Gleich zwei rare Sammlerstücke habe ich kürzlich bei ebay erwerben können – vollkommen ungeplant. Links auf dem Foto die Collector’s Edition von Rubberband Girl, verpackt in schwarzem Karton mit roter Schleife samt dazugehöriger Single CD und der signierten und nummerierten Lithographie. Erschienen in einer Auflage von 1000 Stück. Rechts die Collector’s Edition von Rocket Man in weißem Karton, mit CD plus Lithographie in einer Auflage von 2000 Stück. Beide Drucke sind 8×10 Inch groß und in bestem Zustand. Gestolpert bin ich eher zufällig über die beiden Angebote, Und weil der Preis sehr fair war, konnte ich nicht widerstehen. Die Geschichte der beiden Sammlerstücke ließ sich leider nicht recherchieren. Beide Stücke stammen vom selben Verkäufer aus Ostdeutschland. Wann und wie er sie ergattert hat, wollte er leider nicht verraten. Schade.
Aug. 16 2017
Zwei Lithographien neu in der Sammlung
Aug. 11 2017
Das Song-ABC: The Man With The Child In His Eyes
Dieser Kontrast zu „Wuthering Heights“ war eine bewusste Entscheidung. Schon hier zeigte sich, dass Kate Bush von Anfang an ein ganz klares Bild von ihrer Musik und den Mechanismen der Vermarktung darum hatte. Von Anfang an ist dieses Statement da – von mir wird es keine Wiederholung des ewig Gleichen geben.„I’d like people to listen to it as a songwriting song, as opposed to something weird, which was the reaction to ‚Wuthering Heights.‘ That’s why it’s important. If the next song had been similar, straight away I would have been labeled, and that’s something I really don’t want. As soon as you’ve got a label, you can’t do anything. I prefer to take a risk.“ [1]
Es gibt vielfältige Interpretationsmöglichkeiten über das, worüber hier im Lied erzählt wird. Ein Lied über einen unsichtbaren Begleiter, wie ihn Kinder oft haben? Oder vielleicht doch über einen sehr viel älteren Freund? Passiert da etwas Anstößiges? Wie so oft bei Kate ist es doppelbödig. Es wird dem Hörer überlassen, wie tief und abseitig er den Text auslegen will. Kate selbst gibt in Interviews höchstens harmlose Andeutungen von sich – und die Abgründe lässt sie aus.[2] TKI promo cassette 1978
[3] N.N.: Bird In The Bush. September 1978. http://gaffa.org/reaching/i78_bitb.html (gelesen 30.06.2017)
[4] “Kate Bush Complete”. EMI Music Publishing / International Music Publications. London. 1987. S.119
[5] Hermann Beckh: Die Sprache der Tonart in der Musik von Bach bis Bruckner. Verlag Urachhaus. Stuttgart 1999. S.119 ff
Aug. 06 2017
Kate in Polaroids: August
The Man With The Child In His Eyes
Vor ein paar Monaten bin ich von der Arbeit nach Hause gefahren. Im Radio setzte vollkommen unvermittelt The Man With The Child In His Eyes ein und hat mich mit voller Wucht erwischt. Ich hatte vollkommen vergessen, wie wundervoll dieses Lied ist. Michael fängt in seinem Polaroid die erste Textzeile ein: I hear him before I got to sleep – und macht sie sich zu eigen. „Ein leeres Hotelzimmer. Getrennt von dem Liebsten, nur das Telefon als Verbindung zu ihm. Das letzte Telefonat vor dem Schlafengehen…“ beschreibt er die Szenerie. I realize he’s there
when I turn the light off and turn over, heißt es im Song weiter. Im Bild ist das Zimmer dunkel, nur durch das Fenster fällt Licht. Es gibt unterschiedliche Deutungen, wie man den Song von Kate verstehen kann. Eine davon geht von einem sehr viel älteren Freund aus. Den ahnt man auf dem Bild auch verschwommen in Übergröße zu entdecken. Es dürfte aber ein Trugschluss sein, auch wenn das Foto in Leipzig in der Nähe des ehemaligen Karl-Marx-Platzes entstand…
Ein Interview mit dem Fotografen gibt es hier; seine Webseite hier.
