Mehr als 1000 Worte

 

The Sensual World

© bushygifs – mit freundlicher Genehmigung

Weil ein Bild mehr als 1000 Worte aussagt, gibt es auf bushygifs.tumblr.com nun, nicht 1000 Bilder von Kate, aber unglaublich viele animierte Sequenzen. Hinter bushygifs steckt Alice, sie ist 19 und studiert in London Film. Für ihre gifs bedient sie sich bei Kates Videos, schneidet sie aus Interview-Szenen aus oder montiert einfach Bilder von Fotoshootings. Kate-süchtig ist sie, seit sie elf Jahre alt ist – da hat sie den Wuthering-Heights-Auftritt im Fernsehen gesehen und danach ihr ganzes Taschengeld für Kates Alben ausgegeben. Besonders schön sind vier unterschiedlich animierte Bilder aus „Eat the music“. Wer auf ihrer Seite wider erwarten kein passendes animiertes gif finden sollte, für den hat sie noch einen besonderen Service parat: sie bastelt auch das persönliche Wunsch-gif.

Gabriel singt wie Kate

HilotronsEin neues Album hat die kanadische Band „Hilotron“ Anfang Februar veröffentlicht. „At Least There‘s Commotion“ heißt das Album, für das die Gruppe um Sänger und Songwriter Michael Dubue den Song „Emergency“ von Geoffrey Pye gecovert hat. Dubue hat den Ursprungssong auf die Grundmelodie reduziert, Synthesizer und Mellotron drübergelegt, Drum Beats zugefügt, dazu noch eher schrammelnde Gitarrenklänge. „Dann habe ich versucht das Lied zu singen – nur um zu entdecken, dass meine Stimme nicht zu dem Arrangement passt. Also habe ich die Sängerin Sacha Gabriel aus Ottawa engagiert“, berichtet Dubue auf der Seite der Plattenfirma über die Entstehung des Songs. Und weiter: „Das Ergebnis ist eine deutliche Anspielung auf Kate Bush.“ Und so kommt es, dass Gabriel, allerdings in diesem Fall Sacha und nicht Peter, wie Kate Bush klingt, oder klingen soll. Die Band Hilotrons ist in Europa noch eher unbekannt. In ihrer Heimat gelten sie als eine der besten Live Acts. Zu ihren musikalischen Vorbildern gehören neben den Talkings Heads – wen wundert’s – Peter Gabriel und Kate Bush.

TKI-Jubiläum: Ein Novum in der Pop-Welt

The KIck InsideVor 35 Jahren hat eine kleine, schüchterne junge Dame ein riesiges Ausrufungszeichen in die Musikwelt gesetzt. Und mit „The Kick Inside“ das Auditorium polarisiert. Aber egal ob totale Ablehnung, orientierungslose Verwunderung oder frenetische Begeisterung: keiner kam an Kate Bush vorbei. Der Aufmerksamkeitspegel war „over in the red“. Schon mit der Single „Wuthering Heights“ hat sie sich als absolutes Novum in der Pop-Welt angekündigt. Und mit der Durchsetzung gerade dieses Songs als erste Single gegen die Vorstellungen der EMI den „David gegen Goliath“-Konflikt für sich entschieden. Es wird nicht ihr letzter Triumph über das Business sein. In künstlerischen Dingen wird sie sich in Zukunft immer mehr Selbstbestimmung verschaffen, bis zur totalen Kontrolle jedes auch noch so kleinen Details. Bei „The Kick Inside“ hat die Produktion noch Andrew Powell allein übernommen und auch bei den Arrangements die Credits bekommen. Dennoch: „The Kick Inside“ ist wohl an keiner Stelle überproduziert und die meisten Songs sind sehr nahe an den Demo-Versionen. In ihren Kompositionen hat sie schon auf dem Debüt-Album gezeigt, zu welcher Vielfalt sie fähig ist. Von der Ballade am Piano über Prog-Rock, Reggae & Ska, Dub-Sounds, Südseeklängen, Walgesängen bis zu jazzigen Elementen spreizt sich schon hier der Klangfächer der Bush. Und die erkennbare Vorliebe für Streicher-Arrangements wird noch über die nächsten Alben anhalten.
Textlich ist Kate weit entfernt von Teenage-Boy-Meets-Girl-Plattitüden. Da wird eine Lanze gebrochen für die Frauen als Quell des Lebens, eine besonders innige aber auch inzestöse Geschwisterliebe besungen, die weibliche Biologie thematisiert. Das Erwachsenwerden, sich entwickeln unter dem Einfluss prägender Menschen, Verführung und ein für die damalige Zeit ziemlich offener Umgang mit Sex. Und hey, einige der Stücke hat sie schon im zarten Alter von etwa 13 Jahren am Piano auf dem Familienanwesen geschrieben.
All das und natürlich die Einzigartigkeit Ihrer Stimme, die künstlerische Exzentrik, die in so starkem Gegensatz zur schüchternen Zurückhaltung der Person Kate steht, lässt die Platte in Europa, Japan und Australien in den Charts rotieren. Einzig die USA haben Kate erst mit ihrem vierten Album für sich entdeckt.
Mit „The Kick Inside“ hat Kate Bush eine unauslöschbare Spur in der Musikwelt hinterlassen und war Inspiration für viele Musikerinnen.

