Herr Böttcher entdeckt immer wieder Neues

hb3Kennen Sie das auch, liebe Leserschaft? Sie hören einen Song von Kate, den Sie schon hunderte Male gehört haben, rauf und runter, immer wieder, weil sie ihn immer schon gut fanden … Und dann? Plötzlich halten Sie inne und denken sich bei:  Alte Scheiße, was ist denn das für ein geniales Lied? So als würden Sie diesen Song zum allerersten Mal hören. Sicherlich, kann einem das auch mit anderen Songs von anderen Künstlern so gehen, dennoch findet Herr Böttcher, dass ihm dieses Phänomen viel öfter bei Liedern von Kate Bush passiert.
Im Grunde kann das einem mit fast jedem Kate-Song widerfahren. Der eine hält inne, weil ihn jetzt erst die enorme Kraft von „Love and Anger“ überkommt, die nächste verstummt, weil sie jetzt erst die Liebe versteht, die in „Mother stands for comfort“ steckt, ein anderer wieder bemerkt jetzt erst in „Cloudbusting“ die Wortspielerei mit „son“ und „sun“ (Am Rande: Für Mrs. Bush ist es ja eigentlich schon fast ein prophetisches Lied, als offenkundig recht stolze Mutter eines Sohnes).
Dass man Kates Musik immer wieder neu entdecken kann, könnte man einfach kurz fassen, indem man sagt: Sie ist eben genial. Für Herrn Böttcher ist die Musik der Bush zeitlos. „Running up that hill“ war nie ein 80iger-Jahre-Song. Erst kürzlich hat Herr Böttcher „Never for Ever“ durchgehört. Und er kam ganz von allein, der Ich-entdecke-Kate-Bush-neu-Moment. Der funktioniert nämlich auch, wenn man sich einfach nur die Zeit nimmt, sich hinsetzt und eine Kate-Bush-CD  von Anfang bis Ende durchhört. Einfach hinsetzen und zuhören. Nicht simsen, nicht essen, nicht stricken. Nur sitzen und hören, vielleicht sogar in der blauen Stunde, dann, wenn aus dem Tag die Nacht wird. Die meisten von uns haben bestimmt mehr als einmal am Tag das Gefühl, ihnen laufe die Zeit davon. Und jeder würde gern einmal innehalten. Als Kate-Bush-Fan muss man nicht lernen zu meditieren, um der schnelllebigen Zeit etwas entgegen zu halten. Man muss sich einfach nur hinsetzen, Kate einlegen und weiß, es wird wieder viel zu entdecken geben. Nicht eine Minute wird verschenkt sein. Und so kommt es, wie es kommen muss und Herr Böttcher kommt wieder einmal zu dem Ergebnis: Kate Bush ist Kate Bush ist Kate Bush.  Some moments that I’ve had, some moments of pleasure. I think about us lying,  lying on a beach somewhere. I think about us diving, diving off a rock, into another moment.

Herr Böttcher fährt nach London. Zu Kate. Und wir begleiten ihn. Oder er uns.
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1 Kommentar

    • Achim (aHAJ) auf 16. Juli 2014 bei 16:29

    Es muss einmal gesagt werden, dass mir die Kolumne von Herrn Böttcher sehr gefällt!

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