Yirry’s Video zu Misty ist fertig

Was lange dauert, wird endlich gut: Yirry’s neues Video zu MIsty ist endlich fertig und wird hoffentlich nicht wieder so schnell bei youtube geblockt, wie sein Video zu Snowflake. Dafür musste er den Originalsong etwas verändern, um keinen Ärger mit dem Copyright zu bekommen. Unter dem Pseudonym  thestoryteller1618 hatte Yirry Yanya unter anderem schon Kates Single „Wild Man“  aus dem Album „50 words for snow“ auf 20 Seiten bebildert. Beim Misty-Video hat er sich an Kate’s Vorlage „Mistraldespair“ gehalten und passend zu den Lyrics die Zeichnungen sehr liebevoll umgesetzt. Singt Kate gleich zu beginn die Textzeilen „roll his body, give him eyes, make him smile for me, give him life“  sieht man sie vor dem Haus große Schneekugeln formen, dann wie sie Augen und ein Lächeln ins Gesicht zaubert, die Hände auflegt und den Schneemann zum Leben erweckt. Und wie stets bei Yirry widnet er sich in seinen Zeichnungen auch den Details besonders liebevoll – achtet mal auf die Glasfenster über der Tür im Haus oder den wundervoll bemalten Teller auf dem Esstisch…

Update: Höchste Weihen hat das VIdeo inzwischen an anderer Stelle erhalten: Del Palmer hat es als Link auf seiner Facebook-Seite gepostet.

 

Von der Musik verführt

Suede

Vom Album „Hounds of Love“ inspiriert: „Dog Man Star“ von Suede.

Brett Anderson, Frontmann der englischen Gruppe Suede, hat jetzt in der englischen Tageszeitung The Observer bekannt, dass ihn Kate Bush dazu verführt hat, selbst Musik zu machen. Der Observer hat eine regelmäßige Kolumne „Soundtrack of my life“, in der Künstler Fragen zu ihren musikalischen Vorlieben beantworten. Eine der Sparten: man soll das Album benennen, das der Auslöser war, selbst ein Album einzuspielen.

Für den Suede-Sänger war das „Hounds of Love“ von Kate. „Ich liebe es, wie dieses Album einen verführt, als ob man ein williges Opfer wäre, eine der Ratten, die dem Rattenfänger folgen.“  „Dog Man Star“, das zweite Album der Gruppe Suede, wäre laut Anderson ohne Hounds of Love ein komplett anderes Album, weil es nur von ihm inspiriert sei.  „Platten, die es schaffen einen Hörer mit auf eine Reise zu nehmen, die ein echtes Gefühl für Raum schaffen und einen Klang, der besonders ist ­- das sind die Platten, die die Menschen lieben.“

Kate findet sich bei Brett Anderson übrigens in guter Gesellschaft: Bei anderen Fragen zog der Sänger Musikstücke von Rachmaninow, The Sex Pistols und The Smiths aus der Schublade.

