{"id":2751,"date":"2015-07-15T07:20:17","date_gmt":"2015-07-15T05:20:17","guid":{"rendered":"http:\/\/morningfog.de\/?p=2751"},"modified":"2017-07-23T13:28:23","modified_gmt":"2017-07-23T11:28:23","slug":"das-song-abc-hammer-horror","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/morningfog.de\/?p=2751","title":{"rendered":"Das Song-ABC: Hammer Horror"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/abc.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2606\" src=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/abc.jpg\" alt=\"abc\" width=\"620\" height=\"95\" srcset=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/abc.jpg 620w, http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/abc-300x45.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/hh2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-3074\" src=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/hh2.jpg\" alt=\"hh2\" width=\"400\" height=\"313\" srcset=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/hh2.jpg 400w, http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/hh2-300x234.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a>Viele Songs von Kate Bush haben mit Filmen zu tun und beziehen sich auf Filmszenen.<br \/>\nDas Kino muss f\u00fcr Kate Bush eine Quelle der Inspiration sein. Unter diesen Songs ist &#8222;Hammer Horror&#8220; einer der theatralischsten.<br \/>\nEin dramatischer Beginn, Filmmusik setzt ein, wie aus einem Horrorfilm: \u201eHammer Horror\u201c beginnt. Dann kommt die Stimme dazu, die geheimnisvoll \u00fcber der dunklen Grundierung schwebt und dann h\u00f6her und schneller wird. Faszinierend und sehr ausdrucksvoll ist dies, der Beginn setzt ein Ausrufezeichen. Schau her, ich bin etwas Besonderes.<br \/>\nDie Hammer Studios sind ein englisches Filmunternehmen, das in den 60ern und 70ern zahlreiche romantisch anmutende Horrorfilme produzierte [1]. Das Lied ist inspiriert vom Film \u201eDer Mann mit den tausend Gesichtern\u201c, in dem James Cagney den Stummfilmdarsteller Lon Cheney bei seiner Interpretation des Gl\u00f6ckners von Notre Dame spielte [1].<br \/>\nMehrere Ebenen werden hier verwoben: die Geschichte des Gl\u00f6ckners, die Darstellung durch Lon Cheney, die Darstellung von Lon Cheney durch James Cagney, der Blick des Zuschauers darauf und dessen Gedanken. Im Text werden alle diese Elemente zu einer neuen, komplexen Einheit zusammengef\u00fcgt.<br \/>\nDer Gl\u00f6ckner von Notre Dame als Symbol der Dunkelheit (\u201eYou stood in the belltower, But now you\u2019re gone. So who knows all the sights Of Notre Dame?\u201c) wird mit dem Thema der Zweitbesetzung (\u201cI\u2019m the replacement for your part\u201d) verkn\u00fcpft. Schuldgef\u00fchle und die Schatten der Vergangenheit kommen dazu (\u201cRehearsing in your things, I feel guilty. And retracing all the scenes, Of your big hit, Oh, God, you needed the leading role. It wasn\u2019t me who made you go, though.\u201d) Die Protagonistin hat die Rolle eines anderen \u00fcbernommen, f\u00fchlt sich bedr\u00e4ngt von Schuldgef\u00fchlen. Ist der Andere noch da in den Schatten? Verfolgt er sie? Oder sind das nur \u00fcberspannte Fantasien? Alles wird verwoben zu einer d\u00fcsteren Szene. Bei den ersten Aufnahmen setzte Kate Bush alles daran, in die richtige Stimmung f\u00fcr diesen Song zu kommen. Das Studio war verdunkelt und die Mitglieder der Band mussten sie erschrecken [2]. Wie auch immer es gemacht wurde, es ist gelungen &#8211; manchmal bebt die Stimme fast wie vor Furcht, ich kann ein Zittern und ein Beben sp\u00fcren. &#8222;Hammer Horror&#8220; ist so ein Lied der tausend Gesichter und der tausend Stimmungen.<br \/>\nDer Chorus ist schnell und treibend mit verschiedenen Stimmf\u00e4rbungen, am Ende des 2. Chorusabschnitts gibt es T\u00f6ne, die schon \u201eNever For Ever\u201c anklingen lassen. Zum Schluss des Liedes verklingt die Musik fast atonal, tiefer Trommelwirbel, ein Gong ert\u00f6nt: Vorhang auf \u2013 jetzt beginnt die Vorstellung!<br \/>\nAll das ist delikat harmonisiert, die Grundtonart (ein Es-Dur?) ist vage und verschleiert. Das Fundament ist unklar, selbst die Melodie hat keinen sicheren Boden unter den F\u00fc\u00dfen. Es-Dur ist die Tonart des Sich-Empork\u00e4mpfens, des Sich-Emporringens [3]. Genau darum bem\u00fcht sich die Protagonistin des Songs, aber es ist f\u00fcr sie gef\u00fchlt ein ebenso unsicheres Terrain wie es die Harmonien f\u00fcr die Melodien sind.<br \/>\nDer Song kommt mir beim H\u00f6ren vor wie eine Ouvert\u00fcre. Er fasst die Handlung eines Films zusammen, der gleich beginnen wird. Der Vorhang ist noch geschlossen, der Kinobesucher wird eingestimmt. Aber was genau kommt, das wei\u00df der Zuschauer noch nicht. Wieder haben wir eines dieser offenen Ende an einem Album von Kate Bush. Dieser Gong am Schluss sagt f\u00fcr mich, dass die ersten zwei Alben nur der Start waren. Der richtige Film kommt erst noch.<br \/>\n(\u00a9 <strong>Achim\/aHAJ<\/strong>)<\/p>\n<p>Literatur<br \/>\n[1] Rob Jovanovic, Kate Bush. Die Biographie. 2006. Koch International GmbH\/Hannibal. H\u00f6fen. S.95<br \/>\n[2] Graeme Thomson: Kate Bush. Under the ivy. 2013. Bosworth Music GmbH. S.145<br \/>\n[3] Hermann Beckh: Die Sprache der Tonart in der Musik von Bach bis Bruckner. Verlag Urachhaus. Stuttgart 1999. S.40<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Viele Songs von Kate Bush haben mit Filmen zu tun und beziehen sich auf Filmszenen. Das Kino muss f\u00fcr Kate Bush eine Quelle der Inspiration sein. Unter diesen Songs ist &#8222;Hammer Horror&#8220; einer der theatralischsten. Ein dramatischer Beginn, Filmmusik setzt ein, wie aus einem Horrorfilm: \u201eHammer Horror\u201c beginnt. 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