{"id":6965,"date":"2024-01-06T15:02:36","date_gmt":"2024-01-06T14:02:36","guid":{"rendered":"http:\/\/morningfog.de\/?p=6965"},"modified":"2024-01-06T15:03:15","modified_gmt":"2024-01-06T14:03:15","slug":"baskerville-und-lost-at-sea-kritisch-gesehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/morningfog.de\/?p=6965","title":{"rendered":"Baskerville und Lost At Sea kritisch gesehen"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/sea01.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"662\" src=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/sea01.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6966\" srcset=\"https:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/sea01.jpg 640w, https:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/sea01-290x300.jpg 290w, https:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/sea01-605x626.jpg 605w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Von Michael Guth<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die <em>Baskerville Edition<\/em> und\u00a0die beiden <em>Lost at Sea<\/em>-Boxen m\u00fcsste ich eigentlich zwei Kritiken schreiben &#8211; eine negative und eine positive. F\u00fcr mich gibt es nichts dazwischen, entweder liebt man sie, oder man kann absolut nichts damit anfangen. Ein luftleerer Raum zwischen <em>Love and Anger<\/em>, Yin &amp; Yang oder Kunst und Kommerz. Ein roter Faden, der sich seit 1978 durch Kate&#8217;s Karriere zieht. Aber haben sich die Waagschalen, die ich immer als ausgeglichen betrachtete, mit einem Paukenschlag verschoben?<br><br>Fangen wir ganz von vorn mit den negativen Kritikpunkten an:<br><strong>Der Zeitpunkt. <\/strong>Ob Kate&#8217;s neues Vertriebslabel <em>The State51 Conspiracy<\/em> wusste, was sie sich mit der \u00dcbernahme von Kate&#8217;s gesamtem Katalog und den beiden Special Editions antaten, kann man nur verneinen. Der Start verlief mehr als chaotisch. Die Auslieferungen verschoben sich nach hinten, die Kommunikation per E-Mail war eine Katastrophe und es wurde doppelt oder falsch verschickt. Ich verstehe, dass man das Weihnachtsgesch\u00e4ft noch mitnehmen wollte, aber h\u00e4tte man das Ganze auf den Januar verschoben, w\u00e4re <em>The State51 Conspiracy<\/em> und den Kunden eine Menge \u00c4rger erspart geblieben. Hier war man eindeutig \u00fcberfordert, was man aber &#8211; wenn man einen Namen wie Kate Bush in seinen Vertrieb aufnimmt &#8211; leicht h\u00e4tte voraussehen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/las.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"400\" height=\"840\" src=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/las.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6967\" srcset=\"https:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/las.jpg 400w, https:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/las-143x300.jpg 143w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Das Design. <\/strong>Das Kate ein Fable f\u00fcr das britische designorientierte Luxusunternehmen <em>Timorous Beasties<\/em> hat, wei\u00df man schon seit ihrer letzten Konzertserie in London. Es war unter anderem schon verantwortlich f\u00fcr das Design der <em>Before the Dawn<\/em>-CD, des Tour-Programms, der <em>BTD<\/em>-Lithografie und den Tour Special-Tickets. Jetzt nun auch f\u00fcr eine komplett \u00fcberarbeitete <em>Hounds of Love <\/em>Version aka <em>Baskerville Edition<\/em>. Aber musste das sein? Nat\u00fcrlich ist alles reine Geschmackssache, aber wie man ein so ikonisches Plattencover wie das originale <em>HOL<\/em>-Cover so ruinieren kann, bleibt mir ein R\u00e4tsel. Mit gemischten Gef\u00fchlen schaue ich der <em>The Dreaming<\/em> entgegen, die ebenfalls von <em>TB <\/em>\u00fcberarbeitet wird.<br><strong>Die Preise. <\/strong>138 Pfund f\u00fcr die <em>Baskerville Edition<\/em> muss man sich erstmal auf der Zunge zergehen lassen! OK, das Design der luxusorientierten <em>TB<\/em> will bezahlt werden, aber w\u00e4re f\u00fcr so viel Geld nicht mehr drin gewesen? Man h\u00e4tte locker die <em>Baskerville Edition<\/em> etwa limitieren und nummerieren k\u00f6nnen. Zus\u00e4tzlich w\u00e4re es angebracht gewesen, eine farbige <em>Hounds of Love<\/em>-LP in die \u201ekunstvoll\u201c gestaltete H\u00fclle zu stecken, was den Preis wohl aber nochmal h\u00e4tte ansteigen lassen. Die blinkende, rote LED-Leuchte an der Schwimmweste im inneren des Covers, die mittels Solarpaneel auf der R\u00fcckseite betrieben wird, ist ein sch\u00f6nes Gimmick, rechtfertigt den Preis aber auch nicht. Nichtsdestotrotz tauchen die ersten Exemplare bei Ebay und Co f\u00fcr Preise zwischen 350 und 500 Euro auf. Ist das Kommerz? Eindeutig Ja! Mit nur zwei simplen Mitteln h\u00e4tte man den geneigten Kate Bush-Fan gl\u00fccklich machen k\u00f6nnen.