{"id":4463,"date":"2017-05-03T22:11:16","date_gmt":"2017-05-03T20:11:16","guid":{"rendered":"http:\/\/morningfog.de\/?p=4463"},"modified":"2017-07-23T10:15:47","modified_gmt":"2017-07-23T08:15:47","slug":"von-klassik-ueber-jazz-zu-kate-bush","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/morningfog.de\/?p=4463","title":{"rendered":"Von Klassik \u00fcber Jazz zu Kate Bush"},"content":{"rendered":"<p class=\"text-faded\"><em>Vor vier Jahren war Thomas im Berliner b-flat und hat dem New European Jazz Collective gelauscht. S\u00e4ngerin war damals Lea W. Frey, die im 2. Teil des Konzerts gleich mehrere Kate Bush-St\u00fccke pr\u00e4sentiert hat. &#8222;Kate Bush und Jazz funktioniert! Die Stimme von Lea Frey auch&#8220;, hat Thomas damals f\u00fcr den Blog geschrieben. Ein gro\u00dfes Lob, schlie\u00dflich gibt es nicht viele S\u00e4ngerinnen, die Kate-Songs singen k\u00f6nnen, und vor allem gibt es die nur selten in Deutschland. <\/em><em>\u201cAusnahmestimme und singende Grenzg\u00e4ngerin\u201d beschreibt denn auch &#8222;Deutschlandradio Kultur&#8220; die Jazz-S\u00e4ngerin Lea W. Frey, und die &#8222;S\u00fcddeutsche&#8220; bescheinigt ihr &#8222;ein hohes Suchtpotenzial\u201d. Thomas hat Lea &#8211; die mitten in der Produktion eines neuen Albums steckt &#8211; jetzt wieder getroffen: in einem Berliner Caf\u00e9, extra f\u00fcr den Blog.<\/em><\/p>\n<div id=\"attachment_4472\" style=\"width: 400px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/morningfog.de\/?attachment_id=4472\" rel=\"attachment wp-att-4472\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4472\" class=\"wp-image-4472 size-full\" src=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/lea004.jpg\" alt=\"lea004\" width=\"400\" height=\"600\" srcset=\"https:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/lea004.jpg 400w, https:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/lea004-200x300.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4472\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Dovile Sermokas<\/p><\/div>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Lea, Du warst im Sommer 2013 mit dem New European Jazz Collective mit Kate-Bush-Songs unterwegs. Wie entstand die Idee, Kate-Songs im Jazz-Gewand mit Big Band zu covern?<\/p>\n<p><strong>Lea W. Frey:<\/strong> Auf meinen ersten beiden Alben mit Coverversionen hatte ich schon zwei St\u00fccke von Kate dabei und war daher schon sehr vertraut mit ihrer Musik. Mit Malte Schiller, der die St\u00fccke arrangiert hat, habe ich bei einer anderen Gelegenheit in einer kleinen Formation zusammen gespielt. F\u00fcr diesen Auftritt hatte ich ihm unter anderem Kate-Bush-St\u00fccke vorgeschlagen. Als Malte Schiller sp\u00e4ter mit vielen jungen Jazz-Musikern ein Programm unter anderem mit Kate-Bush-Songs als Big Band auf die Beine stellen wollte, hat er sich daran erinnert und mich angerufen. Er wollte mich als Solistin dabei haben, und f\u00fcr mich war es stimmiger, einen kompletten Kate-Bush-Abend zu machen und mehr in die Tiefe zu gehen, als einzelne Songs in ein Gesamtprogamm einzustreuen.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Ihr habt die Songs King of the Mountain, And dream of sheep, Wedding List, Army Dreamers und Song of Solomon in wunderbaren, epischen Arrangements gespielt. Wie bist Du zu genau diesen St\u00fccken in Deiner Songauswahl gelangt?