{"id":4911,"date":"2017-10-05T07:06:39","date_gmt":"2017-10-05T05:06:39","guid":{"rendered":"http:\/\/morningfog.de\/?p=4911"},"modified":"2017-10-04T23:05:14","modified_gmt":"2017-10-04T21:05:14","slug":"fantastischer-klangkosmos","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/morningfog.de\/?p=4911","title":{"rendered":"&#8222;Fantastischer Klangkosmos&#8220;"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_4914\" style=\"width: 620px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/morningfog.de\/?attachment_id=4914\" rel=\"attachment wp-att-4914\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4914\" class=\"wp-image-4914 size-full\" src=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/LeaFrey620.jpg\" alt=\"\" width=\"620\" height=\"413\" srcset=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/LeaFrey620.jpg 620w, http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/LeaFrey620-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4914\" class=\"wp-caption-text\">Foto: \u00a9 Hannes Caspar<\/p><\/div>\n<p>Einige Monate ist es nun schon her, dass Thomas sich mit Lea W. Frey in einem Berliner Caf\u00e9 zum Interview getroffen hat. Im Mai gab es den<a href=\"http:\/\/morningfog.de\/?p=4463\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> ersten Teil des Interviews<\/a>. Es ging damals haupts\u00e4chlich um Kate und nur kurz um die Arbeiten an Leas neuem Album, das am 6. Oktober erscheint. Rechtzeitig zum Release von \u201ePlateaus\u201c, ausschlie\u00dflich mit eigenen St\u00fccken, kommt nun also der zweite Teil des Interviews und eine Rezension. Dazwischen lag eine wirklich beeindruckende Album-Pre-Listening-Session an einem der h\u00f6chsten und geschichtstr\u00e4chtigsten Orte der j\u00fcngeren Berliner Vergangenheit. Lea und Band hatten im Juni auf den Teufelsberg eingeladen, in die verlassenen Abh\u00f6rstationen der britischen und amerikanischen Alliierten zur Zeit des kalten Krieges und der Berliner Teilung. Ein Ort, an dem Lea sehr viel liegt. Und, wie passend, ein Plateau von etwa 48.000 qm. Begonnen hatte die Session mit einem Live-Part in der intakten Kuppel einer Radarstation nach langem Aufstieg \u00fcber dunkle Treppen. Es war absolut beeindruckend, den Unterschied zwischen Sprech\u2013 und Singstimme zu erleben. Leas Worte der Begr\u00fc\u00dfung waren kaum zu verstehen ohne Mikrofon. Umso faszinierender, wie klar, kr\u00e4ftig und deutlich der Gesang dann durch die Kuppel hallte.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Lea, Du stellst mit deiner Band das neue Album \u201ePlateaus\u201c auf dem Teufelsberg vor. Warum gerade dort?<\/p>\n<p><strong>Lea W. Frey<\/strong>: Der Berg hat f\u00fcr mich eine ganz besondere, sehr starke Atmosph\u00e4re. Zum einen dieser Tr\u00fcmmerberg aus dem Schutt des zweiten Weltkriegs. Dann die verlassene Radarstation aus dem kalten Krieg, alles etwas spooky und geheimnisvoll. Dies alles umgeben vom Wald. Und im Gegensatz zum rasanten Wandel in der Stadt ist hier ein wenig die Zeit stehengeblieben. So eine richtige Gentrifizierungsoase. \u00a0Ich denke, ich werde einen Teil meines n\u00e4chsten Albums auch dort oben schreiben.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Erz\u00e4hl uns doch bitte noch etwas mehr zu deinen Musikern auf dem Album.<\/p>\n<p><strong>Lea W. Frey<\/strong>: Zun\u00e4chst einmal: die Band ist organisch gewachsen \u00fcber Freundschaften, Kontakte, famili\u00e4re Bande. Es sind keine f\u00fcr ein Projekt gecasteten Musiker. An den Synthesizern die Wahlberlinerin Liz Kosack, Peter Meyer, der jetzt auch f\u00fcr den Jazz-Echo nominiert ist, an den Gitarren, Bernhard Meyer, der auch stark an der Produktion des Albums beteiligt war, spielt den Bass, Andi Haberl, festes Mitglied bei The Notwist an den Drums, Drum Machine und Glockenspiel. Sie alle komponieren auch selbst eigene St\u00fccke und sind in der Jazzszene verwurzelt. Es ist meine absolute Traumband.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Gibt es ein Konzept hinter dem Album oder ist es eher eine Sammlung solit\u00e4rer Songs?<\/p>\n<p><strong>Lea W. Frey<\/strong>: Ich w\u00fcrde schon sagen, dass die Stimmung sich durchzieht. Als ich die St\u00fccke geschrieben habe, war ich einer bestimmten Zeit in meinem Leben, einer Art Umbruchphase. Man sollte sich das Album ruhig komplett anh\u00f6ren. Es hat einen Grund, welcher Song an welcher Stelle steht.