{"id":2069,"date":"2014-08-07T07:32:23","date_gmt":"2014-08-07T05:32:23","guid":{"rendered":"http:\/\/morningfog.de\/?p=2069"},"modified":"2014-08-07T22:15:36","modified_gmt":"2014-08-07T20:15:36","slug":"2069","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/morningfog.de\/?p=2069","title":{"rendered":"Kate und die Furcht vor der Liebe (III)"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/hol.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2081\" src=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/hol.jpg\" alt=\"hol\" width=\"620\" height=\"450\" srcset=\"https:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/hol.jpg 620w, https:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/hol-300x217.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><\/a>Im September 1985 hat der Journalist Andreas Hub anl\u00e4sslich der Ver\u00f6ffentlichung der LP &#8222;Hounds of Love&#8220; ein Interview mit Kate Bush gef\u00fchrt, dass im November 1985 &#8222;Fachblatt Musikmagazin&#8220; ver\u00f6ffentlicht wurde. Aus gegebenem Anlass d\u00fcrfen wir es hier noch einmal ver\u00f6ffentlichen. Im dritten Teil geht es unter anderem darum, dass die Pausen zwischen Kates neuen Alben immer l\u00e4nger werden. Wohlgemerkt: Das Interview ist von 1985!<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Andreas Hub: Beide Seiten (von Hounds of Love) sind ja auch musikalisch sehr unterschiedlich. Die erste enth\u00e4lt ein paar sehr tanzbare, rhythmische Titel. Hattest du erwartet, mit &#8222;Running Up That Hill&#8220; wieder einen richtigen Hit zu haben, oder war das nur ein sch\u00f6ner Nebeneffekt?<\/p>\n<p>KATE: Ich habe irgendwann aufgeh\u00f6rt, mir in punkto Musikgesch\u00e4ft irgendwelche Erwartungen zu machen. Aber es ist nat\u00fcrlich sch\u00f6n, wenn dann eintrifft, was man h\u00e4tte erwarten k\u00f6nnen&#8230; Ich hatte immer schon das Gef\u00fchl, dass es hoffentlich auch andere Leute gibt, die meine Platten m\u00f6gen, wenn ich nur ein Maximum an pers\u00f6nlichem Engagement in die Arbeit stecke. Und es funktioniert! Ist doch toll, was?<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Andreas Hub: Und warum hei\u00dft die Platte &#8222;Hounds Of Love&#8220;? Das scheinen zwei widerspr\u00fcchliche Begriffe zu sein.<\/p>\n<p>KATE: Nein, das sind die Hunde, die den jagen &#8211; symbolisch nat\u00fcrlich -, der sich vor der Liebe f\u00fcrchtet, der Angst hat, ihr in die &#8222;Falle&#8220; zu gehen. Aber es sind nicht wirklich b\u00f6se Hunde, man kann ja auf dem Cover sehen, wie sanft und sch\u00f6n die &#8222;Hounds Of Love&#8220; sind.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Andreas Hub: Empfindest du es eher als Vor- oder Nachteil, dass zwischen deinen Alben so viel Zeit vergeht?<\/p>\n<p>KATE: So kann ich die Frage nicht beantworten, weil es einfach ist, wie es ist. Ich habe nie gesagt: Ich brauche zwei oder drei Jahre, um eine Platte zu machen. Ich habe einfach angefangen. Wo immer einen das hinbringt &#8211; solange es positiv und produktiv ist, gehe ich mit. Wenn du deine Arbeit aufrichtig und mit ganzem Herzen machen willst, wird Es dir schon sagen, was zu tun ist&#8230;<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Andreas Hub: Aber drau\u00dfen sagt dir niemand, ob du auf dem richtigen Weg bist. Jemand, der alle zwei Monate eine Single rausbringt, erf\u00e4hrt ganz schnell, wie die Kurse gerade sind.<\/p>\n<p>KATE: Das ist in der Tat ein frustrierender Aspekt meiner Arbeitsweise. Au\u00dferdem besch\u00e4ftige ich mich gern auch mit anderen Ideen und Projekten. Aber ich kann nicht weglaufen von dem, womit ich gerade zu tun habe. Das nimmt meine ganze Energie in Anspruch. Ich muss eben solche Opfer bringen, und bei mir dauert es nun mal l\u00e4nger als bei anderen.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Andreas Hub: Wann hast du mit &#8222;Hounds Of Love&#8220; angefangen?<\/p>\n<p>KATE: 1983 wurde das Studio gebaut und eingerichtet, und Anfang 1984 habe ich mit der Platte angefangen, also insgesamt 18 Monate dran gearbeitet.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Andreas Hub: In so langer Zeit kann sich viel \u00e4ndern. Woher nimmst du die Sicherheit, dass du zum Schluss das noch gut und wichtig findest, was du am Anfang aufgenommen hast?<\/p>\n<p>KATE: Naja, wenn etwas gar nicht funktioniert, weil man sich verrant hat, muss man auch den Mut haben, da abzubrechen, selbst wenn man schon viel Zeit und Arbeit investiert hat. Aber das kommt mir \u00e4u\u00dferst selten vor, und bis auf die zwei, drei St\u00fccke mit gravierenden \u00c4nderungen, die ich vorhin schon erw\u00e4hnte, haben sich die grundlegenden Strukturen nicht ver\u00e4ndert. \u00c4nderungen gab es meist nur in den Feinheiten, wenn wir z. B. Fairlight-Geigen durch echte Streicher ersetzt haben. Viele Fairlight-Passagen wollte ich ja von vornherein durch echte Instrumente ersetzen.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Andreas Hub: Wer hat denn mitgespielt?<\/p>\n<p>KATE: Zum gro\u00dfen Teil die Leute von der letzten LP, wie z. B. Eberhard Weber, Danny Thompson, Dave Lawson, Stuart Elliott, die Musiker von Planxty, mein Bruder, aber auch andere, wie John Williams.<\/p>\n<p>Andreas HUb: In welcher Phase beziehst du die Musiker in die Arbeit ein?<\/p>\n<p>KATE: Verschieden. Manchmal habe ich am Anfang nur ein Programm in der Linn-Maschine, zu dem ich ein paar echte Schlagzeugspuren einspielen lasse. Normalerweise spielen die Musiker aber auf ein &#8222;Demo&#8220;, das aus Fairlight, Stimmen und Linn-Maschine besteht. Ich benutze allerdings auch viel Fairlight-Perkussion. Das Wichtigste an der Arbeit mit anderen Musikern sind die zus\u00e4tzlichen Anregungen, besonders, wenn ich vorher allein am Fairlight gesessen habe. Da sind Einfl\u00fcsse von au\u00dfen sehr hilfreich. Ich brauche das Feedback, sonst wird es mir auf die Dauer zu langweilig. Es ist sc\u00f6en, einfach mal in ein paar andere Gesichter zu sehen.<\/p>\n<p>(Mit bestem Dank an Andreas Hub.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im September 1985 hat der Journalist Andreas Hub anl\u00e4sslich der Ver\u00f6ffentlichung der LP &#8222;Hounds of Love&#8220; ein Interview mit Kate Bush gef\u00fchrt, dass im November 1985 &#8222;Fachblatt Musikmagazin&#8220; ver\u00f6ffentlicht wurde. Aus gegebenem Anlass d\u00fcrfen wir es hier noch einmal ver\u00f6ffentlichen. 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