{"id":1715,"date":"2014-04-01T09:58:48","date_gmt":"2014-04-01T07:58:48","guid":{"rendered":"http:\/\/morningfog.de\/?page_id=1715"},"modified":"2014-08-20T12:26:45","modified_gmt":"2014-08-20T10:26:45","slug":"herr-bottcher","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/morningfog.de\/?page_id=1715","title":{"rendered":"Herr B\u00f6ttcher"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/hb3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-1703\" src=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/hb3.jpg\" alt=\"hb3\" width=\"620\" height=\"95\" srcset=\"https:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/hb3.jpg 620w, https:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/hb3-300x45.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><\/a>Herr B\u00f6ttcher f\u00e4hrt nach London. Zu Kate. Und wir begleiten ihn. Oder er uns.<\/strong><\/p>\n<h2>31. M\u00e4rz: Herr B\u00f6ttcher atmet seltsam<\/h2>\n<p>Wann haben Ihnen zum letzten Mal die Augenlider gebrannt? Ich meine haben Ihnen \u00fcberhaupt schon mal die Augenlider gebrannt? Ich wusste gar nicht so richtig, dass das geht, wenn man nicht geheult hat oder gerade mal nicht Heuschnupfen hat. Ich wusste auch gar nicht, dass einem von ner SMS die Augenlider brennen k\u00f6nnen.<br \/>\nIch sa\u00df jedenfalls im B\u00fcro, mir gegen\u00fcber eine Kollegin, mit der ich gemeinsam ein Konzept erstellte. Da kam sie, diese unerwartete SMS. SMS bekommt man ja heutzutage so etliche, aber wirklich unerwartete? Die doch dann eher selten. Ich zumindest. Und eine SMS, die einen erstarren l\u00e4sst? Die sind noch seltener. Die SMS, von der ich gerade schreibe, kam von einer Freundin. \u201cDu wei\u00dft es sicherlich schon\u2026\u201d Irgendwas auf Englisch. BBC.\u00a0 Dann das Zauberwort, bestehend aus einem Namen: Kate Bush. Dann das n\u00e4chste Zauberwort: Konzerte. Nein \u2026 Quatsch \u2026 Ich bin Realist. Ich geh\u00f6re nicht mehr zu den Unverbesserlichen, die meinen, dass Abba noch zusammenkommen und mindestens 3 LPs einspielen. Kate Bush und Konzerte? Niemals im Leben habe ich das zu hoffen gewagt. Mich aus purem Selbstschutz stets dar\u00fcber lustig gemacht, wenn denn dann einer meiner Kate-Bush-Gespr\u00e4chspartner im weltweiten Netz dar\u00fcber fabulierte, wie es w\u00e4re, wenn Kate irgendwann einmal Live-Konzerte geben w\u00fcrde\u2026<br \/>\nIch wusste sofort, diese SMS spricht die Wahrheit. Und sofort brannten mir die Augenlider, einfach so \u2026<br \/>\n\u201cWas ist mit dir?\u201d wollte die Kollegin wissen.<br \/>\n\u201cKate Bush gibt 15 Konzerte in London\u201d, war meine Antwort. \u201cUnd in sieben Tagen beginnt der Vorverkauf.\u201d Ich wollte meiner Kollegin jetzt nicht erkl\u00e4ren, was diese Nachricht f\u00fcr mich bedeutete. Denn nun gibt es ein Leben vor und ein Leben nach einem Kate-Bush-Konzert. Never forever. Kate hat ja so Recht.<br \/>\nEinige Stunden sp\u00e4ter stand ich dann in meiner K\u00fcche, immer noch mit brennenden Augenlidern und wollte mir einen Tee kochen. Gef\u00fchlte Zeit stand ich zwei Stunden in meiner K\u00fcche und Tee gab es auch nicht, weil mir pl\u00f6tzlich durch den Kopf schoss:<br \/>\n\u201cUnd was ist, wenn ich keine Karte f\u00fcr eines der Konzerte bekomme?\u201d Jetzt brannten nicht nur die Augenlider, jetzt kribbelte es am ganzen K\u00f6rper.<br \/>\nDamit Sie von mir keinen falschen Eindruck bekommen und ich Ihnen nicht beschreiben will, was alles jucken und brennen kann, wenn man sich als Kate-Bush-Fan vorstellt, dass man nicht bei einem der angek\u00fcndigten Konzerte live dabei sein kann, mache ich es jetzt kurz: Als eingetragener Fan auf Kates Homepage durfte ich sogar schon zwei Tage eher versuchen im Netz eine der begehrten Karten zu erlangen. Ich werde Ihnen auch nicht davon berichten, dass ich die ganze Nacht vorher nicht schlafen konnte und mir sicherheitshalber den Wecker auf 6 Uhr stellte, um den Vorverkauf nicht zu verpassen. Bin dann an jenem Vormittag zu einem Freund gefahren, der sich irgendwie besser durch das weltweite Internet klicken kann, als meiner einer dazu in der Lage ist. Ihm, dem Fels in der Brandung, ist es dann gelungen, Karten f\u00fcr mich zu buchen. Durfte ihm dabei sogar \u00fcber die Schulter sehen.\u00a0 Und das war bisher das Spannendste, was ich mir im Netz ansehen durfte.<br \/>\n\u201cIch muss dir aber keine Plastikt\u00fcte \u00fcber den Kopf ziehen, oder? Du atmest so seltsam\u201d,\u00a0 hat er mich zwischendurch gefragt.<br \/>\nJedenfalls habe ich jetzt Karten f\u00fcr eines der Kate-Bush-Konzerte. Das hei\u00dft, ich habe welche bestellt. Nun gilt es, die n\u00e4chste H\u00fcrde zu \u00fcberwinden und die Zeit schadlos zu \u00fcberstehen, bis diese Karten endlich im Briefkasten landen. Man hat es schon schwer als Kate-Bush-Fan. St\u00e4ndig muss man warten. Ich f\u00fcr meinen Teil habe mir gedacht, ich mache diese Warterei jetzt \u00f6ffentlich. Vielleicht hilft es ja? Mir oder Ihnen. Bis zum n\u00e4chsten Mal, Ihr Herr B\u00f6ttcher.<\/p>\n<h2>1. April: Herr B\u00f6ttcher lernt Yoga<\/h2>\n<p>Liebe Leser. Eigentlich muss ich doch drei Konzerte besuchen, oder? Beim ersten Mal falle ich noch bevor es losgeht in Ohnmacht. Wie peinlich, mein erstes Kate-Bush-Konzert und die m\u00fcssen mich raustragen. Beim zweiten Mal werde ich dasitzen und heulen, so wie die kleinen M\u00e4dchen das seinerzeit auf den Take-That-Konzerten gemacht haben sollen. Take That kamen auf die B\u00fchne und die M\u00e4dchen haben angefangen zu heulen und nichts mitbekommen. Oder war das bei Elvis Presley? Oder bei Howard Carpendale? Und so wird es mir auch gehen bei Kate. Ich werde da sitzen und heulen. Und nur mit etwas Gl\u00fcck bekomme ich dann beim dritten Mal vielleicht was vom Konzert mit. Ich will mir nicht erst hinterher auf der DVD ansehen m\u00fcssen, was mir alles entgangen ist. Ich muss unbedingt vorher mit Yoga anfangen und mit meditieren. Tief durchatmen. Ganz tief. Tiefer, tiefer, irgendwo in der Tiefe gibt es ein Licht.<\/p>\n<h2>2. April: Herr B\u00f6ttcher stellt die Zeit um<\/h2>\n<p>Schl\u00e4gt Ihnen die Zeitumstellung auch alle Jahre wieder aufs Gem\u00fct? In der Nacht vom 29. auf den 30. M\u00e4rz wurde die Uhr von 2 auf 3 Uhr gedreht. Also vorgestellt. Na dann. Steht man am Sonntag eben nicht um 14 Uhr auf, sondern erst um 15 Uhr. Hauptsache ist, man hat ausgeschlafen. Problematisch wird es dann allerdings in der Nacht von Sonntag auf Montag. Am Sonntag geht man nicht wie \u00fcblich um 2 Uhr nachts ins Bett, um m\u00f6glichst viel vom Wochenende zu haben, sondern um 3 Uhr nachts. Oder ist das dann schon 3 Uhr morgens? Und weil man Angst hat, zu verschlafen, stellt man den Wecker sicherheitshalber zum ersten Mal auf 5 Uhr.<br \/>\n5 Uhr also erstes Klingeln. Kommt einem so vor, als w\u00e4re man gerade erst ins Bett gegangen. Ist man ja auch, hat man nur in den zwei Stunden Schlaf vollkommen vergessen. Dann klingelt der Wecker um 6 Uhr, dann 7 Uhr noch einmal. Wenn man dann endlich aus dem Bett steigt ist man so ger\u00e4dert, dass man den ganzen Tag an nichts anderes denken kann, als daran, dass man die Zeitumstellung so braucht wie neuerdings die ganzen Aufkleber auf dem Obst und Gem\u00fcse. Mir hat ein Freund erkl\u00e4rt, dass im Grunde nur eine einzige Frucht es geschafft hat, mit ihrem blauen Aufkleber auf der gelben Schale einen Produktnamen zu etablieren. Aha. Naja, die haben damit aber auch schon vor Jahren angefangen. Ich glaube, da gab es noch nicht einmal die erste Single von Kate Bush. Wo war ich stehengeblieben? Ach ja, die Zeitumstellung\u2026 Der Montag nach der Zeitumstellung kommt einem Zahnarztbesuch, bei dem gebohrt wird, erschreckend nahe. Man gibt zwar sein Bestes diesen Termin zu bew\u00e4ltigen, aber man qu\u00e4lt sich irgendwie.<br \/>\nSo waren jedenfalls die letzten Montage nach der Zeitumstellung. 2013 war so. Ich glaube 2012 auch. 2011 auch. Ja, die Montage nach der Zeitumstellung, das sind Montage, die es in sich haben. Nur in diesem Jahr war es etwas anders.<br \/>\nIch habe mich zwar aus dem Bett gequ\u00e4lt und ins Bad geschleppt und ernsthaft \u00fcberlegt, ob ich es vor M\u00fcdigkeit \u00fcberhaupt schaffe, den Kater zu f\u00fcttern oder ob der Montag nach der Zeitumstellung in Zukunft nicht der Di\u00e4t-Tag f\u00fcr den Kater sein wird? Keine Sorge, meine hochverehrte, tierliebe Leserschaft,\u00a0 ich liebe meinen Kater, mindestens so wie \u201cHello Earth\u201d von Kate Bush. Folglich hat der Kater was zu futtern bekommen. Und dann habe ich mich zur Arbeit gequ\u00e4lt und bin ich drau\u00dfen auf dem B\u00fcrgersteig dieser Frau Schmidt begegnet. Das ist die etwas neugierige Dame vom Haus gegen\u00fcber. Ich bin seit sieben Jahren unentschlossen, ob sie mir sympathisch ist oder vielleicht doch nicht. Aber\u2026Frau Schmidt geh\u00f6rte noch zu jenem Personenkreis, den ich noch nicht ungefragt dar\u00fcber informieren konnte, dass ich dieses Jahr im Sommer beabsichtige nach London zum Kate-Bush-Konzert zu fahren. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob Frau Schmidt sich daf\u00fcr interessiert hat, was ich ihr freudestrahlend zu berichten wusste. Ich bin mir auch nicht sicher, ob sie jemals in ihrem Leben den Namen Kate Bush geh\u00f6rt hat. Ich wage nicht zu hoffen, dass Frau Schmidt den einen oder anderen Song von Kate kennt.\u00a0 Ist ja dann auch immer nicht so einfach, schnell mal eine flotte Kate-Melodie zu tr\u00e4llern, um dem Ged\u00e4chtnis der anderen Person auf die Spr\u00fcnge zu helfen. Ich glaube, Frau Schmidt h\u00e4tte sowieso viel lieber \u00fcber das sch\u00f6ne Wetter mit mir gesprochen und weshalb die Berger von nebenan es immer noch nicht im Griff hat, ihren M\u00fcll nach Vorschrift zu trennen. Ich aber wei\u00df, dass der Montagmorgen nach der Zeitumstellung im Jahr 2014 ein fantastischer wurde. In dem Augenblick, wo ich Frau Schmidt freudestrahlend enth\u00fcllte, dass es nur noch\u00a0 163 Tage sind, bis ich zum Kate-Bush-Konzert nach London fahren werde, da war die Montagmorgenzeitumstellungsqual wie weggefegt. Hoffentlich hat Kate bis dahin die Zeitumstellung verkraftet\u2026 LG, Herr B\u00f6ttcher<\/p>\n<h2>4. April: Herr B\u00f6ttcher kennt keine Furcht<\/h2>\n<p>Liebe Leserschaft. Vermutlich wissen Sie schon, dass ich beabsichtige, im Sommer nach London zu fliegen, um dort eines der Kate-Bush-Konzerte zu besuchen? Diese Reihe in diesem Blog hier hei\u00dft zwar &gt;<em>Herr B\u00f6ttcher f\u00e4hrt nach London<\/em>&lt;\u00a0 und ich vermute, dass der Herr, der diesen ansprechenden und irgendwie heiteren Titel ersonnen hat \u2013 ich war es \u00fcbrigens nicht \u2013 dass sich dieser Herr genau im Klaren dar\u00fcber war, weshalb er diese Reihe so betitelt hat. Ich vermute weiterhin, dass das Flugzeug nicht direkt vor dem \u201cHammersmith Apollo\u201d halten wird. Und ich hoffe, dass die Flugzeuge auch nicht direkt dar\u00fcber hinweg fliegen, wenn Kate Bush ihre Konzerte gibt!!! Ich werde mich mal bei der Fluggesellschaft erkundigen und zur Not auch der Queen schreiben. Meinetwegen k\u00f6nnen sie dr\u00fcber hinweg fliegen oder vielleicht sogar auf dem Dach landen, wenn Madonna beabsichtigt, dort ein Konzert zu geben.<br \/>\nAber zur\u00fcck zum Thema: Ich stelle mir das so vor, dass der Flughafen von London vor oder bei London liegt. Folglich wird es vollkommen richtig sein, dass ich dann, wenn ich denn dann auf dem Flughafen angekommen bin, noch nach London fahren muss. Der Titel &gt;<em>Herr B\u00f6ttcher f\u00e4hrt nach London<\/em>&lt; ist also korrekt.<br \/>\nAber vorher muss er fliegen, der Herr B\u00f6ttcher. Habe ich Ihnen eigentlich schon mitgeteilt, dass ich ein wenig unter Flugangst leide? Ich bin bisher einmal in meinem Leben geflogen, genauer gesagt: zweimal. Hin und notgedrungen zur\u00fcck. Und dann nur noch mit der Bahn. Und das war lang vor dem Millennium, glaube ich. Naja, aber f\u00fcr Kate ist man eben bereit, eine ganze Menge auf sich zu nehmen. We\u2019re leaving with the Big Sky. We\u2019re leaving with the Big Sky. And we pause for the jets\u2013hup! hup!\u2013in the Big Sky! LG, Herr B\u00f6ttcher<\/p>\n<h2>9. April: Herr B\u00f6ttcher will ein guter Mensch werden<\/h2>\n<p>Sind Kate-Bush-Fans andere Menschen? Immerhin haben sie eine Gabe, die einer Superheldenkraft gef\u00e4hrlich nahe kommt: Kate-Bush-Fans k\u00f6nnen warten! Superman hat den Hitzeblick, wir Kate-Bush-Fans eine Mordsgeduld. Warten macht stark! Soll schon so sein, schlie\u00dflich bin ich uners\u00e4ttlich, wenn es um neue Musik von Kate Bush geht. Ginge es nach mir, k\u00f6nnte Kate alle drei Monate eine neue Scheibe herausbringen: im Fr\u00fchling sieben Songs \u00fcber den Pollenflug, im Sommer sieben Lieder \u00fcber Stechm\u00fccken und im Herbst dann endlich sieben Lieder \u00fcber Laub. Kein Problem. Ich bin mir sicher, es w\u00fcrden fantastische Alben werden. Mein Hunger ist diesbez\u00fcglich unstillbar. Und Kate die Arme? K\u00e4me niemals dazu, ihren Haushalt ordentlich zu bew\u00e4ltigen, W\u00e4sche zu waschen oder gar frisches Obst zu essen.<br \/>\nAn dieser Stelle m\u00f6chte ich kurz innehalten und dem Betreiber dieses Blogs danken. Danken daf\u00fcr, dass er uns durch Installation dieses Z\u00e4hlwerks oben rechts das Warten ein wenig erleichtert. So k\u00f6nnen alle Kate-Bush-Fans veranschaulicht sehen, wie es gerade in ihren Hirnen aussieht.