtstag. Man darf sich bei dieser ersehnten Ankunft also durchaus noch einen religiösen Subtext dazudenken: Diese Begegnung wird nicht nur für die beiden Beteiligten Folgen haben. Hier wird mehr erwartet als eine rein körperliche Beziehung, aber die eben auch – fallen, das kann sowohl der Engel, der vom Himmel kommt (oder gar der Sohn Gottes), als auch die Frau, die – um einen literarischen Kronzeugen zu bemühen – halb gezogen wird, halb hinsinkt.

Die beiden Sehnenden kommen sich also näher, was im Text dadurch signalisiert wird, dass der Refrain in immer kürzeren Abständen wiederkehrt – ein Ausdruck für steigende Erwartung, „keep falling“, komm schon, komm her, diese Welt ist zu laut, rette mich. Und je näher der Zeitpunkt des Treffens rückt, desto empfindlicher werden die Sinne, man spürt die Präsenz des anderen: „ich höre Menschen, ich glaube du bist nah”. Die Haut ist äußerst sensibel, die Gänsehaut muss schon gar nicht mehr erwähnt werden, weil man sie in diesen Sätzen bereits mitdenken kann. Starke sexuelle Konnotationen erscheinen: „Du mit deinem langen weißen Hals” – dieses Bild der Schneeflocke ruft natürlich Bilder von aristokratischen viktorianischen Damen auf, die sich dehnen, um kurzzeitig einen sehr empfindlichen und stark erotisch aufgeladenen Teil ihres Körpers den Blicken der anderen darzubieten.

Und natürlich auch das eine Analogie zur romantischen Liebe: „Millionen von Schneeflocken über dem Wald”, aber wie wir wissen ist keine wie die andere. Das romantische Liebesideal: Irgendwo da draußen ist mein passender Partner, der Einzige, für mich bestimmt, ich muss ihn nur finden oder von ihm gefunden werden, „I’ll find you, I want you to catch me”. Zum Koitus kommt es in „Snowflake” nicht: Kurz vor dem geplanten Happy End wird die Kamera dezent weggedreht. Vielleicht besser so, später, beim Sex mit dem Schneemann, wird man ja sehen, was nach der Ekstase übrigbleibt: ein pitschnasses Bett.

Tina Manske

Veröffentlicht auf: www.culturmag.de

(Mit freundlicher Genehmigung der Autorin.)

 

Weihnachtsrätsel im Forum

Wer noch beim Weihnachtsrätsel im Morningfog-Forum teilnehmen möchte, muss sich sputen. Bis zum 27. Dezember können die Lösungen noch eingereicht werden. Nach den Adventskalendern der vergangenen Jahre gibt es zum zweiten Mal ein ziemlich kniffliges Bilderrätsel. Einzelne, in eine Winterlandschaft eingebaute Symbole verweisen dabei auf Songtitel oder Videos. Und damit es nicht zu einfach ist, gibt es für die Kate Bush-Experten auch Hinweise auf Textzeilen aus gesuchten Songs. 23 Songs und ein Video-Titel sind gesucht. Natürlich geht’s beim Spiel rein um die Ehre, aber der/die Gewinner(in) bekommt immerhin die „goldene Babooshka“ verliehen – bis zum nächsten Weihnachtsrätsel. Wer noch mitspielen möchte, kann über die Sidebar einen Blick ins Forum werfen. Lösungen können auch hier an admin(at)morningfog.de geschickt werden. Viel Spaß!

Unter Eis

Die Welt ist weiß und still
(weil alles schlafen will)
Erstarrt in Eis ruht auch der Fluss
Gebannt von Winters tiefem Kuss

Und auch im Wald herrscht tiefe Ruh
Eisläuferin, mit deinem Schlittschuh
Zerschneidest du allein das Schweigen
Werden im Eis sich Risse zeigen?

Ach wo, es wird das Eis schon halten
Wo Winters harsche Kräfte walten
Da kann ich tanzen, Pirouetten dreh’n
Und meine Kufen Eis spucken seh’n

Nur horch, was ist das für ein Laut?
Ein Knacken, Krachen, als wenn es taut?
Ach nein, das Eis, es wird nicht brechen
Väterchen Frost hält sein Versprechen

Doch nun hör ich ein leises Klagen
Das weckt in mir das Unbehagen
Aus eis‘ger Tiefe dies Weinen dringt
Die Stimme, die mich zum Schaudern bringt

Zu gut kenne ich ihren Klang
Weil oft sie in den Schlaf mich sang
Mit einer Melodie aus Schmerz
Ergriff sie heimtückisch mein Herz

Ein Schatten naht nun unter Eis
Eingeschlossen, wo ich ihn sicher weiß
Seinen Ausbruch lass ich nimmer zu
„Hilf mir!“, ruft er, “Denn ich bin du!“

Die Eisschicht aber ist fest und hält
Den Schatten raus aus meiner heilen Welt
Eingeschlossen, wo ich dich sicher weiß
Bleibst Schattenselbst, du unter Eis

Beate Meiswinkel im Dezember 2012
(inspiriert von Under Ice von Kate Bush)

Frohe Weihnachten!