Thomas Stämmler

TKI-Jubiläum: Der geheime Garten

The Kick InsideGenau heute vor 35 Jahren ist „The Kick Inside“, das erste Album von Kate Bush, veröffentlicht worden. Gedanken zum Album von Beate Meiswinkel.

Mit ihrer Debut-Single „Wuthering Heights“ gelang Kate Bush ein Überraschungserfolg, der von einem ersten Platz in den englischen Single-Charts gekrönt wurde. Die Öffentlichkeit hob interessiert den Kopf: Wer war die attraktive junge Dame, die mit der Vertonung des Emily Brontë Klassikers für Aufsehen sorgte, die mit ihrer unerhörten Stimme, ihren grazilen Bewegungen und einer Mimik, die ihresgleichen suchte, vollkommen aus dem Rahmen fiel? Nein, jemanden wie Kate Bush hatte man noch nicht gesehen oder gehört, und die Erwartungen an ein erstes Album waren hoch. Als „The Kick Inside“ am 17. Februar 1978 erschien, kann man sich rückwirkend nur ungefähr vorstel­len, was das Publikum damals erwartet hatte – sicherlich jedoch nicht die Einladung in jenen geheimen Garten einer Künstlerin, die damals noch weit mehr das Mädchen Cathy als der international anerkannte Popstar Kate Bush war. Wer die anrührenden Fotografien ihres Bruders John Carder Bush kennt, bekommt eine Vorstellung von der familiären Geborgenheit, in der dieser Garten angelegt wurde. Schüchtern bittet die inzwischen erblühte Kate ihre Zuhörer herein, um bei einer Tasse Tee gemeinsam über Gott und die Welt zu philosophieren. Und mit dem unverbrämten Idealismus der Jugend, den die Glücklichsten von uns sich zeitlebens bewahren, sind in Cathys Musik und Poesie vertrauliche, ja intime Dialoge möglich, wie sie nur zwischen sehr engen Freunden in einem geschützten Raum entstehen können. Hier kann alles benannt und thematisiert werden, was wirklich zählt. Dinge, die man im späteren Leben durch Desillusionierung, Werteverschiebung, Kompromisse-Eingehen, Mutlosigkeit, der Jagd nach immer mehr, Erfolgsdruck, Zeitmangel und andere moderne Untugenden so leicht aus den Augen verliert, während einen die innere Sehnsucht danach zerreißt. Vielleicht tut es deshalb ab und zu ganz gut, einmal zurückzublicken – 35 Jahre in die Vergangenheit. Zurück in die eigene Kindheit und Jugend, und zurück zu den Anfängen einer inzwischen ebenfalls viel abgeklärteren Künstlerin, die ihr Leben wahrscheinlich auch nicht frei von persönlichen Abstrichen führen kann. In unseren Anfängen war einfach vieles anders. Wir haben uns weiterentwickelt, und darauf dürfen wir stolz sein. Doch ein Blick zurück in die Tage der Unschuld, vielleicht über die ebenso kompromisslos idealistischen Köpfe unserer eigenen Kinder hinweg, kann das innere Schatzkästlein unserer Seele öffnen.