Aug. 01 2017
Kate-Polaroids werden ausgestellt
Dass die Bilder-Serie Kate in Polaroids etwas Besonderes ist, hatte sich schon zu Jahresbeginn angedeutet. Vor dem ersten Polaroid im Januar hatte MIchael Dörr im Interview erzählt, wie sehr ihm diese Bilder am Herzen liegen: „Die ganze Serie ist auch ein wenig autobiografisch. Sie bildet quasi meinen Lebensweg seit dem Tod meines Vaters bis heute ab. Hierzu interpretiere ich die einzelnen Kate-Songs äußerst subjektiv. Die Musik von Kate war immer für mich da, in allen Lebenslagen. Es gab und gibt für mich ‚wichtige‘ Songs, welche ich nun auf meine Art illustriert habe. Eines der Lieder sorgte auch dafür, dass ich den Mann meines Lebens kennengelernt habe, mit dem ich nun schon über 18 Jahre zusammen lebe.“ Seit Januar sind bisher sieben der zwölf Polaroids erschienen – im August wird die Serie nun bei den Wiesbadener Fototagen präsentiert.
Die Wiesbadener Fototage gelten als eines der ältesten Fotofestivals in Deutschland und präsentieren zeitgenössische Fotografie. „Alle zwei Jahre zeigen Fotografen ihre aktuellen Werke unter einer jeweils wechselnden thematischen Klammer. In diesem Jahr könnte es besonders spektakulär werden, denn die Überschrift lautet ‚insight‘ – es geht um Einblicke in die künstlerische Arbeit, in eine emotionale Welt mit einer eigenen Bildsprache. Die Herausforderung bestand darin, Gedankenwelten, innere Bilder oder biographische Elemente dem Betrachter nahe zu bringen“, heißt es auf der Internetseite der Fototage unter anderem. Genau das traf auf die Bilder von Michael zu, also hatte er sich um die Teilnahme beworben und wurde von der Jury als einer von 37 Fotografen, die nun ihre Arbeiten präsentieren dürfen, ausgewählt. Für die Fototage hat MIchael sein Polaroid-Konzept leicht variiert. Im Blog war seine Bilder-Serie auf ein Bild für jeden Monat angelegt. Für die Ausstellung hat er drei neue Bilder mit einem Textbezug zu Kate erstellt und zwei der Bilder für den Blog gestrichen. Neu ist unter anderem dieses Bild mit dem illuminierten Haus unter einer Glaskuppel. Wer errät den dazu passenden Song?
Michaels Bilder werden vom 26. August bis zum 10. September im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst gezeigt. Mit den Informationen zu seinen Bildern geht Michael in der Ausstellung aber ähnlich spärlich um, wie auch im Blog. Jedem Polaroid wird eine Textzeile von Kate zugeordnet, das war ’s. „Der Betrachter soll durch das Zitat nur eine grobe Anleitung erhalten, was sich genau hinter dem Foto verbirgt“, sagt er dazu. Den Rest muss man sich denken – was dem textsicheren Kate-Fan leichter fallen mag. Bei der Vernissage am 26. August im Kunsthaus Wiesbaden wird Michael ebenfalls anwesend sein und auch Fragen beantworten. Die beste Gelegenheit für Kate-Fans, ihn zu löchern.
