{"id":2389,"date":"2014-08-28T07:41:06","date_gmt":"2014-08-28T05:41:06","guid":{"rendered":"http:\/\/morningfog.de\/?p=2389"},"modified":"2014-10-04T18:35:51","modified_gmt":"2014-10-04T16:35:51","slug":"gaensehaut-am-ganzen-koerper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/morningfog.de\/?p=2389","title":{"rendered":"&#8222;G\u00e4nsehaut am ganzen K\u00f6rper&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/mh.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2390\" src=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/mh.jpg\" alt=\"mh\" width=\"620\" height=\"415\" srcset=\"http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/mh.jpg 620w, http:\/\/morningfog.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/mh-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><\/a>Von Michael Haskamp<\/strong><\/p>\n<div>Als ich gegen 18.30 Uhr Ortszeit am Hammersmith Apollo angekommen bin, hatte der Regen gerade aufgeh\u00f6rt. Die Kulisse war beeindruckend: &#8222;Before The Dawn&#8220; stand in gro\u00dfen roten Buchstaben quer \u00fcber den Eingang angeschlagen, direkt daneben &#8222;Sold Out&#8220;. Vor dem Theater einige tausend Menschen, hunderte von Kamerateams und zwischendrin Lily Allen und Marc Almond, die aufgeregt wie Teenager Selfies vor der Halle machten.<\/div>\n<div>Nach dem wider Erwarten recht unkomplizierten Einlass ging es am v\u00f6llig \u00fcberf\u00fcllten Merchandise-Stand, wo ich mich mit Postern und dem offiziellen Programm eingedeckte, vorbei in den Saal. 15, 10 und 5 Minuten vor Beginn der Show wurde per Durchsage freundlich darum gebeten, die Pl\u00e4tze einzunehmen; p\u00fcnktlich um 19.45 Uhr ging es dann auch los &#8211; das Saallicht erlosch, die Menge jubelte und nach Eintreffen der Band und dem Einsetzen des Intros vom 1993&#8217;er Track &#8222;Lily&#8220; (Mrs. Allen wird&#8217;s gefreut haben) kam Kate Bush von rechts zusammen mit ihren Background-S\u00e4ngern und -S\u00e4ngerinnen auf die B\u00fchne. Die Hysterie entlud sich und mit tosendem Applaus, Schreien und Standing Ovations begann die Show. Beim Intro des zweiten Songs (&#8222;It&#8217;s in the trees! It&#8217;s coming!&#8220;) erreichte der Jubel neue H\u00f6chstwerte, was das hei\u00dfersehnte &#8222;Running Up That Hill&#8220; allerdings erneut toppen konnte. Bei dessen Beginn realisierte ich irgendwie zum ersten Mal, dass ich gerade in einem Kate Bush-Konzert sa\u00df und mir rollte tats\u00e4chlich eine Tr\u00e4ne \u00fcbers Gesicht. &#8222;King Of The Mountain&#8220; mochte ich schon immer, in der Live-Version war es f\u00fcr mich aber DAS absolute Highlight der ersten halben Stunde &#8211; atemberaubend, wirklich ganz, ganz gro\u00dfe Klasse. Es war so unfassbar und unwirklich, Kate Bush live zu sehen &#8211; dank meines Platzes in der sechsten Reihe hatte ich eine ph\u00e4nomenale Sicht.<\/div>\n<div>Nach den ersten 6 Songs fiel der Vorhang und eine knappe Stunde Musik begann, die ich mein Leben lang nicht vergessen werde: &#8222;The Ninth Wave&#8220; wurde mit einem Film eingeleitet und anschlie\u00dfend in seiner ganzen theatralischen Dramatik chronologisch dargeboten. Kate Bush in Hintergrund-Filmen mit Rettungsweste im offenen Meer, ein simulierter Hubschrauber mit Scheinwerfern, der auf der Suche nach der Ertrinkenden \u00fcber das Publikum flog, k\u00fcnstlicher Nebel und K\u00e4lte, gruselige Fish People und ein Schiffswrack auf der B\u00fchne, Konfetti-Kanonen in die Menge, diverse Zaubertricks und bei &#8222;Watching You Without Me&#8220; ein schwimmendes Wohnzimmer mit Kate&#8217;s Familie und herrlichstem britischen Humor. Nach dem fulminanten &#8222;Jig Of Life&#8220; und dem kathedralischen &#8222;Hello Earth&#8220; hielt nicht nur ich den Atem an, als die leblose Kate auf den Schultern der Fischm\u00e4nner durch das Publikum getragen wurde &#8211; nur 4 Meter von mir entfernt. Die &#8222;Aufl\u00f6sung&#8220; mit &#8222;The Morning Fog&#8220; wurde wie ein Folksong mit der gesamten Band auf der B\u00fchne zelebriert, bevor der Vorhang zu einer 20-min\u00fctigen Pause fiel und sich wohl jeder unter nicht endendem Applaus fragte, wie sie DAS sp\u00e4ter noch toppen wollte. Ich kann das Ganze nur stichpunktartig aufschreiben, aber muss mich wiederholen: das war das Beste, was ich in meinem ganzen Leben gesehen habe.