Wie kann jemand die Stimme von Kate Bush nicht erkennen?

Hilary Robinson

Bild mit freundlicher Genehmigung von Hilary Robinson.

Wenn in der englischen Quiz-Sendung „University Challenge“ auf BBC II Teams verschiedener Unis gegeneinander antreten, dann ist neben Schnelligkeit auch Wissen gefragt. Beim Wissen kann man dann leider auch schon mal versagen. So geschehen in einer der letzten Sendungen, als ein Team die Stimme von Kate Bush nicht erkannt hat. Das wiederum hat Hilary Robinson (Foto) in Rage gebracht. In einem Blog-Beitrag der englischen Ausgabe der „Huffington Post” fragt sie, wie es sein kann, dass ein Engländer die Stimme von Kate Bush nicht erkennt. Und Hilary Robinson ist nicht irgendwer. Die 52-jährige Schriftstellerin hat in England nahezu 50 Kinderbücher veröffentlicht, arbeitet zudem als Journalistin und Radioproduzentin. Die Fernsehshow sei eine Plattform für „den höchsten akademischen Intellekt im Land“ schreibt sie und wundert sich, dass Studenten zwar einen amerikanischen Experten in analytischer Philosophie benennen können, aber dann daran scheitern, „die charakteristischen Töne einer der berühmtesten Künstlerin unser Zeit“ zu erkennen. Und die Kinderbuchautorin schreibt sich gar richtig in Rage: „Wie können die besten Studenten sich mit der Komplexität der Quanten-Physik befassen und gegenüber einigen der brillantesten Beiträge zur zeitgenössischen Kultur so ignorant oder unwissend sein? Wie kann jemand die Stimme von Kate Bush nicht erkennen?“, fragt sie irritiert und kommt zu einem naheliegenden Ergebnis: Intelligenz könne man nicht nur mit abfragbarem Wissen aus Quizshows messen, sondern habe eben auch etwas mit kognitiven Fähigkeiten zu tun. Wer könnte das besser beurteilen, als eine Schriftstellerin, die für Kinder Bücher schreibt!

Die Musik als Kulisse des Lebens

Kate Bush„Ich genieße Kunst in allen Erscheinungsformen”, sagt Grant Wilson. Grant lebt und arbeitet in Edinburgh und hat sich die Malerei selbst erschlossen, hauptsächlich durch Bücher. „Ich war schon mein ganzes Leben an Kunst interessiert, von Comics bis zu den Werken von Picasso, die ich als kleiner Junge in einem Lexikon für Kinder entdeckt habe.“ Mit dem Zeichnen hat Grant so richtig aber erst im Jahr 2006 angefangen, ganz simpel mit einem Blatt Papier und Bleistift. Grant studierte in Edinburgh Kunst mit den Schwerpunkten Zeichnen, Malen und Animation. Per Fernunterricht hat er zudem am Londoner College of Art ein Diplom im Bereich Cartoons abgelegt. Seit etwa einem dreiviertel Jahr entstehen viele seiner Werke auf einem Grafik-Tablet. Darunter auch Cartoons, die er in Edinburgher Zeitungen wie „The Currie“ und „Balerno News“ regelmäßig veröffentlicht. „Cartoons sind eine nette Form der Entspannung und eine Abwechslung vom Kate BushVersuch, mehr ernsthafte Arbeit zu produzieren“, betont Grant, in dessen Bildern auch immer wieder Kate Bush eine Rolle spielt. Zwar ist Grant erst 40 Jahre alt, aber trotzdem hat er sie schon 1978 mit Wuthering Heights wahrgenommen. „Ich habe Kate’s Musik immer geliebt.“ Sein Lieblingsalbum ist The Sensual World, gefolgt von Hounds of Love und The Kick Inside. Seine Zeichnungen von Kate sieht er als „Hommage an eine große Künstlerin“. Sie fallen größtenteils in eine Zeit, in der er von raren Vinyl-Scheiben bis zu Biographien alles von Kate gesammelt hat.  „Ich kann nicht wirklich erklären, warum Kate Bush eine so große Rolle in Kate Bushmeiner Kunst spielt. Wie bei vielen anderen Menschen auch, spielt bei mir die emotionale Stärke ihrer Musik eine Rolle. Das hat mir auch geholfen, durch eine Reihe von prägenden Erfahrungen zu gehen – mit der Musik als Kulisse! Und mich spricht die Langlebigkeit ihrer Musik an, Kate Bushgerade im Vergleich zu der eher einfach strukturierten Art moderner Songs. Und die Bandbreite der Songs von Under the Ivy bis zu Babooshka ist ein weiterer Faktor, der mich beeindruckt. Und am Ende bleibt immer: Kate ist einfach eine nette Person!“ Genau das versucht er auch in seinen Bildern zu vermitteln. Wer auf Grant‘s Seiten unterwegs ist, um sich seine Bilder anzuschauen, wird übrigens noch eine spannende Entdeckung machen: Grant ist Fantasy-Fan und für viele seiner Werke lässt er sich von viktorianischen Geister- und Horrorgeschichten inspirieren, die er sammelt und für die übrigens auch Kate ein Faible hat. Wer sich die Bilder genau anschaut, wird feststellen, dass in vielen Fällen die Gesichtszüge der abgebildeten „Geister“ sehr vertraut wirken…

