Das Song-ABC: Leave It Open

Mit dem Album „The Dreaming“ erreichte Kate Bush endlich die Freiheit, die sie für die Gestaltung ihrer Musik benötigte. Das Album ist von dem Entzücken darüber geprägt, es ist eine Welt der Experimente. In den Songs ist die Freude über die Freiheit zu spüren. Es ist klar, dass so etwas über die Grenzen dessen hinausgeht, was gemeinhin als Popsong gilt. „Leave it open“ ist ein Paradebeispiel für so einen Song, der die  Grenze zum Bereich des „Ist sie nun völlig verrückt geworden?“ verschoben hat.
Worum es geht, hat Kate Bush selbst in einem Artikel an ihre Fans im Kate Bush Club beschrieben ([1], meine Übersetzung): „Wie Tassen werden wir mit Gefühlen, Emotionen gefüllt und geleert – Gefäße, die einatmen, ausatmen. In diesem Song geht es darum, zur richtigen Zeit offen und verschlossen für Reize zu sein. Oft haben wir einen geschlossenen Geist und einen offenen Mund, wenn wir vielleicht einen offenen Geist und einen geschlossenen Mund haben sollten.“
Umgesetzt ist dies mit geradezu überbordender Fantasie unter Nutzung vielfältiger Stilmittel. Mit einem pochenden, markanten Marsch-Rhythmus beginnt es – wie bei einer Pophymne von Genesis oder Queen. Aber dann setzt die Hauptstimme ein, sie klingt ganz verzerrt, fast unheimlich. Das ist nun kein Pop mehr, die Erwartungen werden sofort gebrochen. Ganz hohe Einwürfe einer Stimme kommen dazu („But now I’ve started learning how“), es klingt wie von fern, mit Hall. Ist das die Stimme des lernenden Kindes? Mit „Harm is in uns“ startet der Refrain. Diese Zeilen beginnen mit einem aufsteigenden Glissandi, der die Melodie (wenn man hier überhaupt von Melodie sprechen kann) noch weiter verzerrt. Als vierte Stimme kommt im Refrain ein männlicher Chor dazu: „Harm is in us but power to arm“. Für meinen Geschmack kommt ein bisschen viel „Harm is in us“ im zweiten Refrain vor. Der Schluss des zweiten Harm-Refrains geht in eine fast orgiastische Steigerung über, die den Rhythmus der Pophymne des Beginns wieder aufnimmt. Die Eselsschreie aus „Get out of my house“ mischen sich darunter, nun ist die Verrücktheit (weirdness) endgültig im Song angekommen. Verzerrt erklingt das „We let the weirdness in“, ganz zum Schluss im ruhigen Ausklang versinkt der Song in Passagen, die wie rückwärts gesungen klingen. Die erste Strophe endet mit „keep it shut“ – sie steht für die Verschlossenheit. Die zweite Strophe endet mit „leave it open“ – sie steht für die Offenheit. Diese Offenheit gibt dem Song auch seinen Namen. Der Schwerpunkt ist damit klar, Offenheit sollte das Grundprinzip sein, aber es gibt eben auch Ausnahmen.
Kate Bush erläutert in [1], wie sich der Song im Verlauf der Zeit veränderte. Es war die erste Demo, die aufgenommen wurde. Das Ziel war es, dem Song ein orientalisches Flair und eine unverwechselbare Stimmung zu verleihen, dabei wurden noch wenige Effekte benutzt. (Es wäre sehr interessant, einmal diese erste Demo zu hören!) Es wurde dann klar, dass jeder der einzelnen Gesangsteile einen individuellen Klang besitzen musste, da ja jeder einen individuellen Charakter darstellt. Die Vocals sollten klar unterscheidbar gemacht werden, insbesondere weil sie meist von einer Stimme – der von Kate Bush – gesungen wurden. Kate Bush fasst das in [1] dann nüchtern zusammen: „To help the separation we used the effects we had. When we mastered the track, a lot more electronic effects and different kinds of echoes were used, helping to place the vocals and give a greater sense of perspective.“
Der Song ist bei allen Klangexperimenten doch ganz klassisch in einem strengen 4/4-Takt gehalten (eben wie eine Pophymne), die Tonart ist ein g-Moll [2]. Es geht um Erfahrungen, um schmerzhafte Welterkenntnis. Folgerichtig ist damit gemäß Beckh [3] die Verwendung von g-Moll, der seelisch-ernsten Tonart, die tragischen Schicksalsernst ebenso ausdrückt wie Furcht und Bangen und manchmal eine gewisse Hoffnungslosigkeit. Es ist die Mozart-Tonart für das Schmerzlich-Verklärte. „Ach ich fühl‘s, es ist verschwunden, ewig hin der Liebe Glück“ singt in dieser Tonart Pamina in der Zauberflöte [3].
Der Schluss des Songs enthält wirklich einen rückwärts gesungenen Text. Kate Bush fand es faszinierend, wie Menschen immer wieder versuchen, solche verborgenen Späße zu entdecken, selbst wenn sie nicht vorhanden sind [4]. Hier aber ist so etwas vorhanden, wie Kate Bush selbst zugibt [4]: „I think there are only about three or four people who actually know what has been said there. I really like that, though–the idea of all these people sitting and listening over and over to the ending and wondering what’s being said. It’s lovely, like a game.“ Offenbar war das nichts ganz Unerwartetes, wie Brian Bath, einer ihrer ersten Mitstreiter und Teil der ersten Band, dazu feststellte [5]: „Kate hat immer versucht, rückwärts singen zu können. […] Ich glaube, das macht sie immer noch! Solche Sachen hat sie schon immer gern ausprobiert.“
Ich kann beim besten Willen diesen Rückwärtstext nicht identifizieren. Andere waren da offenbar besser, die Mehrheitsmeinung tendiert zu „they said they were buried here“ [7].

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„Leave it open“ ist ein gewagtes Experiment, das über die Grenzen des Erwarteten geht. Man kann lange darüber streiten, ob der Komponistin hier die Pferde doch zu heftig durchgegangen sind. Ron Moy [6] formuliert ein Fazit, dem ich mich anschließen kann (zitiert in meiner Übersetzung): „Dieses Zeug ist ziemlich beunruhigend – zweifellos mutig – aber das allein sollte nicht als Qualitätsgarant angesehen werden.  Andere experimentelle Tracks der Künstlerin werden in Bezug auf die Gesamtalben besser funktionieren, insbesondere, wenn sie […] in einen konzeptionelleren Rahmen passen, anstatt als Songs allein zu stehen.“
Das ist ein Kritikpunkt, den ich zugestehe. Das Experiment steht hier für sich allein, ist nicht in den Kontext eines Konzepts eingebunden. Aber die Experimente machen für mich Sinn bei der Umsetzung des Themas. Es geht um das sich Öffnen und das sich Verschließen gegen die von außen auf eine Person einprasselnden Einflüsse. Wie geht eine Musikerin damit um? In „Leave it open“ ist es zu sehen. Eigentlich möchte die Künstlerin eine Pophymne schreiben, aber eine Vielzahl von verzerrten Stimmen hindert sie daran. Merkwürdige, unheimliche, geisterhafte Stimmen kämpfen im Song um die Übermacht. Kann die Künstlerin, kann der Song sich wehren? Ja, die Hymne triumphiert, aber „We let the weirdness in“. Hymnen sind eben nicht die naive Natur der Künstlerin, sie muss experimentieren, das Verrückte und das Unheimliche zulassen. Und das gelingt in diesem Song exemplarisch.
Das Schlusswort möchte ich Kate Bush selbst überlassen, die an uns appelliert, offen an diesen Song (und an alle ihre Songs) heranzugehen [4]: „It means a lot to me if people are interpreting the music in the way that I originally wanted it to be done. But, I do feel that music is a bit like a painting, in that when you buy a painting, it’s because you like it. And what is important is your interpretation of what it means. That’s why it means so much to you. I think that applies to records as well.“ © Achim/aHAJ

[1] Kate Bush: About the Dreaming. KBC Ausgabe 12. Oktober 1982.
[2] „Kate Bush Complete”. EMI Music Publishing / International Music Publications. London. 1987.  S.117f
[3] Hermann Beckh: Die Sprache der Tonart in der Musik von Bach bis Bruckner. Verlag Urachhaus. Stuttgart 1999.  S.248ff und S.255ff
[4] Interview mit John Reimers. Voc’l. 1983.
[5] Graeme Thomson: Kate Bush – Under the Ivy. Bosworth Music GmbH. 2013. S.61
[6] Ron Moy: Kate Bush and Hounds of Love. Aldershot. Ashgate Publishing Limited. 2007. S.30
[7] https://www.carookee.de/forum/Kate-Bush/77/Leave_It_Open.8369640.0.01105.html (gelesen 12.07.2019)

Neue Maxi-Vinyl für Frankreich

Nach der Cloudbusting 12″ Picture-Vinyl im Mai erscheint am 3. September eine neue 12″-Vinyl von Kate Bush: Ne T’Enfuis Pas/Un Baiser D’Enfant, beide Songs in der remasterten Version. Die Platte ist für 11 Euro bisher nur in Frankreich bei FNAC vorbestellbar. Im Original wurde die Single im Juli 1983 veröffentlicht. Für das Cover wurde das Originbalfoto verwendet, die Schrifttype wurde den Remaster-Veröffentlichungen angepasst. Die Single soll in einer limitierten Auflage erscheinen, von einer Picture-Vinyl ist nicht die Rede. Unkar ist noch, ob sie in weiteren (evt. auch nur französischsprachigen) Ländern veröffentlicht wird.

