{"id":3812,"date":"2016-04-07T07:15:18","date_gmt":"2016-04-07T05:15:18","guid":{"rendered":"http:\/\/morningfog.de\/?p=3812"},"modified":"2017-07-23T12:37:54","modified_gmt":"2017-07-23T10:37:54","slug":"3812","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/morningfog.de\/?p=3812","title":{"rendered":"&#8222;Ein zeitloser, gewaltiger Song&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/e_OXvUWYM-Q?rel=0\" width=\"620\" height=\"360\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><br \/>\nDass die Musik von Kate Bush leicht jazzig angehaucht funktioniert, wei\u00df man sp\u00e4testens seit Kates Album &#8222;50 Words for Snow&#8220;. Dabei hat die Jazz-Szene Kate schon viel l\u00e4nger f\u00fcr sich entdeckt &#8211; gerade in Deutschland. Das Jazz-Duo &#8222;Le Bang Bang&#8220; hatte sich vor einiger Zeit &#8222;Don&#8217;t give up&#8220; geschnappt, Jazz-S\u00e4ngerin Lisa Wahlandt und Bassist Sven Faller coverten ausgesprochen einf\u00fchlsam &#8222;Home for Christmas&#8220;, die Jazz-Musiker Matthias Vogt, Oliver Leicht und Oli Rubow benannten sich f\u00fcr ein neues Musik-Projekt nach dem Song von Kate \u201cA Coral Room\u201d und vor allem Lea W. Frey singt sich wundervoll durchs Kate-Repertoire &#8211; von &#8222;And Dream of Sheep&#8220; bis zu &#8222;King of the Mountain&#8220;. Und jetzt also <a href=\"http:\/\/www.soajazz.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">SOA<\/a> aus Kanada. Ausgerechnet, mag man kurz zusammenzucken. Kein Song von Kate ist \u00f6fter gecovert worden. Meistens geht der Inhalt im Techno-Gestampfe unter, und stimmlich k\u00f6nnen nur wenige dem Song einen neuen Akzent verleihen. Bei SOA-S\u00e4ngerin Chrystelle Maechler ist das anders. Dabei schafft es schon Pianist Joel Visentin mit den ersten Akkorden, den Weg f\u00fcr die wundervolle Stimme von Chrystelle zu bereiten. Visentin war es auch, der den Song f\u00fcr das neue SOA-Album, das am 24. April erscheint, vorgeschlagen hatte. &#8222;Ich war sehr skeptisch und hatte gro\u00dfen Respekt vor dem Song. Joel meinte aber, wenn man sich die ganzen 80er Sounds wegdenkt, sei das ein zeitloser, gewaltiger Song. Wir haben es also probiert. Bei mir ist das immer der gleiche Prozess: Wenn ich einen neuen Song singe, probiert man ihn an wie einen Handschuh und schaut danach, ob es passt. Wenn es nicht passt, singe ich den Song nicht. Ich habe den Song also einmal gesungen und danach hat er mich nicht wieder losgelassen. Und irgendwann war klar, dass er aufs Album kommt!&#8220;, erz\u00e4hlt Chrystelle. Nicht mehr losgelassen hat sie das Lied auch, weil ihr das Thema gef\u00e4llt: &#8222;Was mich am Song anspricht ist diese Idee von &#8218;Do you want to feel how I feel?&#8216;\u00a0 und &#8218;If I only could&#8230;swap our places&#8216;. Also die Frage wie es den Menschen um uns herum geht, und dass man sich gerne in die Menschen hineinversetzen m\u00f6chte, die uns nah sind und uns umgeben. Und dann nat\u00fcrlich der Widerspruch, dass das einfach nicht m\u00f6glich ist.&#8220;<\/p>\n<div id=\"attachment_3818\" style=\"width: 400px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/soa1-400.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3818\" class=\"wp-image-3818 size-full\" src=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/soa1-400.jpg\" alt=\"soa1-400\" width=\"400\" height=\"400\" srcset=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/soa1-400.jpg 400w, http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/soa1-400-150x150.jpg 150w, http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/soa1-400-300x300.