{"id":6666,"date":"2022-07-18T18:09:56","date_gmt":"2022-07-18T16:09:56","guid":{"rendered":"http:\/\/morningfog.de\/?p=6666"},"modified":"2022-07-18T22:28:10","modified_gmt":"2022-07-18T20:28:10","slug":"in-verbindung-mit-der-goettlichen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/morningfog.de\/?p=6666","title":{"rendered":"In Verbindung mit der G\u00f6ttlichen"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/ruthback.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"620\" height=\"615\" src=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/ruthback.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2146\" srcset=\"https:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/ruthback.jpg 620w, https:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/ruthback-150x150.jpg 150w, https:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/ruthback-300x297.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Der Hype um Kate ist aktuell gro\u00df. 37 Jahre nach der Ver\u00f6ffentlichung von Running Up That Hill steht Kate mit ihrem Song auf vorderen Chart-Pl\u00e4tzen und die Musikwelt wundert sich. Je gr\u00f6\u00dfer ein Hype, desto l\u00e4nger muss man nach Texten fahnden, in denen sich jemand ernsthaft mit Kate Bush besch\u00e4ftigt und tats\u00e4chlich etwas zu sagen hat. W\u00e4hrend sich der Boulevard schon nach zwei Wochen nicht mehr mit der Musik von Kate besch\u00e4ftigt, sondern mit der Frage, wie viel sie denn nun mit dem Song heute verdient und ein Nachrichtenmagazin nahezu unwidersprochen behauptet, der Song werde aktuell verramscht, gibt es immerhin genau einen einzigen Beitrag, in dem es um Inhalte geht, der Autor das Ph\u00e4nomen Kate erkl\u00e4ren und einordnen kann: <strong>Oliver Koerner von Gustorf<\/strong> hat f\u00fcr dieZeitschrift &#8222;<strong>Monopol &#8211; Magazin f\u00fcr Kunst und Leben<\/strong>&#8220; genau <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.monopol-magazin.de\/the-return-of-pop-omis\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.monopol-magazin.de\/the-return-of-pop-omis\" target=\"_blank\">hier<\/a> eine bemerkenswerte Kolumne geschrieben, in der er zu einem \u00fcberraschenden Ergebnis kommt: Nicht Netflix hat RUTH neues Leben eingehaucht, sondern Kate umgekehrt Stranger Things gerettet. Und weil dieser Beitrag so klug geschrieben ist, freue ich mich besonders, dass sowohl der Autor als auch der Verlag der Bitte, die Kolumne ver\u00f6ffentlichen zu d\u00fcrfen, ohne zu z\u00f6gern zugestimmt haben. Und: Ja, der Text ist lang. Aber er lohnt jede einzelne Zeile.<\/em><br><br><strong>Von Oliver Koerner von Gustorf<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn ich aus dem Fenster gucke, ist meine Welt leer. Ich blicke auf H\u00fcgel, Felder und Wald. Kein Haus, kein Mensch. Ein bisschen wie in &#8222;Die Truman Show&#8220;. Manchmal f\u00fcrchte ich, dass pl\u00f6tzlich ein Scheinwerfer aus dem gemalten Himmel fallen k\u00f6nnte. Ich mag diese leere Welt. Ich sp\u00fcre diese Leere, wenn ich morgens auf meinem Smartphone durch die Nachrichten scrolle, brennende Weizenfelder in der Ukraine, Inflation, die Antisemitismus-Debatten um die <a href=\"https:\/\/www.monopol-magazin.de\/dossiers\/themen\/documenta\">Documenta<\/a>, Elon Musk will, dass wir mehr Kinder bekommen. Ich rauche noch eine, hole Luft und schaue in meine kleine leere Welt, die