{"id":4857,"date":"2017-09-13T07:12:55","date_gmt":"2017-09-13T05:12:55","guid":{"rendered":"http:\/\/morningfog.de\/?p=4857"},"modified":"2017-09-10T15:06:05","modified_gmt":"2017-09-10T13:06:05","slug":"35-jahre-the-dreaming-pressestimmen-und-impression-1982-84","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/morningfog.de\/?p=4857","title":{"rendered":"35 Jahre &#8222;The Dreaming&#8220;: Pressestimmen und Impression 1982-84"},"content":{"rendered":"<p><strong>Von Beate Meiswinkel<\/strong><\/p>\n<p>Man mag es kaum glauben: 35 Jahre sind seit dem Erscheinen von \u201eThe Dreaming\u201c vergangen. Die inzwischen nur unwesentlich gealterte Schreiberin dieser Zeilen war damals zarte 15 Jahre jung und bereits enthusiastischer Kate Bush-Fan. Ach, ich war so voller Gedanken und Ideen damals, und sooo vertr\u00e4umt\u2026 meine Mama nannte mich liebevoll \u201eTr\u00e4umerle\u201c, wenn ich mal wieder etwas verdaddelt hatte. Mein Jugendfreund hingegen bezeichnete mich in Anleihen an einen von mir zutiefst verabscheuten Supertramp-Song gerne als \u201eStupid Little Dreamer\u201c &#8211; eine Neckerei, die mich ein ums andere Mal auf die sprichw\u00f6rtliche Palme trieb! Jedenfalls kam mir Kate Bush mit ihren wilden und ungez\u00e4hmten Einf\u00e4llen gerade recht \u2013 noch eine, der es offensichtlich in der Welt der Fantasie und der bunten Ideen viel besser gefiel als in der schn\u00f6den Wirklichkeit. Wie passend war da ein Album \u00fcber den Traum, \u00fcber das Tr\u00e4umen, \u00fcber die Traumzeit der australischen Ureinwohner, die ihren Ausdruck in Gesang, Tanz, Malerei und der Geschichtenerz\u00e4hlung findet? Und was f\u00fcr ein Album das war: kontrovers, kompromisslos, ausdrucksvoll, fordernd, bizarr, enervierend zuweilen, so stark und gleichzeitig so zart &#8211; und so befreiend! \u201eThe Dreaming\u201c war gro\u00dfartig. Es spaltete sowohl Fans als auch Presse \u2013 denn es war und ist \u00fcberaus <a href=\"http:\/\/morningfog.de\/?attachment_id=4865\" rel=\"attachment wp-att-4865\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4865\" src=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/EMIAnzeige250.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"649\" srcset=\"https:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/EMIAnzeige250.jpg 250w, https:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/EMIAnzeige250-116x300.jpg 116w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a>meinungsbildend: \u201e<em>Nicht nur f\u00fcr Tr\u00e4umer<\/em>\u201c, t\u00f6nte die EMI Electrola GmbH in ihrer Werbeanzeige im Musik Express 10\/82 vollmundig. \u201e<em>Das Warten hat sich gelohnt. Das neue Album von Kate Bush ist wirklich traumhaft.<\/em>\u201c In ihrem Promo-Sheet zur aktuellen LP gab die Plattenfirma in \u00e4hnlich sprachlicher Opulenz Einblicke in das aktuelle Kate Bush-Album: <em>\u201eTHE DREAMING vereint zehn elaborierte Pop-Partituren, in denen sich KATEs Interesse an ethnischer Musik niederschl\u00e4gt und leichte Jazzeinfl\u00fcsse bzw. Rockelemente h\u00f6rbar werden. Sie bewegt sich auf dem Pop-Parkett mit einer Grazie und Eigenst\u00e4ndigkeit, die f\u00fcr ein Frollein <\/em>(sic!)