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Dez 09

Lunas Pop-up Museum in Zaandam

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Ein Interview mit Luna van der Horst von Beate Meiswinkel

Vor ungefähr drei Jahren entdeckte die 15-jährige Niederländerin Luna van der Horst die Musik von Kate Bush. Dieses Jahr hat das kunstbegeisterte Mädchen ein großes Projekt verwirklicht: In ihrer Heimatstadt Zaandam in Nordholland hat sie im elterlichen Heim ein Kate Bush Pop-up Museum eröffnet. Die Schülerin des St. Michael College, die zur Zeit in die Sekundarstufe geht, setzt damit ihr Profil-Projekt um.

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Drei der gezeigten Kunstwerke von Lousanne Schuuring (oben), Anouschka Zanolla (Mitte) und Esther Hans (unten). Fotos (3): Harold Hulskers

In deinem Kate Bush Pop-up Museum sind viele verschiedene Arten von Kunst von 15 verschiedenen Künstlern zu finden. Kannst du uns ein wenig über die Künstler und ihre Werke verraten? Was erwartet die Besucher deines Museums?

Luna: Es sind inzwischen sogar 19 Künstler, einige davon arbeiten als Paar zusammen. In meinem Museum gibt es Arbeiten von: Aran Benner. Er hat ein sehr großes, theatralisches Musikinstrument gebaut, eine Kreuzung zwischen Doppelbass, Banjo und einem altmodischen Plattenspieler. Bregtje Zitman-Deelen hat drei Portraits gefertigt; ein Video-Standbild aus Army Dreamers, ein Portrait der älteren sowie eines der jüngeren Kate Bush. Buket Albayrak hat ein magisches, schwimmendes Objekt von einer Katze und einem Hund gebaut. Es heißt „Cathy and the Hound of Love“. Den Raum um ihr Objekt dekorierte sie mit kleinen Spiegeln in Form von Musiknoten, die sie ebenfalls gemacht hat. Edgar van der Woude schneiderte ein schönes Couture-Kleid, inspiriert von Kates rotem Kleid aus dem Wuthering Heights-Video. Esther Hans malte ein großes, wunderschönes Gemälde, während sie The Kick Inside und Lionheart hörte. Auf dieses außergewöhnliche Bild schrieb sie in sehr persönlichen Worten, welche Bedeutung Kate Bush in ihrem Leben hat. Eveline Heijkamp machte Videokunst mit den Stücken Moving, The Saxophone Song, Strange Phenomena und Wuthering Heights. Die Besucher können ihr Werk auf einem kleinen Fernsehgerät in einer ruhigen Ecke bewundern und Kates Musik über Kopfhörer genießen. Gea Zwart steuerte mit Life and Death das größte Gemälde der Ausstellung bei. Es ist mit dem Song And Dream Of Sheep verbunden, da die Person auf dem Bild zwischen Leben und Tod schwebt. Gerben Valkema & Eric Hercules: Dieses Paar ist in den Niederlanden für ihre Elsje-Cartoons sehr bekannt. Sie steuerten eine sehr lustige Zeichnung von einer erschöpften Elsje bei, die einen Hügel hinauf läuft: Running Up That Hill! Ein weiteres Künstlerpaar, Joost Pielkenrood & Katrine van Klaveren, machte eine Außeninstallation aus fluoreszierenden, elastischen Bändern für das Lied „Rubberband Girl“. Wenn man sich durch diese bewegt, „tanzt“ man wie Kate Bush! Lousanne Schuuring fertigte zwei Glasskulpturen. Eine ist ein Vogel, verbunden mit Prelude von An Endless Sky Of Honey. Die andere ist eine blau gefärbte Säule mit einem kleinen Gesicht in der Mitte, inspiriert von Symphony In Blue, wie du dir vielleicht schon gedacht has. Marja Eshuijs nähte eine kleine schwarze Lederhandtasche, die mit Efeublättern dekoriert ist, inspiriert von Under The Ivy. Dazu gibt es auch passende Handschuhe! Martijn Couwenhoven machte eine außergewöhnliche Kohle- und Pastell-Zeichnung auf einer Tafel. Michel Teunen baute ein Wandobjekt aus Polyurethan-Hartschaum in Form von Korallen sowie Schmuck aus demselben Material. Panda (ja, so heißt sie wirklich!) Gielen hat eine Serie digitaler Kunstwerke von Kate Bush Fotos gemacht; diese ist keinem besonderen Lied gewidmet, sondern Kate Bush selbst. Stefana Caramanica hat ebenfalls eine ganze Serie angefertigt. Sie fotografierte eine Mutter mit ihren beiden Kindern, alle drei stammen aus Irland, leben in den Niederlanden und wurden vom Familienvater im Stich gelassen. Die Fotos sind inspiriert von Don’t Give Up von Kate Bush und Peter Gabriel. Willem Moeselaar stellte Grafikdrucke her, die auf den ersten Blick sehr fröhlich wirken, schaut man aber genauer hin, entdeckt man auf jedem Bild scharfe Ecken und Kanten. Waking The Witch hat diese Werke inspiriert. Rob Scholte hat sich etwas sehr Überraschendes einfallen lassen, ganz speziell für K8&I! Er hat uns auch neun Kunstwerke zur Verfügung gestellt, „The Glossies“. Das sind übermalte Fotografien. So hat er aus normalen Fotos außergewöhnliche Bilder gemacht, genau das, was auch Kate tut: etwas Außergewöhnliches.

Besonders beeindruckt haben mich ein Kaleidoskop-artiges Lionheart-Bild und das halb Luna/halb Kate Motiv, wunderschön! Kannst du uns ein bisschen über diesen beiden erzählen?

Luna: Das Kaleidoskop-artige Lionheart-Bild stammt von Panda Gielen, sie ist übrigens meine Großmutter. Sie ist Digital-Künstlerin und hat die oben erwähnte Serie von Kate-inspirierten Kunstwerken gemacht. Wir haben dieses Bild als Überraschung für sie auf Aluminium gedruckt, das war ein großer Erfolg! Das „Kate and I“-Bild ist eines der Kunstwerke, die ich selbst gemacht habe. Ich wollte ein Markenzeichen für die Ausstellung, für Flyer, Social Media etc. Das Bild wurde nach der Ausstellung mit K8&I betitelt.

Kannst du uns etwas über eure „Cathy“ verraten, die mysteriöse Schaufensterpuppe?

Luna: Cathy ist das Maskottchen des Museums! Sie trägt das bereits erwähnte Couture-Kleid von Edgar von der Woude.

Kate Bush ist nicht nur eine begnadete, sondern auch eine sehr inspirierende Künstlerin. Würdest du dem zustimmen? Wie hat sie dich inspiriert?

Luna: Sie inspiriert mich dazu, außergewöhnlich zu sein, dazu, dieses kleine Bisschen mehr zu geben, um etwas Einzigartiges zu machen! Weil sie so viele Dinge gemacht hat und auch sehr bekannt ist, war sie die perfekte Persönlichkeit für ein Kunstmuseum!

luna3Wird das Museum denn fortgeführt, vielleicht auch andernorts, oder wird es bei einer zeitlich begrenzten Ausstellung bleiben?

Luna: Wahrscheinlich bleibt es vorübergehend, aber ich würde gerne in der Zukunft weiter machen. Ich weiß es jetzt aber noch nicht – wir werden sehen!

Fans und Kunstliebhaber können das Kate Bush Pop-up Museum am Samstag, 10. und 11. Dezember zwischen 11 und 17 Uhr hier besuchen: Botenmakersstraat 9 in Zaandam, Niederlande. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen gibt es hier und hier.

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