bl\u00fcht, vergeht, friert, \u00fcber die Wolken ziehen, die v\u00f6llig unber\u00fchrt von diesen Nachrichten scheint. Da ist dieses Gef\u00fchl von Isolation, Sinnlosigkeit, aber auch von Ruhe und totaler Offenheit. Da ist dieses Gef\u00fchl einer Welt, die unendlich klein ist, in der jedes Detail wichtig wird, jedes Blatt, jeder Baum, jede Beziehung, Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft, jeder Fleck auf der Haut, jeder ausgefallene Zug, jede Meinung, jedes Zeichen einer Krise oder einer Besserung. Zugleich ist dies eine leere Welt, in der wirklich alles, alles m\u00f6glich ist, unendlich gro\u00df, boden- und grenzenlos. Man m\u00f6chte sich am Gel\u00e4nder festhalten, irgendwo Halt finden, sp\u00fcrt aber, das nicht mehr lange durchhalten zu k\u00f6nnen. Und da ist dieser Gedanke: sich einfach fallen zu lassen und zu sehen, was passiert.\u00a0<br>Vielleicht f\u00fchle nicht nur ich mich gerade so. &#8222;Die leere Welt&#8220;, das k\u00f6nnte der Name einer Wave-Band aus dem Berlin der fr\u00fchen 1980er sein, in dem ich aufgewachsen bin. Es k\u00f6nnte aber auch der Name f\u00fcr eine Kolumne sein, in der es um das Jetzt geht &#8211; um diesen riesigen Echoraum, in dem all die Ideen, Looks, Sounds und Bilder nachhallen, die mich mein Leben lang begleitet haben, die ich heute als Pop-Omi in einem Lagerfeuer verheizen kann, um mir in harten Zeiten eine Tasse halluzinogenen Tee zu kochen. &#8222;Die leere Welt&#8220; ist ein gutes Motto, um \u00fcber spirituelle, feministische, schwule, transhumane, okkulte, verschrullte oder modische Sachen zu schreiben, auch wenn sie nicht mehr superhei\u00df sind, sondern abgek\u00fchlt. &#8222;Die leere Welt&#8220; ist exzentrisch, eklektisch, recycelt, zu viel, zu sp\u00e4t dran.\u00a0<br>Genau deshalb gibt es auch kein besseres Thema f\u00fcr den Auftakt zu dieser Kolumne als Kate Bush, die wegen ihres Hits &#8222;Running Up That Hill (A Deal with God)&#8220; in den letzten Wochen in den Medien omnipr\u00e4sent war. Der Song spielt in der 4. Staffel der popul\u00e4ren Mystery-Horror-Serie &#8222;Stranger Things&#8220; auf Netflix eine wichtige Rolle. 37 Jahre nach seiner Ver\u00f6ffentlichung landete er im Juni in Gro\u00dfbritannien und Australien auf Platz eins in den Billboard-Charts, in den USA in den &#8222;Top 5&#8220;. Allein auf Spotify wurde der Song seit dem Start von &#8222;Stranger Things&#8220; \u00fcber 140 Millionen Mal angeh\u00f6rt. Bevor ich, wahrscheinlich als Nachz\u00fcgler, den millionsten Beitrag \u00fcber dieses Ph\u00e4nomen schreibe, m\u00f6chte ich erz\u00e4hlen, wie es kam, dass Kate Bush heute meine Higher Power ist. Nat\u00fcrlich nicht die Person, sondern die Idee von Kate Bush, das, was ihre Musik, ihre Performances, ihr Tanz repr\u00e4sentieren.\u00a0<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/ruth1-400.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"400\" height=\"292\" src=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/ruth1-400.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4890\" srcset=\"https:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/ruth1-400.jpg 400w, https:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/ruth1-400-300x219.