<em> Anfang Zwanzig erstaunlich sind. (&#8230;)<br \/>\n<\/em><em>Die Umsetzung ihrer teilweise recht schwierigen und undurchschaubaren Lyrik geriet der Song-Aktrice selbst zu einem m\u00fchevollen Puzzlespiel. Wenn auch zu einem lohnenden, wie das Resultat den H\u00f6rer belehrt, der gewillt ist, sich auf diesem musikalischen Abenteuerurlaub einzulassen. Griffig im Sinne oberfl\u00e4chlicher Kommerzialit\u00e4t ist THE DREAMING nicht. Daf\u00fcr aber ein Album, in dem zarte Klanggewebe neben ungew\u00f6hnlich aggressiven Titeln stehen, in dem filigrane Ger\u00e4uschziselierungen neben rhythmischer Schwere vorkommen. <\/em><em>KATE \u2013 verantwortlich f\u00fcr Produktion, Arrangement, Komposition und ein von ihr bedientes Keyboard-Sortiment \u2013 lud ausgezeichnete Musiker zu den Session ein. Ohne Anspruch auf Vollst\u00e4ndigkeit seien hier EBERHARD WEBER (Bass auf \u201eHOUDINI\u201c), DAVID GILMOUR (Backing Vocals), STUART ELLIOT (Drums), ALAN MURPHY und IAN BAIRNSON (Guitar) erw\u00e4hnt. Die Nutzung moderner Elektronikinstrumente, die KATE auf ihrer letzten LP einzusetzen begann, geht auf THE DREAMING weiter. Fairlight, CS 80 und Synclavier wurden verschiedentlich eingesetzt und erm\u00f6glichten KATE die Herrichtung diffizieler Klangfarben. Die Kombination hochmoderner und alter akustischer Instrumente (&#8230;) sowie die Einarbeitung imitierter Tierger\u00e4usche (&#8230;) bringen zus\u00e4tzliche Abwechslung ins musikalische Geschehen. (\u2026)\u201c\u00a0 <\/em>(EMI Electrola GmbH, Presse International, K\u00f6ln)<\/p>\n<p>Nicht \u00fcberall stie\u00df das Ergebnis von Kates k\u00fcnstlerischem Ausdruck auf haltlose Gegenliebe. So schrieb Rezensent\/in D. D. in der deutschen SOUND durchaus hintergr\u00fcndig und verstiegen: <em>\u201eIn diesen Redaktionsstuben und nicht nur hier herrscht eine tiefe Ablehnung gegen\u00fcber Kate Bush, so da\u00df ich, der ich von ihr au\u00dfer der Single \u201eBabooshka\u201c, die mir ganz gut gefiel, noch nie einen Ton geh\u00f6rt habe, beschlo\u00df, der Sache auf den Grund zu gehen. Und siehe! Ausnahmsweise schien ein Vorwurf zuzutreffen, der so oft grundlos erhoben wird: m\u00e4nnlicher Chauvinismus. Nicht im Sinne jener paranoiden Struktur, die ihn in allem sieht, sondern im Sinne der Unf\u00e4higkeit von kleinen Jungs zu verstehen, warum die Schwester oder die Freundin das Zimmer voller Pferdebilder hat und die Sommerferien am liebsten im Ponyhof verbringt.<br \/>\n<\/em><em>Kate Bushs Beziehung zur Musik, ihre manieristischen Soundvorstellungen sind eine Mischung aus einer unergr\u00fcndlichen, aber reizvollen M\u00e4dchenhaftigkeit mit schn\u00f6dem (m\u00e4nnlichen) Art-Rock (also dem zutiefst ablehnungsw\u00fcrdigen Ehrgeiz, wichtig zu sein, Kunst im alten europ\u00e4ischen Sinne zu hinterlassen). Pferdebilder-Kate und Art-Rock-Kate (= Genesis-Kate) nehmen jede circa eine H\u00e4lfte von THE DREAMING ein. Wirklich gut im Sinne von Auflegen, nicht im Sinne von Gutachten, sind eigentlich nur die beiden Singles \u201eSuspended In Gaffa\u201c und \u201eSat In Your Lap\u201c, der Rest ist fast immer zu nahe am Absturz in 70er-Jahre-Manierismus.\u201c <\/em>(D.D., SOUNDS 12\/1982, S. 66).<\/p>\n<p>Alles klar??<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/morningfog.de\/?attachment_id=4864\" rel=\"attachment wp-att-4864\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4864\" src=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/original.