Charity-Cover zum Frauentag

This Woman's Work

Zum Internationalen Frauentag am 8. März hat die englische Gruppe „Lady Maisery“ eine Folk-Version von Kate’s „This Woman’s Work“ veröffentlich. Den Song gibt es ab heute auf iTunes. Die Einnahmen aus dem Verkauf fließen der englischen Vereinigung „End Violence Against Women“  (www.endviolenceagainstwomen.org.uk) zu. Produziert wurde die Aufnahme von Andy Bell (Erasure). „Lady Maisery“ besteht aus den drei Sängerinnen Hannah James, Hazel Askew und Rowan Rheingans. Sie sehen sich in der Tradition der englischen und nordeuropäischen Folksänger und haben mit „Weave and Spin“ ein viel beachtetes Debütalbum veröffentlicht. Im Mai soll ihr zweites Album erscheinen, das auch „This Woman’s Work“ beinhalten wird. Auf der Internetseite des Trios www.ladymaisery.com kann man einen 30-Sekunden-Ausschnitt von TWW hören. In einem Statement zum Internationalen Frauentag scheiben die drei Sängerinnen, dass sie alle drei die Musik von Kate Bush schon immer geliebt haben. „Wir waren von der Art und Weise beeindruckt, wie dieser Song die Komplexität der Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau vor der Geburt ihres ersten Kindes zeigt, wie man einen möglichen Verlust bewältigt und der Song damit spielt, dies aus der Sicht eines Mannes zu betrachten. Das klingt nach einem sehr ungewöhnlichen Blickwinkel, und der Text von Kate zielt direkt ins Zentrum dieser sehr menschlichen Beziehung und stellt die komplizierten Geschlechterrollen und verschiedenen Emotionen treffend dar. Die Komplexität solcher Erfahrungen zu verstehen, ist ein wichtiger Teil der Arbeit in Richtung mehr Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen. Deshalb haben wir uns entschieden, diesen Song zum Internationalen Frauentag zu veröffentlichen.“

„Wir würden gerne in Deutschland spielen“

„Wir alle wissen, dass es nur eine Kate geben kann”, sagt Lisa Oliver. Trotzdem, oder vielleicht auch gerade deswegen, legt sie die Messlatte sehr hoch: „Bei einer Cloudbusting-Show erwartet den Besucher die Atmosphäre, der visuelle Ausdruck und die musikalische Qualität von Kate Bush, getreu live auf der Bühne nachgespielt.“ Lisa ist die Frontfrau der englischen Tribute-Band „Cloudbusting“, die sich im Frühjahr 2012 gegründet hat und derzeit mit ihrer ersten Show durch England tourt. Wer sich die Setlist der Gruppe anschaut, wird feststellen, dass etwa die Hälfte der bisher einstudierten Songs von den ersten beiden Katen-Alben stammen. Die passen zum einen perfekt zu Lisas‘ Stimme, es hat aber wohl auch damit zu tun, dass die Gruppe das entsprechende Original-Material studieren konnte, um den Sound originalgetreu auf die Bühne zu bringen. Allerdings gehen „Cloudbusting“ einen deutlichen Schritt weiter. Sie wissen, dass ein Konzert heute ohne die Hits von „Hounds of love“ nur schwer vorstellbar ist, haben zudem mindestens einen Song von jedem weiteren Album im Programm – bis hin zu „Nocturn“ von „Aerial“ oder „Wild Man“ von „50wfs“. Lisa: „Wir mussten einigen der Songs unsere eigene Behandlung angedeihen lassen, weil die schiere Menge von Layers, Vocals, Overdubs und der Instrumentation jenseits dessen gewesen wäre, was wir mit einer fünfköpfigen Gruppe nachspielen können.“ Und das gilt erst recht für die Songs nach 1979, die Kate nie live gespielt hat. Hier müssen sich Lisa und die Band das Live-Feeling der Songs selbst erarbeiten.

Cloudbusting Tribute

Lisa von Cloudbusting bei einem Auftritt im Februar.

Dass sie das sehr einfühlsam hinbekommen, zeigen nicht nur ihre Live-Versionen von „Army Dreamers“ oder „Nocturne“ – da befällt einen auch schon mal unvermittelt eine Gänsehaut. Zu „Army Dreamers“ gibt es dann noch eine besondere Geschichte. „Es ist eine Sache, wenn richtige Hardcore-Fans dir sagen, dass sie es mögen, was man tut. Aber das ganze wird noch mal auf einen anderen Level gehoben, wenn man jemanden wie Kates’ langjährigen Bass-Spieler Del Palmer dazu bekommt zu sagen, dass von allen Stimmen, die er bisher gehört hat, meine Kate am nächsten kommt. Er hatte wirklich Probleme herauszufinden, ob unsere Version von Army Dreamers das Original war.”