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>So oft sitze ich mit meinen Hunden zusammen auf dem H\u00fcgel hinter meinem Haus vor dem &#8222;Riesenstein&#8220;, einem gigantischen Findling, umgeben von alten Eichen, einem heiligen Ort, den ich f\u00fcr mich den &#8222;Kate-Bush-Rock&#8220; nenne. Wir sitzen dann einfach nur da, wie bei einer Meditation, die wir alle drei zusammen machen. Und ich bete zu Kate Bush. Ich hatte jahrelang Schwierigkeiten mit der Idee einer h\u00f6heren Macht, die man bei den Anonymen Alkoholikern finden soll, um seine Sucht zu \u00fcberwinden, um weniger abh\u00e4ngig von Menschen, Orten und Dingen zu sein. Die Leute sagen zwar: Du kannst auch einen T\u00fcrknauf oder einen Baum nehmen. Aber oft meinen sie doch einen wei\u00dfen m\u00e4nnlichen Gott, besonders die M\u00e4nner in den Meetings reden von einer Vaterfigur, die ihnen und dem Rest der Welt zeigt, wo die Laterne h\u00e4ngt.&nbsp;<br>Mir ging das auf den Wecker. Ich war so bedient, dass ich eines Tages in einem englischen AA-Meeting aus einer spontanen Regung heraus das Wort &#8222;Gott&#8220; durch &#8222;Kate Bush&#8220; ersetzte: &#8222;Made a decision to turn our will and our lives over to the care of Kate Bush as we understood her.&#8220; Was als Witz begann, wurde wahrhaftig. Denn wenn wir wirklich in Verbindung mit dem G\u00f6ttlichen in uns oder einfach nur mit uns selbst treten wollen, m\u00fcssen wir genau dahin gehen, wo es peinlich wird, an diesen zarten Ort, in unsere eigene Upside-Down-Welt, in der wir ber\u00fchrt werden, in der die Sachen bl\u00fchen, die wir drau\u00dfen nicht sagen, denken, zeigen oder f\u00fchlen d\u00fcrfen \u2013 \u00fcber die Kate Bush aber singt. Mir wurde klar, dass ich ja bereits eine Higher Power besa\u00df, die ich nur vergessen hatte.<br>Ich hatte sie bereits 1978 gefunden, als ich an einem Wintertag den orangefarbenen Radiowecker im Esszimmer anstellte, damals, als wir nach dem Tod meines Vaters aufs Land gezogen waren. Die Familie war zerbrochen, drau\u00dfen vor den Fenstern war es dunkel, wie eine schwarze Wand. Ich war 17 und zog den Parka und die Anglerstiefel an, mit denen mein Vater auf die Jagd gegangen war. Dazu trug ich Bastk\u00f6rbe und endlose, verbeulte Schals, die ich im Unterricht gestrickt hatte. Ich las Virginia Woolf und wollte poetisch sein, mit den Geistern in den Feldern und W\u00e4ldern sprechen. Zugleich waren Punk und Wave auch auf dem Land schon angekommen, nicht nur die Sex Pistols oder Clash, sondern auch X-Ray Spex, die Buzzcocks, The Residents oder Throbbing Gristle. Ich fragte ausgerechnet meinen neunj\u00e4hrigen, v\u00f6llig unbeholfenen Bruder, ob er mir die Apfelshampoo-Haare abrasieren w\u00fcrde. Danach wurde ich auf dem Schulhof angespuckt.&nbsp;<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><a href=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/whd17-620.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/whd17-620.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4542\" width=\"400\" srcset=\"https:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/whd17-620.jpg 620w, https:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/whd17-620-300x262.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Und dann kam an diesem Tag die Stimme von Kate Bush aus dem Radio, die &#8222;Wuthering Hights&#8220; sang: &#8222;Out on the wily, windy moors \/ we&#8217;d roll and fall in green.