<br \/>\nIch wage die Behauptung aufzustellen, dass, wenn es ums Warten geht, die richtigen KB-Fans h\u00f6chstwahrscheinlich alle \u00e4hnlich gestrickt sind. Von Kate k\u00f6nnen wir niemals genug bekommen. Und jeder von uns s\u00e4\u00dfe am liebsten im Sp\u00e4tsommer 2014 zirka 22 mal im Hammersmith. Andere Menschen, selbst dem Kate-Bush-Fan gewogene, k\u00f6nnen das nicht so richtig nachvollziehen. Bitte verstehen Sie mich jetzt nicht falsch, ich will damit nicht gesagt haben, dass Kate-Bush-Fans andere Menschen sind \u2026 oder vielleicht doch? Auf jeden Fall sind wir, die KB-Fans dieser Welt \u2013 und es soll davon noch so einige geben \u2013 trainiert aufs Warten.<br \/>\nGanz fr\u00fcher, als manche Menschen noch in Schwarz-Wei\u00df-Fernseher schauten, waren es nur drei Jahre zwischen den einzelnen Kate-Bush-Alben, dann wurden es sogar mal zw\u00f6lf Jahre, dann immerhin nur sechs Jahre. Kate-Bush-Fans kennen sich mit dem Warten aus wie Madonna mit der Faltencreme. Ich wei\u00df allerdings nicht genau, ob ich Kate all die endlosen Jahre ohne neue Musik wirklich jemals werde verzeihen k\u00f6nnen. Ich arbeite aber daran. Versprochen. Ich will ja ein guter Mensch werden, so wie Kate einer ist. Ich entdecke ohnehin \u00c4hnlichkeiten zwischen Kate Bush und mir. Ich bin mindestens so gut wie Kate im Staubwischen, nur beim Summen w\u00e4hrend des Wischens werde ich mit ihr nicht mithalten k\u00f6nnen.<br \/>\nWas ich Ihnen aber heute eigentlich mit auf den Weg geben wollte: Sollten Sie einmal beim Arzt sitzen m\u00fcssen\u2026 Ich habe mir sagen lassen, dass Kate-Bush-Fans im Schnitt \u00f6fter beim Arzt sitzen sollen, als Justin-Bieber-Fans\u2026 Das liegt daran, dass \u2026 Ach, egal, Sie wissen schon, woran das liegt. Also, wenn Sie mal beim Arzt sitzen sollten und Sie haben schon \u00fcber drei Stunden gewartet und man hat Sie immer noch nicht zur Frau Doktor Pille mit der gro\u00dfen, runden Brille durchgelassen, und sollte Ihnen gegen\u00fcber ein Herr sitzen, der vielleicht sogar schon dort sa\u00df, als Sie erst das Wartezimmer betreten haben, und dieser Herr, Ihnen gegen\u00fcber, gibt ebenso wie Sie keinen Mucks des Missbehagens von sich, sondern ist ein geduldig wartendes Wesen\u2026 Dann kann es sich doch nur um einen Kate-Bush-Fan handeln, oder? Ich rate Ihnen in diesem Fall: Fragen Sie doch einfach mal nach! Und sollte er kein Fan sein \u2013 Ausnahmen best\u00e4tigen die Regel \u2013 dann haben Sie jetzt die Chance, ihm etwas von Kate zu erz\u00e4hlen, verk\u00fcrzt auf jeden Fall die Wartezeit, die Wartezeit auf den Arzt und irgendwie auch die Wartezeit auf Kate. Und wenn Sie sich mitten im Gespr\u00e4ch befinden, dann k\u00f6nnten Sie ihm auch raten, dass er sich auf gar keinen Fall irgendeine Pille verschreiben lassen soll, Sie w\u00fcrden da ein viel besseres Rezept wissen: Take a papaya. You like a guava? Grab a banana and a sultana. Rip them to pieces, with sticky fingers. Split the banana. Crush the sultana. [&#8230;] Eat the music!<br \/>\nLG, Herr B\u00f6ttcher<\/p>\n<h2>13. April: Herr B\u00f6ttcher l\u00e4sst es scheppern<\/h2>\n<p>Liebe Leserschaft, sind Sie auch der festen Ansicht, dass der gew\u00f6hnliche Kate-Bush-Fan im Augenblick in jeder freien Minute folgendes denkt?<br \/>\nWann ist endlich Sommer?<br \/>\nWann ist endlich August?<br \/>\nOder wahlweise:<br \/>\nWann ist endlich September?<br \/>\nWas mache ich, wenn die Fluggesellschaften streiken?<br \/>\nSollte ich nicht lieber mindestens zwei Tage fr\u00fcher in London sein?<br \/>\nWas mache ich mit meinen Kate-Karten in London? Soll ich sie sicher um den Hals oder lieber in der Unterhose aufbewahren?<br \/>\nWerde ich auch mit 39 Grad Fieber zum Kate-Bush-Konzert gehen?<br \/>\nUnd mit 39,5 Grad?<br \/>\nWas ist, wenn mir am Einlass gesagt wird: Mrs. Bush regrets, she&#8217;s unable to play today?<br \/>\nW\u00e4re ich dazu f\u00e4hig einem anderen wahrhaftigen Kate-Bush-Fan 1.500 Euo\u00a0 f\u00fcr den Platz neben mir abzukassieren?<br \/>\nWerde ich nach dem Kate-Bush-Konzert wirklich noch derselbe sein?<br \/>\nWill ich von anderen Fans, die auf einem fr\u00fcheren Konzert waren, wissen, was auf der B\u00fchne passiert?<br \/>\nWas scheppert denn da in meinem Kopf? Da scheppert doch was. Scheppert da was? Kann doch nicht sein. Doch, da scheppert was. Ach so. Na, jetzt bin ich ja ganz beruhigt. Ist nur das Ende von Babooshka und ich dachte schon, ich bin verr\u00fcckt.<br \/>\n<div class=\"compact_audio_player_wrapper\"><div class=\"sc_player_container1\"><input type=\"button\" id=\"btnplay_6a15f224b324a4.16389175\" class=\"myButton_play\" onClick=\"play_mp3('play','6a15f224b324a4.16389175','http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/babooshka.mp3','80','true');show_hide('play','6a15f224b324a4.16389175');\" \/><input type=\"button\"  id=\"btnstop_6a15f224b324a4.16389175\" style=\"display:none\" class=\"myButton_stop\" onClick=\"play_mp3('stop','6a15f224b324a4.16389175','','80','true');show_hide('stop','6a15f224b324a4.16389175');\" \/><div id=\"sm2-container\"><!-- flash movie ends up here --><\/div><\/div><\/div><br \/>\nLG, Herr B\u00f6ttcher.<\/p>\n<h2>16. April: Herr B\u00f6ttcher hat Tr\u00e4ume<\/h2>\n<p>Tr\u00e4umen Sie auch manchmal von Kate Bush? Ich meine keine Tagtr\u00e4umereien wie: Ach, w\u00e4re das fantastisch, w\u00fcrde morgen Kates neues Doppelalbum erscheinen\u2026\u00a0 Auch nicht: Was w\u00e4re, wenn ich die Playlist f\u00fcr das Kate-Konzert zusammenstellen d\u00fcrfte\u2026 Tr\u00e4umen Sie manchmal von Kate Bush?<br \/>\nVorweg m\u00f6chte ich anmerken, dass \u2013 gleichg\u00fcltig welche Musik, welche Literatur oder welcher Film mir gef\u00e4llt \u2013 ich den K\u00fcnstler in Realit\u00e4t nicht kennenlernen muss. Wozu? Ich mache mir nichts aus Autogrammen und erst recht nichts aus einem feuchten H\u00e4ndedruck. Ich brauche keine Tasse, die ich nie mehr abwaschen kann, weil Meryl Streep daraus Fencheltee getrunken hat. Ich will auch nicht die benutzen Zahnstocher von James Blunt, Udo J\u00fcrgens oder Justin Timberlake horten. Und selbst signierte B\u00fccher von John Irving, Susanna Clarke oder Jim Butcher sind f\u00fcr mein Lebensgl\u00fcck nicht zwingend notwendig. Womit bewiesen w\u00e4re: Ich bin ein durch und durch rationaler Mensch.<br \/>\nTrotzdem ist es so, dass Kate mitunter in meinen Tr\u00e4umen vorkommt. Mitunter. Nicht st\u00e4ndig. Ich bin nun wirklich kein Mensch, der immerfort an Kate Bush denkt. Wirklich nicht. Ich denke, aber nicht nur an Kate Bush. Ich denke wie jeder andere Mensch auch an das Wetter oder an Bananen oder an was man sonst so denkt. Selbst wenn ich in diesem Moment an Kate Bush denken w\u00fcrde \u2013 was ich nicht tue \u2013 w\u00fcrde ich nat\u00fcrlich an ihre Musik denken. Immer nur an ihre Musik. H\u00e4tte ich jedoch geahnt,\u00a0 dass man mich auf diese Mission hier schickt, Ihnen, hochverehrte Leserschaft, das Warten auf Kate zu verk\u00fcrzen\u2026 Ja, dann h\u00e4tte ich zweifelsohne jeden Traum auf ein Diktierger\u00e4t gesprochen, um ihn hier ver\u00f6ffentlichen zu k\u00f6nnen. Habe ich aber nicht. Kann ich also nicht.<br \/>\nErfreulicherweise kann ich mich jedoch noch an einen Traum erinnern. Es war die Zeit zwischen \u201eThe Red Shoes\u201c und \u201eAerial\u201c. Ich wei\u00df das so genau, weil ich gerade in eine andere Wohnung umgezogen war. Wie war das noch mit dem ersten Traum in einem neuen Bett? Herr B\u00f6ttcher schlummerte also s\u00fc\u00df und tr\u00e4umte selig.<br \/>\nZuerst nichts, dann nur eine br\u00e4unlich-gr\u00fcne Fl\u00e4che. (Immerhin wissen Sie jetzt schon mal, dass ich in Farbe tr\u00e4ume. Stellen Sie sich also br\u00e4unliches Gr\u00fcn vor.) Pl\u00f6tzlich im Zentrum dieser Farbkomposition: ein winziges Quadrat. Das Quadrat wird heran gezoomt. Das Quadrat ist ein Plattencover. Ein Cover f\u00fcr eine Scheibe aus Vinyl. Keine Schrift, kein Hinweis, keine Bilder auf dem Cover. Nur Farben: sehr viel Moosgr\u00fcn und ein wenig Tomatenrot. H\u00fcbsch anzusehen. So als h\u00e4tte jemand einen Pinsel mit dicker, roter Farbe in leichtes, gr\u00fcnes Wasser gestupst.<br \/>\nAls ich das Cover ber\u00fchren will, schrumpfe ich (Alice im Wunderland l\u00e4sst gr\u00fc\u00dfen. Ich wei\u00df, ich wei\u00df, nicht besonders originell, aber wer ist schon Herr seiner Tr\u00e4ume? Es gibt weit Schlimmeres. Uschi Glas h\u00e4tte mir auch einen Apfel reichen k\u00f6nnen und ich h\u00e4tte hineinbei\u00dfen m\u00fcssen. Dann doch lieber die Schrumpfnummer, ich bin n\u00e4mlich allergisch\u2026 Gegen \u00c4pfel?). Das Plattencover im Traum ist ein Gatefold-Cover und schl\u00e4gt sich von allein auf. Und ich wei\u00df, ohne dass es mir jemand gesagt hat: die neueste Platte von Kate Bush hat sich vor mir aufgetan. (Bevor Sie jetzt zu den Telefonh\u00f6rern greifen, erinnere ich noch einmal daran: Dies hier ist ein Traum, die Platte ist niemals erschienen. Zumindest nicht in diesem Universum.)<br \/>\nKennen Sie diese fr\u00f6hlichen Klappb\u00fccher f\u00fcr Kinder mit den sogenannten Pop-Up-Elementen? Tja, in so einer heiteren Papp-Welt war ich pl\u00f6tzlich unterwegs. Ich schlenderte \u00fcber einen gezeichneten Weg, \u00fcber eine Wiese, durch ein W\u00e4ldchen und \u00fcberall gab es Stationen und es konnte gedreht, gezogen und gebl\u00e4ttert werden. Hurra, dreimal in die H\u00e4nde geklatscht, das versprach vergn\u00fcgliche Besch\u00e4ftigung! Und es wurde sogar richtig erfreulich. Jedes Mal bei Bet\u00e4tigung eines Pop-Ups tauchte ein St\u00fcck Kate auf. Ihr Kopf hinter einem Busch, ihre Augen wurde \u00fcbergro\u00df und sprangen ihr beinahe aus dem Kopf. Oder man kam an ein H\u00e4uschen \u2013 dr\u00fcckte man dort auf einen Knopf an der Haust\u00fcr, \u00f6ffnete sich das K\u00fcchenfenster und Kate r\u00fchrte recht beschwingt im Suppentopf, bei der n\u00e4chsten Station sprang sie aus dem Schornstein. Sehr oft hob sie den rechten Arm zum winkenden Gru\u00df. Sie wissen, Kate ist im Winken mindestens so gut wie ihre Fans im Warten. Und \u00fcberall war es gr\u00fcn und Kate trug ein tomatenrotes Kleid. Und jedes Mal, wenn ich an einer weiteren Schlaufe aus Pappe zog, ert\u00f6nte ein neues, mir g\u00e4nzlich unbekanntes Lied, nat\u00fcrlich von Kate Bush. Ich wollte aus diesem Traum nie wieder erwachen. Die Lieder kann ich Ihnen zu meinem Leidwesen nicht beschreiben, aber glauben Sie mir, in meiner Erinnerung sind sie \u00fcberirdisch gut. Pl\u00f6tzlich sa\u00df Kate Bush, leibhaftig und nicht mehr aus Pappe, also dreidimensional auf einer ebenso dreidimensionalen Schaukel, die aus dem Innenteil des Covers herausragte. Und Kate schaukelte und lachte, schaukelte und lachte, was das Zeug hielt, einmal quer \u00fcber das gesamte Cover. Sie schaukelte und schaukelte. Immer schneller. Immer h\u00f6her. Die schaukelnde und singende Kate wie Blitzlichter aus allen erdenklichen Perspektiven. Und dann? Ja, und dann klingelte der Wecker\u2026 Suddenly my feet are feet of mud, it all goes slo-mo. I don\u2019t know why I\u2019m crying, am I suspended in Gaffa? Not till I\u2019m ready for you, not till I\u2019m ready for you. Can I have it all?<br \/>\nLG, Herr B\u00f6ttcher.<\/p>\n<h2>18. April: Herr B\u00f6ttcher bedankt sich<\/h2>\n<p>Liebe Leser,<br \/>\nerst am 16. April \u2013 ich bin manchmal nicht der Schnellste \u2013 habe ich bemerkt, dass Sie gelegentlich auch mal einen Kommentar zu meinen schriftlichen Gedanken hinterlassen haben.\u00a0 Da es nicht so viele sind (keine Wertung), aber die Wahrscheinlichkeit besteht, dass Sie bei \u00e4lteren Beitr\u00e4gen nicht mehr nachschauen, m\u00f6chte ich kurz Anmerkungen zu Ihren Kommentaren machen:<br \/>\nHerr oder Frau Worchel vom 1. April und 5. April. Ich freue mich, dass Sie auch noch Karten erhalten haben. Nicht auszudenken, wenn ich den Lesern hier eine Vorfreude-Session auf Kate liefere und jemand hat keine Karte ergattern k\u00f6nnen. Diese Kolumne soll Kate-Bush-Fans ja erfreuen und nicht betr\u00fcben.<br \/>\nHerr oder Frau Fafou vom 1. April. Bei Ihnen habe ich mich ja schon bedankt.<br \/>\nHerr oder Frau Thomas vom 10. April. Ihr Kommentar ist ein sch\u00f6nes Kompliment. Ich danke Ihnen daf\u00fcr.<br \/>\nUnd das war es auch schon mit den Kommentaren. Ich werde nicht jedes Mal auf Kommentare antworten, keine Angst\u2026 Ich wollte damit nur kundtun, dass ich die Kommentare lese\u2026<br \/>\nHerr B\u00f6ttcher w\u00fcnscht allen Lesern frohe Ostern.<\/p>\n<h2>20. April: Herr B\u00f6ttcher und der Schallplattenladen<\/h2>\n<p>Damals musste man noch Personen fragen, um an Informationen zu kommen. Daran, an damals, liebe Leser, wird sich manch einer von Ihnen noch erinnern, oder?\u00a0 Damals, als es das Internet noch nicht gab. Wenn man was wissen wollte, musste man jemanden fragen oder ein Lexikon zur Hand nehmen\u2026 \u201eWas ist denn der Kailash?\u201c Daf\u00fcr h\u00e4tte man im Lexikon nachschlagen k\u00f6nnen und vermutlich folgende Antwort erhalten: Der Kailash oder Kailas ist ein seine Umgebung deutlich \u00fcberragender Berg im Gangdis\u00ea-Gebirge, dem westlichen Teil der Gebirgsz\u00fcge des Transhimalaya im Autonomen Gebiet Tibet der Volksrepublik China.<br \/>\nF\u00fcr \u201eHaben Sie schon das neue Album von Kate Bush?\u201c h\u00e4tte es kein Lexikon gegeben. F\u00fcr diese Art Fragen h\u00e4tte man damals noch den Herrn im Schallplattenladen zu Rate ziehen m\u00fcssen.<br \/>\nSpulen wir zur\u00fcck. Wusch -&gt; Wir schreiben das Jahr 1981.<br \/>\nM.M., eine liebe Freundin, damals wie heute \u2013 sie werden im Verlauf diese Kolumne noch ein wenig mehr von ihr erfahren \u2013 erz\u00e4hlte dem Herrn B\u00f6ttcher, sie habe im Radio ein neues Lied von Kate Bush geh\u00f6rt. Neues Lied? Von Kate? Logo! Wieso auch nicht? Zwar bedauerte Herr B\u00f6ttcher, der damals noch Sch\u00fcler war, das Lied noch nicht mit eigenen Ohren geh\u00f6rt zu haben, aber die Vorfreude darauf war umso gr\u00f6\u00dfer. Er musste nur noch in den Plattenladen eilen, um das neueste Kate-Bush-Erzeugnis zu erwerben.