„Ein Kreuzweg in das unbekannte Innere“

hol2Wenn Kate in ihren Konzerten den 1985er Songzyklus „The ninth wave“ in den Mittelpunkt ihrer Konzerte rückt und erstmals live aufführt, kommt dem Album „Hounds of Love“ eine besondere Bedeutung zu. Für viele Fans gilt es als  ihr bestes Werk, es war zumindest ihr erfolgreichstes. „Das Album ‚Hounds of Love‘ ist ein Höhepunkt in der Karriere von Kate Bush, ein Meilenstein. Wie kaum ein Bush-Album vorher ist es ein Blick in eine eigene, faszinierende Welt“, schreibt Achim in seiner neuen Analyse des Albums: „Die erste Seite ist eine Handvoll von Liebesliedern über problematische Beziehungen. Die Musik ist popsong-artig, zugänglich. Niemals waren Songs von Kate Bush chartstauglicher. Das gilt aber nur für die Musik – die Texte sind von abgründigerer Natur. Komplexe Aspekte der Liebe werden thematisiert. Dass Liebe nicht nur sonnig, sondern gleichzeitig auch beängstigend sein kann, wird schon durch den Titel dieser Seite (und des Albums) verdeutlicht – ‚Hounds of Love‘.“ Dabei geht Achim Titel für Titel durch: von Running up that hill als Song, der von der Unmöglichkeit handelt, „dass sich zwei Liebende wirklich verstehen können und wie verlockend es wäre, für eine kurze Zeit die Körper tauschen zu können und in die Seele des Gegenüber einzutauchen“, über Hounds of Love, in dem „die Furcht vor der dämonischen, zerstörerischen Kraft der Liebe“ thematisiert wird, The big sky „(Es geht um das Nicht-Verstanden-Werden in Beziehungen.“), zu Mother stands for comfort („Jemand verlässt sich auf die bedingungslose Liebe seiner Mutter, ganz egal was er getan hat.“) und Cloudbusting („Der Song handelt von der Liebe zwischen Sohn und Vater, bedroht durch äußere Kräfte.“). Interessant ist Achims These, dass sich die scheinbar zusammenhanglosen Hits von Seite eins nicht nur als Gegenpart zum Konzeptteil „The ninth wave“ betrachten lassen, sondern auch als Spiegel. „Für mich ist ‚The ninth wave‘ eine düstere Suite über den Tod und die Wiedergeburt“, schreibt er. Und: „In dieser Suite entfernt sich die Protagonistin von Lied zu Lied weiter von der Realität, taucht tiefer ein in das Unbewusste – bis zum Wiederauftauchen im letzten Song.“ Oder anders ausgedrückt: „‚The ninth wave‘ ist ein Weg durch das Dunkel. ‚The ninth wave‘ ist ein Kreuzweg, eine Heldenreise in das unbekannte und gefährliche Innere. Nur die Liebe rettet.“

Die komplette Analyse von Achim gibt es auf der Seite „Alben“ und ab morgen auch im Forum.
Passend dazu wird in den Tagen vor den Konzerten auf morningfog noch ein sehr ausführliches Interview in vier Teilen erscheinen, das der Journalist Andreas Hub 1985 mit Kate anlässlich der Veröffentlichung von HOL geführt hat.

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