Die Idee zur Tribute-Band hatte Lisa übrigens eines abends zu Hause, als sie mit ihrem Mann paar Songs von Kate gehört hat. „Ich drehte mich zu ihm um und fragte ihn, was er davon halten würde, eine Tribute-Band zu gründen“, erzählt Lisa. „Ich habe vorher schon etwa ein Jahr in einer Band gesungen, nur so zum Spaß. In unserer Show stand damals schon Army Deamers auf dem Programm.“ Und weil sie schon immer die Songs von Kate seit den Wuthering Heights-Zeiten mitgesungen hatte, kannte sie auch die Songtexte in- und auswendig. „Unseren exzellenten Gitarristen John kannte ich schon, also habe ich in Anzeigen nach anderen Musikern gesucht.“ Gemeldet hat sich dann Michael, der Keyboarder, „ein Glücksgriff“, wie Lisa findet. Mit einem neuen Drummer und Bass-Spieler ist die Band inzwischen komplett. Wie schon gesagt: Lisa ist sich bewusst, dass nur Kate wie Kate klingt. „Aber ich wollte das auch machen, weil es doch eine Schande ist, dass man diese wundervolle Musik nicht live genießen kann. Musik, Tanz und Theater beinhalten so eine wundervolle Kraft, wenn sie live aufgeführt werden. Gerade Kate war ein Pionier in Sachen Musik, speziell mit Blick auf die weiblichen Musiker. Es gab niemanden wie sie vor ihrer Zeit, sie war plötzlich einfach da und ich dachte, dass es langsam Zeit wird, das zu würdigen.“

Neun Konzerte stehen in England bis Juli noch für die Band an, zusätzlich zwei Festival-Auftritte im August. Konzerte in Deutschland sind nicht ausgeschlossen. Ganz im Gegenteil: „Wir würden gerne in Deutschland spielen“, verrät Lisa. Dafür haben sie sich jetzt mit einem niederländischen Promoter zusammengetan, der Auftritte außerhalb von England organisieren will. Wir alle wissen zwar, dass es nur eine Kate gibt, die wir gerne wieder auf der Bühne sehen wollen, aber bis das passiert, gibt es nicht besseres, als zu einem Cloudbusting-Gig zu gehen. Wer mehr über Cloudbusting erfahren möchte: www.cloudbustingkatebushtribute.com

Mehr als 1000 Worte

 

The Sensual World

© bushygifs – mit freundlicher Genehmigung

Weil ein Bild mehr als 1000 Worte aussagt, gibt es auf bushygifs.tumblr.com nun, nicht 1000 Bilder von Kate, aber unglaublich viele animierte Sequenzen. Hinter bushygifs steckt Alice, sie ist 19 und studiert in London Film. Für ihre gifs bedient sie sich bei Kates Videos, schneidet sie aus Interview-Szenen aus oder montiert einfach Bilder von Fotoshootings. Kate-süchtig ist sie, seit sie elf Jahre alt ist – da hat sie den Wuthering-Heights-Auftritt im Fernsehen gesehen und danach ihr ganzes Taschengeld für Kates Alben ausgegeben. Besonders schön sind vier unterschiedlich animierte Bilder aus „Eat the music“. Wer auf ihrer Seite wider erwarten kein passendes animiertes gif finden sollte, für den hat sie noch einen besonderen Service parat: sie bastelt auch das persönliche Wunsch-gif.

Gabriel singt wie Kate

HilotronsEin neues Album hat die kanadische Band „Hilotron“ Anfang Februar veröffentlicht. „At Least There‘s Commotion“ heißt das Album, für das die Gruppe um Sänger und Songwriter Michael Dubue den Song „Emergency“ von Geoffrey Pye gecovert hat. Dubue hat den Ursprungssong auf die Grundmelodie reduziert, Synthesizer und Mellotron drübergelegt, Drum Beats zugefügt, dazu noch eher schrammelnde Gitarrenklänge. „Dann habe ich versucht das Lied zu singen – nur um zu entdecken, dass meine Stimme nicht zu dem Arrangement passt. Also habe ich die Sängerin Sacha Gabriel aus Ottawa engagiert“, berichtet Dubue auf der Seite der Plattenfirma über die Entstehung des Songs. Und weiter: „Das Ergebnis ist eine deutliche Anspielung auf Kate Bush.“ Und so kommt es, dass Gabriel, allerdings in diesem Fall Sacha und nicht Peter, wie Kate Bush klingt, oder klingen soll. Die Band Hilotrons ist in Europa noch eher unbekannt. In ihrer Heimat gelten sie als eine der besten Live Acts. Zu ihren musikalischen Vorbildern gehören neben den Talkings Heads – wen wundert’s – Peter Gabriel und Kate Bush.

