{"id":4339,"date":"2017-02-28T07:10:15","date_gmt":"2017-02-28T06:10:15","guid":{"rendered":"http:\/\/morningfog.de\/?p=4339"},"modified":"2017-07-23T10:21:52","modified_gmt":"2017-07-23T08:21:52","slug":"x","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/morningfog.de\/?p=4339","title":{"rendered":"Kates Faible f\u00fcr groteske Sch\u00f6nheit"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/morningfog.de\/?attachment_id=4341\" rel=\"attachment wp-att-4341\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-4341\" src=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/fisherman.jpg\" alt=\"fisherman\" width=\"620\" height=\"353\" srcset=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/fisherman.jpg 620w, http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/fisherman-300x171.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/morningfog.de\/?attachment_id=4343\" rel=\"attachment wp-att-4343\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4343\" src=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Ophelia320.jpg\" alt=\"Ophelia320\" width=\"320\" height=\"218\" srcset=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Ophelia320.jpg 320w, http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Ophelia320-300x204.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/a>Der englische Schriftsteller Philip Pullman (\u201eHis Dark Materials\u201c) hat k\u00fcrzlich zur Ver\u00f6ffentlichung einer Kurzgeschichte eine nette Anekdote erz\u00e4hlt. Kate Bush habe ihm von zwei Gem\u00e4lden, die sie besitzt, erz\u00e4hlt, \u201edie die seltsame Eigenschaft haben, einander wieder zu finden, wenn eines von ihnen verkauft oder verschenkt wird\u201c. Diese Anekdote hat Pullman dann weiter entwickelt und zu seiner Kurzgeschichte verarbeitet. Unklar blieb leider, welche Gem\u00e4lde Kate gemeint haben k\u00f6nnte. Dass sie ein Faible f\u00fcr die Malerei hat, ist sp\u00e4testens seit Mitte der 1980er Jahre bekannt, wo sie sich in Interviews mehrfach zu K\u00fcnstlern wie Dali, Breughel <a href=\"http:\/\/morningfog.de\/?attachment_id=4340\" rel=\"attachment wp-att-4340\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4340\" src=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/the-hogsmill-ophelia.gif\" alt=\"the-hogsmill-ophelia\" width=\"320\" height=\"240\" \/><\/a>(\u201eI would want to be Breugal, definitely. His work is so real, and yet depicted in a fantastic way. It&#8217;s so beautiful and elemental. And his faces are so haunting.\u201c) ge\u00e4u\u00dfert hat. Nat\u00fcrlich gibt es auch mehrere Bez\u00fcge zu Bildern im Kates Arbeiten. Offensichtlich wird das bei The Ninth Wave, mit dem klaren Bezug zu dem gleichnamigen Werk von Iwan Konstantinowitsch Aiwasowski. Das gilt auch f\u00fcr das Backcoverfoto, wo Kate im Wasser treibt. Eines ihrer Lieblingsbilder ist \u201eOphelia\u201c von John Everett Millais von 1852, der die Figur aus Shakespeares Hamlet in einem Flu\u00df treibend darstellt, kurz bevor sie ertrinkt.\u00a0Wie bei Ophelia von Millais treibt auch Kate in The Ninth Wave im Wasser, ist kurz vor dem Ertrinken, ist ebenfalls blumenumflort abgelichtet. Bemerkenswert ist in dem Zusammenhang noch ein Detail, wie das Werk entstanden ist: Elizabeth Eleanor Siddal stand Millais f\u00fcr die Ophelia Modell. Besser gesagt: Sie lag in einer Badewanne,\u00a0 in einem gestickten Kleid. Das Bild entstand im Winter 1851\/52. Um das Wasser in der Wanne warm zu halten, hatte Millais \u00d6llampen unter der Wanne angez\u00fcndet, die aber nach einiger Zeit ausgegangen sind, so dass das Wasser eiskalt wurde. Millais, der in seine Arbeit vertieft war, hatte das nicht mitbekommen und Siddal nahm ihre Rolle als Modell so ernst, dass sie nichts sagte und ernstlich an einer Lungenentz\u00fcndung erkrankte. Eine erstaunliche Parallele zu den Video-Aufnahmen von Kate f\u00fcr &#8222;And Dream Of Sheep&#8220; in dem Wassertank der Pinewood-Studios, wo sie sich ob der K\u00e4lte des Wassers eine Unterk\u00fchlung zuzog und anschlie\u00dfend pausieren musste. Der Flu\u00df in <a href=\"http:\/\/morningfog.de\/?attachment_id=4345\" rel=\"attachment wp-att-4345\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4345\" src=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/gregory400boromir.jpg\" alt=\"gregory400boromir\" width=\"400\" height=\"339\" srcset=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/gregory400boromir.jpg 400w, http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/gregory400boromir-300x254.