Mehr Bilder von Grand Wilson gibt es hier. (Alle Bilder mit freundlicher Genehmigung von Grant Wilson.)

Nemo findet Kate

In den USA fegt derzeit der Wintersturm Nemo über die Ostküste hinweg. Für Boston haben Meteorologen bis zu einem Meter (!) Neuschnee prognostiziert. Kein Wunder, dass die Behörden die Menschen warnen, auf keinen Fall das Haus zu verlassen. Aber was macht man dann in den eigenen vier Wänden, während draußen der Sturm tobt? Musik hören! Zumindest so lange man noch Strom hat. Das empfehlen jedenfalls gleich mehrere Zeitungen und Internetportale, die ihren Lesern auch gleich die passende winterliche Schneemusik rausgesucht haben. Ganz oben auf der Liste: Kate’s Album „50 Words for Snow“. So hat zum Beispiel das Team von „Soundcheck“ ein „Snow Day Mixtape“ online gestellt – „Songs, inspiriert von Kälte und Schneestürmen“. Da findet sich dann „Blizzard of ‘77“ von „Nada Surf“ neben „Ice Age“ von David Byrne. Der ultimative Tipp von „Soundcheck“ ist aber dieser:  „Kate Bush’s Album ‘50 Words For Snow’ kann das perfekte Album für Sie sein, um durch einen Schneesturm zu kommen.“ Das sieht man auch in New Jersey so, wo mehrere Tageszeitungen auf einer gemeinsamen Internetplattform eine „Blizzard Playlist“ mit „Songs for a white weekend“ veröffentlicht haben. Als Song, der perfekt passt aber nicht so sehr für die Kinder geeignet sei, wird da „Misty“ empfohlen. „Kate Bush schenkt uns heiße Schneemann-Beziehungen”, heißt es weiter, was die amerikanische Schneemann-Version „Frosty“ durchaus irritieren könne. Mal sehen, ob „50wfs“ nach dem Sturm wieder in die amerikanischen Charts einsteigt.