Juli 25 2017
Kate en miniature – LPs im Puppenstubenformat
Als Kate Bush-Fan und Sammler freut man sich nicht nur über seltene Alben, Promos oder limitierte Editionen. Es sind vor allem eher ungewöhnliche Stücke, die der eigenen Sammlung das gewisse Etwas verleihen. Häufig werden solche Spezialitäten von talentierten Bastlern und Heimwerkern hergestellt. Ob Kate-inspirierte Stickvorlagen, hübscher Schmuck mit integrierten „Before the Dawn“-Konfetti-Schnipseln oder ein besonderes T-Shirt: auf alternativen Internetmärkten kann man wahrhaft Originelles entdecken! Ein echtes Highlight allerdings findet man derzeit auf Ebay, nämlich im Maßstab 1:12 verkleinerte (nicht abspielbare) Miniaturen sämtlicher Kate Bush Vinyl-Alben. Unter dem Shop-Namen „lanky1349“ vertreibt der Engländer Adrian seine zauberhaften Minialben, die jeweils aus einem doppelseitig bedruckten Cover und einer winzigen herausnehmbaren LP bestehen.
Natürlich habe ich mir die Minis sämtlich gekauft, und da sie mir ausgesprochen gut gefallen, bat ich Adrian, uns für morningfog.de etwas über ihre Entstehungsgeschichte und auch ein wenig über sich selbst zu erzählen.
Der 68jährige Brite lebt in der Nähe des Lake District im Norden Englands. Schon immer war er von Puppenhäusern und Miniaturen fasziniert, und so baute er in seiner Freizeit Puppenstuben. Einige Jahre lang verkaufte er seine Handarbeiten in einem örtlichen Geschäft, das inzwischen leider schließen musste. Nach seiner Pensionierung suchte er nach einer Möglichkeit, seine Rente ein wenig aufzubessern und beschloss, einige seiner Stücke bei Ebay zum Verkauf anzubieten. Dabei kam er auf die Idee, es auch einmal mit Miniatur-LPs zu versuchen. Adrian ist selbst Kate-Fan und besitzt die meisten ihrer Alben. Seine ersten Mini-LPs waren „Goodbye Yellow Brick Road“ von Elton John und „The Kick Inside“ von Kate Bush.
Da sich „The Kick Inside“ sehr schnell verkaufte, entschied er sich bald, alle Kate-Alben anzubieten, und Kate Bush-Fans, die sich überhaupt nicht für Puppenhäuser interessierten, bestellten sie begeistert.
Aufgrund des ansehnlichen Erfolges beschloss er, es auch mit Alben anderer Künstler zu versuchen –von da an ging es steil bergauf! Er erhielt Anfragen für immer mehr Bands und Musiker, sein Sortiment erweiterte sich beständig. Und während die Puppenhaus-Accessoires allmählich in den Hintergrund rückten, eröffnete er seinen eigenen E-Bay-Shop.
Um ein optimales Ergebnis für seine Miniatur-LPs zu erreichen, verwendet Adrian stets die bestmöglichen Bilder als Vorlagen: jedes Motiv muss für den Druck verkleinert werden und sollte daher eine möglichst gute Auflösung haben. Der Druck erfolgt auf qualitativ hochwertigem Fotokarton. Preislich liegen die Mini-LPs bei ca. 2,80 Euro pro Stück zzgl. Porto. Versand und Zustellung erfolgen innerhalb weniger Tage.
Neben Kate Bush gibt es in Adrians Sortiment auch Mini-LPs von Depeche Mode, ELO, The Doors, The Beatles, David Bowie, Madonna, Pink Floyd, Def Leppard, Blondie uvm. Meine persönlichen Highlights: Jeff Wayne’s „War of the Worlds“ und „Don’t Break The Oath“ von Mercyful Fate.
Die Kate Bush-Mini LPs von Adrian gibt es hier. Auch eine Version des „Before the Dawn“-Albums (allerdings nicht als Triple-LP) ist inzwischen erhältlic. Beate Meiswinkel
Juli 20 2017
„Voller Leben, Freude und Ausdruck“
Wie bereits im morningfog.de Beitrag „Bonus-Gedichte von Kate“ (28.06.2017) zu lesen steht, konnte Kate Bush als Gast-Editorin für die 25. Ausgabe der jährlich erscheinenden Anthologie „The Mays“ gewonnen werden. In diesem Band werden die herausragenden Arbeiten aus den Bereichen neues Schreiben und Kunst der Studierenden der Universitäten Oxford und Cambridge zusammengefasst.