TKI-Jubiläum: Ein Novum in der Pop-Welt

The KIck InsideVor 35 Jahren hat eine kleine, schüchterne junge Dame ein riesiges Ausrufungszeichen in die Musikwelt gesetzt. Und mit „The Kick Inside“ das Auditorium polarisiert. Aber egal ob totale Ablehnung, orientierungslose Verwunderung oder frenetische Begeisterung: keiner kam an Kate Bush vorbei. Der Aufmerksamkeitspegel war „over in the red“. Schon mit der Single „Wuthering Heights“ hat sie sich als absolutes Novum in der Pop-Welt angekündigt. Und mit der Durchsetzung gerade dieses Songs als erste Single gegen die Vorstellungen der EMI den „David gegen Goliath“-Konflikt für sich entschieden. Es wird nicht ihr letzter Triumph über das Business sein. In künstlerischen Dingen wird sie sich in Zukunft immer mehr Selbstbestimmung verschaffen, bis zur totalen Kontrolle jedes auch noch so kleinen Details. Bei „The Kick Inside“ hat die Produktion noch Andrew Powell allein übernommen und auch bei den Arrangements die Credits bekommen. Dennoch: „The Kick Inside“ ist wohl an keiner Stelle überproduziert und die meisten Songs sind sehr nahe an den Demo-Versionen. In ihren Kompositionen hat sie schon auf dem Debüt-Album gezeigt, zu welcher Vielfalt sie fähig ist. Von der Ballade am Piano über Prog-Rock, Reggae & Ska, Dub-Sounds, Südseeklängen, Walgesängen bis zu jazzigen Elementen spreizt sich schon hier der Klangfächer der Bush. Und die erkennbare Vorliebe für Streicher-Arrangements wird noch über die nächsten Alben anhalten.
Textlich ist Kate weit entfernt von Teenage-Boy-Meets-Girl-Plattitüden. Da wird eine Lanze gebrochen für die Frauen als Quell des Lebens, eine besonders innige aber auch inzestöse Geschwisterliebe besungen, die weibliche Biologie thematisiert. Das Erwachsenwerden, sich entwickeln unter dem Einfluss prägender Menschen, Verführung und ein für die damalige Zeit ziemlich offener Umgang mit Sex. Und hey, einige der Stücke hat sie schon im zarten Alter von etwa 13 Jahren am Piano auf dem Familienanwesen geschrieben.
All das und natürlich die Einzigartigkeit Ihrer Stimme, die künstlerische Exzentrik, die in so starkem Gegensatz zur schüchternen Zurückhaltung der Person Kate steht, lässt die Platte in Europa, Japan und Australien in den Charts rotieren. Einzig die USA haben Kate erst mit ihrem vierten Album für sich entdeckt.
Mit „The Kick Inside“ hat Kate Bush eine unauslöschbare Spur in der Musikwelt hinterlassen und war Inspiration für viele Musikerinnen.

Thomas Stämmler

TKI-Jubiläum: Der geheime Garten

The Kick InsideGenau heute vor 35 Jahren ist „The Kick Inside“, das erste Album von Kate Bush, veröffentlicht worden. Gedanken zum Album von Beate Meiswinkel.