Neu in der Sammlung: Promo-Sampler von 2005

Wenn man im Urlaub Zeit hat, fängt man an zu stöbern. Den Kate-Sampler von 2005 wollte ich gefühlt schon Ewigkeiten haben, immerhin kündigte er 2005 etwas Besonderes an: die Rückkehr von Kate nach zwölf Jahren musikalischer Pause – und das mit dem beeindruckendem Doppelalbum Aerial. Und weil’s dann eben zwölf Jahre her war, dass Kate mit The Red Shoes zum letzten Mal ein Album in den Charts hatte, veröffentlichte EMI einen limitierten Promo-Sampler mit neun Songs, um Kate bei Journalisten und Medien wieder in Erinnerung zu rufen und gleichzeitig das neue Album anzukündigen. Zum Auftakt der CD gibt es Lily, gefolgt von The Man With The Child In His Eyes, Army Dreamers, Moments Of Pleasure, This Woman’s Work, Hounds Of Love, Song Of Solomon, Running Up That Hill, Top Of The City. Eine interessante Songauswahl, zumal Wuthering Heights außen vor gelassen wurde, von The Dreaming kein einziges Lied enthalten ist und mit Eat The Music der passende Song zum Cover fehlt. 2000 Stück sollen 2005 von dem Sampler von EMI UK produziert worden sein; ausgewählte Mitglieder des KB-Fanclubs erhielten ihn Ende 2005 als Weihnachtsgeschenk. Ob er über England hinaus von EMI verteilt wurde, ist unklar. Mit ein bisschen Glück konnte ich den Sampler für sieben Dollar von einem Sammler in Dänemark ergattern.

„Der Tod ist nichts gegen die Liebe“

Renate Obermaier

Wenn die Jazz-Formation „Hounds of Belfort“ um Dieter Schroeder (Schlagzeug), Jan Fitschen (Gitarre) und Sängerin Bella Nugent ab und an das komplette Hound of Love-Album von Kate präsentiert, genehmigen sie sich auch schon mal einen Abstecher in die frühen Jahre von Kate Bush und servieren dem Publikum eine besonders luxuriöse Version von „Wuthering Heights“. In Zusammenarbeit mit der Schauspielerin Renate Obermaier ist eine Musik/Textcollage entstanden, die durch den besonderen Vortrag von Obermaier zum Leben der Brontë-Schwestern informativ und gleichsam beeindruckend ist – und das kombiniert mit dem wundervollen Gesang von Bella Nugent. Nichts könnte besser zum heutigen „Most Wuthering Heights Day Ever“ passen, als diese Collage – mit freundlicher Genehmigung von Renate Obermaier und „Hounds of Belfort“.

Ich möchte wirklich wissen, was du ganze Tage hier draußen treibst. Sie hält das Moor fürs Universum und den Himmel fürs Paradies.

Out on the wiley, windy moors
We’d roll and fall in green

Da lebt man den lieben langen Tag nebeneinander her, man glaubt, kein Geheimnis bliebe einem verborgen und dann so etwas.

You had a temper like my jealousy
Too hot, too greedy

Heathcliff und Cathy, Cathy und Heathcliff, das Findelkind und die Bürgerstochter — Wir woben ein Netz in der Kinderzeit/ Ein Netz aus sonnigem Schein/ Eine Kindheitsquelle gruben wir/ Ein Wasser klar und rein —-. Ein Rauhbein ist dieser Heathcliff, ein Unhold, ein Ausgestoßener, der sich für sein Ausgestoßensein lebenslang rächt, und nicht nur mit Worten, aber er liebt seine Cathy, weit über den Tod hinaus; 18 Jahre nach ihrem Tod lässt er ihr Grab wieder öffnen; er besticht den Totengräber, ihren Sarg an der linken Seite zu öffnen, denn er wolle an ihrer rechten Seite begraben sein, und wenn seine Sarg an der rechten Seite offen bliebe, und ihr Sarg an der linken, könnten sie jederzeit zueinander.
„Der Tod ist nichts, gar nichts gegen die Liebe“, steht in goldenen Lettern über dem Grab von Fritz Walter und seiner geliebten Frau Italia. Emiliy Brontë macht aus diesem Satz einen ganzen Roman: ihre 1847 erschienenen „Wuthering Heights“.

How could you leave me
When I needed to possess you?
I hated you, I loved you, tooBad dreams in the night
They told me I was going to lose the fight
Leave behind my wuthering, wuthering

„Jeden Abend um neun Uhr, wenn „dear papa“ nach oben und zu Bett gegangen war, legten sie die Näharbeiten beiseite und nahmen ihre Wanderung wieder auf: fünf Schritte vom Sofa zum Fenster, um den Tisch und zurück. Emily, den Arm um Anne gelegt, daneben Charlotte, so gingen sie rastlos auf und ab, während der Wind über Moor und Heide an den Fenstern rüttelte und die Johannisbeerbüsche im Vorgarten mit harten Zähnen kämmte; Yorkshire im Winter 1845.“

Heathcliff, it’s me, I’m Cathy
I’ve come home, I’m so cold
Let me in through your window

Heathcliff, it’s me, I’m Cathy
I’ve come home, I’m so cold
Let me in through your window

Das Pfarrhaus, in dem Emily mit ihren Schwestern und dem Vater lebte, war ein Kreativitätskraftwerk, hier wurde geschrieben, leidenschaftlich, besessen, wild und diszipliniert, leise, verborgen, lange Zeit unbemerkt.
Die Wände dieses Hauses waren kalt, auch im Sommer, und im Tee schwammen zuweilen Schlacken von den Leichen, die auf dem Friedhof, der vor dem Haus lag, begraben waren.„Vielleicht schlürfen wir bei unserem heutigen Nachmittagstee den aufgelösten Wanst vom alten Abby Richardson. Weißt du noch? Abby war der dickste Mensch, den wir je gesehen hatten…“

Ooh, it gets dark, it gets lonely
On the other side from you
I pine a lot, I find the lot
Falls through without you
I’m coming back, love
Cruel Heathcliff, my one dream
My only masterToo long I roam in the night
I’m coming back to his side, to put it right
I’m coming home to wuthering, wuthering
Wuthering Heights

Aber es fehlt doch jemand.
Es  gehört doch noch ein Bruder zu den Brontë-Sisters Charlotte, Emily und Anne.
Wo ist der Bruder?
Branwell! Branwell! Branwell!
Branwell hockt im Black Bull.
Das Black Bull ist eine Kneipe mitten in Haworth. Branwell versäuft das Haushaltsgeld und ist süchtig nach Laudanum. Das ist eine in Alkohol aufgelöste Opiumtinktur. Zusammen mit den Schwestern hat Branwell als kleiner Junge die Phantasiereiche Angria und Gondal entworfen, manisch notiert in winzig kleiner Schrift. Auf ihn hatte der Vater die größten Hoffnungen gesetzt, er konnte schreiben und vor allem malen, er durfte eine gründliche Ausbildung machen, doch irgendwann hat er sich diesen Begabungen und Hoffnungen verweigert und sich ins Black Bull zurückgezogen, von Charlotte geächtet, von Anne bemitleidet, von Emily unterstützt. Doch Bruder Branwell lebt fort im Abgründigen der männlichen Romanfiguren der Bronteëschwestern, – auch im gerade besungenen Heathcliff von Emilys „Wuthering Heights“.

Heathcliff, it’s me, I’m Cathy
I’ve come home, I’m so cold
Let me in through your window
Heathcliff, it’s me, I’m Cathy
I’ve come home, I’m so cold
Let me in through your window

Jeden Tag und bei jedem Wetter stapft Emily mit Dogge Keeper durch die Hochebene überm Pfarrhaus, durch Heide-, Moor- und Weideland. Einzelne knorrige Bäume, gurgelnde Bäche, verlassene Gehöfte, Gräser und Heidekraut, von Wind und Sturm gestreichelt und gepeitscht. Und Schafe. Sylvia Plath in ihrem Gedicht über „Wuthering Heights“:
„Die Schafe wissen, wo sie sind, Weiden in ihren schmutzigen Woll-Wolken. Grau wie das Wetter. Die schwarzen Schlitze ihrer Pupillen erkennen mich. Es ist wie ein Brief ins Weltall geschickt. Eine dürftige, dümmliche Botschaft. Großmütterlich verkleidet stehen sie herum. Nichts als Perückengelock und gelbe Zähne. Und hartes marmornes Mäh.“
Außer den Vögeln bewegen sich in dieser Landschaft nur die Wolken, da ist ein ständigen Fliehen und Fließen; wenn sie zu dritt draußen sind, Emily, Charlotte und Anne, möchte Charlotte mit diesen Wolken ziehen, Anne verweilt alle paar Meter – vor einem Zweiglein, einem Gräslein, einem Vöglein. Emily mag Annes Art der mikroskopischen Zärtlichkeit für jedes sprießende, blühende, seiende Etwas, sie aber plagt eine andere Leidenschaft: verbotene Gefilde zu betreten, über Zäune und Schranken zu klettern, Freiheit ist ihr letztes Wort, denn ihr gehört der ganze Ort.
„Besitz und Schätze acht ich kaum / Und Liebe lach ich tot; / Und Ruhmsucht war ein bloßer Traum, / Schwand mit dem Morgenrot. / Und bete ich, / bewegt nur ein Gebet die Lippen mir: „Laß mir mein Herz, o laß mich sein, / Und gib mir Freiheit hier.“
Emily, die störrischste, einsamste, ungeselligste der drei Brontëschwestern, den Tieren näher als den Menschen, ist wahrscheinlich auch die glücklichste. Bringt sie’s fertig, sich selbst genug zu sein? Und wieviel innere Unabhängigkeit gehört dazu, eine solch pfarrhausferne, bis heute verstörende Liebesgeschichte wie die von Cathy und Heathcliff in „Wuthering Heights“  phantasiert und zu Papier gebracht zu haben…