\u00a0 Aus heutiger Sicht \u201eWow! wow! wow! wow! wow! wow! unbelievable!\u201c, aber wir befinden uns in einer Zeit, in der Kate Bush noch regelm\u00e4\u00dfig und in kurzen Abst\u00e4nden den Musikmarkt bediente. The Kick Inside (1978), Lionheart (1978), Never for Ever (1980). Also, warum nicht im Juni 1981 ein neues Album? Wurde ja auch Zeit. Aus damaliger Sicht h\u00e4tte man sich im Leben nie vorstellen k\u00f6nnen, dass man irgendwann als wahrer KB-Fan zum Wartenden mutiert. M.M. hatte die frohe Botschaft beil\u00e4ufig beim Telefonieren am Samstagabend unterbreitet. Herr B\u00f6ttcher freute sich also kolossal. Nur noch den ganzen Sonntag warten, dann Schule, dann auf dem Nachhauseweg durch die Innenstadt. Er kam sowieso t\u00e4glich am Plattenladen \u2013 nennen wir ihn \u201eSchallplatten Fies\u201c \u2013 vorbei.<br \/>\nSchulschluss.<br \/>\nIm Stechschritt zu Schallplatten Fies.<br \/>\nT\u00fcr auf.<br \/>\nT\u00fcr zu.<br \/>\nSch\u00fcler Herr B\u00f6ttcher: \u201eSch\u00f6nen guten Tag! Haben Sie schon das neue Album von Kate Bush?\u201c<br \/>\nHerr Fies: \u201eKate Bush? Soll es da was Neues geben? Nein. Haben wir noch nicht.\u201c<br \/>\nT\u00fcr auf.<br \/>\nT\u00fcr zu.<br \/>\nEntt\u00e4uschung pur.<br \/>\nNun, Schallplatten Fies hatte damals noch im Sortiment den Schwerpunkt auf deutsche Schlager gelegt. Dann eben zur\u00fcck in die Plattenabteilung des damals gr\u00f6\u00dften Kaufhauses vor Ort, zu Schwertie. Aber auch bei Schwertie konnte man dem Sch\u00fcler Herrn B\u00f6ttcher nicht weiterhelfen. Die Verk\u00e4uferin dort wusste zudem \u2013 im Gegensatz zu Herrn Fies \u2013 mit dem Namen Kate Bush nichts anzufangen.<br \/>\nNeuer Tag, neues Gl\u00fcck.<br \/>\nIm Stechschritt zu Schallplatten Fies.<br \/>\nT\u00fcr auf.<br \/>\nT\u00fcr zu.<br \/>\nSch\u00fcler Herr B\u00f6ttcher: \u201eSch\u00f6nen guten Tag! Haben Sie denn heute das neue Album von Kate Bush?\u201c<br \/>\nHerr Fies: \u201eGuten Tag! Nein. Haben wir noch nicht.\u201c<br \/>\nT\u00fcr auf.<br \/>\nT\u00fcr zu.<br \/>\nN\u00e4chster Tag, wieder neues Gl\u00fcck.<br \/>\nWieder im Stechschritt zu Schallplatten Fies.<br \/>\nT\u00fcr auf.<br \/>\nT\u00fcr zu.<br \/>\nSch\u00fcler Herr B\u00f6ttcher: \u201eSch\u00f6nen guten Tag! Aber heute haben Sie doch das neue Album von Kate Bush?\u201c<br \/>\nHerr Fies: \u201eNein. Haben wir heute auch noch nicht. Guten Tag!\u201c<br \/>\nT\u00fcr auf.<br \/>\nT\u00fcr zu.<br \/>\nAbstecher zu Schwertie. Ebenso erfolglos. Wieder zu sp\u00e4t zum Mittagessen. Damals gab es eben noch nicht das Internet.<br \/>\nWas Sch\u00fcler Herr B\u00f6ttcher nicht wissen konnte: Kate Bush ver\u00f6ffentlichte zwar am 21. Juni den Song \u201eSat In Your Lap\u201c, das Album \u201eThe Dreaming\u201c, auf dem sich \u201eSat In Your Lap\u201c befinden sollte, kam erst ein Jahr sp\u00e4ter, n\u00e4mlich am 26. Juli 1982 heraus.<br \/>\nWas der Herr B\u00f6ttcher aus dem Jahr 2014 nicht genau sagen kann ist: Konnte man 1981 die Singleauskopplung schon vorweg kaufen? Das kann gut sein. Bei Schallplatten Fies jedenfalls nicht. Sch\u00fcler Herr B\u00f6ttcher hatte aber auch nicht nach der Single gefragt, sondern nach dem Album. Tut f\u00fcr den weiteren Verlauf der Geschichte auch nichts zur Sache. Sch\u00fcler Herr B\u00f6ttcher war jung und in freudiger Erwartung, dass demn\u00e4chst das neuste Album von Kate Bush erscheinen w\u00fcrde. Sch\u00fcler Herr B\u00f6ttcher hatte damals noch keine Stereoanlage, sondern den vermachten Mono-Musikschrank seiner Eltern, auf dem er viele Jahre seine M\u00e4rchenplatten geh\u00f6rt hatte. Wenn man wollte, konnte man die Platten \u00fcber dem Plattenteller stapeln und es krachte immer die n\u00e4chste Scheibe auf die vorherige herunter, nachdem sie abgespielt war. Bei M\u00e4rchenplatten bot sich das wegen des Verlaufs der Story nicht so richtig an, aber Musiksingles wurden gestapelt und Sch\u00fcler Herr B\u00f6ttcher konnte es richtig krachen lassen. Man konnte den Plattenstapelstab auch durch einen k\u00fcrzeren ersetzen, dann hatte man einen ganz normalen Plattenspieler, nur eben im Schrank, den man zumachen musste, und nur mit einer Lautsprecherbox, mono, unten links im Geh\u00e4use des nussbraunen Konstrukts. Die erste Stereoanlage kam erst nach \u201eThe Dreaming\u201c aber das ist \u2013 mit Michael Ende gesprochen \u2013 eine andere Geschichte.<br \/>\nT\u00fcr auf.<br \/>\nT\u00fcr zu.<br \/>\nSch\u00fcler Herr B\u00f6ttcher: \u201eSch\u00f6nen guten Tag! Haben Sie das neue Album von Kate Bush?\u201c<br \/>\nHerr Fies: \u201eNein. Haben wir noch nicht.\u201c<br \/>\nT\u00fcr auf.<br \/>\nT\u00fcr zu.<br \/>\nSo ging das nun ein paar Wochen jeden Tag. Und weil Sch\u00fcler Herr B\u00f6ttcher gelegentlich auch mal eine Schallplatte kaufte, beispielsweise zu Weihnachten eine von Mireille Matthieu f\u00fcr die Gro\u00dfmutter,\u00a0 gab Herr Fies, wenn Sch\u00fcler Herr B\u00f6ttcher nach der neuen Kate Bush fragte, bereitwillig Auskunft, die da lautete: \u201eNein. Haben wir noch nicht.\u201c Es war au\u00dferdem die Hochkonjunktur der Neuen Deutschen Welle: Rheingold, Fehlfarben, Grauzone und viele andere musikalische Entdeckungen wurden bei Schallplatten Fies von Sch\u00fcler Herrn B\u00f6ttcher gekauft.<br \/>\nSo ging das Trauerspiel \u00fcber viele Monate weiter.<br \/>\nT\u00fcr auf.<br \/>\nT\u00fcr zu.<br \/>\nEntt\u00e4uschung pur.<br \/>\nEs mag sein, dass die Besucherfrequenz des Plattenladens im Laufe der Zeit etwas abnahm und Sch\u00fcler Herr B\u00f6ttcher nur noch jeden zweiten oder dritten Tag zu Herrn Fiesens Erleichterung fragte: \u201eHaben Sie schon das neue Album von Kate Bush?\u201c Aber Sch\u00fcler Herr B\u00f6ttcher fragte ziemlich oft und m\u00f6chte sich an dieser Stelle bei Herrn Fies f\u00fcr dessen Geduld bedanken. Vermutlich ist er mittlerweile auch ein Kate-Bush-Fan? Das muss doch was mit einem machen, wenn einem t\u00e4glich die Frage: \u201eHaben Sie schon das neue Album von Kate Bush?\u201c gestellt wird.<\/p>\n<p>Finale:<br \/>\nIm Stechschritt zu Schallplatten Fies.<br \/>\nT\u00fcr auf.<br \/>\nT\u00fcr zu.<br \/>\nSch\u00fcler Herr B\u00f6ttcher: \u201eSch\u00f6nen guten Tag! Haben Sie schon das neue Album von Kate Bush?\u201c<br \/>\nAngestellte von Herrn Fies: \u201eJa. Ist heute reingekommen. Habe ich gerade einsortiert. M\u00fcssten Sie mal schauen. Bei Rock\/Pop unter B wie Bush.\u201c<br \/>\nErstarrung beim Sch\u00fcler Herr B\u00f6ttcher. Hin zum Fach Rock\/Pop. Dann hielt im Jahre 1982 Sch\u00fcler Herr B\u00f6ttcher das neue Album\u00a0 \u201eThe Dreaming\u201c von Kate Bush in den H\u00e4nden \u2013 nach \u00fcber einem Jahr Entt\u00e4uschung pur. Den Rest kann jeder halbwegs normale Kate-Bush-Fan sich denken. I wait at the table, and hold hands with weeping strangers, wait for you to join the group. The tambourine jingle-jangles. The medium roams and rambles. Not taken in, I break the circle. LG, Herr B\u00f6ttcher<\/p>\n<h2>23. April: Herr B\u00f6ttcher bekommt eine G\u00e4nsehaut<\/h2>\n<p>Kate-Bush-G\u00e4nsehautmoment: Wir schreiben das Jahr 1985. Das Jahr, in dem im September Kates legend\u00e4res Album \u201eHounds of Love\u201c erscheint.\u00a0 Der Herr B\u00f6ttcher ist noch sehr jung und braucht kein Geld. Er ist stolzer Besitzer eines Walkmans. Zusammen mit einer guten Freundin macht er einen Herbstspaziergang. Es ist Oktober. Ein goldener Oktobertag. Seit mindestens vier Wochen l\u00e4uft nur noch die \u201eHounds of Love\u201c auf dem Walkman. Herr B\u00f6ttcher hat sich das Album f\u00fcr diese Zwecke sogar nochmal als Originalcassette gekauft. Man geht nebeneinander und teilt sich den Kopfh\u00f6rer. Jeder hat einen St\u00f6psel im Ohr. Man schlendert durch einen gro\u00dfen Park \u00fcber eine gro\u00dfz\u00fcgige Kastanienallee. Dann im Ohr: Paukenschlag und eine M\u00e4nnerstimme ruft hektisch wie ein Polizist: &#8222;It&#8217;s in the trees! It&#8217;s coming!&#8220; Genau in diesem Augenblick tauchen zwei Irish Setter hinter den B\u00e4umen auf und laufen was die Lebensfreude hergibt um die Wette. Kate-Bush-G\u00e4nsehautmoment.<\/p>\n<h2>26. April: Herr B\u00f6ttcher kann Wunder erkl\u00e4ren<\/h2>\n<p>Liebe Leserschaft, es kann auch so seine T\u00fccken haben, Kate-Bush-Fan zu sein:<br \/>\nIn einem an der Universit\u00e4t Hogwarts &#8211; nicht unweit von London &#8211; durchgef\u00fchrtem Experiment Twelve beeinflussten Dozenten der Abteilung Psychologie die Urteilskraft von ahnungslosen Studierenden, indem sie ihnen eine Tasse hei\u00dfen Tee reichten. Die f\u00fcr die Studie ausgew\u00e4hlten Studenten ahnten nicht, dass ihre sozialen Instinkte dadurch gezielt gelenkt wurden. Nachdem sie den Tee getrunken hatten und sich zur n\u00e4chsten Unterrichtseinheit aufmachten, kreuzte ein wissenschaftlicher Hilfsassistent den Weg der ausgew\u00e4hlten Versuchspersonen. Der Hilfsassistent war beladen mit\u00a0 Stapeln von Lehrb\u00fcchern, obenauf entweder mit einer roten Tasse, in der sich hei\u00dfer Gl\u00fchwein befand,\u00a0 oder mit einer blauen Tasse, gef\u00fcllt mit Eisschokolade. Jedes Mal bat der Assistent den Studierenden um Hilfe beim Tragen der Tasse. Ergebnis: Jene Studenten, die das kalte Getr\u00e4nk in den H\u00e4nden hielten und im Anschluss einen Fragebogen ausf\u00fcllen mussten, bewerteten die Musik von \u201eModern Talking\u201c und \u201eRoger Whittaker\u201c als sehr viel k\u00e4lter und gef\u00fchlloser, als ihre Kommilitonen, die dem Assistenten vor\u00fcbergehend den Gl\u00fchwein hielten. Lassen wir das erst einmal auf uns wirken und machen einen Absatz.<\/p>\n<p>Manchmal denke ich, Kate Bush ist zuweilen Gasth\u00f6rerin an dieser Universit\u00e4t. Es wurde doch immer wieder dar\u00fcber spekuliert, wie es sein kann, dass eine so gro\u00dfe Fangemeinde trotz uns\u00e4glicher Entbehrungen der K\u00fcnstlerin trotzdem die Treue hielt?<br \/>\nSp\u00e4testens 2003 hat wahrscheinlich jeder Kate-Fan mindestens einmal verzweifelt geglaubt, Kate w\u00fcrde nie wieder Musik machen. Ich habe das auf jeden Fall geglaubt, nicht nur einmal. Mittlerweile waren es immerhin schon zehn Jahre ohne einen Pieps von Kate. Die Durststrecke, von der ich damals nicht wusste, dass es sich gottlob nur um eine solche handelte und nicht um eine Sackgasse, sollte dann noch zwei weitere Jahre andauern. Zw\u00f6lf Jahre!\u00a0 Schlie\u00dfen Sie die Augen, liebe Leser (wenn ich lieber Leser schreibe, meine ich nat\u00fcrlich auch stets die ebenso lieben Leserinnen), und lassen Sie zw\u00f6lf Jahre Ihres Leben vor Ihrem inneren Auge Revue passieren und lesen Sie den Rest dieses Textes im April 2026 weiter&#8230;<br \/>\nWas man in diesen zw\u00f6lf Jahren alles erleben durfte. Nur nix von Kate&#8230; Ich meine, wenn sie wenigstens jedes Jahr eine Single herausgebracht h\u00e4tte, dann h\u00e4tte man noch Hoffnung haben k\u00f6nnen. Aber so? So manches Mal stand ich vor meinem CD-Regal, und bei der Vorstellung, es w\u00fcrde nie, nie wieder neue Kate-Kl\u00e4nge geben, da wurde mir das Herz steinschwer. Jeder hat schon mal geh\u00f6rt, dass die Hoffnung zuletzt stirbt, nur &#8230; ich wagte gar nicht mehr zu hoffen. Trotzdem war\u00a0 ich Kate dankbar. Dankbar f\u00fcr all die tollen Alben, die irgendwie der Soundtrack meines Lebens waren.<br \/>\nDieser Text will aber nicht meine Begeisterung f\u00fcr Kates Musik widerspiegeln. Hier geht es um die Manipulation des Unterbewusstseins durch&#8230; Na wen? Klar: Kate Bush! Keine Ahnung, ob dar\u00fcber schon jemand promoviert hat, sollte das der Fall sein und Sie kennen diese Doktorarbeit, die dann sicher von einem Spezialisten geschrieben wurde, k\u00f6nnen Sie sich auf jeden Fall an dieser Stelle von meinem Geschreibsel verabschieden und stattdessen lieber weitere zw\u00f6lf Jahre Ihres Lebens gedanklich an sich vorbeiziehen lassen. Sie m\u00fcssen sich dann aber im April 2038 dieser Kolumne auch nicht mehr zuwenden&#8230;<br \/>\nKate, das Hexlein, wei\u00df, wie sie unser kollektives Fan-Unterbewusstsein beeinflussen kann. Sie hat den Bogen raus. Und von daher ist es auch gar kein Wunder, dass die Kate-Gemeinde ihr stets die Treue h\u00e4lt. Ich muss das gar nicht haarklein erl\u00e4utern. Sie wissen selbst, hochverehrter Kate-Bush-Fan, wie das funktioniert. Eben steht man noch vor seiner Haust\u00fcr und kramt nach seinem Schl\u00fcssel&#8230;zack (!) und schon hat sich durch ein winziges Detail Kate in Ihr Bewusstsein gedr\u00e4ngt. Oder sie liegen am Sonntag eine Stunde l\u00e4nger im Bett, \u00f6ffnen das Fenster f\u00fcr den Sommermorgen. Schon wieder: Kate hat sie erwischt. Ja, Mrs. Bush, Sie haben die totale Kontrolle \u00fcber uns. Ihnen, lieber Leser, werde ich es in der n\u00e4chsten Sekunde beweisen, wie das funktioniert. Immer mal wieder. Immer, wenn man nicht damit rechnet, ist Kate Bush da. Vorher verabschiede ich mich aber f\u00fcr heute von Ihnen.<br \/>\n<div class=\"compact_audio_player_wrapper\"><div class=\"sc_player_container1\"><input type=\"button\" id=\"btnplay_6a15f224b5d971.83359286\" class=\"myButton_play\" onClick=\"play_mp3('play','6a15f224b5d971.83359286','http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/aerial-hb.mp3','80','true');show_hide('play','6a15f224b5d971.83359286');\" \/><input type=\"button\"  id=\"btnstop_6a15f224b5d971.83359286\" style=\"display:none\" class=\"myButton_stop\" onClick=\"play_mp3('stop','6a15f224b5d971.83359286','','80','true');show_hide('stop','6a15f224b5d971.83359286');\" \/><div id=\"sm2-container\"><!-- flash movie ends up here --><\/div><\/div><\/div><br \/>\nLG, Ihr Herr B\u00f6ttcher.<\/p>\n<h2>2. Mai: Herr B\u00f6ttcher kann sich nicht entscheiden<\/h2>\n<p>Den einzig wahren Kate-Bush-Song gibt es f\u00fcr mich nicht. Das w\u00e4re so, als w\u00fcrde mich jemand nach meinem Lieblingsbuch oder meinen Lieblingsfilm fragen. Geht irgendwie nicht.