Musik aus der Wolke (2/5)

Etwas uninspiriert kommt hingegen der „Himalaya Extended Mix“ von Michael Damborg daher, der sich auf über neun Minuten „King of the Mountain“ vorgeknöpft hat, aber leider etwas eintönig eher nach purer Wiederholung klingt…

Live in Berlin: Kate im Jazz-Gewand

Lea W. Frey

© Stefanie Marcus

Zu drei Terminen ist das New European Jazz Collective in Berlin zu Gast. Mit dabei: die Berliner Sängerin Lea W. Frey (Foto), die schon ein Cover von „Running up that hill“ eingespielt hat und auf ihrer jüngsten CD „How soon is now“ das wundervolle „And dream of sheep“ präsentiert. Das „New European Jazz Collective“ wurde von dem niederländischen Komponisten und Arrangeur Rob Spelberg ins Leben gerufen, um jungen, talentierten Musikern in Europa ein Plattform zu bieten, um sich zu auszutauschen und Kontakte zu knüpfen. Im Jahr 2011 startete das Projekt in Kroatien, 2012 gab es die Weiterführung in den Niederlanden. Für das Jahr 2013 hat Rob Spelberg sein Ensemble nach Berlin gebracht um dort die Musik von Kate Bush zu präsentieren. Die Arrangements werden von Rob Spelberg und von Malte Schiller (Metropole Orchestra / HR Bigband) speziell für die Konzerte in Zehdenick und Berlin geschrieben. Rob Spelberg studierte Posaune, Komposition und Arrangement in Groningen (NL) und Graz (Ö) und lebt jetzt in Kroatien, wo er 2011 zum ersten Mal das „New European Jazz Collective“ beim Jazzfest „Kunstbunker Music and Arts Festival“ in Duga Resa präsentierte. Malte Schiller lebt und arbeitet in Berlin als Komponist, Arrangeur und Saxophonist. Er arbeitet in der letzten Zeit als Arrangeur und Komponist für das niederländische Metropole Orchestra (Rotterdam) und die Big Band des Hessischen Rundfunks. Gemeinsam mit der Berliner Sängerin Lea W. Frey tritt das Jazz Collective am Samstag, 27. Juli, und Sonntag, 28. Juli, im Berliner Jazz-Club b-flat auf. Zuvor gibt es am Freitag, 26. Juli, einen Auftritt in der Klosterscheune Zehdenick.

Musik aus der Wolke (1/5)

Wer etwas bei Soundcloud stöbert und nach Kate Bush-Stücken sucht, kann dabei neben zahlreichen Covern und Interviewmitschnitten auch auf manch gelungenen Remix stoßen. Zum Beispiel auf die Version von „This Woman’s Work“ von DJ DangerLegs, der zuvor auch schon die Songs „Bertie“ und „A Choral Room“ vom Album „Aerial“ zwischen den Fingern hatte.

Neues Studio, neue Aufnahmen, neues Album?

Abbey Road

© Abbey Road Studios

Wahrscheinlich war es nur eine Frage der Zeit, bis nach der Veröffentlichung von Kates‘ letztem Album „50 Words for Snow“ die ersten Gerüchte über das nächste Album die Runde machen. In den Interviews zur Veröffentlichung von 50wfs hatte Kate selbst angedeutet, dass sie schon Ideen für ein weiteres Album habe, aber erst mal eine Pause einlegen wolle. Die könnte schneller beendet sein, als gedacht: Ryan, Mitglied der City of Cambridge Brass Band, hatte auf Twitter Ende Juni kund getan, dass die Band für das „neue Album von Kate Bush“ in den Abbey Road Studios in London engagiert sei. „Ich werde mit KATE BUSH zusammenarbeiten“, twitterte Ryan sehr bestimmt. Es dauerte keine zwei Tage, bis der junge Mann zurückrudern musste: der Tweet wurde entfernt, er musste sich einen neuen Account zulegen und außerdem sei ja noch gar nicht klar, ob es wirklich Aufnahmen für Kate Bush seien, war dann plötzlich kleinlaut zu lesen. Und genau das macht es für Insider durchaus glaubwürdig, weil das Management von Kate Bush in solchen Fällen durchaus rigide durchgreifen kann. Fakt ist: die City of Cambridge Brass Band ist für den 27. Juli in den Abbey Road Studios gebucht. Kate hat hier zuletzt stets für ihre nahezu fertigen Songs die noch fehlenden Orchesterparts aufgenommen. Da die Brass Band nur für einen Tag gebucht ist, dürften also ein bis zwei Songs in der Mache sein. Das passt gut zu dem weiteren Gerücht, dass es im Herbst oder Ende des Jahres nun doch eine neue „Best of“ geben könnte. Ein komplett neues Album ist wohl auch deshalb eher unwahrscheinlich, weil Kate nach einem Umzug laut Radioreporter Michael Ball (BBC 2) gerade dabei ist, sich ein neues Studio einzurichten. Das ist allerdings wiederum das sicherste Zeichen, dass Aufnahmen für den Nachfolger von „50wfs“ bevorstehen. Ein Prozess, der aber ein paar Jährchen in Anspruch nehmen könnte…