Ooh, let me have it
Let me grab your soul away
Ooh, let me have it
Let me grab your soul away
You know it’s me, Cathy
Heathcliff, it’s me, I’m Cathy
I’ve come home, I’m so cold
Let me in through your window
Heathcliff, it’s me, I’m Cathy
I’ve come home, I’m so cold
Let me in through your window

„Am wohlsten ist mir wenn weit hinaus / Die Seele aus ihrem irdenen Haus / In mondheller windiger Nacht ausbricht / Und mein Aug kann wandern durch Welten von Licht.“

Renate Obermaier hat zwischen 2003 und 2009 in einer Inszenierung von Susanne Schneiders Theaterstück „Die Nächte der Schwestern Brontë“ die Charlotte am Freiburger Kinder- und Jugendtheater gespielt. Die Probenzeit war lang und gründlich. So fuhren die Darstellerinnen der Brontëschwestern in eine belgische Moorlandschaft, Renate Obermaier fuhr auch nach Haworth, besuchte das Pfarrhaus, den Wohnort der Schwestern, und die Kneipe Blackbull, wo auch heute noch der thronartige Sessel von Stammgast und Bruder Branwell auf einem von einer Kordel geschützten kleinen Podest ausgestellt ist.

Die erste deutsche Tributeband: KaBoo

Foto: KaBoo-music

„Proben, Choreographieren, Plakate und Postkarten entwerfen, Fotos machen, Pressetexte schreiben, Werbetrommel rühren…“, das steht momentan auf der Agenda von Wieland Götze. Er spielt Schlagzeug und Piano und ist musikalischer Leiter der noch taufrischen ersten deutschen Kate Bush-Tributeband – die dann auch noch aus dem Osten der Republik kommt. Wobei der Begriff Tributeband schon leicht irreführend ist. Gemeinsam mit Ulrike Michaelis (Gesang), Ben Hohlfeld (Bass), Jens Legler (Gitarre) und Melchior Walther (Keyboard) studieren „KaBoo“ eben nicht nur Song für Song das Kate-Repertoire ein, um dann irgendwann als Coverband aufzutreten. Vielmehr setzen sie auf das Format eines Theaterkonzertes, wollen also gleichzeitig eine Geschichte erzählen. Unterstützt werden sie dabei von dem Schauspieler Falko Köpp.
Als Grundlage für die Tribute-Show „Wuthering Night“ dient natürlich der Roman „Wuthering Heights“ von Emily Brontë. „Schauspieler Falko Köpp alias Mr. Lockwood erlebt in dem verlassenen Gebäude einige mysteriöse Dinge und versucht der sagenumwobenen Liebesgeschichte von Cathy und Heathcliff auf den Grund zu gehen. Die bewegende Geschichte der Beiden wird anhand der großartigen Kompositionen Kate Bushs nochmal durchlebt“, beschreibt Wieland, was auf die Besucher zukommt. Dass „Wuthering Heights“ zu hören sein wird, versteht sich von selbst, aber der Bogen wird breit gespannt sein – bis hin etwa zu „King of the mountain“ .
„Mich hat Kate Bush ebenso schon lange fasziniert, auch wenn ich lange Jahre nur mit ‚The Whole Story‘ und etwas später noch mit ‚The Kick inside‘ und ‚Hounds of love‘ auskommen musste“, erzählt Wieland. „‚King of the mountain“‘ hat mich in seinem Erscheinungsjahr bereits angezündet, auch wenn ich 13 Jahre warten musste, das komplette Wahnsinns-Doppelalbum ‚Aerial‘ zu erforschen. Das ist im letzten Oktober passiert, wo wir den Entschluss fassten, dieses Kate Bush-Programm zu entwerfen. Wir haben uns alle Alben kommen lassen und eine Bühnenstory gestrickt, wo sich die KB-Songs wie von selbst eingepasst haben“, sagt Wieland. Allein das dürfte schon spannend sein zu sehen, welche Anknüpfungspunkte der Songs untereinander sie entdeckt haben.
Wieland hat schon mit Nils Landgren gearbeitet, für NIna Hagen getrommelt und stand schon mit den Weather Girls, George McCrae, Matt Bianco, Roachford, und Sidney Youngblood auf der Bühne. Er spielt vorrangig Jazz und hat in vielen Musicalproduktionen vor allem in Ostdeutschland mitgewirkt. Und selbst im Bereich der Tributebands hat er schon Erfahrungen gesammelt. Der Bezug zu Kate kam durch seine Lebensgefährtin, Musicaldarstellerin Ulrike Michaelis, die bei „KaBoo“ den schwierigsten Job übernimmt: den Gesang – und zwar quer durch alle Schaffensperioden von Kate, was eine besondere Herausfordung darstellt. „Mit Uli haben wir die absolute Kate-Frontfrau, da sie nicht nur so singt und so eine Type ist, sondern auch die Tanzchoreographien entwirft und mit zwei Tänzerinnen einstudiert. Außerdem ist Kate Bush schon lange ein Thema in ihrem Leben. Schon zu ihrer Studienzeit sagten alle, sie muss Kate Bush singen“, ist Wieland überzeugt, dass Ulrike Michaelis den Spagat zwischen Kates hoher Stimme aus den Anfangsjahren mit „Wuthering Heights“ und der reiferen Stimme der letzten Jahre hinbekommt. (Hörproben gibt es übrigens auf der Internetseite von „KaBoo“.) Ulrike ist ausgebildete Musicaldarstellerin und Schauspielerin, hat an der Musikhochschule Leipzig im Fachbereich Popularmusik studiert und an verschiedenen Theatern gearbeitet. In Leipzig hat sie ihre eigene „Tanz-und Kunstakademie“ eröffnet und bildet dort Stepptänzer aus. Mit Blick auf Kate könnte aber noch ein ganz anderes Projekt von ihr ganz spannend sein: Seit zwei Jahren trommelt sie in der Frauen-Balkanband „Tumbacaria“. Deren Motto ist zwar eher „Balkan meets Klezmer meets Roma“, aber Anklänge an das Trio Bulgarka sind an einzelnen Stellen unüberhörbar…

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Drei Termine für die Theaterkonzerte im Krystallpalast Varieté in Leipzig gibt es aktuell. Die Premiere ist am 30. September, dann folgen Auftritte am 27.Januar 2020 und am 20. April 2020. Mehr Infos über die Band gibt es unter KabBoo music; auf der Internetseite des Krystallpalastes können Karten für die Premiere geordert werden.




Das Bild des Monats: Juli

© Sjaak Vullings

Wie immer bei Kate lässt ein Song viele Deutungsmöglichkeiten zu. Bei Mrs. Bartolozzi ist es nicht viel anders. In einem Interview mit Ken Bruce von der BBC erzählt sie zur Veröffentlichung von Aerial, dass sie in diesem Song mit der Idee gespielt hat, bei der sich drehenden Trommel würde das Wasser in der Waschmaschine zum Meer werden. („And then it was the idea of this woman, who’s kind of sitting there looking at all the washing going around, and she’s got this new washing machine, and the idea of these clothes, sort of tumbling around in the water, and then the water becomes the sea and the clothes…and the sea…and the washing machine and the kitchen… I just thought it was an interesting idea to play with.“) Drei Tage später ergänzt sie das in einem weiteren Interview, ebenfalls bei der BBC. Kleidungsstücke seien wie eine Art Menschen ohne die Menschen in ihnen. („I also think there’s something very interesting about clothes. They’re kind of people without the people in them.“) Ein Motiv, dass sie in King Of The Mountain mit dem flatternden Elvis-Kostüm für ihr Video übernimmt, in dem zudem wie in Mrs. Bartolozzi auch eine Wäscheleine mit Kleidungsstücken auftaucht. Das Bild zur Wäscheleine von Mrs. Bartolozzi hat Sjaak in Castelsardo auf Sardinien aufgenommen. „Italien ist das Land, wo ganz oft die Wäsche zum Trocknen nach draußen gehängt wird“, erzählt Sjaak, der bei dem Lied von „dem perfekten Song mit tollem Text“ spricht, der zudem noch sehr emotional gesungen werde.
I think I see you standing outside
But it’s just your shirt
Hanging on the washing line
Waving its arm as the wind blows by
And it looks so alive

Für Sjaak hat der Song eine besondere Bedeutung. Und die führt zu der Frage nach Mr. Bartolozzi. „Wenn jemand, den du liebst, stirbt, dann glaubst Du ab und an ihn zu sehen oder zu hören“, sagt er. Genau davon handele dieses Lied. Und deswegen glaubt er auch daran, dass bei dem Bild, das er auf Sardinien aufgenommen hat, irgendwo eine Mrs. Bartolozzi lebt, die trauert, während sie die Wäsche macht.