<br \/>\nAber es gibt \u2013 zumindest bei mir \u2013 den ersten Moment, das Lied, was beim ersten H\u00f6ren eines neuen Longplays den st\u00e4rksten Eindruck hinterlassen hat.<br \/>\nDie St\u00e4rkster-Erster-Eindruck-Liste von Herrn B\u00f6ttcher sieht wie folgt aus:<br \/>\nThe Kick Inside -&gt; Kite<br \/>\nLionheart -&gt; Oh England My Lionheart<br \/>\nNever for Ever -&gt; Army Dreamers<br \/>\nThe Dreaming -&gt; Suspended in Gaffa<br \/>\nHounds of Love -&gt; Hounds of Love<br \/>\nThe Sensual World -&gt; This Woman\u00b4s Work<br \/>\nThe Red Shoes -&gt; And so is Love<br \/>\nAerial (CD 1) -&gt; A Coral Room<br \/>\nAerial (CD 2) -&gt; Sunset<br \/>\nDirector\u00b4s Cut (ist f\u00fcr Herrn B\u00f6ttcher ein eigenst\u00e4ndiges Album) -&gt; Song of Solomon<br \/>\n50 Words for Snow -&gt; Wild Man<\/p>\n<p>Und was soll uns das jetzt sagen? Absolut nichts. Sind viele ruhige Lieder dabei. Kein Wunder, Herr B\u00f6ttcher liebt die Kate-Bush-Piano-Songs. Andererseits doch verwunderlich, der Herr B\u00f6ttcher ist doch vielmehr ein Get-out-of-my-House-&amp;-Nocturn-H\u00f6rer. Oder ist der Herr B\u00f6ttcher eher ein Misty-H\u00f6rer? Gar ein Breathing-H\u00f6rer?<br \/>\nEin Hello-Earther?<br \/>\nEin Never-be-Miner?<br \/>\nEin Runnig-up-that-Hiller?<br \/>\nEin Snowflaker?<br \/>\nEin Somewhere-in-Betweener?<br \/>\nDoch ein Nocturner oder Sunseter?<br \/>\nEin Jig-of-Lifer?<br \/>\nEin Waking-the-Witcher?<br \/>\nEin All-the-Lover?<br \/>\nEin Morningfoger?<br \/>\nHilfe ich kann mich nicht entscheiden. Ich werde mich niemals entscheiden k\u00f6nnen. Niemals.<br \/>\nPlease, (\u201cYea, yo, yea, yo!\u201d)<br \/>\nPlease be kind<br \/>\nTo my mistakes.<br \/>\nBe kind,<br \/>\nBe kind<br \/>\nTo me.<br \/>\nLG, Herr B\u00f6ttcher<\/p>\n<h2>4. Mai: Herr B\u00f6ttcher greift zum Zuckerguss<\/h2>\n<p>Liebe Leserschaft. In den letzten Wochen schoss es mir immer mal wieder durch den Kopf und h\u00e4mmerte an die Innenseite meiner Stirn: \u201eWas ist eigentlich, wenn du gar keine Karten f\u00fcr das Kate-Bush-Konzert ergattern konntest?\u201c<br \/>\nNat\u00fcrlich habe ich am 26. April, um 10.30 Uhr dem Freund, der f\u00fcr mich die Kate-Tickets geordert hat (siehe dazu meinen ersten Beitrag) \u00fcber die Schulter geschaut, aber Tickets\u2026? Tickets habe ich bis heute nicht.<br \/>\nNun hat der Betreiber dieses Blogs mir mitgeteilt, er habe geh\u00f6rt, die Karten werden relativ zeitnah zugeschickt, man wolle auf Nummer sicher gehen \u2026 Aha.<br \/>\nAlso wirklich? Und was ist mit meiner Sicherheit? Was ist mit meiner inneren Ruhe? Und was ist mit meinem Schlaf? Ich will doch beim Kate-Konzert ausgeschlafen sein. Denkt da mal jemand von den Konzertveranstaltern auch an mich? Da kommt doch eins zum anderen: Erst schl\u00e4ft man schlecht. Dann tr\u00e4umt man noch schlechter.<br \/>\nIch habe mir gleich eine Brusttasche bestellt, in der ich die Eintrittskarten um den Hals \u2013 sogar beim Duschen \u2013 also wasserfest \u2013 tragen kann. Ich werde die Karten, sobald ich sie habe, in eben diese wasserfeste und blitzabwehrende Brusttasche stecken \u2013 und erst wieder am Eingang vor dem Hammersmith herausholen.<\/p>\n<p>Ich verspreche Ihnen, liebe Leserschaft, ich will Ihnen und mir das Warten eigentlich erleichtern und es nicht andauernd thematisieren. Das ist wie beim Heuschnupfen, wenn man st\u00e4ndig von ihm spricht oder an ihn denkt, wird er davon auch nicht besser.<br \/>\nAndererseits darf und will ich aus meinem Herzen auch keine M\u00f6rdergrube machen. Denn wenn nicht Sie, wer versteht mich dann \u00fcberhaupt noch?<br \/>\nIch warte also schon wieder. Ich will aber nicht mehr warten. Ich habe schon so oft warten m\u00fcssen.<br \/>\nIch habe auf \u201eThe Dreaming\u201c gewartet\u2026 Auf \u201eHounds-of-Love\u201c. Auf \u201eThe Sensual World\u201c. Auf \u201cThe Red Shoes\u201d. Dann habe ich gewartet und gewartet und gewartet und wusste schon gar nicht mehr, worauf warte. In meiner Not habe ich dann \u201eWarten auf Kate\u201c von John Mendelssohn gelesen. Bezaubernder Schutzumschlag\u2026 Soweit ich mich erinnere, habe ich beim Lesen immer darauf gewartet, dass er etwas \u00fcber Kate schreibt. Von daher passt das Buch ja schon wieder.<br \/>\nDann Ger\u00fcchte. Dann \u201eAerial\u201c. Dann wieder sechs Jahre warten. Ach nein, ich verga\u00df, im Dezember 2007 habe ich mich ja ins Kino gesetzt und den \u201eGoldenen Kompass\u201c geschaut, weil Kate f\u00fcr diesen Film den Song \u201eLyra\u201c geschrieben hatte. Letztendlich habe ich aber den ganzen Film \u00fcber nur auf den Abspann gewartet. Ist das eigentlich Warten im Warten?\u00a0 Zu \u201eLyra\u201c vielleicht demn\u00e4chst mehr.<\/p>\n<p>Zugegeben: seit drei Jahren l\u00e4uft es irgendwie besser.<br \/>\nGestern die Kreditkartenabrechnung im Briefkasten gehabt. Auf die habe ich jetzt auch schon wieder gewartet. Umschlag hektisch aufgerissen. Gl\u00fcck gehabt! Die Karten wurden tats\u00e4chlich vom Konto abgebucht. So gl\u00fccklich war ich noch nie, dass Geld von meinem Konto abgebucht wurde. Ich wusste bis gestern gar nicht, dass man dar\u00fcber gl\u00fccklich sein kann, wenn Geld vom Konto abgeht.<br \/>\nDanke, Kate, Du hast die Gabe, selbst aus der Ferne, mir den Alltag immer wieder zu verzaubern und selbst emotional determinierte Momente up-zu-daten, mit Zuckerguss zu \u00fcberziehen. We raise our hats to the strange phenomena. Soul-birds of a feather flock together. We raise our hats to the hand a-moulding us. Sure \u2019nuff, he has the answer, he has the answer. He has the answer, be-duh-be-duh-be-duh-be-duh\u2026 Om mani padme, om mani padme, om mani padme hum.<\/p>\n<h2>7. Mai: Herr B\u00f6ttcher nimmt die Beine in die Hand<\/h2>\n<p>Schrecklicher Kate-Bush-Traum: Herr B\u00f6ttcher ist nackt. Ja, da gebe ich Ihnen zweifelsohne recht: Das allein ist schon schrecklich. Herr B\u00f6ttcher ist nicht gern nackt. Zumindest nicht gern in Gesellschaft. Belassen wir es dabei.<br \/>\nHerr B\u00f6ttcher ist also nackt, nur mit dem Kate-Bush-Karten-Sicherheits-Brustbeutel um den Hals.<br \/>\nUm mich herum ist es d\u00fcster. Das ist kein Malheur, meine Haut ist im Traum relativ hell. Macht sich das ganz gut. Ich blinke wie ein wei\u00dfes Bettlaken, das an der Leine h\u00e4ngt, nachdem man es mit dem \u201eWei\u00dfen Riesen\u201c\u00a0 gewaschen hat. Ich, Herr B\u00f6ttcher, bin wie ein lebendiges Licht. Gebe etwa so viel Licht ab wie das Licht von Earendils Stern. Im \u201eHerrn der Ringe\u201c schenkt die Elbin Galadriel dem Hobbit Frodo doch eine Phiole aus Kristall \u2013 Licht von Earendils Stern hei\u00dft die Phiole. Galadriel sagt zu Frodo, den ich \u00fcbrigens nicht ausstehen kann, zumindest nicht den Film-Frodo: \u201cM\u00f6ge es dir ein Licht sein an dunklen Orten, wenn alle anderen Lichter ausgehen\u201d. Wenn Sie den Film gesehen haben, dann wissen Sie, wie ungef\u00e4hr Herr B\u00f6ttcher in seinem Traum leuchtet. Wenn nicht, dann stellen Sie sich einfach den nackten Herrn B\u00f6ttcher leuchtend vor, wobei es zu 99,99% auf das Leuchten ankommt. Ich denke, mein Traum hat sich gedacht, dass eine Ganzk\u00f6rperfl\u00e4che mehr leuchtet, als nur der Kopf und die H\u00e4nde, deshalb der ganze Herr B\u00f6ttcher nackt.<br \/>\nHallo!? H\u00e4tte es nicht auch phosphoreszierende Kleidung getan? Wo waren wir stehengeblieben? Ach, ja: Herr B\u00f6ttcher nackt und leuchtend und den Kate-Bush-Karten-Sicherheits-Brustbeutel um den Hals.<br \/>\nPl\u00f6tzlich h\u00f6re ich ein Wispern. Ein Surren. Etwas kommt angeflogen. Im Traum freue ich mich schon. Jemand, der dort mein Bewusstsein beeinflusst, hat mir nat\u00fcrlich gesteckt, dass es sich um einen Kate-Bush-Traum handelt.\u00a0 Logische Folgerung: Kate muss jetzt geflogen kommen. Ob sie so aussieht wie der Schmetterlings-Vampir auf der R\u00fcckseite des Never-For-Ever-Covers? Gleich werde ich es wissen. Dann: Aus dem Wispern wird ein unangenehmes Summen. Das aggressive Summen einer M\u00fccke. Traum oder Realit\u00e4t? Extrem aggressives Summen. Irgendetwas stimmt hier nicht. Der nackte Herr B\u00f6ttcher nimmt seine ebenso nackten Beine in die Hand und rennt, was das Zeug h\u00e4lt. Er rennt und rennt und rennt. Und hinter ihm \u2013 nein nicht Kate \u2013 es ist die Kate-Bush-Ticket-Zerrei\u00df-Fee. Sie ist eine Mischung aus Elfe und M\u00fccke. Ein scheu\u00dflicher R\u00fcssel mit Zacken ragt ihr aus dem Gesicht. Sie wispert:<br \/>\n\u201eGib mir deine Kate Karten, ich will sie in tausend St\u00fccke rei\u00dfen. Gib sie mir. Gib sie mir. Gib her, ich will sie zerrei\u00dfen. Gib her, gib her. Will rei\u00dfen. Muss rei\u00dfen. Die Kate-Eintrittskarten in hunderttausend St\u00fccke. Rei\u00dfen.\u201c<br \/>\nHerr B\u00f6ttcher wei\u00df nur eines: er muss rennen, so schnell und so lang, bis er aus diesem scheu\u00dflichen Traum erwacht. Be running up that road, be running up that hill, with no problems. If I only could. Be running up that hill, with no problems.<\/p>\n<h2>14. Mai: Herr B\u00f6ttcher mischt alles durcheinander<\/h2>\n<p>Liebe Leserschaft\u2026 Ich bin heute leider etwas in Eile\u2026 Dennoch m\u00f6chte ich es nicht vers\u00e4umen, Ihnen wenigstens einen kleinen Tipp zu geben, der Ihnen \u2013 Sie wissen schon was \u2013 ein wenig erleichtern wird.<br \/>\nEs gibt sie, diese Songs von Kate, die man mag, die einem gefallen, die man aber nicht so oft h\u00f6rt. Niemand kann einem eigentlich sagen, weshalb das so ist. Mein Tipp f\u00fcr Wartende: Man nehme einen CD-Rohling oder einen USB-Stick, aber CD-Rohling ist irgendwie besser, und brenne darauf zehn bis zw\u00f6lf Songs von Kate Bush. Aber eben nicht die Lieblingssongs, sondern die Songs, die einem gefallen, die man aber aus einem unerkl\u00e4rlichen Grund selten h\u00f6rt. Dann legen Sie diese CD in ihre Stereoanlage, setzen sich aufs Sofa oder in ihren Lieblingssessel. Sie k\u00f6nnen sich auch mit Kopfh\u00f6rern ins Bett legen. Wichtig ist nur, dass Sie nur diesen besonderen Kate-Bush-Mix h\u00f6ren und nichts anderes machen. Sie werden merken, dass Kate auf eine andere Weise mit Ihnen kommuniziert. Eine sehr individuelle Weise, denn vermutlich wird jeder einzelne Mix anders sein. Sie werden au\u00dferdem feststellen, es gibt immer noch viel zu entdecken. Ich nenne es: Das neue Kate-Bush-H\u00f6rgef\u00fchl. Das lohnt sich auf jeden Fall. Beste Gr\u00fc\u00dfe, Herr B\u00f6ttcher. Watching the painter painting and all the time, the light is changing and he keeps painting. That bit there, it was an accident but he\u2019s so pleased. It\u2019s the best mistake, he could make and it\u2019s my favourite piece. It\u2019s just great.<\/p>\n<h2>21. Mai: Herr B\u00f6ttcher hat eine Mission<\/h2>\n<p>Es soll doch tats\u00e4chlich Erdenbewohner geben, liebe Kate-Gemeinde, die meinen, man k\u00f6nnte seine Zeit auch mit etwas Besserem verbringen, als mit dem H\u00f6ren von Kate Bush.<br \/>\nEin Fan h\u00f6rt immer mal wieder einen von zwei S\u00e4tzen: \u201eKate Bush, das ist doch die mit &gt;Wuthering Heights&lt;, richtig?\u201c oder: \u201eKate Bush? Ich wusste gar nicht, dass die noch Musik macht!\u201c<br \/>\nWas nun folgt, dagegen ist Fan machtlos: in null Komma nix wird der Kate-Fan zum Kate-Missionar. Als w\u00fcrde irgendwo ein kleines M\u00e4dchen rufen: \u201eHilfe, Hilfe, Hilfe! Mein kleines, wei\u00dfes K\u00e4tzchen mit dem schwarzen Tupfen am linken Ohr kommt nicht mehr vom Baum herunter!\u201c Schon rennt man wie Clark Kent in die n\u00e4chste Telefonzelle und verwandelt sich \u2013 nein, nicht in Superman \u2013 sondern in B\u00f6ttman, den Kate-Bush-Missionar.<br \/>\nDem Zweifelnden berichtet man stolz, als w\u00e4re es der ureigene Verdienst, von Kates erstaunlichem Stimmumfang.<br \/>\nDann davon, dass Kate ihre Musik selbst schreibt.<br \/>\nDann davon, dass sie auch ihre Texte selbst schreibt.<br \/>\nDann davon, dass sie alle m\u00f6glichen Geschichten erfindet oder neu erz\u00e4hlt.<br \/>\nDann davon, dass sie bei anderen, bedeutenden Musikern die allerh\u00f6chste Anerkennung besitzt.<br \/>\nDann davon, dass sie die unabh\u00e4ngigste K\u00fcnstlerin im Musikgesch\u00e4ft ist.<br \/>\nDann davon, dass die Engl\u00e4nder ihre Kate lieben wie die Deutschen ihre Nena. B\u00f6ttman sagt das auf jeden Fall immer. Andere Kate-Fans eher seltener.<br \/>\nHerr B\u00f6ttcher der B\u00f6ttman berichtet davon, dass Kate schon \u2018zig Alben auf den Musik-Markt geworfen hat. Eben war Herr B\u00f6ttcher noch auf dem Grund seiner Seele betr\u00fcbt, dass Kate schon wieder \u00fcber zwei Jahre keine neue Musik gemacht hat, schon betont B\u00f6ttman ihre sensationelle Kreativit\u00e4t und erfreuliche Produktivit\u00e4t, mit besonderem Hinweis auf das Jahr 2011. Sobald man Stirnrunzeln erntet, h\u00e4lt man als Kate-Missionar unangemeldete Referate. Man f\u00fchlt sich pers\u00f6nlich angegriffen, missverstanden, diskriminiert\u00a0 und jedes legale Mittel ist einem Recht, um die verlorene Ehre der Catherine Bush wieder herzustellen. Welche verlorene Ehre eigentlich? Gleichzeitig wundert man sich \u00fcber sich selbst. Wie ein ambitionierter Vertreter von diesen fest verschlie\u00dfbaren, bunten Plastikdosen, mit denen man angeblich auch einen leckeren Kuchen mit Mandarinen aus der Dose zurechtsch\u00fctteln kann, versucht man die frohe Botschaft Kate auch noch in den letzten aller Haushalte zu verk\u00fcnden. Seltsam. Man muss den Ungl\u00e4ubigen doch auch nicht erkl\u00e4ren, wie bezaubernd der Fr\u00fchling oder wie fantastisch der Sommer ist? Es kommt wie es kommen muss: zu guter Letzt brennt und verschenkt man den vierundzwanzigtausendsten Kate-Bush-Mix an einen v\u00f6llig Unbekannten. Mal ehrlich, hat man das als Kate-Fan \u00fcberhaupt n\u00f6tig? Sollen Kate-Fans nicht einfach unter sich bleiben? Ist das nicht viel sch\u00f6ner? Ich denke mir, B\u00f6ttman fliegt so schnell nicht wieder. Aber ein Superheld meint es eigentlich gut mit den Menschen. LG, Herr B\u00f6ttcher. I know it works for me. As we cross the bridge \u2013 the burning bridge with flames behind us, We front the line. It\u2019s you and me, baby, against the world.