&#8220; Diese Stimme machte alles richtig, von dem ich geglaubt hatte, dass es falsch an mir war. Das Tolle an Kate Bush war das Theatralische, Performative, Campe,  gepaart mit Magie, Spiritualit\u00e4t. Kate Bush, die sich Blumen ins Haar steckte, mit einer hochgepitchten Stimme \u00fcber Emily-Bront\u00e9-Romane, Tod und Wahnsinn sang, die klassischen Ausdruckstanz und Modern Dance einsetzte, in W\u00e4ldern voller Kunstnebel tanzte, war 1978 alles andere als cool. Noch 1981 weigerte sich das frisch gegr\u00fcndete MTV, ihr ausdrucksstarkes Tanzvideo zu &#8222;Wuthering Hights&#8220; zu senden und griff lieber auf einen weniger extremen Liveauftritt zur\u00fcck.\u00a0<br>Wie es Christina Dongoswski 2018 in ihrem grandiosen Beitrag zur &#8222;FAZ&#8220;-Pop-Anthologie beschreibt, war &#8222;The Kick Inside&#8220;, Kate Bushs erste LP, bei ihrer Erscheinung &#8222;Old Wave&#8220;: &#8222;Angesagt waren der Minimalismus, die Lakonie und die konzeptuelle vokale Wurstigkeit und Aggression von Post-Punk und New Wave. Gegen\u00fcber Debbie Harry oder den Frauen des britischen Punk wie Poly Styrene und Viv Albertine wirkte Bushs k\u00fcnstlerische Persona antiquiert, fast schon reaktion\u00e4r.&#8220; Man rechnete sie am Anfang keiner Avantgarde zu, sondern dem Prog Rock, den man ja gerade \u00fcberwinden wollte, wie das Zeug wie Pink Floyd, Genesis oder The Alan Parsons Project. Und gerade, weil sie etwas v\u00f6llig Einzigartiges machte, das \u00fcberhaupt nicht einzuordnen war, rechnete niemand ernsthaft damit, dass sie \u00fcber Jahrzehnte hinweg die Geschichte der Musik und Popkultur umschreiben w\u00fcrde.\u00a0<br>Wegen ihrer Schrulligkeit und ihrer Exzentrik und ihrer gleichzeitigen Sexiness war sie damals eine Art &#8222;exotische&#8220; Sensation, fast wie eine Outsider-K\u00fcnstlerin. W\u00e4re sie nicht so extrem sch\u00f6n, nur einen Funken weniger genial gewesen, h\u00e4tte man sie wohl wie eine Drag-Performerin behandelt. Doch Bush stand mit &#8222;The Kick Inside&#8220;, wie es Dongowski beschreibt, auch in einer sehr typischen britischen Tradition, in der in der Popul\u00e4r-Kultur und Folklore in die Hochkultur einflie\u00dfen. Das reicht von der Wieder- und Neuentdeckung druidischer, vor-christlicher Kulte oder lokaler Traditionen durch gelehrte Pfarrer und Landedelleute im 18. und 19. Jahrhundert \u00fcber die Visionen von William Blake bis zu den Pr\u00e4raphaeliten und der Arts and Craft Bewegung.<br>Bush verstie\u00df gegen alle Regeln, w\u00e4hrend der Rest der Welt das Urbane, Industrielle, Moderne besang, brachte sie etwas Pastorales in die Pop-Musik, zog das K\u00fcnstliche, Entfremdete, Abgr\u00fcndige des Post-Punk raus aus den Metropolen aufs Land, zur\u00fcck ins viktorianische oder elisabethanische Zeitalter, auf die Wellen der Themse oder in die Kensington Gardens zu Peter Pan. Dieses Versp\u00e4tet-Sein gegen\u00fcber den \u00e4sthetischen Trends der kulturellen Zentren, schreibt Dongowski, verbindet Kate Bush mit Emily Bront\u00eb, die mit &#8222;Wuthering Hights&#8220; 1847 eine Gothic Novel schrieb, als diese l\u00e4ngst aus der Mode waren und damit die viktorianische Gesellschaft schockte.\u00a0Und dieses Versp\u00e4tete verband sie auch mit verst\u00f6rten schwulen Teenagern wie mir. Sie gab mir das Gef\u00fchl, zu einer gro\u00dfen kulturellen Tradition zu geh\u00f6ren, auch wenn ich weitgehend isoliert war. Man geh\u00f6rte zu diesem Uralten dazu, wie bei einem Hexenzirkel, und konnte zugleich etwas v\u00f6llig Neues und Queeres ausdr\u00fccken.