Inspiriert von der Klangfarbe der Musik

Immer wieder stößt man im Netz auf täuschend echte Plattencover, die so nie veröffentlicht wurden. Selten sind es Auftragsarbeiten, öfter hingegen Arbeiten von Studenten, die im Bereich Design arbeiten und sich der Neugestaltung eines Plattencovers als Projektarbeit annehmen. Wie so etwas aussehen kann, ist hier und hier schon in zwei Beispielen zum Hounds of Love-Cover vorgestellt worden. Es tummeln sich im Netz aber auch Menschen, die das Entwerfen von „fake covers“ zu ihrem Hobby gemacht haben. Dazu zählt zum Beispiel Gabriele R. aus Brasilien, die sich auf Flickr tummelt. „Ich bin ein großer Enya-Fan und habe irgendwann entdeckt, dass es zwischen ihr und Kate sehr viele Gemeinsamkeiten gibt“, erzählt Gabriele, wie sie vor einigen Jahren Kate für sich entdeckt hat. Gabriele ist 19. Mit elf Jahren hat sie angefangen, mit Photoshop zu arbeiten. Als Hobby und vor allem um den Umgang mit Photoshop immer besser zu lernen, hat sie irgendwann begonnen, täuschend echte Cover von Veröffentlichungen ihrer Lieblingskünstler zu entwerfen. „Es klingt vielleicht verrückt, aber meine größte Inspiration beim Entwerfen der Cover ist die Klangfarbe der Musik“, sagt sie. Danach wählt sie ein passendes Bild aus, entscheidet sich für bestimmte Effekte, sucht nach den passenden Schrifttypen. Das größte Problem: die passenden Bilddateien zu finden, weil sie nur mit großen Bilddateien arbeitet, um die entsprechende Qualität sicherstellen zu können. Manchmal lässt sie sich aber auch von anderen Einflüssen inspirieren. Ihr Cover mit dem gespiegelten Wuthering Heights-Schriftzug etwa ist von dem Filmposter inspiriert. „Es ist nicht immer eine sehr organisierte Herangehensweise, meistens sogar eher chaotisch – aber es funktioniert“, erzählt sie. Eine besondere Beziehung hat Gabriele zu „The Ninth Wave“, weil es sie an das Schicksal einer brasilianischen Schauspielerin erinnert, die am Neujahrstag 1989 ertrunken ist.  Die fake cover von Gabriele sind bestechend professionell. Bei Cloudbusting verschwimmt der Schriftzug zu Wolken, aus Hammer Horror trieft das Blut, vebunden mit Humor: „More fear guaranteed!“ pappt als Aufkleber auf dem Cover, so wie Pi mit dem Warnhinweis „Parental Advisory Mathematical Content“ versehen wird.  Mit The Ninth Wave, Pi, Joanni oder Waking the Witch kreiert Gabriele zudem fake cover zu Formaten, die es (leider) so nie gab.  Es sei alles nur ein Hobby und sie würde das auch gar nicht professionell betreiben, entschuldigt sich Gabriele beinahe. Dabei sind ihre Entwürfe der beste Beweis, dass man sich auch von der Klangfarbe der Musik leiten lassen kann.

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

Bitte ausfüllen. Danke. * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.