„Jeder Fan ist von Kate Bush tief berührt“

Ab dem 6. September ist die neue Doku von Claire Laborey über den Werdegang von Kate Bush bei arte in der Mediathek online, am 13. September wird sie ausgestrahlt. Im Interview mit morningfog.de verrät Claire vorab schon ein paar Details über die Doku.

Der deutsche Titel zu Deiner Doku über Kate Bush bei arte lautet „stimmgewaltig und exzentrisch“. Was hat für Dich Kate Bush so interessant gemacht, dass Du eine Doku über sie drehen wolltest?
Claire: Ihr steter Einfallsreichtum, wie sie ihre Musik immer wieder erneuert, aber auch die vielfältigen Einflüsse, die sie musikalisch verarbeitet. Und natürlich auch der Umstand, dass sie stets auf neue Generationen eine große Anziehungskraft ausübt.

Bleiben wir mal bei dem Wort exzentrisch, was im deutschen Sprachgebrauch ja der falsche Begriff ist, weil es eine Person meint, die zwar von üblichen Normen abweicht, aber eher auf eine übertriebene Art und Weise. Kate hingegen steht ja eher im Musikgeschäft außerhalb jeglicher Normen, weil sie ihre eigenen Normen geschaffen hat. Ist sie damit für Dich auch eine Art feministisches Vorbild?
Claire: Ja, das sehe ich ähnlich. Ich bin mit dem Begriff aber trotzdem einverstanden, weil es offenbar schwierig war,  meinen französischen Titel „La sorcière du son“, zu übersetzen. Die ‚Hexe des Tons‘ hätte im Deutschen noch viel weniger gepasst. Für mich ist Kate Bush ein Freigeist, eine sehr starke Frau, die sich mit ausgezeichneten Menschen umgibt und die ständig dazulernt – und das über Jahrzehnte hinweg. Sie zeigt uns ihren eigenen Weg, auch beim Thema Emanzipation, wo sie sich und ihre Arbeit ständig infrage stellt. Sie ist ein perfektes Beispiel dafür, dass man sich auch als Frau in der von Männern dominierten und sehr geschlossenen Welt der Schallplattenindustrie behaupten kann.

Bei unserem ersten Kontakt im Mai 2018 hattest Du erzählt, dass Du in Deiner Dokumentation Stationen der Karriere von den Anfängen bis heute nachzeichnen, aber vor allem auch auf die Suche danach gehen wolltest, was genau den Mythos Kate Bush ausmacht. Wie ist Dir das in Deiner Dokumentation gelungen?
Claire: Die Frage musst Du eigentlich beantworten, wenn Du die Dokumentation gesehen hast. Ich hoffe es ist mir gelungen, etwas von der Magie und der Faszination deutlich zu machen, die Kate Bush auf ihre Fans, aber auch auf die wunderbaren Musiker, mit denen sie zusammenarbeitet, ausübt.

Inwieweit war es denn für Dich ein Problem, wenn man den Anspruch hat, Stationen von Kate von 1979 bis heute nachzuzeichnen, und man dabei kaum eine Möglichkeit hat, auf aktuelles Bild- oder Filmmaterial zurückgreifen zu können?
Claire: Ich habe mich auf ihren musikalischen und kreativen Arbeitsprozess konzentriert. Und dabei mit filmischen Mitteln versucht zu zeigen, was Kate Bush als Künstlerin ausmacht, auch das Rätselhafte, was sie umgibt. Für das Filmende bedeutete das, dass man nicht alles sagen und zeigen kann, sondern ihrer musikalischen und narrativen Erneuerung Rechnung trägt, auch mit der Betonung ihres Verlangens nach Rückzug.

Ich weiß, dass Du versucht hast, nicht nur an Kate selbst heranzukommen, sondern auch an Ihr direktes Umfeld, also John Carder und Paddy Bush oder Danny McIntosh. Warum ist das gescheitert?
Claire: Wie Kate selbst wollten auch sie ihre Intimität und Stille rund um diese Arbeit und ihr tägliches Leben mit der Sängerin schützen. Auch da muss man dann auf die Archive zurückgreifen; das Material sagt aber auch viel über sie aus.

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Auf welche Gesprächspartner können wir uns denn in Deinem Film freuen?
Claire: Es gab sehr schöne Begegnungen mit Brian Bath and Vic King, Pat Martin, Andrew Powell, Stewart Arnold, Preston Heyman, Glenys Groves, John L Walter, Nick Launay, Guido Harari, Youth, Jaz Coleman, und Mandy von Cloudbusting. Aber auch die Gespräche mit Biograph Graeme Thomson und den beiden Photographen Gered Mankowitz und Guido Harari waren wunderbar. Nicht zu vergessen die Treffen mit ein paar sehr leidenschaftlichen Fans.

Welcher Fan hat Dich am meisten beeindruckt?
Claire: Gar nicht mal ein einzelner Fan. Es ist eher eine kollektive Bewegung, die eine glückliche Zeit miteinander verbringen. Und jeder ist auf seine ganz eigene Art von Kate Bush tief berührt. Und so ist es ja auch: Jeder Teil ihres Werdegangs und die Faszination, die sie ausübt, sind beeindruckend, egal ob es um die Entdeckung der Weiblichkeit geht, die Freiheit des Geistes oder die mystisch-magischen Aspekte ihrer Musik.

Gib‘ doch mal einen Tipp ab: Wann kommt ein neues Album von Kate heraus?
Claire: Lieber Bugi, da lauern wir beide drauf …

1 Kommentar

  1. Danke für den Tipp mit der Doku.
    Was aber soll der Feministinnenquatsch?
    Gruß
    Uwe

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