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/lindsay2-400.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"400\" height=\"590\" src=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/lindsay2-400.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5428\" srcset=\"https:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/lindsay2-400.jpg 400w, https:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/lindsay2-400-203x300.jpg 203w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Was ich damals nicht wusste, war, dass sie bereits als Teenager, wahrscheinlich mit 16 oder 17, Mitte der 1970er, in Lindsay Kemps Tanz-Theater &#8222;Flowers&#8220; gegangen war, eine Pantomimen- und Musik-Show, die Jean Genets 1943 im Knast geschriebenen Roman &#8222;Unsere Liebe Frau der Blumen&#8220; adaptierte, in dem es um die Drag-Queen und Prostituierte Divine geht, die sich mit Dieben, Zuh\u00e4ltern, M\u00f6rdern und anderen Kriminellen zusammenschlie\u00dft und sexuelle Abenteuer erlebt. Gleich zu Anfang stirbt sie an Tuberkulose und wird heiliggesprochen.&nbsp;Kemp, der in den Sixties eine Aff\u00e4re mit David Bowie hatte und entscheidend den Look und die Choreografie der Ziggy-Stardust-Tour 1972 pr\u00e4gte, war reiner Glam, und das, was man heute &#8222;non-binary&#8220; nennt. Und nat\u00fcrlich spielte und tanzte er die Divine. &#8222;He started it all, I had seen nothing like it, he was totally brilliant&#8220;, sagte Bush sp\u00e4ter \u00fcber Kemp, der ihr erster Lehrer wurde. Er half ihr, eine v\u00f6llig eigenwillige Symbiose aus Musik, Tanz und Theatralik zu entwickeln, die eine sehr vision\u00e4re, dekadente und extrem k\u00fcnstlerische \u00c4sthetik in den Mainstream brachte. Nicht nur wir verbrachten 1984 n\u00e4chtelang mit nichts anderem als damit, Tee, Wein und Drogen zu konsumieren, &#8222;Hounds of Love&#8220; zu h\u00f6ren und Ausdruckstanz zu &#8222;Running Up That Hill&#8220; oder &#8222;Hello Earth&#8220; zu machen. Kate Bush erreichte und erreicht mit ihrer Kunst alle m\u00f6glichen Leute. &#8222;Hounds of Love&#8220; lief in Berliner Szenebars wie dem &#8222;Risiko&#8220; morgens um f\u00fcnf \u00fcber den K\u00f6pfen von Nick Cave oder Blixa Bargeld genauso wie in den B\u00fcgelzimmern in Vororten. Bush war enigmatisch und inklusiv. Wie sehr, zeigt <a href=\"https:\/\/www.monopol-magazin.de\/hunderte-menschen-tanzen-kate-bush-choreografie\">&#8222;The Most Wuthering Heights Day Ever&#8220;<\/a>, bei dem sich Menschen in roten Kleidern und schwarzen Per\u00fccken von Sidney bis nach Berlin und Oslo treffen, um den Song in Massenchoreografien nachzutanzen: LGBTQI-Leute, Hausfrauen, Hipster, Dicke und D\u00fcnne, Omis und Kinder. <br>Wer die Resonanz von Kate Bushs Kunst sp\u00fcrt, kann alles auf sie projizieren. Dabei \u00fcberwand sie auch im Hinblick auf feministische \u00dcberzeugungen eine tiefe Kluft. Wer in den sp\u00e4ten 1970ern mit dem Feminismus und der \u00d6ko-Bewegung in Kontakt kam, dem war auch die Idee der Muttergottheit nicht fremd \u2013 die Vorstellung der gro\u00dfen Mutter, der wei\u00dfen G\u00f6ttin mit vielen Namen.