Heathcliff, it’s me, Cathy…

Genau 35 Jahre ist es heute her, dass Kate ihren ersten Fernseh-Auftritt überhaupt absolvierte. Sie war in der ersten Ausgabe von Alfred Bioleks neuer Sendung „Bio’s Bahnhof“ zu Gast. Im Dezember 2011 hat Joachim Hentschel für den „Rolling Stone“ Biolek befragt, wie es damals zu dem Engagement kam: „Ich hatte mich damals bei diversen Plattenfirmen umgehört, welche Künstler sich für meine neue Show eignen könnten. Eines Tages saß ich bei der EMI in London, alle möglichen Namen wurden genannt – und plötzlich fiel mir ein Lied auf, das leise über die Bürolautsprecher lief. Ich unterbrach das Gespräch, hörte zu. Und war begeistert! ‚Wer ist das?‘ fragte ich, die sagten: ‚Eine ganz neue Künstlerin, sie fängt gerade erst an.‘ Und ich dachte mir, die könnten wir doch einladen.“ Laut Biolek reiste Kate samt Band damals schon zwei Tage früher in Köln an. „Sie und ihr Manager waren sogar bei mir zu Hause, ich habe für sie gekocht“, erinnert er sich. Im Interview, das Biolek mit Kate nach ihren Songs führte, fiel dann auch der legendäre Satz, den eine sichtlich schüchterne Kate auf deutsch nachsprechen sollte und sich dabei natürlich verhaspelte: „Vergessen Sie nicht, den Anfang habe ich im Depot der Köln-Frechen-Benzelrather Eisenbahn gemacht!“

EMI-Chefin Andria Vidler über Kate

In einem Porträt der englischen Zeitung „The Independent“ (3. Februar) hat sich EMI-Chefin Andria Vidler recht positiv über die Zukunft des angekratzten Platten-Labels EMI geäußert. Ihr Ziel: sich um wenige, gute Musiker intensiv zu kümmern und dabei mehr aufs Renommee als auf Chartplatzierungen zu achten. Autor Adam Sherwin spricht in dem Artikel auch zwei Mal Kate Bush an. Zu Vidlers Triumphen, schreibt er, gehörten die Verhandlungen über eine Wiederverpflichtung von Kate Bush – während andere Künstler vor 2009, als Vidler Chefin von EMI UK und Irland wurde, abgesprungen sind. Und er stellt die Frage, ob Kate Bush nach 30 Jahren zu einer Rückkehr auf die Bühne überredet werden könnte. Die Antwort von Andria Vidler: „Sie könnte. Es wäre schön, aber Kate wird tun, was sie tun will. Je mehr Menschen sie um etwas bitten, desto mehr wird sie dazu neigen, sich zurückzuziehen.“

Kate-Cover aus Singapur

Cover This Woman's Work

Frisch auf dem Markt ist das Erstlingswerk der Band „Octover“. Sieben Stücke hat das Duo Jason Tan und Vanessa Fernandez aufgenommen, darunter eine bezaubernde Version von Kate’s „This Woman’s Work“. Tan und Fernandez stammen aus Singapur und tummeln sich eher im Bereich der elektronischen Musik. Bei kommerziellen Produktionen sind sie sich schon ein paar Mal über den Weg gelaufen, zumal sie beide in Singapurs Musik-Scene nicht ganz unbekannt sind. Auf ihrer ersten CD sind einige Perlen zu finden, zum Beispiel die Songs „Trois“ und „Time“. Ihre Version von „This Woman’s Work“ klingt sehr einfühlsam und begeistert vor allem durch die tolle Stimme von Sängerin Vanessa Fernandez. Die 30-Jährige hat sich auf dem asiatische Markt schon in so ziemlich allen musikalischen Genres getummelt, von Rhythm & Blues über Jazz, Pop bis zu HipHop. Unter dem Künstlernamen Miss Vandetta war sie Frontfrau der Gruppen „Urban Xchange“ und „Parking Lot Pimp“.
This Woman’s Work by Octover

Die DNA von „Don’t give up“

Don't give up25 Jahre ist Peter Gabriels legendäres Album „So“ jüngst alt geworden und um das zu feiern, hat Gabriel in seinem Fundus gewühlt und mit „So DNA“ eine CD veröffentlicht, auf der er den Entstehungsprozess der einzelnen Songs dokumentiert. Darunter natürlich auch der oft Kate Bush zugeschriebene Song „Don’t give up“. Der taucht in einem Box-Set auch noch auf Vinyl als „Alt Version Piano and Bvox-Mix“ auf. Parallel dazu hat Gabriel die App „Music Tiles“ auf den Markt gebracht, mit der man die Songs von „So“ auf dem iPhone oder Tablet remixen kann. Zudem kann man von jedem Song – also auch von „Don’t give up“ – drei neue Versionen erwerben, mit denen man dann experimentieren kann. Live hat Gabriel „Don’t give up“ nur ein einziges Mal zusammen mit Kate Bush gesungen: Bei einem Konzert in London am 28. Juni 1987 – Kate trat als Überraschungsgast auf. Leider gibt es davon nur ein Bootleg in nicht wirklich guter Qualität. Es ist dennoch beeindruckend, wie die Konzertbesucher auf Kate’s Auftritt reagieren. Die nächste Chance für eine gemeinsame Live-Version des Duetts von Kate und Peter gibt es am 21. und 22. Oktober 2013 – dann ist Gabriel mit seiner „Back to the front“-Tour zu zwei Konzerten in London und spielt die Songs von „So“. Die Termine in Deutschland: 11.10. Leipzig; 13.10. Stuttgart; 16.10. Düsseldorf; 18.10. Hamburg und 19.10. Berlin.