Update: Inzwischen wurde bekannt, dass die City of Cambridge Brass Band Aufnahmen mit dem belgischen Rocksänger Flip Kowlier bestreitet. Produziert werden die Songs von Andrew Powell, der bei den beiden ersten Alben von Kate die Regie führte.

Nachschlag: Vanheye und die Bondage-Bilder

VanheyeVanheyeNoch ein kleiner Nachschlag zum Fotoshooting mit Claude Vanheye, das irgendwann 1978 stattgefunden hat und bei dem nicht nur das schon beschriebene Foto mit dem Krokodil und das Cover für „Symphony in Blue“ entstanden ist. Vanheye hatte Kate in verschiedene Kleider der chinesisch-niederländischen Modemacherin Fong Leng gesteckt und abgelichtet. Darunter auch ein paar bizarre Bilder wie die in dem roten Kostüm, das sich als Zweiteiler entpuppt. Noch ein weiteres Bild dürfte aus dieser Session stammen: das „Bondage“-Foto. In der Biografie „Under the Ivy“ erwähnt Graeme Thomson dieses Bild (Seite 130). Er schreibt: „Schon sehr früh ‚drehte‘ es ein niederländischer Fotograf so, dass sie [Kate] für ein Foto im Bondage-Stil Modell stand. Sie ließ sich in Seile gewickelt ablichten – wohl in dem Glauben, das sei nicht Sex sondern Kunst.“ Das Bild wurde später im englischen Musikmagazin Record Mirror abgedruckt – obwohl Kates Management Geld geboten hatte, um den Abdruck zu verhindern. Zwar wird in einigen Qullen auch ein anderer niederländischer Fotograf erwähnt, dagegen spricht aber, dass Kate auf dem Bild das gleiche Kleid trägt, wie auf dem Cover zu „Symphony in Blue“. Und dieses Foto stammt zweifelsfrei von Vanheye.

„Fünf Minuten, die dem Buch näher kommen als jeder Film“

Der große Gatsby

Filmszene aus „Der große Gatsby“. © Warner Bros. Pictures

Zugegeben: Um von Leonardo DiCaprio auf Kate Bush zu kommen, ist es mehr als nur ein einzelner Gedankensprung. Anlässlich seines neuen Films „Der große Gatsby“ hat Steve Erickson für das Los Angeles Magazine die Historie aufgezeigt, wie Hollywood versucht, Literatur für eigene Erfolge zu nutzen. Und das immer wieder aufs Neue und mit ganz unterschiedlichem Erfolg. Seine Kernthese: Während wir beim Lesen eines Buches Vorstellungen entwickeln, die wir Wort für Wort anhand des Textes überprüfen können, kann uns das Kino nur einzelne Bilder anbieten. Ergo kann es beim Betrachter zum Konflikt zwischen Film und Buch kommen. Zumal bei jeder Neuverfilmung eines klassischen Stoffes ein neuer Aspekt gefunden werden muss, eine andere Darstellungsform oder noch überzeugendere Schauspieler. Das, so Erickson, gelte für Gatsby (fünf Mal verfilmt) von F. Scott Fitzgerald ebenso wie für Filme wie The Wizard of Oz oder Anna Karenina. Und bei letzterem suchen Regisseure so verzweifelt nach neuen Aspekten, während sie eigentlich eine bessere Schauspielerin als Greta Garbo finden müssten (was natürlich unmöglich ist). Spannend wird es, wenn Erickson sich Emily Brontë‘s Wuthering Heights – immerhin sechs Mal verfilmt – widmet. „Jeder Regisseur schien sich voll im Klaren über die Fehler seiner Vorgänger zu sein und alle waren sich einig, dass der größte Murks der 1939er Filmhit von Laurence Olivier war, der eine Geschichte von monströser Besessenheit in eine romantische Liebesgeschichte verwandelt hat und da endete, wo Brontë erst anfing“, schreibt Erickson. „Brontë stürzte ihre Geschichte in eine Innerlichkeit, schwärzer als das, was ein Film überhaupt darstellen kann, mit einem Heathcliff, der entschlossen war, die Welt für den Verlust seiner Liebe zu bestrafen.“ Dann kommt Steve Erickson zu folgender Erkenntnis: „Dann kam in den 70er Jahren eine 18-jähige Kind-Frau namens Kate Bush. Man spürte sofort, dass sie von Cathy, die dem Untergang geweiht war, besessen war und zudem noch eher wie sie aussah als Merle Oberon oder Juliette Binoche es im Film jemals taten, und die den wilden und gnadenlosen Strudel der Brontë-Erzählung in einem fünf Minuten langen Song destillierte, der dem Buch näher kam als jeder Film.“ Vielleicht, weil manchmal Musik Gefühle besser ausdrücken kann als gestellte Bilder und zudem bei Romanvorlagen den Bildern im Kopf näher kommt.