Wer den Beitrag über Sjaak verpasst hat, kann hier mehr über ihn erfahren.

arte zeigt neue Doku über Kate

„Kate Bush – Stimmgewaltig und exzentrisch“ ist der Titel einer neuen Dokumentation, die der deutsch-französische Kultursender arte im Oktober zeigen will. Produziert wurde der Film im Auftrag von arte von der französischen Dokumentarfilmmacherin Claire Laborey, die bereits seit Mai 2018 an dem Projekt arbeitet. Die 52-minütige Doku mit dem Originaltitel „Kate Bush – The Indomitable“ (Die Unbezwingbare) zeichnet die Stationen ihrer Karriere über vier Jahrzehnte nach. Arte beschreibt das so: „Ihr reichhaltiges Oeuvre widersetzt sich den Konventionen, erforscht musikalische Genres und strotzt vor reichen Erzählungen und Charakteren. Sie verschwindet und taucht wieder auf, erneuert sich ständig und überrascht ihre Fans und die vielen Künstler, die sie inspiriert. Wie ist der Kate Bush-Mythos entstanden?“ Claire hat versucht, Antworten auf diese Frage zu finden und ähnlich wie bei der BBC-Doku kurz vor den Before the Dawn-Konzerten mit Weggefährten, Fans und Musikern gesprochen. Die angefragte Liste der Gesprächspartner ist imposant und birgt einige Überraschungen. Aktuell geplanter Sendetermin bei arte ist der 18. Oktober, 21.45 Uhr.

TMWHDE 2019: 38 Veranstaltungen geplant

Die ersten Wuthering Heights-Flashmobs sind schon gelaufen in diesem Sommer und kündigen an, was uns am Samstag, 13. Juli, weltweit erwartet: die vierte Auflage des The Most Wuthering Heights Day Ever. Die erste Veranstaltung hat (siehe Foto oben) Tel Aviv bereits im Mai vorgelegt, passend zum Euovision Song Contest. Am letzten Wochenende folgte Warschau mit rund 250 Teilnehmern. Und die Liste der Städte, die 2019 teilnehmen wollen, wird immer länger. Waren es 2018 40 Jahre nach Erscheinen von Wuthering Heights auf Single bereits 26 Städte, die sich an dem Event beteiligt haben, gibt es aktuell Planungen in 32 Städten. Allein in Australien sollen zwölf Veranstaltungen stattfinden. Neben Sydney, Melbourne, Brisbane, Adelaide, Perth und Canberra sind auch Townsville, Gold Coast, Newcastle, Blue Mountains, Bega Valley und Bunbury mit dabei. In Neuseeland ist eine Veranstatung in Auckland geplant. In Europa ist erstmals Paris mit dabei. Weitere Veranstaltungen finden in England (Folkestone, Gorleston-on-Sea), Belgien (Ghent), Irland (Dublin), Schweden (Uppsala, Varnamo) und Finnland (Oulu) statt. Ebenfalls neu dabei neben Paris ist Laniscat in der Bretagne. In den USA sind vier Veranstaltungen geplant (Boston, Austin, Greenfield und Shoreline), zwei in Kanada (Ottawa, Hamilton) und eine in Buenos Aires in Argentinien. Die deutsche Veranstaltung findet wie gewohnt in Berlin statt. Start ist am 14. Juli um 13 Uhr mit einem Picknick, die Tanzprobe folgt um 14 Uhr, das Wuthering ist für 15 Uhr angesetzt. Von 18 bis 22 Uhr gibt es eine Afterparty. Aktuelle Hinweise auf den genauen Veranstaltungsort (die Genehmigung steht aktuell noch aus) findet man hier.
Zwei weitere Veranstaltungen sind am 27. Juli, drei Tage vor Kates Geburtstag, geplant: dann stehen Oslo (als Teil eines Kultur- und Musikfestivals) und Atlanta auf dem Programm. Atlanta bietet in diesem Jahr noch eine besondere Überraschung. Erstmals wird es einen Most Wuthering Heights Day in einem großen Swimmingpool geben – Synchronwutherschwimmen quasi. Jedenfalls haben die Veranstalter den The First Ever Aquatic Most Wuthering Heights Day Ever ausgerufen. Da dürfte Spaß garantiert sein!

Update
Hinzu gekommen sind Termine in Napier und Dunedin (Neuseeland), Trollhättan (Schweden), Kopenhagen (Dänemark), Madison (USA) und Montevecchia (Italien).

Das Bild des Monats: Juni

© Sjaak Vullings

Wer das passende Motiv zum Song Coffee Homeground finden will, muss nach Berlin. 2011 hat Sjaak das Werbeplakat für eine Kaffeemarke in einer Metrostation entdeckt. „With your hemlock on the rocks. Noch ein Glas, mein Liebchen? With your hemlock on the rocks. Es schmeckt wunderbar! With your hemlock on the rocks. Und??“ Die musikalische Anlehnung an Brecht und Weill ist in Coffee Homeground unüberhörbar, eingestreute Textzeilen auf Deutsch ergänzen den Eindruck. „Als ich das Plakat gesehen habe, dachte ich direkt an Kates ‚giftigen‘ Song mit den deutschen Textzeilen“, erinnert sich Sjaak. Am Computer hat er dem Foto den Orangeton verpasst, als Warnung, ähnlich einer Ampel, die ein Stopp signalisiert. Immerhin geht es in dem Lied um eine Giftmischerin und so wird auch bei diesem Bild nicht ganz klar, ob die Frau auf dem Bild nun nur in Koffein badet, oder es sich um den zitierten Kaffee, versetzt mit Tollkirsche, handelt…
You won’t get me with your Belladonna – in the coffee,
And you won’t get me with your aresenic – in the pot of tea,
And you won’t get me in a hole to rot – with your hemlock
On the rocks.

Wer den Beitrag über Sjaak verpasst hat, kann hier mehr über ihn erfahren.

Das Song-ABC: Coffee Homeground

„Coffee Homeground“ vom Album „Lionheart“ – einer der wenigen Songs, die für das Album neu entstanden waren [1] – ist unter den Songs von Kate Bush eine Besonderheit. Ron Moy [2] sagt es vielleicht am treffendsten, indem er feststellt, dass dieser Song ein amüsantes Gothic-Flair besitzt und dass er mit fast allem im populären Musikkanon der letzten hundert Jahre wenig zu tun hat. Ron Moy ergänzt, dass dies seine Attraktivität stark erhöht. Ich stimme zu. Andere Analytiker und Hörer waren eher verwirrt und konnten den Song nicht recht einordnen. Graeme Thomson sieht in ihm ein Mischung aus Krimi und Brecht-Parodie [1]. Rob Jovanovic meint, dass er von der Musik her die Begleitung für einen Jongleur oder Hochseilartisten im Zirkus sein könnte [3]. Paul Kerton nennt ihn einen fröhlichen Energieausbruch und stellt Anklänge an Marlene Dietrich fest [4]. Ron Moy stimmt dem zu und vermeint die jüngere Schwester von Marlene Dietrich zu hören [2].

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Worum geht es in diesem Song? „Coffee Homeground“ ist aus der Sicht eines vermutlich paranoiden Mannes verfasst, der zu Besuch bei einer Frau ist, die er für eine Giftmörderin hält. Er lehnt unter Vorwänden alle möglichen Getränke ab, weil er in ihnen Gift vermutet (Bitter Almond – Bittermandel, Belladonna – Tollkirsche, Hemlock – Schierling). Er fragt sich, wo die Klempner geblieben sind, die vor kurzem dort noch arbeiteten. Er fürchtet abgehört zu werden. In Bildern an der Wand meint er den in England berüchtigten Mörder Crippen zu erkennen. Crippen ging in die Geschichte ein als erster Verbrecher, der dank Funktelegrafie gefasst wurde, als er über den Atlantik in die USA entkommen wollte [12].
Kate Bush wurde zu diesem Song inspiriert durch einen etwas merkwürdigen Taxifahrer, der offenbar unter Verfolgungswahn litt. „[Coffee Homeground] was in fact inspired directly from a cab driver that I met who was in fact a bit nutty. And it’s just a song about someone who thinks they’re being poisoned by another person, they think that there’s Belladonna in their tea and that whenever they offer them something to eat, it’s got poison in it. And it’s just a humorous aspect of paranoia […].“ [6]
Diese dunkle Geschichte von Paranoia, Mord, Gift und Intrige ist gestaltet wie eine Moritat, die in einem dunklen Hinterhof zu einer Drehorgel gespielt wird. Es gibt Passagen mit beinahe volkstümlich anmutender Blasmusik, Kate imitiert sogar einen pseudo-bayerischen Akzent, es herrscht Rummelplatzatmosphäre [4]. Der Song nimmt damit den Theaterfaden der ersten Seite des Albums wieder auf [3]. Faszinierend ist, wie die einzelnen Rollen des Songs voneinander abgesetzt werden. Angerissene, verschliffene Töne mit starkem deutschen Akzent in den Strophen, die Silben gleiten zwischen den Tönen – dies ist der männliche, paranoide Protagonist. Diese Übernahme einer andersgeschlechtlichen Rolle in der Geschichte war damals für Kate Bushs Publikum noch ungewohnt. „It would have been very difficult to make people understand I was singing as a man in that scene. That’s a problem sometimes. A lot of people don’t realise I’m a little boy in ‚Peter Pan’ and a male who a female is trying to poison in ‚Coffee Homeground‘.“ [9]
Der erste Teil des Chorus („Pictures of Crippen / Lipstick-smeared. / Torn wallpaper. / Have the walls got ears here?“) wird im Gegensatz dazu von einer hohen Stimme gesungen, ohne deutschen Akzent. Das ist offenbar die Giftmischerin. Im zweiten Teil des Chorus („Well, you won’t get me with your Belladonna–in the coffee / […] with your hemlock / On the rocks.“) kommt es zu einem Wechselsang zwischen den beiden Stimmen. Die giftigen Kredenzen („in the coffee“, „in a cup of tea“, „with your hemlock“) werden von der hohen Stimme der Giftmischerin gesungen. Da sie hier „your“ singt, scheint es sich nicht um eine reale Person zu handeln. Ist es vielleicht eine eingebildete Stimme im Kopf des Protagonisten?

