{"id":4930,"date":"2017-10-10T07:15:43","date_gmt":"2017-10-10T05:15:43","guid":{"rendered":"http:\/\/morningfog.de\/?p=4930"},"modified":"2017-10-09T22:26:15","modified_gmt":"2017-10-09T20:26:15","slug":"paddy-im-interview-kate-arbeitet-an-einem-neuen-projekt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/morningfog.de\/?p=4930","title":{"rendered":"Paddy im Interview: Kate arbeitet an einem neuen Projekt"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_4932\" style=\"width: 620px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/morningfog.de\/?attachment_id=4932\" rel=\"attachment wp-att-4932\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4932\" class=\"wp-image-4932 size-full\" src=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/paddybush05.jpg\" alt=\"\" width=\"620\" height=\"549\" srcset=\"https:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/paddybush05.jpg 620w, https:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/paddybush05-300x266.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4932\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Stefan Franzen<\/p><\/div>\n<p><em>Im zweiten Teil des Interviews mit Paddy geht es nochmal um die Musik Madagaskars, um Paddys musikalischen Projekte, um seinen Beitrag zu den Before the dawn-Konzerten und die wichtigste Frage \u00fcberhaupt &#8211; wie sieht es mit einem neuen Kate-Projekt aus?<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Kehren wir nochmal zur madagassischen Musik zur\u00fcck. Du bist einer der wenigen Europ\u00e4er, wenn nicht der einzige, der die madagassischen Instrumente spielt. Was macht es f\u00fcr Europ\u00e4er so schwierig, sie zu spielen? Sind das wirklich blo\u00df die Rhythmen?<\/p>\n<p><strong>Paddy<\/strong>: Die Rhythmen sind unglaublich schwierig. In traditioneller europ\u00e4ischer Musik gibt es immer eine Wechselbeziehung zwischen den Beats und den betonten Noten der Melodie. Du schl\u00e4gst also automatisch mit dem Fu\u00df den Takt. So aber funktioniert madagassische Musik nicht. Die Betonung des Beats kann sich verschieben. Die Madagassen verstehen das, Leute von ausw\u00e4rts nicht. Die Madagassen schlagen den Takt an einer ganz anderen Stelle als da, wo die Europ\u00e4er den Rhythmus h\u00f6ren. Es dauert unglaublich lange, bis man lernt, wie man die Betonung verschiebt. Nur wenn du madagassische Perkussion studierst, kannst du das schaffen. Die Musik der Tromba wird immer von einer Rassel namens Kaiamba begleitet, ein verschobener Rhythmus. Du denkst, du h\u00f6rst die starke Z\u00e4hlzeit, aber der Rhythmus liegt auf dem n\u00e4chsten Beat. Vielleicht z\u00e4hlen sie f\u00fcr einen 12\/8-Takt also vier Gruppen von drei. Die erste Note des Songs ist oft gar nicht h\u00f6rbar, die letzte Note einer Melodie kann die erste sein. Eine magische Symmetrie. Ich habe zwei Alben mit einem sehr talentierten madagassischen Musiker namens Paskaal Japhet produziert. Ein sehr cleverer Perkussionist und Komponist. Als Bezahlung f\u00fcr die Produktion bat ich ihn, mir die Rhythmen in all meinen Lieblingsst\u00fccken seit den 1980ern zu markieren. Das war die H\u00f6lle!