<br>In den fr\u00fchen 1980ern erstarkten im Rahmen der Frauenbewegung heidnische Kulte, Schamanen, Hexen, esoterische Praktiken und holistische Medizin. Sehr kate-bushig. Doch im Gegenzug dazu pr\u00e4gen sich andere, von Punk-Poststrukturalismus und linkem Denken gepr\u00e4gte feministische und queere Str\u00f6mungen heraus, die sich genau gegen diese biologische Festlegung und das Gebot der Fruchtbarkeit, gegen &#8222;Gesundheit&#8220;, hierarchische g\u00f6ttliche Ordnungen, oder die Idee von Urspr\u00fcnglichkeit wendeten. Auch dieses libert\u00e4re Denken verk\u00f6rpert Kate Bush, die \u00fcber Jahrzehnte wie eine Shape-Shifterin hybride und v\u00f6llig k\u00fcnstliche Identit\u00e4ten annimmt und glam-m\u00e4\u00dfig Geschlechterrollen sprengt.&nbsp;<br>Der Kampf zwischen Natur und Dekadenz tobt heute als Identit\u00e4tspolitik im Mainstream weiter. W\u00e4hrend Netflix eine Regenbogenpony-Show nach der anderen bringt (auch in &#8222;Stranger Things&#8220; bahnen sich queere Love-Storys an), beschneiden die US-Republikaner Abtreibungsrechte, versuchen den weiblichen K\u00f6rper unter m\u00e4nnliche Kontrolle zu bringen. Auf der ganzen Welt setzten sich immer st\u00e4rker Fundamentalisten und religi\u00f6se Hardliner durch. Da wo Fortschritte gemacht wurden, laufen sie Gefahr, zur\u00fcckgefahren zu werden. Fast der gesamte ehemalige Ostblock, allen voran Russland, ist von homophober Politik bestimmt, wobei die nationale Identit\u00e4t an traditionelle Familienbilder und Geschlechterrollen, sowie einen wei\u00dfen m\u00e4nnlichen Gott gekn\u00fcpft wird und sich durch Rechte f\u00fcr LGBTQI- Menschen bedroht sieht. Im Rahmen des Ukraine Kriegs werden auf beiden Seiten Werte wie das &#8222;Soldatische&#8220;, das &#8222;M\u00fctterliche&#8220; und die &#8222;Familie&#8220; beschworen. Oft wird dabei Pazifismus als ebenso weltfremd und dekadent erkl\u00e4rt wie das Gendern, nicht-bin\u00e4re Identit\u00e4t oder der &#8222;elit\u00e4re&#8220; akademische Betrieb.&nbsp;<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/katebush-armydreamers.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"400\" height=\"308\" src=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/katebush-armydreamers.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3259\" srcset=\"https:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/katebush-armydreamers.png 400w, https:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/katebush-armydreamers-300x231.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Kate Bush, die schon 1980 den wunderbaren, bitterb\u00f6sen Anti-Kriegssong &#8222;Army Dreamers&#8220; herausbrachte, in dessen Video sie mit Kind, Soldatenhelm und Lippenstift in den Tod zieht, vereint diese vermeintlichen Gegens\u00e4tze. Dabei f\u00e4llt mir die amerikanische Kunst- und Kulturhistorikerin Camille Paglia ein, die heute zu den vehementen Gegnerinnen von Trans-Rechten geh\u00f6rt. Sie kritisierte in den 1980ern die amerikanischen Eso- und \u00d6kofeministinnen f\u00fcr ihre einseitige Perspektive auf die Natur, die, verk\u00f6rpert durch Demeter, als nur als lebenspendend, geb\u00e4rend und voller Weisheit empfunden wurde. Paglia erinnerte an Gottheiten wie die mehrarmige, mit Schwertern bewaffnete Kali, die auf der einen Seite Geschenke gibt, aber auch Leben nimmt und abgeschlagene K\u00f6pfe in ihren H\u00e4nden h\u00e4lt. Natur ist auch Tod, Gewalt, Zerst\u00f6rung, Exzess. <em>Very <\/em>Kate Bush. In diesem Zusammenhang sagte Pagllia treffend: &#8222;Wir k\u00f6nnen nicht nach der nackten Klinge der Natur greifen, ohne unser eigenes Blut zu vergie\u00dfen.&#8220; Heute meint das bei ihr: Biologie determiniert das Geschlecht.