Traditionen in Chicago

song of summerOkay, um mal eben zu ner Kate Bush-Party nach Chicago zu fliegen, ist es vielleicht ein bisschen weit. Aber zumindest nach rheinischen Maßstäben ist die Party dann doch etwas besonderes. Im Rheinland gilt: jeder Event, der zum dritten Mal stattfindet, ist eine Tradition. Genau diese Tradition wird in der Chicagoer Kulturkneipe „The Whistler“ in diesem Jahr begründet, denn am 21. August wird nun schon zum dritten Mal zu einem Kate Bush-Tribute-Abend eingeladen  – mit DJs und Live-Musik. Die Chicagoer In-Kneipe mit eigenem Plattenlabel und regelmäßig wechselnden Ausstellungen kann übrigens noch mit einer ganz anderen Auszeichnung glänzen: sie gilt als eine der besten 25 Cocktail-Bars in den USA. Klingt so, als ob man sich da nicht nur an einem KB-Abend wohl fühlen kann…

Distant CitiesUpdate: Inzwischen steht auch das LineUp für die Party in Chicago fest. Mit den Gruppen „Carport Revival“ und „Distant Cities“ sowie dem Sänger Kyle Greer stehen gleich drei Live-Acts auf der Bühne. Hinzu kommen die drei DJs Belazauberin, Joshua and Josie Bush. Sie werden Songs von Kate auflegen, aber auch von vielen anderen Musikern, die von Kates Musik beeinflusst wurden.

Eine Facebook-Seite zur Party gibt es hier. Wer mehr über die Bands erfahren will und ein paar musikalische Hörproben sucht, wird hier (Distant Cities) und hier (Kyle Greer) fündig.

 

Mit Cloudbusting in den Sommer

midsummerparty

Lisa sorgte mit ihrer Gruppe Cloudbusting für beste Stimmung bei Fan-Treffen in London.
(Foto mit bestem Dank an Craig vom englishen Forum.)

Gleich drei DJs hatten die Organisatoren des englischen Kate Bush Fan-Forums zur HomeGround Midsummer Party in der alt-ehrwürdigen Royal Vauxhall Tavern aufgeboten und die Hütte war gerammelt voll, wie man auf einigen kurzen bei Youtube eingestellten Videos sehen kann. Für tolle Stimung sorgte natürlich auch ein Gig von Lisa mit ihrer Gruppe Cloudbusting, die immerhin einen zweistündigen Live-Auftritt hinlegten und – wie das Foto zeigt – wirklich alles gaben. Den Rest besorgten dann die drei DJs. Von prominenten Gästen ist leider nichts überliefert. In der Vergangenheit tauchte bei HomeGround-Festivitäten auch schon mal Del Palmer höchst persönlich auf, von Kate ganz zu schweigen.