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Wird es Videos zu Songs von \u201ePlateaus\u201c geben?<\/p>\n<p><strong>Lea W. Frey<\/strong>: Ja. Wir haben ein ganz tolles Team f\u00fcr den Videodreh gehabt. Auch das ist zusammengewachsen, zum Teil durch sch\u00f6ne Zuf\u00e4lle. Im Herbst letzten Jahres sind wir f\u00fcr zwei volle Tage mit zehn Leuten raus gefahren ins brandenburgische M\u00fcncheberg und haben f\u00fcr einen Song einen Clip gedreht. Mir war wichtig, dass alle in dem Team auch die Musik verstehen. Man soll wirklich sehen k\u00f6nnen was wir spielen, nicht nur h\u00f6ren. Es sind wunderbare Bilder entstanden, und sie haben uns f\u00fcr die ganze Zeit ihr Herz gegeben. Es war eine tolle Erfahrung. Das Video wird dann zum Release ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">Gibt es eine Tour zum Album?<\/p>\n<p><strong>Lea W. Frey<\/strong>: Ja, die Termine f\u00fcr Oktober und November stehen fest und sind auf meiner <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/leawfreymusic\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Facebookseite<\/a> zu finden. Wir werden die St\u00fccke in ihrer Dichte auch live genauso umsetzten. Nat\u00fcrlich wird auf der B\u00fchne dann noch viel improvisiert, so dass die Songs an den verschiedenen Abenden durchaus unterschiedliche F\u00e4rbungen erhalten k\u00f6nnen.<\/p>\n<hr \/>\n<h3>Lea W. Frey: Plateaus (Enja &amp; Yellowbird Records)<\/h3>\n<p><a href=\"http:\/\/morningfog.de\/?attachment_id=4915\" rel=\"attachment wp-att-4915\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-4915\" src=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/lea-plateaus.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"400\" srcset=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/lea-plateaus.jpg 500w, http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/lea-plateaus-150x150.jpg 150w, http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/lea-plateaus-300x300.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a>Ist dieses Album Jazz, Pop oder Indie-Rock? Gibt es einen Begriff f\u00fcr eine Melange aus allen drei Richtungen? Egal eigentlich, denn was Lea W. Frey und die Band hier liefern, ist in sich ein faszinierendes Album mit sph\u00e4rischer Dichte und Weite. Die traumklare Stimme von Lea W. Frey liegt nicht \u00fcber den Instrumenten, degradiert die Musiker nicht zu reinen Begleitern sondern ist meist mittendrin, und ist dennoch die Guideline der Songs \u00fcber Ver\u00e4nderungen, Umbr\u00fcche, Umwelt und Beziehungen. Die Band ist quasi ein gewachsener Organismus, jeder Einzelne sehr pr\u00e4sent aber nie dominant. Mit Arrangements, die an Jazz orientiert aber immer noch sehr griffig sind wird eine wahrhaft magnetische Aura erzeugt. So wirkt \u201cWaters Ember\u201c auf mich gleichzeitig schwerelos und erdr\u00fcckend. Bei \u201ePlateau\u201c denkt man anfangs an The Smiths um den Gedanken dann nach einer Minute zu verwerfen, sp\u00e4ter doch wieder Ankl\u00e4nge zu h\u00f6ren, um dann im langen Noise-Outro dem Heulen des Windes zu folgen.\u00a0Sicher funktionieren die St\u00fccke auch jedes f\u00fcr sich, das poppige \u201ePlateau\u201c und \u201eDylan\u201c haben sich sofort festgehakt. Wenn man sich aber die Zeit und Mu\u00dfe nimmt die das Album braucht, schwebt man durch einen fantastischen Klangkosmos, in dem alle Genregrenzen irrelevant sind.<strong>\u00a0 Thomas<\/strong><\/p>\n<p><strong>Die Konzerttermine:<\/strong> 17.10.2017 \u2013 Radio EINS, Dachlounge; 20.10.2017 \u2013 Wiesbaden, Rudersport; 21.10.2017 \u2013 Brelingen, Brelinger Mitte; 27.10.2017 \u2013 Magdeburg, Moritzhof; 28.10.2017 \u2013 Bielefeld, Ulmenwall; 31.10.2017 \u2013 Berlin, Berghain Kantine; 04.11.2017 \u2013 Eberswalde, Guten Morgen; 05.11.2017 \u2013 Weimar, Mon Ami; 15.11.2017 \u2013 Traunstein, Tropical; 16.11.2017 \u2013 Ingolstadt, Tagtraum; 30.11.2017 \u2013 N\u00fcrnberg, Z-Bau; 01.02.2018 \u2013 Kassel, Theaterst\u00fcbchen; 23.03.2018 \u2013 Leipzig, Telegraph; 25.03.2018 \u2013 Ludwigsburg, Fetzerei; 07.06.2018 \u2013 Lauenau, Kesselhaus; 10.06.2018 \u2013 Kiel, Kulturforum.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einige Monate ist es nun schon her, dass Thomas sich mit Lea W. 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