Ab nach Australien

nabiha1Mann muss auch mal verrückte Dinge im Leben tun. In einem Interview mit dem englischen Magazin GT hat die dänische Singer-Songwriterin Nabiha Bensouda kürzlich eine ziemlich abgedrehte Geschichte erzählt. Befragt nach ihren musikalischen Vorbildern gab sie unter anderem Kate Bush an. Und die hat sie so sehr beeindruckt, dass sie ihretwegen nach Australien flog. „Wenn ich Songs und die Texte dazu schreibe, lasse ich mich meistens von den Menschen um mich herum inspirieren, von Freunden und der Familie, aber auch von meinen Reisen, der Liebe und dem Leben. Ganz oft setzt Musik in meinem Kopf etwas frei. Vor vielen Jahren bin ich wegen einem Kate Bush-Song nach Australien geflogen. In dem Song wurden traditionelle Instrumente der Aborigines gespielt. Und wenn Australien so klang, musste ich da hin.” Der Musik wegen. Andere landen eher im australischen Dschungel.

Der Schwermut trotzende Leichtigkeit

Tanztheater in Stuttgart

Eric Gauthier tanzt zu „Suspended in Gaffa“.
Foto: Regina Brocke

Premiere feierte vor wenigen Tagen im Stuttgarter Theaterhaus ein Tanztheaterstück von Marco Goecke, Haus-Choreograph des Stuttgarter Balletts – zur Musik von Kate Bush. Goecke war von Tänzer Eric Gauthier eingeladen worden, im neuen Stück „Future 6“ der Gauthier Tanzkompanie am Theaterhaus eine Uraufführung zu präsentieren. Goecke bediente sich dabei gleich zwei Mal bei Kate Bush: Dem Song „Hounds of love“ entnahm er die Textzeile „I found a fox“ als Titel für sein zeitgenössisches Tanzstück und natürlich kommt auch die begleitende Musik zum Solo-Tanz von Eric Gauthier von Kate. „Die ausgewählten Titel stammen aus ihrem bahnbrechenden Album The Dreaming von 1982. Ein früher Meilenstein im eigenwilligen Lebens-Gesamtkunstwerk von Kate Bush, der Goecke schon lange seine choreographische Reverenz erweisen wollte“, heißt es dazu auf der Internetseite des Stuttgarter Theaterhauses. Statt verschiedene Songs auszuwählen, konzentrierte man sich aber letztlich auf das Stück „Suspended in Gaffa“.

„Weicher, weniger spröde, zeigt dieses Solo nicht nur den elektrisierend geführten Kampf gegen einen widerspenstigen, in zuckende Teile zerlegten Körper, wie man das von Goeckes Balletten kennt, sondern auch einen Sieger. Goecke weiß, dass bei Gauthier Dance Ballett und Pop zusammenkommen; und so gelingt ihm zu einem Song von Kate Bush eine schöne, aller Schwermut trotzende Leichtigkeit“, schreibt zur Premiere Andrea Kachelrieß in den „Stuttgarter Nachrichten.“ Und Claudia Gass schreibt in der „Stuttgarter Zeitung“: „‘I Found a Fox‘ zu einem Song von Kate Bush weist Goeckes typische, zwischen Ballettpose und zeitgenössischen Verbiegungen changierende Tanzsprache auf, hat aber anders als seine oftmals dunklen Kreationen einen leichten, fast fröhlichen Duktus voll flirrender Energie“ – bei der Songauswahl auch kein Wunder.