Kate und das Krokodil

VanheyeAls Claude Vanheye im September 2012 im Amsterdam Museum seine Ausstellung “Famous Popstars in Amsterdam“ präsentiert hat, tauchte das Foto zum ersten Mal auf: Kate im gelben Glitzerkleid, vermutlich irgendwo in Amsterdam in einem Parkhaus, an der Leine statt dem Hund ein Krokodil. Seit dieser Ausstellung tauchen immer mehr Bilder aus diesem Fotoshooting auf. Vanheye, der 1948 in Jakarta geboren wurde, lebt in Amsterdam. Sein Fotostudio eröffnete er 1968 und spezialisierte sich darauf, die Größen der Pop- und Rockmusik abzulichten – vorzugsweise in seinem Amsterdamer Studio und in Hollywood, wo er ebenfalls später ein Studio unterhielt. Seine erste Auftragsarbeit machte er mit Ike und Tina Turner, die von dem jungen Fotografen so begeistert waren, dass sie ihn nach Los Angeles einluden, wo er Crosby, Stills, Nash & Young kennenlernte, die er bei den Proben vor dem legendären Woodstock Festival fotografieren durfte. Ab da lief dann alles wie von selbst: immer mehr Internationale Plattenfirmen klopften bei ihm an die Tür und schickten die Künstler vorbei. Von Jimi Hendrix, Frank Zappa, Michael Jackson, Fleetwood Mac, Led Zeppelin, The Who, den Beach Boys, Bryan Ferry, Mick Jagger und David Bowie hat Vanheye jeden Musiker fotografiert, der international erfolgreich war. Offenbar muss EMI bei ihm auch angerufen haben, den auf einem Foto von der Ausstellung ist ein bestens vertrautes Foto direkt oberhalb des Krokodil-Bildes zu sehen: das Bild fürs Cover von „Symphony in Blue“, eine Single, die am 1. Juni 1979 ausschließlich in Japan und Kanada veröffentlich wurde und zeigt, wie Kate auf einem Wal reitet. Bei der Fotosession für dieses Cover könnten gleichzeitig auch die Krokodil-Bilder entstanden sein. Interessant ist der Hinweis von Yirry Yanya, dass das Kleid von Fong Leng stammt. Die chinesisch-niederländische Modeschöpferin lebte damals ebenfalls in Amsterdam und hatte ihre Boutique ganz in der Nähe von Vanheyes Fotostudio. Ihre Modeentwürfe sind in den Niederlanden so bekannt, dass gleich fünf Museen ihre Kreationen ausstellen. Neben weiteren Vanheye-Fotos in dem gelben Kleid gibt es drei weitere Bilder, die von dem selben Shooting stammen könnten. Dafür sprechen zum einen die Kleider, aber vor allem das gleiche Make-up und die auf allen Bildern roten Fingernägel von Kate. Zur Ausstellung in Amsterdam ist parallel ein Katalog (als Taschenbuch und mit Hardcover) erschienen, der von amazon zwar gelistet wird, aber derzeit leider nicht bestellbar ist.

vanheye

Teil 2 der HomeGround-Anthologie ist fertig

homegroundDer Countdown läuft: Im Juli soll endlich nach langer Wartezeit der zweite Teil der HomeGround-Anthologie vorliegen. 30 Jahre lang haben die Macher des englischen Kate Bush-Fan-Magazins alles rund um Kate veröffentlich, von Interviews, Gedichten über Briefe, Fotos, Cartoons und Zeichnungen. HomeGround war in den 30 Jahren seit dem ersten Heft 1982 aber auch immer eine Art Bindeglied zwischen Kate und ihren Fans – von Fans produziert gab es immer Einblicke in die Arbeit von Kate. Als die HomeGround-Macher Dave Cross, Krystyna und Peter Fitzgerald-Morris im Winter 2011 beschlossen, die Druckversion des Heftes nach 79 Ausgaben einzustellen, gab es gleichzeitig das Versprechen, die besten Geschichten aus 30 Jahren in Buchform zu veröffentlichen. Während sich Teil 1 der Anthologie mit der Zeit von den frühen Demos bis zum Box-Set „This Woman’s Work“ beschäftigte, betrachtet Teil 2 die Zeit vom Album „The Red Shoes“ bis zum letzten Album „50 Words For Snow“. Bei amazon ist das 576 Seiten starke Buch inzwischen vorbestellbar.

Auch nach dem Einstellen der Druckversion existiert HomeGround natürlich weiter: im Netz. Neben Beitragen zu Seáns-Seite katebushnews.com ist vor allem daran gedacht, spezielle Sonderausgaben im pdf-Format zu produzieren, zum Beispiel zu neuen Alben.

Tanz-Choreographien zu Kates‘ Musik


Als die englischen Performance-Künstler von Shambush! vor wenigen Tagen Flashmob-mäßig mit über 300 Teilnehmern Kates‘ Video „Wuthering Heights“ in Brighton nachstellten, war das Echo zumindest in England gewaltig. Wenn 300 Männer und Frauen in roten Kleidern und mit schwarzen Perücken sich bizarr anmutenden Bewegungen hingeben, sorgt das zumindest für Erheiterung. Etwas schwerer hat es da schon die New Yorker Kate Bush Dance Troupe, die im August 2008 von Samara Davis gegründet wurde. Am Anfang stand bei ihr nur der Wunsch, den Song „Suspended in Gaffa“ mit anderen aufzuführen. Also gab Samara in einer New Yorker Internet-Plattform eine Suchanzeige auf.