<\/p>\n<p><strong>Lea W. Frey:<\/strong> Zun\u00e4chst habe ich alle Alben ganz intensiv durchgeh\u00f6rt und dabei auch die Band-Besetzung und die Art wie Malte Schiller arrangiert im Hinterkopf gehabt. Alle diese Songs hatten eine ganz besondere Stimmung und haben mich ber\u00fchrt. Das kann entweder die Atmosph\u00e4re des St\u00fcckes sein, aber auch eine Textzeile, bei der ich dachte, dass es sich lohnen kann, den Kern herauszuarbeiten und in eine andere musikalische Welt zu integrieren. Es ist allerdings auch eine gro\u00dfe Herausforderung, mit dem Material von musikalischen K\u00f6niginnen wie Kate Bush zu arbeiten.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Wie lange hat es gedauert, diesen Abend vorzubereiten?<\/p>\n<p><strong>Lea W. Frey:<\/strong> Den ganzen Sommer. Nat\u00fcrlich gab es eine Kernzeit, in der man \u00fcbt. Davor war der Prozess ein bisschen wie Ping-Pong. Ich hab mir Kate angeh\u00f6rt in all ihrer Intensit\u00e4t und versucht, sie als K\u00fcnstlerin einzuatmen. Dann habe ich Malte Schiller Vorschl\u00e4ge geschickt, er hat die Songs passend zu seinen Arrangements ausgew\u00e4hlt, und wir haben geschaut, was am besten funktioniert.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Was bedeutet Dir Kate Bush und ihre Musik?<\/p>\n<p><strong>Lea W. Frey:<\/strong> Sie ist eine der wenigen K\u00fcnstlerinnen, die \u00fcber Jahrzehnte ihre eigene Welt, ich m\u00f6chte fast sagen: ihr eigenes Universum, erschaffen hat. Mich beeindruckt ihre kreative Vielfalt. Neben der Musik eben auch der Tanz, die Regie bei einigen ihrer Videos. Oder die Visualisierung der Songs auf der B\u00fchne und in den Clips, ihre Texte, ihre Eigenst\u00e4ndigkeit und dass manche Dinge einfach crazy sind &#8211; aber immer mit gro\u00dfer Aufrichtigkeit. Deshalb ist es egal, wie viele Stile sie mischt oder was auch immer passiert: es ist immer sie selbst. Sie l\u00e4sst bei mir ganz starke Bilder entstehen. Man sp\u00fcrt, dass sie ihre Musik auch auf anderen Ebenen wirken lassen m\u00f6chte. Davor habe ich Hochachtung. Kate Bush ist \u00fcbrigens die einzige S\u00e4ngerin, die ich gecovert habe. Alle anderen Songs wurden von M\u00e4nnern gesungen.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Bei all den M\u00f6glichkeiten im Gesangsfach: Du singst neben Jazz ja auch Klassik. Wie kam es zur Entscheidung, Jazz-Gesang zu studieren, und wo liegen heute Deine Schwerpunkte?<\/p>\n<p><strong>Lea W. Frey:<\/strong> Begonnen habe ich tats\u00e4chlich mit Klassik. Nebenbei hatte ich heimlich meine Rockband, weil meine Klassik-Lehrerin mir das verboten hatte.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Hatte sie Angst, dass Du Dir die Stimme ruinierst?<\/p>\n<p><strong>Lea W. Frey:<\/strong> Das hat sie bef\u00fcrchtet. Was aber \u00fcberhaupt nicht stimmte. Ich kam von der Band-Probe und sie meinte dann \u201aDu klingst aber heute besonders gut\u2018. Es hat funktioniert, meine Stimme ist recht robust. Ich habe mich also schon immer an verschiedenen Richtungen abgearbeitet. Am Ende wurde es das Jazz-Studium. Wohl auch, weil ich weiter in Richtung eigener St\u00fccke gehen wollte. In den letzten Jahren \u00fcberwiegt der Jazz, aber ich denke, ich bekomme beides gut unter einen Hut.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Auf Deinen ersten beiden Alben hast Du neben Kate-Bush-St\u00fccken unter anderem Coverversionen von Tom Waits, The Smiths, The Verve und The Smashing Pumpkins gesungen. Im Herbst erscheint Dein neues Album. Was wird uns erwarten?