Marco Goecke ist seit September 2005 Haus-Choreograph des Stuttgarter Balletts. Der gebürtige Wuppertaler hat in Berlin und Hagen als Tänzer gearbeitet. 2002 nahm er eine Einladung des New York Choreographic Institute an, es folgte eine Einladung zum Tanztheater-Festival von Pina Bausch. Für seine Neuinterpretation des   Ballettklassikers Der Nussknacker wurde er 2007 für den Deutschen Tanzpreis nominiert, zum Publikumsrenner in Stuttgart wurde ein ganz anderes Stück: Ein Tanzsolo zu drei Songs von Johnny Cash.

„Future 6“ mit dem Stück von Marco Goecke wird vom 6. bis zum 9. März und vom 9. bis zum 12. April erneut im Theaterhaus Stuttgart aufgeführt. Mehr Infos gibt es unter: www.theaterhaus.de.

Versteckte Botschaften

This Woman´s WorkZezezozee Zadfrack Glutz? In den Zeiten als neue Alben noch auf Vinyl erschienen sind, wurden die Bestellnummern der Platten noch mit ins Vinyl gepresst. Da, wo die Musik auslief, war genügend Raum. Und den nutzte Kate früher zusätzlich, um Botschaften zu transportieren. So finden sich auf den Erstpressungen zahlreicher Singles und Alben versteckte Messages. So zum Beispiel „Remember the whales“ auf Wuthering Heights, während der Dank an Emily Brontë („Thank you Emily“) sich auf der Single Wow wiederfindet. Passender ist es da schon bei Breathing: „We all share the same air“ heißt es da. Oder bei Army Dreamers: „Life ist to love“. Beim Album Lionheart findet sich der Wunsch „Hope you like it“. Kate nutzte die Botschaften aber auch, um sich bei Kollegen zu bedanken. Auf der Single The Dreaming findet sich die Botschaft „For Rolf“ (Harris), der das Didgeridoo gespielt hat und auf der Single Sat in your lap gibt es auf der B-Seite den Dank an Donovan, von dem sie Lord of the reedy river gecovert hatte. Manchmal sind die Botschaften aber auch simpler und es genügt ein einfaches „Woof!“ wie auf Hounds of love. Die bekannteste Botschaft stammt von der Single This Woman’s Work. Dort findet sich der Spruch „Up yours ugly“, ein Zitat aus der Fernsehserie „The young ones“. Ein amerikanischer Freund von mir hat das – höflich wie er ist – so übersetzt: „Schieb’s Dir da hin, wo die Sonne nicht scheint.“ Man könnte es auch simpler mit dem Götz von Berlichingen-Zitat übersetzen. Die Idee mit den Botschaften haben in einigen Fällen auch Leute aufgegriffen, die Bootlegs mit Songs von Kate produziert haben. Auf Teil IV der Cathy Demos findet sich die eher makabere Botschaft „Zezezozee Zadfrack Glutz“ – das war (leicht abgewandelt) der von Charles Manson ausgewählte Name für den Sohn von Susan Atkins, die der „Manson Family“ angehörte. (Alle Fotos von Heinz Westemeyer (hephaistos) – besten Dank!)

Crème-bouffant

Kate Bush - Snowflake

Foto: Ingo Latotzki

Spätestens dann, wenn draußen alles weiß ist, der Geräuschpegel eher gedämpft erscheint, wird es Zeit, Kates Album „50 Words For Snow“ hervor zu kramen und darüber zu sinnieren, ob man es eher mit hooded-wept zu tun hat, der Schnee vielleicht doch mehr nach whippoccino oder sorbetdeluge ausschaut, sich wie crème-bouffant anfühlt, oder gar die Gefahr des ankle-beakers droht. Oder man genießt einfach die Ruhe, hört den passenden Song „Snowflake“, sieht die Flocke, geboren in einer Wolke, sieht sie fallen, versucht, nach ihr zu greifen …The world is so loud. Keep falling. I’ll find you.