\u00a0 <br>Trotz dieses R\u00fcckschlusses ist mir der Satz ein halbes Leben lang h\u00e4ngen geblieben. Ich glaube, er ist auf eine viel universellere Weise wahr. Er spricht von einer fundamentalen, schmerzhaften, spirituellen Erfahrung der Wirklichkeit. Doch Kate Bush hat mir gezeigt, dass ich diese Erfahrung machen kann, so wie ich bin, k\u00fcnstlich, hysterisch, expressiv, performativ. Ich kann sie als Mann, Frau, trans Mensch, als Cyborg oder Nerd oder Pop-Omi machen, ich muss daf\u00fcr nicht &#8222;nat\u00fcrlich&#8220; sein, Kinder kriegen oder in den Krieg ziehen. Sie ist f\u00fcr uns alle gleich schmerzhaft und fundamental.\u00a0<br>Immer wieder geht es bei Kate Bush, wie auch in &#8222;Running Up That Hill&#8220;, darum, sich in die Lage des Anderen zu versetzen, die Rollen und Qualit\u00e4ten zu tauschen, in diesem Fall die Rollen von Mann und Frau, um aus der eigenen beschr\u00e4nkten Wahrnehmung rauszukommen, vision\u00e4r zu werden. Neulich sagte eine Bekannte tats\u00e4chlich bei einem Dinner, man m\u00fcsse erst einmal Kinder bekommen, um das Leben wirklich zu verstehen. Ich wusste, dass das irgendwann kommt, bei der augenblicklichen Stimmung. Ich erz\u00e4hlte ihr, wie ich meinen Freund und andere Leute w\u00e4hrend der Aids-Epidemie begleitet habe, Mutter und Sterbe-Doula sein musste, weil die biologischen M\u00fctter nicht f\u00e4hig waren, mit dem Leben, Sexualit\u00e4t und dem Tod umzugehen. Wie oft habe ich damals M\u00e4nner nach ihren M\u00fcttern rufen geh\u00f6rt, die nicht kamen. Und wie oft habe ich in dieser furchtbaren, diskriminierenden Zeit Kate Bushs &#8222;This Woman\u2019s Work&#8220; (1989) geh\u00f6rt, in dem es eigentlich um lebensbedrohliche Kompilationen bei einer Geburt geht, und versucht, meine m\u00fctterlichen Qualit\u00e4ten zu channeln, m\u00fcde und verzweifelt von den herrschenden Verh\u00e4ltnissen.\u00a0<br>Dass Kate Bush heute wieder in den Billboard-Charts ist, hat sicher viel mit der genialen Produktplatzierung in der 80\u2019s-Retro-Welt von &#8222;Stranger Things&#8220; zu tun, das gerade auch andere Hits wie Metallicas &#8222;Master of Puppets&#8220; (1986) hochschwemmt und junge Generationen, eine v\u00f6llig neue Klientel, erreicht. Dennoch ist der enorme Erfolg von &#8222;Running Up That Hill&#8220; alleine durch die Marketing-Maschinerie nicht erkl\u00e4rbar. Selbst ein Stratege der Musikindustrie nannte den Song im &#8222;Guardian&#8220; &#8222;ein bisschen wie ein Einhorn \u2013 die meisten meiner Kollegen m\u00fcssen zugeben, dass dies nur einmal in einem Jahrzehnt vorkommt.&#8220;\u00a0<br>Vielleicht hat die R\u00fcckkehr von Kate Bush etwas mit dieser M\u00fcdigkeit zu tun, die ich einst empfand. Ich nahm sie pers\u00f6nlich, aber nat\u00fcrlich hatte das wohl auch mit der Marginalisierung und der Diskriminierung zu tun, die wir damals erfuhren \u2013 obwohl ich dachte, ich sei aktivistisch befreit und eingebettet in eine liberale Bubble. Doch diese Erm\u00fcdung ist eine systemische Ersch\u00f6pfung, die immer mehr Menschen, auch M\u00e4nner, bef\u00e4llt, die am Kapitalismus mit seinen rassistischen, frauenfeindlichen, patriarchalischen Auspr\u00e4gungen leiden.