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Ganz zum Schluss sind dann einige deutsche Worte in die Coda eingebettet („With your hemlock on the rocks. / Noch ein Glas, mein Liebchen? / With your hemlock on the rocks / Es schmeckt wunderbar! / With your hemlock on the rocks. / Und?“ Dies findet sich leider nicht im Booklet, sondern nur in transkribierten Texten [5].  Dies – obwohl die Perspektive der Giftmischerin – wird wieder von der tiefen Stimme gesungen. Wer singt eigentlich? Wie viele Personen sind es? Die Ebenen verschwimmen. Für mich sind das keine realen Personen, sondern Stimmen im Kopf des Protagonisten, der irgendwo in einem kleinen Café sitzt, der von einer Kellnerin seine Getränke serviert bekommt und den seine Paranoia übermannt. Homeground, das ist der „home ground“, der eigene Platz, das vertraute Gelände – aber es fühlt sich nicht sicher an.
Die Tonart des Songs ist ein Ges-Dur und damit mit fünf b ganz weit weg von klaren, nüchternen Tonarten mit wenigen Vorzeichen [7]. Es gibt viele chromatische Abtönungen, die es noch romantisch-märchenhafter machen. Insbesondere im Chorus („Pictures of Crippen / Lipstick-smeared. / Torn wallpaper. / Have the walls got ears here?“) ist die Chromatik extrem [7], was sehr viel zum Spannungsaufbau und zur paranoiden Atmosphäre beiträgt. Ges-Dur ist nach Beckh [8] die Schwellentonart, der „Übergang, der über die Schwelle führt, die Wachen und Schlafen, Leben und Sterben, Tagesansicht und Nachtansicht der Welt, Sinnenwelt und geistige Welt voneinander trennt.“ Die Tonart spiegelt die Stimmung des Songs wieder, setzt sie um.
Der Song war einer derer, bei denen Text und Musik zugleich entstanden, wie Kate Bush in einem Interview sagte. „Well, Coffee Homeground would have been a song where the words and the music were coming together probably at exactly the same time. Actually, that’s the only song which I wrote when I visited America […]. Which is quite interesting, as it’s not at all American…“ [11] Im gleichen Interview wies ihr Bruder Paddy auf Bertold Brecht als Inspiration hin. Bertolt Brecht war zwar kein Komponist, aber Librettist. Eine Verwandtschaft des Songs zur von Kurt Weill vertonten „Dreigroschenoper“ mit Liedern wie der „Moritat von Mackie Messer“ ist auch zweifellos erkennbar [10]. Paddy Bush erläuterte, dass dieses Brecht-Flair entstand, als Kate Bush die Idee mit dem deutschen Akzent hatte. „As a matter of fact, Coffee Homeground vibrantly mutated. When the very first demos of it were done, it had a decidedly different flavour. The Brechtian treatment didn’t appear until much later on, that only took shape when Kate got the idea of treating the song with a slightly German sort of flavour.“ [11]
Je weiter der Aufnahmeprozess fortschritt, desto mehr verstärkte sich dies noch gemäß Paddy Bush. „The Brechtian feel is something that appeared only gradually, during the actual recording, and became more definite as time went on.“ [11] All dies hat dazu geführt, dass „Coffee Homeground“ ein außergewöhnlicher und origineller Song geworden ist. Er erinnert wunderbar an vergangene Zeiten der Zwanziger und an die Moritaten von Weill und Brecht. Perfekt wird dies insbesondere im Chorus mit zeitgenössisch anmutenden Vokallinien verknüpft. Der Song bildet eine Brücke zwischen den Zeiten, er verbindet und verschmilzt die paranoiden Details der Geschichte zu einer außergewöhnlichen und liebevollen Einheit. © Achim/aHAJ

[1] Graeme Thomson: Kate Bush – Under the Ivy. Bosworth Music GmbH. 2013. S.142 und 153
[2] Ron Moy: Kate Bush and Hounds of Love. Aldershot. Ashgate Publishing Limited. 2007. S.22
[3] Rob Jovanovic: Kate Bush. Die Biographie. Höfen. Koch International GmbH/Hannibal. 2006. S.95
[4] Paul Kerton: Kate Bush. Bergisch-Gladbach. Gustav Lübbe Verlag GmbH. 1981. S.91
[5] https://www.songtexte.com/songtext/kate-bush/coffee-homeground-7bd3fecc.html (gelesen 02.05.2019)
[6] Lionheart Promo Cassette. EMI Canada
[7] „Kate Bush Complete”. EMI Music Publishing / International Music Publications. London. 1987. S.72f
[8] Hermann Beckh: Die Sprache der Tonart in der Musik von Bach bis Bruckner. Verlag Urachhaus. Stuttgart 1999. S.102
[9] Phil Sutcliffe: „Labushka“. Sounds 30.08.1980
[10] https://prlbr.de/2017/kate/coffee-homeground/ (gelesen 15.05.2019)
[11] http://gaffa.org/reaching/i85_swa.html (gelesen 15.05.2019)
[12] https://de.m.wikipedia.org/wiki/Hawley_Crippen (gelesen 04.05.2019)

Show a little devotion: Christian

Kate-Fans sind treu, hingebungsvoll, geduldig und vor allem in die Musik von Kate verliebt. Im Kate-Fragebogen “Show a little devotion” gibt es für Kate-Fans immer die selben zwölf Fragen… mit den unterschiedlichsten Antworten…heute von Christian:

Mit welchem Kate-Song wachst du am liebsten morgens auf?
Leider wache ich jeden Morgen zu den Klängen meines Handyweckers auf. Aber wenn ich mir ein Ideal vorstelle, dann geht gerade die Sonne an einem wunderschönen Sommermorgen auf und die Klänge von A Sky Of Honeys Prelude und Prologue entlocken mich sanft dem Schlummer.

Welche von Kate besungene Figur wärst du gerne?
Puh, darüber habe ich mir noch nie Gedanken gemacht. Eigentlich gar keiner, aber wenn ich mich festlegen müsste, dann wohl der Beekeeper aus You Want Alchemy. Ich war als Kind von der Imkerei fasziniert (und bin es noch immer zu einem gewissen Teil).

Wie lautet deine liebste Textzeile von Kate?
Auch das ist eine schwierige Frage, denn ihre Lyrics sind so vielschichtig und es kommt immer auf die Stimmung an, in der ich gerade bin. Aber meine Signatur in den Foren ist „With a kiss, I’d pass the key“. Also nehme ich die für den Moment.

Welchen Kate-Song singst Du unter der Dusche?
Oh, das kommt wirklich darauf an. Ich habe schon sehr viele von Kates Songs unter der Dusche gesungen. Aber die beiden, die mir jetzt gerade einfallen, sind einmal Babooshka und Kates Version von The Man I Love.

Mit welchem Song von Kate verbindest Du ein besonderes Erlebnis?
Das sind auch einige. Kates Musik ist eng mit meinem Leben verbunden. Aber besonders heraus sticht das gesamte The Red Shoes-Album. Es fungierte praktisch als Soundtrack meines USA-Austausches. Ich hatte auch die anderen Alben dabei, doch The Red Shoes war das erste Kate-Album, welches ich mir am Erscheinungstag kaufen konnte. Die ganze Aufregung bis zum Release bekam ich dort zum ersten Mal mit. Eat The Music war die erste Single und ich musste vier Stunden nach dem Kauf warten, bis ich sie endlich hören konnte. Damals konnte man in den USA nicht in CDs hineinhören. In der Zeit habe ich die Lyrics gelesen, die im Insert abgedruckt waren, und habe mir ausgemalt, wie die Musik klänge, auf Basis der mir zur Verfügung stehenden Erfahrung ihrer letzten drei Alben. Unnötig zu sagen, dass ich komplett daneben lag und Kate mich wieder einmal völlig überraschte. Dann kam das Album und ich schleppte es auf jeden Spaziergang, auf jeden Trip, jede Reise mit, die ich machte. Ich entdeckte das Album und die USA quasi gleichzeitig und jedes Lied verband sich mit einem anderen Moment, den es besonders passend fand.

Welchen Song von Kate hörst Du, wenn Du verliebt bist?
Tatsächlich war es, ganz am Anfang, als ich mit 14 bewusster Kate-Fan geworden bin, Oh, To Be In Love. Der Klassiker …

Welcher Song-Titel beschreibt Dich am besten?
Jig Of Life.

Welches Album von Kate magst Du am liebsten?
Mir gefallen wirklich alle Kate Bush-Alben und ich höre sie je nach Stimmung. Doch stechen zwei Alben für mich heraus. Einmal The Dreaming, ihr absolutes Meisterwerk, und The Red Shoes. Moments Of Pleasure, der Titel-Track, Top Of The City, Big Stripey Lie, Song Of Solomon sind meiner Meinung nach mit das Beste, was sie je geschrieben hat. Und beide Alben sind absolut missverstanden worden, als sie erschienen.

Welcher Song hat Deine Begeisterung für Kate geweckt?
Das war wohl Wuthering Heights. Den habe ich als Baby schon auf dem Rücksitz des Autos meiner Eltern auf meiner ersten Urlaubsfahrt um die Ohren bekommen, und als ich ihn dann mit 13 bei Freunden wieder hörte, war ich sofort verzaubert. Zu meinem 14 Geburtstag bekam ich dann Never For Ever und All We Ever Look For übernahm. Der Rest ist Geschichte.

Was macht für Dich Kate so besonders?
Ihre Stimme. Und ihre Fähigkeit, Stimmungen zu schaffen, Klanggeschichten und Landschaften. Außerdem klingt kein Album wie das andere. Sie unterwirft sich dem, was sie erzählen will, nicht einem Sound, der sie definiert. Das ist für mich wahre Kunst.

