{"id":7123,"date":"2024-09-01T15:25:59","date_gmt":"2024-09-01T13:25:59","guid":{"rendered":"http:\/\/morningfog.de\/?p=7123"},"modified":"2024-09-01T22:47:10","modified_gmt":"2024-09-01T20:47:10","slug":"leaving-my-tracks-das-tagebuch-ihrer-lieder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/morningfog.de\/?p=7123","title":{"rendered":"Leaving My Tracks: Das Tagebuch ihrer Lieder"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/vron640.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"480\" src=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/vron640.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7104\" srcset=\"https:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/vron640.jpg 640w, https:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/vron640-300x225.jpg 300w, https:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/vron640-605x454.jpg 605w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Vron Ongley mit dem Buchcover der nie erschienenen Biograhpie Leaving My Tracks. Foto: Beate Meiswinkel<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Von Beate Meiswinkel<\/strong><br>Kate Bush hat schon immer sehr sorgf\u00e4ltig darauf geachtet, nur das zu ver\u00f6ffentlichen, hinter dem sie hundertprozentig steht. Auf diese Weise verblieben etliche Dinge im Ideenstadium oder in der Schreibtischschublade. Dieser Tatsache verdanken wir Werke von au\u00dfergew\u00f6hnlicher Tiefe, voller Kreativit\u00e4t und Originalit\u00e4t. Leider blieb uns dadurch auch vieles versagt. Wir haben uns an lange Pausen zwischen Alben ebenso gew\u00f6hnt wie an den beinahe v\u00f6lligen R\u00fcckzug der K\u00fcnstlerin aus der \u00d6ffentlichkeit. Eher schmerzlich ist dabei das Wissen um Projekte, die es beinahe in die Ver\u00f6ffentlichung geschafft h\u00e4tten. So hoffen wir nach wie vor auf das immer unwahrscheinlicher werdende Erscheinen einer <em>Before The Dawn<\/em>-DVD\/Blue Ray, mit der viele von uns fest gerechnet hatten. Zum Greifen nahe, doch unerreichbar bleibt auch ein literarisches Fr\u00fchwerk mit dem Titel <em>Leaving My Tracks<\/em> (ca. 1981). Die Produktion seitens des Verlags Sidgwick &amp; Jackson Limited war immerhin schon so weit gediehen, dass Entw\u00fcrfe eines Schutzumschlags einschlie\u00dflich Preisangaben, ISBN-Nummern und Klappentexten der Autorin gedruckt wurden. Bei meinem Besuch in England traf ich beim 2024er Katemas-Treffen auf Vron, die Besitzerin eines dieser raren Exemplare. Sie hatte dieses sorgf\u00e4ltig gerahmte Sch\u00e4tzchen mitgebracht, so dass ich Gelegenheit hatte, die Zeilen einer jungen Kate Bush zu lesen, die betonte, ihr allererstes Buch sei weniger als Autobiographie gedacht &#8211; ihr ginge es vielmehr um den Austausch mit ihren Fans und LeserInnen:<br><em>Ich habe nie zuvor ein Buch geschrieben, denn mein Hauptaugenmerk liegt auf Songtexten. Das er\u00f6ffnet mir einen Bereich, in dem ich Aspekten meines Lebens eine Stimme verleihen kann, die ich normalerweise nicht niederschreiben w\u00fcrde, ohne dass sie fest von einer Melodie umh\u00fcllt w\u00e4ren.<\/em><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/lmt400-01.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"400\" height=\"395\" src=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/lmt400-01.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7125\" srcset=\"https:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/lmt400-01.jpg 400w, https:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/lmt400-01-300x296.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beim Lesen dieser Klappentexte wird einem wehm\u00fctig ums Herz. Sie erinnern an die anf\u00e4ngliche Offenheit und Unbefangenheit einer K\u00fcnstlerin, die Texte f\u00fcr das KBC Fanclub-Magazin schrieb und Cartoons zeichnete, Interviews in ihrem Elternhaus gab und den Fans h\u00e4ufig pers\u00f6nlich begegnete. Sie besa\u00df ein gro\u00dfes Interesse daran, \u00fcber ihre Arbeit zu sprechen und wollte auch erfahren, was ihre Zuh\u00f6rerInnen an ihren Texten und ihrer Musik bewegte. <em>Leaving My Tracks<\/em> wurde zweifellos in diesem Sinne geschrieben. Kate Bush hatte drei Alben ver\u00f6ffentlicht, die <em>Tour of Life<\/em> absolviert und sich k\u00fcnstlerisch weiterentwickelt: <em>Mit (\u2026) Never For Ever habe ich angefangen, als Produzentin zu arbeiten und beginne nun, Antworten auf die Frage zu finden, wie man Sound-Gem\u00e4lde malen kann. Ich wollte schon immer malen k\u00f6nnen!