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"379\" srcset=\"https:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/original.jpg 250w, https:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/original-198x300.jpg 198w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a>Ehrlich begeistert hingegen \u00e4u\u00dferte sich Ingeborg Schober im Musik Express 10\/1982: <em>\u201eLange haben wir gewartet, lange hat Kate Bush an ihrem neuen Album THE DREAMING gearbeitet, die Perfektionistin, die Besessene. Verst\u00e4ndlicherweise entstand ein schwer zug\u00e4ngliches, mystisches Album voller R\u00e4tsel. Bei anderen K\u00fcnstlern h\u00e4tte so ein \u201eEgotrip\u201c ins Auge gehen k\u00f6nnen \u2013 nicht so bei Kate Bush, die die rare Kombination von Distanz und Leidenschaft besitzt, die erlebt und zugleich beobachtet. Eher unauff\u00e4llig zieht sie uns in einen faszinierenden Sog der Gef\u00fchle, der \u00c4ngste, der Ahnungen. Und wenn auch ihre Geschichten ein Spiegelbild ihrer Kaleidoskop-Phantasien sind, bleiben die einzelnen Worte ohne Bedeutung, l\u00f6sen sich in Klang und Stimmen. Stimmen, so viele verschiedene Stimmen! Fl\u00fcstern, Schreien, Kreischen, Hauchen, Seufzen \u2013 sie sind ineinander verwoben und schicksalhaft verbunden wie in einer hochdramatischen Traumsequenz. <\/em><em>Auffallend auch die \u201eanderen Stimmen\u201c \u2013 spirituelle Dialoge \u00fcbers Telefon und aus dem Jenseits. Eine Methode, die auch Nina Hagen auf NUNSEXMONKROCK angewendet hat, wird von Kate Bush wesentlich \u00e4sthetischer und differenzierter gebraucht. Ihre Arrangements sind verschlungene Muster \u2013 zu farbenfrohen und dennoch ged\u00e4mpften Gobelins zusammengesetzt. (&#8230;) Ein Traum, ein Alptraum, ein musikalisches Traumspiel fernab der Rock-Klischees. Eine Dimension Sensibilit\u00e4t und Phantasie zuviel? Die W\u00fcrfel sind gefallen.\u201c<br \/>\n<\/em>****** (Ingeborg Schober, ME 10\/1982, S. 48)<\/p>\n<p>Ebenfalls f\u00fcr den Musik Express traf Gabriele Meierding an einem hei\u00dfen Sommermorgen in einem Londoner Hotel auf unsere \u201eSong-Aktrice\u201c: <em>\u201eKurz vor 10 Uhr morgens war Kate hereinspaziert, ich bin auch p\u00fcnktlich. Doch in der dritten Etage herrscht noch helle Aufregung. Da die Londoner Hotels dieser Luxuskategorie meistens ebenso schlecht organisiert sind wie teuer, war die gebuchte Suite nat\u00fcrlich noch nicht fertig. Das bedeutete allgemeine Panik, denn Kate hatte sich in den Kopf gesetzt, an zwei Tagen ein Pensum von 20 Interviews zu absolvieren. So ist der Terminplan schon im Eimer, ehe die erste Frage gestellt ist. <\/em><em>Kate ist jedoch dabei liebensw\u00fcrdig wie immer. Mir wird erst sp\u00e4ter bewu\u00dft, da\u00df sie trotz der Bruthitze Schn\u00fcrstiefeletten tr\u00e4gt, \u00fcberhaupt sieht sie aus wie ein weiblicher Spielmann. Ein Interview mit Kate ist f\u00fcr mich wie ein Teekr\u00e4nzchen schw\u00e4rmerisch veranlagter Backfische. Sie ist so romantisch, ihre Fantasie ist absolut positiv, wobei sie eine feine Antenne f\u00fcr alles Obskure hat. (&#8230;)<br \/>\n<\/em><em>F\u00fcr die neue LP, THE DREAMING, verbrachte Kate mit ihren Musikern ein geschlagenes Jahr im Studio (&#8230;). Ihr Perfektionsdrang hatte sich diesmal eindeutig l\u00e4hmend ausgewirkt. <\/em>\u201eIch wu\u00dfte zwar genau, was ich h\u00f6ren wollte, aber nicht, wie ich dahinkomme.\u201c <em>(&#8230;) <\/em><em>V\u00f6llig deprimiert sa\u00df Kate Bush irgendwann mittendrin, total ersch\u00f6pft, aber unter dem Druck, <\/em>\u201eda\u00df alles noch ungeheuer verbessert werden mu\u00df.