Genau damit hätte das Projekt dann auch beendet sein können – denn niemand meldete sich. Erst als ihr eine Arbeitskollegin Jennifer Sullivan vorstellte, kam Schwung in das Projekt. Jennifer, bekennender Kate Bush-Fan, brachte Erica Magrey mit und gemeinsam suchten und fanden sie dann sehr schnell weitere Mitglieder für die offene Tanztruppe.  Dass alle Mitglieder einen kreativen Hintergrund haben, verwundert nicht. Samara schreibt über Tanz, Erica ist Fotografin. Gemeinsam versteht man sich als  Ensemble bildender Künstler und Artisten, die sich vom musikalischen, aber auch emotionalen Ausdruck von Kate Bush inspirieren lassen und dabei oftmals eine neue Interpretation wagen. „Ich liebe es zu tanzen, aber ich habe es nie gelernt“, erklärt Samara. „Mit einem Fulltime-Job in New York habe ich weder Zeit noch Energie, Tanzunterricht zu nehmen um zu lernen, wie man richtig tanzt. Ich wollte diesen Part einfach überspringen und direkt mit anderen Frauen in einem Studio direkt an einer Choreographie und der Aufführung arbeiten“, ergänzt sie. Dass das durchaus harte Arbeit sein kann, bemerkte sie sehr schnell. „Ich mag, wie Kate Bush sich in ihren Videos bewegt, weil es so prosaisch aussieht, es so leicht aussieht und gleichzeitig zu dem Text passt, den sie singt“, sagt Samara. Ganz so leicht ist es dann doch nicht: eine Bewegung, die gleichsam „albern und klischeehaft, aber gleichzeitig kraftvoll und leidenschaftlich“ ausschaut und dabei noch „ernst und spielerisch zur selben Zeit ist“, das muss man erst mal hinbekommen, um nicht selbst albern zu wirken.

kate bush dance troupe

Die New Yorker Kate Bush Dance Troupe. Foto: Jibz Cameron

Vielleicht war das auch der Grund, dass Samara lieber darauf gesetzt hat, ihr Tanz-Projekt mit vollkommen fremden Frauen und nicht mit Freunden umzusetzen. „Ich brauchte einfach eine Gruppe von Fremden, mit denen man experimentieren konnte, ohne sich zu blamieren.“ Und genau funktioniert in der Gruppe perfekt: „Alles, was einen davon abhält kreativ zu sein – die Angst, ungerecht beurteilt zu werden oder schlechte Arbeit abzuliefern – kann man beiseite schieben“, stellt Samara fest. Stattdessen hat man gemeinsam Spaß daran, beim Tanz die Bewegung zur Musik auszuprobieren und an der Choreographie für ein neues Tanzstück zu feilen. Und die beste Erkenntnis: „Kate Bush inspiriert dieses Engagement bis ins Absurde, um loszulassen und zu genießen was wir tun, ohne allzu sehr darüber nachzudenken zu müssen oder sich in Selbstzweifel zu verstricken.“ Selbstzweifel muss die Truppe auch wirklich nicht haben, denn sie verstehen es perfekt, sich zu inszenieren. Das reicht vom grellen, expressionistischen Auftritt in einer Christmas TV-Show bis zur Performance beim Straßenfest. Und gerade bei letzterem zeigt sich eine Stärke ihres Tanzes: was man anfangs vielleicht noch belächeln mag, zieht einen doch in seinen Bann.

Wer mehr über die Kate Bush Dance Troupe erfahren möchte, wird hier und hier fündig.

Berühmte Musikvideos gehen mit Kate in Serie

sky arts

Der Titel „Video Killed The Radio Star“ für die TV-Serie bei Sky Arts 1 HD ist nur geliehen. In 13 Episoden sollen berühmte Musikvideos beleuchtet werden. Darunter auch eine Episode über Kate.