<\/em> Diese Bestrebungen brachten uns ihr wahrscheinlich kreativstes und mutigstes Album <em>The Dreaming<\/em> (1982) und anschlie\u00dfend die erste gr\u00f6\u00dfere Pause zum Folgealbum. Die bislang \u00fcberwiegend lobenden, positiven Pressestimmen hatten begonnen, fieser und gemeiner zu werden. Am neuen Album schieden sich die Geister. Und Kate selbst zog sich wieder st\u00e4rker in ihr Privatleben zur\u00fcck. Vor\u00fcber waren die Zeiten herzerfrischender, ehrlich gemeinter Offenheit. <em>Leaving My Tracks<\/em> wurde ca. 1983 zur\u00fcckgezogen. Ich frage mich, wie weit das Manuskript wohl bereits gediehen war.<br>Mit den auf dem Umschlag angek\u00fcndigten 144 Seiten und einem quadratischen Format von ca. 30 x 30 cm h\u00e4tte das Buch vielleicht an ein Fotoalbum erinnern sollen. Sicherlich h\u00e4tte der gro\u00dfe Bruder John den L\u00f6wenanteil des Bildmaterials beigesteuert. Von ihm stammen die beiden Covermotive, von dem eines die achtj\u00e4hrige Kate zeigt und das zweifellos aus der \u201eCathy\u201c-\u00c4ra stammt. Dank der Klappentexte k\u00f6nnen wir davon ausgehen, dass Kate in eigenen Worten ihre Geschichte bis 1980\/81 erz\u00e4hlt h\u00e4tte, gespickt mit Kindheitserinnerungen und pers\u00f6nlichen Anekdoten, Gedanken und Einsichten. Sicher h\u00e4tte sie \u00fcber die liebevolle Unterst\u00fctzung zu Hause geschrieben, \u00fcber ihre Erfahrungen im Studio und auf der B\u00fchne mit der K.T. Bush Band. Der Titel deutet ferner darauf hin, wie dankbar sie f\u00fcr die M\u00f6glichkeit war, ein Leben als erfolgreiche K\u00fcnstlerin zu f\u00fchren und daf\u00fcr, ihre Spuren in der kulturellen Landschaft hinterlassen zu d\u00fcrfen. In dem Bewusstsein, was sie in nur wenigen Jahren erreicht hatte und der Ahnung, welches Potenzial noch erschlossen werden wollte, nahm sie dieses Leben nicht als Selbstverst\u00e4ndlichkeit hin.<br><em>F\u00fcr mich war es faszinierend, wie alles gekommen ist, bis zu diesem Punkt, an dem ich nun dieses Buch schreibe. Ich hinterlasse Spuren meiner selbst \u2013 hier ein Video, dort einen Schnappschuss, alte Songs, neue Songs, der verlorene Handschuh, die Adresse auf jemandes Hand, Texte, die vielleicht noch in einem Regal in Frankreich liegen, und selbstverst\u00e4ndlich dieses Buch &#8211; wie ein Tagebuch meiner Lieder.<\/em><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/360_0496cc86d72e723546d2c31033bd0d67.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"400\" height=\"266\" src=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/360_0496cc86d72e723546d2c31033bd0d67.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7124\" srcset=\"https:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/360_0496cc86d72e723546d2c31033bd0d67.jpg 400w, https:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/360_0496cc86d72e723546d2c31033bd0d67-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jahrzehnte sp\u00e4ter kam sie doch noch darauf zur\u00fcck: <em>Mit How To Be Invisible \u2013 Selected Lyrics<\/em> griff sie den \u201eSpirit\u201c von <em>Leaving My Tracks<\/em> in anderer Form wieder auf. Wer aufmerksam die Einf\u00fchrung der Autorin in die zweite Auflage dieses wundersch\u00f6nen B\u00e4ndchens aus dem Jahr 2023 liest, findet vieles wieder: das gl\u00e4nzend braune Klavier des Vaters, die musikalischen Einfl\u00fcsse und Unterst\u00fctzung der Familie, und wie dank eines m\u00e4usezernagten Harmoniums im elterlichen Schuppen und dem sp\u00e4teren Erwerb des ber\u00fchmten Fairlight Synthesizers die Soundgem\u00e4lde unserer Klangmalerin entstehen konnten. Man sagt ja, nichts gehe jemals wirklich verloren. Dennoch w\u00e4re es wunderbar, ein Exemplar von <em>Leaving My Tracks<\/em> in H\u00e4nden zu halten. Oder einer <em>Before the Dawn<\/em>-DVD. Oder eines ganz neuen Werks\u2026 letzteres ist wohl am wahrscheinlichsten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Klappentext I<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">LEAVING MY TRACKS&nbsp;&nbsp; KATE BUSH<br>I was born in Kent on a Wednesday in 1958. In a house where my mother would \u2018Diddly-di-da\u2019 me to sleep with Irish airs and my brothers\u2019 music swirled through the doors to mix with the birds singing in the garden, it was not unusual for me to join in with the shanties I knew or to explore the keyboard as I had seen my father do on his brown shiny piano. The pattern was set at an early age and I was brought up in a secure and loving family. I went to a local (convent) school where I learnt violin and some music theory which were invaluable, and later changed from violin to singing lessons.