Was würdest Du Dir für das nächse Album von Kate wünschen?
Wieder etwas mehr Elektronik und Wildheit.

Welcher Song von Kate soll einmal auf Deiner Beerdigung gespielt werden?
Prologue in der Live-Version und dann nur noch Pogues, Dubliners, Finbar Furey und der ganze Rest!

Jazz-Hounds mit Brontë-Hommage

Dieter Schroeder (Schlagzeug), Jan Fitschen (Gitarre) und Sängerin Bella Nugent sind mit ihrem „Hounds of Belfort“-Projekt zurück. Am Freitag, 24. Mai, spielen sie in gewohnter Trio-Besetzung in Schallstadt (in der Nähe von Freiburg im Breisgau) im „Käppele“ das komplette Hounds of Love-Album. Die Besonderheit an diesem Abend: Zusätzlich zu HOL wird es eine Musik-/Textcollage zu den Schwestern Brontë geben. Schroeder hatte dazu schon vor längerer Zeit die Schauspielerin Renate Obermaier angefragt. „Sie hat in den 1990er Jahren am Freiburger Kinder- und Jugend-Theater im Stück „Die Nächte der Schwestern Brontë“ die Emily gespielt. Da sie sich dafür minutiös vorbereitet hatte, also nicht nur alles gelesen, sondern sogar nach Yorkshire gereist ist, um an Originalschauplätzen genau in die Fußstapfen zu treten, war sie mir als Expertin in diesem literarischen Feld bekannt“, erzählt Schroeder. „Deswegen hatte ich sie letztes Jahr mal gefragt, ob sie ‚irgendwas‘ sprechen wollte, eben in Kombination mit dem Song ‚Wuthering Heights‘.“ Während Schroeder eher an gesprochene Passagen aus dem Theaterstück gedacht hatte, überraschte ihn Obermaier kurz darauf mit einer eigenen Abhandlung über die Schwestern Brontë, Hintergrund und das Umfeld von Wuthering Heights. „Der Text ist informativ und selbst für Insider spannend, zumal Renate Obermaier eine wirklich gute Sprecherin ist. Der würdest du auch beim Vorlesen eines Telefonbuchs gespannt lauschen!“, ist Schroeder überzeugt. Kombiniert wird der Vortrag mit einer 20-minütigen (!), jazzigen Version von Wuthering Heights. Eine Herausforderung. Schroeder: „Wir spielen das Stück als Trio mit Gitarre, Drums und Gesang in kleinen Einheiten; zunächst nur eine Zeile, dann immer etwas mehr. In den Zwischenräumen ist der Text, unterlegt mit weitgehend improvisierten Klängen, die sich aber immer harmonisch, melodisch oder rhythmisch in Wuthering Heights-Nähe bewegen.
Ob mit oder ohne Wuthering Heights: Schroeder, Fitschen und Nugent spielen als Trio HOL so überzeugend gut, das sich der Besuch mehr als lohnt.
Start des Konzerts ist um 20 Uhr, Einlass ab 19 Uhr. Das „Käppele“ ist der örtliche Kindergarten, der vom Kulturverein regelmäßig für Veranstaltungen genutzt wird. Weitere Infos zu diesem Auftritt gibt es hier, den Mitschnitt eines früheren HOL-Konzertes hier.

Kaffeeklatsch: The Red Shoes

Einige der besten Songs von Kate sind auf dem Album The Red Shoes versammelt – und dennoch tun sich viele Fans mit dem Album schwer. Ein Widerspruch? Im „Kaffeeklatsch“ mit Achim, der für morningfog.de die Rezensionen der Alben schreibt und im Song-ABC die einzelnen Lieder von Kate analysiert, geht es um Widersprüche, den musikalischen Mainstream der 90er Jahre und den Grundton des Schmerzes, der auf diesem Album unüberhörbar ist.

Kate war mit dem Ergebnis von The Red Shoes im Nachhinein nicht wirklich zufrieden und man kann vermuten, dass die Produktion von Director’s Cut für sie ein sehr befreiender Prozess war – einzelne Songs so einzuspielen, wie sie hätten klingen können oder sollen. Listen wir mal die negativen Seiten von TRS auf: Dem Album wird oft vorgeworfen, dass es stellenweise überproduziert klingt, dass eine Verbindung zwischen den Songs fehlt, dass es zu traurig sei. Habe ich was vergessen?

Achim: Kate Bush war immer mit ihren abgeschlossenen Arbeiten unzufrieden, das würde ich nicht überbewerten. An „The Red Shoes“ fand sie die zu kalte digitale Produktion unbefriedigend, zudem hielt sie das Album für zu lang. Ja, es ist zu voll mit Musikspuren, das kann man überproduziert nennen – aber „The Dreaming“ ist das auch. Verbindungen zwischen den Songs sehe ich durchaus, obwohl es kein Konzeptalbum ist. Traurigkeit ist das verbindende Element, die sich hinter aufgesetzter Fröhlichkeit versteckt. Als geäußerten Kritikpunkt hast Du vergessen, dass die Songs hier mehr nach „Mainstream“ klingen als sonst.

Was man auch noch mit TRS verbindet ist natürlich ihr Film The Line, The Cross & The Curve, der stellenweise schon kitschig gerät und natürlich die zum damaligen Zeitpunkt in Aussicht gestellte und dann wieder abgeblasene Tour. Spielt beides bei der Bewertung der Musik mit eine Rolle?

Achim: Den Film fand Kate später ganz furchtbar. Ein professioneller Regisseur zur Unterstützung wäre hilfreich gewesen. So erscheint er unzusammenhängend und etwas wirr. „Kitschig“ ist vielleicht die Sicht von heute. Es waren die Neunziger, untypisch ist das nicht. Aber das alles hat wohl zu der negativen Einschätzung beigetragen. Ich sage es so: das Album ist hörbar ein Kind der Neunziger und so viel „Aktualität“ wollte man von Kate Bush nicht hören. Für mich ist „The Red Shoes“ ein sehr interessantes Album.

Das war mir schon klar, dass ich Dich beim Kaffeeklatsch nicht mit einem Latte Macchiato bestechen muss, damit wir zu dem Ergebnis „interessantes Album“ kommen. Aber bleiben wir mal bei der Kritik. Welcher Vorwurf ist denn aus Deiner Sicht gerechtfertigt? Nur, dass es den Mainstream der 90er wiedergibt und nicht musikalisch wegweisend war?

Achim: Es klingt zu sehr nach Mainstream und es klingt nicht „warm“. Die digitalen Möglichkeiten waren noch zu neu. Mehr ist aus meiner Sicht nicht zu kritisieren.

Bevor wir die Jubelarien anstimmen: Wenn mehr nicht zu kritisieren ist, woran liegt es dann, dass bei vielen Fans TRS durchgängig eher im unteren Bereich der Lieblingsalben angesiedelt ist?

Achim: Vielleicht fällt es als „nur“ gutes Album in einer Reihe von außerordentlichen Alben etwas ab. Aber ich glaube, es liegt an einem anderen Punkt. Auf dem Album sind kaum Songs, bei denen man den Kopf schüttelt und sagt „so etwas kann nur Kate Bush einfallen“. Diese Exotik – ein besseres Wort fällt mir nicht ein – fehlt hier. Man muss also schon genauer hinschauen.

Könnte als zweiter Punkt hinzukommen, dass es trotz der vordergründig fröhlichen Musik ein tottrauriges Album ist? In Deiner Analyse zu TRS hast Du geschrieben: „Überall in diesem Album ist Schmerz. Überall in diesem Album sind im Hintergrund bedrohliche Stimmen, Geräusche, Chaos. Ein Album der Verlassenheit, Verzweiflung, der vorgetäuschten Fröhlichkeit, ein (Hilfe)Schrei. Ein Album über den Zusammenfall der Welt; eine Momentaufnahme kurz vor dem Crash.“ Überfordert der Grundton des Schmerzes in jedem Song den Hörer?

Achim: Ja, das ist ein guter Punkt. Emotionen der Trauer und des Verlusts kommen ganz nah an den Zuhörer heran. Das muss man aushalten können.

Was mich umgekehrt ja immer fasziniert hat ist, dass TRS bei Fans gerne durchfällt, die Songs für sich aber nicht. Bei And So is Love, Eat The Music, Moments of Pleasure, The Song of Solomon, Top of The City oder Lily gibt es kaum jemanden, der sie nicht liebt. Lily war immerhin der umjubelte Opener für ihre Konzerte. Ist es also so, dass es nur als Album vielleicht nicht funktioniert, aber die Songs für sich sehr wohl?

Achim: Ein dunkler Diamant ist für sich faszinierend. Ein Diadem nur aus dunklen Diamanten ist beängstigend.

Ich sehe, es wird jetzt poetisch. Erzähl‘ mir etwas über das Hohelied der Liebe, obwohl wir ja eben noch bei Schmerz, Trauer, Verlust waren.

Achim: Das lässt sich auf TRS nicht trennen. Wenn die Songs von Liebe handeln, dann von einer Liebe in unsicheren Verhältnissen. Es ist kein Liebe-Freude-Tralala. Es geht ganz realistisch und ehrlich darum, dass die Liebe immer bedroht ist und erkämpft und verteidigt werden muss. Auf diesem Album ist die Sicht darauf nicht sehr optimistisch. Aber wie es so nüchtern in „Constellation of the heart“ heißt: „You can’t run away from it / Maybe you’d better face it“.