„Die Studierenden beider Universitäten sehen sich häufig mit dem Vorwurf konfrontiert, sie seien der Welt außerhalb unserer allzu altmodischen Städte gegenüber zu engstirnig oder unsensibel“, schreibt Herausgeber Sabhbh Curran im Vorwort. „Ich hoffe, dass Sie in diesen Gedichten, Erzählungen und Kunstwerken große Vielfalt entdecken werden. Sie sind lebhaft, voller Bilder und Sätze, die noch lange nach dem Lesen bei Ihnen verweilen werden. An wen besseren hätten wir also Gast-Editorin herantreten können als an Kate Bush, die so viele dauerhaft inspirierende Lieder geschrieben hat und die eigentlich Gedichte sind. Ihre gütigen Worte und ihre Begeisterung über die eingereichten Beiträge stellten eine der Freuden dieser Arbeit dar.“
Tatsächlich muss Kate großen Spaß daran gehabt haben, bei der Zusammenstellung der Ausgabe mitzuwirken: „Ich habe es wirklich genossen, all diese Gedichte zu lesen. Voller Leben, Freude und Ausdruck“, schreibt sie. „Ich wollte eigentlich alle behalten, aber das war nicht gestattet. Ich habe ein zusätzliches mit hineingeschmuggelt.“
„The Mays“ bietet wunderbare Einblicke in die Gedanken- und Gefühlswelt junger, nachdenklicher Menschen. Ob in Schrift, Malerei oder Fotografie begegnen wir ihrer Neugier, ihren Interessen, ihren Gefühlen, persönlichen Zwiespälten und Eindrücken. Beim Lesen und Blättern fiel mir auf, wie sehr sich unsere eigenen Gedanken bereits an die abgeflachten bunten Memes oder Motto der beliebten Social Media, an die teilweise so profane Informationskultur der Video Channel oder an den exzessiven Konsum von Serien über die Streaming Portale gewöhnt haben. Mit ihnen setzen wir uns permanenter Flüchtigkeit, Unvollkommenheit und einer Art „Aus-dem-Zusammenhang-Gerissenheit“ aus. Nicht, dass ich die neuen Medien völlig missen möchte – aber das Einlassen auf einen kurzen, aussagekräftigen poetischen Text, der eine Momentaufnahme zu einem bleibenden Kunstwerk gerinnen lässt oder das Betrachten eines Gemäldes oder einer Zeichnung, die zum Nachsinnen und Denken anregen, haben eine gänzliche andere Wirkung. Sie laden ein, innezuhalten und den Geist dieser Zeit bewusst wahrzunehmen, ohne ihm zu erliegen. Sie hinterlassen tatsächlich einen bleibenden Eindruck.
„The Mays“ hat mir erneut vor Augen geführt, wie wertvoll, wichtig und unersetzbar Bildung und Kunst für unsere Gesellschaft und für uns als denkende, fühlende Menschen sind. Es kann nicht genug Förderung in diesen Bereichen geben, und Streichungen oder Kürzungen staatlicher Mittel mögen einen nicht wieder gut zu machenden Schaden anrichten. Beate Meiswinkel
The Mays – The annual collection of the best writing and art from the Universities of Oxford and Cambridge, XXV – Guest edited by Kate Bush; Varsity Publications Ltd, Cambridge, 2017, ISBN 978-0-902240-48-3.
Juli 16 2017
Heathcliff, it’s me, Cathy…
Zwei Wochen vor Kates Geburtstag haben wieder tausende Menschen den „Wuthering Heights Day“ gefeiert. Nach dem großen Erfolg im letzten Jahr, haben sich diesmal Gruppen in 20 Städten beteiligt – vorne weg Australien, wo es allein zwölf Tanzevents gab. Natürlich war auch Berlin wieder mit dabei, schließlich hatte die Berliner Aktion 2016 die Welle des weltweiten Events, das legendäre Video zu Wuthering Heights nachzutanzen, erst ausgelöst. Auf der facebook-Seite gibt es jede Menge Bilder und Videos von den einzelnen Veranstaltungen.