\u00a0<br>In der ber\u00fchmten Szene, in der &#8222;Running Up That Hill&#8220; eingesetzt wird, ringt eine der Hauptfiguren, die Sch\u00fclerin Max, mit Venca, einer Art Monster oder D\u00e4mon, der Teenager psychisch in Besitz nimmt, sie telekinetisch in die Luft hebt und buchst\u00e4blich zerbricht wie Barbie-Puppen. Venca, der einmal menschlich war, wurde durch die Upside-Down-Welt, eine Art gespiegelte H\u00f6llenversion der realen Welt, zu einer \u00fcbernat\u00fcrlichen Kreatur. Er verk\u00f6rperte aber bereits als Teenager eine nihilistische, misanthrope, egoistische Denkweise. Er t\u00f6tet seine Opfer, indem er ihnen den Sinn, die Hoffnung nimmt. Er schl\u00fcpft in ihren Kopf, w\u00e4hrend sie in der realen Welt in ein Koma verfallen. Was Max in ihrer inneren Welt mit Venca erlebt, ist traumatisch. &#8222;Stranger Things&#8220; l\u00e4sst da keine Assoziation aus: v\u00e4terlicher Missbrauch, Vergewaltigung, Krieg, im wahrsten Sinne toxische M\u00e4nnlichkeit. Max, die auf ihrem Walkman immer Kate Bush h\u00f6rte, wird von ihren Freunden mit &#8222;Running Up That Hill&#8220; ins Leben und in die Gemeinschaft zur\u00fcckgeholt. Sie kann sich befreien und zu den Kl\u00e4ngen von Kate Bush losrennen.\u00a0<br>Die eigentlich klischeehafte Szene bekommt erst durch den Song wahre Gr\u00f6\u00dfe. Sie ber\u00fchrt wirklich, weil wir Kate Bushs absolute Ernsthaftigkeit sp\u00fcren, die Sehnsucht, einen Deal mit Gott zu machen, ihren Glauben an Verbindung und Vision. &#8222;Running Up That Hill&#8220; schl\u00e4gt wie eine spirituelle Bombe in eine immer nihilistischere Welt ein, in der immer mehr Menschen den Glauben verlieren \u2013 an sich selbst, an die Zukunft, die M\u00f6glichkeit, den Kreislauf von Ungleichheit, Gewalt und Ausbeutung zu durchbrechen. Nicht Netflix oder &#8222;Stranger Things&#8220; haben &#8222;Running Up That Hill&#8220; wiederbelebt. Tats\u00e4chlich ist es genau andersherum: Kate Bush hat dieser unterhaltsamen, aber inzwischen absehbaren, formelhaften Popcorn-Show Leben eingehaucht. \u00a0<br>Ich bin nat\u00fcrlich froh, dass meine Higher Power auf Platz eins steht. Manchmal gehe ich hoch zum Riesenstein, fasse ihn an und bete f\u00fcr das Ende des Krieges, das Ende der Republikaner, der gelifteten Oligarchen, der FDP, der Superreichen, der verlogenen Kunstszene \u2013 auch wenn ich dann arbeitslos bin. Ich bete f\u00fcr eine andere Welt und stellte mir dann vor, dass alle Wesen, alle belebten und unbelebten, in einen Kreislauf von Werden und Vergehen eintreten. Und dass Kate Bush, die gro\u00dfe, unberechenbare Performance-Glam-Mutter mir aus den raschelnden \u00c4sten der B\u00e4ume zufl\u00fcstert, ich solle eintreten und mitgehen, mit den Hunden, M\u00fccken, Bl\u00e4ttern, den Fl\u00fcchtlingen, den Schw\u00e4nen, den Ameisen, den Alten, den Jungen, ich solle mich auf den Weg machen. Und da, ja, ich will mitgehen, ich gehe mit und summe: &#8222;I&#8217;m coming home to wuthering, wuthering Wuthering Heights.&#8220;\u00a0<br><br><em>Der Text ist zuerst im Magazin <strong>Monopol<\/strong> <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.monopol-magazin.de\/the-return-of-pop-omis\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.monopol-magazin.de\/the-return-of-pop-omis\" target=\"_blank\">hier<\/a> erschienen.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Hype um Kate ist aktuell gro\u00df. 37 Jahre nach der Ver\u00f6ffentlichung von Running Up That Hill steht Kate mit ihrem Song auf vorderen Chart-Pl\u00e4tzen und die Musikwelt wundert sich. 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