Das passt zu dem, was Du 2013 zum 20-Jährigen von TRS über „The Song of Solomon“ als dem Hohelied der Liebe geschrieben hast: „Hier singt jemand „who walks the path of the solitary heart“ herzzerreißend davon, einfach eine Berührung zu finden, eine alles entflammende Ekstase. Keine Beziehungsprobleme, kein „Bullshit“: nur Emotion, Sex, das steht im Vordergrund. „The soul cries out“, das ist ein Blick in die Tiefen einer Seele. Kates Gesang hier ganz intim, hochemotional, berührend, eingebettet in einen melancholischen Teppich aus Musik. Es ist so zart und so von innen. Es geht zu Herzen. Jeder kann diese Gefühle teilen, wenn er ehrlich zu sich ist.“ Realistisch, ehrlich, nüchtern, kein Bullshit und trotzdem berührend.

Achim: Vielleicht ist es diese gnadenlose Ehrlichkeit, die vor dem Album zurückschrecken lässt. Es ist keine Heile-Welt-Esoterik.

Und es ist nicht verschroben. So wie Du es vorhin formuliert hast: Dieser „So etwas kann nur Kate Bush einfallen“-Moment fehlt. Aber kann man nicht auch in der Musik einfach mal gnadenlos ehrlich sein? Warum erwarten wir von Kate immer etwas anderes?

Achim: Musik muss auch mal so offen und ohne Visier sein. TRS ist ein Blick in die Seele, daher mag ich es. Ich finde es schade, dass es nicht so geschätzt wird. Aber wenn du in einen Abgrund schaust, dann schaut der Abgrund in Dich zurück. Vielleicht überfordert das, wenn man „nur“ Musik hören will.

Für mich sind es Abgründe, die Kate musikalisch meistert. Auch wenn die traurigen Noten überwiegen (life is sad, and so is love), liebe ich das Album gerade deswegen. Es greift Empfindungen auf, die jeder von uns schon erlebt und durchlitten hat. Und seit den Konzerten 2014 gibt es für mich noch einen anderen Grund, das Album zu lieben. Es ist vielleicht etwas kitschig, aber vor dem Konzert war ich in der St. Pauls Kirche essen. Beim Verlassen der Kirche musste ich am lila angestrahlten Altar samt Jesus-Figur am Kreuz vorbei. Die Textzeile „Have you ever seen a picture of Jesus laughing?“ hat mich ins Konzert begleitet. Und die lächelnde Jesus-Figur.

Achim: Ich mag es, weil so kompromisslos ehrlich ist. Kate Bush lässt uns nah an sich ran wie selten. „Just being alive, it can really hurt“ – so heißt es in „Moments of pleasure“. Und in „Constellation of the Heart“ wird ergänzt „Who said anything about it hurting? / It’s gonna be beautiful / It’s gonna be wonderful / It’s gonna be paradise“. Das Helle und das Dunkle, es geht nur zusammen.

Das Bild des Monats: Mai

© Sjaak Vullings

Ein Bild für den Wonnemonat? Klar, Herzen! Was könnte also besser passen, als ein Song, in dem schon das Herz im Titel präsent ist: Constellation of the Heart. Wären da nicht die kleinen Fragezeichen.
We take all the telescopes
And we turn them inside out
And we point them away from the big sky
Put your eye right up to the glass, now
And here we’ll find the constellation of the heart

„Wenn Menschen diesen Rat befolgen würden, gäbe es wahrscheinlich weniger Kriege“, sagt Sjaak zu dem Songtext. Für ihn macht Kate in diesen Zeilen etwas Grundsätzliches deutlich: den Unterschied zwischen der westlichen Philosophie (Erkundung und Betrachtung der Umwelt) gegenüber der östlichen Philosophie (Konzentration auf die eigene Entwicklung durch Kontakt mit dem Herzen).
„Vielleicht gibt es mehr Möglichkeiten zu verstehen, wer wir sind und woher wir kommen, aber Kate versucht auf jeden Fall, uns davon zu überzeugen, dass der ‚östliche Weg‘ der einzige Weg ist“, glaubt Sjaak. Vielleicht muss man dazu eben den Fokus wie beim Teleskop umdrehen und auf sich selbst richten. „Das mag ein schmerzhafter Weg sein, aber vielleicht am Ende der einzige Weg zum inneren Frieden“, vermutet Sjaak.
Sein Bild ist in Tilburg unter einer Brücke entstanden. Und das Graffiti zeigt mit den kleinen Fragezeichen auch Sjaaks eigene Zweifel.

Wer den Beitrag über Sjaak verpasst hat, kann hier mehr über ihn erfahren.

Das Song-ABC: Constellation Of The Heart

Manche Lieder haben es etwas schwer. „Constellation of the heart“ erschien 1993 auf dem Album „The red Shoes“, der Song wurde wenig beachtet, auch bei den Fans bekam er keine besondere Aufmerksamkeit. Wenn ein Kommentator überhaupt näher auf diesen Song einging, dann negativ. Ein typisches Beispiel ist Rob Jovanovic in seiner Biographie: „[Der Song] war der zweite Song auf der Platte, der ein wenig so klang, als ob Prince ihn verfasst hatte – obwohl der damit wieder nichts zu tun hatte. Falls Kate damit versuchen wollte, die amerikanische Funkszene zu erobern, war das gründlich danebengegangen – falls nicht, dann auch.“ [1].
Wie so oft bei Jovanovic wird eigentlich nicht auf den Song eingegangen. Er legt ein unterstelltes Zielszenario zugrunde und misst den Song dann an dieser von ihm aufgestellten These. In einem Punkt muss ich Jovanovic aber Recht geben. Man kann diesen Titel als eine Art Verbeugung vor dem Stil von Prince verstehen. Der Titel des Songs ist vielleicht sogar auch von Prince inspiriert. Es gibt einen Prince-Song „Condition of the heart“ auf dem Album „Around the world in a day“ von 1985 [2] und diese Ähnlichkeit im Titel ist doch auffallend.

Sind diese eher negativen Einschätzungen berechtigt? Für mich beruhen sie auf einem etwas oberflächlichen und flüchtigen Blick. Das Album „The red Shoes“ ist ein von Selbstzweifeln und Verlustgedanken durchzogenes Werk. Viele der Lieder kreisen um die Angst vor Veränderungen und der Zukunft. „Constellation of the heart“ klingt eher fröhlich-funkig, finden sich die dunklen Grundströmungen des Albums da wieder? Was will uns dieser Song im Kontext des Albums sagen?
Fangen wir mit dem Inhalt (nach [3]) an. In der Geschichte geht es offenbar um eine Raumfahrt zu fremden Welten. Der Bordcomputer (meine Interpretation!) hat seine Aufmerksamkeit weg vom Himmel nach innen gewandt, weil dort und nicht im Himmel das zu lösende Problem festgestellt wurde („We take all the telescopes / And we turn them inside out / And we point them away from the big sky“). Der Captain (gesungen von Kate Bush) liegt offenbar im Schlaf (vielleicht eingefroren, auf langen Weltraumreisen wäre das eine Methode, die Strecken zu überstehen) und wird vom Bordcomputer geweckt: „Well we think you’d better wake up captain / There’s something happening up ahead / We’ve never seen anything like it“. Der Captain verlangt nach mehr Informationen, ohne will er sich dem Problem nicht stellen. Aber es gibt keine weiteren Informationen, er muss handeln. Diese zentrale Strophe ist ein virtuoser Zwiegesang zwischen Bordcomputer und Captain. Der Captain wird gezwungen, sich mit der „Bedrohung“ zu befassen („What am I supposed to do about it? / We don’t know, but you can’t run away from it / Maybe you’d better face it“).
Graeme Thomson ist von der Komplexität dieses Zwiegesangs ganz angetan. „[Er] besticht durch Gesangsstimmen in kaum je dagewesener Verflechtung, ein Labyrinth aus syntaktisch verschränkten Frage-und-Antwort-Spielen zwischen Kate Bush, Paddy und Colin Lloyd Tucker“. [4]. Die Zeiten sind nicht mehr so unbeschwert wie früher. Der folgende Satz bringt die Situation auf den Punkt: „She can’t run away, like in HOL, she has to stand and face it […].“ [10]. Der Captain hat Angst, dass dieser Blick ins Innere etwas ist, das schmerzen wird: „What am I gonna do? / It is gonna hurt, it is gonna hurt me bad?“ Der Bordcomputer versucht, die Angst zu nehmen. „Who said anything about it hurting? / It’s gonna be beautiful / It’s gonna be wonderful / It’s gonna be paradise“. Der Captain nimmt das an, wendet sich der Situation (dem Leben?) mit allen seinen Ängsten und Zweifeln zu, es ist eine Art Weg zum Himmel. Per aspera ad astra – über raue Pfade gelangt man zu den Sternen.
„Constellation of the heart“  ist ein für Kate Bush typischer Song mit wechselnden Perspektiven. Die Strophen des Bordcomputers werden von einem Chor aus Männer- und Frauenstimmen gesungen („We take all the telescopes“ usw.), der Captain wird von Kate Bush verkörpert. Den Refrain „The constellation of the heart“ singt ebenfalls Kate Bush, in einem sehr zärtlichen Tonfall.  Es ist unklar, ob sie hier in ihrer Rolle als Captain spricht. Für mich singt sie hier selbst und kommentiert damit den Zwiegesang zwischen Bordcomputer und Captain. Dies ist etwas, was Kate Bush betrifft, sie singt es, es ist ihr Herz, ihr Inneres.
Das Wechselspiel zwischen den zwei Perspektiven erlaubt es Kate Bush, eine existentielle Fragestellung kurz und knapp zu beleuchten. Eine Sicht ist dazu da, um die Situation voranzutreiben und die entscheidenen Fragen zu stellen. Die zweite Sicht wird dazu genutzt, die Antworten zu finden. Hier übergibt uns Kate Bush ihre Schlussfolgerungen als Rat.
Musikalisch sind die Ebenen nicht sehr herausgearbeitet bzw. voneinander abgesetzt. Es geht im gleichen Rhythmus und der gleichen Stimmung weiter. Der Song erscheint daher auf den ersten (zweiten) Blick eintönig und konventionell – und das kann man ihm durchaus zum Vorwurf machen. Im Text gibt es klare Verweise auf andere Songs. Es wird zurückgeschaut auf „The big sky“ vom Album „Hounds of love“: „We take all the telescopes / And we turn them inside out / And we point them away from the big sky“. Wir sind acht Jahre später, die Zeit der Unbeschwertheit ist vorbei. Der Blickwinkel wandelt sich. Statt verträumt nach außen zu schauen geht der Blick nun nach innen.