\u00a0 Keines der St\u00fccke, die ich gelernt hatte, hatten die Rhythmusbetonung dort, wo ich sie vermutet hatte. Den Paddy, den du heute vor dir siehst, ist ein bisschen wie ein Ph\u00f6nix, der aus der Asche aufgestiegen ist. Denn ich hab die madagasssiche Musik drei mal aufgegeben. Das letzte Mal, das ich sie aufgegeben hatte, war ich so desillusioniert, dass ich stattdessen anfing, Glasbearbeitung zu lernen. Eine Sache, die die Ahnenverehrung begleitet, ist die: F\u00fcr deine Probleme verschreibt man dir bestimmte Perlen. Die Ahnen kennen deine Probleme, und wenn du an einer Zeremonie teilnimmst, dann werden sie dir verschiedene Perlen verschreiben, und die haben fantastische Namen. Es ist wie Schmuckmedizin. Die Namen, die sie tragen, sind etwa: \u201eLass dich nicht herumschubsen\u201c oder \u201eK\u00f6nig der Welt\u201c oder \u201eZusammenhalt\u201c, es gibt Hunderte von ihnen und die Madagassen kennen sie alle auswendig. Doch seltsamerweise sind sie alle aus Plastik. Diese Perlen besch\u00fctzen dich, geben auf dein Vieh acht, bringen Liebe in dein Leben, bewahren dich vor dem B\u00f6sen. Doch auf meiner gesamten Reise habe ich nie eine einzige Perle aus Glas gesehen. Plastik ist halt billiger. Wenn du also deine Liste von verschriebenen Perlen mit auf den Markt nimmst, dann gehst du in den Teil wo sie Kr\u00e4utermedizin verkaufen. Viele Leute tragen diese Perlen, aber niemals aus Glas. Als die madagassische Musik mir also zum dritten Mal eine Niederlage zuf\u00fcgte, habe ich sie komplett aufgegeben, zwei Jahre lang, und ich habe mich total auf die Herstellung von Perlen aus Glas konzentriert. Die wurden sehr erfolgreich in Madagaskar. Ich hatte eine hochbegabte Lehrerin namens Diana East. Ihr brachte ich die madagassischen Plastikperlen und fragte sie, wie man die aus Glas machen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Was hat dich dann doch wieder zur Musik zur\u00fcckgebracht?<\/p>\n<p><strong>Paddy<\/strong>: Eines Tages ist etwas passiert. Ich spielte bei einer Aufnahme mit einer Rassel mit. An der Rassel zeigt sich, ob du madagassische Rhythmen verstehst oder nicht. Wegen dieser verschobenen Z\u00e4hlzeiten wurde ich jedes Mal, wenn ich die Musik h\u00f6rte, \u00e4ngstlich, denn ich verstand sie nicht. Ich f\u00fchlte mich wie ein Heuchler, als w\u00fcrde ich diese Musik nur imitieren, wie ein Chinese, der einen Elvis Presley-Song singt, nur dass das hier auch noch in einem spirituellen Kontext geschah. Sie sagten zu mir: \u201ePaddy, wir sehen ja, dass du die Rhythmen nicht verstehst. Aber was du mitbringst, ist Liebe! Und die h\u00f6ren wir, wenn du spielst. Und eines Tages wirst du die Rhythmen verstehen.\u201c Eines Tages also spielte ich mit der Rassel und mir fiel etwas auf, was ich zuvor nicht bemerkt hatte: Der Rhythmus der Rassel schien sich zu verschieben. Und irgendetwas in mir, was nicht intellektuell war, fand seinen Weg. Ich f\u00fchlte mich, als w\u00fcrde ich zuh\u00f6ren und nicht, als w\u00fcrde ich es beeinflussen. Ich wurde mir bewusst, dass ich eine unglaubliche Ignoranz gegen\u00fcber der Formbarkeit von Rhythmus hatte. Die ganze Zeit kamen meine Wurzeln aus der Folkmusik zur\u00fcck und zwangen meinen Fu\u00df, den Takt falsch zu schlagen. Und ich fragte meine madagassischen Freunde: \u201eWie k\u00f6nnt ihr da den Takt klopfen und hier spielen? Und sie lachten einfach. Aber als es das erste Mal klappte, da war es mehr als magisch. Der ganze intellektuelle Schei\u00df wurde ausgeblendet und pl\u00f6tzlich hatte ich eine ganz andere Beziehung zum Rhythmus. Es hat alles ver\u00e4ndert. Ich habe erneut die St\u00fccke von Pascal angeh\u00f6rt und bekam keine Angst mehr. Denn ich konnte den Beat h\u00f6ren und er war schon vor dem Einsatz der Rassel da. Er ist an einem unsichtbaren Platz. Endlich hat der Rhythmus zu mir gesprochen. 