HappyChristmas2012

Auch in diesem Jahr gibt es wieder eine Weihnachtsbotschaft von Kate. Ich freue mich schon auf 2013, denn da wird wohl wieder was „im Bus(c)h“ sein.

Thanks for all your lovely messages of encouragement over the year. It means such a lot.
    Wishing you a merry Christmas and a very Happy New Year.
                  With love,
                           Kate

moments of pleasure

„Die Single ‚Wuthering Heights‘ wurde mir 1978 von meiner älteren Schwester geschenkt. Sie versorgte mich zu dieser Zeit mit ‚ihrer‘ Musik, und ich war begeistert – wow, was für eine unglaubliche Stimme! Dieses Erlebnis vor fast 34 Jahren war der Beginn meiner hoffentlich nie endenden Kate-Bush-Verehrung. Durch die Übersetzungen meiner Schwester bekam ich immer mehr Zugang zu der Musik und beeilte mich, mein Englisch zu verbessern.
Von meinen Freunden hörte damals niemand Kate Bush. Erst ab ‚Hounds Of Love‘ mit den Hits ‚Cloudbusting‘ und ‚Running Up That Hill‘ änderte sich das ein wenig. Ich hatte damals auch einen Disput mit einem meiner besten Freunde wegen ‚The Ninth Wave‘, der zweiten Seite der ‚Hounds Of Love‘-LP: Er kam zu mir in den Partykeller, als ich sie hörte, und fragte, ob ich dieses Katzen- gejammer nicht abstellen könnte. Die Antwort war Nein! – und er ging. Als er am nächsten Tag wiederkam, legte ich ‚The Ninth Wave‘ wieder auf … und er blieb. Heute besitzt er alle LPs von Kate.
Leider habe ich Kate Bush nie live bewundern dürfen. Im Mai 1979 standen wir vor der ausverkauften Liederhalle in Stuttgart und konnten uns die Schwarzmarktpreise für die Karten nicht leisten. Wir hatten uns verspekuliert und uns im Vorverkauf keine Karten zugelegt. Allein der Gedanke daran lässt mir heute noch das Blut in den Adern gefrieren. 1993 hatte ich dann immerhin das Vergnügen, Kate bei einer Promo-Veranstaltung zu ‚The Red Shoes‘ in London sehen zu dürfen und mir das Booklet der ‚This Woman’s Work‘-Box von ihr signieren zu lassen – im Vergleich zu einem verpassten Livekonzert ein eher kleiner Trost.“

Jörg Wellner

in her own words

Ich mag das Gefühl auf Reisen und unterwegs zu sein und dabei Musik zu hören. Ein gutes Album muss mir genau dieses Gefühl vermitteln, mich mitnehmen auf eine Reise.
Kate Bush

Kate’s Hut auf Ebay versteigert

hutStolze 861 britische Pfund (etwas mehr als 1000 Euro) hat auf Ebay Ende Oktober eine Pelzmütze von Kate erzielt. Kate hatte den Hut für die Fotosessions zu ihrem jüngsten Album „50 Words for snow“ getragen. Dabei handelte es sich natürlich nicht um einen echten Pelz, wie sie selbst nach Veröffentlichung der ersten Bilder auf ihrer Internetseite www.katebush.com klarstellte. Von hut2der „Celebrity Hat Auction“ zu Gunsten der Organisation St. Mungo’s profitieren obdachlose Menschen. St. Mungo koordiniert allein im Großraum London mehr als 100 verschiedene  Projekte.

Neben Kate Bush haben sich auch Prominente wie Kevin Spacey, Roger Federer, Annie Lennox und Daniel Craig an der Aktion beteiligt. Für die Auktion hatte Kate die Mütze eigens handsigniert.

Wow – die Bühnenshow

wowtheshowZwölf Konzerttermine gibt es im Februar und März 2013 für die Bühnenshow „Wow – A celebration of the Music & Artistry of Kate Bush“. Wie die einzige Tour von Kate in 1979 wird diese Produktion, in der Maaike Breijman die Rolle von Kate Bush spielen wird, startet die Tour in Liverpool. Begleitet von einer Live-Band wird es offenbar nicht nur Songs geben, die während  der Original-Tournee von Kate gespielt worden sind. Auf dem Programm stehen auch Lieder aus der Never for Ever-Ära. Auf www.wow-theshow.com gibt es die kompletten Daten und einen Trailer zur Show. Vorgesehen ist bisher nur ein Auftritt außerhalb von UK – am 25. April 2013 in Amsterdam.