Juli 14 2017
Rubbel das Obst!

Emi Australien hat sich 1994 mal etwas ganz Anderes einfallen lassen und veröffentlichte Eat the Music in einem „Scratch & Sniff-Cover“. Wenn man leicht über das Cover rubbelt, riecht es nach Melone – oder besser gesagt es roch mal nach Melone! Nach 23 Jahren ist der Melonenduft sprichwörtlich verduftet! Ich hab auch schon Cover gesehen, von denen vor lauter Rubbeln nicht mehr viel übrig geblieben ist, denn jedes Mal rubbelt man auch etwas von der Oberfläche des Covers weg! Also aufpassen! Falls ihr eine findet, legt die CD in den Player, schwingt die Beine und futtert beim Tanzen eine reife Melone. Mit klebrigen Fingern steckt ihr die CD wieder in die Hülle und ruck zuck riecht euer Cover wieder nach der fruchtigen Versuchung, die Kate so leidenschaftlich auf
dieser CD zum Besten gibt! Happy hunting! Michael Guth
Juli 08 2017
Das Song-ABC: Lily
Die Welt ringsum bricht zusammen, es gibt keinen Halt, nur Chaos. „I feel that life has blown a great big hole through me“ singt Kate Bush fast verzweifelt klingend in „Lily“. Präziser kann dieses Gefühl kaum beschrieben werden.
In der Zeit der Entstehung des Albums „The Red Shoes“ gab es schwerwiegende Ereignisse im persönlichen Umfeld. Die Mutter von Kate Bush starb an Krebs, Freunde starben. Die Erschütterung durch den Tod der Mutter war so stark, dass Kate Bush die Arbeit monatelang unterbrechen musste. Den Albumhintergrund bilden Verluste, Verluste von Personen und Illusionen. Eine Suche nach Halt ist zu spüren, eine Suche nach Beistand, eine Suche nach Richtung, nach einem Ausweg. Das Album kommt aus einer Welt, die in Scherben liegt. Die Störung in der Beziehung zu ihrem langjährigen Lebenspartner Del Palmer deutet sich in den Liedern schon an, das Motiv der Trennung und der verlorenen Liebe kommt in mehreren Songs vor. Auch in „Lily“ geht es um Verlust, Einsamkeit, Suche nach Wärme und Nähe, um Suche nach Hilfe, Schutz und Unterstützung.
Mit „Well I said […]“ beginnt die erste Strophe. Die Haupttonart ist wohl g-Moll, g-Moll-Akkorde wechseln sich mit F-Dur-Akkorden ab [6]. G-Moll symbolisiert nach Beckh [7] ein frühes Verzagen, ein zu frühes Aufgeben der Hoffnung. In der Zauberflöte von Mozart bestimmt es die Klage der Pamina. Seelenfinsternis spiegelt sich in dieser Tonart wieder. In Wagners „Tristan und Isolde“ steht es für Schmerz und Hoffnungslosigkeit. Wie so oft bei Kate Bush sagt die Tonart schon aus, worum es geht. Der F-Dur-Akkord kommt dazu – die fromme. religiöse, ätherische Tonart, die Naturtonart, die typische Tonart der Choräle [7]. Verzweiflung in der realen Welt und Schutzsuche in einer überirdischen Welt mischen sich.Die tänzerische Stimmung wird durchgängig beibehalten und das Ende von „Lily“ kommt dann fast abrupt, ohne eine richtige Auflösung. Es ist eindeutig ein Schlusspunkt, ein „so – das war es!“.