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3818\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Andreas Kr\u00e4tschmer<\/p><\/div>\n<p>&#8222;Running up that hill&#8220; ist nicht unbedingt typisch f\u00fcr die Musik von SOA. Beinhaltet aber all das, was die Musik von SOA ausmacht: die Reduktion auf die hervorragende Stimme, ein exzellent gespieltes Piano und dezent eingesetzte Percussion &#8211; und das alles sehr melodi\u00f6s. So pr\u00e4sentiert sich jedenfalls die erste <a href=\"https:\/\/soajazz.bandcamp.com\/album\/a-new-life\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">EP &#8222;A new Life&#8220;<\/a>, die SOA 2012 ver\u00f6ffentlicht haben (Unbedingt &#8222;Don&#8217;t waste your time&#8220; anh\u00f6ren!). Bis dahin war es f\u00fcr Chrystelle durchaus ein weiter Weg. Von Frankreich kommend hat sie nach ihrem Marketing-Studium 2001 einen Job in Stuttgart angefangen und sich in der dortigen Jazzszene getummelt. &#8222;Ich hatte am Anfang ganz sch\u00f6n zu k\u00e4mpfen mit dem Schw\u00e4bischen Dialekt.<\/p>\n<div>Ich bin in Stuttgart zu einer Jazz-Jam-Session gegangen und habe dort &#8218;Summertime&#8216; gesungen, einen der wenigen Jazzsongs, den ich damals kannte. Das kam ganz gut an und ich hatte danach die M\u00f6glichkeit, in mehreren Bands zu singen. Die Jazzszene in Stuttgart war damals haupts\u00e4chlich Swing und Blues, so habe ich also damit angefangen und in mehreren Bands gesungen&#8220;, erinnert sie sich. Sie gab Konzerte, nahm CDs auf und spielte traditionelleren Jazz. Dabei war sie musikalisch gar nicht so sehr auf Jazz festgelegt, h\u00f6rte privat eher BB King und Ray Charles und was &#8222;in&#8220; war: Radiohead, Metallica, Panthera, Mariah Carey, Genesis, Depeche Mode. Und eben auch Kate Bush. &#8222;In Frankreich habe ich das erste Mal als Kind Kate Bush geh\u00f6rt, als ihre Musik bei einer Fashionshow im Fernsehen eingesetzt wurde. Ich bin damals ganz erstarrt gewesen von der Kraft dieser Musik. Mich hat es fasziniert und es hat mir gleichzeitig aber auch fast Angst gemacht&#8220;, erz\u00e4hlt Chrystelle, die &#8211; gerade mal siebenj\u00e4hrig &#8211;\u00a0 die Musik etwas &#8222;dark&#8220; und intensiv fand. Beeindruckt hat sie sp\u00e4ter dann vor allem Kates Video zu &#8222;Running up that Hill&#8220;: &#8222;Ich war von der Kombination von Musik und Tanz sehr fasziniert. Das war anders als alles andere, was ich je gesehen habe.&#8220;<\/div>\n<div>2006 zog es Chrystelle dann von Stuttgart nach Montreal. Dort gr\u00fcndete sie erst ein Quintett, spielte dann mit &#8222;Orange Kitchen&#8220; Soul-Jazz mit Einfl\u00fcssen von Jamiroquai, Moloko, Donnie Hathaway, Stevie Wonder oder Erykah Badu. SOA ist entstanden, weil Chrystelle ihre Wurzeln entdecken wollte: &#8222;Meine beiden Eltern sind auf Madagaskar geboren. Das wollte ich in meine Musik mit einbringen&#8220;, erkl\u00e4rt sie &#8211; daher auch die sehr urspr\u00fcngliche &#8222;Roots&#8220;-Instrumentierung. Im letzten Jahr haben SOA dann die Arbeiten zu ihrem ersten kompletten Album gestartet &#8211; aufgenommen in Toronto und im Berliner &#8222;Jazzanova&#8220;-Tonstudio w\u00e4hrend einer Europatournee, zu der auch ein Dokumentarfilm entstanden ist. &#8222;Die Tournee war uns wichtig, um unsere Musik au\u00dferhalb Amerikas zu testen. Und es war es f\u00fcr mich ein Weg zur\u00fcck zum Ursprung, wo alles anfing. Wir haben in Stuttgart und Heilbronn gespielt, wo ich vor 15 Jahren schon aufgetreten bin,\u00a0 Au\u00dferdem in Berlin und in Paris und Vannes in Frankreich. Das war eine sehr emotionale Erfahrung&#8220;, berichtet Chrystelle. Und es ist nicht ganz unwahrscheinlich, dass sie diese Erfahrungen k\u00fcnftig \u00f6fter machen wird. Mix und Mastering der neuen CD wurde von einem guten Freund \u00fcbernommen. &#8222;Er ist ein wahrhaft exzellenter Tontechniker mit viel Einf\u00fchlverm\u00f6gen, und das ist auf dem Album auch zu sp\u00fcren.&#8220; Der gute Freund ist\u00a0Inaam Haq, der vor kurzem erst einen Grammy f\u00fcr seine Zusammenarbeit mit Bruno Mars gewonnen hat.<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dass die Musik von Kate Bush leicht jazzig angehaucht funktioniert, wei\u00df man sp\u00e4testens seit Kates Album &#8222;50 Words for Snow&#8220;. Dabei hat die Jazz-Szene Kate schon viel l\u00e4nger f\u00fcr sich entdeckt &#8211; gerade in Deutschland. 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