Mrz 20 2015

„Mit unserer Musik Emotionen erzeugen“


Heute erscheint das neue Album „Sound of Slow“ der Gruppe „Superstrings“. Mit dabei eine Live-Version des Kate-Klassikers „Running up that Hill“. Wie es zu dem Cover kam und was sie an Kates Musik fasziniert, erzählen Carolin Heiss und Marc-Sidney Müller von „Superstrings“ im Interview mit morningfog.de.

Ihr habt Euch für Eure neue CD “Sound of Slow” mit “Running up that Hill” einen Klassiker von Kate als Cover ausgesucht. Ein Song, den jeder im Ohr hat. In Eurer Version ist der Drummer fast arbeitslos, ihr setzt ein Vibraphon ein, der Synthesizer dreht zwischendurch ziemlich ab, der Song wirkt erstaunlich “Slow” und das klingt alles richtig gut. Mit welchem Respekt geht man an so einen bekannten Song ran?

Carolin Heiss:  Mit großem Respekt. Deshalb wollten wir es unbedingt auf unsere Art machen, da man Kate Bush nicht kopieren kann. Unser Ziel war es, die verletzte und kämpferische Emotion des Originals mit unserer eigenen Instrumentierung und meiner Stimme zu transportieren.

Gibt es eine Erklärung dafür, warum es so viele Cover von “Ruth” gibt, während so wundervolle Lieder wie “All the Love” oder “Moments of Pleasure” weniger Beachtung finden? Warum habt Ihr Euch für “Ruth” entschieden?

Supers_2013_01_kleinMarc-Sidney Müller: Wir und Placebo haben vor Jahren jeweils einen Song für einen Film von Vanessa Jopp (Engel und Joe) beigesteuert. Dabei bin ich auf das „Running up that Hill“-Cover von Placebo gestoßen. Da wollte ich den Song auch unbedingt mal selber spielen.
Carolin: Mich hat dieser Song in meiner Jugend begleitet und er hat heute immer noch die gleiche Kraft.

Auf Eurer Internetseite habt Ihr ein paar Trailer eingestellt, wie Eure Songs entstehen. Das sieht nach harter Arbeit aus, nach Experimentieren mit den unterschiedlichsten Sounds. Was erwartet den Hörer auf Eurer neuen CD?

Marc-Sidney: Tatsächlich ist das sehr harte Arbeit, weil wir unter anderem all unsere Sounds selber designen und sehr lange an unseren Songs feilen. Den Hörer erwartet eine sehr eigenwillige, unkonventionelle CD – Musik, die sich zwischen Trip Pop, Alternativ und Elektro bewegt. Wir werden in Zukunft noch mehr Videos über unsere Studioarbeit auf unserem Soundofslow-Youtube-Channel veröffentlichen.

Euer Hauptaugenmerk liegt auf Musik für TV-Produktionen von Arte, ZDF oder dem Bayerischen Rundfunk, ihr habt zu vielen Filmproduktionen die Musik beigesteuert. Etwas flapsig ausgedrückt vertont ihr fremde Bilder. Was macht für Euch den Reiz einer eigenen CD mit selbstgeschriebenen Songs aus? Entsteht dann die Musik zu den eigenen Bildern, die man im Kopf hat?

Carolin: Unsere Arbeit, die Filmmusik, beeinflusst sehr stark unser Songwriting. Bilder inspirieren uns zu Stimmungen, Texten und Zuständen, die uns dann wiederum oft zu ungerader Metrik und filmmusikalischen Klängen in unseren Songs inspirieren. Bei unserer Musik sind wir allerdings der Chef. Unsere Arbeit als Filmmusiker finanziert sozusagen unser Künstler-Dasein und ermöglicht uns die Freiheiten, das zu tun, was uns gefällt.

Ein Reiz von Kates Songs ist, dass sie in ihrer Musik Geschichten erzählt, die beim Hören auch ohne ein dazugehöriges Video oft wie ein abgeschlossener, komprimierter Film funktionieren. Was kann ein Musiker, der vorwiegend für TV- und Filmproduktionen arbeitet, daraus lernen?

Carolin: Das ist es wahrscheinlich, was uns unter anderem schon immer an Kate´s Musik bzw. Kunst fasziniert hat. Wir sind durch unseren Filmjob sehr „Geschichtenaffin“ und möchten in unseren Texten und mit unserer Musik Geschichten oder Emotionen erzählen beziehungsweise erzeugen.

“Sound of Slow” ist Euer 2. Album. Da könnt ihr mit Kate locker mithalten: sieben Jahre liegen zwischen den beiden Alben. Gibt es bei Euch eine Unterscheidung zwischen hartem Job, also der Filmmusik, und dem Privatvergnügen, also den Alben von “Superstrings”?

Marc-Sidney: Ja, der Beruf des Filmmusikers ist hart, aber toll. Die eigene Musik herzustellen ist allerdings noch viel anstrengender. Da wir alles (Songs, Produktion, Grafik, Design, Videos, etc.) teilweise zusammen mit befreundeten Künstlern selbst bearbeiten und realisieren, braucht das viel Zeit. Gerade haben wir letzte Nacht bis 5 Uhr morgens noch an unserem Video zur Single „Greater“ geschnitten. Während andere im Wochenende sind oder in den Urlaub fahren, sitzen wir immer noch im Studio. Da rast die Zeit und auf einmal sind sieben Jahre vorbei. In Zukunft wollen wir aber nicht mehr so lange warten.

Ihr seid beide große Kate-Fans. Könnt Ihr Euch weitere Cover von ihr vorstellen?

Carolin: Es ist eine sehr große Verantwortung Kate zu Covern. Wir möchten uns nicht als eine Coverband verstehen. Unser Cover von „RUTH“ soll eine Hommage an Kate Bush sein und darf nicht beliebig werden.

Eure Live-Aufnahme von “Ruth” kann man sich ja bei Youtube ansehen. Gibt es nach der Veröffentlichung von “Sound of Slow” neue Konzerte von Euch?

Carolin: Soeben haben wir die Konzertagentur ASS Concerts in Hamburg als Partner gewinnen können, die für uns dieses Jahr ein paar Konzerte planen. Wir bereiten auch gerade einige Live-Streaming-Konzerte aus unserem Studio vor. Am besten auf unserer Homepage oder Facebook-Seite oder Youtube-Channel bei Interesse nachlesen. Im Moment konzentrieren wir uns auf die anstehende CD-Veröffentlichung und die Promotion unserer Musik.

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