25 Jahre habe ich gebraucht, um die madagassische Musik zu verstehen. Die Musik in Madagaskar unterscheidet sich von Region zu Region so stark, dass die Menschen die Traditionen ihrer Nachbarregionen nicht verstehen. Sie verwenden die gleichen Rhythmen und Skalen, aber sie k\u00f6nnen sie nicht verstehen. Als Justin zum ersten Mal die Musik der Vezo-Fischer aus dem S\u00fcdwesten h\u00f6rte, dachte er, dass es nicht ein Solist auf der Marovany sei sondern zwei. Der Gitarrist hat ihn darauf aufmerksam gemacht: \u201eJustin, das ist ein einziger Typ, der das spielt!\u201c Justin pfiff durch die Z\u00e4hne und schaute ziemlich verzweifelt. Die Leute vom Hochplateau verstehen nicht unbedingt die Rhythmen aus dem S\u00fcden und umgekehrt. Aber es gibt eine Art magische Br\u00fccke zwischen der Musik der K\u00fcstenregion und der des Hochplateaus, und das ist Rakotozafy. Jeder liebte Rakotozafys Melodien. Die Merina-Leute sagten: \u201eOk, er ist nicht von hier, aber er hat wirklich sehr sch\u00f6ne Melodien.\u201c Das gleiche gilt f\u00fcr die Leute an der K\u00fcste: Sie denken, er lebt noch, obwohl er 1970 gestorben ist.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Wie siehst du deine Rolle als Produzent von madagassischer Musik? Wolltest du mit den Alben, die du f\u00fcr Justin und Paskaal Japhet gemacht hast, die madagassische Musik in die Zukunft bringen, sie zug\u00e4nglicher f\u00fcr Europ\u00e4er und vielleicht sogar f\u00fcr die madagassische Jugend machen?<\/p>\n<p><strong>Paddy<\/strong>: Ich denke, das stimmt. Ich sehe meine Rolle als Produzent wie ein unsichtbares Bindeglied zwischen dem Musiker und seiner Musik. Justin oder Pascal sind vertraut mit der Arbeit in einem Vielspurstudio. Ich wollte nicht, dass sie sich zu sehr mit der technischen Seite befassen. Alle fr\u00fchen Alben von Kate sind ja entstanden wie die Malerei in der Decke der Sixtinischen Kapelle. Da passiert so viel auf den verschiedensten Ebenen! Die 1970er waren voll mit Alben, die im Studio zusammengesetzt wurden, das war das Handwerk, das wir gelernt haben. Madagassische Musiker mit ins Studio zu nehmen und mit ihnen das Gleiche zu tun, hat ihre Musik in einer Art und Weise befreit, zu der sie vorher nicht f\u00e4hig gewesen w\u00e4ren. Aber ich muss sagen, auch wenn es fantastisch ist, die Sixtinische Kapelle im Studio zu malen, ist es kein Ersatz f\u00fcr eine wirklich herausragende Liveperformance, wie zum Beispiel einige Sachen, die ich im Vortrag \u00a0gespielt habe, zum Beispiel Justin Ren\u00e9s Akkordeon. Kein Multi-Tracking, kein Hall, nichts. F\u00fcr mich ist es eine atemberaubende, fantastische Sache, dass es Musiker gibt, die zu so etwas f\u00e4hig sind, mit nichts anderem als ihrem Instrument. Sie nehmen dich an einen Ort mit, und egal, wie viele Sixtinische Kapellen du gestaltet hast, das kannst du nicht vergleichen mit so mancher Musik in Madagaskar. F\u00fcr mich hat das die Musik von allen anderen Orten der Welt verdorben, nichts klingt so gut, wie die madagassische Musik. O.k., nicht alles aus Madagaskar klingt fantastisch. Es gibt furchtbares Zeug. Ein Genre, das Justin liebt und ich nicht ausstehen kann. Eine Art milde klassische Musik, in der mehrstimmiger Gesang vorkommt, der sehr schmalzig ist, f\u00fcr mich eine Folter. Aber Justin liebt es und ich schaue ihm gern zu, wie er darauf reagiert! Und es gibt auch schlimme Popmusik. Ich habe davon gesprochen, wie bedroht madagassische Tradition ist, da die Musik von woanders so beliebt ist. Aber die Madagassen spielen immer noch ihre madagassische Musik. Sie spielen sie auf Gitarren und Keyboards, und statt der Rassel haben sie nun einen ganzen Schlagzeugaufbau. Doch die Musik, die sie damit mache,n ist immer noch ein Teil der lebendigen Tradition, sie spielen sie halt auf westlichen Instrumenten.