<\/p>\n<h2>28. Mai: Herr B\u00f6ttcher liebt Blumen<\/h2>\n<p>Liebe Kate-Bush-Fans, machen wir uns nichts vor. Als Anh\u00e4nger von Mrs. Bush durchlebt man so manche Sauregurkenzeit \u2026 Die l\u00e4ngste, wir alle wissen es, dauerte zw\u00f6lf Jahre. Zw\u00f6lf Jahre, in denen man nichts h\u00f6rte und deswegen gezwungen war, verzweifelt nach Ersatz zu suchen, sich umzuh\u00f6ren. Pl\u00f6tzlich gab es eine Leerstelle, die nicht zu ersetzen war.<br \/>\nWenn Herr B\u00f6ttcher die Musik von Kate Bush mit einer Blume vergleichen m\u00fcsste, dann mit einer Rose, einer dunkelroten, wilden Rose, mit einem die Sinne berauschenden Duft. Es gibt Menschen, die verachten Rosen, finden sie kitschig, abgeschmackt, doch die Rose oder der Sonnenuntergang oder die Turteltauben k\u00f6nnen nichts daf\u00fcr, dass der Mensch sie f\u00fcr seine Zwecke missbraucht und immer und immer wieder in kitschige Zusammenh\u00e4nge stellt. \u201cEine Rose ist eine Rose ist eine Rose.\u201d Und Kate Bush ist Kate Bush ist Kate Bush.<br \/>\nSelbst wenn f\u00fcr den einen oder anderen von Ihnen Kate eine\u00a0 Ranunkel oder eine Sonnenblume oder sogar ein bl\u00fchender Kaktus ist, bleibt dennoch als Ergebnis dieses einzigartige Gef\u00fchl, was die Musik von Kate Bush in uns hervorruft.<br \/>\nSollte bei Ihnen bisher der Eindruck entstanden sein, Herr B\u00f6ttcher w\u00fcrde ausschlie\u00dflich Kate Bush h\u00f6ren, muss Herr B\u00f6ttcher dem an dieser Stelle vehement widersprechen. Die Musik von Kate Bush erzeugt zwar dieses einzigartige Gef\u00fchl,\u00a0 doch Gef\u00fchle sind wie der Sternenhimmel.<br \/>\nWas also musste Herr B\u00f6ttcher in der Sauregurkenzeit machen? Umschauen in der Gemeinschaft der Blumen musste er sich, hat so manches Prachtexemplar entdeckt und hat eine feurig wuchernde Papageientulpe namens Cyndi Lauper gefunden. So kam es, dass, wenn Kate wieder einmal durch Abwesenheit gl\u00e4nzte, Cyndi sich neben Herrn B\u00f6ttcher setzte und ihm tr\u00f6stend einen Arm um die Schulter legte\u2026 LG, Herr B\u00f6ttcher. And every time it rains you\u2019re here in my head, like the sun coming out. Your son\u2019s coming out. Ooh, I just know that something good is gonna happen. And I don\u2019t know when, but just saying it could even make it happen.<\/p>\n<h2>3. Juni: Herr B\u00f6ttcher wird schwerm\u00fctig<\/h2>\n<p>Liebe Leserschaft, m\u00fcsste ich Kates Musik als Witterung beschreiben, dann mit dem sprichw\u00f6rtlichen Aprilwetter. Alles ist m\u00f6glich: H\u00f6hen und Tiefen, Sonne und Sturm, Himmelblau und Fr\u00fchlingsgr\u00fcn.<br \/>\nAch, was freue ich mich auf das Konzert!<br \/>\nLG, Herr B\u00f6ttcher.<br \/>\nGive me the Karma Mama. A jet to Mecca, Tibet or Jeddah to Salisbury, a monastery, the longest journey, across the desert. Across the weather, across the elements, across the water.<\/p>\n<h2>7. Juni: Herr B\u00f6ttcher muss sich sch\u00fctteln. Oder auch nicht.<\/h2>\n<p>Es gibt die unterschiedlichsten Kate-Bush-Momente. Kennen Sie beispielsweise den einen speziellen Moment mit dem einen Kate-Song, den man nicht ausstehen kann?<br \/>\nHerr B\u00f6ttcher gesteht, dass es mitunter vorkommt, dass er auch mal ein Lied von Kate nicht h\u00f6ren mag. Alles kann selbst Herr B\u00f6ttcher der guten Fee nicht durchgehen lassen.<br \/>\nNehmen wir das vierte Lied vom Longplay \u201cThe Sensual World\u201d.<br \/>\nErste sanfte Pianokl\u00e4nge.<br \/>\nWie hei\u00dft der Song?<br \/>\nReaching out.<br \/>\nSanfter Kate-Gesang folgt.<br \/>\nDoch dann Stimmungswechsel.<br \/>\nPl\u00f6tzlich bekommt das Lied einen musicalartigen, melodramatischen Touch. Herr B\u00f6ttcher muss sich instinktiv sch\u00fctteln. Herr B\u00f6ttcher hat Probleme mit Musicals. Die West-Side-Story ist fantastisch, aber sobald die Musik nur ansatzweise nach \u201cPhantom der Oper\u201c oder \u201eK\u00f6nig der L\u00f6wen\u201c klingt, wird Herr B\u00f6ttcher unruhig und muss sich sch\u00fctteln. Herr B\u00f6ttcher m\u00f6chte sich nicht sch\u00fctteln. Herr B\u00f6ttcher ist Kate-Bush-Fan. Nein, das kann sie doch nicht ernst meinen! Sie singt ja das Wort \u201eMama\u201c wie Heintje in seinem Lied \u201eMama\u201c. Herr B\u00f6ttcher m\u00f6chte sich nicht sch\u00fctteln. Herr B\u00f6ttcher ist Kate-Bush-Fan. Herr B\u00f6ttcher muss sich sch\u00fctteln.<br \/>\nSo geht das jedes Mal, wenn Herr B\u00f6ttcher \u201eThe Sensual World\u201c auf den Plattenteller legt. \u201eReaching out\u201c wird \u00fcbersprungen oder weggedr\u00fcckt, je nachdem, ob die Platte oder die CD geh\u00f6rt wird. Herr B\u00f6ttcher will nicht an Heintje denken, wenn er Kate Bush h\u00f6rt. So geht das Jahr ein, Jahr aus. \u201eReaching out\u201c wird gnadenlos weggedr\u00fcckt. Kein sch\u00f6ner Kate-Bush-Moment. Unertr\u00e4glicher Kate-Bush-Moment. So geht das Jahr ein, Jahr aus. \u201eReaching out\u201c, Herr B\u00f6ttcher muss sich sch\u00fctteln.<br \/>\nEines Tages ist Herr B\u00f6ttcher sehr m\u00fcde. Herr B\u00f6ttcher sitzt auf dem Sofa. Er schaut aus dem Fenster und blickt in die gr\u00fcnen Baumwipfel und hat das Gef\u00fchl, er lebe im Inneren eines Salatkopfes. Bevor sich Herr B\u00f6ttcher auf das Sofa setzt, hat er die Anlage angestellt.\u00a0 Im CD-Player \u201eThe Sensual World\u201c. Gleich werden die letzten Kl\u00e4nge von \u201eThe Fog\u201c verklungen sein. Herr B\u00f6ttcher hat schon die Fernbedienung wie Spock den Phaser in der Hand, um von \u201eThe Fog\u201c auf \u201eHeads we\u2019re dancing\u201c zu springen. Achtung! Nix passiert, au\u00dfer die ersten, sanften Pianokl\u00e4nge. Batterien in der Fernbedienung m\u00fcssen wohl leer sein. Herr B\u00f6ttcher versucht trotzdem nochmal von 3 auf 5 zu springen. Kate singt schon. W\u00e4re Herr B\u00f6ttcher nur nicht so m\u00fcde, dann w\u00e4re er l\u00e4ngst vom Sofa zur Anlage gesprungen. Aber Herr B\u00f6ttcher hat keine Zeit, sich \u00fcber sein Phlegma zu \u00e4rgern, denn \u201eReaching out\u201c hat ihn voll erwischt. Herr B\u00f6ttcher muss sich nicht mehr sch\u00fctteln. Herr B\u00f6ttcher hat keine Zeit, sich zu verabschieden. Was f\u00fcr ein wundervolles Lied. See how the heart reaches out instinctively, for no reason but to touch.<\/p>\n<h2>10. Juni: Herr B\u00f6ttcher liebt den Vergleich<\/h2>\n<p>Liebe Leser, m\u00fcsste ich die Musik von Kate Bush mit einem Tier vergleichen, dann w\u00e4re das Bild kein sehr einfallsreiches, aber dennoch ein sch\u00f6nes. Die Musik von Kate Bush ist f\u00fcr mich wie eine tintenschwarze Katze mit hellgr\u00fcnen Augen. Klug und anmutig, wild und z\u00fcgellos, lebensfroh und leichtf\u00fc\u00dfig. Unbeschreiblich sch\u00f6n.\u00a0 Je viens comme un chat par la nuit si noire. Tu attends, et je tombe dans tes ailes blanches, la-la-la\u2026<\/p>\n<h2>14. Juni: Herr B\u00f6ttcher vermisst eine Freundin<\/h2>\n<p>Ich vermisse sie, meine Freundin, die B-Seite.<br \/>\nEs ist von einer spannenden Zeit die Rede, in der man sich noch regelm\u00e4\u00dfig\u00a0 Singles \u2013 kleine, \u00fcberwiegend schwarze Schallplatten mit einer A-Seite und mit einer B-Seite \u2013 kaufen konnte.<br \/>\nIn der Regel wurde die Single wegen der A-Seite gekauft, die hatte man irgendwo, meist im Radio, geh\u00f6rt. Die A-Seite war wunderbar. Mit ihr war man auf der sicheren Seite, sie gefiel einem, sonst h\u00e4tte man die Single nicht gekauft, oder? Die A-Seite der Single wurde auf den Plattenteller gelegt und dann angeh\u00f6rt, vermutlich sogar gleich mehrere Male hintereinander.<br \/>\nUnd dann?<br \/>\nJa, dann wurde es Zeit f\u00fcr die B-Seite.<br \/>\nDie B-Seite\u2026 Was w\u00fcrde einen erwarten? Die unbekannte Sch\u00f6ne oder das nervt\u00f6tende Monster? Damals, als es Singles noch wie Sand am Meer gab \u2013 die Rede ist immer noch von den kleinen Schallplatten, die mit 45 Umdrehungen pro Minute abgespielt werden \u2013 da sorgte die B-Seite f\u00fcr den \u00dcberraschungseffekt. Nicht selten erschien der B-Seiten-Song meist nur dort auf der gegen\u00fcberliegenden Seite der Single und wurde auch nur dort ver\u00f6ffentlicht. F\u00fcr die Musikindustrie hatte sie nur den einen Zweck: Die B-Seite sollte neugierig machen und den Verkauf der Single weiter ankurbeln.<br \/>\nViele B-Seiten ereilte das Schicksal, dass sie nur einmal und nie wieder geh\u00f6rt wurden.<br \/>\nHerr B\u00f6ttcher vermutet, dass es den B-Seiten von Kate-Bush-Singles anders erging, die wurden bestimmt nicht nur einmal geh\u00f6rt. Es konnte sogar passieren, dass die B-Seite\u2026 Nehmen wir Babooshka. Babooshka ist ein wundervolles Lied. Es soll sogar Menschen geben, die Kate Bush auf drei Lieder reduzieren k\u00f6nnen: Wuthering Heights, Running up that Hill und Babooshka. Vermutlich sind es auch die Songs, die die Rundfunksender immer wieder von Kate Bush spielen. Spricht f\u00fcr die Kraff, die diesen Songs innewohnt. Ja, Babooshka ist ein wundervolles Lied, aber die Schwester von Babooshka hei\u00dft \u201cRan Tan Waltz\u201d und ist aus Herrn B\u00f6ttchers Sicht ein Song, der bis heute auf jedem der Kate-Bush-Alben h\u00e4tte ver\u00f6ffentlicht werden k\u00f6nnen, weil \u201cRan Tan Waltz\u201d ein Zeugnis ist f\u00fcr Kates zeitlosen Stil. Und weil das so ist, wird Herr B\u00f6ttcher jetzt mindestens eine Stunde lang \u201cRan Tan Waltz\u201d h\u00f6ren. Oh! Oh! Why did I ever go marry her? I was a child! I\u2019m holding the baby. She\u2019s ran-tanning constantly. She saw me coming for miles. She saw me open wide. Open wide.<\/p>\n<h2>17. Juni: Herr B\u00f6ttcher bewirbt sich als Haushaltshilfe<\/h2>\n<p>Tr\u00e4umen Sie auch manchmal von Kate Bush? Ich meine keine Tagtr\u00e4umereien wie: Ach, w\u00e4re das fantastisch, w\u00fcrde ich in einem vergessenen Tonstudio 200 unver\u00f6ffentlichte Songs von Kate Bush finden, die mindestens so gut sind wie \u201cNever be Mine\u201d oder \u201cGet out of my House\u201d\u2026\u00a0 Herr B\u00f6ttcher meint auch nicht solche Tagtr\u00e4ume wie: Was w\u00e4re, wenn ich f\u00fcr jedes Kate-Bush-Konzert im Sp\u00e4tsommer ein Ticket h\u00e4tte\u2026 Tr\u00e4umen Sie manchmal auch von Kate Bush?<br \/>\nHerr B\u00f6ttcher tr\u00e4umt, er sei Journalist f\u00fcr eine Musikzeitschrift. (Herr B\u00f6ttcher kann noch nicht einmal Noten lesen). Und weil das auch so einfach geht, zumindest im Traum, hat ihn diese Musikzeitschrift nach England geschickt und zwar zu \u2026 klar \u2026 Kate Bush.<br \/>\nHerr B\u00f6ttcher soll ein Exklusiv-Interview mit Kate f\u00fchren. Logisch. Von allen Musikjournalisten dieser Welt kommt nur Herr B\u00f6ttcher in Frage. Herr B\u00f6ttcher steht also vor Kate Haus, das im Traum eine zweist\u00f6ckige, viktorianische Villa ist. Seltsam findet Herr B\u00f6ttcher nur, dass irgendwer, wie mit einem riesigen Tortenmesser, das Haus einmal in der Mitte durchgeschnitten hat. Kates Haus ist also ein Puppenhaus in Normalgr\u00f6\u00dfe. Rechts und links R\u00e4ume und in der Mitte eine gigantische Wendeltreppe. Auch wenn die Villa durchgeschnitten wurde, hat der gro\u00dfe Schneidende die Villa in der Mitte so geschickt durchgeschnitten, dass das Mobiliar, die wertvollen, antiken, viktorianischen Schr\u00e4nke, Tische und Sitzgelegenheiten sowie die Wendeltreppe unversehrt geblieben sind. Herr B\u00f6ttcher im Traum erkennt sofort, in diesem Haus wird gelebt. Irgendwo ruft ein Junge, vermutlich Bertie, dass er sein Lieblings-T-Shirt nicht finden kann. Es macht den Bewohnern offensichtlich nichts aus, dass sie jederzeit beobachtet werden k\u00f6nnen. Dieses Traum-Haus entspricht also vollkommen der Lebensweise der realen Kate, die sich ja auch nie von der Au\u00dfenwelt abschottet.<br \/>\nAlle in dem Haus scheinen zu wissen, dass Herr B\u00f6ttcher ein Interview mit Kate Bush f\u00fchren will, deshalb wird er auch von niemandem weiter beachtet. Gelegentlich kommen Musiker vorbei. Sie tragen ihre Instrumente einmal quer durch einen der R\u00e4ume, um dann zu verschwinden. Manche gehen durch die T\u00fcren, manche springen einfach aus der durchtrennten Villa raus.<br \/>\nHerr B\u00f6ttcher wei\u00df instinktiv, dass er an der gro\u00dfen Wendeltreppe auf Kate Bush warten soll. W\u00e4hrend er sich mit klopfendem Herzen umschaut, in wenigen Minuten wird er sich mit Kate Bush unterhalten, sie wird von da an seine beste Freundin und ihm zuliebe k\u00fcnftig\u00a0 zwei CDs pro Jahr ver\u00f6ffentlichen. Herr B\u00f6ttcher rechnet schnell mal im Kopf. In zehn Jahren wird es 20 Kate-Bush-CDs mehr geben. Hurra! Und auf jeder wird stehen: \u201cFor my best friend Herr Boettcher. I met him at the moment when the muse did not want to kiss me, now he is my muse and my \u2026 cleaning-woman.\u201d Herr B\u00f6ttcher w\u00e4re gern \u2013 zumindest im Traum \u2013 Kate Bushs Haushaltshilfe. Dichter dran als der vertrauteste Hausangestellte geht es ja fast nicht mehr. Hausangestellter aus dem Grund, damit er Kate, die offensichtlich ja immer wieder von der vielen Hausarbeit vom Songschreiben abgehalten wird, entlasten kann. Herr B\u00f6ttcher wird au\u00dferdem mit Bertie die Schularbeiten machen, wieder gewonnene Zeit f\u00fcr die Songschreibende. W\u00e4hrend Herr B\u00f6ttcher sich so umschaut, entdeckt er Del Palmer. (Del Palmer is an English bass guitarist and sound engineer, best known for his work with Kate Bush, with whom he also had a long-term relationship between the late 1970s and early 1990s.) Del lungert auf einem Sessel rum. Sein linkes Bein l\u00e4sst er entspannt \u00fcber der Lehne schaukeln. Del Palmer sagt: \u201cSie kommt gleich!