Mit ihrer Debut-Single „Wuthering Heights“ gelang Kate Bush ein Überraschungserfolg, der von einem ersten Platz in den englischen Single-Charts gekrönt wurde. Die Öffentlichkeit hob interessiert den Kopf: Wer war die attraktive junge Dame, die mit der Vertonung des Emily Brontë Klassikers für Aufsehen sorgte, die mit ihrer unerhörten Stimme, ihren grazilen Bewegungen und einer Mimik, die ihresgleichen suchte, vollkommen aus dem Rahmen fiel? Nein, jemanden wie Kate Bush hatte man noch nicht gesehen oder gehört, und die Erwartungen an ein erstes Album waren hoch. Als „The Kick Inside“ am 17. Februar 1978 erschien, kann man sich rückwirkend nur ungefähr vorstel­len, was das Publikum damals erwartet hatte – sicherlich jedoch nicht die Einladung in jenen geheimen Garten einer Künstlerin, die damals noch weit mehr das Mädchen Cathy als der international anerkannte Popstar Kate Bush war. Wer die anrührenden Fotografien ihres Bruders John Carder Bush kennt, bekommt eine Vorstellung von der familiären Geborgenheit, in der dieser Garten angelegt wurde. Schüchtern bittet die inzwischen erblühte Kate ihre Zuhörer herein, um bei einer Tasse Tee gemeinsam über Gott und die Welt zu philosophieren. Und mit dem unverbrämten Idealismus der Jugend, den die Glücklichsten von uns sich zeitlebens bewahren, sind in Cathys Musik und Poesie vertrauliche, ja intime Dialoge möglich, wie sie nur zwischen sehr engen Freunden in einem geschützten Raum entstehen können. Hier kann alles benannt und thematisiert werden, was wirklich zählt. Dinge, die man im späteren Leben durch Desillusionierung, Werteverschiebung, Kompromisse-Eingehen, Mutlosigkeit, der Jagd nach immer mehr, Erfolgsdruck, Zeitmangel und andere moderne Untugenden so leicht aus den Augen verliert, während einen die innere Sehnsucht danach zerreißt. Vielleicht tut es deshalb ab und zu ganz gut, einmal zurückzublicken – 35 Jahre in die Vergangenheit. Zurück in die eigene Kindheit und Jugend, und zurück zu den Anfängen einer inzwischen ebenfalls viel abgeklärteren Künstlerin, die ihr Leben wahrscheinlich auch nicht frei von persönlichen Abstrichen führen kann. In unseren Anfängen war einfach vieles anders. Wir haben uns weiterentwickelt, und darauf dürfen wir stolz sein. Doch ein Blick zurück in die Tage der Unschuld, vielleicht über die ebenso kompromisslos idealistischen Köpfe unserer eigenen Kinder hinweg, kann das innere Schatzkästlein unserer Seele öffnen.

Wie kann jemand die Stimme von Kate Bush nicht erkennen?

Hilary Robinson

Bild mit freundlicher Genehmigung von Hilary Robinson.

Wenn in der englischen Quiz-Sendung „University Challenge“ auf BBC II Teams verschiedener Unis gegeneinander antreten, dann ist neben Schnelligkeit auch Wissen gefragt. Beim Wissen kann man dann leider auch schon mal versagen. So geschehen in einer der letzten Sendungen, als ein Team die Stimme von Kate Bush nicht erkannt hat. Das wiederum hat Hilary Robinson (Foto) in Rage gebracht. In einem Blog-Beitrag der englischen Ausgabe der „Huffington Post” fragt sie, wie es sein kann, dass ein Engländer die Stimme von Kate Bush nicht erkennt. Und Hilary Robinson ist nicht irgendwer. Die 52-jährige Schriftstellerin hat in England nahezu 50 Kinderbücher veröffentlicht, arbeitet zudem als Journalistin und Radioproduzentin. Die Fernsehshow sei eine Plattform für „den höchsten akademischen Intellekt im Land“ schreibt sie und wundert sich, dass Studenten zwar einen amerikanischen Experten in analytischer Philosophie benennen können, aber dann daran scheitern, „die charakteristischen Töne einer der berühmtesten Künstlerin unser Zeit“ zu erkennen. Und die Kinderbuchautorin schreibt sich gar richtig in Rage: „Wie können die besten Studenten sich mit der Komplexität der Quanten-Physik befassen und gegenüber einigen der brillantesten Beiträge zur zeitgenössischen Kultur so ignorant oder unwissend sein? Wie kann jemand die Stimme von Kate Bush nicht erkennen?“, fragt sie irritiert und kommt zu einem naheliegenden Ergebnis: Intelligenz könne man nicht nur mit abfragbarem Wissen aus Quizshows messen, sondern habe eben auch etwas mit kognitiven Fähigkeiten zu tun. Wer könnte das besser beurteilen, als eine Schriftstellerin, die für Kinder Bücher schreibt!