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Gayatri_Mantra (gelesen 26.05.2017)
[3] https://en.wikipedia.org/wiki/Gayatri_Mantra (gelesen 26.05.2017)
[4] Rob Jovanovic, Kate Bush. Die Biographie. 2006. Koch International GmbH/Hannibal. Höfen. S.183
[6] Kate Bush: Songbook „The Red Shoes“. International Music Publications Limited. Woodford Green 1994. S.48ff
[7] Hermann Beckh: Die Sprache der Tonart in der Musik von Bach bis Bruckner. Verlag Urachhaus. Stuttgart 1999. S.248ff (g-Moll), S.148ff (F-Dur), S.123ff (c-Moll, Es-Dur)
[8] Tom Moon: A Return to Innocence. Philadelphia Inquirer. Januar 1994
[5] Del Palmer on Kate Bush: Well red. Future Music. November 1993
[9] https://anthrowiki.at/Numerologie (gelesen 19.05.2017)
[10] „Dreamin` Architect“ auf „http://www.carookee.com/forum/Kate-Bush/110/9315118.0.30115.html?p=3#tm (gelesen 16.03.2009)“
Juli 03 2017
Kate in Polaroids: Juli
Lily
„Der Hexenkreis, den Kate beschreibt, wird repräsentiert durch die vier Erzengel, die wiederum die vier Elemente darstellen. Die vier Elemente werden auch durch vier platonische Körper repräsentiert“, ist schon alles, was Michael zu seinem Polaroid für den Monat Juli preisgeben will. Vier unterschiedlich geformte Körper. Jeder steht also für einen der in Lily besungenen Erzengel, die wir benennen können: Gabriel before me, Raphael behind me, Michael to my right, Uriel on my left side. Welche Rolle der Erzengel Michael in diesem Fall spielt, bleibt offen. Das Rot mag auf den Rat von Lily hinweisen: protect yourself with fire. Warum der Schutz notwendig wird, was das Gefühl „like life has blown a great big hole through me“ ausgelöst hat, erfahren wird nicht, können es allenfalls erahnen, wenn wir die zwölfmonatige Motivsuche als einzelne Lebensabschnitte deuten – das heraustreten aus seinem Schatten, die Einsamkeit, das Geheimnis, das man mit sich herumträgt, den Versuch, die Vergangenheit festhalten zu wollen, ganz so, als ob man den Schritt in die neue Zukunft scheut, die Flucht in die Traumwelt und jetzt die Leere, das zusammenbrechende Kartenhaus, das eine Fassade nur noch aufrecht erhalten kann, weil man Schutz sucht, sich von außen Hilfe erhofft…
Ein Interview mit dem Fotografen gibt es hier; seine Webseite hier.
Juni 28 2017
Bonus-Gedichte von Kate
Kate hat sich als Gast-Herausgeberin der jährlichen Sammlung von Lyrik, Prosa und Grafik/Artwork von Studenten der Universitäten von Oxford und Cambridge betätigt. Einmal in Jahr werden die besten Arbeiten der Studenten in dem Buch „The Mays“ versammelt. Die diesjährige Ausgabe ist bereits die 25. dieser Art. Gast-Editoren waren bereits unter anderem der bekannte Schriftsteller Philip Pullman (zu dessen Buchverfilmung „Der goldene Kompass“ Kate den Song „Lyra“ beigesteuert hatte), der Schriftsteller und Schauspieler Stephen Fry (der auf dem Titelsong von „50 Words for snow“ die 50 Synonyme deklamiert) und Musiker Nick Cave. Katebushnews zitiert Kate mit den Worten: “I really enjoyed reading all of these poems. Full of life, fun and expression. I wanted to keep them all but it wasn’t allowed. I sneaked an extra one in.” Letzteres dürfte eher ein kleiner Scherz sein. Man kann sich aber auch selbst auf die Suche nach dem Bonus-Gedicht begeben: Der Jahresband ist für zehn Pfund (ohne Versand) hier zu erwerben. Auf facebook findet man The Mays hier.