\u201d Dann beachtet Del Palmer Herrn B\u00f6ttcher nicht weiter. Herr B\u00f6ttcher dagegen wundert sich \u00fcber Herrn Palmers Kleidungsstil. Den hat der sich vermutlich von diesem Prince abgeschaut? Del Palmer tr\u00e4gt ein bunt besticktes Stirnband, eine pinkfarbene Weste aus Teddyfell, eine leopardierte Unterhose und gewaltige Fellstiefel, die bis zu den Knien gehen und mit denen man im Winter bestimmt ebenso schnell durch den Schnee kommt wie der Yeti. Auf der Brust an einer fetten Goldkette prangt\u00a0 ein schweres Amulett mit irgendeinem Symbol.<br \/>\nHerr B\u00f6ttcher bleibt keine Zeit mehr, hoch \u00fcber ihm knarzt die Wendeltreppe und da ist sie: Kate Bush. Sie schaut nach rechts und sie schaut nach links. Dann schaut sie nach unten. Zur Freude von Herrn B\u00f6ttcher sieht Kate haargenau so aus wie in dem Videoclip zu \u201cThe Sensual World\u201d. Niemals \u2013 auch wenn das vollkommen unwichtig ist \u2013 ist Kate aus Herrn B\u00f6ttchers Sicht h\u00fcbscher gewesen. Langsam, k\u00f6niglich schreitet das violette Burgfr\u00e4ulein namens Kate Bush die Wendeltreppe hinunter. Nur noch ein paar Sekunden und Kate Bush und Herr B\u00f6ttcher werden Freunde f\u00fcrs Leben. Im Traum tr\u00e4gt Herr B\u00f6ttcher \u00fcbrigens einen gr\u00fcn karierten Reporteranzug, dem von Jimmy Olsen in den Superman-Comics nicht un\u00e4hnlich. Herr B\u00f6ttcher hat schon Notizblock und Bleistift gez\u00fcckt.<br \/>\nEndlich ist Kate am Ende der Wendeltreppe angekommen. Endlich! Mit erhobenen Armen, wie in dem Sensual- Clip schreitet sie. Und sie schreitet an Herrn B\u00f6ttcher vorbei und l\u00e4sst dabei \u00e4u\u00dferst grazi\u00f6s ihre Burgfr\u00e4uleinkappe zu Boden gleiten. Sie geht geradewegs auf die n\u00e4chste Kommode zu, legt ihr Ohr an die Seitenwand der Kommode, h\u00e4lt f\u00fcr einen Moment inne und sagt: \u201cLausche der Musik des Holzes!\u201d Sie erhebt sich und geht zielgerichtet auf den n\u00e4chsten Schrank zu, legt wieder Ohr und Hand an die Schrankt\u00fcr, so als w\u00fcrde man von jemandem den Herzschlag h\u00f6ren wollen, dann fl\u00fcstert sie: \u201cLausche der Musik des Holzes!\u201d<br \/>\nTja und dann ist der Traum vorbei und mit ihm all die Hoffnungen, die sich der Herr B\u00f6ttcher zumindest im Traum gemacht hat. Als Herr B\u00f6ttcher erwacht und als erstes zu seinem Kleiderschrank rennt, um den gr\u00fcn karierten Anzug zu betrachten, muss er feststellen, dass es selbst den nicht gibt. Let me be weak, let me sleep and dream of sheep.<\/p>\n<h2>24. Juni: Herr B\u00f6ttcher ist reisefertig<\/h2>\n<p>Liebe Leserschaft. Ich schaue mir in diesem Blog das Z\u00e4hlwerk an, das kontinuierlich herunterz\u00e4hlt bis zum Ereignis der Ereignisse. Ich kann es noch gar nicht glauben. Fr\u00fcher war es das Gesetz der Wahrscheinlichkeit, was einem gnadenlos zu verstehen gab, eher wird es Bananen mit Himbeergeschmack geben, als dass Kate Bush noch jemals ein Konzert gibt\u2026<br \/>\nUnd jetzt schreibe ich in diesem Blog diese Kate-Bush-Einsprengsel und dieses Z\u00e4hlwerk z\u00e4hlt so schnell dem Ziel entgegen, dagegen ist die schnellste Maus von Mexiko eine lahme Ente.<br \/>\nDie Karten sind gekauft, der Flug und das Hotel sind gebucht, der Koffer ist gepackt (nach einer Woche packt Herr B\u00f6ttcher ihn immer wieder aus und treibt seinen Inhalt noch einmal durch die Waschmaschine), der Kater ist schon in der Tierpension, alle Kate-CDs wurden in den letzten Wochen rauf und runter geh\u00f6rt, den Freunden hat man schon Abschiedsmails geschrieben, es k\u00f6nnte ja sein, dass das was wird mit der Putzstelle bei Kate \u2026 Und das Z\u00e4hlwerk z\u00e4hlt runter und runter, dagegen ist Flash (oder der Rote Blitz, wie er hierzulande genannt wird) eine Schlafm\u00fctze.<br \/>\nEs kann einem auch schon ein wenig Angst machen, wenn W\u00fcnsche in Erf\u00fcllung gehen. Und jeder von uns macht wahrscheinlich die Erfahrung, w\u00e4hrend das Z\u00e4hlwerk gnadenlos herunterz\u00e4hlt, dass es ein relatives Ding ist mit dem Ph\u00e4nomen Zeit\u2026 Was? In zwei Monaten geht es los mit den Kate-Bush-Konzerten? Das sind ja noch nicht einmal mehr 12 Wochen, wenn Herr B\u00f6ttcher richtig gerechnet hat.\u00a0 Das geht ihm jetzt viel zu schnell. Das ist doch kein Warten auf Kate mehr, das ist eine Raserei zu Kate. Und das Schlimmste ist, die Karten haben sie dem Herrn B\u00f6ttcher immer noch nicht zugeschickt. Und das Zweitschlimmste wird sein, dass der Kater den Herrn B\u00f6ttcher nach drei Monaten Tierpension sicherlich nicht mehr wiedererkennt\u2026 Das hat man nun davon, wenn man gut vorbereitet sein will. Rub-a-dub-a-dub-a-dub. Rub-a-dub-a-dub. Rub-a-dub. One rubberband won\u2019t keep you up. Two rubberbands won\u2019t keep you up. Three rubberbands won\u2019t keep you up. Here I go.<br \/>\nYeah!<\/p>\n<h2>27. Juni: Herr B\u00f6ttcher schl\u00e4gt zwei Fliegen mit einer Klappe<\/h2>\n<p>Liebe Leser. Machen Sie sich auch Sorgen, weil Sie Ihre Kate-Bush-Konzertkarten noch nicht erhalten haben? Herr B\u00f6ttcher hat\u00a0 in London angerufen. Da hat man ihm gesagt, er solle sich keine\u00a0 Sorgen machen. Mrs. Bush verschickt die Karten pers\u00f6nlich, gr\u00fcndlich wie sie eben ist.<br \/>\n\u201cUnd so was dauert eben\u201d, meinte die freundliche Britin am Telefon. Sie f\u00fcgte dann noch hinzu: \u201cAber Sie wissen doch wie unsere Kate ist. Man muss zwar gelegentlich auf sie warten, aber daf\u00fcr ist sie zuverl\u00e4ssig wie keine zweite, don\u00b4t give up.\u201d<br \/>\nAber Herr B\u00f6ttcher macht sich nat\u00fcrlich jetzt erst recht Sorgen. Als Kate-Bush-Fan sorgt man sich sowieso immer irgendwie. Wenn jetzt Mrs. Bush die ganzen Tickets pers\u00f6nlich eint\u00fctet und wom\u00f6glich noch jeden Briefumschlag handschriftlich adressiert, ob sie dann \u00fcberhaupt noch Zeit hat, ordentlich f\u00fcr das Konzert zu proben? Nicht, dass sie wie Rod Stewart ein Double auf die B\u00fchne schickt, wom\u00f6glich noch Madonna mit ner langen, braunen Per\u00fccke. Herrn B\u00f6ttcher w\u00e4re es\u00a0 lieber, Madonna w\u00fcrde die Kate-Bush-Tickets verschicken und Kate k\u00f6nnte dann weiter f\u00fcr das Konzert \u00fcben. Da w\u00fcrde man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, Kate kann sich noch die eine oder andere \u00dcberraschung f\u00fcr das Konzert einfallen lassen und Madonna w\u00e4re besch\u00e4ftigt, so dass in naher Zukunft von ihr keine Musik, kein Film und auch keine Fotosessions mit Justin Bieber zu erwarten w\u00e4ren\u2026 Oh he love, he love, he love, he does love his numbers and they run, they run, they run him in a great big circle, in a circle of infinity 3.1415926535 897932 3846 264 338 3279<\/p>\n<h2>6. Juli: Herr B\u00f6ttcher lernt das ABC<\/h2>\n<p>Als das Internet noch nicht so ber\u00fchmt war, liebe Leser, ist der Herr B\u00f6ttcher als Kate-Bush-Fan relativ einsam gewesen. Mitmenschen dulden zwar diese Bush-Begeisterung, wissen aber nichts damit anzufangen.<br \/>\nMenschen, die sich \u00fcber das erlaubte Ma\u00df begeistern k\u00f6nnen, sind anderen oft suspekt: der Hausmann auf der Suche nach dem k\u00f6stlichsten K\u00e4sekuchen-Rezept, der Friseur aus Leidenschaft, der jeden Haarschnitt optimieren will \u2013 die einen begeistern sich f\u00fcr Wellensittiche, andere wieder bereisen jedes Land, dann gibt es die Minigolfer, wieder welche sammeln Lackbilder, Porzellanfiguren, Barbies, Teddyb\u00e4ren, Froschfiguren\u2026 Begeisterung kennt keine Grenzen, es sei denn man geh\u00f6rt zu denjenigen, die sich eben nicht daf\u00fcr begeistern, dann sind die Begeisterungsf\u00e4higen den anderen suspekt.<br \/>\nDas weltweite Netz jedoch erm\u00f6glichte Herrn B\u00f6ttcher nach langer Zeit des musikalischen Eigenbr\u00f6tlertums drei Kate-Bush-Kontakte zu pflegen. Und zwar mit A und B und C.\u00a0 Das B schmei\u00dft diesen Blog hier. Das C lebt in einem anderen Land. Das A ist wie Herr B\u00f6ttcher einfach nur ein Kate-Bush-Fan. Als Herr B\u00f6ttcher dem A simste, dass Kate in London Konzerte geben w\u00fcrde, da simste das A dem Herrn B\u00f6ttcher zur\u00fcck:<br \/>\n&#8211; Oh, da muss ich ja ganz allein hinfliegen. (Da haben wir es: Wir kommen immer wieder an den Punkt: Kate-Bush-Fans sind oft einsam Wartende.)<br \/>\nDa antwortete der Herr B\u00f6ttcher dem A, das er bis dahin nur aus dem Internet kennt:<br \/>\n&#8211; Dann lassen Sie uns doch gemeinsam fliegen, hochverehrtes A.<br \/>\nUnd so schlossen das A und der Herr B\u00f6ttcher einen Pakt: Ergattern Sie Kate-Tickets, dann nehmen Sie mich mit auf das Konzert, gelingt es mir, welche zu erstehen, dann nehme ich Sie mit auf das Konzert. Doppelter Boden nennt man so\u00a0 was. Und so kommt es, dass Herr B\u00f6ttcher und das A in zeitlich kurzem Abstand\u00a0 zweimal Kate Bush in concert erleben werden. Zwar kennt Herr B\u00f6ttcher das A nicht wirklich und das A kennt den Herrn B\u00f6ttcher ebenso wenig. Na und? \u00dcber Kate kann man schlie\u00dflich 24 Stunden am Tag reden und man hat viel nachzuholen. Heathcliff, it\u2019s me, Cathy, I\u2019ve come home, I\u2019m so cold, let me in-a-your window.<br \/>\nPS.: K\u00f6stliche und originelle K\u00e4sekuchen-Rezepte k\u00f6nnen \u00fcbrigens gern im Kommentar dieses Blogs hinterlassen werden.<\/p>\n<h2>10. Juli: Herr B\u00f6ttcher bekommt seinen Einsatz<\/h2>\n<p>Liebe Leserschaft, da schreibt der Herr B\u00f6ttcher und schreibt und schreibt und fragt sich doch so manches Mal, ob \u00fcberhaupt jemand diese Kolumne liest. Eine Leserin oder einen Leser zu haben, das w\u00e4re schon fantastisch. Wer kann von sich schon behaupten, er h\u00e4tte einen Leser? Zwei Leser w\u00e4ren wundervoll, mehr als zehn, das w\u00fcrde Herr B\u00f6ttcher gar nicht zu hoffen wagen. Aber, nun wird Herr B\u00f6ttcher Sie, lieber Leser, aus der Reserve locken. Herr B\u00f6ttcher hat etwas zu verschenken:<\/p>\n<p>Limited Edition 10&#8243; Picture Disc, Kate Bush, Running up that hill (A deal with god) 2012 Remix<\/p>\n<p>Schreiben Sie unter Ihrem Nickname hier im Kommentar bis zum 20. Juli einen Satz (aber wirklich nur einen), weshalb Sie Kate-Bush-Fan sind. Herr B\u00f6ttcher wird sich dann jeden Satz (wenn denn dann S\u00e4tze kommen sollten) gr\u00fcndlich durchlesen und den f\u00fcr ihn gelungensten pr\u00e4mieren. Die Verfasserin oder der Verfasser bekommt die oben erw\u00e4hnte Picture-Disk zugeschickt. Und wenn dann bei dem Gewinner oder der Gewinnerin die Freude gro\u00df ist, freut das auch den Herrn B\u00f6ttcher und nat\u00fcrlich auch: <div class=\"compact_audio_player_wrapper\"><div class=\"sc_player_container1\"><input type=\"button\" id=\"btnplay_6a15f224b7cc39.23538759\" class=\"myButton_play\" onClick=\"play_mp3('play','6a15f224b7cc39.23538759','http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/laa.mp3','80','true');show_hide('play','6a15f224b7cc39.23538759');\" \/><input type=\"button\"  id=\"btnstop_6a15f224b7cc39.23538759\" style=\"display:none\" class=\"myButton_stop\" onClick=\"play_mp3('stop','6a15f224b7cc39.23538759','','80','true');show_hide('stop','6a15f224b7cc39.23538759');\" \/><div id=\"sm2-container\"><!-- flash movie ends up here --><\/div><\/div><\/div><\/p>\n<p>LG, Herr B\u00f6ttcher<\/p>\n<h2>14. Juli: Herr B\u00f6ttcher entdeckt immer wieder Neues<\/h2>\n<p>Kennen Sie das auch, liebe Leserschaft? Sie h\u00f6ren einen Song von Kate, den Sie schon hunderte Male geh\u00f6rt haben, rauf und runter, immer wieder, weil sie ihn immer schon gut fanden \u2026 Und dann? Pl\u00f6tzlich halten Sie inne und denken sich bei:\u00a0 Alte Schei\u00dfe, was ist denn das f\u00fcr ein geniales Lied? So als w\u00fcrden Sie diesen Song zum allerersten Mal h\u00f6ren. Sicherlich, kann einem das auch mit anderen Songs von anderen K\u00fcnstlern so gehen, dennoch findet Herr B\u00f6ttcher, dass ihm dieses Ph\u00e4nomen viel \u00f6fter bei Liedern von Kate Bush passiert.<br \/>\nIm Grunde kann das einem mit fast jedem Kate-Song widerfahren. Der eine h\u00e4lt inne, weil ihn jetzt erst die enorme Kraft von \u201cLove and Anger\u201d \u00fcberkommt, die n\u00e4chste verstummt, weil sie jetzt erst die Liebe versteht, die in \u201cMother stands for comfort\u201d steckt, ein anderer wieder bemerkt jetzt erst in \u201cCloudbusting\u201d die Wortspielerei mit \u201eson\u201c und \u201esun\u201c (Am Rande: F\u00fcr Mrs. Bush ist es ja eigentlich schon fast ein prophetisches Lied, als offenkundig recht stolze Mutter eines Sohnes).<br \/>\nDass man Kates Musik immer wieder neu entdecken kann, k\u00f6nnte man einfach kurz fassen, indem man sagt: Sie ist eben genial. F\u00fcr Herrn B\u00f6ttcher ist die Musik der Bush zeitlos. \u201cRunning up that hill\u201d war nie ein 80iger-Jahre-Song. Erst k\u00fcrzlich hat Herr B\u00f6ttcher \u201cNever for Ever\u201d durchgeh\u00f6rt. Und er kam ganz von allein, der Ich-entdecke-Kate-Bush-neu-Moment. Der funktioniert n\u00e4mlich auch, wenn man sich einfach nur die Zeit nimmt, sich hinsetzt und eine Kate-Bush-CD\u00a0 von Anfang bis Ende durchh\u00f6rt. Einfach hinsetzen und zuh\u00f6ren. Nicht simsen, nicht essen, nicht stricken. Nur sitzen und h\u00f6ren, vielleicht sogar in der blauen Stunde, dann, wenn aus dem Tag die Nacht wird. Die meisten von uns haben bestimmt mehr als einmal am Tag das Gef\u00fchl, ihnen laufe die Zeit davon. Und jeder w\u00fcrde gern einmal innehalten. Als Kate-Bush-Fan muss man nicht lernen zu meditieren, um der schnelllebigen Zeit etwas entgegen zu halten. Man muss sich einfach nur hinsetzen, Kate einlegen und wei\u00df, es wird wieder viel zu entdecken geben. Nicht eine Minute wird verschenkt sein. Und so kommt es, wie es kommen muss und Herr B\u00f6ttcher kommt wieder einmal zu dem Ergebnis: Kate Bush ist Kate Bush ist Kate Bush.