Die Musik als Kulisse des Lebens

Kate Bush„Ich genieße Kunst in allen Erscheinungsformen”, sagt Grant Wilson. Grant lebt und arbeitet in Edinburgh und hat sich die Malerei selbst erschlossen, hauptsächlich durch Bücher. „Ich war schon mein ganzes Leben an Kunst interessiert, von Comics bis zu den Werken von Picasso, die ich als kleiner Junge in einem Lexikon für Kinder entdeckt habe.“ Mit dem Zeichnen hat Grant so richtig aber erst im Jahr 2006 angefangen, ganz simpel mit einem Blatt Papier und Bleistift. Grant studierte in Edinburgh Kunst mit den Schwerpunkten Zeichnen, Malen und Animation. Per Fernunterricht hat er zudem am Londoner College of Art ein Diplom im Bereich Cartoons abgelegt. Seit etwa einem dreiviertel Jahr entstehen viele seiner Werke auf einem Grafik-Tablet. Darunter auch Cartoons, die er in Edinburgher Zeitungen wie „The Currie“ und „Balerno News“ regelmäßig veröffentlicht. „Cartoons sind eine nette Form der Entspannung und eine Abwechslung vom Kate BushVersuch, mehr ernsthafte Arbeit zu produzieren“, betont Grant, in dessen Bildern auch immer wieder Kate Bush eine Rolle spielt. Zwar ist Grant erst 40 Jahre alt, aber trotzdem hat er sie schon 1978 mit Wuthering Heights wahrgenommen. „Ich habe Kate’s Musik immer geliebt.“ Sein Lieblingsalbum ist The Sensual World, gefolgt von Hounds of Love und The Kick Inside. Seine Zeichnungen von Kate sieht er als „Hommage an eine große Künstlerin“. Sie fallen größtenteils in eine Zeit, in der er von raren Vinyl-Scheiben bis zu Biographien alles von Kate gesammelt hat.  „Ich kann nicht wirklich erklären, warum Kate Bush eine so große Rolle in Kate Bushmeiner Kunst spielt. Wie bei vielen anderen Menschen auch, spielt bei mir die emotionale Stärke ihrer Musik eine Rolle. Das hat mir auch geholfen, durch eine Reihe von prägenden Erfahrungen zu gehen – mit der Musik als Kulisse! Und mich spricht die Langlebigkeit ihrer Musik an, Kate Bushgerade im Vergleich zu der eher einfach strukturierten Art moderner Songs. Und die Bandbreite der Songs von Under the Ivy bis zu Babooshka ist ein weiterer Faktor, der mich beeindruckt. Und am Ende bleibt immer: Kate ist einfach eine nette Person!“ Genau das versucht er auch in seinen Bildern zu vermitteln. Wer auf Grant‘s Seiten unterwegs ist, um sich seine Bilder anzuschauen, wird übrigens noch eine spannende Entdeckung machen: Grant ist Fantasy-Fan und für viele seiner Werke lässt er sich von viktorianischen Geister- und Horrorgeschichten inspirieren, die er sammelt und für die übrigens auch Kate ein Faible hat. Wer sich die Bilder genau anschaut, wird feststellen, dass in vielen Fällen die Gesichtszüge der abgebildeten „Geister“ sehr vertraut wirken…

Mehr Bilder von Grand Wilson gibt es hier. (Alle Bilder mit freundlicher Genehmigung von Grant Wilson.)