Juni 24 2017
Das Song-ABC: Never Be Mine
Melancholisch kommt dieser Song daher, die Stimmung ist gebrochen romantisch. Ich mag diese zu Herzen gehende Stimmung. „Never be mine“ erinnert mich an die Mornas der kapverdischen Musik, die ich sehr liebe. Die Stimmung einer Morna ist melancholisch und nachdenklich, der Text voller Sehnsucht, Heimweh und Verlangen [1] – und genau so ist auch dieser Song von Kate Bush.Es geht um ein Begehren, das aber besser ein Traum bleiben sollte – das ist die offensichtliche Deutungsvariante. Kate Bush gibt diese Interpretation selbst in verschiedenen Interviews.
„It’s that whole thing of how, in some situations, it’s the dream you want, not the real thing. It was pursuing a conscious realisation that a person is really enjoying the fantasy and aware it won’t become reality. So often you think it’s the end you want, but this is actually looking at the process that will never get you there. Bit of a heart-game you play with yourself.“ [2]
Noch deutlicher und präziser sagte sie es in einem anderen Interview so:
„It’s a desire to have something you can’t have, but in a lot of cases if the dream came true it would be horrible. The dream holds the fascination and power.“ [3]
Für Graeme Thomson [4] ist dies der „ewige Kampf zwischen Traum und Vorstellung, das Ringen zwischen Verstand und Instinkt, zwischen dem, was wir wissen und dem was wir fühlen.“Eine genauere Analyse lässt sich gut mit einem Durchgang durch das Lied Zeile für Zeile verbinden. Danach wird klarer sein, wie „Never be mine“ zu verstehen ist. „I look at you and see […]“ – der Beginn ist ruhig. Klavier,
Percussion, ein Streicherakkord, all das verbindet sich zu einer zarten und romantischen Stimmung. Bei „smoke“, „smell“, „Will now mean you and here“ kommen irische Flöten dazu. Wie in „The Fog“ erinnern sie an Heimat, es ist ein geerdeter Klang, tief im Volksmusikalischen verwurzelt. Vielleicht hatte ich genau aus diesem Empfinden heraus jahrelang die dritte Interpretation im Kopf. Der Text ist voller sprachmächtiger Bilder und fast schon Lyrik.
Die Tonart ist ein c-Moll [9]. C-Moll hat einen starken, positiven, kämpferischen Charakter. Es ist diejenige Tonart, die am festesten auf dem Boden, am stärksten auf der Erde steht, ein Zeichen eigener Kraft und Stärke – aber auch manchmal ein Symbol für die Tragik des Irdischen [10]. Es ist die passende Tonart für den Realismus, der schließlich auch in diesem Traum siegt. Bezeichnend ist, wie c-Moll in anderen Songs von Kate Bush eingesetzt wird. In „The Fog“ steht c-Moll für das Grundvertrauen (in den Vater), in „Lily“ für den Rat der Heilerin, in „Running up that hill“ wird in dieser Tonart ein Wunsch an Gott gerichtet. Bei Kate Bush ist c-Moll die Klangwelt der Ratgeber, der Wissenden, der „guten Mächte“. Es ist die Sicherheit und der Schutz, der feste Grund unter den Füßen.[2] Len Brown: In the Realm of the Senses. New Musical Express, 7. Oktober 1989
[3] N.N.: Love, Trust and Hitler. Tracks, November 1989
[4] Graeme Thomson: Kate Bush. Under the ivy. 2013. Bosworth Music GmbH. , S.303
[5] Karen E. Clements : Tales of Love. Cornell Daily Sun, 27. Oktober 1989
[6] Martin Townsend: Kate Bush: The Sensual World EMI EMD 1010. New Hi-Fi Sound, November 1989.
[7] Rob Jovanovic, Kate Bush. Die Biographie. 2006. Koch International GmbH/Hannibal. Höfen. S.174
[8] Brad Bradberry : Kate Bush – The Sensual World. Option, Jan/Feb 1990.
