{"id":3545,"date":"2015-11-16T07:13:22","date_gmt":"2015-11-16T06:13:22","guid":{"rendered":"http:\/\/morningfog.de\/?p=3545"},"modified":"2017-07-23T13:09:27","modified_gmt":"2017-07-23T11:09:27","slug":"die-musikerin-als-teil-des-instrumentes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/morningfog.de\/?p=3545","title":{"rendered":"Die Musikerin als Teil des Instrumentes"},"content":{"rendered":"<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/raM8Lp0aGCk?rel=0\" width=\"620\" height=\"400\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><br \/>\nBeim ersten H\u00f6ren mag man vielleicht stutzen: Singt die Frau? Summt sie? Und warum fuchtelt sie mit ihren H\u00e4nden da rum, ohne irgendeine Taste zu dr\u00fccken? Zumal es nicht irgendwer ist, der da seine ganz eigene Interpretation des Klassikers &#8222;Babooshka&#8220; zum Besten gibt. Carolina Eyck ist Echo Klassik-Preistr\u00e4gerin und gilt als eine der wenigen Theremin-Virtuosinnen. Das Theremin ist ein elektronisches Instrument, das ber\u00fchrungslos gespielt wird. Die zwei Antennen bauen ein elektromagnetisches Feld auf, dessen Schwingung durch die H\u00e4nde beeinflusst wird. Eine Hand ist dabei f\u00fcr die T\u00f6ne zust\u00e4ndig, die andere f\u00fcr die Lautst\u00e4rke. Klingt einfach, ist aber nicht ganz leicht zu spielen. &#8222;Eigentlich unterscheidet sich das Theremin vom Schwierigkeitsgrad her nicht sonderlich von anderen Instrumenten &#8211; man lernt einfach ein Leben lang, von klein auf, es wird sonst schwierig auf ein gewisses Niveau zu kommen. Das gilt f\u00fcr das Theremin genauso wie f\u00fcr andere Instrumente. Man muss sein Geh\u00f6r sehr gut trainieren, es gibt ja nicht so viele andere &#8218;Orientierungspunkte&#8216;, wie zum Beispiel die Tasten beim Klavier&#8220;, erkl\u00e4rt Carolina Eyck, die im Alter von sieben Jahren bei der Gro\u00dfnichte des Erfinders Leon Theremin mit dem Spiel begonnen hat. Das gr\u00f6\u00dfte Problem am Anfang: &#8222;Man muss lernen, sich im Raum selbst zu orientieren, mit nur wenig Unterst\u00fctzung vom Instrument selbst. Hilfreich war sicherlich auch, dass ich andere Instrumente (Bratsche, Klavier) gelernt habe und viele verschiedene \u00dcbemethoden anwenden konnte&#8220;, erz\u00e4hlt Carolina Eyck, die selbst ein Instrument nutzt, das noch von Robert Moog entwickelt wurde. Moog war es, der das Theremin weiterentwickelte und sp\u00e4ter seine ber\u00fchmten Synthesizer entwarf. So spielt zum Beispiel Keyboarder Marius Leicht in dem VIdeo unter anderem auch einen Moog Prodigy von 1980.<\/p>\n<div id=\"attachment_3546\" style=\"width: 400px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/CarolinaPlaying1211.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3546\" class=\"wp-image-3546 size-full\" src=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/CarolinaPlaying1211.jpg\" alt=\"CarolinaPlaying1211\" width=\"400\" height=\"316\" srcset=\"https:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/CarolinaPlaying1211.jpg 400w, https:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/CarolinaPlaying1211-300x237.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3546\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Christian H\u00fcller<\/p><\/div>\n<p>&#8222;Da meine Eltern selbst elektronische Musik gemacht haben, bin ich sozusagen mit elektronischen Kl\u00e4ngen gro\u00df geworden. Es ist mir sehr vertraut, von daher r\u00fchrt vielleicht die Selbstverst\u00e4ndlichkeit im Umgang mit dieser Form von Musik, die m\u00f6glicherweise klassisch ausgebildeten Musikern ein wenig abgeht. Abgesehen davon ist einer der faszinierendsten Aspekte des Theremin der, dass es zum einen<br \/>\nber\u00fchrungslos gespielt wird, man selbst aber genau deswegen auch zu einem Teil des Instruments wird &#8211; der ganze K\u00f6rper spielt ja mit, meine<br \/>\nlinke Hand ist gewisserma\u00dfen der Geigenbogen selbst, um mal einen<br \/>\nVergleich mit der Geige zu versuchen&#8220;, erkl\u00e4rt Carolina Eyck ihre gro\u00dfe Vorliebe f\u00fcr das Instrument. Dabei schafft sie es dann auch, die Grenzen zwischen verschiedenen Musikstilen wie Klassik oder Pop zu sprengen: &#8222;Ich spiele gerne Musik, die mir gef\u00e4llt. Dabei unterscheide ich nicht zwischen Klassik und andere Genres. Die Pop-Musik bietet mir einfach viele Inspirationsquellen aus einer ganz anderen Richtung als die Klassik&#8220;, sagt sie etwa und legt den Beweis mit ihrer Interpretation von &#8222;Babooshka&#8220; vor. Und warum \u00fcberhaupt &#8222;Babooshka&#8220;? &#8222;Weil ich das St\u00fcck harmonisch toll finde und es sehr gut zum Theremin passt. Au\u00dferdem lief das St\u00fcck bei uns zu Hause an Sonntagen.&#8220; An Sonntagen stellt sie auch auf einem eigenen Youtube-Kanal jede Woche einen neuen Song ein, den sie zusammen mit anderen Musikern auf dem Theremin eingespielt hat.\u00a0 &#8222;Ich kann mich dort kreativ austoben, in alle Richtungen. Von der Musikauswahl \u00fcber die Hintergrundmalerei bis hin zum Videoschnitt &#8211; das macht mir alles gro\u00dfen Spa\u00df. Ich hoffe einfach, den Leuten damit das Theremin n\u00e4her zu bringen und die ganze Bandbreite von M\u00f6glichkeiten aufzuzeigen. Es kann eben nicht nur Soundeffekt und Klassik, sondern auch alles andere dazwischen&#8220;, sagt die 28-J\u00e4hrige. Man kann sich auf Youtube \u00fcbrigens auch einen Song bei ihr w\u00fcnschen. Wer wei\u00df, vielleicht kommt ja in ein paar Monaten noch eine andere Neuinterpretation von Kate von ihr&#8230; (Mit Dank an Tom Fichtner, der den Kontakt erm\u00f6glicht hat.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beim ersten H\u00f6ren mag man vielleicht stutzen: Singt die Frau? Summt sie? Und warum fuchtelt sie mit ihren H\u00e4nden da rum, ohne irgendeine Taste zu dr\u00fccken? Zumal es nicht irgendwer ist, der da seine ganz eigene Interpretation des Klassikers &#8222;Babooshka&#8220; zum Besten gibt. 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