Nemo findet Kate

In den USA fegt derzeit der Wintersturm Nemo über die Ostküste hinweg. Für Boston haben Meteorologen bis zu einem Meter (!) Neuschnee prognostiziert. Kein Wunder, dass die Behörden die Menschen warnen, auf keinen Fall das Haus zu verlassen. Aber was macht man dann in den eigenen vier Wänden, während draußen der Sturm tobt? Musik hören! Zumindest so lange man noch Strom hat. Das empfehlen jedenfalls gleich mehrere Zeitungen und Internetportale, die ihren Lesern auch gleich die passende winterliche Schneemusik rausgesucht haben. Ganz oben auf der Liste: Kate’s Album „50 Words for Snow“. So hat zum Beispiel das Team von „Soundcheck“ ein „Snow Day Mixtape“ online gestellt – „Songs, inspiriert von Kälte und Schneestürmen“. Da findet sich dann „Blizzard of ‘77“ von „Nada Surf“ neben „Ice Age“ von David Byrne. Der ultimative Tipp von „Soundcheck“ ist aber dieser:  „Kate Bush’s Album ‘50 Words For Snow’ kann das perfekte Album für Sie sein, um durch einen Schneesturm zu kommen.“ Das sieht man auch in New Jersey so, wo mehrere Tageszeitungen auf einer gemeinsamen Internetplattform eine „Blizzard Playlist“ mit „Songs for a white weekend“ veröffentlicht haben. Als Song, der perfekt passt aber nicht so sehr für die Kinder geeignet sei, wird da „Misty“ empfohlen. „Kate Bush schenkt uns heiße Schneemann-Beziehungen”, heißt es weiter, was die amerikanische Schneemann-Version „Frosty“ durchaus irritieren könne. Mal sehen, ob „50wfs“ nach dem Sturm wieder in die amerikanischen Charts einsteigt.

Heathcliff, it’s me, Cathy…

Genau 35 Jahre ist es heute her, dass Kate ihren ersten Fernseh-Auftritt überhaupt absolvierte. Sie war in der ersten Ausgabe von Alfred Bioleks neuer Sendung „Bio’s Bahnhof“ zu Gast. Im Dezember 2011 hat Joachim Hentschel für den „Rolling Stone“ Biolek befragt, wie es damals zu dem Engagement kam: „Ich hatte mich damals bei diversen Plattenfirmen umgehört, welche Künstler sich für meine neue Show eignen könnten. Eines Tages saß ich bei der EMI in London, alle möglichen Namen wurden genannt – und plötzlich fiel mir ein Lied auf, das leise über die Bürolautsprecher lief. Ich unterbrach das Gespräch, hörte zu. Und war begeistert! ‚Wer ist das?‘ fragte ich, die sagten: ‚Eine ganz neue Künstlerin, sie fängt gerade erst an.‘ Und ich dachte mir, die könnten wir doch einladen.“ Laut Biolek reiste Kate samt Band damals schon zwei Tage früher in Köln an. „Sie und ihr Manager waren sogar bei mir zu Hause, ich habe für sie gekocht“, erinnert er sich. Im Interview, das Biolek mit Kate nach ihren Songs führte, fiel dann auch der legendäre Satz, den eine sichtlich schüchterne Kate auf deutsch nachsprechen sollte und sich dabei natürlich verhaspelte: „Vergessen Sie nicht, den Anfang habe ich im Depot der Köln-Frechen-Benzelrather Eisenbahn gemacht!“