<\/p>\n<p><em>An dieser Stelle macht Paddy einen langen Exkurs \u00fcber die madagassische Spiritualit\u00e4t, der in einer unglaublichen Anekdote gipfelt: Als eine gro\u00dfe Anzahl von Riesenschildkr\u00f6ten aus einer Aufzuchtstation gestohlen wurde, hat er diese mithilfe eines Mediums wiedergefunden, das ihm den exakten Aufenthaltsort des Diebesgutes auf der Insel La R\u00e9union verriet. Die Polizei wollte den Angaben zun\u00e4chst gar nicht nachgehen, doch die mit einer Nummer gekennzeichneten Tiere waren tats\u00e4chlich dort. Ich schwanke mittlerweile zwischen Faszination \u00fcber seine Geschichten und einem st\u00e4ndigen Unbehagen \u00fcber die fortgeschrittene Zeit. Schlie\u00dflich wartet seine Freundin Eva Keller schon lange auf die Abfahrt\u2026Und so wage ich die Schlusskurve mit einigen wenigen Fragen zur Gegenwart und Zukunft.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Paddy, du hast heute Abend im Vortrag \u201eLove And Anger\u201c, \u201eEat The Music\u201c und \u201eThe Red Shoes\u201c gespielt, sehr h\u00f6rbare Einfl\u00fcsse auf die Musik von Kate. Wie sieht es heute aus? Bist du immer noch als musikalischer Ratgeber f\u00fcr sie t\u00e4tig?<\/p>\n<p><strong>Paddy<\/strong>: Vor drei Jahren haben wir zusammengearbeitet. F\u00fcr \u201eBefore The Dawn\u201c lud sie mich ein, einigen beteiligten Musikern bei bestimmten verwendeten Instrumenten mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Jetzt gerade arbeiten wir an v\u00f6llig verschiedenen Sachen. Was Kates Projekt betrifft, dar\u00fcber kann ich dir nichts sagen, das ist geheim. Das tut mir sehr leid! Ich selbst arbeite an zwei CDs, die 2018 ver\u00f6ffentlicht werden, eine neue CD mit Justin Vali und ein neues Bushtucker-Album mit meinem Freund Colin Lloyd-Tucker. Da freue ich mich sehr drauf, denn beim ersten Album hatten wir eine Plattenfirma, die nicht gerade aufrichtig war. Wir wissen, dass wir einen Haufen Platten verkauft hatten, und sie haben uns die exakten Zahlen verheimlicht. \u201eSkypscraping\u201c war ein absolutes finanzielles Desaster. Dieses werden wir ganz unter unserer Kontrolle halten. Das Justin Vali-Album wird sich aus dem Material heraus entwickeln, das wir f\u00fcr die BBC gemacht haben. Wir haben ein paar St\u00fccke f\u00fcr sie aufgenommen, die auf dem \u201e10 Years of World Routes\u201c drauf sind. Mein Albtraum war es, dass die BBC mich fragen w\u00fcrde, live zu spielen. Lange im Voraus hatte ich ihnen gesagt, dass ich das niemals tun w\u00fcrde. Und dann kamen wir zum Festival und der Produzent sagte: \u201eW\u00fcrde es euch was ausmachen, eine Livenummer zu spielen? Und ich konnte mich selbst sagen h\u00f6ren: \u201eKein Problem!\u201c Da waren wir also und spielten <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=5FqlDOCkwOY\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">dieses wunderbare St\u00fcck<\/a>. Und in dem Moment f\u00fchlte ich, wie es im ganzen UK aus den Radios kam, im schottischen Hochland, im S\u00fcden, und wie es \u00fcber den World Service der BBC in die ganze Welt ausgestrahlt wurde. Es war ein wundersch\u00f6nes Gef\u00fchl, es f\u00fchlte sich richtig an. Im Unterschied zu allem, was ich in der Folk-Welt oder im Popmusikgesch\u00e4ft getan hatte, ist das Musik, die etwas ganz Besonderes in sich tr\u00e4gt. Wenn du einmal eine Vorliebe f\u00fcr madagassische Musik entwickelt hast, dann klingt alles Andere nicht mehr so gut. Also: Diese beiden Sachen werden n\u00e4chstes Jahr rauskommen.