\u201c<br \/>\n<em>So entstanden, ist THE DREAMING nat\u00fcrlich weit entfernt vom frischen Zauber ihres faszinierenden Deb\u00fcts und ebenso vom kommerziellen \u201eBabooshka\u201c vom Vorg\u00e4nger NEVER FOR EVER. Die vierte Kate-Bush-LP geriet geradezu zum Dschungelwerk. Zwischen ungewohnter Aggressivit\u00e4t auf der einen und ethnischen Akzenten auf der anderen Seite macht sich nicht selten ein jenseitiger Vollrausch breit. Bis auf das ekstatische \u201eSat In Your Lap\u201c ist es schwer, auf Anhieb einzelne Songs in den Griff zu bekommen, denn es sind oft nur eingeschobene Sequenzen, die sich als eing\u00e4ngige Oasen bemerkbar machen. <\/em>\u201eIch wollte schon seit dem ersten Album in diese Richtung gehen,\u201c<em> erkl\u00e4rte Kate. <\/em>\u201eAber ich bin jetzt erst langsam so weit, da\u00df ich das auch kontrollieren kann. (&#8230;)\u201c<em><br \/>\n<\/em><em>Das Reizvollste an Kate Bush sind f\u00fcr mich eigentlich immer die Geschichten hinter den Songs. (&#8230;) <\/em><em>\u201ePull Out The Pin\u201c zum Beispiel basiert auf einer TV-Dokumentation \u00fcber den t\u00e4glichen \u00dcberlebenskampf der Vietnamesen, ihren Einzelaktionen gegen die Amerikaner <\/em>(&#8230;) \u201eDie Vietnamesen taten das alles f\u00fcr Buddha, deshalb tragen sie auch immer diese kleine silberne Buddha-Figur um den Hals. Im Kampf stecken sie sie in den Mund, so dass sie Buddha auf den Lippen haben, wenn sie sterben.\u201c <em>Das Ganze, meint Kate, habe sie <\/em>\u201efast zerrissen\u201c<em>, aber irgendwie sei das auch schon wieder <\/em>\u201eso beautiful\u201c<em> gewesen &#8230;<\/em><em>Ein typisches Kate-Bush-Thema dann \u201eHoudini\u201c. (&#8230;) Dieser ber\u00fchmte Entfesselungsk\u00fcnstler starb bekanntlich in einem Wassertank nach einem ungl\u00fccklichen Unfall. (&#8230;)<br \/>\n<\/em><em>Kate: <\/em>\u201eHoudini war zu Lebzeiten geradezu besessen vom Spiritismus. Und nach dem Tode seiner Mutter hatte er vergeblich versucht, \u00fcber ein Medium zu ihr zu gelangen und kam schlie\u00dflich dahinter, da\u00df viele Leute einfach nur mit unglaublichem Schwindel versuchten, aus dem Leid anderer Kapital zu schlagen. Und um seiner Frau diese schmerzhafte Erfahrung zu ersparen, vereinbarte er mit ihr ein geheimes Codewort, so da\u00df sie merken w\u00fcrde, wenn das Medium sie betr\u00fcgt.<br \/>\nIch habe mir Zeitungsberichte aus den 20er Jahren besorgt mit den Berichten dar\u00fcber. Sie hatte dort die offizielle Erkl\u00e4rung abgegeben, da\u00df sie tats\u00e4chlich bei einer S\u00e9ance mit ihm in Kontakt getreten sei. Ich glaube eigentlich nicht, dass sie es nur des Geldes wegen getan hat. Nat\u00fcrlich wei\u00df ich es nicht. Aber in dem Bewu\u00dftsein, da\u00df sie immer nur so entsetzlich entt\u00e4uscht wurde, weil er nie mit dem Codewort zu ihr kam, w\u00e4re ich auch gar nicht im Stande gewesen, dieses Lied zu schreiben.\u201c<em> (&#8230;)<br \/>\n<\/em><em>Eigenartig nur der Text zu dieser aufm\u00fcpfigen Musik zu \u201eSat In Your Lap\u201c. Da man ihn (&#8230;) kaum versteht und den Gesang nur als zus\u00e4tzliche Soundfarbe im Ohr hat, ist man innerlich auf eine eher k\u00f6rperliche Aussage gefa\u00dft. Aber: hier geht es um \u00dcbergeordnetes&#8230; um die rastlose Suche nach Lebensinhalten, die meistens in der Erkenntnis der totalen Unwissenheit endet, n\u00e4mlich! (&#8230;) Und \u201eSuspended in Gaffa\u201c geht sogar noch einen Schritt dar\u00fcber hinaus; f\u00fcr Fortgeschrittene sozusagen, denen einmal verg\u00f6nnt war, einen kurzen Einblick in die gro\u00dfe Wahrheit zu gewinnen und die jetzt rastlos in der ern\u00fcchternden Realit\u00e4t umherwandern. <\/em><em>Schwer zu sagen, ob Kate Bush vielleicht selbst dazu z\u00e4hlt.