Die irische TV-Produktionsfirma Monster Entertainment hat für den Sender Sky Arts 1 HD eine 13-teilige Serie mit dem Titel „Video Killed The Radio Star“ produziert – frei nach dem Buggles-Klassiker. Erzählt werden soll in den einzelnen 22-minütigen Episoden jeweils die Entstehungsgeschichte und Bedeutung einiger der berühmtesten Musikvideos. Den Auftakt soll eine Folge über David Bowie machen. Der Titel: „David Bowie: Golden Years of Music Video“. Neben weiteren Folgen über Elton John und Madonna ist auch eine Folge über Kate Bush vorgesehen. Regisseur der Serie ist Scott Millaney, der über 35 Jahre selbst im Musikbusiness gearbeitet und mehr als 1000 Musikvideos produziert hat. Die Premiere auf Sky Arts 1 HD soll bereits am 22. Juni erfolgen. Bleibt nur zu hoffen, dass die Serie auch irgendwann mal frei empfangbar in einem Programm läuft. Der Song „Video Killed The Radio Star“ von 1979 war übrigens das erste Video, das MTV zu Sendebeginn 1981 ausstrahlte.

Ein Tribute der besonderen Art

brighton

Foto: Simon Dack

Es ist zwar schon zwei Wochen her, aber die Idee der Theatertruppe „Shambush!“ aus Brighton war mehr als nur witzig: Via Facebook und eigenem Blog hatte die Gruppe dazu aufgerufen, Kates‘ legendäres Wuthering Heights-Video in einem Park in Brighton nachzustellen. „Besucher des Brighton Fringe Festival bot sich letztes Wochenende ein einzigartiger Anblick: Über 300 Frauen und Männer, – die meisten in roten Kleidern und mit schwarzen Langhaarperücken auf dem Kopf – vollführten zu den Klängen von Kate Bush seltsame Verrenkungen. Hintergrund des Schauspiels: Eine Gruppe namens „Shambush“ hatte dazu aufgerufen dem berühmten Video von Kate Bushs 1978er Debütsingle „Wuthering Heights“ angemessen Tribut zu zollen und dabei gleichzeitig einen Rekord aufzustellen“, schreibt etwa der „Rolling Stone“ über die witzige Aktion. Zum Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde wird die Aktion dann doch nicht führen, aber die mediale Präsenz der Aktion nicht nur in England war enorm – und die Absage der Guinnessbuch-Redaktion führte prompt zu harschen Reaktion nicht nur bei den Festival-Verantwortlichen. Mehr zu Shambush! gibt es hier.

Tricky: Es gibt keine Originale mehr

Alle wollen klingen wie Rihanna oder Lady Gaga, es gibt keine Originale mehr, keine Kate Bush, keinen Bob Marley oder Jimi Hendrix. Die Leute sind Schafe.

Tricky in einem Interview zu seinem neuen Album „False Idols“

„Ein lebensnahes, bodenständiges Portrait“

under the ivy

© Bosworth Musikverlag

„Wer Under The Ivy als ‚beste Kate Bush Bio ever‘ bezeichnet, liegt damit sicher nicht daneben – zumindest so lange, bis eine autorisierte Biografie oder gar eine Autobiografie erscheint“, befindet Beate Meiswinkel, die für MorningFog.de die Deutsche Erstausgabe des Graeme Thomson-Buches gelesen hat. „In Under The Ivy zeichnet Graeme Thomson ein erfreulich lebensnahes und bodenständiges Portrait von Kate Bush, das weitgehend ohne Lobhudelei, Spekulation oder gar Verklärung auskommt; gelegentlich eingestreute kritischere Töne wirken zumeist erfreulich erfrischend und tragen zur Abrundung des Gesamtbildes bei. Der Autor stützt sich sowohl auf saubere, in die Tiefe gehenden Recherchen als auch auf seine Kenntnisse als Musikjournalist. Zahlreiche Interviews mit Menschen aus Kate Bushs privatem und beruflichem Umfeld – über 70 Stück sollen es gewesen sein – dienen ihm hierbei als Grundgerüst. Man erahnt, welche Fleißarbeit er dafür geleistet hat. Häufige Zitate aus diesen Gesprächen erwecken die lineare Beschreibung von Kate Bushs Vita zum Leben, und Thomson lässt sie auch häufig selbst zu Wort kommen, indem er sie aus den Interviews sämtlicher Epochen ihrer Karriere zitiert“, so das Urteil von Beate Meiswinkel über die beste und vor allem aber auch aktuellste Biographie, die es über Kate gibt. Immerhin basiert die Deutsche Erstausgabe auf der zur Veröffentlichung von „50 Words for Snow“ erweiterten Fassung. Die komplette Rezension von Beate Meiswinkel gibt es neu auf der Bücher-Seite.