<\/div>\n<div>Und so viel sei vorab verraten: das Niveau der ersten H\u00e4lfte wurde spielend gehalten. &#8222;A Sky Of Honey&#8220; begann nach der Pause mit bekanntem Vogelgezwitscher und hierbei wurden noch mehr Theater- und Musical-Elemente eingebracht, die die Musik absolut passend bebilderten und bereicherten. Kate&#8217;s Sohn Bertie, im ersten Teil der Show einer der Background-S\u00e4nger, \u00fcbernahm hierbei sogar die Hauptrolle und \u00fcberzeugte dabei auf ganzer Linie. \u00dcberall auf der B\u00fchne gab es zu jeder Zeit neues zu entdecken und bestaunen (die V\u00f6gel! die Leinwand!), eine zum Leben erweckte Holzpuppe (der kleine Bertie, wie ich es interpretiert habe) sei hier nur als ein Beispiel genannt und unterstrich sowohl simpel als auch r\u00fchrend die dargebotene Geschichte. Nachdem &#8222;Sunset&#8220; sich wie erwartet als einer der H\u00f6hepunkte von &#8222;A Sky Of Honey&#8220; erwies, steuerte der Teil auf sein furioses Finale hinaus: nach dem fiebrigen &#8222;Nocturn&#8220; und dem im wahrsten Sinne des Wortes wahnwitzigen &#8222;Aerial&#8220; &#8222;wuchsen&#8220; Kate Bush schlussendlich riesige Fl\u00fcgel und mit dem letzten Takt wurde sie von der B\u00fchne nach oben gezogen, als fl\u00f6ge sie davon &#8211; Sekunden sp\u00e4ter erlosch das Licht und hysterischer Jubel brach los.<\/div>\n<div>Zugabe Nummer 1 war &#8222;Among Angels&#8220; vom &#8222;50 Words For Snow&#8220;-Album &#8211; nur Kate am Klavier. Man h\u00e4tte die sprichw\u00f6rtliche Stecknadel fallen h\u00f6ren k\u00f6nnen &#8211; G\u00e4nsehaut am ganzen K\u00f6rper und, um es erstmals \u00fcberhaupt in diesem Text zu erw\u00e4hnen, eine Stimme, die den gesamten Abend \u00fcber kraftvoll und einfach sensationell dargeboten wurde. Der letzte Song nach knapp 3 Stunden war &#8222;Cloudbusting&#8220; &#8211; die ganze Band und das ganze Team stand auf der B\u00fchne, die Menge sang lauthals mit und mit Standing Ovations begann und endete ein Konzert, was keiner der Anwesenden jemals vergessen werden d\u00fcrfte. Nachdem Kate Bush die B\u00fchne verlassen hatte, wurde knapp 15 Minuten weiter applaudiert und getrampelt und niemand hat seinen Platz verlassen, obwohl das Konzert l\u00e4ngst vorbei war &#8211; sowas habe ich vorher auch noch nie erlebt.<\/div>\n<div>Fazit: es h\u00e4tte allerhand schief gehen k\u00f6nnen nach 35 Jahren B\u00fchnen-Abstinenz. Die Erwartungen waren immens und die Fallh\u00f6he entsprechend hoch. Aber mit einer atemberaubenden Show voller Liebe zum Detail und einer unbeschreiblichen Pr\u00e4senz hat Kate Bush alle, alle, alle \u00fcberzeugt. Nat\u00fcrlich ist das alles wenig \u00fcberraschend, wenn ich das als Hardcore-Fan sage und schreibe. Aber nach einem derart furiosen Auftritt m\u00fcsste sich Madonna im Publikum recht blass vorgekommen sein. Chapeau, Kate Bush &#8211; es war ein Spektakel !!!<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Von Michael Haskamp Als ich gegen 18.30 Uhr Ortszeit am Hammersmith Apollo angekommen bin, hatte der Regen gerade aufgeh\u00f6rt. Die Kulisse war beeindruckend: &#8222;Before The Dawn&#8220; stand in gro\u00dfen roten Buchstaben quer \u00fcber den Eingang angeschlagen, direkt daneben &#8222;Sold Out&#8220;. 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