<br>Over the years my music became more important to me, I spent more time on my hobby, and with the encouragement and inspiration of my family I began to realize that this was where my heart lay. My brother Jay felt that my songs were getting good, so he contacted an acquaintance, Mr Ricky Hopper, and asked him to come and listen to my songs.<br>This was the beginning of where I am now. Ricky was in the record business and asked Dave Gilmour, whom he knew, to listen, too. Due to Dave I recorded my first professional tapes at the age of sixteen and was offered a recording contract with EMI. I wanted to leave school and knew the time had come to throw myself into a land of music and dance. I was very moved by Lindsey Kemp\u2019s production of <em>Flowers<\/em> and impressed with him as a teacher. This inspired me to go on to take mime and dance lessons for two years on a more serious level.<br>I then became the singer in the K.T. Bush Band, a three piece, and we toured the local and London pubs. The band consisted of three great friends of mine and after only a few months at my new job it was time for my first album to be recorded. It was hard for me to believe, but in 1977 we made <em>The Kick Inside<\/em>, and in January 1978, with the release of \u2018Wuthering Heights\u2019, I became known by many more than I had been before.<br>Since then my world has become a wonder \u2013 a second album, <em>Lionheart<\/em>, my first tour, travelling, the honour of being welcomed and beckoned and experiencing so many things. With my last piece of plastic, \u2018Never For Ever\u2019, I began to produce and at last am starting to find some answers about how to paint sound pictures. I\u2019ve always wanted to be able to paint.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">5.95 \u00a3 soft<br>8.95 \u00a3 hard<br>UK ONLY<br><strong><br>Klappentext II<\/strong><br>For me, in many ways, my life began just five years ago. I suddenly saw something I wanted badly and felt was real \u2013 music, dance and life as an expression of both. It hit me so hard, like a revelation, that I am still reeling and it\u2019s nothing to do with fame, it\u2019s an obsession. It\u2019s been fascinating for me how this has all come about, right up to writing this book. Leaving myself behind in traces \u2013 a video here, a snapshot there, old songs, new songs, the lost glove, the address on someone\u2019s hand, lyrics maybe still lying on a shelf in France and, of course, this book like a diary of my tracks. I\u2019ve never written a book before, my endeavours being mainly in lyrics, and this opens an area for me where I can voice sides of my life I would not normally put onto paper without a melody hugging them tight. It is not meant to be an autobiography, although it inevitably will be in so many ways, but more a sharing of my attitudes and emotions loosely based around the theme of writing and recording an album. I\u2019ve written this for both of us to read \u2013 you and me \u2013 and it will be fascinating to see what we both think about it.<br>Kate Bush<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Klappentext III<\/strong><br>PUBLICITY JACKET<br>144 pages, including 8 pp colour b&amp;w illustrations throughout<br>5.95 \u00a3 (soft) 8.95 \u00a3 (hard) 312 x 309mm (board size) 306 x 306mm (trimmed page size)<br>Jacket design: Bartholomew Wilkins and Partners<br>Back cover: aged eight<br>Cover photographs are by John C. Bush and are copyright \u00a9 by Novercia Ltd.<br>ISBN: 0-283-98798-7 (hard)<br>ISBN: 0-283-98799-5 (soft) Sidgwick &amp; Jackson Limited<br>1 Tavistock Chambers, Bloomsbury Way<br>London WC1A 2SG&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; GO681<br><br><strong><em>Mit herzlichem Dank an Vron Ongley, ohne die dieser Beitrag nicht h\u00e4tte geschrieben werden k\u00f6nnen.<\/em><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Beate MeiswinkelKate Bush hat schon immer sehr sorgf\u00e4ltig darauf geachtet, nur das zu ver\u00f6ffentlichen, hinter dem sie hundertprozentig steht. Auf diese Weise verblieben etliche Dinge im Ideenstadium oder in der Schreibtischschublade. Dieser Tatsache verdanken wir Werke von au\u00dfergew\u00f6hnlicher Tiefe, voller Kreativit\u00e4t und Originalit\u00e4t. Leider blieb uns dadurch auch vieles versagt. 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