<br>500 Pfund f\u00fcr die <em>Lost at Sea<\/em>-Boxen! Bei diesem Preis musste ich mir erstmal die Augen reiben und verfiel danach lange in eine Sinnkrise. Was wollen uns diese zwei Boxen \u00fcberhaupt sagen? Wie wir alle wissen, ist da diese Frau, die in einer stockdunklen Nacht bei Sturm \u00fcber Bord geht. Treibend in einem tosenden Meer k\u00e4mpft sie eine ganze Nacht gegen die Wellen, die M\u00fcdigkeit und die Gefahr zu ertrinken an. Fiebrige Halluzinationen setzten bei ihr ein und wir befinden uns mitten in <em>And Dream of Sheep<\/em>, der f\u00fcr mich sch\u00f6nste Song auf der <em>Hounds of Love<\/em>-LP.\u00a0 Das ist der Ausgangspunkt dieser zwei Boxen. Box 1 l\u00e4sst uns die Sicht der ertrinkenden Frau erleben. Ersch\u00f6pft schaut sie in den stockdunklen Himmel und erblickt den roten Suchscheinwerfer, die Rettung ist nah. Box 2 zeigt uns die andere Perspektive, vom Hubschrauber aus gesehen. Der Rettungspilot sieht von oben im pechschwarzen Meer nur das rot blinkende Licht auf ihrer Rettungsweste. Der Ausschnitt in den beiden Boxen gibt das Suchfeld an. Nur eine Messingplakette, die pro Box angebracht wurde, gibt uns einen Hinweis \u00fcber das Schicksal der Protagonisten.\u00a0\u201eSomeone Lost At Sea Hoping To Be Found By Someone In The Big Sky\u201c und \u201eSomeone In The Big Sky Hoping To Find Someone Lost At Sea\u201c. Ist das Kunst? Eindeutig Ja! Minimalistischer kann man eine dramatische Szene in Form zweier simpel erscheinenden Boxen nicht erz\u00e4hlen. Die zwei einseitigen UV-bedruckten LPs tun das \u00dcbrige in diesen sch\u00f6nen Boxen. Wobei wir wieder beim <em>Timorous Beasties<\/em>-Design w\u00e4ren &#8230; auf jeden Fall habe ich den Kauf nicht bereut und die Message verstanden. Hier hat sich Kate wie schon 1994 wirklich Gedanken gemacht.<br><strong>Das Fazit und meine positive Kritik.<\/strong> Sollte man Kunst be- oder verurteilen? Nein, es ist alles eine Frage der Perspektive und des pers\u00f6nlichen Geschmacks und darf sich nicht mit Geld bewerten lassen. Auch ich habe mich hier zu Kritik hinrei\u00dfen lassen, die <em>Lost at Sea<\/em>-Boxen haben mich aber wieder vers\u00f6hnlich gestimmt. Die Waagschalen sind wieder ausgeglichen, wie schon seit 45 Jahren. Ist Kate unfehlbar? Nat\u00fcrlich nicht. Sie ist sich aber immer schon bewusst gewesen, dass sie polarisiert, hat alles auf ihre Weise gemacht, ist sich dabei aber stets treu geblieben. Wir sollten uns nicht w\u00fcnschen, dass sie irgendetwas daran \u00e4ndert, es macht sie einzigartig.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><a href=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/baskerville.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"631\" src=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/baskerville.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6968\" style=\"width:840px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/baskerville.jpg 640w, https:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/baskerville-300x296.jpg 300w, https:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/baskerville-605x596.jpg 605w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Zur Erg\u00e4ngzung muss man vielleicht noch sagen, dass Michael mit seiner Kritik an den Preisen noch zur\u00fcckhaltend war. Zus\u00e4tzlich werden bei der Baskerville Edition und den Lost At Sea-Boxen noch der Versand und der Zoll f\u00e4llig. Zweite Erg\u00e4nzung: In seinem Verweis auf 1994 bezieht sich Michael auf die von Kate 1994 f\u00fcr War Child gestalteten Bilderrahmen, die ebenfalls mit Plaketten versehen waren: \u2018Someone Lost at Sea Hoping Someone In A Plane Will Find Them\u2018\u00a0und\u00a0\u2018Someone In A Plane Hoping To Find Someone Lost At Sea\u2018.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Michael Guth F\u00fcr die Baskerville Edition und\u00a0die beiden Lost at Sea-Boxen m\u00fcsste ich eigentlich zwei Kritiken schreiben &#8211; eine negative und eine positive. F\u00fcr mich gibt es nichts dazwischen, entweder liebt man sie, oder man kann absolut nichts damit anfangen. 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