\u00a0 Some moments that I\u2019ve had, some moments of pleasure. I think about us lying,\u00a0 lying on a beach somewhere. I think about us diving, diving off a rock, into another moment.<\/p>\n<h2>21. Juli: Herr B\u00f6ttcher l\u00e4dt zum Kaffeeklatsch<\/h2>\n<p>Liebe Leser, \u2026 puh \u2026 da hat sich der Herr B\u00f6ttcher aber etwas eingebrockt. Schreibt hier einen Wettbewerb aus und muss sich nun auch noch entscheiden. Die Schwei\u00dfperlen stehen ihm auf der Stirn bei dem Gedanken, dass es auch 100 S\u00e4tze zum Thema \u201eWeshalb bin ich Kate-Bush-Fan?\u201c h\u00e4tte geben k\u00f6nnen. Gl\u00fcck gehabt, Herr B\u00f6ttcher. Denn was muss der Herr B\u00f6ttcher ebenfalls feststellen? Wer die Wahl hat, hat auch die Qual. Doch da muss Herr B\u00f6ttcher nun durch.<br \/>\nNeun wackere Kate-Bush-Fans haben sich auf den Weg gemacht, um die Begeisterung f\u00fcr Kate zu erkl\u00e4ren.<br \/>\nWas soll Herr B\u00f6ttcher Ihnen sagen, liebe Leserinnen und liebe Leser? Die Begr\u00fcndungen haben alle etwas. Jedoch \u2026 es kann nur eine oder einen geben.<\/p>\n<p>Liebe\/r <strong>nettergehtnicht<\/strong>, Ihr Nickname ist Programm, denn es ist sehr nett von Ihnen, dass Sie den Anfang hier bei dem Wettbewerb gemacht haben. Ihren Satz k\u00f6nnte Herr B\u00f6ttcher unterschreiben, denn Kate trifft mich auch immer wieder ins Herz.<br \/>\nLieber <strong>plattenlauscher<\/strong>, lauschen Sie immer noch der alten Schallplatte? Sie sind also jemand, der sich f\u00fcr Musik noch die Zeit nimmt. Auch Ihren Satz k\u00f6nnte Herr B\u00f6ttcher bedingungslos unterschreiben, denn er ist sehr umfassend, im Hinblick auf Kate Bush.<br \/>\nLieber <strong>Raphael<\/strong>, was soll ich sagen? Zeitreise in die Vergangenheit durch Kate. Was gibt es Sch\u00f6neres, als an Kate zu denken, wenn man sich zur\u00fcckerinnert? Musik schafft Erinnerungen, dazu g\u00e4be es noch viel zu schreiben.<br \/>\nLieber <strong>Micha<\/strong>, und was bitte soll ich dazu sagen? Ich habe sehr geschmunzelt. Sie geben also dem Herrn B\u00f6ttcher Recht. Ihr Beitrag hat bewirkt, dass Herr B\u00f6ttcher sich hier rundum verstanden f\u00fchlt.<br \/>\nLieber <strong>Achim<\/strong> (aHAJ), auch Ihren Satz k\u00f6nnte Herr B\u00f6ttcher unterschreiben. Was w\u00e4re wenn man auf einer einsamen Insel nur Musik von einem Musiker mitnehmen d\u00fcrfte? Klar, es w\u00e4re Kate\u2026<br \/>\nLieber <strong>Houdini<\/strong>, Kate mit ihren eigenen Worten antworten zu lassen, hat auch etwas. Die Anleitung zum H\u00f6ren, zum Verstehen ihrer Musik kommt quasi von Kate selbst, wir sollen sie nur f\u00fchlen, die Musik. Sehr sch\u00f6n.<br \/>\nLiebe\/r <strong>Pummel<\/strong>, eine Wahrheit, die vermutlich auf alle Leser dieses Blogs zutrifft. Auf Herrn B\u00f6ttcher ganz bestimmt.<br \/>\nLiebe <strong>Fafou<\/strong>, Herr B\u00f6ttcher findet auch, man kann nicht oft genug betonen, was f\u00fcr ein musikalisches Talent Kate Bush ist. Immer wieder unfassbar, meint auch Herr B\u00f6ttcher.<br \/>\nLieber <strong>hephaistos<\/strong>, auch eines meiner Themen im Hinblick auf Kate, ihre Zeitlosigkeit. Immer wieder l\u00e4sst das den Herrn B\u00f6ttcher staunen. Ich frage mich oft, ist Kate wirklich so zeitlos oder ist sie nur f\u00fcr mich als Fan zeitlos?<br \/>\nLiebe Damen und liebe Herren dieses Blogs, Herr B\u00f6ttcher m\u00f6chte sich bei Ihnen allen bedanken. W\u00fcrde man die neun S\u00e4tze zu einem kleinen Aufsatz zusammenfassen, k\u00e4men wir dem Ph\u00e4nomen Kate Bush ein ganzes St\u00fcck n\u00e4her. Ihre Aussagen zeigen, weshalb es sich immer wieder lohnt, Kate-Bush-Fan zu sein.<br \/>\nEin bisschen ist es so, als h\u00e4tten wir alle beisammen gesessen, uns \u00fcber Kate unterhalten, bei Kaffee und Tee und nat\u00fcrlich mit dem K\u00e4sekuchen von <strong>Sandra<\/strong> (vielen Dank f\u00fcr das Rezept).<br \/>\nUnd morgen erst, wird der f\u00fcr Herrn B\u00f6ttcher beste Satz von den Neunen bekannt gegeben. Doch heute sitzen wir \u2013 wenn auch nur virtuell \u2013 eintr\u00e4chtig an der Kaffeetafel, freuen uns des Lebens und erfreuen uns an Kate Bush. Take away the love and the anger, and a little piece of hope holding us together. Looking for a moment that\u2019ll never happen, living in the gap between past and future. Take away the stone and the timber, and a little piece of rope won\u2019t hold it together.<\/p>\n<h2>22. Juli: Herr B\u00f6ttcher gratuliert<\/h2>\n<p>An the winner is:<br \/>\n<em>Ihre Musik ist kompromisslose Leidenschaft und trifft mitten ins Herz.<\/em><br \/>\nHerzlichen Gl\u00fcckwunsch, liebe\/r nettergehtnicht.<br \/>\nWe take all the telescopes and we turn them inside out and we point them away from the big sky.<br \/>\nPut your eye right up to the glass, now and here we\u2019ll find the constellation of the heart.<\/p>\n<h2>28. Juli: Herr B\u00f6ttcher konzentriert sich auf den Weltfrieden<\/h2>\n<p>Um sich Inspiration f\u00fcr diese Kolumne zu holen, lieber Leser, hat der Herr B\u00f6ttcher sich ganz unverbindlich im weltweiten Netz umgeschaut. Was musste er zu seinem Entsetzen feststellen:\u00a0 Es ist absolut nicht selbstverst\u00e4ndlich, Kate Bush zu \u2026 \u2013 bitte nehmen Sie es mir nicht \u00fcbel oder deuten Sie es nicht als Arroganz meinerseits \u2013 ich wollte erst \u201cm\u00f6gen\u201d schreiben.<br \/>\nAlso schreibt Herr B\u00f6ttcher: Es ist absolut nicht selbstverst\u00e4ndlich, Kate Bush zu m\u00f6gen.<br \/>\nDoch das ist es nicht, was Herr B\u00f6ttcher sagen wollte. Eigentlich wollte Herr B\u00f6ttcher schreiben:<br \/>\nEs ist absolut nicht selbstverst\u00e4ndlich, Kate Bush zu verstehen.<br \/>\n\u201cWas erdreisten Sie sich, Herr B\u00f6ttcher?\u201d, ruft da \u2013 kaum ist es \u201causgesprochen\u201d \u2013 die innere Stimme in Herrn B\u00f6ttcher. \u201cSie und Kate Bush verstehen? Verstehen? Mit ihren d\u00fcrftigen, oft intuitiven Englischkenntnissen? Sie k\u00f6nnen ja noch nicht einmal Noten lesen. Kate Bush verstehen?\u201d<br \/>\nDie innere Stimme runzelt die Stirn und spricht im sp\u00f6ttischen Ton weiter: \u201cMal ehrlich, Herr B\u00f6ttcher, wann haben Sie sich das letzte Mal so richtig verstanden gef\u00fchlt? Und da meinen Sie, Sie k\u00f6nnten Kate Bush verstehen? Nicht nur, dass Sie es wagen diesen Gedanken in sich aufkeimen zu lassen, Sie besitzen auch noch die Dreistigkeit, ihn in ihrer Kolumne im Kate-Bush-Blog laut \u201causzusprechen\u201d.<br \/>\n\u201cBin ich unversch\u00e4mt?\u201d fragt der v\u00f6llig verunsicherte Herr B\u00f6ttcher seine innere Stimme.<br \/>\n\u201cAbsolut!\u201d lautet die gnadenlose Antwort.<br \/>\n\u201cAber was soll ich denn mit solchen \u00c4u\u00dferungen wie <em>Ich kenne bisher nur die Singleauskopplung aus dem Radio, ganz nett, aber haben muss ich KB nicht mehr<\/em> oder <em>Kate Bush stand mal f\u00fcr die Speerspitze bestimmter musikalischer Ideen, davon merkt man heute leider nichts mehr<\/em> oder <em>Ganz objektiv: wer die Texte von Kate Bush lobt, versteht entweder kein Englisch oder hat die \u201crosa\u201d Brille auf. Textlich gesehen wei\u00df ich wirklich nicht, was daran besonderes sein soll, die \u201cPI\u201d-Zahlen minutenlang aufzuz\u00e4hlen oder 50 mal hintereinander \u201cWashing machine\u201d zu singen. Hierf\u00fcr ganz klar eine NULL <\/em>anfangen?\u201d Herr B\u00f6ttcher seufzt schwer.<br \/>\n\u201cEs gibt eben nicht nur Ihre Wahrheit, Herr B\u00f6ttcher\u201d, schulmeistert die innere Stimme und ist nicht zu bremsen: \u201cEs gibt die ganze Wahrheit, reine Wahrheit, halbe Wahrheit, absolute Wahrheit,\u2026 meine Damen und Herren\u2026suchen Sie sich eine aus!\u201d<br \/>\n\u201cAdenauer!\u201d sagt Herr B\u00f6ttcher.<br \/>\n\u201cRichtig!\u201d sagt die innere Stimme.<br \/>\n\u201cJa, ja\u201d, sagt Herr B\u00f6ttcher und tippt missmutig auf seine Tastatur ein, aber eigentlich w\u00fcrde\u00a0 er\u00a0 am liebsten wie Pippi Langstrumpf in den n\u00e4chsten Hei\u00dfluftballon steigen und laut vom Himmelszelt posaunen: \u201cAber wie soll es denn jemals Weltfrieden geben, wenn die Leute noch nicht einmal so was einfaches wie Musik von Kate Bush verstehen!!!???\u201d<br \/>\nAber Herr B\u00f6ttcher schweigt, weil er keine Lust mehr hat, sich von seiner inneren Stimme ma\u00dfregeln zu lassen. Hello, I know that you\u2019ve been feeling tired. I bring you love and deeper understanding. Hello, I know that you\u2019re unhappy. I bring you love and deeper understanding. I turn to my computer like a friend. I need deeper understanding. Give me deeper understanding.<\/p>\n<h2>31. Juli: Herr B\u00f6ttcher steht im Nebel<\/h2>\n<p>Liebe Leserschaft, geht es Ihnen auch so? Sie schauen hier auf dieses Z\u00e4hlwerk, das runterz\u00e4hlt und runterz\u00e4hlt. Und Sie denken sich: \u201cWas????!!!!\u00a0 Nur noch so wenige Tage????\u00a0 Und dann soll es soweit sein mit den Konzerten????\u00a0 Bin ich denn mental darauf \u00fcberhaupt schon vorbereitet? Jetzt schon gleich das Kate-Bush-Konzert? Was ist denn auf einmal mit der Zeit los? Wie kurz sind denn 35 Jahre?\u201d Time goes by so slowly. Time goes by so slowly. Time goes by so slowly. Time goes by so slowly. Time goes by so slowly. Time goes by so slowly. Ach nein, das ist ja die andere. So konfus ist Herr B\u00f6ttcher schon, dass er hier die andere zitiert. Nicht, dass ich damit sagen will, dass Madonna im Spiegel zu Kate Bush die andere ist. Naja, gleich alt sind sie ja. Glaube nur einen Tag im Geburtsdatum auseinander. Es geht das Ger\u00fccht, dass Madonna an einer neuen Scheibe rumrackert und dass sie, wie es ihre Art ist, Handlanger engagiert hat, die den M\u00fcll hinter Kate Bushs Tonstudio durchw\u00fchlen \u2013 nach geschredderten Notenbl\u00e4ttern vermutlich. Madonna soll angeblich wahnsinnig unter Druck stehen. Wei\u00df denn Kate nicht, dass man Geschreddertes niemals in die M\u00fclltonne wirft oder gar im Klo runtersp\u00fclt? Hat Kate Bush denn nie den Batman-Film gesehen, in dem Dany DeVito den Pinguin spielt, der die B\u00fcrger Gotham Citys dadurch in der Hand hat, weil er all ihr Geschreddertes wieder mit nem Klebestift zusammensetzt? Und reicht es nicht, dass Madonna seinerzeit die Noten zu \u201cRay of Light\u201d aus Kates Abfalltonne ergattern konnte?\u00a0 Aber wir wissen ja, wie die Leute so sind, tun sich schwer, wenn andere erfolgreich sind. Auf jeden Fall z\u00e4hlt das Z\u00e4hlwerk hier schneller als Herr B\u00f6ttcher schreiben kann. Als Fan brauche ich mindestens so viel Zelt, mich mental auf dieses Konzert vorzubereiten wie Kate Bush f\u00fcr ihre gesamten Konzert-Vorbereitungen ben\u00f6tigt. Jeden Tag wird es irgendwie nebliger im Kopf von Herrn B\u00f6ttcher. Vielleicht sollte ich mich ablenken, denkt Herr B\u00f6ttcher. Ich k\u00f6nnte ja im Gegenzug den M\u00fcll von Madonna durchw\u00fchlen und ihr Geschreddertes Helene Fischer zukommen lassen. Just like a photograph, I pick you up. Just like a station on the radio, I pick you up. Just like a face in the crowd, I pick you up. Just like a feeling that you\u2019re sending out, I pick it up. But I can\u2019t let you go. If I let you go, you slip into the fog\u2026<\/p>\n<h2>10. August: Herr B\u00f6ttcher und das innere Auge<\/h2>\n<p>Ich kenne nix, liebe Leser, was mehr hilft, sich an Vergangenes zu erinnern wie Musik. Ganz bestimmt erz\u00e4hle ich Ihnen da nichts Neues. Ganz unerwartet passiert es meist, dass man einen Song aus vergangenen Tagen h\u00f6rt und pl\u00f6tzlich ist man \u2013 vielleicht nur f\u00fcr Sekunden \u2013 wieder dort, wo man ihn zum ersten Mal geh\u00f6rt oder mit ihm etwas Besonderes erlebt hat. Obwohl man Jahre lang nicht daran gedacht hat, erscheint pl\u00f6tzlich alles wieder vor dem inneren Auge: die Stimmung des Lichts, der Geruch in der Luft und sogar das Muster des Hemdes, was man zu jenem Zeitpunkt getragen hat.<\/p>\n<p>Wir schreiben das Jahr 1980.<br \/>\nSch\u00fcler Herr B\u00f6ttcher, anfangs ein Mustersch\u00fcler, wie er im Buche steht \u2013 immerhin sechs Jahre lang \u2013 ist zum Leidwesen seiner Eltern, zumindest, was die Einrichtung Schule betraf, zum L\u00fcmmel auf der letzen Bank mutiert. Die Eltern konnten ja nicht ahnen, dass Sch\u00fcler Herr B\u00f6ttcher beschlossen hatte, sich eine gute Zeit zu machen und erst wieder zum Abitur zu lernen. Auch als Sch\u00fcler Herr B\u00f6ttcher die 8. Klasse wiederholen musste, wich er nicht von seinem Vorhaben ab, erst wieder ein paar Jahre sp\u00e4ter mit dem Lernen anzufangen. Besch\u00e4mt kam die arme Mutter jedes Mal vom Elternsprechtag nach Hause.