<\/p>\n<p><strong>Lea W. Frey:<\/strong> Dieses Album wird ausschlie\u00dflich eigene, englisch gesungene St\u00fccke enthalten. Am Ende haben es zehn Songs auf die Scheibe geschafft. Geschrieben und eingespielt haben wir deutlich mehr. Wir haben kleine Konzerte gegeben, um zu testen, welche Titel\u00a0 auf der B\u00fchne gut funktionieren und wie sie beim Publikum ankommen. Zun\u00e4chst haben wir die Songs live als Band in Berlin im Studio in Prenzlauer Berg eingespielt und anschlie\u00dfend mit Overdubs (mal subtil \u2013 mal ausgepr\u00e4gter) vielschichtiger und komplexer gemacht. Die Band, das sind Liz Kossack, Peter Meyer, Bernhard Meyer und\u00a0 Andi Haberl. Gemischt hat die Lieder Olaf Opal, und es f\u00fchlt sich richtig, richtig gut an &#8211; vielleicht auch, weil wir keine Kompromisse eingegangen sind. Dabei hat die Produktion zwei bis drei Jahre ben\u00f6tigt. Aber mit diesen Liedern f\u00fchle ich mich jetzt wirklich angekommen. Am 10.Juni werden wir \u00fcbrigens eine Listening-Session auf dem \u201eTeufelsberg\u201c unter dem Himmel \u00fcber Berlin veranstalten. Ein Ort, der mir sehr viel bedeutet.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Zur\u00fcck zu Kate Bush: Wenn Du 50 Words for Snow, ein streckenweise jazziges Werk, mit ihren anderen Alben vergleichst\u2026?<\/p>\n<p><strong>Lea W. Frey:<\/strong> Interessante Frage. Ich w\u00fcrde sagen: dezenter, vorsichtiger, weniger Kontraste, vielleicht auch weniger brennend, daf\u00fcr aber reifer und \u00e4therischer.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Zugegeben, jetzt kommt eine sehr hypothetische Frage, da Kate ja immer f\u00fcr \u00dcberraschungen gut ist. Denkst Du, dass Kate auch in Zukunft weiter in Richtung Jazz geht? Wie stellst Du Dir ihr n\u00e4chstes Album vor?<\/p>\n<p><strong>Lea W. Frey:<\/strong> Grunds\u00e4tzlich gibt es ja die zwei Fragen: Willst du dich verkleinern oder willst du dich vergr\u00f6\u00dfern. Ich k\u00f6nnte mir eigentlich vorstellen, dass nach diesem Album nochmal etwas bombastisches, ausladendes kommt. Das f\u00e4nd ich toll.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Haben wir die Chance, in Deinen Konzerten auch k\u00fcnftig hin und wieder Kate-Cover zu h\u00f6ren?<\/p>\n<p><strong>Lea W. Frey:<\/strong> Das kann ich mir gut vorstellen. M\u00f6glicherweise gibt es sogar ein Revival des Kate-Bush-Abends. Ich habe vor kurzem mit Malte gesprochen und wir w\u00fcrden das beide gerne machen. In diesem Jahr definitiv nicht mehr, 2018 k\u00f6nnte es aber passieren.<\/p>\n<p>Wer mehr \u00fcber Lea W. Frey erfahren will, wird auf ihrer <a href=\"https:\/\/leawfreyberlin.wixsite.com\/epk2017\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Internetseite<\/a> und bei <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/leawfreymusic\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Facebook<\/a> f\u00fcndig. Ein weiteres Interview mit Lea gibt es rechtzeitig vor dem Erscheinen ihres neuen Albums.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor vier Jahren war Thomas im Berliner b-flat und hat dem New European Jazz Collective gelauscht. S\u00e4ngerin war damals Lea W. Frey, die im 2. Teil des Konzerts gleich mehrere Kate Bush-St\u00fccke pr\u00e4sentiert hat. &#8222;Kate Bush und Jazz funktioniert! Die Stimme von Lea Frey auch&#8220;, hat Thomas damals f\u00fcr den Blog geschrieben. 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