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Ich glaube jeder, der bei einer der \u201eBefore The Dawn\u201c-Shows dabei war, wird sein Leben lang davon erz\u00e4hlen. Was hat dir an den Konzerten am besten gefallen?<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/morningfog.de\/?attachment_id=4931\" rel=\"attachment wp-att-4931\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-4931 size-full\" src=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/kate-btd.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"502\" srcset=\"https:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/kate-btd.jpg 400w, https:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/kate-btd-239x300.jpg 239w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a>Paddy<\/strong>: Kate hat die \u201eBefore The Dawn\u201c-Shows vor allem gemacht, um das unglaubliche Talent ihres Sohnes Bertie zum Leuchten zu bringen. Ich bin wahnsinnig stolz auf ihn, er ist ein ganz au\u00dfergew\u00f6hnlicher Mensch. Er studiert im Moment Physik in Oxford auf einem sehr hohen Level. F\u00fcr mich ist er der perfekte Renaissance-Mann, es gibt nichts, was er nicht tun kann: Bertie kann schauspielern, er kann Instrumente spielen, er kann singen, tanzen und er kennt sich mit Astrophysik aus. Zum Geburtstag habe ich ihm die Feynman Lectures geschenkt, das sind sehr komplexe physikalische Theorien, B\u00fccher so dick wie Telefonverzeichnisse voll mit Formeln. Ich habe sie ihm gekauft, um zu testen, wie ernsthaft sein Interesse an Physik tats\u00e4chlich ist. Er hat das in ein paar Tagen durchgeackert und alles verstanden. In diesen Konzerten gab Kate ihm also die Gelegenheit, seine Talente vorzustellen. Er hat eine gro\u00dfe Zukunft.<br \/>\nAber nat\u00fcrlich ging es in den Konzerten nicht nur darum, es gab auch andere wunderbare Momente, aber Kates Liebe f\u00fcr ihren Sohn war nur eines der Dinge. Die Zeitlupenfilme, die sie verwendete, als die den Flug der V\u00f6gel zeigte, V\u00f6gel, die spirituelle Wesen wurden. Diese wunderbaren slow motions, die perfekt mit ihrer Musik verschmolzen sind. Fantastisch. Und der Minimalismus und die Strangeness, die die Kulisse ausstrahlte, die B\u00fchne hatte eine einfach umwerfende Atmosph\u00e4re. Die gr\u00f6\u00dfte Magie in diesen Shows f\u00fcr mich war aber Kate, wie sie da am Klavier sa\u00df und sang. Das ist die wahre Kate Bush, die ich kenne. Die Muse, die bei ihr ankam, als sie zehn Jahre alt war. Die Beziehung, die sie zum Piano hat, ist etwas, das so grundlegend und tief ist. Sie ist eine wunderbare T\u00e4nzerin und Schauspielerin, aber die Kr\u00f6nung f\u00fcr mich war, wie Kate am Piano sitzt. Diese Momente aus den Konzerten gehen mir immer noch im Kopf herum. Das war so wundersch\u00f6n. \u00a9 <strong>Stefan Franzen<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im zweiten Teil des Interviews mit Paddy geht es nochmal um die Musik Madagaskars, um Paddys musikalischen Projekte, um seinen Beitrag zu den Before the dawn-Konzerten und die wichtigste Frage \u00fcberhaupt &#8211; wie sieht es mit einem neuen Kate-Projekt aus? Kehren wir nochmal zur madagassischen Musik zur\u00fcck. 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