TKI-Jubiläum: Ein Novum in der Pop-Welt

The KIck InsideVor 35 Jahren hat eine kleine, schüchterne junge Dame ein riesiges Ausrufungszeichen in die Musikwelt gesetzt. Und mit „The Kick Inside“ das Auditorium polarisiert. Aber egal ob totale Ablehnung, orientierungslose Verwunderung oder frenetische Begeisterung: keiner kam an Kate Bush vorbei. Der Aufmerksamkeitspegel war „over in the red“. Schon mit der Single „Wuthering Heights“ hat sie sich als absolutes Novum in der Pop-Welt angekündigt. Und mit der Durchsetzung gerade dieses Songs als erste Single gegen die Vorstellungen der EMI den „David gegen Goliath“-Konflikt für sich entschieden. Es wird nicht ihr letzter Triumph über das Business sein. In künstlerischen Dingen wird sie sich in Zukunft immer mehr Selbstbestimmung verschaffen, bis zur totalen Kontrolle jedes auch noch so kleinen Details. Bei „The Kick Inside“ hat die Produktion noch Andrew Powell allein übernommen und auch bei den Arrangements die Credits bekommen. Dennoch: „The Kick Inside“ ist wohl an keiner Stelle überproduziert und die meisten Songs sind sehr nahe an den Demo-Versionen. In ihren Kompositionen hat sie schon auf dem Debüt-Album gezeigt, zu welcher Vielfalt sie fähig ist. Von der Ballade am Piano über Prog-Rock, Reggae & Ska, Dub-Sounds, Südseeklängen, Walgesängen bis zu jazzigen Elementen spreizt sich schon hier der Klangfächer der Bush. Und die erkennbare Vorliebe für Streicher-Arrangements wird noch über die nächsten Alben anhalten.
Textlich ist Kate weit entfernt von Teenage-Boy-Meets-Girl-Plattitüden. Da wird eine Lanze gebrochen für die Frauen als Quell des Lebens, eine besonders innige aber auch inzestöse Geschwisterliebe besungen, die weibliche Biologie thematisiert. Das Erwachsenwerden, sich entwickeln unter dem Einfluss prägender Menschen, Verführung und ein für die damalige Zeit ziemlich offener Umgang mit Sex. Und hey, einige der Stücke hat sie schon im zarten Alter von etwa 13 Jahren am Piano auf dem Familienanwesen geschrieben.
All das und natürlich die Einzigartigkeit Ihrer Stimme, die künstlerische Exzentrik, die in so starkem Gegensatz zur schüchternen Zurückhaltung der Person Kate steht, lässt die Platte in Europa, Japan und Australien in den Charts rotieren. Einzig die USA haben Kate erst mit ihrem vierten Album für sich entdeckt.
Mit „The Kick Inside“ hat Kate Bush eine unauslöschbare Spur in der Musikwelt hinterlassen und war Inspiration für viele Musikerinnen.

Thomas Stämmler

1 Kommentar

  1. 35 Jahre alt und immer noch bis ins Dead Wax voll mit genialer Musik und schönen Erinnerungen … seufz
    Habe ich eigentlich schon erwähnt, TKI ist mein Lieblingsalbum Nr1 🙂

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