<br \/>\nWichtig waren jetzt erst andere Dinge. Zum Beispiel mit einem durchgezackten Laken um den Hals, sich als Batman durch Heimat-Citys Tiefgaragen zu k\u00e4mpfen. Oder von der Gemeinschaftsdachterrasse des 60-Mietparteinenkomplexes auf die anderen D\u00e4cher zu klettern. Schwimm- und Hallenbad waren wichtiger, Mittagsschlaf nach der Schule am allerwichtigsten, Freunde nach dem Mittagsschlaf treffen, und neue Freunde kennenlernen, Hund einer befreundeten Familie stundenlang spazieren f\u00fchren, zur Gro\u00dfmutter mit dem Rad fahren, um dort die Comics zu lesen, die einem die Eltern verboten hatten, weil man angeblich nachts davon so schlecht tr\u00e4umte, und die die Gro\u00dfmutter als geheime Verb\u00fcndete nun f\u00fcr den Enkel Herr B\u00f6ttcher kaufte, mit\u00a0 der Freundin M.M. Risiko und Monopoly spielen und Galopper (ein Brettspiel, was die beiden selbst erfunden hatten), \u201cDas Leben des Brain\u201d im Kino, \u201cDie Blechtrommel\u201d und \u201cKramer gegen Kramer\u201d, \u201cDen Herrn der Ringe\u201d lesen und \u201cDie drei Fragezeichen\u201d und alles von Herrmann Hesse, das bescheidene und doch so aufregende Nachtleben entdecken, sich hier und da ungl\u00fccklich verlieben \u2026 und trotzdem war das Leben ein einziger, lachender Sommertag und die Schule eine nicht enden wollende, gro\u00dfe Pause. Unbestritten hatte auch Sch\u00fcler Herr B\u00f6ttcher viele Sorgen und N\u00f6te, wie das eben so ist in der Endphase der Kindheit und der Hochphase der Pubert\u00e4t, ganz besonders in einer sehr beengenden Kleinstadt wie Heimat-City. Aber es hilft schon, wenn man sich durchs Leben lacht, heute wie damals und besonders in der Pubert\u00e4t. Und es hilft auch, heute wie damals, immer mal wieder Pippi Langstrumpf von Astrid Lindgren zu lesen:<br \/>\n\u201cAber nein\u201d, sagte die Lehrerin, \u201c8 und 4 ist 12.\u201d<br \/>\n\u201cNein, meine kleine Alte, das geht zu weit\u201d, sagte Pippi. \u201cEben erst hast du gesagt, dass 7 und 5 = 12 ist. Ordnung muss sein, selbst in einer Schule. \u00dcbrigens, wenn du so eine kindische Freude an solchen Dummheiten hast, warum setzt du dich nicht allein in eine Ecke und rechnest und l\u00e4sst uns in Ruhe, dass wir Haschen spielen k\u00f6nnen?\u201d<br \/>\nAus irgendeiner Ecke drohte immer eine 5 auf dem Zeugnis zu landen: aus der mathematischen oder der physikalischen und nicht selten aus der englischen\u2026 Nichts half, Sch\u00fcler Herrn B\u00f6ttcher umzustimmen. Nicht die Aussicht, wenn das n\u00e4chste Zeugnis stimmen w\u00fcrde, einen Hund zu bekommen und auch nicht die harte Ma\u00dfnahme das Konfirmationsgeld nun f\u00fcr Nachhilfestunden verwenden zu m\u00fcssen. Auch die Nachhilfe brachte nicht wirklich das gew\u00fcnschte Ergebnis, weil Sch\u00fcler Herr B\u00f6ttcher seinen zwei Jahre \u00e4lteren Nachhilfelehrer davon \u00fcberzeugen konnte, dass andere Dinge viel mehr Vergn\u00fcgen bereiteten, wie zum Beispiel: Wer kann am schnellsten einen Bleistift runterspitzen bis er vollkommen futsch ist. Und mal ehrlich: Wer l\u00e4sst sich nicht gern das Anspitzen von Bleistiften oder das Erz\u00e4hlen von Witzen bezahlen?<br \/>\nUnd so kam es, wie es kommen musste: Sch\u00fcler Herr B\u00f6ttcher wurde im Sommer 1980 f\u00fcr f\u00fcnf Wochen nach Torquay (eine Stadt an der S\u00fcdk\u00fcste von England) zum Englischlernen geschickt. Sicherlich eine verzweifelte Ma\u00dfnahme der Eltern, denn so eine Reise hatte mit Sicherheit ein gr\u00f6\u00dferes Loch in die Haushaltskasse gerissen. Sch\u00fcler Herr B\u00f6ttcher w\u00fcrde also bei einer Gastfamilie wohnen, vormittags mit anderen deutschen Pubertierenden (ca. 25 an der Zahl, die ebenfalls zum Englischlernen verschickt worden waren) im Unterricht sitzen und nachmittags unter Aufsicht der beiden deutschsprachigen Englischlehrer in Gruppen die Freizeit gestalten.<\/p>\n<p>Am 27. Juni 1980 ver\u00f6ffentlichte Kate Bush die Single \u201cBabooshka\u201d zirka zwei Wochen sp\u00e4ter traf Sch\u00fcler Herr B\u00f6ttcher in England ein.<br \/>\nAn Babooshka ging kein Weg vorbei. \u00dcbrigens kannte Sch\u00fcler Herr B\u00f6ttcher Musikerin Kate Bush schon. Sein damals bester Freund besa\u00df \u201cThe Kick Inside\u201d und \u201cLionheart\u201d und h\u00f6rte diese rauf und runter. Herr B\u00f6ttcher konnte nicht sagen, dass ihm die Musik von Kate Bush nicht gefiel, aber gepackt hatte sie ihn zu jenem Zeitpunkt noch nicht. Doch Babooshka kam \u00fcber Sch\u00fcler Herrn B\u00f6ttcher wie Kekse \u00fcber das Kr\u00fcmelmonster. Er kaufte sich die Single und dann auch die beiden ersten Longplays \u2013 \u201cNever for Ever\u201d kam erst im September heraus \u2013 und gelegentlich durfte er sich die Platten auf der Anlage der Gastfamilie anh\u00f6ren.<br \/>\nFreizeitgestaltung der englischlernenden Pubertierenden.<br \/>\nSaturday Night.<br \/>\nDie Jugendlichen wurden mit dem Bus aufs Land oder an den Stadtrand gefahren. In einer Scheune sollten sie bei farbenfrohen Fruchtgetr\u00e4nken und unterhaltsamer Musik auf andere Jugendliche treffen. Mit anderen Worten: Disko in der Scheune. Schummriges, goldbraunes Licht, der Geruch von Heu und Holz und Sch\u00fcler Herr B\u00f6ttcher bekleidet mit einer dunkelbraunen Cordhose und einem l\u00e4ngsgestreiftem Hemd in Braun- und Gr\u00fcnt\u00f6nen. Ein Tanzwettbewerb wurde ausgerufen. Die Jugendlichen sollten frei Schnauze oder besser frei Bein nach der Musik tanzen. Es wurden drei Preise versprochen. Und da Sch\u00fcler Herr B\u00f6ttcher schon immer gern nach Pop- und Diskomusik tanzte, befand er sich ohnehin auf der Tanzfl\u00e4che. Ja \u2013 und da kamen sie \u2026 die ersten Takte von Babooshka \u2026\u00a0 Bis zu diesem Moment hat Sch\u00fcler Herr B\u00f6ttcher selbst gar nicht gewusst, dass es so etwas gibt wie \u2026 Ausdruckstanz\u2026 Und vermutlich auch nicht, was man alles beim Ausdruckstanzen so anstellen kann mit den Armen und den Beinen und dem Kopf \u2026 Und wie ruckartig und auch geschmeidig sich der K\u00f6rper bewegen konnte. Leider wei\u00df Herr B\u00f6ttcher nicht mehr, wo der erste Preis \u2013 ein Schl\u00fcsselanh\u00e4nger \u2013 abgeblieben ist. Damals war er jedenfalls auf der R\u00fcckreise von Torquay nach Heimat-City zusammen im Koffer mit den Kate-Bush-Schallplatten. Seitdem ist Herr B\u00f6ttcher auch niemals wieder in England gewesen, aber gegen den Lockruf von Kate Bush ist selbst der manchmal recht eigenwillige Herr B\u00f6ttcher machtlos. All we\u2019re ever looking for is another open door. All we ever look for\u2013another womb. All we ever look for\u2013our own tomb. All we ever look for\u2013ooh, la lune. All we ever look for\u2013a little bit of you, too. All we ever look for, but we never do score.<\/p>\n<h2>13. August: Herr B\u00f6ttcher und der Pustekuchen<\/h2>\n<p>Von hier und da hat Herr B\u00f6ttcher es schon erfahren. Die Kate-Karten werden verschickt. Inneres Aufatmen, auch wenn bei ihm die Karten noch nicht eingetrudelt sind. Gang zum Briefkasten. Da ist er, der gro\u00dfe Umschlag aus UK. Leicht angeknabbert. Herr B\u00f6ttcher tr\u00e4gt ihn ehrf\u00fcrchtig nach oben und \u00f6ffnet ihn ebenso vorsichtig. Ein weiterer Umschlag, der wird ebenfalls besonders vorsichtig ge\u00f6ffnet. Mit einem scharfen Messer, nicht wie sonst einfach mit dem Zeigefinger. Und dann h\u00e4lt Herr B\u00f6ttcher sie in den H\u00e4nden, die Tickets f\u00fcr das Kate-Bush-Konzert\u2026 Nun hat Herr B\u00f6ttcher \u00fcber Wochen hier immer wieder etwas geschrieben, \u00fcber das Warten und \u00fcber das, was das Warten aus Herrn B\u00f6ttcher macht\u2026 Und pl\u00f6tzlich r\u00fcckt alles in beinahe \u201cbedrohliche\u201d N\u00e4he. Er muss doch nicht zum Vorstellunggespr\u00e4ch. Und eigentlich hat Herr B\u00f6ttcher gedacht, durch das viele Schreiben \u00fcber Kate, w\u00fcrde er ein wenig gelassener werden. Pustekuchen. Da ist sie wieder, diese G\u00e4nsehaut im Nacken \u2013 verbunden mit einem trance\u00e4hnlichen Augenblick. Das Kate-Bush-Adrenalin hat wieder voll zugeschlagen. You want alchemy. They turn the roses into gold. They turn the lilac into honey. They\u2019re making love for the peaches.<\/p>\n<h2>16. August: Herr B\u00f6ttcher tr\u00e4umt in Graublau<\/h2>\n<p>Tr\u00e4umen Sie, liebe Leser, auch manchmal von Kate Bush? Ich meine keine Tagtr\u00e4umereien wie: Ach, w\u00e4re das ph\u00e4nomenal, w\u00fcrde ich in einem vergessenen Tonstudio 199 unver\u00f6ffentlichte Songs von Kate finden, von der Qualit\u00e4t wie \u201cSunset\u201d oder \u201cMisty\u201d\u2026\u00a0 Solche Tagtr\u00e4ume meint Herr B\u00f6ttcher nicht. Hier ein weiterer seiner Kate-Bush-Tr\u00e4ume f\u00fcr Sie, liebe Leser. Eben noch getr\u00e4umt, jetzt schon aufgeschrieben.<br \/>\nHerr B\u00f6ttcher geht (seltsamerweise) mit seinem Onkel zum Kate-Bush-Konzert. Das Konzert wurde verlegt von Hammersmith ins Auditorium Maximum der Universit\u00e4t von Heimat-City. Der Veranstaltungssaal ist riesig. Herr und Onkel sitzen erh\u00f6ht in der allerletzten Reihe und betrachten die schlichte B\u00fchne in weiter, unendlicher Ferne. Jeder Sitzplatz ist aus Beton gegossenen. Der Onkel f\u00e4ngt an \u00fcber die Sitzreihen zu klettern. Von Reihe 100 in Reihe 95 von dort in Reihe 70 usw. Jedes Mal, wenn er wieder einen Platz eingenommen hat, winkt er Herrn B\u00f6ttcher zu, der prompt seinem Beispiel folgt. Anscheinend freie Platzwahl, denn niemand beschwert sich. Langsam f\u00fcllt sich der Saal und Herr und Onkel B\u00f6ttcher haben es geschafft, sie sitzen rechts au\u00dfen in der ersten Reihe. Muss man sich nur fragen, wozu das Ganze? Warum haben die beiden sich nicht gleich in die erste Reihe gesetzt? Will das Unterbewusstsein Herrn B\u00f6ttcher sagen,dass der Weg zu Kate eine steiniger bzw. ein betoniger ist? Oder will der Traum ihm vermitteln, dass er mit seinem Onkel etwas ganz Besonderes teilen soll? Oder soll der Traum den Herrn B\u00f6ttcher zum Sporten animieren? Wer kann das schon sagen. Kate-Tr\u00e4ume sind oft so unergr\u00fcndlich wie ihre Musik. Auf jeden Fall ist der Traum farblich in Graublau gehalten und erinnert daher an Kates Clip zu \u201cRunning <a href=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/anzug350.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2323\" src=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/anzug350.jpg\" alt=\"anzug350\" width=\"350\" height=\"497\" srcset=\"https:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/anzug350.jpg 350w, https:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/anzug350-211x300.jpg 211w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>up that Hill\u201d. Da sitzen sie nun der Herr B\u00f6ttcher und der Onkel vom Herrn B\u00f6ttcher und warten. Perfekt w\u00e4re der Traum gewesen, w\u00fcrde jetzt nochmal Madonna \u00fcber die B\u00fchne eilen und feucht aufwischen. Passiert aber leider nicht. Dann geht das Konzert los. Kate betritt die B\u00fchne. Sie tr\u00e4gt einen braunen Anzug mit Streifenkrawatte. Sie tr\u00e4gt eine Per\u00fccke. Glatter Kopf und drumherum viele Locken, bis zu den Schultern. Sieht ein wenig wie eine Schaufensterpuppe aus den 60igern aus. Und dann kommt noch eine Kate und noch eine und noch eine\u2026 Jede Kate ein Original. Alle gleich angezogen. Alle mit einem Mikro in der Hand. Kate Bush hat sich klonen lassen. Nachdem mindestens so viele Kates auf der B\u00fchne stehen, wie Kate Bush Songs komponiert hat, wacht Herr B\u00f6ttcher auf\u2026 Aber\u00a0 jeder Kate-Bush-Traum ist das Tr\u00e4umen wert. Stop your lying and sleeping in bed! Get up! C\u2019mon! Your ma needs a shower! Little light. Can you not see that little light up there? Where? There? Where? Over here\u2026 You still in bed? Wake up you sleepy head\u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>20. August: Herr B\u00f6ttcher wird ganz schweigsam<\/h2>\n<p>Im Vorfeld hat Kate Bush ihre Fans gebeten, auf ihren Konzerten keine Fotos zu machen. \u201cSie h\u00e4tte f\u00fcr ihre Konzerte extra eine intime Atmosph\u00e4re gew\u00e4hlt, w\u00fcrde wohl auch gern mit dem Publikum pers\u00f6nlich Kontakt aufnehmen wollen und h\u00e4tte keine Lust in ein Meer von Smartphones zu schauen \u2026\u201d Bleibt zu hoffen, dass die Fans ihr diesen Wunsch erf\u00fcllen.<br \/>\nHerr B\u00f6ttcher wird auf jeden Fall versuchen, das Konzert aufzusaugen und zu verinnerlichen wie eine wohltuende hei\u00dfe Milch mit Honig. Ob es ihm gelingen wird, wer kann das schon sagen? Wie bei den meisten Fans ist auch bei ihm der Druck unertr\u00e4glich geworden, nun will er sie auch erleben, die Kate in Concert. Und er will sie wirklich erleben, will nicht gespoilt werden, will nicht im Vorfeld wissen, welche Song sie spielen wird und was sie sich hat einfallen lassen, um uns zu unterhalten und zu \u00fcberraschen. Und weil es dem Herrn B\u00f6ttcher so wichtig ist, von Kate \u00fcberrascht zu werden, wird er sich mit diesem letzten Beitrag hier von \u201cmorningfog.de\u201d erst einmal verabschieden \u2026 Vielleicht meldet er sich wieder, um seinen Eindruck von dem Konzert zu schildern? Wenn alle Konzert gespielt wurden und niemand mehr gespoilt werden kann. Herr B\u00f6ttcher hofft, dass der eine oder andere Beitrag dem einen oder anderen Fan gefallen hat und tats\u00e4chlich dazu beitragen konnte, das Warten auf Kate, auf Kate Bush zu verk\u00fcrzen. Ich w\u00fcnsche allen, die in den Genuss eines dieser Konzerte kommen, dass dieses ein sensationelles wird. \u00dcber Kate Bush zu schreiben, ist das eine und vermutlich eine Never-Ending-Story. Sich \u00fcber sie auszutauschen mit Menschen, die ihre Musik zu sch\u00e4tzen wissen, ist wunderbar. Doch nun ist es an der Zeit zu schweigen und zu h\u00f6ren und zu sehen und mit Herzklopfen einem Ereignis entgegenzutreten, was kaum jemand von uns zu hoffen gewagt h\u00e4tte, dass es noch einmal eintreten wird. Im Grunde genommen gibt es keine Worte f\u00fcr das, was da kommen wird. Somewhere in between. The waxing and the waning wave. Somewhere in between. What the song and silence say. Somewhere in between. The ticking and the tocking clock. Somewhere in a dream between. Sleep and waking up. Somewhere in between. Breathing out and breathing in. Like twilight is neither night nor morning.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herr B\u00f6ttcher f\u00e4hrt nach London. Zu Kate. Und wir begleiten ihn. Oder er uns. 31. M\u00e4rz: Herr B\u00f6ttcher atmet seltsam Wann haben Ihnen zum letzten Mal die Augenlider gebrannt? 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