EMI-Chefin Andria Vidler über Kate

In einem Porträt der englischen Zeitung „The Independent“ (3. Februar) hat sich EMI-Chefin Andria Vidler recht positiv über die Zukunft des angekratzten Platten-Labels EMI geäußert. Ihr Ziel: sich um wenige, gute Musiker intensiv zu kümmern und dabei mehr aufs Renommee als auf Chartplatzierungen zu achten. Autor Adam Sherwin spricht in dem Artikel auch zwei Mal Kate Bush an. Zu Vidlers Triumphen, schreibt er, gehörten die Verhandlungen über eine Wiederverpflichtung von Kate Bush – während andere Künstler vor 2009, als Vidler Chefin von EMI UK und Irland wurde, abgesprungen sind. Und er stellt die Frage, ob Kate Bush nach 30 Jahren zu einer Rückkehr auf die Bühne überredet werden könnte. Die Antwort von Andria Vidler: „Sie könnte. Es wäre schön, aber Kate wird tun, was sie tun will. Je mehr Menschen sie um etwas bitten, desto mehr wird sie dazu neigen, sich zurückzuziehen.“

Kate-Cover aus Singapur

Cover This Woman's Work

Frisch auf dem Markt ist das Erstlingswerk der Band „Octover“. Sieben Stücke hat das Duo Jason Tan und Vanessa Fernandez aufgenommen, darunter eine bezaubernde Version von Kate’s „This Woman’s Work“. Tan und Fernandez stammen aus Singapur und tummeln sich eher im Bereich der elektronischen Musik. Bei kommerziellen Produktionen sind sie sich schon ein paar Mal über den Weg gelaufen, zumal sie beide in Singapurs Musik-Scene nicht ganz unbekannt sind. Auf ihrer ersten CD sind einige Perlen zu finden, zum Beispiel die Songs „Trois“ und „Time“. Ihre Version von „This Woman’s Work“ klingt sehr einfühlsam und begeistert vor allem durch die tolle Stimme von Sängerin Vanessa Fernandez. Die 30-Jährige hat sich auf dem asiatische Markt schon in so ziemlich allen musikalischen Genres getummelt, von Rhythm & Blues über Jazz, Pop bis zu HipHop. Unter dem Künstlernamen Miss Vandetta war sie Frontfrau der Gruppen „Urban Xchange“ und „Parking Lot Pimp“.
This Woman’s Work by Octover

Die DNA von „Don’t give up“

Don't give up25 Jahre ist Peter Gabriels legendäres Album „So“ jüngst alt geworden und um das zu feiern, hat Gabriel in seinem Fundus gewühlt und mit „So DNA“ eine CD veröffentlicht, auf der er den Entstehungsprozess der einzelnen Songs dokumentiert. Darunter natürlich auch der oft Kate Bush zugeschriebene Song „Don’t give up“. Der taucht in einem Box-Set auch noch auf Vinyl als „Alt Version Piano and Bvox-Mix“ auf. Parallel dazu hat Gabriel die App „Music Tiles“ auf den Markt gebracht, mit der man die Songs von „So“ auf dem iPhone oder Tablet remixen kann. Zudem kann man von jedem Song – also auch von „Don’t give up“ – drei neue Versionen erwerben, mit denen man dann experimentieren kann. Live hat Gabriel „Don’t give up“ nur ein einziges Mal zusammen mit Kate Bush gesungen: Bei einem Konzert in London am 28. Juni 1987 – Kate trat als Überraschungsgast auf. Leider gibt es davon nur ein Bootleg in nicht wirklich guter Qualität. Es ist dennoch beeindruckend, wie die Konzertbesucher auf Kate’s Auftritt reagieren. Die nächste Chance für eine gemeinsame Live-Version des Duetts von Kate und Peter gibt es am 21. und 22. Oktober 2013 – dann ist Gabriel mit seiner „Back to the front“-Tour zu zwei Konzerten in London und spielt die Songs von „So“. Die Termine in Deutschland: 11.10. Leipzig; 13.10. Stuttgart; 16.10. Düsseldorf; 18.10. Hamburg und 19.10. Berlin.