[9] Kate Bush: Songbook „The Sensual World“. EMI Music Publishing Ltd.. London 1990. S.45-47
[10] Hermann Beckh: Die Sprache der Tonart in der Musik von Bach bis Bruckner. Verlag Urachhaus. Stuttgart 1999. S.123-126
[11] Tony Horkins: What Katie Did Next. International Musician, Dezember 1989
Juni 01 2017
Kate in Polaroids: Juni
Never be mine
Die Textzeile von Kate bei Never be mine ist doppeldeutig: I want you as the dream, not the reality. Sich in den Traum zu flüchten, in eine heile Welt, weil die Realität nicht das ist, was man sich wünscht, ist die offensichtliche Deutungsmöglichkeit. Man kann es aber auch anders sehen: nicht die Realität ist das Problem, sondern man selbst. Man ist nicht stark genug, sich der Realität zu stellen, sein Leben so zu leben, wie man es möchte, flüchtet sich stattdessen in (s)eine Traumwelt. Und wenn es noch konkreter um den Menschen in den Träumen oder der Traumwelt geht, bleiben genau die Fragen, denen Michael in seinem Polaroid nachgeht: „Was wäre wenn? Wenn es doch wahr geworden wär? Oder besser doch nicht? Die Gegenwart zeigt es. Der Blick zurück (über die Schulter), das ‚Vielleicht doch‘.“ (But I’m looking back over my shoulder/At you, happy without me) Unklar bleibt, wer mit dem Blick zurück über die Schulter das „Vielleicht doch“ ermöglicht. Schlüpft der Fotograf in die Rolle des Protagonisten? Tauscht er die Rollen? „Am Zweifel wird man stark, heißt es. Aber süße Erinnerungen und der Traum von einem anderen Leben, einem anderen Lebensweg, können schön sein. Oder schmerzen“, schreibt Michael. Auch das lässt eine weitere Deutung von Bild und Lied zu: der verflossenen Liebe, die man möglichst positiv in Erinnerung behalten will, die man vielleicht auch nicht gehen lassen möchte und sich deswegen lieber in den Traum flüchtet, als sich der Realität zu stellen.
Ein Interview mit dem Fotografen gibt es hier; seine Webseite hier.
Mai 25 2017
Mit google maps auf den Spuren von Kate

Da dürfte viel Arbeit drinstecken: Im englischen Forum hat der User „whitehorsehill“ auf Google maps eine KB Tour quer durch Europa angelegt. Zu jedem angezeigten Ort gibt es die entsprechenden Infos, bei welcher Gelegenheit Kate dort war. So sind natürlich sämtliche Auftrittsorte der Tour of Life verzeichnet und man erhält beispielsweise beim Kölner Gürzenich die zutreffende Information, dass das Konzert in die Duisburger Mercatorhalle verlegt worden war. Spannender als die Tour of Life-Termine sind Orte von Fotoshootings, Filmaufnahmen oder Studios, in denen Kate Songs eingespielt hat. Zum Beispiel in der Nähe von Nizza, wo im Superbearstudio Lionheart aufgenommen wurde. Und
ganz nebenbei erfährt man dann auch, dass das Tonstudio heute als Bed & Breakfast gebucht werden kann. Whitehorsehill hat unglaublich viele Informationen zusammengetragen, die so selbst für absolute Kate-Fans noch neu sind. Oder weiß jemand auf Anhieb, in welchem Shop und in welcher Stadt Kate eine Lambeg Drum für die Aufnahmen zum Album Hounds of Love gekauft hat? Oder was die Garway Church in Herefordshire mit Kate zu tun hat? 165 Einträge gibt es bisher und in den nächsten Wochen und Monaten dürfte die KB Tour auf Google maps noch deutlich erweitert werden. Wer auf Reisen gehen möchte und die 165 Einträge durchstöbern will: hier entlang.


















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