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Foto: Flickr Commons/s58y

„The lyric describes telescopes being turned inside out and pointed towards the heart, “away from the big sky“, which is a direct reference to the track The Big Sky and seemingly a disavowal of old subjects.“ [11] „Just being alive, it can really hurt“ – diese Zeile ist eine zentrale Aussage aus dem Song „Moments of pleasure“ vom selben Album – ein Song über den Verlust, dem man im Leben nicht ausweichen kann. Bei solchen Verweisen überlege ich, ob für Kate Bush ihr ganzes Werk ein zusammenhängendes Kontinuum ist. Lieder stehen nicht einzeln, sie greifen Themen auf, die das Leben von Kate Bush bestimmen, sie kommentieren sich untereinander.
Es gibt keine Aussagen von Kate Bush dazu, ob der Song von einer literarischen Quelle angeregt wurde. In einem britischen Forum wurde die Vermutung geäußert, dass der Roman „The black corridor“ von Michael Moorcock eine Inspiration gewesen sein könnte [10]. „It is about a journey through space where eveyone is in suspended animation for the trip when the captain is awoken by the ship’s computer. He deals with the crisis and decides to stay awake for the rest of the trip. Gradually he begins to lose his mind. Check the book out and you’ll see the connections, particularly the first page.“ Vielleicht ist der Song aber auch vom SF-Klassiker „2001“ beeinflusst. Auch hier wird eine Crew von Astronauten im Kälteschlaf durch das All befördert, der Captain sieht sich mit großen Problemen konfrontiert, die durch den wahnsinnig gewordenen Bordcomputer hervorgerufen wurden. Dieser Film endet ebenso wie der Song in einer Art Paradies/Himmel-
Die bei Kate Bush oft „sprechende“ Tonart ist schwer festzulegen. Notiert ist das in einem e-Moll, aber die Tonart ist verschleiert, es taucht auch der E-Dur-Akkord auf [3]. Die Strophen werden von einem stereotyp wiederholten Akkordablauf über zwei Takte bestimmt: Em7 – Hm7 – Hm7/D  – E7sus4 [3]. Abweichungen gibt es im Refrain zum Text „Constellation of the heart“: Esus4 – Dsus4 – Asus4 – Am – G – Em jeweils über vier Takte. Das ist noch unklarer in der Tonalität, es ist vielleicht ein A-Dur, dass dann wieder in das e-Moll hinübergleitet [3]. In der Coda ertönt dann das „The constellation of the heart“ zur ersten Akkordfolge. Das Sternbild des Herzens ist sozusagen bei der Protagonistin angekommen [3].
Die Deutung der Tonarten ergibt keine eindeutigen Hinweise für eine Interpretation, was für Songs von Kate Bush eher ungewöhnlich ist. Der Tonart e-Moll ist vor allem der Ausdruck der Klage eigen. Sie hat aber noch eine andere Seite, die sich bis zum Ausdruck des Erhabenen steigern kann [5]. A-Dur, das sind „die lichten Höhen“. Charakteristisch ist der dieser Tonart innewohnende Niederstieg von den Höhen des Überirdischen zu den Tiefen des Irdischen [5]. Der Abstieg in die Klage des e-Moll geschieht am Ende des Refrains. Vielleicht geben diese nur angedeuteten Tonarten einfach dieses diffuse Gefühl des Unbehagens wieder, das mit schwierigen und emotional belastenden Situationen verbunden ist.
Ich habe geschrieben, dass der Song in einer Art Paradies/Himmel endet. Das kommt direkt im Text vor: „It’s gonna be beautiful / It’s gonna be wonderful / It’s gonna be paradise“. Es gibt aber weitere direkte Symbole, die sich auf den Himmel oder eine andere Welt beziehen. Es findet sich die Zeile „Ooh find me the man with the ladder […] And he might lift me up to the stars“. Diese Leiter zu den Sternen könnte die Jakobsleiter sein. „Die Jakobsleiter oder Himmelsleiter ist ein Auf- und Abstieg zwischen Erde und Himmel, den Jakob laut der biblischen Erzählung in Gen 28,11 während seiner Flucht vor Esau von Be’er Scheva nach Harran in einer Traumvision erblickt. Sie stand auf der Erde und ihre Spitze reichte in den Himmel.“ [6]. Eine weitere geheimnisvolle Gestalt wird erwähnt: „Ooh and if you see the woman with the key […] I hear she’s opening up the doors to Heaven“. Es gibt eine keltische Göttin Epona. „Epona war […] eine Fruchtbarkeitsgöttin. Als solche entspricht sie der Großen Göttin. Epona wurde in ganz Europa verehrt. […] Ein Schlüssel in der Hand steht symbolisch für ihre Fähigkeit, das Tor zur Anderwelt zu öffnen.“ [7]. Hier musste ich auch spontan an Kate Bush selbst denken, an das Cover zu „The dreaming“ (sie gibt einem Schlüssel mit einem Kuss weiter) und die dazugehörende Textzeile aus „Houdini“: „With a kiss I’d pass the key“.
Auch die letzte mystische Gestalt hat einen Bezug zum Himmel: „Oh, and here comes the man with the stick […] He said he’d fish me out of the moon“. Dieser Stab ist ein altes Gottessymbol. „Im Alten Ägypten war der Krummstab das Herrschaftszeichen verschiedener Könige […] und Gottheiten […]. Er symbolisierte zugleich die Wiedergeburt und Regeneration. Im altägyptischen Totenbuch gehörte der Krumm- beziehungsweise Hirtenstab zum Ausrüstungsgegenstand von Osiris in seiner Funktion als Richter über die Toten. Mit dem Hirtenstab besaß Osiris die Macht, über den Eintritt in das Jenseits zu entscheiden und der Ba-Seele zur täglichen Wiedergeburt zu verhelfen.“ [8]
Der Song ist vielschichtiger, als er auf den flüchtigen Blick erscheint. Er handelt – verkleidet in eine ScienceFiction-Geschichte – von existenziellen Dingen. Wir müssen uns dem Leben stellen. Dass was wichtig ist, das findet sich in uns. Wir können eine Reise zu den Sternen machen, aber da sind unsere Probleme nicht. Wir können wegschauen, aber das ist nicht das, was das Leben von uns verlangt. „Without the pain, there’d be no learning / Without the hurting, we’d never change.“ Finde Dein Herz – das ist die Botschaft. Stelle Dich Deinem Leben. Musikalisch kann man den Song gut so charakterisieren: „[…] Constellation Of The Heart is a happy experiment with disco-funk.“ [9]. Über das „happy“ ließe sich streiten, für mich ist das – wenn überhaupt vorhanden – ein vorgetäuschtes Gefühl. Experiment mit Disco-Funk trifft es aber ganz gut, Hommage an Prince wäre noch passender.
Vielleicht hätte Kate Bush die Inhalte in einer anderen Lebenssituation präziser herausgearbeitet. Hier versteckt sich die Botschaft doch hinter dem etwas gleichförmigen musikalischen Gewand. Ron Moy sagt es ganz prägnant: „In short, the track itself lacks its own clear identity.“ [2]. Das beste Schlusswort findet sich aber in dem britischen Forum: „I know many of you don’t like this song, but it’s probably the most direct way she has explained a way to a more positive and healthy soul.“ [10]. Der Song ist vielleicht nicht Kate Bushs bestes Werk, es ist aber ein zutiefst ehrliches. © Achim/aHAJ
[1] Rob Jovanovic: Kate Bush. Die Biographie. Höfen. Koch International GmbH/Hannibal. 2006. S.183
[2] Ron Moy: Kate Bush and Hounds of Love. Aldershot. Ashgate Publishing Limited. 2007. S.119f
[3] Kate Bush: The red shoes (Songbook). Woodford Green. International Music publications Limited. 1994. S.7ff
[4] Graeme Thomson: Kate Bush – Under the Ivy. Bosworth Music GmbH. 2013. S.318
[5] Hermann Beckh: Die Sprache der Tonart in der Musik von Bach bis Bruckner. Verlag Urachhaus. Stuttgart 1999. S.218 (e-Moll) und S.139f (A-Dur)
[6] https://de.m.wikipedia.org/wiki/Jakobsleiter_(Bibel) (gelesen 12.04.2019)
[7] http://www.zadik-lamas.de/txt_Goetter.htm (gelesen 12.04.2019)
[8] https://de.m.wikipedia.org/wiki/Krummstab (gelesen 12.04.2019)
[9] N.N.: „Booze, Fags, Blokes And Me“. Q, 12/1993
[10] http://katebush.proboards.com/thread/1750/constellation-heart (gelesen 10.03.2019)
[11] https://www.katebushencyclopedia.com/constellation-of-the-heart (gelesen 11.03.2019)