Der Pakt mit Gott

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Mit freundlicher Genehmigung von Marit Barentsen

Manche Geschichten beginnen ganz simpel und entwickeln sich wundervoll. Zum Beispiel die Geschichte des Blogs von Rachel Whetzel. Sie hat 2009 den Blog „A year in the life of an Art Journal“ begründet. Die Idee: Rachel gibt eine Kunstaufgabe vor, die Gäste setzen sie um. Aktuelles Beispiel: Fangt den Sonnenschein ein. Wer fotografiert, soll seine Kaffeetasse vor die Sonne halten und abdrücken. Alternativ kann man auch seiner Webseite farblich neuen und vor allem hellen Glanz verleihen oder sich mit hellen Farbtönen kreativ betätigen. Spannend sind die Reaktionen: Es entstehen bei jeder Aufgabe immer neue und wundervolle kleine Kunstwerke. So zum Beispiel das Werk von Marit Barentsen zu Kates‘ Song „Running up that Hill (A deal with God)“ vor zwei Jahren. Unbeabsichtigt zu Kates‘ Geburtstag (die Aufgaben werden immer zum 15. und 30. jeden Monats gestellt) hatte Rachel darum gebeten, passend zum Song künstlerisch die Frage „What’s the deal?“ zu beantworten. Marit hat die Aufgabe mit einer ebenso einfachen wie klaren Formensprache gelöst. „Bei dem Thema ‚einen Pakt mit Gott zu schließen‘ habe ich sofort an Händeschütteln gedacht“, erzählt Marit.

Wer ein bisschen genauer hinschaut erkennt, dass das aus Papier erstellte Bild Text aufweist. Marit hat auf Seiten aus einem alten Geschichtsbuch aus den Niederlanden, wo sie lebt, zurückgegriffen, in dem es um Menschenrechte geht. „Als Frau und Feministin finde ich es wichtig, dass diese Rechte hochgehalten werden und ich fand es angebracht, sie auf einer Seite zu nutzen, auf der es um einen ‚Pakt mit Gott‘ geht“, erlärt Marit. Dass sie ihr Handwerk versteht, wird beim Entstehungsprozess des Bildes deutlich: „Ich habe zuerst die Textseiten auf dem Hintergrund verklebt. Dann habe ich aus einer Kunststofffolie eine Schablone für die Hände angefertigt und das Papier zunächst mit gelber Farbe eingesprüht.“ Im nächsten Arbeitsschritt folgte durch eine Lochmaske die rote Farbe. Der Text wurde dann mit schwarzer Tinte gestempelt.

Ein überaus aufwändiges Verfahren, das deutlich macht, mit wie viel Liebe zum Detail Marit an die Aufgabe herangegangen ist. „Wenn ich etwas erschaffe, hat jedes Stück Papier, jede Farbe und Text in der Arbeit eine Bedeutung. Für den Betrachter ist das nicht immer offensichtlich und manchmal ist es nur eine symbolische Bedeutung für mich privat. Aber ich kann einfach nichts ohne diese tieferen Sinn irgendwo auf der Seite kreieren“, betont Marit. Leider ist es bisher ihr einziges Bild mit einem Bezug zu Kate. Dabei mag sie Kate seit sie 15 ist. Irgendwann in den späten 70ern hat sie mit 15 erste Videos und Auftritte von Kate gesehen und war besonders davon beeindruckt, dass Kate tanzte und mit dem Headset gleichzeitig singen konnte. Ihr Lieblingssong ist „The man with the child in his eyes“. So wie sich unbedingt ein Blick in den tollen Blog von Rachel lohnt, wo man die wunderschönen Ergebnisse aller Aufgaben im Archiv finden kann, lohnt sich ebenfalls ein Blick in Marits Blog hier. Die Frage, welchen Pakt Marit selbst mit Gott abschließen würde, ist ihr natürlich auch gestellt worden – von ihrem Lebensgefährten. Die Antwort war sehr diplomatisch: „Ich überlasse es jedem selbst, eine Antwort zu finden.“

1 Kommentar

    • Marit auf 19. August 2013 bei 13:25

    Thanks for featuring my work Burkhard! I published a translation in English on my facebook-page here: https://www.facebook.com/MaritsPaperWorld
    This inspired me to listen to more Kate-songs and I expect that I will make some new, Kate-inspired art in the near future.

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