<br \/>\n<\/em><em>Eine Woche vor diesem Interview hatte Kate Bush \u00fcbrigens wieder mit dem Tanztraining begonnen. Aber das bedeutet nicht, da\u00df sie \u00fcbermorgen auf Tournee geht. (&#8230;) Irgendwann, n\u00e4chstes Jahr &#8230; (wenn \u00fcberhaupt) &#8230; soll es soweit sein. Und all ihre Fans werden mit leuchtenden Augen auf die B\u00fchne starren und darauf warten, da\u00df sie endlich \u201eWuthering Heights\u201c singt oder wenigstens \u201eBabooshka\u201c&#8230;\u00a0 <\/em>(Gabriele Meierding, Musik Express 09\/1982, S. 20 ff).<\/p>\n<p>Denkste, Puppe&#8230; die Wartezeit betrug nur noch etwa 32 Jahre.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/morningfog.de\/?attachment_id=4866\" rel=\"attachment wp-att-4866\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4866\" src=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/bravo-dreaming250.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"344\" srcset=\"https:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/bravo-dreaming250.jpg 250w, https:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/bravo-dreaming250-218x300.jpg 218w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a>Die BRAVO widmete Kate einen etwas merkw\u00fcrdigen Artikel mit dem Untertitel <em>\u201eAls Astronautin landet sie im australischen Busch\u201c<\/em> \u2013 immerhin h\u00fcbsch bebildert und prangend vor journalistischer Stilbl\u00fcten: <em>\u201eWuschelige, dunkle Haarm\u00e4hne, bet\u00f6rend sch\u00f6ne Augen, ein schmales, porzellanfarbenes Gesicht mit sinnlich geschnittenen Lippen, Kate Bush (24) meldet sich nach 15monatiger Abwesenheit wieder auf der Szene zur\u00fcck. Solange arbeitete Kate an ihrer neuen LP \u201eThe Dreaming\u201c, aber das Ergebnis kann sich h\u00f6ren \u2013 und sehen \u2013 lassen. <\/em><em>Ihr Auftritt in Thomas Gottschalks \u201eNa sowas\u201c Ende September verbl\u00fcffte allerdings die Fans. <\/em><em>Kate hatte sich von der zerbrechlichen, romantischen Elfe in eine engagierte Astronautin verwandelt. Im Text ihrer Single \u201eThe Dreaming\u201c geht\u2019s mitten rein in den australischen Busch. <\/em><em>Es wimmelt dort von Schlangen, Krokodilen und K\u00e4nguruhs, w\u00e4hrend Kate lauthals gegen die Ungerechtigkeit angeht, der die australischen Ureinwohner heute noch ausgesetzt sind. (&#8230;) <\/em><em>Der wei\u00dfe Astronautenanzug stammt aus Londons In-Shop Lawrence Corner und hilft Kate, sich in ein \u201eH\u00f6heres Wesen\u201c zu verwandeln, w\u00e4hrend die Schlangenmenschen T\u00e4nzerinnen <\/em>(!!!)<em> aus dem Stall von Tanzmeister Lindsay Kemp sind, bei dem auch Kate regelm\u00e4\u00dfig Tanzunterricht nimmt. (&#8230;) <\/em><em>Kate Bush erz\u00e4hlte BRAVO, sie sei sich sicher, da\u00df Houdini pers\u00f6nlich aus dem Jenseits mit ihr gesprochen hat. Das habe sie dar\u00fcber hinaus zu dem Song \u201eWuthering Heights\u201c inspiriert, in dem sie als totenblasse Cathy aus einer anderen Welt mit ihrem Liebhaber spricht.\u201c <\/em>(BRAVO, Ausgabe?, Autor?, 1982)<\/p>\n<p>1984 schlie\u00dflich <em>\u201eerforschte ein bekehrter MICK WALL die (Traum) Welt der KATE BUSH\u201c<\/em> in der Februar-Ausgabe der britischen Rock- und Metal-Zeitschrift KERRANG! in seinem Beitrag \u201eA Girl For All Seasons\u201c (KERRANG! No. 62): <em>\u201eIhr letztes Album, \u201eThe Dreaming\u201c, ist ihr Bestes, um ein Klischee zu bem\u00fchen. Selbst produziert, selbst geschrieben, auch die Ideen f\u00fcr die Grafiken der (LP)H\u00fclle w\u00e4hlt sie selbst aus, und das geschieht, <\/em>bevor<em> sie sich hinsetzt, um dar\u00fcber nachzudenken, was sie mit dem neuen Video machen wird&#8230; (&#8230;) also begleitet mich in Kate Bush\u2019s Tanzstudio, wo sie im Schneidersitz auf dem Boden sitzt, dick in Wolle eingepackt gegen die kalte Januar-Luft, mit einer Kanne Tee und Keksen in neo-chinesischer Manier zwischen uns, euer und mein Hintern sind auf dem einzigen verf\u00fcgbaren Kissen geparkt, und wir gl\u00fchen gemeinsam diesen k\u00fchlen Nachmittag miteinander durch.