{"id":3539,"date":"2015-11-13T07:19:18","date_gmt":"2015-11-13T06:19:18","guid":{"rendered":"http:\/\/morningfog.de\/?p=3539"},"modified":"2017-07-23T13:09:17","modified_gmt":"2017-07-23T11:09:17","slug":"das-song-abc-the-painters-link","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/morningfog.de\/?p=3539","title":{"rendered":"Das Song-ABC: The Painter&#8217;s Link"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/abc.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2606 size-full\" src=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/abc.jpg\" alt=\"abc\" width=\"620\" height=\"95\" srcset=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/abc.jpg 620w, http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/abc-300x45.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><\/a>Die Szene \u201eThe Painters Link\u201c verweist schon in seinem Titel auf die Verbindung zwischen Altem und Neuem, zwischen Entstehen und Vergehen, zwischen Leben und Tod. In der Ferne erklingt das Grollen eines Sommergewitters. Leise zwitschern die V\u00f6gel und auf einer Wiese vor dem Wald befindet sich ein junger Maler. Als ihn der Sommerregen u\u0308berrascht, findet er sich in einer Situation der Neuordnung wieder. Tonal befindet sich die nun folgende Komposition noch immer in H-Dur. Eine einzelne Violine stimmt im Viervierteltakt den Ton h\u2019 als ganze Note an. Auf einen Quartsprung von h\u2019 aufw\u00e4rts zu einer halben Note e\u2019 folgt ein Quartsprung abw\u00e4rts zuru\u0308ck zum Ton h\u2019. Dann klingt das h\u2019 in einem u\u0308berlangen Fermate aus.<br \/>\nQuartspru\u0308nge sind dafu\u0308r bekannt, oft im Kontext pastoraler Szenen zu stehen. In Takt fu\u0308nf wird das Spiel der Violine durch das eines Cellos und einer Bratsche erg\u00e4nzt. Ein stetes Pendeln zwischen Quart- und Quintintervallen vermittelt den Eindruck, als wu\u0308rden die Musiker ihre Instrumente stimmen. Der Anfang eines neuen Werkes liegt wortw\u00f6rtlich in der Luft bzw. im Regen.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/painterslink.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3540\" src=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/painterslink.jpg\" alt=\"painterslink\" width=\"400\" height=\"400\" srcset=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/painterslink.jpg 400w, http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/painterslink-150x150.jpg 150w, http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/painterslink-300x300.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a>In Takt fu\u0308nf setzt fu\u0308r einen Takt lang das Klavier, u\u0308ber einem Orgelpunkt auf H, mit einer perlenden Akkordfolge aus Cis-Moll, H-Dur,\u00a0 Cis-Moll, H-Dur ein. Auf der Bu\u0308hne sieht der Zuschauer die Marionette und Zauberin wie sie den Maler bei seiner Arbeit beobachten. Die beiden bewegen sich dabei in gro\u00dfen, kreisenden Bewegungen, die der Pinselfu\u0308hrung des Malers entsprechen. Als nach einem langen Fermate auf H-Dur\/mit Quarte E im Bass der immer dichter anwachsende Streichersatz verklingt, u\u0308bernimmt eine zweitaktige, absteigende Kaskade im Klavier die Fu\u0308hrung. \u00dcber einem Orgelpunkt auf H erklingen die Harmonien E-Dur, H-Dur, A-Dur. Ein abwechslungsreicher Rhythmus aus einer Viertel-, zwei Achtel-, einer Viertel, und einer Achtelnote vertont lautmalerisch die ersten Regentropfen. Die zweite Kaskade gliedert sich rhythmisch in eine Viertel und zwei Achtelnoten, gefolgt von einer Vierteltriole. Dann beginnt der Monolog des Malers, begleitet vom fl\u00e4chigen Klang der Streicher und einzelnen Tupfern des Klaviers:<\/p>\n<p>(The Painter:) A<br \/>\n\u201eIt&#8217;s raining \/ What has become of my painting \/ All the colours are running<\/p>\n<p>(The chorus) B<br \/>\nSo all the colours run \/ So all the colours run \/ See what they&#8217;ve become \/ A wonderful sun-set.\u201c<\/p>\n<p>\u201eThe painter\u2019s link\u201c gliedert sich sehr simpel in zwei Formteile. Teil A ist ein Rezitativ des Malers und Formteil B ein Chor bestehend aus J\u00e4gern, Priestern\/Priesterinnen und der Zauberin. Gemeinsam feiern sie die sich im Regen aufl\u00f6senden Farben des Gem\u00e4ldes als ein Abbild der Fruchtbarkeit. Das phonetische Wortspiel \u201esun-set\u201c ist eine Anspielung auf die (aus Gru\u0308nden des Umfangs) u\u0308bersprungene Szene zweier Liebender auf einer abendlichen Waldwiese. Das Wort \u201esun\u201c (\u201eSonne\u201c) und \u201eson\u201c (\u201eSohn\u201c) sind in gesprochener Sprache nicht zu unterscheiden. Die flie\u00dfenden Farben des Malers werden also im Kontext einer Huldigung der lebenspendenden Sonne nun auch zum Sinnbild der fruchtbaren K\u00f6rpers\u00e4fte des Menschen. Hier betont Bush also gezielt &#8211; ihrem Weltbild entsprechend &#8211; die wichtige Beziehung zwischen Ritus und Kunst. Im Anschluss an \u201eThe Painter\u2019s Link\u201c folgt \u201eSunset\u201c. Mit dem Versinken der Sonne im Abendrot (\u201eCould be honycomb, in a sea of honey, a sky of honey\u201c) kehrt die Tonart Cis-Moll ins Zentrum des Geschehens zuru\u0308ck. Hinsichtlich der sich verabschiedenden Sonne wird die Stimmung melancholisch und sehnsu\u0308chtig. Mit dem n\u00e4chtlichen Firmament konfrontiert, werden in den Figuren auf der Bu\u0308hne Sinnfragen laut, die sie in einer rituellen Anrufung auf dem Ton gis, der Quint zum Grundton von Cis-Moll (Bezug zum traditionellen \u201echanting\u201c) gen Nachthimmel richten: \u201eKeep us to your heart. So if the skies stay dark, we may live on in comets and stars.\u201c\u00a0Das Textzitat zeigt deutlich, dass der eigene Tod, auf regressive Weise, in Verbindung mit dem Kreislauf der Gestirne gebracht wird. (<strong>Thomas<\/strong>)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Szene \u201eThe Painters Link\u201c verweist schon in seinem Titel auf die Verbindung zwischen Altem und Neuem, zwischen Entstehen und Vergehen, zwischen Leben und Tod. In der Ferne erklingt das Grollen eines Sommergewitters. Leise zwitschern die V\u00f6gel und auf einer Wiese vor dem Wald befindet sich ein junger Maler. 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