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a>dem Millais Ophelia-Bild befindet sich unweit von London und hei\u00dft Hogsmill. Viele Jahre zuvor hatte Kate bereits ein Bild erstanden, das \u201eThe Hogsmill Ophelia\u201c hei\u00dft und die Ophelia von Millais in die Neuzeit verfrachtet und dementsprechend in einem verdreckten und verseuchten Fluss zeigt, wie sie gerade an einem Abflussrohr vorbeitreibt. \u201eBilder mit grotesker Sch\u00f6nheit und traurigem Humor \u00fcben auf mich eine besondere Faszination aus\u201c, hat Kate &#8211; bezogen auf dieses Werk \u2013 1990 in einem Interview erz\u00e4hlt. Gar nicht grotesk sind hingegen die Bez\u00fcge 20 Jahre sp\u00e4ter auf dem Album Aerial, wo der Maler musikalisch in A Sky Of Honey eine Hauptrolle zugewiesen bekommt und wir im Booklet eine <a href=\"http:\/\/morningfog.de\/?attachment_id=4346\" rel=\"attachment wp-att-4346\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4346\" src=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/gregory-kate400.jpg\" alt=\"gregory-kate400\" width=\"400\" height=\"356\" srcset=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/gregory-kate400.jpg 400w, http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/gregory-kate400-300x267.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a>spiegelverkehrte und um den Schriftzug \u201eAerial\u201c erg\u00e4nzte Version des Bildes \u201eFisherman and Boat\u201c von Joseph Edward Southall von 1920 sehen und uns noch auf der R\u00fcckseite das Werk \u201eLesson Time\u201c von Frederick Cayley Robinson von 1921 pr\u00e4sentiert wird. Interessanterweise gibt es im Booklet von Aerial auf das zweite Werk keinen Verweis, auch keinen Copyright-Verweis, was den Schluss nahe legen k\u00f6nnte, dass sie eventuell in Besitz dieses Bildes ist. Die Vorliebe f\u00fcr groteske Sch\u00f6nheit kommt dann eher wieder bei zwei Bildern von Paul Raymond Gregory durch, die Kate erworben hat. Gregory selbst hat erz\u00e4hlt, dass Kate das von Tolkien inspirierte Werk \u201eThe Fall of Boromir\u201c von ihm erworben hat. Das war bereits 1982. Zu ihrem 30. Geburtstag erhielt er dann eine Einladung und sie erwarb kurze Zeit sp\u00e4ter Ende der 1980er Jahre das Bild \u201eThe Anduin\u201c von Gregory. \u201eThe Fall Of Boromir\u201c blieb allerdings nicht im Besitz von Kate. Sie verkaufte es im Jahr 2006 an Peter Nahum, der in den 80ern f\u00fcr Sotheby\u2019s gearbeitet hatte und seitdem als F\u00f6rderer von Gregory gilt und sp\u00e4ter in Leicester eine eigene Galerie er\u00f6ffnete. Gregory schreibt dazu: \u201cKate also owned the The Fall of Boromir from my Tolkien series, this was later purchased by the Leicester Galleries to rejoin the collection.\u201d Bei \u201crejoin the collection\u201d k\u00f6nnte der Bogen zu Philip Pullman wieder geschlagen sein. Denkbar ist es jedenfalls, dass sie damit genau diese Tolkien-Bilder von Gregory meinte, \u201edie die seltsame Eigenschaft haben, einander wieder zu finden, wenn eines von ihnen verkauft oder verschenkt wird\u201c. Gregory hat \u00fcbrigens nach &#8222;The Anduin&#8220; ein Stilleben kreiert, bei dem er ein Originalautogramm von Kate mit Kartenmaterial aus dem Tolkien-Universum kombiniert hat. Das Original hat er verkauft, aber es gibt einen auf 300 Exemplare limitierten und von ihm handsignierten Nachdruck, der f\u00fcr 160 englische Pfund \u00fcber seinen Shop <a href=\"https:\/\/bmerch.com\/stores\/studio-54-kate-bush-print\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a> zu haben ist. (Mit bestem Dank an Beate f\u00fcr die Unterst\u00fctzung.)<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/morningfog.de\/?attachment_id=4347\" rel=\"attachment wp-att-4347\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-4347\" src=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/gregory5.jpg\" alt=\"gregory5\" width=\"620\" height=\"339\" srcset=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/gregory5.jpg 620w, http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/gregory5-300x164.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><\/a>Die Bilder von oben: \u201eFisherman and Boat\u201c von Joseph Edward Southall von 1920; &#8222;Ophelia&#8220; von John Everett Millais; &#8222;The Hogsmill Ophelia&#8220;; &#8222;The Fall Of Boromir&#8220;, Kate Bush Print, &#8222;The Anduin&#8220; &#8211; alle von Paul Raymond Gregory.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der englische Schriftsteller Philip Pullman (\u201eHis Dark Materials\u201c) hat k\u00fcrzlich zur Ver\u00f6ffentlichung einer Kurzgeschichte eine nette Anekdote erz\u00e4hlt. 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