\u201c<br \/>\n<\/em>Im folgenden Interview sprachen Mick und Kate \u00fcber Tanzen, Songwriting, Videoproduktion und anderes. Es muss ein durchaus angenehmes Gespr\u00e4ch gewesen sein: <em>\u201eKate Bush und ich machen weiter, bis die Sonne in meinem R\u00fccken untergeht. Wir unterhalten uns und sie erz\u00e4hlt mir, dass sie momentan Songs f\u00fcr ein Album schreibt, das f\u00fcr den Herbst geplant ist. (&#8230;) Sie erz\u00e4hlt mir, dass sie ihr Haar mit Henna f\u00e4rbt, dass sie es gelegentlich mit einem Kreppeisen bearbeitet und dass ihr sowohl Make-up- und Haarstylisten als auch Kost\u00fcmdesigner zur Verf\u00fcgung stehen (&#8230;) Sie erz\u00e4hlt, dass sie es schwierig findet, ein Buch zu lesen, ohne daraus einen Song zu machen, und sie setzt mich davon in Kenntnis, dass Oscar Wilde wahrscheinlich ihr Lieblingsautor ist. Besonders liebt sie seine Kindergeschichten, die sie immer noch zu Tr\u00e4nen r\u00fchren k\u00f6nnen. Alles, was ich sagen kann ist &#8230; ja. Mich auch.\u201c <\/em>(Mick Wall, KERRANG Nr. 62, S. 42 \u2013 44, 1984)<\/p>\n<p>(Die Emi-Pressemappe, den Bravo-Artikel, das Kerrang-Interview und die Artikel aus dem Musikexpress gibt es in den n\u00e4chsten Tagen auf der Facebook-Seite.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Beate Meiswinkel Man mag es kaum glauben: 35 Jahre sind seit dem Erscheinen von \u201eThe Dreaming\u201c vergangen. Die inzwischen nur unwesentlich gealterte Schreiberin dieser Zeilen war damals zarte 15 Jahre jung und bereits enthusiastischer Kate Bush-Fan. Ach, ich war so voller Gedanken und Ideen damals, und sooo vertr\u00e4umt\u2026 meine Mama nannte mich liebevoll \u201eTr\u00e4umerle\u201c, &hellip; <\/p>\n<p><a class=\"more-link btn\" href=\"https:\/\/morningfog.de\/?p=4857\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,31],"tags":[22,780,88,781,65,283],"class_list":["post-4857","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-rezensionen","tag-beate","tag-bravo","tag-emi","tag-kerrang","tag-musikexpress","tag-the-dreaming","item-wrap"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/morningfog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4857","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/morningfog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/morningfog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/morningfog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/morningfog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4857"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/morningfog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4857\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4867,"href":"https:\/\/morningfog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4857\/revisions\/4867"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/morningfog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4857"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/morningfog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4857"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/morningfog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4857"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}